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Zur Authentifizierung von Kunstwerken. Die Flora-Büste im Berliner Bode-Museum

Titel: Zur Authentifizierung von Kunstwerken. Die Flora-Büste im Berliner Bode-Museum

Masterarbeit , 2018 , 67 Seiten , Note: 1,1

Autor:in: Lisa Wossal (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird der Prozess der Authentifizierung eines Kunstwerkes beleuchtet und dabei die Bedeutung und die Fehlerquellen der Kunstkennerschaft zum einen und der naturwissenschaftlichen Untersuchungen zum anderen thematisiert. Der Einschätzung und Interpretation von sowohl naturwissenschaftlichen als auch kunstwissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen fällt immer auch eine subjektive Tendenz anheim. Ob und wie solche Tendenzen in der Beurteilung der Flora-Büste eine Rolle gespielt haben und heute noch spielen, wird im weiteren Verlauf der Arbeit geklärt.

Die Untersuchung und Authentifizierung von Kunstwerken stützt sich im Allgemeinen auf drei Säulen: die Provenienzforschung, die Stilanalyse und naturwissenschaftliche Untersuchungen. Diese drei sollten im besten Fall zusammenarbeiten und ineinandergreifen. In welcher Gewichtung den Gebieten jedoch Bedeutung und Entscheidungskraft zugesprochen wird, darin gehen die Meinungen auseinander.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Wachsbüste einer Flora im Berliner Bode-Museum

2. Forschungsfrage

2.1. Warum ist die Authentifizierung eines Kunstwerkes überhaupt relevant?

2.2. Das Beispiel der Flora-Büste

3. Provenienz der Flora-Büste

4. Zuschreibungen der Büste durch vergleichende Stilanalyse

4.1. Vergleich mit Flora-Gemälden aus Leonardos Umkreis

4.2. Vergleich mit Gemälden Leonardo da Vincis

5. Zuschreibungen der Büste durch naturwissenschaftliche Untersuchungen

5.1. Naturwissenschaftliche Untersuchungen der Flora-Büste 1909-1911

5.1.1. Röntgen-Aufnahmen

5.1.2. Öffnung der Büste

5.1.3. Photogrammatischer Befund

5.1.3. Untersuchungen der Farben der Büste

5.1.4. Untersuchungen des Wachses

5.2. Naturwissenschaftliche Untersuchungen der Flora-Büste nach 1911

5.2.1 Radiocarbonmethode

5.2.2. Untersuchungen des Wachses

6. Subjektivität in der Bewertung von Forschungsergebnissen

6.1. Subjektivität in der Kunstkennerschaft

6.2. Subjektivität bei naturwissenschaftlichen Untersuchungen

7. Weitere Flora-Büsten?

8. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Authentifizierungsprozess von Kunstwerken am Beispiel der berühmten Flora-Büste im Berliner Bode-Museum, wobei die Wechselwirkung zwischen kunsthistorischer Stilanalyse und naturwissenschaftlicher Materialuntersuchung kritisch beleuchtet wird.

  • Provenienzforschung und historische Zuschreibungsdebatten
  • Vergleichende Stilanalyse der Flora-Büste mit leonardesken Werken
  • Naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden (Röntgen, Radiocarbon, chemische Analysen)
  • Die Rolle von Subjektivität in der Kunstkennerschaft
  • Herausforderungen der interdisziplinären Zusammenarbeit bei der Authentifizierung

Auszug aus dem Buch

1. Die Wachsbüste einer Flora im Berliner Bode-Museum

In einem Raum des Berliner Bode-Museums steht hinter geschlossenen Türen und damit von den meisten Besuchern unentdeckt die Wachsbüste einer Flora. Im selben Raum finden sich Bronze- und Marmorskulpturen aus dem 19. Jahrhundert, hölzerne Chorgestühle des 15. Jahrhunderts, Kruzifixe, Tonplastiken, ein marmornes Sakramentshäuschen und weitere Werke verschiedenster Epochen. In dieser Zusammenstellung wirkt der Raum leicht ungeordnet, den Werken gemein ist lediglich eine ehemals falsche oder noch ungeklärte Zuordnung zu einem Künstler und/oder einer bestimmten Zeit. Die Wachsbüste, an einem unscheinbaren Platz direkt neben der Tür aufgestellt, sieht man insofern nicht sofort etwas an über ihre bewegte Geschichte, über die Diskussionen, die ihre Herkunft auslöste, über die unzähligen Zeitungsartikel, Witze und Karikaturen, die vor über 100 Jahren über sie veröffentlicht worden. Lediglich eine Beschriftung gibt eine knappe Information über die vermutliche Herkunft.

