Geschichtliche Betrachtung der Gewerblichen Ausbildung mit Schwerpunkt auf Kerschensteiners Arbeitsschulgedanken


Hausarbeit, 2000

35 Seiten

Anonym


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Inhaltsverzeichnis

1 URSPRÜNGE DER GEWERBLICHEN AUSBILDUNG
1.1 AUSBILDUNG IM HANDWERK
1.2 STAATLICHE GEWERBEFÖRDERUNG
1.3 TRENNUNG VON HANDWERK UND INDUSTRIE
1.4 AUSLAGERUNG DER AUSBILDUNG AUS DER INDUSTRIELLEN PRODUKTION
1.5 KRITIKER DER “LERN- UND BUCHSCHULE” IM 19. JHDT.
1.6 KRITIKER DER “LERN- UND BUCHSCHULE” IM 20. JHDT:
1.6.1 ARBEITSSCHULBEWEGUNG
1.6.2 DIE FRANKFURTER METHODIK
1.7 ARBEITSSCHULE IN DER NS-ZEIT
1.8 SCHULGESCHICHTLICHE ÜBERSICHT

2 ARBEITSCHULE
2.1 BEGRIFF
2.2 ZEITSCHRIFTEN

3 KERSCHENSTEINERS LEBENSLAUF

4 KERSCHENSTEINERS REFORMWERK UND SEINE THEORETISCHE BEGRÜNDUNG
4.1 BEGRIFFE DER KERSCHENSTEINERSCHEN THEORIE
4.1.1 ARBEIT
4.1.2 SITTLICHKEIT, SACHLICHKEIT UND SELBSTTÄTIGKEIT
4.1.3 SELBSTPRÜFUNG
4.1.4 CHARAKTERBILDUNG
4.1.5 KULTUR, LEBEN UND FORM
4.2 KONZEPT
4.2.1 PERSÖNLICHKEIT
4.2.2 GESELLSCHAFT
4.2.3 STAAT
4.2.4 DAS BILDUNGSKONZEPT
4.3 FOLGERUNGEN FÜR DAS BILDUNGSWESEN:
4.4 PRAKTISCHE SCHULENTWICKLUNG Arbeitsschulbewegung
4.5 ZUSAMMENFASSUNG

5 KRITIK UND VERGLEICH MIT ANDEREN REFORMPÄDAGOGISCHEN ARBEITSSCHULMODELLEN
5.1 POLITISCHE VARIANTEN
5.1.1 SOZIALISTISCHES UMFELD
5.1.2 BÜRGERLICHES UMFELD
5.2 ARBEITSCHULE NACH DER PERSÖNLICHKEITSPÄDAGOGIK VON GAUDIG/ SCHEIBNER
5.2.1 BEGRIFFSVERSTÄNDNIS
5.2.2 DAS GESELLSCHAFTS- UND BILDUNGSKONZEPT
5.2.3 DAS SCHULKONZEPT
5.2.4 VERGLEICH Kerschensteiner MIT GAUDIG
5.3 DEUTSCHE REFORMPÄDAGOGIK IN RUSSLAND (1900-1917)
5.4 SOZIALISTISCHE ARBEITSSCHULBEWEGUNG
5.4.1 PAWEL BLONSKIJ
5.5 FEHLINTERPRETATION KERSCHENSTEINERS IDEAL
5.6 ZUSAMMENFASSUNG DER KRITIK

6 ERFOLGE UND BEDEUTUNG KERSCHENSTEINERS´ PÄDAGOGIK
6.1 HANDLUNGSORIENTIERTES LERNEN

Geschichtliche Betrachtung der Gewerblichen Ausbildung mit Schwerpunkt auf Kerschensteiners Arbeitsschulgedanken

Ursprünge der Gewerblichen Ausbildung

Ausbildung im traditionellen handwerkständischem System nach dem Imitatio-Prinzip (ab dem Mittelalter)

Erste staatliche Berufsausbildungsförderungen (ab ca. 1760) Beginn der industriellen Ausbildung (ab ca. 1870) Die Arbeitsschulbewegung (ab ca. 1890) KERSCHENSTEINERS Theorie der Arbeitsschule Begriffe der KERSCHENSTEINERSCHEN Theorie KERSCHENSTEINERS Verständnis der Arbeitsschule Gesellschafts-, Staats- und Persönlichkeitskonzept Bildungskonzept

Folgerungen für das Bildungswesen

Reorganisation des Fortbildungsschulwesens / Praktische Schulentwicklung Vergleich mit anderen Reformpädagogen

Ansiedlung KERSCHENSTEINERS Theorie in der Reformpädagogik Verschiedene Strömungen in der Arbeitsschulbewegung:

Arbeitschule nach der Persönlichkeitspädagogik von GAUDIG/ SCHEIBNER Projektschule nach BLONSKIJ

Kritik an KERSCHENSTEINERs Theorie

Weitere Entwicklung, Bedeutung und Erfolge KERSCHENSTEINERS´ Pädagogik

Literatur:

KERSCHENSTEINER: Grundaxiom des Bildungsprozesses. Berlin, 1917.

KERSCHENSTEINER: Berufsbildung und Berufsschule. Paderborn, 1966.

HACKL: Die Arbeitsschule. Geschichte & Aktualität eines Reformmodells. Wien, 1990. GONON: Arbeitsschule und Qualifikation. Bern, 1992.

Ursprünge der Gewerblichen Ausbildung

Nützliche Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, bereits im Absolutismus aus dem Merkantilismus gefolgert. Gedanke wird in den Industrieschulen des 18. Jh. verwirklicht. Vermittlung von Handfertigkeiten in der Neuzeit: COMENIUS in der "Didacta magna": Bekannt machen mit "allen allgemeinen Handfertigkeits-Kunstgriffen". LOCKE hält in seinen "Gedanken über Erziehung" handwerkliches Tun im Unterricht für nützlich, da es den Menschen lebenstüchtig mache.

Nach ROUSSEAU bringt die Handarbeit den jungen Menschen der Natur am nächsten. PESTALOZZIS Würdigung der Handarbeit im Erziehungsprozess, besonders in seiner Äußerung zur "industriösen Bildung", ist stärker in seiner Wertschätzung der Selbsttätigkeit begründet.

Ausbildung im Handwerk

Im traditionellen handwerklich-ständischen System hatte eine Lehre eher den Charakter einer erzieherischen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft. Das Wissen wurde wenig systematisch per Imitatio-Prinzip (Anweisung und Beschäftigung) weitergegeben. Arbeitsund Qualifikationsprozess bildeten zwar eine Einheit, durch starkem Existenzdruck ⇒ Konzentration auf anspruchslose Aufgaben und die Ausbeutung von Lehrlingen: zusätzlich Hausknecht, Dienstmagd und Kindermädchen in der Meisterfamilie. Der Erwerb von Qualifikationen war von der Auftragslage abhängig. Erst der Wechsel von Betrieb zu ermöglichte eine Komplettierung von Wissen und Können. Mittelalterliche Zunft machte den Beruf zum Amt, Dienst an der Gemeinschaft & zum Gottesdienst.

Neben dem Imitatio-Prinzip gab es bereits im Mittelalter erste Ansätze für eine berufliche Didaktik, z. B. in Form von verbal gefassten Regeln.

Rationalismus und Merkantilismus kritisierten die rein mechanische Vermittlung von Fertigkeiten in der Meisterlehre, forderten 'Überlegung und Geschmack' sowie Arbeit nach 'Regeln und Plan' (Ratio statt Imitatio).

Staatliche Gewerbeförderung

Ende 18. / im Laufe des 19. Jh. - Schule wurde Instrument der Staatsverwaltung.

