Rosa Luxemburg und die Revolution 1918/1919


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

4 Seiten, Note: 14 Punkte


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Rosa Luxemburg

(1871 - 1919)

- geb. 5. 3.1871 in Zamosc ( im russ. Teil Polens), als Tochter wohlhabender jüdischer Kaufleute

- aufgewachsen in Warschau, engagiert sie sich bereits als Gymnasiastin für die sozialistische Bewegung (mit 14 Jahren 1.polit. Gedicht gegen dt. Kaiser)

- 1889 Emigration in die Schweiz, zum einen, um sich der Verhaftung wegen ihrer sozialist. Aktivitäten im Untergrund zu entziehen, zum anderen, um an der Uni Zürich, die Frauen zum Studium zuließ, Philosophie, Geschichte, Sozial- und Volkswirtschaftswissenschaften zu studieren

- 1897 promoviert sie mit Auszeichnung

Politische Tätigkeit

- 1893, also noch während des Studiums, betrieb sie von der Schweiz aus die Gründung, der im Untergrund agierenden SPKPiL

- 1898 Deutsche Staatsbürgerschaft aufgrund einer Scheinehe mit dt. Arbeiter

ۆbersiedlung nach Berlin und Eintritt in die SPD, wo sie bald eine herausragende Rolle spielt

- ca. 10 Jahre lang war R.L. erwerbsmäßig journalistisch als Redakteurin u. Chefredakteurin an großen dt. Tageszeitungen und am SPD- Organ Vorwärts tätig

- 1905 Teilnahme am russ. Revolutionsversuch in Polen, Verhaftung und Verurteilung wegen „Anreizung zur Gewalttätigkeit“ => kurze Zeit in Haft

- 1907 - 1914 Dozententätigkeit an der SPD - Parteischule, wo sie marxist. Parteiökonomie lehrt; in dieser Zeit entsteht ihr Hauptwerk: „Die Akku- mulation des Kapitals“, hier vertritt sie die These, dass der Imperialismus die notwendige und gesetzmäßige Folge des Kapitalismus sei

- Die Zeit des WK I verbringt sie fast durchwegs in Haft

1914 Verurteilung wegen „Aufhetzung zur Propaganda zur Tat“ zu 1 Jahr 1916 Anklage wegen „Versuchten Hoch- und Landesverrats“ und Verurteilung zu Kerkerhaft. Ihre polit. Tätigkeit führte sie aus d. Gefängnis dennoch weiter durch die sog. „Spartakusbriefe“ und „Briefe aus dem Gefängnis“

1918 Entlassung aufgrund des Amnestieerlasse für polit. Häftlinge von Reichs- kanzler Prinz Max v. Baden

- 1919 wird sie nach dem Scheitern eines von der KPD initiierten, gegen die SPD- Regierung gerichteten Umsturzversuches, dem sog „Spartakusaufstand“ verhaftet und am 15. Januar von rechtsradikalen Freikorpsoffizieren zusammen mit Karl Liebknecht ermordet.

Rosa Luxemburg, mit den Schriften Marx` und Engels bestens vertraut, stellte diese auch aufgrund ihrer eigenen histor., philisoph. und ökonom. Studien auf eine wissenschaftlich fundierte Basis.

Innerhalb der SPD, die sie bei ihrem Eintritt als eine antirevolutionäre, antiintelektuelle, antijüdische und auch frauenfeinliche Partei vorfand, spielte sie bald eine herausragende Rolle als Vordenkerin und Agitatorin. Sie wurde die führende Vertreterin des linken Flügels der Partei.

Sie kritisierte die gesellschaftspolit. erstarrten Positionen von Gewerkschaft und Partei und wollte echte Volksherrschaft: freie Presse, ungehindertes Vereins- und Versammlungsleben, denn: „Denn Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für die Mitglieder einer Partei ist keine Freiheit. Freiheit ist immer nur die Freiheit des Andersdenkenden“ Zitat R.L.

In zahlreichen Schriften und Reden verurteilte R.L. die Parteirichtung desRevisionismus, vertreten durch Eduard Bernstein, der der Auffassung war, dass die sozialist. Gesellschaft nicht das Ergebnis einer sozialen Katastrophe, sondern auf evolutionären Wege, einer sich langsam vollziehenden Umgestaltung von Staat und Gesellschaft zu verwirklichen sei.

Nach R.L. ´s Meinung sollten gezielte Aufklärung Agitation und Demonstration zur Radikalisierung des Volkes führen, damit den Klassenkampf verschärfen und Revolution und Umsturz herbeiführen. Einen von oben diktierten Putsch lehnte sie ab.

Sie widersprach auch Lenins Vorstellung, dass eine sozialist. Gesellschaft nur durch eine straffgeführte Kaderpartei herbeigeführt werden könne. Beim russ. Modell des Sozialismus sah sie die Gefahr, die Diktatur des Proletariats in eine diktatorische Herrschaft einer Partei überdas Proletariat zu verkehren

In krassen Widerspruch zur Parteiführung geriet R.L. und der linke Flügel der SPD, als die Reichstagsfraktion der Gewährung von Kriegskrediten und der Politik des Burgfriedens zustimmte.

Damit hatte die SPD der Vaterlandsverteidigung und den imperialistischen Interessen der Monarchie den Vorrang vor ihren internationalistischen und pazifistischen Grundpositionen gegeben. R.L. war der Meinung, dass der Krieg durch internationale Solidarisierung der Arbeiterklasse und Massenstreiks verhindert bzw. beendet werden könne.

