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Wiederholungen im Gespräch

Welche Funktion hat die Rezeption von Allorepetition und Selbstrepetition in Gesprächen?

Titel: Wiederholungen im Gespräch

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lena Morgenstern (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das häufige Auftreten von Wiederholungen in Gesprächen wirft die Frage auf, inwiefern das Wiederholen von eigenen Aussagen, aber auch das Wiederholen anderer Gesprächsteilnehmer für den Gesprächsverlauf relevant ist. Repetitionen eröffnen ein breitgefächertes Spektrum an Funktionen, weshalb eine empirische Betrachtung von Gesprächen in Hinsicht auf Selbstrepetition und Allorepetition und deren Funktion interessant ist. Wichtig ist hierbei die Reaktion der Rezipienten auf die Repetitionen, welche maßgeblich relevant für den weiteren Gesprächsverlauf sind.

In der Arbeit sollen die Repetitionen, die nur wenig abweichende, verbale Veränderungen aufweisen, behandelt werden. Beispiele, die die These unterstützen sollen, werden aus dem Korpus der Datensammlung der Reality-TV-Show „Big-Brother“ entnommen.

Die Repetition in der gesprochenen Sprache ist ein wichtiger Bestandteil der Interaktion zwischen Menschen. Schon beim Erlernen einer Sprache im frühen Kindesalter spielen Wiederholungen eine große Rolle. Kinder lernen durch das Wiederholen von ihnen gestellten Fragen in Form von Antworten mit veränderten deiktischen Elementen, wie sie in vollständigen Sätzen antworten können. Wiederholungen kreieren durch leicht variierte Formen einer vorangegangenen Aussage neue Bedeutungen, was die Repetition zu einer wichtigen Ressource für die Entwicklung von Sprache macht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsaufsätze

2.a. Giovanni Rossi: Other-repetition in conversation across languages: Bringing prosody into pragmatic typology, in: Cambridge University Press, veröffentlicht: 06.07.2020.

2.b. Elizabeth Couper-Kuhlen: The prosody of repetition: on quoting and mimicry, in: Prosody in Conversation. Interactional Studies, hrsg. V. Elizabeth Couper-Kuhlen/Margaret Selting, Cambridge 1996, S.366 – 405.

2.c. Zwischenfazit der Forschungsaufsätze

3. Eingrenzung der behandelten Fälle

4. Gesprächsanalyse

4.a. Selbstrepetition

4.b. Allorepetition

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktionen von Selbstrepetitionen und Allorepetitionen in der gesprochenen Sprache und stellt dabei die Frage, inwiefern die Intention des Sprechers bei einer Wiederholung mit der Reaktion und Interpretation der Rezipienten übereinstimmt und wie dies den weiteren Gesprächsverlauf maßgeblich beeinflusst.

  • Untersuchung von Selbstrepetitionen als kognitive und funktionale Ressource.
  • Analyse der prosodischen Aspekte von Allorepetitionen nach Rossi und Couper-Kuhlen.
  • Kontrastierung von Sprecherintention und Empfängerinterpretation.
  • Empirische Gesprächsanalyse anhand von Beispielen aus dem Reality-TV-Korpus "Big Brother".
  • Bedeutung der Rezeption für die Gestaltung und Dominanz im Gesprächsverlauf.

Auszug aus dem Buch

a. Selbstrepetition

Ein oft betrachtetes Phänomen in der Interaktion zwischen Menschen ist die Selbstrepetition. Die Funktion einer Selbstrepetition kann kognitive, aber auch funktionale Gründe haben. Oftmals fällt es uns leichter, Satzstrukturen sowie Wörter zu wiederholen, um den kognitiven Aufwand während der Planung der nächsten Äußerung zu reduzieren. Das sichert dem Sprecher gleichzeitig das Rederecht, wodurch die Rollen des Sprechers und des Rezipienten klar geregelt sind. Auch für den Rezipienten ist der kognitive Aufwand beim Zuhören reduziert, wodurch es ihm leichter fällt, im Gespräch in der Rolle als Zuhörer zu agieren.

Viel wichtiger sind aber die funktionalen Gründe einer Selbstrepetition. Häufige Selbstwiederholungen führen zu Kohäsion und Kohärenz in Gesprächen, was Gespräche verständlicher macht. Selbstwiederholungen können aber auch als Pause dienen, um die nächste Äußerung zu planen oder sie wirken durch eine Wiederholung selbstironisch. Die Intention einer Selbstrepetition ist hierbei oftmals anders als die Rezeption.