Erste Ansätze finden sich, als 1760 die Zeichenschule für das Baugewerbe obligatorisch wurde. Grund hierfür waren der die Unfähigkeit der bisherigen Meister, zum Zeichnen. Arbeiten nach Anweisung machte theoretische Kenntnisse immer wichtiger und führte zur Entwicklung von Lehrplänen und Didaktik. In die Zeit der Aufklärung fällt auch die Gründung der Realschulen, die als bürgerliches Konkurrenzmodell zur zünftlerischen Meisterlehre etabliert wurden (LIPSMEIER).

HUMBOLDT, um 1800, schuf das neue humanistische Gymnasium; Schwerpunkt: Charakterbildung. HERBART, ebenfalls ca.1800, formulierte das Ziel von der “Erziehung der Ethik”, “Charakterstärke der Sittlichkeit”, besondere Pflege des Intellekts. Methodik: Unterricht in Stufen, Regierung, Zucht. Später als “Buchschule” abqualifiziert (KERSCHENSTEINER) ⇒ Formalstufentheorie wurde durch Arbeitsschule abgelöst. Bereits in dieser Zeit wurden Forderungen der Verbindung von Bildung mit Arbeit laut, jedoch ohne Konsequenz.

Ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts reagierte der Staat auf die einsetzende Industrialisierung und unternahm Anstrengungen zu Bildung der Massen. Neben der Bekämpfung des Analphabetismus durch Sonntagsschule 1801 wurden ab 1820 beruflichen Schulen gegründet (spezielle Didaktik für das technische Zeichnen). Auch die Gründung vieler Volksschulen fällt in diese Zeit.

Die Überwindung von Zunft- und Standesschranken wurde zunächst durch die gegen die Sozialdemokratie gerichtete Begünstigung der traditionellen handwerklichen Berufsausbildung zurückgeworfen. Allerdings war die handwerkliche Ausbildung schlecht, so dass dieses Thema 1875 im Reichstag behandelt wurde: Die Krise der Handwerkslehre äußerte sich darin, dass im Ergebnis die Einteilung der Arbeitskräfte nach handwerklichen Berufen keine einheitlichen Qualifikationen in den einzelnen beruflichen Fachrichtungen gewährleistete.

Der BÜCHER entwickelte 1876 ein Konzept, bei dem die Berufsausbildung in Schule und Lehrwerkstatt verlagert werden sollte. Die Einheit von Produktion und Ausbildung wurde dabei zugunsten einer 'Besonderung' der Lehrlinge aufgegeben. Neben neu einzurichtende 'Gewerbehülfsschulen' sollten spezielle Lehrwerkstätten eingerichtet werden.

Während dies nur schleppend aufgegriffen wurde, vollzogen die preußischen Staats- Eisenbahnbetriebe 1878 eine ähnliche Innovation im Ausbildungswesen. In Lehrwerkstätten wurden Material- und Werkzeugkenntnisse systematisch erworben, anschließender Durchlauf durch echte Produktionswerkstätten. 1897 wurde in der Gewerbeverordnungsnovelle das duale Prinzip der Berufsausbildung bereits festgeschrieben. Allgemein durchgesetzt hat sich das Modell der Lehrwerkstatt erst in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Nach der Konzeption KERSCHENSTEINERS , der als Vater dieses Systems gilt, sollte neben der Verbesserung beruflicher Fähigkeiten eine politische Erziehung der Unterschichten zu Demokratie und Staatsbürgertum stattfinden. KERSCHENSTEINER betonte die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung und forderte, die Drill- und Buchschule durch ein Lernen durch Tun zu ersetzen.

1908 arbeitete d. Deutsche Ausschuss für technisches Schulwesen (DATSch) an der Vereinheitlichung der industriellen Berufsausbildung: Ideen der wissenschaftlichen Betriebsführung als Basis, wurden standardisierte Lehrgänge aufgestellt, deren Bestandteil im Schwierigkeitsgrad gestufte Unterweisungen einzelner Arbeitsgänge waren, ergänzt um Berufsbilder, Ausbildungsrichtlinien und Prüfungsanforderungen.

Trennung von Handwerk und Industrie

Die Industrie des ausgehenden 19. Jahrhunderts schuf keinen eigenen Nachwuchs. Bedarf an gelernten Arbeitern wurde aus dem Handwerk gedeckt. In Zukunft würde die Maschine die Tätigkeit des Handwerkers entbehrlich machen. Allerdings kam der Vorwurf auf, dass die Industrie sich um die Verpflichtungen drücke, "aus der Jugend leistungsfähige und gesittete Männer" zu erziehen.

Änderung ab ca. 1893, nachdem die Massenproduktion zu einem enormen Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitskräften geführt hatte. Die erhaltenen Handwerksbetriebe konnten die Nachfrage nicht decken, staatliche Stellen standen als Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt.

Durch den technischen Fortschritt entfernten sich die in der Industrie verlangten theoretischen Kenntnisse immer mehr von dem im Handwerk vermittelten Wissen und Können, machten ebenso eine spezielle berufliche Sozialisation i.d. Industrie notwendig.

Die neu eingeführten amerikanischen Methoden förderten das Ziel, unwillige Handwerker durch "Hausknechte" abzulösen: letztere konnten sich mit den ständig wechselnden Anforderungen der neuen Methoden arrangieren und waren maschinennah ausgebildet.

Auslagerung der Ausbildung aus der industriellen Produktion

Arbeitsteilung und Mechanisierung seit Mitte des letzten Jahrhunderts die Arbeitsplatzstruktur so verändert, dass notwendige Voraussetzungen für die berufliche Qualifizierung nicht mehr gegeben waren. Maschinen für Ausbildungszwecke zu teuer, betriebliche Abläufe zu komplex. Damit kam es zum Entfall des Betriebes als Lernort. Vorreiter bereits 1868 besonderte Qualifizierungsprozesse in betriebseigenen Fortbildungsschulen. Ziel dieser Schulen war die Vermittlung von Kenntnissen, die während der laufenden Produktion nicht einzubringen waren und auch die in der öffentlichen Fortbildungsschule nicht vermittelt wurden. Qualifizierung nun kontinuierlich und systematisch durch einen hauptamtlichen Ausbilder betrieben ohne ökonomischen Zwängen Grundfertigkeiten unter fachlich-pädagogischer Anleitung in einem vom Produktionsbetrieb abgegrenzten Raum, systematische Steigerung des Schwierigkeitsgrades, Arbeit nach Werkzeichnungen, Anfertigung unter Berücksichtigung aller vorkommenden Tätigkeiten, Vielseitigkeit und Abwechslung, nach zwei Jahren Einsatz in der Produktion.

Gegenstück zur Lehrwerkstatt war die werkseigene Berufsschule. Nach dem Prinzip 'Der Betrieb lehrt das Wie, die Berufsschule das Warum' ergänzte sie die praktische Ausbildung durch theoretischen Unterricht.

Kritiker der “Lern- und Buchschule” im 19. Jhdt.

GOETHE (1749-1832) kritisierte vor 200 Jahren den auf 'allgemeine' Bildung abzielenden Schulunterricht, der Halbheiten und Weitschweifigkeit statt Nützlichkeit förderte. GOETHE, der ungefähr zeitgleich mit ROUSSEAU, PESTALOZZI, HUMBOLDT und HERBART lebte, wandte sich gegen einen wirklichkeitsfernen Stoff- und Begriffs- Kanon und für die Vorbereitung auf Leben und Beruf durch das Erzielen eines tieferen Verständnisses. Still sitzend verharrten die Schüler in Passivität und folgten dem Vortrag des Lehrers, der nach einem formal stark reglementierten und verbindlichen Ablauf Lektionen hielt.

Auch PESTALOZZI wehrte sich gegen mechanischen Lernens, das zu der Zeit oft noch als mittelalterliches Vor- und Nachsprechen praktiziert wurde (SCHEIBE). PESTALOZZI forderte eine gleichberechtigte Förderung von Verstand, Gefühl und Geschicklichkeit. Mit Kopf, Herz und Hand lernen sollten die Schüler. Vor allem die Anschauung sei wichtig, als die Begegnung des Schülers mit dem realen Objekt. Erklärungen nur zusammen mit der Anschauung und an Fähigkeiten der Schüler angepasst werden. Statt Regeln, Prinzipien, sollte Vorführung, bildliche Darstellungen, Erinnerung wirken.

