Die beiden letzten Großfürsten von Hessen-Darmstadt und bei Rhein


Referat / Aufsatz (Schule), 1998
4 Seiten, Note: 2+

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Ludwig IV. wurde am 12.9.1837 in Bessungen geboren. Ludwig IV. hatte noch 5 Geschwister: Prinz Heinrich, hessischer und preußischer General (* Bes- sungen 1838, München 1900), Prinzessin Anna (1843-1865), vermählt mit Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin 1823-1883), und Prinz Wilhelm, hessischer General (* Bessungen 1845; Schloß Rosenhöhe 1900).

In jungen Jahren war Ludwig in den preußischen Militärdienst getreten und dadurch mit dem Kronprinzen Friedrich befreundet. Später wurden sie verwandt, da sie beide Töchter der Queen Vicictoria von England hairateten. Ludwig IV. heiratete am 1.7.1862 in Osborne die zweitälteste Tochter Alice (* London Buckingham Palace 25.4.1843, Darmstadt 14.12.1878). Ludwig IV. und Alice waren zu erst seßhaft im Kranichsteiner Schloß, bald wurden die Räume zu klein für sie und ihre große Kinderschar. Sie mussten in das Darm- städter Residenzschloß umziehen.

Großfürstin Alice fand schnell den Kontakt zu Arm und Reich. Die Armenbesuche und die Nöte, die durch den Krieg entstanden, ließen Alice zu Taten schreiten. Um die Pflege der Verwundeten und Kranken zu bessern, faßte Alice den Plan, Krankenhauspflege durch weibliche Kräfte ohne konfessionelle Bindung als Beruf ausüben zu lassen und dafür die notwendige Schule zu schaffen. In dem bald entstandenen Alice-Hospital und seiner Pflegeschule wurde dieser Plan verwirklicht. Um den Anforderungen, die der Krieg 1870 stellte, besser gewachsen zu sein, entstand ein (Alice)Frauenverein für Krankenpflege. Bei Kriegsbeginn waren es 16 Pflegerinnen, die sich dazu bereitfanden. deren Zahl wuchs allmählich auf 164 an. Sie wurden an verschiedenen Orten eingesetzt, z.B. Darmstadt, Metz oder in Sanitätszügen. Durch diese sozialen und politischen Leistungen gewann Alice großes Ansehen in der Bevölkerung. Die von ihr geschaffenen Einrichtungen, wie das Alice-Hospital und die Alice-Eleonoren-Schule, werden heute noch genutzt. Das Leben von Großherzogin Alice kommt plötzlich und tragisch zu seinem Ende. Sie erkrankt an Diphtherie, infiziert von ihren Kindern. Ihre vierjährige Tochter Marie stirbt am 16.11.1878 während die Geschwister genesen. Alice stirbt einen Monat später am 14.12.1878 an der Infektionskrankheit.

Die fünfzehn Regierungsjahre Ludwig IV. von 1877 bis 1892 sind die

„Gründerjahre“. Die Friedensjahre helfen zu Aufschwung in Handel und Gewerbe. Von Darmstadt aus wurde das Hessenland regiert, deshalb waren die Ministerien - Inneres, Finanzen und Justiz - ganz wichtige Gebäude. Baulich erfuhr die Stadt Erweiterungen, die Bevölkerung wuchs schneller als in den vergangenen Jahrzehnten.

Ludwig IV. war „ ein liebenswürdiger Mensch, der ganz in seinen militärischen Aufgaben aufging, ein Mann, der sich über nichts aufregte und immer zu Späßen aufgelegt war“, schrieb seine Tochter Viktoria über ihn, „ einer der gütigsten und gerechtesten Männer, ebenso liberal wie anständig. Mein Vater

verstand sein Volk, und sein Volk verstand ihn...“. Sein plötzlicher Tod 13.3.1892 in Darmstadt wurde im Lande aufrichtig betrauert.