Diese Wichtigkeit der Abweichung von Intention und Rezeption einer Selbstrepetition soll nun anhand von Beispielen aus „Big Brother“ deutlich gemacht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Repetitionen als wichtige Ressource für die Sprachentwicklung und als zentrales Element der Pragmatik ein, wobei die Relevanz der Rezipientenreaktion für den Gesprächsverlauf hervorgehoben wird.

2. Forschungsaufsätze: Dieses Kapitel erläutert die Ansätze von Giovanni Rossi und Elizabeth Couper-Kuhlen hinsichtlich der prosodischen Merkmale von Allorepetitionen und deren funktionale Einordnung in natürlichen Konversationen.

3. Eingrenzung der behandelten Fälle: Hier wird der Fokus auf die Analyse leicht modifizierter Repetitionen gelegt, wobei als Datenbasis das Korpus der Reality-TV-Show "Big Brother" gewählt wurde, um realitätsnahe Gesprächsbeispiele zu erhalten.

4. Gesprächsanalyse: In diesem Hauptteil erfolgt die detaillierte empirische Untersuchung von Selbstrepetitionen und Allorepetitionen anhand ausgewählter Transkripte, wobei insbesondere das Auseinanderklaffen von Sprecherabsicht und Hörerinterpretation analysiert wird.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die rein funktionale Betrachtung von Repetitionen nicht ausreicht und betont stattdessen die zentrale Rolle der Rezeption durch andere Gesprächsteilnehmer für die Steuerung der Interaktion.

Schlüsselwörter

Repetition, Selbstrepetition, Allorepetition, Pragmatik, Prosodie, Gesprächsanalyse, Intention, Rezeption, Interaktion, Kohärenz, Kohäsion, Big Brother, Sprecherrolle, Gesprächsverlauf, Sprechmelodie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen von Wiederholungen, sogenannten Repetitionen, im alltäglichen Sprachgebrauch und untersucht deren Funktion im interaktionalen Kontext.

Welche zwei Arten von Wiederholungen werden schwerpunktmäßig analysiert?

Untersucht werden einerseits Selbstrepetitionen (Wiederholung eigener Aussagen) und andererseits Allorepetitionen (Wiederholung der Aussagen anderer Gesprächsteilnehmer).

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, herauszufinden, inwiefern eine Diskrepanz zwischen der Intention des Sprechers und der Interpretation durch den Rezipienten besteht und welchen Einfluss diese auf den weiteren Verlauf der Kommunikation nimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt die Methode der Gesprächsanalyse, bei der sie Transkripte aus einem natürlichen Korpus (Reality-TV-Show "Big Brother") untersucht, um die Funktionen von Repetitionen in realen Interaktionen zu veranschaulichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Forschungsliteratur (Rossi, Couper-Kuhlen) sowie eine detaillierte empirische Analyse verschiedener Transkriptausschnitte, in denen Selbstrepetitionen und Allorepetitionen in konkreten Gesprächssituationen auftreten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den zentralen Begriffen zählen Pragmatik, prosodische Merkmale (wie Pitch/Intonation), Gesprächskohärenz, Sprecherintention und die Reaktion der Rezipienten.

Warum spielt das Reality-TV-Format "Big Brother" eine Rolle für die Analyse?

Das Korpus dient als Quelle für möglichst realitätsnahe und authentische Gesprächsdaten, die es erlauben, Repetitionen in ihrem natürlichen sozialen Kontext zu untersuchen.

Welche Erkenntnis gewinnt die Autorin über die Prosodie bei Allorepetitionen?

Die Autorin bestätigt die These aus der Forschung, dass prosodische Merkmale wie ein hoher Pitch häufig Unsicherheit signalisieren oder ironisch-imitierende Funktionen erfüllen können.

Warum ist die Reaktion des Gegenübers für die Autorin wichtiger als die Intention?

Die Analyse zeigt, dass die ursprüngliche Intention des Sprechers oft scheitert oder durch die (Nicht-)Reaktion der Zuhörer überschrieben wird, wodurch die Interpretation der Rezipienten maßgeblich bestimmt, wie das Gespräch fortgesetzt wird.

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Details

Titel
Wiederholungen im Gespräch
Untertitel
Welche Funktion hat die Rezeption von Allorepetition und Selbstrepetition in Gesprächen?
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1,3
Autor
Lena Morgenstern (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V1006895
ISBN (eBook)
9783346390424
ISBN (Buch)
9783346390431
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hausarbeit Linguistik Wiederholungen repetitionen allo-repetition selbstrepetition
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lena Morgenstern (Autor:in), 2020, Wiederholungen im Gespräch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006895
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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