Was ist das Rittertum? Ein Versuch zur Definition des Begriffes "Rittertum"


Seminararbeit, 2001

14 Seiten, Note: 1-


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Was soll gemacht werden
1.2. Forschungsstand

2. Die begriffliche Entwicklung von miles

3. Komponenten der Entwicklung
3.1. Die militärische Komponente
3.2. Die gesellschaftliche Komponente
3.3. Die kirchliche Komponente

4. Resümee

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Was soll gemacht werden

Ritter – Rittertum? Was sind Ritter? Woher kamen sie? Wie bildete sich das Rittertum und wie entwickelte es sich?

Das sind die allgemeinen Fragen, die den Anstoß für die vorliegende Arbeit gaben. Ausgehend vom aktuellen Forschungsstand soll versucht werden, eine Begriffsdefinition für das Rittertum zu finden. Als erstes wird die allgemeine Entwicklung des Rittertums anhand des Begriffes und der Begriffsentwicklung des Wortes miles beschrieben. Mit dieser Begriffsentwicklung wird versucht, eine Aufteilung des Begriffes “Rittertum” in mehrere Teilaspekte zu schaffen, welche anschließend untersucht werden. Diese untersuchten Teilaspekte sollen dann im Resümee zu einer, wenn möglich, genauen Definition des Begriffes “Rittertum” führen.

1.2. Forschungsstand

Aufgrund der unterschiedlichen, ja gegensätzlichen Ansätze und Ergebnisse der, um Aufklärung bemühten, verschiedenen Disziplinen ergibt sich in der Geschichtsforschung mehr eine vage Umschreibung als eine genaue Definition für das Rittertum.[1] So wurde das Ritterbild der Romantik unversehrt in die Kulturgeschichte hinübergerettet, ohne das es anhand der Quellen eine Überprüfung erfahren hat.[2] In den letzten zwei Jahrzehnten trat in der historischen Forschung eine Wende um das Phänomen Rittertum ein. Man setzte sich in der Germanistik und in der Geschichtswissenschaft intensiver mit dem Entstehungs-, Kultur- und Ausgestaltungsprozeß auseinander und pendelte sich auf eine distanzierte und differenzierte Betrachtungsweise ein.[3]

Innerhalb der Forschung gibt es vielfältige und unterschiedliche Quellengruppen. Die meist verwendeten sind:

1. die mittelalterlichen höfischen Romane
2. die Abhandlungen der großen Kirchenmänner über Politik, Regierungskunst und die rechte Ordnung der christlichen Gesellschaft
3. die überlieferten theoretischen Abhandlungen über das Ritterwesen, welche von Romanliteratur und Kirche beeinflußt sind, aber dennoch einer eigenen Tradition unterliegen.[4]

In der gesamten, von mir gelesenen und verwendeten Literatur, gibt es aber keine genaue Definition darüber, was das Rittertum eigentlich war. Das liegt einerseits daran, daß die Abstrakta von dem Begriff “Ritter” nicht leicht zu fassen sind, da Ritterschaft, Ritter und Rittertum im Mittelalter in verschiedenen Bedeutungen gebraucht wurden[5] und zum anderen daran, daß das Rittertum auf der Basis des deutschen Wortschatzes nicht zureichend erfaßt werden kann, da das Rittertum eine gesamteuropäische Erscheinung war und somit der überwiegende Teil der Quellen in lateinischer Schrift vorliegt.[6]

Da der Begriff Ritter im lateinischen gewöhnlich mit miles übersetzt wird, miles aber erst allmählich die Bedeutung Ritter angenommen hat, läßt sich mit dem Begriff miles und seiner Entwicklung eine Brücke zur Entstehung und Entwicklung des Rittertums schlagen.[7]

