Entwicklung des Rittertums an der Entwicklung des Wortes "miles"


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

4 Seiten


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Thema: Das Rittertum im Mittelalter

Forschungsstand

- wie vorne weg schon gesagt, werde ich nun das Thema mit dem Forschungsstand einleiten

- das Rittertum hat in der Geschichtsforschung weniger klare Konturen als eine genaue Definition erfahren

- in den letzten beiden Jahrzehnten beschäftigte man sich aber besonders intensiv mit dem Rittertum

- durch diese intensivere Beschäftigung entstanden unterschiedliche, ja sogar gegensätzliche Ansätze und Ergebnisse in der Forschung

- so sprechen die einen davon, daß sich das Rittertum auf der Ebene des mittleren und höheren Adels formierte

- während die anderen davon ausgehen, daß sich das Rittertum aus der Schicht der nichtadligen Freien und Dienstleuten bildete

- Die Frage ist nun:

- Gab es vielleicht mehrere Wege, die zum Rittertum führten?

- Gab es unterschiedliche Erscheinungsformen des ritterlichen Seins?

- Die Quellenlage ist unterschiedlich

- In einigen Regionen gibt es sehr viele Quellen und in anderen gibt es ab dem 10. Jahrhundert überhaupt keine Quellen mehr

- innerhalb der Forschung gibt es vielfältige und unterschiedliche Quellengruppen

- die meist verwendeten sind:

- die mittelalterlichen höfischen Romane

- die Abhandlungen der großen Kirchenmänner über Politik, Regierungskunst und dir rechte Ordnung der christlichen Gesellschaft

- und die überlieferten theoretischen Abhandlungen über das Ritterwesen, welche von Romanliteratur und Kirche beeinflußt sind, aber dennoch eigener Tradition unterliegen

- in der gesamten gelesenen und verwendeten Literatur gibt es aber keine genaue Definition darüber, was eigentlich das Rittertum ist oder war

- das liegt daran, daß die Abstrakta von dem Begriff „Ritter“ nicht leicht zu fassen sind, daRitterschaft, Ritter, Rittertumim Mittelalter in verschiedenen Bedeutungen gebraucht wurde

- einmal als

- grob gesagt:

-schwerbewaffneter Reiter, dem Chevalier

- dann als Ritterschaft bzw. Orden

- weiterhin als Soziale Klasse, als einer militärischen Kaste

- oder als Sammelbegriff für bestimmte Werte

- und als Beschützer von Vaterland und Kirche

- man kann das Rittertum nicht losgelöst von der Kriegerischen Welt des ritterlichen Kämpfers zu Pferd sehen, es läßt sich aber auch nicht von der Aristokratie trennen, da die Ritter in der Regel von hoher Abkunft waren und ab der Mitte des 12. Jahrhunderts hat „Rittertum“ häufig einen ethischen und religiösen Klang

- es entzieht sich somit jeglicher Definition und läßt sich nur vage eingrenzen

- die einzig übereinstimmende in der Literatur und auch nach meiner Einschätzung abzugebene grobe Definition von Rittertum ist die, daß sich das Rittertum als ein Ethos beschreiben läßt, bei dem kriegerische, aristokratische und christliche Elemente miteinander verschmolzen sind

- um eine genaue Definition zu bekommen und ein einigermaßen geschlossen Gesamtbild zu gewinnen, das den Enstehungsprozeß des Rittertums in seinen Hauptzügen wiedergibt, muß man die Quellen in einem Modell bzw. Versuch methodisch neu zusammenfassen, um Einstimmigkeit zu erreichen und die oben genannten Differenzen wie Enstehung etc. zu erklären und zu verstehen

- ein möglicher Ansatzpunkt wäre die Untersuchung desmiles-Begriffes

Entwicklung des Rittertums

- die Entwicklung des Rittertums, mit dem Ausgangspunkt Frankreich, läßt sich wie gesagt sehr anschaulich an der Entwicklung des lateinischen Begriffesmilesveranschaulichen, damileserst ganz allmählich die BedeutungRitterangenommen hat

- seine Grundbedeutung istKrieger, doch wird seine Bedeutung im Laufe der Zeit sublimiert, d.h. der Begriff erfährt eine Entwicklung

