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Elterliche Drogensucht und die Entwicklung der Kinder. Eine Darstellung der Auswirkungen und Konsequenzen

Titel: Elterliche Drogensucht und die Entwicklung der Kinder. Eine Darstellung der Auswirkungen und Konsequenzen

Masterarbeit , 2021 , 79 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit handelt von den Auswirkungen einer Drogensucht von Eltern auf die Entwicklung ihrer Kinder. Es wird primär auf die Auswirkungen in Bezug auf die Bindung und die Mentalisierungsfähigkeit eingegangen.

In Deutschland leben etwa 3 Millionen Kinder, die mit mindestens einem abhängigen Elternteil aufwachsen, das bedeutet, dass etwa jedes vierte bis fünfte Kind davon betroffen ist. Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass es insgesamt um keine gesellschaftliche Randgruppe geht, sondern um eine Gruppe von Kindern, die ein erhöhtes Risiko in ihrer Entwicklung aufzeigen

Die genauen Zahlen von Kindern, die in Familien leben, in denen eine Abhängigkeit von illegalen Drogen existiert und/oder diese substituiert werden, sind nicht bekannt. Laut Schätzungen haben etwa 40 000 bis 60 000 Kinder ein Elternpaar, das illegale Drogen konsumiert. Nicht jedes Kind, das mit drogenabhängigen Eltern aufwächst, wird zwangsläufig selbst als erwachsene Person abhängig. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass hierfür ein sechsfach erhöhtes Risiko im Vergleich zu gesunden Eltern besteht.

Des Weiteren wird vermutet, dass eine unsichere Bindung ein Risikofaktor für eine Abhängigkeit ist. Das heißt nicht, dass der Drogenmissbrauch immer auf eine instabile Beziehung in der Kindheit zurückzuführen ist oder dass Kinder mit einer sicheren Bindung in keine Drogenabhängigkeit verfallen können. Jedoch wurde festgestellt, dass eine intakte Beziehung zu etwa einem Drittel eine niedrigere Gefährdung für eine Abhängigkeit darstellt.

Hieran zeigt sich, dass ein Großteil der Schülerinnen und Schüler (SuS) mit Förderbedarf ein desorganisiertes Bindungsmuster aufweist. Dies führt möglicherweise zu Bindungsstörungen. Basierend auf diesen Daten kann versucht werden, Bindungsstörungen der SuS bspw. durch eine entsprechende Unterstützung zu vermeiden. Anhand der Vielzahl von Kindern mit drogenabhängigen Eltern wird die Relevanz der Thematik deutlich.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I EINLEITUNG

