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Die Bedeutung des Schweigens im Privatrecht. Unterschiede und Auswirkungen

Titel: Die Bedeutung des Schweigens im Privatrecht. Unterschiede und Auswirkungen

Hausarbeit , 2021 , 18 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Ulrike Gabert (Autor:in)

Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Unterschiede des Schweigens, sowie die unterschiedlichen Auswirkungen von Schweigen, oder passivem, untätigem Verhalten, in diversen Fällen im Privatrecht, genauer zu erläutern, und die Folgen, die sich aus dem Schweigen in ausgewählten privatrechtlichen Situationen ergeben, aufzuzeigen.

“Qui tacet, consentire videtur, ubi loqui debuit atque potuit.” (Papst Bonifatius VIII). Dieses Zitat aus dem Lateinischen, wird oft als traditionelle Auffassung zum Schweigen in den Rechtswissenschaften genannt. Wörtlich übersetzt heisst es “wer schweigt stimmt zu, wo er hätte sprechen müssen oder können” . Bringt er also das eine nicht zum Ausdruck, so schliesst man daraus, dass er das andere wollte. So einfach ist es nun leider nicht. In der Literatur finden sich einige Schriften von Juristen, die das rechtserhebliche Verhalten des Schweigens kritisch betrachtet, und aufgezeigt haben , dass das Stillschweigen leider nicht ganz so eindeutig wie eine klar zum Ausdruck gebrachte verbale Willenserklärung ist. Schweigen ist nicht immer gleich Schweigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffliche Grundlagen

2.1 Willenserklärungen

2.2 Erklärungsfiktion

2.3 Schweigen

2.4 Rechtliches Nullum

2.5 Privatrecht

3 Schweigen als Willenserklärung

3.1 Grundsatz des Schweigens als rechtliches Nullum

3.2 Schweigen als Erklärungsfiktion

3.2.1 Gesetzliche Erklärungsfiktion am Beispiel § 108 Abs.2, S.2 BGB (Rechtsgeschäfte Minderjähriger )

3.2.2 Gesetzliche Erklärungsfiktion am Beispiel § 177 Abs.2 BGB (Vertreter ohne Vertretungsmacht)

3.2.3 Vereinbarte Erklärungsfiktion am Beispiel § 455 BGB (Billigungsfrist)

4 Schweigen als Zustimmung im Handelsrecht

4.1 Das kaufmännische Bestätigungsschreiben

4.1.1 Beispiel 1

4.2 Das Schweigen des Kaufmanns auf Anträge

4.2.1 Beispiel 2

5 Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtliche Bedeutung des Schweigens im Privatrecht und analysiert, unter welchen Umständen passives Verhalten als Willenserklärung oder Zustimmung gewertet wird. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie der Grundsatz des Schweigens als "rechtliches Nullum" durch gesetzliche oder vereinbarte Erklärungsfiktionen sowie spezifische handelsrechtliche Bestimmungen durchbrochen wird.

  • Rechtliche Einordnung des Schweigens als Willenserklärung
  • Unterscheidung zwischen gesetzlicher und vereinbarter Erklärungsfiktion
  • Bedeutung des Schweigens im Handelsrecht (z.B. kaufmännisches Bestätigungsschreiben)
  • Analyse von Fallbeispielen zur Vertragsannahme durch Schweigen
  • Abgrenzung zwischen Bürgerlichem Recht und handelsrechtlichen Sonderregeln

Auszug aus dem Buch

4.1 Das kaufmännische Bestätigungsschreiben

Ein besonderes Interesse kommt dem kaufmännischen Bestätigungsschreiben als Ausnahme zum Grundsatz aus Abschnitt 3.1 zu, in dem dargelegt wurde, dass Schweigen grundsätzlich als rechtliches Nullum anzusehen ist.

