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Essay zur Hermeneutik der Literaturwissenschaften Peter Szondis

Title: Essay zur Hermeneutik der Literaturwissenschaften Peter Szondis

Essay , 2021 , 7 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lena Morgenstern (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Während die Hermeneutik in der Theologie und in der Juristik eine gängige Methode zum Verstehen von Sinnzusammenhängen ist, gibt es laut Peter Szondi gegenwärtig im deutschsprachigen Raum kaum eine literarische Hermeneutik. Stattdessen ist das Prinzip der Werkimmanenz verbreitet, bei der sich die Interpretation von Texten nur auf den Text selbst bezieht und andere Kontexte dabei außer Acht gelassen werden. Dies ist auch das Prinzip, das an deutschsprachigen Schulen bevorzugt wird, weshalb Schülerinnen und Schüler nicht lernen, einen Text hinsichtlich seiner Entstehungsgeschichte und dem außertextlichen Kontext zu untersuchen. Dabei ist genau das wichtig, um die Texte wirklich zu verstehen.

Doch wieso gibt es im deutschsprachigen Raum kein hermeneutisches Bewusstsein in Bezug auf die Literaturwissenschaften? Dies erörtert Peter Szondi in seinem Traktat über die philologische Erkenntnis. Mit einem Blick auf die englische Tradition des "literary criticism" und der französischen "critique" soll gezeigt werden, welche Perspektiven sich damit auch dem deutschsprachigen Raum bei der gelehrten Beschäftigung mit Literatur eröffnen.

Im Folgenden sollen nun zuerst die Gründe für das Fehlen der philologischen Hermeneutik im deutschsprachigen Raum genauer analysiert werden und in Bezug darauf der eigentliche Umgang mit literaturwissenschaftlichen Texten erläutert werden. Diese Divergenz soll dann hinsichtlich des angelsächsischen und französischen Bewusstseins für die literaturwissenschaftliche Hermeneutik aufgelöst werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse der Gründe für das Fehlen der philologischen Hermeneutik

2.1 Das Selbstverständnis der Literaturwissenschaften

2.2 Die Problematik der philologischen Erkenntnis

2.3 Autorenorientierung bei der Analyse von Texten

2.4 Vergleich der Literaturwissenschaft mit anderen Wissenschaften

3. Perspektiven aus der angelsächsischen und französischen Tradition

3.1 Erkenntnisprozess und hermeneutischer Zirkel

3.2 Wissenschaftlichkeit und Geisteswissenschaften

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Defizit einer philologischen Hermeneutik im deutschsprachigen Raum und hinterfragt das gängige Selbstverständnis der Literaturwissenschaft. Ziel ist es, durch den Vergleich mit der englischen Tradition des „literary criticism“ und der französischen „critique“ aufzuzeigen, wie eine stärker philosophisch und hermeneutisch orientierte Methodik die literaturwissenschaftliche Praxis bereichern kann.

  • Kritik am Positivismus und der Tatsachenforschung in der Literaturwissenschaft
  • Bedeutung des hermeneutischen Zirkels für den Erkenntnisprozess
  • Notwendigkeit einer Abgrenzung der Literaturwissenschaft von naturwissenschaftlichen Beweismethoden
  • Synthese aus werkimmanenter Analyse und historischem Kontext
  • Reflektion über die Rolle der Hermeneutik als zentrales Werkzeug der Geisteswissenschaften

Auszug aus dem Buch

Die Problematik der philologischen Erkenntnis im deutschsprachigen Raum

Peter Szondi führt für das Fehlen der philologischen Hermeneutik zwei Gründe an. Zum einen kritisiert er das Selbstverständnis der Literaturwissenschaften und zum anderen wird die Problematik der philologischen Erkenntnis im deutschsprachigen Raum kaum beachtet. Ein Problem, welches sich hieraus ergibt, ist die Definition des Begriffes der Forschung. Im ursprünglichen Sinn bezeichnet die Forschung das „Fragen und Suchen“ nach einem Gegenstand. Während das Fragen die eigentliche Erkenntnis ist, liegt der Fokus im deutschsprachigen Raum auf dem Suchen, was für die Forscher bedeutet, dass etwas bereits existiert und nur gefunden werden muss. Vernachlässigt wird somit die spekulative Methode des Fragens, durch die sich neue Erkenntnisse ergeben können.