Die Tolerierung des Krieges und der Zustimmungskurs zur Kriegspolitik durch die SPD bedeutet die Abkehr vom Internationalismus und einen Verrat an der Arbeiterklasse.

Deshalb trennt sie sich mit dem äußerst linken Flügel der Partei von der SPD

€Spaltung der Arbeiterschaft

1915 gründet sie zus. mit Karl Liebknecht und anderen radikalen Linken die illegale antimilitaristische und internationalistische „Gruppe Internationale“, aus der am 01.01. 1916 der „Spartakusbund“ eine „Vereinigung radikaldemokratischer Sozialisten“ hervorgeht, benannt nach ihrem illegal erscheinenden Organ

„Spartakusbriefe“, dessen Ziel ein demokratischer Kommunismus ist.

Am 01.Mai 1916 organisierte er eine große Antikriegsdemonstration vor dem Brandenburger Tor, bei der R.L. zum Generalstreik aufrief und zus. mit Karl Liebknecht verhaftet wurde und zu zweieinhalb Jahren Kerkerhaft verurteilt.

Parallel zum Spartakusbund gründeten linke SPD-Abgeordnete, die wegen ihrer Opposition zur Burgfriedenspolitik, von der SPD-Fraktion ausgeschlossen wurden, die „USPD“, eine marxistisch Klassenkampfpartei als linke Konkurrenz zur SPD.

1917 Anschluß des Spartakusbundes an die USPD, doch 1918 Auseinanderbrechen der linksextremen Koalition aufgrund gravierender ideologischer Differenzen.

(Rätesystem vs. Gesetzgebender Nationalversammlung)

Im Oktober werden R.L. und K.L. durch Generalamnestie aus der Haft entlassen und übernehmen die Führung des Spartakusbundes.

1918 Aktive Teilnahme des Spartakusbundes an der Novemberrevolution, wobei

K.L. am 9. November 1918 im Berliner Schloß die „freie sozialist. Republik“ mit einer Räteherrschaft ausruft. (allerdings 2 Stunden zu spät -> Scheidemann-

„deutsche Republik“! Gemäßigte Sozialisten - Mehrheitssozialisten SPD )

€ Der Kaiser, um einen Bürgerkrieg zu vermeiden, erklärt Thronverzicht und geht ins Exil.

Am 01.01.1919 gründete der Spartakusbund zus. mit der Gruppe „Internationale Kommunisten Deutschlands“ und anderen lokalen Gruppen unter der Führung von Liebknecht u. Luxemburg die KPD, deren Programm R.L. als Theoretikerin im Wesentlichen entwarf. Ziel der Partei war:

1.) die Errichtung einer sozialist. Republik unter einer Räteverfassung mit marxistischer Gesellschaftsordnung
2.) die Überwindung von Imperialismus und Militarismus

Damit war die Spaltung der dt. Arbeiterbewegung in einen radikal - revolutionären, klassenkämpferischen und einen gemäßigten Zweig vollendet.

Am 05./06. Januar organisierten KPD, USPD und Metallarbeiter eine Massendemonstration, den sog. Spartakusaufstand, einen von Sozialisten gegen die SPD- Regierung gerichteten Umsturzversuch.

Nach dessen blutiger Niederschlagung durch Freikorpstruppen wurde R.L. zus. mit K.L. in einem Versteck ergriffen und festgenommen

Am 15. Januar wurden sie von rechtsradikalen Freikorpsoffizieren ohne Verfahren ermordet. Todesart: erschlagen, erschossen, ertränkt, umstritten.

Ihre Leichen wurden im Berliner Landwehrkanal gefunden.

Ihre Mörder wurden zynisch milde verurteilt, bzw. zur Flucht verholfen. Man findet sie ca. 10 Jahre später im Dunstkreis Hitlers wieder (Bormann, Höss)

Rosa Luxemburg war die exponierteste Vertreterin eines revolutionären, aber zugleich demokratischen Sozialismus, eine überzeugte Pazifistin und Kriegsgegnerin. Sie interpretierte den Marxismus eigenwillig, ging vor Autoitäten nicht in die Knie, für ihre Überzeugung aber ins Gefängnis. Sie wollte Freiheit und Menschlichkeit nicht nur für die unterdrückte Proletarier-Klasse in Europa, sondern auch „für die armen Opfer der Gummieplantagen in Putumayo, die Neger in Afrika, mit deren Körpern die reichen Herren Europas Fangball spielen.“ Sie fühlte sich „in der ganzen Welt zu hause, wo es Wolken und Vögel und Menschentränen gibt.“

4 von 4 Seiten

Details

Titel
Rosa Luxemburg und die Revolution 1918/1919
Veranstaltung
Gk Geschichte
Note
14 Punkte
Autor
Jahr
2000
Seiten
4
Katalognummer
V100683
Dateigröße
339 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Referat (ca.40 min) über Rosa Luxemburg. Ausführliche Blätter für den Vortrag, nicht als Thesenpapier für die Schüler. Andere teils sehr ausführliche Referate können u.U. bei mir bestellt werden (== E-mail).
Schlagworte
Rosa Luxemburg Revolution 1918 / 1919 in Berlin
Arbeit zitieren
Philipp Aubele (Autor), 2000, Rosa Luxemburg und die Revolution 1918/1919, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100683

Kommentare

  • Gast am 23.4.2001

    sehr gut.

    vielleicht kannst Du mir noch die Blätter für den Vortrag als Email senden, wäre nett von Dir. Sonst finde ich den Vortrag super, danke!! Ciao, Sophie

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