Über die Volksschulen machte sich um 1850 eine Enttäuschung breit: zu wenig Gemütsbildung, zu Abstrakt. Kluft zwischen Schule - Leben & Bildung - Arbeit. In diesem Zusammenhang taucht bereits der Begriff Arbeitsschule auf. Forderungen: allgemeine und individuelle Ganzheitlichkeit (Geist u. Körper), Gerechtigkeit, Ethik, Psychologie & Nationalismus. Förderung der Harmonie des Menschen zum Göttlichen Ich. Realbildung und technische Bildung. Selbsttätigkeit. Die Schulkritik lief parallel zum Ausbau des Schulsystems.

Ende des 19. Jhdt. wurde Arbeit im Sinne Arbeitsunterricht definiert. Methodisch und didaktisch Basis von Projektunterricht & Handlungsorientiertem Lernen.

Kritiker der “Lern- und Buchschule” im 20. Jhdt:

ARBEITSSCHULBEWEGUNG

Obwohl die Pädagogen des 18. Jahrhunderts die Probleme der 'alten Schule' erkannt hatten, so war die reformpädagogischen Bewegung die praktische Umsetzung der Ideen COMENIUS', Rousseaus, PESTALOZZIs, GOETHEs, u. a.. “Gemeinschaft” war zentraler Begriff kulturkritischer Autoren der Jahrhundertwende gegen Rationalismus, Mechanismus, und hohle Bildungswelt. Im Geiste der Liberté sollte Schule wieder frei werden für die Interessen und Begabungen des Kindes. Lernen vom Kind und seiner geistigen Aktivität durch Lebendigkeit und Lebensnähe. Schule der Tat: statt Stillsitzen und Zuhören sollte die Selbsttätigkeit entwickelt werden.

GEORG KERSCHENSTEINER unterschied von theoretischen Kenntnisse vom Erfahrungswissen.

Kernpunkt der Aktivitätspädagogik KERSCHENSTEINERS war die selbständige Tätigkeit des Schülers, die sich vor allem in der Verbindung von geistiger und manueller Arbeit widerspiegelt. Erzieherisch wertvoll waren für KERSCHENSTEINER nur solche Tätigkeiten, die gezielt auf quantitative und qualitativer Ergebnisse hin ausgeführt wurden. Echten Bildungswert hatte danach nur die Arbeit. Lebenslang nachwirkende Herausbildung von charakterlichen Qualitäten und Arbeitstugenden vollzieht sich vor allem in "der Gewöhnung an ehrliche Arbeitsmethoden und der Überwindung der Widerstände. Das eigene Ich zurücktreten zu lassen zugunsten der Subjektivität einer Sache.

Mit der kritischen Reflexion der eigenen Tätigkeit als Geist der Arbeitsschule verwirklichte KERSCHENSTEINER nicht nur PESTALOZZIs Ideen, sondern auch eine der Erkenntnisse GOETHEs:

"Denken und Tun, Tun und Denken, das ist die Summe aller Weisheit, von jeher gekannt, von jeher geübt, nicht eingesehen von einem jeden" Während KERSCHENSTEINERs vierundzwanzigjährigen Tätigkeit als Stadtschulrat in München, reformierte er das dortige Schulwesen in seinem Sinne: die Schulen wurden mit Werkstätten ausgestattet, Laboratorien, Schulgärten, Schulküchen, Aquarien, Terrarien und Zeichensälen. Statt vorgeschriebener Gedankengänge und uniformer Verhaltensweisen, sollte die Arbeitsschule Gemeinschaft und Lebensform werden, in der ein sozialer Geist und ein persönliches Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern herrscht. Da Arbeit immer wieder als “Kampfmittel zur Dummhaltung” des Volkes missbraucht wurde, wurde dies vor allem auch KERSCHENSTEINER vorgeworfen.

Sein Verdienst war es, das damalige Fortbildungsschulwesen reformiert zu haben, er wandelte die als Anhängsel der Volksschule betrachtete allgemeine Fortbildungsschule in eine nach Gewerben gegliederte fachliche Fortbildungsschule um und schuf damit den Vorläufer der heutigen Berufsschule.

Mitte sechziger Jahre vollzog sich die sog. “realistische Wende” in der Pädagogik, es vollzog sich eine Entmystifizierung und Reduktion der Pädagogik auf rationale Erziehungswissenschaft.

DIE FRANKFURTER METHODIK

Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre dieses Jahrhunderts am Berufspädagogischen Institut in Frankfurt als eine der ersten Didaktikformen in der Berufsschule entwickelt. Kennzeichen ist eine Stufung des Bildungsplanes.

Unterstufe für die einzelheitliche Betrachtung von im Beruf auftretenden 'Naturgesetzen'. Unterteilt in die Fächer Fachkunde, Fachrechnen und Fachzeichnen als Werkkunde gelehrt. Erst in der Oberstufe des 3. Ausbildungsjahres erfolgte die integrative Vermittlung von berufsspezifischen Inhalten, Statt an Stoffgebieten, orientiert sich der Unterricht nun an Gesamtaufgaben und Problemeinheiten.

Die Abwicklung des Unterrichtes in bestimmten Phasen. Anschauungsphase, Vergeistigungsphase (mittels Arbeitsblatt geistiges Verarbeiten). Zum Abschluss Anwendung des Erarbeiteten. Prinzip Anschauen, Denken und Anwenden (PETERSEN), Themenwahl nach Grundprinzip des exemplarischen Lernens. Ziel : Verstehen von Zusammenhängen, aktiv teilnehmen und so Selbständigkeit beim Lernen. Ebenso wie bei KERSCHENSTEINER wurde auch die soziale Erziehung betont. GEIßLER: "hochwertige, selbständig denkende Facharbeiter und verständige, verantwortungsbewusste Mitglieder der Gemeinschaft".

Auf Gleichlauf zwischen Schuljahr und betrieblicher Ausbildung verzichtet: ein Problem zuerst in der Praxis deutlich (keine 'berufspädagogische Verfrühung'). Schüler kommen in die Lage, mit ihrem Lehrer diskutieren zu können. Eigenständigkeit des Lehrers gegenüber dem Lehrplan, bei Entscheidungen über die Intensität und Tiefe sowie über die passende Unterrichtsmethode.

Fehlender Gleichlauf, kombinierten Vor- und Nachlaufes des Curriculums kritisiert. Fächermodell wurde wegen rigiden Strukturen in den 70er Jahren durch Lehrgangsmodell abgelöst, bei dem wurden Fächer zur besseren Konzentration auf ein Thema zu ca. 30-stündigen Lehrgängen geblockt.

Auch die Technologiefächer im Mittelpunkt, während allgemeinbildende Fächer nur am Rande vorkommen. Abgelöst wurde die Frankfurter Methodik ca. 1974 mit der Einführung des Stufenmodells in der Berufsausbildung.

Arbeitsschule in der NS-Zeit

In der NS-Zeit wurde die propagierte “Brauchbarkeit der Staatsbürger” - ein häufig von KERSCHENSTEINER genutzte Terminologie - zur Bedingung für die Existenzberechtigung. Der Gemeinschaftsgedanke wurde ebenfalls von den NS aufgegriffen verbundnen mit einer “germanischen Verwurzelung (“Eisen erzieht”) Grundlage nicht Kultur sondern Rasse. Aufgaben der Schule: 1. Gesunderhaltung der Nation, 2. Charakterbildung, 3.

Wissensbildung. ⇒Konzept auf “Blut und Boden” -Theorie umgestrickt. Der Berufsbegriff wurde zum Kampfbegriff umgewandelt, 1. zur Einbindung der Arbeiterschaft, 2. Strukturierung der Berufserziehung analog zum Heeresdienst.

Schulgeschichtliche Übersicht

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Arbeitschule

Kultur- und Bildungskritik in Europa und Nordamerika ab Ende des 19. Jahrhunderts war der Ausgangspunkt der Reformpädagogik, deren oberstes Ziel die Verbindung von Schulbildung und Lebenswirklichkeit war. Das Kind als in der Gesamtheit seiner geistigseelischen Kräfte berücksichtigt werden. Neben der ,,Kunsterziehungsbewegung" gilt die ,,Arbeitsschulbewegung" bis heute noch als die wirkungsvollste Strömung

Begriff

Arbeitspädagogik häufig auch mit “moderner Pädagogik” gleichgesetzt. Selbsttätigkeit und Aktivität als pädagogische und methodische Qualität Lehrinhalten aus den Erfordernissen des "Lebens" (berufliche, soziale, staatsbürgerliches Anforderungen an Verhalten).

Hinsichtlich philosophischer, politischer Normensysteme, lässt sich eine bürgerliche und eine sozialistische Richtung erkennen. Die sozialistische Arbeitsschule wird auch Projektschule genannt.

Viele didaktisch-methodische Maximen der Arbeitsschule gehört zum Kernbestand der heutigen Schulpädagogik.

Arbeit = Selbstbetätigung

Arbeitsschule = Didaktisierung der Arbeit

Eine Arbeitsschule ist jede Schule, die manuelle, körperliche, fachliche, praktische oder selbsttätige geistige Arbeit konzeptionell einbezieht (Meyer-Lex). Primäres Hauptaugenmerk: schulische Innovation, sekundär: politische Ziele. Die Arbeitsschulbewegung stand häufig im Dienst von ideologischen Konstrukten.

Gesellschaftsbezogene Modellakzentuierung oder -ausklammerung zugunsten schulbezogener Innovationsmodelle sorgten für starke Differenzen. Arbeitsschulbewegung gestaltet sich in folgenden Gebieten:

Manuelle⇔geistige Schwerpunkte

Konkrete Fertigkeiten⇔abstraktes Denken

Sittliche Haltung staatsidealistisch oder klassenkämpferisch

Berufsbildend⇔gemeinschaftlich ausgerichtet

Realitätsorientiert⇔ethisch orientiert

Zeitschriften

Schweizerischen Blätter für Knabenhandarbeit (SBK, Blätter): Annähernd identisch SEIDELS Auffassungen, SEIDEL als einer von 3 Herausgebern (SCHEURER, OERTLI). Ursprünglich aus HERBARTIANER - Nest (1885). Didaktische Schlagwörter: Lebhaftes Interesse, Stetigkeit des Willens. - viele der Reformpädagogik zugeschriebenen Argumente. Differenz zur Arbeitsschule und fehlende Annerkennung durch fehlendes Bemühen des homogenen Arbeitsprinzips und Kindheitsbildes.

Arbeitsschule: Anfangs ökonomistischen, staatspädagogischen und manualistischen Varianten, in den 20ern Didaktisierung des Unterrichtsgeschehen, dadurch Aufbau zu einem erfolgreichen Reformprojekt, zum Schluss zum Teil rechtsradikale, nationale und kriegspädagogische Zielsetzung. 1933 inhaltlich gnadenlos umgestoßen, auf Grund fehlender Eindeutigkeit.

KERSCHENSTEINERS Lebenslauf

Georg KERSCHENSTEINER am 29.7.1854 in München geboren, wuchs ärmlichen als zweitjüngstes Kind einer 13-köpfigen Familie auf. Mit 12 Jahren begann seine Ausbildung als Lehrer, der eine zweijährige Seminarausbildung folgte. Trostloses mechanisches Auswendiglernen von Leitfäden. Später eigentlicher reformpädagogischer Impuls. Mit 16 Jahren als Junglehrer in einer Dorfschule: Volks-, Sonntagsschule, entschloss sich, oberflächliche Bildung durch Selbststudium zu verbessern: bestand Abitur und begann 1877 das Studium der Naturwissenschaft und der Mathematik. Im Anschluss an das Staatsexamen promoviert.

Stelle als Gymnasiallehrer in Nürnberg; Schweinfurt und München. Er nutze neue Unterrichtsmethoden (wie Wanderungen, Lehrgänge, Arbeit und Unterricht in Werkstätten, Schulgärten usw.). 1895 Stadtschulrat von München, versuchte, die Volks- und Fortbildungsschule zu reformieren. 1911 Reichsmandat, wurde Abgeordneter der liberalen Partei. 1918 ernannte ihn die Universität München zum Honorarprofessor, wo 1926 auch sein umfangreichstes Werk ,,Theorie der Bildung" entstand. Sein Trachten galt nun hauptsächlich der theoretischen Fundierung und dem Ausbau seiner pädagogischen Vorstellungen und Ideen. KERSCHENSTEINER starb am 15. Januar 1932. Lebensstationen:

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wichtigste Literatur:

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KERSCHENSTEINERS Reformwerk und seine theoretische Begründung

Begriffe der KERSCHENSTEINERSCHEN Theorie

ARBEIT

KERSCHENSTEINER hat Arbeitsschule als Schlagwort 1908 bekannt gemacht. Sei Arbeitsbegriff war weniger berufl. & industriell orientiert, sondern im Sinne gesellschaftlicher Reform. In ihr läge die zeitlose Urkraft des Menschen.

SITTLICHKEIT, SACHLICHKEIT UND SELBSTTÄTIGKEIT

Drei Merkmale der "Arbeitsschule" geben Richtung der Charakterbildung an (erste Reihe von Merkmalen).

Selbstständigkeit meint nicht Selbststeuerung aufgrund eigener Maßstäbe, sondern selbstvollzogene (effiziente) Selbstkontrolle im Sinne fremder Anforderungen. Einsicht in die Gründe des Verhaltens ist förderlich, nicht aber erforderlich, Gewöhnung genügt. Sittliche Persönlichkeitsbildung durch manuelle Tätigkeiten, contra der Pädagogik des Wachenlassens, da nur genaue Strukturierung ohne Rücksicht auf subjektive Neigung führe zur Sachlichkeit. (Sachlichkeit = Entpersönlichung). Einsichtige Gewohnheit im Beruf unter pos. Einfluss von Veranlagung, Neigung , Betätigung in der Gemeinschaft führt zur Wertbildung.

Unter Sachlichkeit versteht er: "einen Zweck ohne Rücksicht auf subjektive Neigungen, Begierden, Wünsche im Interesse eines unbedingt geltenden Werts zur vollendeten Wirklichkeit zu bringen". Durch diese Interpretation des Begriffs der Sachlichkeit lässt sich die motivierte Tätigkeit des Schülers von seinen Interessen, Neigungen und Wünschen trennen. Hier liegt die Gefahr diese "entfremdete Motivation" zur Rechtfertigung von entfremdeten Lernen zu gebrauchen. Sachlichkeit in höchster Vollendung sei hingegen Sittlichkeit.

Die Versittlichung auf Basis der Sittlichkeit, (vom Prinzip der Sachlichkeit abgeleitet) wird als die widerspruchsfreie Einheit Seelenlebens, entwickelt anhand der Kulturgütern. Die Erziehung zur Sachlichkeit ist nicht deshalb sittlich relevant, weil sie den Schüler zur Einstellung auf unbedingt geltende Werte führt, sondern einfach schon deshalb, weil er lernt unter höchster Anspannung seiner Kräfte so zu handeln, dass durch sein Tun die qualitativ beste Lösung hervorgebracht wird. Der Schüler lernt also den Erfolg seines Handelns mit in die Verantwortung zu nehmen. Den Menschen zu einem selbständigen, verantwortungsvollen Handeln zu erziehen bildet für KERSCHENSTEINER das Zentrum der Sittlichkeit.

Sittliche Werte ⇒ Handeln ⇒ fühlendes Bewusstsein ⇒ Werte - Erlebnis ⇒ Bildungseffekt

SELBSTPRÜFUNG

Diese Selbstprüfung kann auf zwei verschiedenen Wegen erfolgen, der Innenschau oder der Außenschau. Die Außenschau, auch empirische Selbstprüfung genannt, wird meist an handwerklichen Arbeiten durch die Mittel wie Maße, Gewichte und Zahlen vollzogen. Die Außenschau ermöglicht auch demjenigen die Selbstprüfung, dem die bloße rationale Verifikation schwer fällt.

Die Innenschau soll den Schüler in die Lage versetzen zu prüfen, ob das was er getan hat, mit der Vorstellung von dem "wie" und dem "warum" des Gedachten übereinstimmt. Man kann also sagen, dass die Außenschau fragt: Was habe ich getan und wie habe ich es getan, während die Innenschau nach dem Warum der Tätigkeit fragt.

Der Prozess der Selbstprüfung vollzieht sich nach KERSCHENSTEINER in folgenden vier Schritten:

1. Observation: die aus dem Beobachten einer Tatsache sich selbst aufdrängenden Schwierigkeiten und Fragen für den Beobachter
2. Synthese: die vorläufigen Antworten, die gegeben werden, also die Vermutungen für die Lösung der Fragen
3. Analyse: die Verfolgung der Vermuteten Lösungen mit Hilfe des Wissens an anderen Tatsachen, an regeln, an Gesetzen usw., durch ihre Beziehung untereinander
4. Verifikation: die Bestätigung oder Nichtbestätigung der endgültig akzeptierten Schlussfolgerung durch Zusammenstellung mit anderen Bekannten Tatsachen.

CHARAKTERBILDUNG

Zweite Reihe von Merkmalen ergibt sich aus dem Wesen der Charakterbildung selbst: an welche psychische Kräfte des Zöglings hat man sich zu wenden (Unterscheidung un-/veränderbarer Kräfte im Zögling)

Beeinflussen, ohne auch Gute zu vernachlässigen ⇒ Es sind 4 Kräfte (zur Erziehung eines guten Charakters):

Willensstärke: beständig sich in Handlungen entladen können

Urteilsklarheit: Vorstellungen und Begriffe durch Erfahrungen selbst erarbeiten

Feinfühligkeit: Verstand und Gemüt frühzeitig mit Fülle realer Verhältnisse gewöhnt werden

Aufwühlbarkeit:

Für Entwicklung der 3 ersten Charaktermerkmale ist die Freiheit der Betätigung und Mannigfaltigkeit der Verhältnisse besonders wichtig. Alle hängen voneinander ab; besonders wichtig letzte Kraft - von ihr hängen vorige stark ab. Passivität und Rezeptivität der landläufigen Schulen, die diesen Forderungen nur ungenügend entsprechen! deshalb: verstärktes Eingehen auf die individuellen Interessen der Eigenaktivität,

die Notwendigkeit der Charakterbildung und

die Pflege der sozialen Tugenden

Sorgfalt,

Gewissenhaftigkeit,

Beharrlichkeit,

Geduld,

Selbstbeherrschung bei der Arbeit etc.

KULTUR, LEBEN UND FORM

Kultur ist der Weg der Seele von der geschlossenen Einheit über die entfaltende Vielheit zur entfaltende Einheit. Etabliertes menschlich-geschaffenes Gut wird als “objektiver Geist” gesehen. Dieser kombiniert mit erworbenen Wissensbesitz als objektive Kultur (inhaltlich austauschbar). Kultur verstanden als typische Gestaltung der Lebensführung und hierarchischer Begriff in Hinsicht auf die Klassik. Kulturgüter sind austauschbar (z.B. welche Religion), müssen jedoch einen einheitlichen Zweck verfolgen.

Das Leben selbst ist hinsichtlich der Verfolgung von Zwecken orientiert. Zwecke werden gemäß ihres individuellen Wertes hierarchisch im Bewusstsein angeordnet und entsprechend intensiv verfolgt. Innere Neigungen stehen dabei oft im Gegensatz mit der Vernunft.

Formen materieller und kultureller Art werden festgehalten, um sie zu durchbrechen. Es darf keine Statik in Kultur und Leben aufgebaut werden, alles muss beseelt sein.

Konzept

2 HAUPTZIELE:

1. KERSCHENSTEINERS "Arbeitsschule" sollte sich an dem "spontanen Betätigungstrieb des Kindes" orientieren. Es sollte die natürliche Energie des Kindes, welche die Grundlage für das ständige kindliche Entdecken und Erforschen ist, gefördert und vor allem genutzt werden. Kognitive und moralische Erziehung war eines der beiden Hauptziele seiner "Arbeitsschule": den kindlichen Interessen Wirkungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
2. KERSCHENSTEINER revidierte die ursprüngliche Begründung für seine ,,Arbeitsschule": er sah nicht mehr das Kind als einzige Beziehungsgröße der Pädagogik an. In der neuen Schulform sollten die Kinder zu Staatsbürgern erzogen werden, auch nicht wie in der ,,Lernschule" zu Untertanen. Die Kinder sollten erst ,,arbeiten im Dienste einer Gemeinschaft" lernen. Darauf bezogen und im Vergleich mit der ,,Buchschule" tritt in einigen Werken KERSCHENSTEINERS auch der Begriff ,,Autoritätsschule" auf.

PERSÖNLICHKEIT

KERSCHENSTEINER sieht jeden Menschen als eine besonders geartete Individualität an. Aus dieser besonderen Individualverfassung entspringt das endogene Interesse eines Menschen. Um einen Menschen zu bilden, muss man auf diesen Interessenkreis und die Entwicklungsmöglichkeiten, die über eine Entwicklungsbreite (Bildsamkeit) verfügen, eingehen.

Die Erziehung zur Vollpersönlichkeit bedarf Einheitlichkeit und Organisation der Kultur. Kritik an GAUDIGS´ Persönlichkeitsbildung: Vollpersönlichkeit kann sich nicht vom Staat (Gesellschaft) ablösen und lasse keine gesellschaftliche Funktionslosigkeit (gewünschte Berufslosigkeit) zu.

Die Neigung, sich selbst zu leben, als Ausbildung der inneren Persönlichkeit sucht Zweck in einer bleibenden Geistesverfassung und ist nur lebensfähig, weil die Gesellschafts- und Staatseinrichtungen ihnen Schutz und Mittel zu ihrer Vervollkommnung bereitstellen. Das Ziel der Erziehung hat damit noch kein Inhalt. Das "ideale Ich" (subjektive Ordnung von Werten im Individuum) ist dagegen als höchstes inneres Gut unbestritten. Es muss auch in oben genannter, höchster, allgem. Ordnung (Zweck) enthalten sein - solange diese Idealität neben der aller anderen bestehen kann.

Begegnung von Ethik und Metaphysik: Eigenen Werte sind als Träger höherer Ideen u. Vollstreckung göttlichen Willens zu erkennen. In der logische Konsequenz steht der Rechtsund Kulturstaat, als Bedingung für das höchste äußere sittliche Gut!

GESELLSCHAFT

Gemeinwohl dagegen entwickelt sich aus der nach Hierarchie gegliederten Interessen (?), Interessen aus einer Hierarchieebene werden gemittelt (Hackl). Eine Auflösung gesellschaftlicher Widersprüche und Interessen scheint nicht möglich. So findet sich "das höchste und vollkommenste äußere Gut in der Organisation der Gesellschaft, in der jedem einzelnen gewährt wird, was für ihn sittlich gut ist". So stellt der Vernunftstaat eines der höchsten Güter dar.

Der Mensch kann nicht für sich alleine und aus sich alleine leben.

geistiges und wirtschaftl. Leben werden von "außen" beeinflusst (Umwelt)

Die heranwachsende Jugend sollte so erzogen werden, dass sie jederzeit ihren Platz in der Gesellschaft einnehmen und ihre Entwicklung vorantreiben konnte. In dieser Hinsicht erhielt die Arbeit in der Schülergruppe eine besondere Bedeutung. Stellte sie doch in gewisser Weise ein Element der staatsbürgerlichen Erziehung dar. In den Arbeitsgemeinschaften waren die Kinder gezwungen zu lernen, miteinander sozial umzugehen, sich gegenseitig zu respektieren und einander unterzuordnen. KERSCHENSTEINER wollte damit lehren, “dass Arbeit immer Dienst an der Gemeinschaft ist und dass damit die eigene persönliche Arbeit erst ihren tieferen sittlichen Wert erhält." Er sah eine Problemlösung in der Aufhebung der Trennung von Schule und Leben, ebenso von ausschließlich geistiger Beanspruchung und praktischer Tätigkeit. Alle selbständigen, spontanen Aktivitäten und Interessen eines Kindes in natürlicher außerschulischer Umgebung sollten in das schulische Lernprogramm integriert werden, da die ,,Aktivitäten nicht leer, sondern stets auf etwas gerichtet sind." Vorraussetzung für die staatsbürgerliche Erziehung ist das Vertrauen der Mehrheit des Volkes in den Verfassungsstaat, er bedarf an innere Zustimmung.

Der Mensch erfährt in der Kulturgemeinschaft, je nach seiner Individuallage, an dinglichen und personalen Gütern, geistige Werte. Der Zwang, in den Dienst dieser Werte gestellt zu werden, hängt von deren individuellem Erleben ab. Dies ist Grundlage für ein geistiges Sein im Individuum, das uns vom rein animalischen unterscheidet.

Diese Menschenbildung vollzieht sich an den Kulturgütern. Diese sind als rein gegenständliche Sachverhalte dargestellt, werden in der Schule als Bildungsgüter betrachtet.

Jedes neue Gut, das Menschen der Menschheit schenken, trägt das Gepräge des Geiste, dem es entsprungen ist. Es trägt neben gewissen objektiven [...] vor allem auch die subjektive Struktur des Geistes, aus dem es geboren wurde. Dies gilt ohne Ausnahme auch für Kulturgüter.

Grundaxiom der Bildung:

Die Individuallage muss jeweils einem Kulturgebiet entsprechen, um einen Bildungsprozess in Gang zu setzen. Ist die eigene geistige Struktur der des Kulturgutes angepasst, wird man ganz von selbst ergriffen und assimiliert es - dies geschieht durch ununterbrochene Arbeit, d.h. das Kulturgut wird erarbeitet. Dieses ist ein geistiger Prozess der "Bildungsenergie im Kulturgut potentiell speichert" und als Bildungswert der Kulturgüter gefasst wird und in der Arbeitsschule ausgelöst wird.

Arbeitsprinzip:

Bildungswert = Arbeit in objektiver Gestaltungen der Vollendungstendenz ⇒ Selbstprüfungsvollzug ⇒ sachlichen Einstellung

Das Arbeitsprinzip ist nur dann gewahrt, wenn die Arbeit beim Eindringen in die Vorstellungskreise und in die Denkungsweisen dieses Gebiets den Arbeitsmethoden angepasst ist die sich innerhalb jener Geistesgebiete mit psychologischer Notwendigkeit entwickelt haben.

Auch psychologisch ist die Suche nach einem allgemeinen höheren Zweck nicht auf sich selbst beschränkbar. Der persönliche Wille muss immer von der Gemeinschaft anerkannt und legitimiert sein. Der allgemeine Wille kann nur auf eine Ordnung des gemeinsamen Lebens gerichtet sein. (Vorsicht: in der Realität steht dahinter die souveräne Strafgewalt einer org. Gemeinschaft!)

Wenn gem. Gut = höchster Zweck sein soll, dann müssen alle niedrigeren Zwecke darin enthalten sein. Niedrigere Zwecke bestimmen die sinnlich-geistige Natur, davon sind folgende Gebiete der Befriedigung festgelegt:

Sorge um das physische Wohlsein Sinnlichkeitsgestaltung leibliche und geistige Fürsorge um die Nachkommenschaft Betätigung des Wissendrangs Bedürfnis nach religiöser Erhebung freie Gestaltung des sittlichen Wollens etc.

⇒ Alle Triebe liegen in der menschlichen Natur, aus ihnen entspringt eine Reihe von allgemein berechtigten Zwecken und Zwecksystemen:

Wirtschaft,

Handel,

Wissenschaft,

Kunst,

Religionsgemeinschaften etc.

Familienleben,

Jugenderziehung

Alle Zwecke dienen der Vergesellschaftung. Umgekehrt soll jeder individualisierte Zweck, soweit er als Teil des allgemeinen Zweckes gewollt werden kann für den allgemeinen Zweck in der Arbeit Befriedigung finden.

Vergesellschaftung wird von KERSCHENSTEINER auf dem Niveau der unmittelbaren Kooperation verstanden. Geistige Arbeiter erziehen und führen die manuellen Arbeiter, diese ersteren folgen und danken. Die Eigene (Schein)Identität der Vorbilder und Mitstreiter, sowie gesellschaftliche Diskrepanzen werden ausgeblendet. Erziehungsziel ist auf die berufliche Werdung beschränkt, für theoretische gesellschaftliche Gedanken fehle den Zöglingen die geistige Reife. KERSCHENSTEINERS Pädagogik diente damit ungewollt dem unbedingten fleißigem Gehorsam des Einzelnen.

STAAT

An die Stelle sterilen bürgerkundlichen Gedächtniswissen tritt die Einsicht in die Verknüpfung der Eigeninteressen mit dem Staat und die Einübung angemessener Verhaltensweisen - besonders durch die Arbeitsgemeinschaft und die Selbstkontrolle - im Sinne einer Charaktererziehung, wobei der moralische Mut und das selbstlose Wohlwollen dominieren. Das Ziel des "brauchbaren Staatsbürgers" als Gesamtziel für die Erziehung überhaupt vermag KERSCHENSTEINER allerdings nur dadurch zu behaupten, indem er sich nicht auf den vorgefundenen, zwangsläufig unvollkommenen Staat, sondern auf den idealen Rechts- und Kulturstaat bezieht. Diesen gilt es in sittlicher Staatsgesinnung allmählich zu verwirklichen. Niemand kann ein brauchbarer Bürger eines Staates sein, der nicht eine Funktion in diesem Organismus erfüllt, der also nicht irgendeine Arbeit leistet, die direkt oder indirekt den Zwecken des Staatsverbandes zugute kommt (einschließlich Kulturgüter?). Wer die Segnungen dieses Staates genießt, dafür aber nichts beisteuert handele unsittlich! Hierin werden die Interessengegensätze im konkreten Staat und die Frage der Kontrolle und Ausübung der tatsächlichen macht vernachlässigt.

Erfüllung von sittlichen Gut durch Staatswesen. Voraussetzung: die rechte Gesinnung und freie Persönlichkeit der Mitglieder. Sein Staatsverständnis geht von einer hierarchischen Struktur aus, worin das Volk implizit ein passives, abhängiges Element darstellt, dem er dennoch ein Freiheitsstreben zuspricht.

Der Rechts- und Kulturstaat stellt ein Ideal dar, welche wegen der menschlichen Mängel nicht zu erreichen ist! Eine Näherung ist möglich. Beleg dafür sei der Lauf der menschlichen Kultur, worin eine Entwicklung zum Kultur- und Rechtsstaat erkennbar sei. Zweck des Staates

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bedingungen:

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KERSCHENSTEINERs Konzeption wurde oberflächlich im Abschnitt über Schulen der Weimarer Verfassung aufgenommen: sittlich... staatsbürgerlich.., persönliche u. berufliche..., Volkstum..., völkerverständigend...: ⇒ Verbindung von Berufs- und Staatsbürgerrolle.

DAS BILDUNGSKONZEPT

Die Gründe für die Reformversuche KERSCHENSTEINERS lagen in der Einseitigkeit und Abstraktheit der ihm bekannten alten Schule, welche er oft kritisierend als "Buchschule" oder "Lernschule" bezeichnete. Es gelang ihr seiner Ansicht nach nicht, die Schüler auf das Leben im angebrochenen Industriezeitalter vorzubereiten. Manuelle Arbeit sei als Basis einer Erziehung zur Selbsttätigkeit wichtig, da einerseits die handwerkliche Berufswelt das Erfahrungsfeld für die "weitaus größte zahl aller Menschen" sei, zum anderen planmäßig durchgeführte Handarbeit den Denkprozess wesentlich fördern könne und damit ihre Brauchbarkeit für die Gesellschaft. Weg von der Drillschule fokussiert KERSCHENSTEINER die individuelle Bedeutsamkeit für die gesellschaftlichen Aufgaben. KERSCHENSTEINER hält innige Verflechtung von praktischer und geistiger Arbeit für besonders bildungswirksam. “Mit einem Minimum an Wissen ein Maximum von Fertigkeiten, Fähigkeiten und Arbeitsfreude im Dienste staatsbürgerlicher Gesinnung auszulösen.” Basis des Bildungsvorgangs ist also die Harmonie, versus der Basis “Differenz” oder “Konfliktgefühl” anderer Pädagogen.

Kern des Bildungsvorgangs:

Das Bildungsobjekt “Schüler” ist via seiner Seelenverfassung, als geformte Energie des Kulturgutes, in Harmonie mit dem Bildungsmittels “Gegenstand” zu versetzten. Im Resultat steht die Harmonie von Schüler und Umwelt durch die gewachsene Seelengröße des Schülers. Der Erzieher eruiert1 das Seelenrelief des Schülers, damit der Schüler sich der Sache um seiner selbst willen zuwendet. Damit vollzieht sich die Erziehung zur Kollektivpersönlichkeit.

Er beabsichtigte in seinem Reformwerk, vor allem Volksschüler in ihrer Eigenart und ihrer Denkweise anzusprechen und zu fördern. KERSCHENSTEINER war der Meinung, dass ihre Interessen besonders auf praktischem Gebiet lagen. Für ihn war in der selbsttätigen Arbeit das wichtigste pädagogische Moment der Schulbildung zu finden, aus dem heraus sich die Idee seiner Arbeitsschule entwickelte.

Durch Anknüpfen an das egoistische Interesse des Vorwärtskommens im Berufsleben wird die Lernbereitschaft geweckt und gesteigert. KERSCHENSTEINER bleibt jedoch bei dieser Primärmotivation nicht stehen, sondern sucht die individuelle Berufstüchtigkeit zu einer Versittlichung der Berufsauffassung zu überhöhen, die den Beruf als Dienst am Gesamtwohl versteht und schließlich zu einer Versittlichung des Gemeinwesens führt (Egoismus⇒Altruismus). Sein Anliegen war damit eher “National” als Naturwissenschaftlich orientiert. Ansatzpunkte dazu sind ihm die Organisation der Arbeit in der Schulwerkstatt im Geiste einer Arbeitsgemeinschaft als Übungsfeld für soziale Tugenden und berufsnahen Reflexion, die die Verflochtenheit der Interessen aller Glieder einer Gemeinschaft bewusst macht. KERSCHENSTEINER versucht die Anpassung den Einzelnen an das Kollektiv durch seine Integration in der Arbeitsgemeinschaften zu erlangen. Versittlichung durch Gruppenerlebnis. In der Praxis werden allerdings Arbeitsleistungen hauptsächlich individuell erbracht und die Arbeitsgemeinschaften nur zu bestimmten Anlässen organisiert .

Die Arbeit als selbstvergessene Hingabe an eine Sache ist für die sittliche Erziehung einmal deshalb bedeutsam, weil sich hierbei unbemerkt und ungewollt bestimmte sittliche Grundhaltungen entwickeln, die KERSCHENSTEINER als "elementare bürgerliche Tugenden" bezeichnet. Für KERSCHENSTEINER ist dabei die wichtigste Tugend die Gerechtigkeit, die letzen Endes nichts anderes ist, als die Sachlichkeit (Objektivität) gegenüber den Mitmenschen.

KERSCHENSTEINERS Erklärung für die besondere Rolle des ,,Erfahrungswissens" wurde in folgendem Satz zusammengefasst: ,,Die im eigenen Tun gewonnene Erkenntnis hat den Bezug zum eigenen Leben, denn sie ist aus der eigenen beim Handeln gewonnenen Erfahrung hervorgegangenen". KERSCHENSTEINER entwickelte für seine ,,Arbeitsschule" eine methodische Aufgabenfolge, da er den ausschließlich lehrergesteuerten Unterricht der ,,alten Schule" und den fast ausschließlich schülergesteuerten Unterricht einiger anderer Reformer ablehnte. Folgende Schritte sah diese methodische Aufgabenfolge vor:

Fragestellung der Schüler zur Aufgabe und Anstellen von Vermutungen auf Grund schon erlangter Kenntnisse; kritische Überprüfung der angestellten Vermutungen; Fertigstellung der Arbeit bzw. Lösung der Aufgabe.

Der letzte Schritt stellte ein Hauptkriterium der ,,Arbeitsschule" dar: die ,,Prüfung des Arbeitsergebnisses durch den Schüler.

Jeder Schüler sollte diese Überprüfung seiner eigenen Arbeitsergebnisse selbst vornehmen, und so in eine kritische Distanz zum eigenen ,,Werk" gelangen. Diese Schülerprüfung sollte die Beurteilung durch den Lehrer ersetzen.

Abgeleitet von den außerschulischen Aktivitäten der Heranwachsenden erkannte KERSCHENSTEINER zwei Bereiche, in denen sich die spontane Energie fördern und nutzen lässt, nämlich in der Naturwissenschaft und der praktischen Arbeit. Er ließ deshalb Schulwerkstätten und Schulküchen einrichten, das heißt Institutionen, in denen die Schüler ihr Interesse an den verschiedensten Materialien und deren Erprobung ausleben konnten. Schulgärten und -laboratorien ermöglichten es ihnen, ,,Erfahrungswissen" zu sammeln, Fragen zu formulieren und erlangtes Wissen später für weitere Lernprozesse einzusetzen.

Zeichenunterricht, im technischen Bereich ein Zentrales Fach, verfolgte er nicht expressionistisch, sondern als Schulung der Beobachtung im Dienste des Erfahrungswissens ⇒ die sachliche Wiedergabe als Bindung von Kunst, Handwerk und Ethik.

Tüchtige Arbeit als Grundlage freier Schaffensfreude versus Profitdenken und andererseits ungelenkter Freiheit. Ästhetik war damit Ausdruck einer ethischen Grundhaltung. Berufsorientierung war also nicht allein Qualifizierung, sondern auch leben-erzeugende Produktivität (vs. ökonomische). Dahinter lag das Gesellschaftsreformanliegen, zentriert, das Gemeinsamkeitsgefühl.

Folgerungen für das Bildungswesen:

Aufgaben der öffentl. Schulen:

Berufsbildung oder doch deren Vorbereitung Hilfe bei Berufsfindung / Vorbereitung auf Berufsleben (Arbeit im Gesamtorganismus) Versittlichung der Berufsbildung und des Gemeinwesens, innerhalb dessen der Beruf auszuüben ist Gewöhnung der beruflichen Orientierung auf den geordneten Staatsverbandes; Verpflichtung zur besten Leistung

⇒ Zu Gunsten des Ideals eines sittlichen Gemeinwesens die Vervollkommnung des spezifischen Persönlichkeitswertes.

