Grass, Günther - Die Blechtrommel - Interpretationsansätze


Ausarbeitung, 2000
4 Seiten

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1.Interpretation von Oskar und der Kunst

Obwohl am Anfang des Buches darauf hingewiesen wird, dass Ähnlichkeiten mit verstorbenen oder lebenden Personen nur zufällig seien, denke ich dennoch, dass Grass Oskar, wenn auch nicht äußerlich, dafür aber innerlich in dem Bereich Kunst ähnelt. Deshalb sehe ich „Die Blechtrommel“ als ein Art autobiographisches Werk Grass` an, also erscheint mir die einzig sinnvolle Methode der Interpretation, die Methode D „als Leser auf einen Text reagieren“. Wie ich aus dem Internet entnommen habe, spielen die Künste in Grass` Leben eine sehr wichtige Rolle.

1.1 Die Steinmetzlehre

Es fängt damit an, dass Grass in den Jahren 1947/ 48 eine Lehre als Steinmetzlehre absolvierte.

Im genau dem selben Jahr nämlich 1947 beginnt Oskar seine Lehre als Steinmetz in der „Blechtrommel“. Oskar beginnt diese Lehre aus dem Wunsch heraus sesshaft zu werden. Er möchte in die Rolle des Geld verdienenden Familienvaters schlüpfen. Doch diese Rolle spielt er nicht zuende, da Maria seinen Heiratsantrag ablehnt.

Ich habe zwar nur einen Lebenslauf von Grass, in dem die offiziellen Sachen stehen (Werke, Ausbildung etc.) , weiß also nichts über abgelehnte Heiratsanträge oder sonst etwas. Trotzdem taucht dort nur die Steinmetzlehre auf, spätere Arbeiten als ein solcher werden nicht erwähnt. Egal was es also war, das Grass dazu bewegte einen anderen Weg einzuschlagen, er tat es genau wie Oskar.

1.2 Die bildenden Künste

Ähnlichkeiten sind auch zwischen dem Model - stehen Oskars und dem Studium Grass` der Graphik und Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie (1948- 1952) zu sehen. Hier besteht die einzige Parallele in der Liebe zur bildenden Kunst.

1.3 Die Trommel

Oskars Trommel ist weiß- rot lackiert, was auf die polnischen Nationalfarben und somit auf Oskars Herkunft anspielt. Doch seine genaue Herkunft ist unklar. Seine Mutter ist Kaschubin sein Vater, wenn es Jan Bronski ist, auch, wenn es Matzerath ist , Deutscher. Er steht mit seiner Herkunft also zwischen den Nationalitäten.

Grass ist selbst der Sohn einer Kaschubin und eines Polen und sagt von sich er sei hin und her gerissen zwischen den beiden Kulturen.(Die weitere Interpretation der Trommel ist in Sarahs Text zu finden)

1.4 Die darstellende Kunst

Auch in der Darstellenden Kunst gibt es Parallelen zwischen Grass und Oskar. Grass steht mit seiner schriftstellerischen Tätigkeit als Autor des Theaterstücks „Die Plebejer proben den Aufstand“ (1966) in der umgekehrten Position Oskars, der sich in Bebras Fronttheater als Schauspieler darstellt.

Hiermit kann ich aber etwas über Grass selbst sagen, da ich die Darstellung Oskars in Bebras Fronttheater der Aussage nach direkt mit dem nächsten Teilaspekt von Oskar und der Kunst, nämlich Oskar und dem Schreien verbinden kann. Dazu muss ich allerdings zu der Interpretationsweise A „den Autor durch seinen Text verstehen“ wechseln.

Ich denke, dass Grass mit der Darstellung Oskars im Theater Sozialkritik üben will. Als unperfekter, buckliger Liliputaner macht Oskar auf sich und auf die soziale Rückständigkeit aufmerksam. Denn gesellschaftlich sind Menschen wie Oskar gehandikapt. Sie werden auf der Straße blöd angeguckt und als nicht richtige Menschen angesehen. Die meisten Leute stempeln Liliputaner ab ohne sich mit ihnen beschäftigt zu haben.

Mit Oskars Schauspiel macht er auf witzige Weise auf sich und seine Fähigkeiten aufmerksam.