Beim kaufmännischen Bestätigungsschreiben handelt es sich um eine schriftliche Klarstellung von zuvor mündlich erfolgter Absprachen und Vertragsverhandlungen. Da mündlich abgehaltene Vertragsverhandlungen oftmals unübersichtlich werden können, werden Ergebnisse und Vertragskonditionen im kaufmännischen Bestätigungsschreiben noch einmal schriftlich fixiert, um mögliche Streitigkeiten im Vorfeld zu verhindern und alle noch vorhandenen möglichen Unklarheiten zu beseitigen. Auch Veränderungen oder Erweiterungen können in diesem Schreiben enthalten sein und als wirksamer Inhalt in das Solche übergehen, solange diese nicht so erheblich von den mündlichen Vertragsverhandlungen abweichen, dass mit einer Billigung des Empfängers nicht zu rechnen ist (Redlichkeit des Absenders). Wenn Hinweise auf die AGB des Absenders erstmals im Bestätigungsschreiben aufgeführt sind, so steht dies nicht im Widerspruch zur Redlichkeit, da diese branchenüblich sind. Wichtig ist, das kaufmännische Bestätigungsschreiben nicht mit einer Auftragsbestätigung zu verwechseln: hier ist die direkte Bezugnahme auf die Vertragsverhandlungen zur Unterscheidung sehr wichtig.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Schweigens als rechtserhebliches Verhalten ein und definiert das Ziel der Arbeit, die unterschiedlichen Auswirkungen und Folgen des Schweigens im Privatrecht zu erläutern.

2 Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Voraussetzungen wie Willenserklärungen, Erklärungsfiktionen und die Definition des Privatrechts sowie das Konzept des rechtlichen Nullums.

3 Schweigen als Willenserklärung: Hier wird untersucht, wann ausnahmsweise Schweigen als Willenserklärung gewertet werden kann und wie sich der Grundsatz des Schweigens als rechtliches Nullum in der Praxis darstellt.

4 Schweigen als Zustimmung im Handelsrecht: Das Kapitel behandelt die handelsrechtlichen Besonderheiten, insbesondere das kaufmännische Bestätigungsschreiben und das Schweigen auf Anträge, die beide zu einer Vertragsbindung führen können.

5 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hinterfragt kritisch, ob Erklärungsfiktionen in unserer heutigen, vernetzten Zeit noch zeitgemäß sind.

Schlüsselwörter

Schweigen, Privatrecht, Willenserklärung, Erklärungsfiktion, Rechtliches Nullum, Handelsrecht, Kaufmännisches Bestätigungsschreiben, Vertragsabschluss, Bürgerliches Gesetzbuch, Handelsgesetzbuch, Geschäftsbesorgungsvertrag, Rechtsfolge, Handelsbrauch, Zustimmung, Ablehnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die juristische Bedeutung des Schweigens im Privatrecht und untersucht, unter welchen Voraussetzungen bloßes Nichthandeln dennoch rechtliche Konsequenzen, wie etwa den Abschluss eines Vertrages, nach sich zieht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Willenserklärung, das Konzept des "rechtlichen Nullums", die verschiedenen Formen der Erklärungsfiktionen sowie die speziellen handelsrechtlichen Regelungen zum Schweigen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Unterschiede und Auswirkungen von Schweigen in verschiedenen privatrechtlichen Situationen zu vermitteln und aufzuzeigen, wann Schweigen eine rechtliche Bindung erzeugt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse, die durch die Auseinandersetzung mit Gesetzestexten (BGB, HGB), Literaturquellen und Fallbeispielen zu den jeweiligen Sachverhalten geleitet wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die begrifflichen Grundlagen geklärt, anschließend wird Schweigen als Willenserklärung analysiert, gefolgt von einer detaillierten Betrachtung handelsrechtlicher Ausnahmeregelungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Erklärungsfiktion, kaufmännisches Bestätigungsschreiben, rechtliches Nullum und die gesetzlichen Grundlagen im BGB und HGB.

Warum wird beim kaufmännischen Bestätigungsschreiben Schweigen als Zustimmung gewertet?

Es dient der Rechtssicherheit und dem Bedürfnis nach zügiger Geschäftsabwicklung im Handelsverkehr, wobei davon ausgegangen wird, dass Kaufleute ihren Posteingang sorgfältig prüfen und bei inhaltlichen Abweichungen unverzüglich widersprechen.

Was unterscheidet die gesetzliche von der vereinbarten Erklärungsfiktion?

Bei der gesetzlichen Fiktion ordnet der Gesetzgeber dem Schweigen per Vorschrift einen Erklärungswert zu, während bei der vereinbarten Fiktion die Parteien vorab festlegen, dass ein späteres Schweigen eine bestimmte rechtliche Bedeutung haben soll.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Bedeutung des Schweigens im Privatrecht. Unterschiede und Auswirkungen
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
2,3
Autor
Ulrike Gabert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
18
Katalognummer
V1006704
ISBN (eBook)
9783346391391
ISBN (Buch)
9783346391407
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung schweigens privatrecht unterschiede auswirkungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ulrike Gabert (Autor:in), 2021, Die Bedeutung des Schweigens im Privatrecht. Unterschiede und Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006704
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Leseprobe aus  18  Seiten
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