2. Die begriffliche Entwicklung von miles

Die Entwicklung des Rittertums, mit dem Ausgangspunkt Frankreich[8], läßt sich sehr anschaulich an der Entwicklung des lateinischen Begriffes miles verdeutlichen, da miles erst ganz allmählich die Bedeutung Ritter angenommen hat.[9] Seine Grundbedeutung ist Krieger, doch wird diese Bedeutung im Laufe der Zeit sublimiert. So können wir von einer Entwicklung vom Krieger zum Ritter sprechen. Diese Entwicklung zeigt sich im Wechsel der Synonyme für miles. So ein Synonym ist zum Beispiel vasallus, welches im 10. Jahrhundert auftaucht. D.h. miles hat zwei Komponenten des Sinngehaltes: zum einen als Krieger, zum anderen als Vasall.[10] Somit hat sich der Krieger miles zum schwerbewaffneten Reiter entwickelt, der als Vasall im Dienst eines Herren steht.

Da es in diese Zeit noch ein Volksheer gab, zeigt diese Begriffsentwicklung auch, daß es eine Trennung in der alten Kriegerschaft gegeben hat. Es gab jetzt die Gruppe der Panzerreiter, die Vasallen, die über ein Lehen verfügten, um ihren kostspieligen Dienst ausüben zu können und es gab die Gruppe der einfachen Krieger, die Bauern, die nur noch in Ausnahmen kämpfen mußten, da sie für den Ackerbau unentbehrlich waren.[11] Diese Trennung brachte auch eine soziale Trennung mit sich, da sich die Vasallen durch ihr Lehen und den damit verbunden Waffen- und Herrendienst von der Schicht der Bauern abhoben.[12]

Im 11. Jahrhundert kommt dann ein weiterer Begriff als Synonym zu miles hinzu, der Begriff des ministerialis, Dienstmann.[13]

[...]


[1] Fleckenstein, Josef: Vom Rittertum im Mittelalter. Perspektiven und Probleme. Goldbach 1997, S. 104.

[2] Bumke, Joachim: Studien zum Ritterbegriff im 12. und 13. Jahrhundert. Heidelberg 1964, S. 12f.

[3] Fleckenstein, Josef: Rittertum im Mittelalter, S. 105.

[4] Keen, Maurice: Das Rittertum. Düsseldorf 1999, S. 8ff.

[5] Ebenda, S. 8.

[6] Fleckenstein, Josef: Rittertum im Mittelalter, S. 106.

[7] Ebenda.

[8] Keen, Maurice: Das Rittertum, S. 69.

[9] Fleckenstein, Josef: Rittertum im Mittelalter, S. 106.

[10] Erkens, Franz-Reiner: Militia und Ritterschaft. Reflexionen über die Entstehung des Rittertums. In: Historische Zeitschrift. Bd. 258. München 1994, S. 628.

[11] Fleckenstein, Josef: Rittertum im Mittelalter, S. 107.

[12] Ebenda.

[13] Ebenda.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Was ist das Rittertum? Ein Versuch zur Definition des Begriffes "Rittertum"
Hochschule
Universität Rostock
Veranstaltung
Krieg und Frieden im Mittelalter
Note
1-
Autor
Jahr
2001
Seiten
14
Katalognummer
V100694
ISBN (eBook)
9783638991186
Dateigröße
357 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rittertum, Versuch, Definition, Begriffes, Rittertum, Krieg, Frieden, Mittelalter
Arbeit zitieren
René König (Autor), 2001, Was ist das Rittertum? Ein Versuch zur Definition des Begriffes "Rittertum", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100694

Kommentare

  • Gast am 12.5.2002

    Dominus.

    Die Grundzüge und Signifikanz des Rittertums bzw. der gesamteuropäischen Zweckgemeinschaft, scheint der Autor erkannt zu haben. Die Arbeit zeugt jedoch von Unselbstständigkeit und es ist unklar, ob Sachverstand oder das Vermögen, Gelesenes leicht verändert wiederzugeben, Anstoß für die Arbeit gegeben haben.
    Trotzdem Kompliment, auch wenn es an innovativen Gedanken fehlt, wird das Thema kundlich und informativ referiert.

Im eBook lesen
Titel: Was ist das Rittertum? Ein Versuch zur Definition des Begriffes "Rittertum"



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden