Diese Maturaarbeit vereint die brandaktuellen Themen Gender Equality und Gender Pay Gap mit einer traditionellen Sportart, dem alpinen Skirennsport. Das Ziel der vorliegenden Maturaarbeit ist es, die Unterschiede zwischen Männern und Frauen im alpinen Skirennsport bezüglich Prämien und Sponsoring zu untersuchen, sowie auch ob zukünftig eine Frau im Männer Weltcup startet. Dazu wird die Recherche und Interviews mit kompetenten Interviewpartnern genutzt. Diese Personen stehen in direkter Verbindung zum Weltcup und ermöglichten somit einen praxisnahen Einblick in diese Thematik.
In unserer Gesellschaft dreht sich derzeit vieles um das Erreichen einer Gleichstellung zwischen Mann und Frau. Dazu gehört sowohl das Anpassen von Wörtern, um der politischen Korrektheit gerecht zu werden, wie auch das Erreichen einer Frauenquote in der Politik und in der Führung von Unternehmen. Selbstverständlich müssen Frauen nun auch in Sachen Geld, also dem Lohn, gleichbehandelt werden. Dafür gibt es sogar einen eigenen Begriff: der Gender Pay Gap. Diese zwei Themen, »Gender Equality» und «Gender Pay Gap», bringen diese Maturaarbeit in Verbindung mit dem alpinen Skirennsport. Sie analysiert die Unterschiede zwischen Männern und Frauen im alpinen Skirennsport in Bezug auf Prämien und Sponsoring. Weiter bildet die Fragestellung, ob zukünftig eine Frau im Männer Weltcup startet, ein Teil dieser Maturaarbeit.
Die zu Beginn festgelegten Hypothesen befinden sich in einem separaten Kapitel. Diese Hypothesen bilden die Basis dieser Arbeit. In den folgenden Seiten werden diese Hypothesen untersucht und dabei entweder widerlegt, oder aber ihre Richtigkeit belegt. Schlussendlich soll diese Arbeit Aufschluss dazu geben, ob der alpine Skirennsport bereits auf einem guten Stand ist in Sachen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Damit auch ein Vergleich zu anderen Sportarten möglich ist, dreht sich ein Kapitel um den aktuellen Stand im Fußball, Tennis und Surfen.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
1.1 Beweggründe
1.2 Dank
2 Einleitung
3 Hypothesen
4 Definitionen
4.1 Geschlechterungleichheit / Gender Inequality
4.2 Gender Pay Gap
5 Vergleich mit anderen Sportarten
5.1 Fussball
5.2 Tennis
5.3 Surfen
6 Gender Inequality
6.1 Fakten und Zahlen
6.2 Gender Inequality Index
7 Gender Pay Gap (Lohnungleichheit)
7.1 Die «Gläserne Decke»
7.2 Equal Pay Day
8 Verdienste von Männern und Frauen im alpinen Skirennsport
9 Methodischer Teil
9.1 Mindmap
9.2 Recherche
9.3 Interview
9.4 Interviewpartner
9.4.1 Matthias Rietschin
9.4.2 Ruedi Holdener
9.4.3 Michael Schiendorfer
9.4.4 Urs Lehmann
9.4.5 Corinne Suter
9.4.6 Ramon Zenhäusern
10 Ergebnisse
10.1 Ergebnisse aller Interviewpartner
10.2 Ergebnisse der Männer Weltcup Interviewpartner
10.3 Ergebnisse der Frauen Weltcup Interviewpartner
10.4 Ergebnisse der Athleten
10.5 Ergebnisse der Manager
10.6 Ergebnisse der SwissSki Kaderpersonen
11 Diskussion der Ergebnisse
11.1 Vergleich Prämien und Sponsoring
11.2 Frauen im Männer Weltcup
12 Fazit
13 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Maturaarbeit untersucht die Disparitäten zwischen Männern und Frauen im alpinen Skirennsport, wobei der Fokus auf den Bereichen Preisgelder und Sponsoring sowie der Zukunftsfrage eines möglichen Starts von Frauen im Männer-Weltcup liegt.
- Analyse des Gender Pay Gaps bei Preisgeldern und Sponsoring im Skisport.
- Untersuchung der strukturellen Unterschiede im Sponsoring und der Sponsorenhierarchie.
- Vergleich mit der Geschlechtergerechtigkeit in anderen Sportarten wie Fussball, Tennis und Surfen.
- Evaluation der Akzeptanz und Realisierbarkeit eines Starts von Frauen im Männer-Weltcup.
- Erkenntnisgewinn durch Experteninterviews mit Athleten, Managern und Verbandsfunktionären.
Auszug aus dem Buch
8 Verdienste von Männern und Frauen im alpinen Skirennsport
Der Wintersport geniesst in der Schweiz eine hohe Anerkennung. Besonders der alpine Skisport treibt Menschenmengen in die Berge, um sich die Skier anzuschnallen. Die Schweiz gilt als Skination, durchaus aufgrund der Lage in den Alpen. Einige dieser skibegeisterten Leute fokussieren sich auf den alpinen Skirennsport und schaffen es in den Weltcup. Den Profis gelingt es, wie auch in anderen Sportarten, durch ihr Können ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Durch die Begeisterung und die Aufmerksamkeit, die der Sport auslöst, sind fast exorbitante Geldsummen im alpinen Skirennsport verfügbar. Die Rennen mit ihren Preisgeldern und die Verdienste vom Sponsoring gehören zum Einkommen eines professionellen Skirennfahrers. Während die Preisgelder eines Rennens für jedermann einsehbar sind, sind die Verdienste vom Sponsoring nicht offengelegt und sehr intransparent. Darum folgen nur Angaben in Bezug auf Preisgelder.
Die Frauen, denen es gelang, sich im Weltcup zu etablieren, verdienen gutes Geld durchs Skifahren. Die absolute Topverdienerin dieser durch das Coronavirus verkürzten Saison 19/20 ist Michaela Shiffrin. Sie verdiente, laut dem FIS Price Money Standing, durch ihre Preisgelder, die sie herausgefahren hat, total 391'322,30 Franken. Somit ist sie die am höchsten dotierte Athletin im gesamten Weltcup und stellt sogar die Verdienste der Männer in den Schatten. Hinter der Amerikanerin folgt die Italienerin Frederica Brignione. Auch ihr gelang es, die Topverdiener unter den Männern hinter sich zu lassen, und allein durch die Rennprämien 368'150 Franken zu verdienen. Um diese hohen Geldsummen zu verdienen, braucht es die Rennen, welche das Preisgeld ausschütten. Das höchst dotierte Rennen im Frauen Weltcup ist der Nachtslalom von Flachau. Bei diesem Rennen winkten der diesjährigen Siegerin 63'930,75 Franken und insgesamt wurden 157'861,50 Franken ausgeschüttet. Zudem darf sich die Siegerin «Snow Space Princess 2020» nennen. Dies ist ein Ehrentitel, der in Flachau vergeben wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für die Themenwahl und bedankt sich bei den beteiligten Interviewpartnern sowie seiner Betreuungsperson.
2 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik von Gender Equality und Gender Pay Gap im alpinen Skirennsport ein und definiert die Forschungsfrage.
3 Hypothesen: Es werden zwei zentrale Hypothesen aufgestellt, die sich mit der Lohndifferenz bei Preisgeldern und Sponsoring sowie der Unwahrscheinlichkeit eines Frauenstarts im Männer-Weltcup beschäftigen.
4 Definitionen: Klärung der zentralen Fachbegriffe „Geschlechterungleichheit / Gender Inequality“ und „Gender Pay Gap“ zur Vermeidung von Missverständnissen.