1. PROBLEMSTELLUNG

2. ZIEL DER ARBEIT

3. AUFBAU DER ARBEIT

II THEORETISCHER TEIL

1. DROGEN UND ABHÄNGIGKEIT

1.1 ILLEGALE DROGEN

1.1.1 Betäubungsmittelgesetz

1.1.2 Substitution

1.2 SUCHT UND ABHÄNGIGKEIT

1.2.1 Sucht

1.2.2 Abhängigkeit

1.3 URSACHEN EINER DROGENABHÄNGIGKEIT

2. FAMILIENBEZIEHUNGEN

2.1 DEFINITION VON FAMILIE

2.2 RECHTLICHE ASPEKTE

2.2.1 UN-Kinderrechtskonvention

2.2.2 Grundgesetz

2.2.3 Bürgerliches Gesetzbuch

2.2.4 Achtes Buch Sozialgesetzbuch

3. BINDUNGSENTWICKLUNG

3.1 GRUNDANNAHMEN DES BINDUNGSTHEORETISCHEN KONZEPTS

3.2 DEFINITION VON BINDUNG

3.3 FEINFÜHLIGKEIT UND QUALITÄT VON BINDUNG

3.4 PRIMÄRE BEZUGSPERSON

3.5 INNERE ARBEITSMODELLE

3.6 SICHERE BINDUNG ALS SCHUTZFAKTOR

3.7 BINDUNGSTYPEN

3.7.1 Unsicher-vermeidender Bindungstyp

3.7.2 Sichere Bindung

3.7.3 Unsicher-ambivalenter Bindungstyp

3.7.4 Unsicher-desorganisierter Bindungstyp

3.8 BINDUNG UND DROGENABHÄNGIGKEIT

3.9 MENTALISIERUNG

3.9.1 Entwicklung der Mentalisierungsfähigkeit

3.9.2 Mentalisierungsfähigkeit bei Drogenabhängigen

4. SCHWANGERSCHAFT UND DROGEN

4.1 PRÄNATALE BINDUNG ZWISCHEN DROGENABHÄNGIGER MUTTER UND KIND

4.2 GEBURT

4.3 POSTNATALE SITUATION DER NEUGEBORENEN

5. AUSWIRKUNGEN AUF KINDER VON DROGENABHÄNGIGEN

5.1 BINDUNGSSTÖRUNGEN

5.1.1 Bindungsstörung nach Klassifikationssystemen

5.1.2 Bindungsstörung nach Brisch

5.2 AUSWIRKUNGEN DES ELTERLICHEN DROGENKONSUMS AUF DAS LERNEN

6. RESILIENZ UND SCHUTZFAKTOREN

6.1 DEFINITION VON RESILIENZ

6.2 RISIKO- UND SCHUTZFAKTOREN

6.2.1 Risikokonzept

6.2.1.1 Vulnerabilität

6.2.1.2 Risikofaktoren

6.2.2 Schutzfaktorenkonzept

6.2.3 Zusammenspiel von Risiko- und Schutzfaktoren

6.2.4 Challenge-Modell nach Wolin und Wolin

7. PRÄVENTION

7.1 DEFINITION VON PRÄVENTION

7.2 PRÄVENTIONSMAßNAHMEN IN DER SCHULE

7.2.1 Präventive Maßnahmen in Schulen in Rheinland-Pfalz

7.2.2 Lehrkraft als Bindungsperson

7.2.3 Förderung von Rollenbildern durch die Lehrkraft

7.2.4 Sprechen über die elterliche Drogenabhängigkeit

7.3 PRÄVENTIONSPROGRAMM FÜR DIE ELTERN - SAFE-PROGRAMM

8. INTERVENTION

8.1 DEFINITION VON INTERVENTION

8.2 AUFGABEN DER HILFESYSTEME

8.2.1 Hilfen für drogenabhängige Familien

8.2.1.1 Kinderschutzorganisationen

8.2.1.2 Jugendhilfe

8.2.1.3 Inobhutnahme und Fremdplatzierung

8.2.2 Verfahren zum Verbleib bei den Eltern

III SCHLUSSTEIL

1. ZUSAMMENFASSUNG

2. AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist die Untersuchung der Auswirkungen des elterlichen Drogenkonsums auf die kindliche Entwicklung, wobei ein besonderer Fokus auf die Bindungsqualität gelegt wird. Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, inwiefern elterlicher Drogenkonsum die Entwicklung und insbesondere die Bindungsfähigkeit des Kindes beeinträchtigt.

  • Analyse des Zusammenhangs zwischen elterlicher Sucht und Bindungsstörungen bei Kindern.
  • Untersuchung rechtlicher Rahmenbedingungen und Schutzaufträge bei Kindeswohlgefährdung.
  • Darstellung des Konzepts der Resilienz und relevanter Schutzfaktoren im drogenbelasteten familiären Umfeld.
  • Evaluation präventiver und intervenierender Maßnahmen, insbesondere im schulischen Kontext und durch Hilfesysteme.
  • Diskussion der Bedeutung von Mentalisierungsfähigkeit für betroffene Familien und Kinder.

Auszug aus dem Buch

3.9 Mentalisierung

Mentalisieren bedeutet, sich und anderen Personen mentale Zustände wie Gedanken, Gefühle und Wünsche zuzuschreiben. Mit der Fähigkeit zu mentalisieren ist eine selbstreflexive und interpersonale Komponente gemeint. Der Ausgangspunkt hierfür ist das Sich-Hineinversetzen in die eigene Person und in andere Menschen, um das jeweilige Verhalten zu verstehen. Erst dadurch wird das Auftreten des Gegenübers bedeutsam und funktional. Nach dem Grad der Aufmerksamkeit kann zwischen zwei Arten des Mentalisierens unterschieden werden: dem impliziten und dem expliziten. Diese beiden Bereiche sind nicht eindeutig voneinander zu trennen, jedoch können Vorgänge des expliziten Mentalisierens automatisch ein implizites Mentalisieren beeinflussen. Das implizite erfolgt unbewusst und nonverbal, wobei das explizite bewusst, reflektierend und verbal stattfindet. Letzteres bezieht sich nicht nur auf die aktuellen mentalen Zustände einer Person und der Menschen in ihrer Umwelt, sondern auch darauf, sich auf zukünftige Ereignisse und Prozesse mentalisierend einzustellen.