1.5 Das Schreien

Grass, der sich 1997 bei den „Dresdner Gesprächen“ darüber beklagt, dass die Wiedervereinigung die alte Klassengesellschaft erneuere, zählt hierbei auf die Macht der Worte. Er macht es hierbei genau wie Oskar, der mit seiner Regression gegen den gesellschaftlichen Rollenzwang protestiert und mit seinem Schreien auf sich aufmerksam macht. Ganz deutlich macht Grass seine Einstellung gegenüber unterdrückten Minderheiten in der im gleichen Jahr gehaltenen Laudatio bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den Schriftsteller Yasar Kemal, in dem er die Regierung der Türkei wegen ihrer Kurdenpolitik heftig kritisiert.

Oskars Stimme ist die Sublimation seiner destruktiven Triebe in Kunst. Zuerst bedient er sich seiner glaszersingenden Stimme nur als Verteidigungsmittel (z.B. gegen die Lehrerin Spollenhauer (S101)). Später erkennt er das Druck- und Machtmittel und verschafft sich durch das Schaufenster zersingen Einblick in die beeinflussbare Psyche der Erwachsenen.

Ich denke , dass Grass genau diese Wirkung des Worts erkannt hat um mit der „Blechtrommel“ andere durch seine Denkweise zu beeinflussen. Zur Kunst wird Oskars Stimme als er während eines Stadtbesuchs auf den Stockturm steigt und sich sein Verteidigungsschrei zum ersten Mal in Kunst wandelt(...) wurde ich, der bislang nur aus zwingenden Gründen geschrienhatte, zu einem Schreier ohne Grund und Zwang.(S130, 2. Absatz). Bei Grass ist das Schreiben zwar keine Sublimation seiner destruktiven Triebe (denke ich jedenfalls nicht), aber eine Kunst.

2. Wie ich „Die Blechtrommel“ wahrgenommen habe

Obwohl ich solche Gedanken eigentlich nicht gerne zulasse, muß ich doch zugeben, dass mir das Buch ganz gut gefallen hat. Denn ich habe mich sehr darüber geärgert, einen so dicken Schinken über die Weihnachtsferien aufzubekommen. Also muss ich dieses Buch eigentlich blöd finden- finde ich aber nicht.

2.1 Der Perspektivenwechsel

Am besten an der „Blechtrommel“ ist der Wechsel der Perspektiven. Auf der einen Seite gibt es die Erwachsenenwelt, die in Oskar einen verkrüppelten und nicht zurechnungsfähigen Behinderten sieht. Auf der anderen Seite ist da Oskar, der sich selbst als vollkommen und ein Stück über den anderen stehend sieht. Hinter diesem Wechsel zwischen Wahrheit und Fiktion steht eine Sozialkritik, die mir sehr gefällt. Man kann zwar nicht wirklich sagen, was in Oskar vorgeht, doch auch wenn das im Buch geschilderte auch nur in Ansätzen stimmt, hieße das, dass sehr viele Leute, die Behinderte so behandeln, wie die im Buch dargestellte Erwachsenenwelt, einen sehr großen Fehler begehen. Das ist genau der Punkt, der mich an unserer Gesellschaft stört. “Minderbemittelte“ sei ihre Behinderung körperlicher , geistiger oder materieller Art, werden doch von dem nicht behinderten Teil der Gesellschaft gleich schräg angeguckt oder sogar ausgeschlossen. Ich finde, dass Günter Grass genau diese Problematik sehr gut beschreibt und durch dieses Buch auch Leute, die noch nicht soweit sind, andere Leute so zu akzeptieren, wie sie sind, auf ihren Fehler aufmerksam macht.

2.2 Die Welt der „Blechtrommel“

Vollkommen fremd war mir die Welt in der sich alles in der „Blechtrommel“ abspielt. Ich bin es gewohnt in der Welt des Westens, die für mich bunt, fröhlich und auch irgendwie sensibel und zart ist, zu leben. Die im Buch beschriebene Welt ist rauh, kalt und grau. Ich dachte, dass sich mit dem Polenaustausch etwas an meiner Vorstellung ändern würde, da mir gewisse Leute immer vorhielten ich sei voll von Vorurteilen. Doch das fremde Gefühl hat sich eher noch verstärkt. Es ist in Polen wirklich größtenteils grau und trostlos. Und die Mentalität der Menschen ist eine ganz andere. Eben diese rauhe, manchmal grobe Lebensweise. Am besten kann ich mir diese Welt vorstellen, in der Szene, in der die Großmutter alleine auf dem Kartoffelacker sitzt und ihre Kartoffeln aus der Asche pickt. Das wäre eine Situation, in die ich auf keinen Fall geraten möchte, weil sie mir so böse und fremd vorkommt.