5 Vergleich mit anderen Sportarten: Einblick in die Situation im Fussball, Tennis und Surfen, um den Status des Skisports im Gender-Equality-Kontext einzuordnen.
6 Gender Inequality: Theoretische Auseinandersetzung mit dem globalen Problem der Ungleichbehandlung, untermauert durch UN-Daten und den Gender Inequality Index.
7 Gender Pay Gap (Lohnungleichheit): Analyse der Lohnlücke, ihrer Ursachen und der Konzepte „Gläserne Decke“ und „Equal Pay Day“.
8 Verdienste von Männern und Frauen im alpinen Skirennsport: Konkrete Untersuchung der Preisgelder in der Saison 2019/2020 bei Männern und Frauen im Weltcup.
9 Methodischer Teil: Vorstellung der angewandten Methoden, darunter Mindmapping, Literaturrecherche und Experteninterviews.
10 Ergebnisse: Präsentation der gewonnenen Erkenntnisse aus den Interviews mit Athleten, Managern und SwissSki-Kaderpersonen.
11 Diskussion der Ergebnisse: Interpretation der Studienergebnisse in Bezug auf die aufgestellten Hypothesen.
12 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Geschlechtergerechtigkeit im Skisport und Fazit zur zukünftigen Entwicklung.
13 Schlusswort: Persönliches Resümee des Autors über den Lernprozess und die Erfahrungen während der Maturaarbeit.
Schlüsselwörter
Gender Equality, Gender Pay Gap, Alpiner Skirennsport, Weltcup, Preisgelder, Sponsoring, Lohngleichheit, SwissSki, Athleten, Interview, Geschlechtergerechtigkeit, Sportökonomie, Performance pays, Karriere, Leistungsprinzip
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Maturaarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau im alpinen Skirennsport der Schweiz, insbesondere im Hinblick auf finanzielle Aspekte und sportliche Teilhabe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Bereiche Gender Equality, den Gender Pay Gap bei Prämien und Sponsoring sowie die Möglichkeiten und Grenzen einer geschlechterübergreifenden Integration im Weltcup.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei Preisgeldern und Sponsoring zu untersuchen und zu eruieren, ob ein Start von Frauen im Männer-Weltcup in der Zukunft wahrscheinlich ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor kombinierte eine Literaturrecherche zu den Grundlagen mit einer empirischen Datenerhebung durch Experteninterviews mit Athleten, Managern und SwissSki-Funktionären.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben theoretischen Grundlagen die tatsächlichen Preisgelder analysiert und die Ergebnisse der Experteninterviews detailliert ausgewertet, um die Hypothesen zu überprüfen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Gender Equality, Gender Pay Gap, Alpiner Skirennsport, Preisgelder, Sponsoring, SwissSki und das Leistungsprinzip.
Welche Rolle spielt die „Sponsorenhierarchie“ laut den Ergebnissen?
Die Sponsorenhierarchie beschreibt die Staffelung der Einnahmen von Athleten, wobei Kopfsponsoren an der Spitze stehen, gefolgt von Ausrüstern, Drittsponsoren und Partnern.
Was ist die Erkenntnis bezüglich der Preisgelder im Vergleich zum Sponsoring?
Während bei Preisgeldern aufgrund von FIS-Regelungen Transparenz und weitgehende Gleichberechtigung herrschen, ist der Sponsoringbereich durch hohe Intransparenz und ein starkes Leistungsprinzip geprägt.
Warum wird ein Start von Frauen im Männer-Weltcup als unwahrscheinlich bewertet?
Die Experten sind sich einig, dass körperliche Unterschiede und die Gefahr einer Entwertung oder Demütigung der Geschlechter gegen eine Fusion sprechen; der Fokus liegt stattdessen auf dem bewährten Teamevent.
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- Anonym (Autor:in), 2020, Disparität zwischen Mann und Frau im alpinen Skirennsport der Schweiz. Eine qualitative Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006835