- Diese Entwicklung zeigt sich im Wechsel der Synonyme fürmiles

- Ein Beispiel dafür ist das Synonymvasallus,welches im 9. bis 10. Jahrhundert auftaucht

- Somit hat sich also der Krieger (miles) zum schwerbewaffneten Reiter (Vasallen) entwickelt, der im Dienst eines Heeren steht

- Da es in diese Zeit noch ein Volksheer gibt, zeigt diese Begriffsentwicklung auch, daß es eine Trennung in der alten Kriegerschaft gegeben hat

- Es gibt jetzt die Gruppe der Panzerreiter, die Vasallen, die über ein Lehen verfügen, um ihren kostspieligen Dienst ausüben zu können, der

- gekennzeichnet ist durch das Unterhalten von mehreren Pferden, bessere und somit teuere Waffen, die Einführung des Steigbügels und durch die benötigte Zeit zur Übung für den Kampf

- und es gibt die Gruppe der einfachen Krieger, die Bauern, die nur noch in Ausnahmen kämpfen müssen, da sie für den Ackerbau unentbehrlich sind

- Diese militärische Trennung brachte auch eine soziale Trennung mit sich, da sich die Vasallen durch ihr Lehen und denn damit verbunden Waffen- und Herrendienst von der Schicht der Bauern emporhoben

- Hieran sieht man eindeutig, daß das Lehnswesen, also der Feudalismus, die Ritterschaft hervorgebracht hat, indem er das Kriegertum verwandelt hat und diemiliteszu einer sozialen Gruppe aus Freien und Adligen zusammenschließt

- Somit können wir von der Ritterschaft als eigenständige soziale Gruppe ausgehen

- Es handelt sich aber genaugesehen um eine Klasse im sozialen Sinn, da man z.B. als Sohn eines Ritters für gewöhnlich auch Ritter wurde, jedoch aufhörte der Gruppe der Militia anzugehören, wenn man eine andere Lebensform wählte

- Im 11. Jahrhundert kommt dann ein weiterer Begriff als Synonym zumiles hinzu, der Begriff desministerialis, Dienstmann

- D.h. der Kreis dermilitesweitet sich jetzt auch auf unfreie aus, da die Ministerialen unfreie Dienstleute aus der Grundherrschaft des Feudalherrn waren

- Dies beschränkte sich aber auf das Gebiet des deutschen Reiches

- Somit bestand diemilitiaim 12. Jahrhundert aus adlig freien und unfreien in der die ständischen Unterschiede zunächst fortwirkten

- trotzdem war diemilitiaaber eine neue soziale Gemeinschaft, welche durch den gemeinsamen Waffendienst zu Pferde entstanden ist

- diese Gemeinsamkeit geht in der Blütezeit sogar soweit, daß im 12. und 13. Jahrhundert selbst Ministerialen, obwohl sie unfreier Herkunft sind, alsmilites nobiles, als edle Ritter, bezeichnet werden

- der ritterliche Dienst gilt also ab dieser Zeit als adlige Lebensform, nimmt somit erblichen Charakter an und entwickelt sich von einer Klasse zu einer Institution

- ideell wurde die Ritterschaft durch das christliche Moment verbunden, indem sie allemiles christianus, christliche Ritter waren, da sie sich zum Kreuzzug bekannten

- die Kirche hat den unterschiedlichen Gruppen dermilitesein einheitliches Leitbild gegeben, indem sie kirchliche Riten und Ideale für den Eintritt in den Ritterstand entwickelte, was sie noch enger als eigenständige, soziale Gruppe abgrenzte

- die Begriffsgeschichte gibt die entscheidenden Hinweise auf die Entwicklung des Rittertums

Definition

- von der militärischen durch die gesellschaftliche Komponente, welche durch die kirchliche Komponente umbunden wurden entstand und entwickelte sich das Rittertum

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Details

Titel
Entwicklung des Rittertums an der Entwicklung des Wortes "miles"
Autor
Jahr
2001
Seiten
4
Katalognummer
V100695
Dateigröße
344 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ritter, Rittertum, miles, ministeriales, vasallus, Vasall
Arbeit zitieren
René König (Autor), 2001, Entwicklung des Rittertums an der Entwicklung des Wortes "miles", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100695

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