Hierfür führt Szondi wissenschaftsgeschichtliche Gründe an. Durch den Positivismus als dominierende Richtung in der Philosophie des 19. Jahrhunderts, wird der Fokus auf Tatsachenforschung gelegt, wodurch die spekulative Erkenntnis in den Hintergrund rückt. Dabei ist genau diese Spekulation wichtig, um andere Problemstellungen und Lösungsansätze entwickeln zu können. Vor allem in Bezug auf das Verständnis von literaturwissenschaftlichen Texten lässt sich die spekulative Subjektivität kaum von der Objektivität und der Fokussierung auf Fakten trennen. Allein die Auswahl des Materials, das für die eigene Analyse wichtig erscheint, ist eine subjektive Interpretation. Ohne diese Erkenntnis kann kein Fortschritt erzielt werden. Dabei sollten das Wissen und die Erkenntnis perpetuierend sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Fehlens einer literarischen Hermeneutik im deutschsprachigen Raum ein und stellt Peter Szondis Ansatz zur Diskussion.

2. Analyse der Gründe für das Fehlen der philologischen Hermeneutik: Hier werden die wissenschaftsgeschichtlichen und methodischen Ursachen für die Vernachlässigung der Hermeneutik beleuchtet, insbesondere durch den Einfluss des Positivismus.

3. Perspektiven aus der angelsächsischen und französischen Tradition: Dieses Kapitel nutzt Vergleiche mit dem „literary criticism“ und der „critique“, um alternative Herangehensweisen für die Literaturwissenschaft zu skizzieren.

4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Hermeneutik als unverzichtbares Werkzeug für das Verständnis von Literatur und für die Selbstreflexion des eigenen Denkens wieder stärker integriert werden muss.

Schlüsselwörter

Hermeneutik, Literaturwissenschaft, Peter Szondi, philologische Erkenntnis, literary criticism, critique, Positivismus, hermeneutischer Zirkel, Geisteswissenschaften, werkimmanente Interpretation, Erkenntnisprozess, Kunstwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, warum sich im deutschsprachigen Raum kaum eine philologische Hermeneutik etablieren konnte und welche Folgen dies für die Literaturwissenschaft hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Kritik am positivistischen Wissenschaftsverständnis, der Rolle der Autorschaft, dem hermeneutischen Zirkel und dem Vergleich zu angelsächsischen und französischen Literaturtraditionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für die methodischen Defizite der hiesigen Literaturwissenschaft zu schaffen und eine Rückbesinnung auf hermeneutische und philosophische Denkweisen anzuregen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf die theoretischen Ausführungen von Peter Szondi, insbesondere dessen „Traktat über philologische Erkenntnis“, sowie auf einen komparatistischen Vergleich mit internationalen Forschungsansätzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil untersucht die Gründe für das Fehlen der Hermeneutik, die Problematik der naturwissenschaftlichen Methodik in den Geisteswissenschaften sowie die notwendige Synthese von historischem Kontext und Textanalyse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hermeneutik, philologische Erkenntnis, Positivismus, Literaturwissenschaft als Kunstwissenschaft und der hermeneutische Zirkel.

Warum wird die naturwissenschaftliche Beweisführung in der Literaturwissenschaft kritisiert?

Die Autorin argumentiert, dass die Übertragung naturwissenschaftlicher Faktenforschung auf Kunstwerke deren Individualität verkennt und den dynamischen Prozess des Verstehens behindert.

Inwiefern spielt der hermeneutische Zirkel eine Rolle für das Verständnis?

Der hermeneutische Zirkel verdeutlicht, dass Verständnis kein linearer Prozess ist, sondern ein sich wechselseitig bedingendes Verhältnis zwischen Fakten und der Interpretation des Einzelnen.

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Details

Title
Essay zur Hermeneutik der Literaturwissenschaften Peter Szondis
College
University of Freiburg
Grade
1,0
Author
Lena Morgenstern (Author)
Publication Year
2021
Pages
7
Catalog Number
V1006905
ISBN (eBook)
9783346394194
Language
German
Tags
Essay Hermeneutik Literatur Peter Szondi
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Morgenstern (Author), 2021, Essay zur Hermeneutik der Literaturwissenschaften Peter Szondis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006905
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