2.3 Die Sprache

Ein bißchen langweilig und manchmal schwer verständlich war die Sprache des Buches, die blumig und verschachtelt in scheinbar endlosen Passagen die Geschichte Danzigs z.B. beschreibt. Aufgrund solcher Längen, die in jedem Buch vorkommen, in diesem aber noch durch die Sprache unterstützt fast zum Einschlafen geführt haben, war „Die Blechtrommel“ nicht einfach zu lesen und der Fluss war zäh und sirupartig.

2.4 Grundgedanken der „Blechtrommel“

Was mich wirklich sehr gewundert hat an der „Blechtrommel“, ist ihre Interpretation. Je tiefer man in die Materie eintaucht, desto mehr kristallisieren sich die Grundgedanken heraus. Nahezu alle Themen, die in der Klasse verteilt wurden, liefen in der Interpretation auf Tod, Schuld/Unschuld und Sexualität heraus. Rein Äußerlich ist das Buch die Lebensgeschichte eines kleinen Jungen. Je mehr ich mich mit dem Buch beschäftige, wird es zu einem Erotikthriller. Während ich das hier schreibe fällt mir allerdings auf, dass Grass an dieser Stelle eigentlich sehr gut das Leben beschreibt, das im Wesentlichen aus diesen Sachen besteht. Vielleicht ist mir das ganze Buch auch nur so fremd, weil es eigentlich das Leben, und nicht wie in anderen Romanen illusorische Welten, beschreibt.

Quellen:

Internet-> Biographie: Günter Grass

Günther Grass, die Blechtrommel

4 von 4 Seiten

Details

Titel
Grass, Günther - Die Blechtrommel - Interpretationsansätze
Autor
Jahr
2000
Seiten
4
Katalognummer
V100664
Dateigröße
331 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grass, Günther, Blechtrommel, Interpretationsansätze
Arbeit zitieren
Julia Drebes (Autor), 2000, Grass, Günther - Die Blechtrommel - Interpretationsansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100664

Kommentare

  • Gast am 21.4.2001

    Kommentar zum Blechtrommel Referat.

    Diese "Arbeit" zeugt von völliger Inkompetenz der Verfasserin. Ich würde mich schämen, so etwas ins Netz zu stellen. Warum wird so ein Mist hier überhaupt veröffentlicht?
    Ein Werk wie die "Blechtrommel" erfordert eine sehr umfangreiche Recherche und wesentlich mehr Fachkompetenz, als es hier erfolgte. Sämtliche Interpretationsansätze sind sehr oberflächlich gehalten und treffen zudem nicht die wahren Hintergründe, die Grass damit verbindet (z.B. geht die Bedeutung der Trommel weit über die polnischen Landesfarben hinaus. Stichwort "Vergegenwärtigung").

  • Gast am 28.12.2001

    Re: Kommentar zum Blechtrommel Referat.

    |
    |Oskar M. schrieb:
    ||Diese "Arbeit" zeugt von völliger Inkompetenz
    ||der Verfasserin. Ich würde mich schämen,
    ||so etwas ins Netz zu stellen. Warum wird
    ||so ein Mist hier überhaupt veröffentlicht?
    ||
    |Ein Werk wie die "Blechtrommel" erfordert eine sehr umfangreiche Recherche und wesentlich mehr Fachkompetenz, als es hier erfolgte. Sämtliche Interpretationsansätze sind sehr oberflächlich gehalten und treffen zudem nicht die wahren Hintergründe, die Grass damit verbindet (z.B. geht die Bedeutung der Trommel weit über die polnischen Landesfarben hinaus. Stichwort "Vergegenwärtigung").
    Antwort:Stimmt zwar,aber die Kommentare der Verfasserin waren zum Teil sehr persönlich und ich denke, dass diese Art der Interpretation zu diesem auch sehr persönlich gehaltenen Buch passt.

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Titel: Grass, Günther - Die Blechtrommel - Interpretationsansätze


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