Wilhelm Bode, damals Generaldirektor der Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin, erwarb diese Wachsbüste in Gestalt einer Flora im Frühsommer 1909 in England bei dem Londoner Antiquar Murray Marks [Abb. 1]. Sie war etwa lebensgroß, zeigte eine nur durch ein Tuch bedeckte nackte weibliche Figur und sollte über die ersten Jahre noch für viel Aufruhr sorgen. Einige Monate zuvor gab es zwischen Antikhändler und Bode bereits einen Briefwechsel, der unter anderem die Büste betraf. Noch vor ihrem Verkauf nach Berlin wurde sie im Mai 1909 zum ersten Mal öffentlich im englischen Burlington Magazine abgebildet [Abb. 2] und als Werk mit leonardeskem Typus beschrieben. Die Bilder erschienen dort im Zusammenhang mit verschiedenen Flora-Gemälden, die dem Umkreis und Schülern von Leonardo da Vinci zugeordnet wurden. Daraufhin beschaute der Kunsthistoriker Max J. Friedländer die Büste vor Ort und riet Bode zum Kauf, da sie im Original einen noch viel bedeutenderen Eindruck mache.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Wachsbüste einer Flora im Berliner Bode-Museum: Dieses Kapitel führt in das Objekt ein, beschreibt dessen Standort im Bode-Museum und beleuchtet die Erwerbung durch Wilhelm Bode im Jahr 1909.

2. Forschungsfrage: Hier wird der theoretische Rahmen der Authentifizierung umrissen und die Zielsetzung der Untersuchung dargelegt, die auf drei Säulen beruht: Provenienz, Stilanalyse und Naturwissenschaft.

3. Provenienz der Flora-Büste: Dieses Kapitel rekonstruiert die Eigentümergeschichte des Werkes von den ersten Nachweisen um 1860 bis hin zum Ankauf für die Berliner Museen.

4. Zuschreibungen der Büste durch vergleichende Stilanalyse: Fokus liegt auf den Versuchen, die Büste stilistisch Leonardo da Vinci oder seinem direkten Umkreis zuzuordnen, inklusive Vergleichen mit bekannten Gemälden.

5. Zuschreibungen der Büste durch naturwissenschaftliche Untersuchungen: Dieses umfangreiche Kapitel dokumentiert die verschiedenen chemischen und physikalischen Analysen des Wachses und der Farben von 1909 bis in die 1980er Jahre.

6. Subjektivität in der Bewertung von Forschungsergebnissen: Analyse des Einflusses von Kennerurteil, Zeitgeist und Machtstrukturen auf die Interpretation vermeintlich objektiver Untersuchungsergebnisse.

7. Weitere Flora-Büsten?: Untersuchung von anderen ähnlichen Wachsobjekten, die im Zusammenhang mit der Berliner Flora und dem Bildhauer Richard Cockle Lucas auftauchten.

8. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Problematik, dass trotz intensiver interdisziplinärer Forschung eine endgültige Authentifizierung der Büste weiterhin nicht abschließend möglich ist.

Schlüsselwörter

Flora-Büste, Wilhelm Bode, Leonardo da Vinci, Richard Cockle Lucas, Authentifizierung, Kunstkennerschaft, Stilanalyse, Provenienzforschung, Naturwissenschaftliche Untersuchung, Radiocarbonmethode, Bode-Museum, Wachsskulptur, Fälschungsdebatte, Interdisziplinarität, Subjektivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der komplexen und langjährigen Debatte um die Authentizität und Herkunft der im Berliner Bode-Museum ausgestellten Wachsbüste einer Flora.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Provenienz, die kunsthistorische Stilanalyse im Vergleich zu Gemälden von Leonardo da Vinci sowie die Rolle der Naturwissenschaften bei der Bestimmung des Alters des Objekts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Prozess der Authentifizierung und die damit verbundenen methodischen Herausforderungen sowie die Fehlerquellen der Kunstkennerschaft kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der kunsthistorische Dokumentenanalyse mit einer chronologischen Betrachtung der verschiedenen naturwissenschaftlichen Untersuchungsverfahren (Röntgen, Radiocarbon, chemische Analysen) kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Provenienz, die detaillierte Analyse der Stilvergleiche sowie die chronologische Dokumentation der naturwissenschaftlichen Forschungsergebnisse von 1909 bis in die 1980er Jahre.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Authentifizierung, Flora-Büste, Wilhelm Bode, interdisziplinäre Untersuchung, Stilanalyse und die Problematik der Fälschungsdebatte geprägt.

Welche Rolle spielte Wilhelm Bode bei der Etablierung der Flora-Büste?

Wilhelm Bode war als Generaldirektor maßgeblich für den Erwerb verantwortlich und ein prominenter Verfechter der Zuschreibung an Leonardo da Vinci, was ihn in den Mittelpunkt der zeitgenössischen Kontroversen rückte.

Warum konnte die Authentizität der Büste nie abschließend geklärt werden?

Trotz vielfältiger Methoden führten die Untersuchungsergebnisse oft zu widersprüchlichen Interpretationen, da die verwendeten Materialien (Wachs) und die Bearbeitungsspuren sowohl für als auch gegen verschiedene Epochen angeführt werden konnten.

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur Authentifizierung von Kunstwerken. Die Flora-Büste im Berliner Bode-Museum
Hochschule
Universität Leipzig  (Kunstgeschichte)
Note
1,1
Autor
Lisa Wossal (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
67
Katalognummer
V1006837
ISBN (eBook)
9783346393241
ISBN (Buch)
9783346393258
Sprache
Deutsch
Schlagworte
authentifizierung kunstwerken flora-büste berliner bode-museum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Wossal (Autor:in), 2018, Zur Authentifizierung von Kunstwerken. Die Flora-Büste im Berliner Bode-Museum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006837
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Leseprobe aus  67  Seiten
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