Nach den Fähigkeitseigenschaften kann zwischen kognitiver und affektiver Mentalisierung unterschieden werden. Dabei wird abgegrenzt, ob es sich bei der mentalen Fähigkeit um affektive oder kognitive Inhalte handelt. Zuletzt wird in Abhängigkeit von der Person zwischen einer Mentalisierung in Bezug auf das Selbst oder auf das Gegenüber differenziert. Die Fähigkeit, Letzterem geistige Zustände zuzuschreiben, erfordert Genauigkeit sowie eine Berücksichtigung von Ungewissheiten. In manchen Fällen ist unklar, was das Gegenüber denkt oder fühlt. Es besteht jedoch keine völlige Orientierungslosigkeit, deshalb ist eine Flexibilität in der Wahrnehmung notwendig. Die Mentalisierungsfähigkeit dient der Orientierung im Rahmen von Kommunikation und Beziehung. Des Weiteren ist sie als hoch komplexe Fähigkeit zu verstehen, die in einem differenzierten, aber auch störanfälligen Entwicklungsprozess ausgebildet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. DROGEN UND ABHÄNGIGKEIT: Definiert zentrale Begriffe wie illegale Drogen, Sucht und Abhängigkeit und beleuchtet das Betäubungsmittelgesetz sowie medizinische Ansätze wie die Substitution.

2. FAMILIENBEZIEHUNGEN: Erläutert den Familienbegriff und die rechtliche Situation von Kindern drogenabhängiger Eltern unter Berücksichtigung von Grundgesetz, BGB und Kinderrechtskonvention.

3. BINDUNGSENTWICKLUNG: Beschreibt die Grundlagen der Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth sowie die Bedeutung von Mentalisierungsfähigkeit und deren Beeinträchtigung durch Drogenkonsum.

4. SCHWANGERSCHAFT UND DROGEN: Analysiert die pränatalen Einflüsse von Drogen auf den Fötus und die Auswirkungen auf die frühe Mutter-Kind-Bindung nach der Geburt.

5. AUSWIRKUNGEN AUF KINDER VON DROGENABHÄNGIGEN: Untersucht verschiedene Bindungsstörungen und die negativen Effekte des elterlichen Konsums auf die Lernentwicklung der Kinder.

6. RESILIENZ UND SCHUTZFAKTOREN: Definiert Resilienz und diskutiert Schutzfaktoren, die Kindern helfen können, trotz widriger Lebensumstände gesund aufzuwachsen.

7. PRÄVENTION: Erläutert präventive Strategien an Schulen sowie Programme zur Stärkung der Elternkompetenz, wie das SAFE-Programm.

8. INTERVENTION: Behandelt sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten, Hilfesysteme wie die Jugendhilfe und Verfahren zur Unterstützung von Familien.

Schlüsselwörter

Drogenabhängigkeit, Kindesentwicklung, Bindungstheorie, Bindungsstörungen, Kindeswohlgefährdung, Resilienz, Schutzfaktoren, Suchtprävention, Jugendhilfe, Mentalisierung, Eltern-Kind-Beziehung, Trauma, Sozialpädagogik, Suchtmedizin, Familienrecht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich der illegale Drogenkonsum von Eltern auf die psychische und soziale Entwicklung ihrer Kinder auswirkt, wobei ein besonderes Augenmerk auf bindungstheoretische Aspekte gelegt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören Bindungsentwicklung, Auswirkungen von elterlicher Sucht auf das Kindeswohl, rechtliche Grundlagen, Resilienzförderung sowie Möglichkeiten der Prävention und Intervention.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu belegen, ob und wie der elterliche Drogenkonsum die Entwicklung von Kindern beeinflusst und welche Rolle die Bindungsqualität dabei spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Masterarbeit ist als Literaturarbeit konzipiert, die durch fundierte Literaturrecherchen die Forschungsfrage beantwortet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Drogen und Sucht, rechtliche Aspekte, Bindungsentwicklung, Auswirkungen auf die Schwangerschaft und Kindesentwicklung sowie präventive und intervenierende Hilfsmaßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Drogenabhängigkeit, Bindungstheorie, Kindeswohlgefährdung, Resilienz, Suchtprävention und Jugendhilfe.

Welche Bedeutung hat das CARE-Programm in der Arbeit?

Das CARE-Programm wird als Interventionsmaßnahme in der Schule vorgestellt, um Kindern aus belasteten Familien gezielt eine sichere Bindungsbeziehung zu Lehrkräften zu ermöglichen.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Risiko- und Schutzfaktoren?

Risikofaktoren werden als Belastungen beschrieben, die Entwicklungsstörungen begünstigen, während Schutzfaktoren personale und soziale Ressourcen darstellen, die zur Resilienz beitragen und positive Entwicklungschancen fördern.

Ende der Leseprobe aus 79 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Elterliche Drogensucht und die Entwicklung der Kinder. Eine Darstellung der Auswirkungen und Konsequenzen
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
79
Katalognummer
V1007271
ISBN (eBook)
9783346391940
ISBN (Buch)
9783346391957
Sprache
Deutsch
Schlagworte
elterliche drogensucht entwicklung kinder eine darstellung auswirkungen konsequenzen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Elterliche Drogensucht und die Entwicklung der Kinder. Eine Darstellung der Auswirkungen und Konsequenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007271
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Leseprobe aus  79  Seiten
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