Ernst Ludwig

Ernst Ludwig wurde am 25.11.1868 in Darmstadt geboren. Der erforderlichen militärischen Ausbildung unterzog sich Ernst Ludwig in der für zukünftige hessische Regenten üblichen Weise: Mit 15 Jahren Ernennung zum Second- Leutnant ¼ la suite, dann Zuordnung zur Leibkompanie des Leibgarderegiments 115. Das Offiziersexamen legte er 1888 in Berlin ab, gefolgt vom Dienst im 1.Garde-Regiment zu Fuß Potsdam.

Nach dem unerwartet frühen Tod seines Vaters Ludwig IV. im Jahre 1892 kommt Ernst Ludwig mit fast 24 Jahren an die Regierung. Unmittelbar danach erschien seine Großmutter, Queen Victoria aus England, um „ den Enkel das Regieren zu lehren“, wie in der Biographie der Queen von Lady Longford zu lesen ist. Politisch ging Ernst Ludwig behutsam vor, beließ den Minister seines Vaters im Amt und bemühte sich, das Vertrauen der Volksvertretung und der Untertanen zu erwerben.

Queen Victoria, die es gewohnt war, für ihre Kinder und Enkel die Ehepartner auszusuchen, wünschte, daß Ernst Ludwig seine Cousine, Viktoria Melita, heiratete. Diese Ehe mit Melita (*Malta 25.11.1876, Amorbach 2.3.1936) wurde 1901 geschieden. Aus dieser ersten Ehe entstammt die Tochter Elisabeth, das mit acht Jahren frühverstorbene Prinzeßchen der Darmstädter. Das Grabmal, eine Engelsfigur mit ausgebreiteten Flügeln, ist heite noch auf der Rosenhöhe zu sehen.

Am 2.2.1905 heiratete Ernst Ludwig Eleonore (* Lich 17.9.1871, Steene bei Ostende 16.11.1937). In ihr erhielt das Hessenland die vorbildliche Landesmutter, die neben der Fortführung der von ihrer Schwiegermutter Alice begonnenen karitativen Aufgaben auch ihrerseits neue Akzente in Darmstadt und darüber hinaus setzte. Den Hochzeitsturm, heute das Wahrzeichen unserer Stadt, schenkten die Bürger Darmstadts dem Großherzoglichen Paar zur Vermählung.

Während des 1.Weltkrieges 1914-1918 erwuchsen Eleonore vielfältig neue Pflichten: Für die Zeit der Anwesenheit des Großherzoges an der Front hatte Eleonore zu Hause in Darmstadt die Regentschaft auszuüben. Die Sorge für Krankenschwestern in den Lazaretten daheim und im Kriegsgebiet war ein weiteres Aufgabengebiet.

Über Ernst Ludwig wissen wir, daß er gerne Gedichte und Lieder schrieb, so z.B.:

Weine oh Seele

Weine, oh Seele, Winde dich Herz, es weiß ja keiner. Wenn man erriete, was du erduldet, glaubte es keiner.

Weil du die Menschheit

hilflos erkannt, liebst du wie keiner.

Ernst Ludwig war der einzige deutsche Fürst, der nicht abdankte. Als die Abgesandten des Arbeiter- und Soldatenrats am 8. November 1918 ins Neue Palais eindrangen, trat Ernst Ludwig ihnen sehr gefaßt gegenüber, bat sie, sich zu setzen und wunderte sich, daß keiner von ihnen ein Hesse sei. Man wurde sich recht bald einig, so daß die „Machtübernahme“ sehr unheroisch vonstatten ging.

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Details

Titel
Die beiden letzten Großfürsten von Hessen-Darmstadt und bei Rhein
Note
2+
Autor
Jahr
1998
Seiten
4
Katalognummer
V100680
Dateigröße
350 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Großfürsten, Hessen-Darmstadt, Rhein
Arbeit zitieren
Nicolas Lück (Autor), 1998, Die beiden letzten Großfürsten von Hessen-Darmstadt und bei Rhein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100680

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