Daher gilt:

Schule ist ein Mittel des allgemeinen Zwecks darf nie nur eine rein wissenschaftliche, rein künstlerische, rein religiöse oder andere einseitige Schule sein (nie nur einzelne Zwecke verfolgen) Berufschule als Ordnungsinstrument zur konfliktlosen Integration des Individuum in die ständische Ordnung zur Staatsstabilisierung.

⇒ Kritik an Universitäten: Sie nehmen diesen Lauf, Ausbildung von "beschränkten Spezialisten", vergleichbar mit der Arbeitsteilung in der Industrie mit organischen Zellen. KERSCHENSTEINER fürchtet, dass der Sinn und Blick des Einzelnen für das Gesamtsystem, den Staat und die jeweilige eigene wichtige Stellung und sittlichen Aufgaben in ihm dadurch verloren geht.

Schulorganisatorisch wird eine natürliche Einheitsschule postuliert, welche auf die jeweiligen Interessen- und Begabungsstruktur ihrer Schüler ausgerichtet ist. Diese wird als relativ konstant angesehen. Zukunftsweisend ist dabei außer dem Ausbau des Berufs- und Fachschulwesens das - nie realisierte - Postulat eines technischen Gymnasiums als Weg zur Hochschulreife neben den traditionellen "kontemplativen" Wegen des sprachlich-historischen und des mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium. Das von KERSCHENSTEINER in diesem Zusammenhang verfasste "Grundaxiom der Bildung", wonach die Bildung des Individuums nur durch jene Kulturgüter ermöglicht, deren geistige Struktur ganz oder teilweise der Struktur der jeweiligen Entwicklungsstufe der individuellen Lebensform entspricht, ist kritisiert worden. Die schulorganisatorischen Vorschläge selber wurden dabei aber nicht in Frage gestellt. Die Notwendigkeit der fortführenden Schulen begründet er mit der gerade in der Adoleszenz notwendigen Erziehung. Dort führt das fehlen einer sittlichen Führung zur Destruktivität durch noch das freie unkontrollierte Leben.

Bei den Mädchen war die Orientierung an den Aufgaben der Hausfrau und Mutter durch Einführung eines praktischen und theoretischen hauswirtschaftlichen Unterrichts begrenzt. Zu seinen Leistungen ist zu rechnen:

strenge berufliche Gliederung in fachliche Gruppen (oft kritisiert, heute z.T. überholt) Einführung von Schulwerkstätten

Berufsbildungsschulen weg aus dem Abendunterricht hin zur Tagesschule

Festanstellung von Fortbildungslehrern

Er führte fachlichen Arbeitsunterricht ein;

stellt den Arbeitsschulgedanken in den Dienst der Charakterbildung

enge Verzahnung von praktischer und geistiger Arbeit

Einführung unter massiven Widerstand von Lehrern, Gewerblichen und Arbeitern. Er wollte alle Volksgenossen von den unauflöslichem Gemeinsamen Interesse überzeugen.

Praktische Schulentwicklung

1896: Einführung von Schulküchenunterricht an den Münchner Volksschulen.

Angebote für freiwillige Arbeitsgemeinschaften mit dem Ziel der Entwicklung von Verantwortlichkeit.

um 1900: Einrichtung von Schulgärten für altere Schüler. Pflege von Topfblumen durch jüngere Schüler.

um 1900 Empfehlung zur Einrichtung von Aquarien, Terrarien, Volieren, Raupenkästen Verteilung von jährlich 10 000 Blumenzwiebeln an die 3. und 4. Klassen.

1900: Holz- und Metallverarbeitung in allen achten Jungenklassen.

1903: Nach ausgedehnten Untersuchungen KERSCHENSTEINERS von Kinderzeichnungen Reform des Zeichenunterrichts.

Laboratoriumsunterricht für Physik und Chemie in allen achten Klassen eingeführt. Der Schüler lernt "beobachten, vergleichen, schließen, objektiv urteilen, vorsichtig prüfen, selbständig handeln (fachgemäße Arbeitsweisen),... Ausdauer, Geduld, Sorgfalt, Ordnung Reinlichkeit...etc."

Kleingruppenarbeit im naturwiss. Unterricht.

Geometrieunterricht im Freien.

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KERSCHENSTEINER hat das "Anhängsel der Volksschule, die Fortbildungsschule" in eine fachlich gegliederte berufliche Schule umgewandelt. Bei der Reorganisation des bis dahin allgemeinbildenden Fortbildungsschulwesens orientierte KERSCHENSTEINER sich am jeweiligen Beruf der Schüler und realisierte damit in München zwischen 1900 und 1906 das Konzept der fachlich gegliederten Berufsschule. In Mittelpunkt stellte er die praktische Arbeit in der Schulwerkstatt. Damit wird ein systematischer beruflich-technischer Lehrgang ermöglicht, zugleich auch ein Konzentrationspunkt für den theoretischen Unterricht gewonnen.

Zusammenfassung

KERSCHENSTEINER fordert Eingehen auf die individuellen Interessen der Eigenaktivität, die Notwendigkeit der Charakterbildung und Pflege der sozialen Tugenden. Im Bereich der Volksschule soll der Arbeitsunterricht als Fach den praktischen Interessen der Altersstufe entgegenkommen und zugleich der Vorbereitung auf die spätere Berufslehre dienen. Anfangs Handfertigkeitsbefürworter, kommt es im Spätwerk KERSCHENSTEINERS zu einer "Spiritualisierung" des Arbeitsbegriffs: Arbeit wird nun verstanden als selbstlose Verwirklichung der immanent (zeitlosen) Werte der jeweiligen Güter unter dem Anspruch der Sachlichkeit und Vollendungstendenz. Insofern wird ihr versittlichende Kraft zugesprochen.

Der gegenwärtige bzw. zukünftige Beruf ist ihm der Konzentrationsmittelpunkt der individuellen Bildung. Die individuelle Bildung sollte zur Allgemeinbildung fortschreiten. Diese Umkehrung gegenüber HUMBOLDT versteht KERSCHENSTEINER als neuen Weg zur Verwirklichung humanistischer Bildungsideale.

KERSCHENSTEINERS Ansätze entstanden zum größten Teil während seiner Amtszeit als Stadtschulrat in München, worin neben der Charakterbildung und Staats-Stabilisierung die Reform des Fortbildungswesens eines seiner Hauptanliegen war.

Sein Erfolg ist durch die zeitgemäße gesellschaftliche Orientierung begründet. Solange Reformkonzepte & -argumente nicht an die wirtschaftliche & soziale Entwicklung des Staates und seiner Ideologischen Struktur angebunden sind, haben sie nur geringe Chancen zur Akzeptanz. GAUDIGs Modell dem Mangel an Wertorientierung vorgeworfen wird, wäre dagegen später mit einer politischen, soziologischen Identität nicht akzeptiert worden. Die historische Bedeutung KERSCHENSTEINERS für die deutsche und die internationale Pädagogik liegt

in der Begründung der Arbeitsschule, die sich bei ihm aus der Knabenhandarbeit entwickelt als ein durchgehenden Prinzip des gesamten Schulwesens;

in seiner Theorie und Praxis der staatsbürgerlichen Erziehung, die zur Einübung der politischen Bildung in Arbeitsgemeinschaften erfolgen soll;

in seiner Theorie der Schule und des Unterrichts, die zugleich eine Neubesinnung auf die Lehrerbildung einschließt; in seiner "Theorie der Bildung" und dem "pädagogischen Begriff der Arbeit", wodurch er die geisteswissenschaftliche Pädagogik mit einer praktisch-ökonomischen Arbeitslehre verbunden hat.

Kritik und Vergleich mit anderen reformpädagogischen Arbeitsschulmodellen

Politische Varianten

In Bildungsverständnis und Gesellschaftsbild unterscheiden sich die bürgerliche und die sozialistische Variante der Arbeitsschule am deutlichsten. Die Vertreter der bürgerliche Arbeitsschule gehe bei aller Verschiedenheit ihrer einzelnen Argumente von einer dualistisch strukturierten Gesellschaft aus, die als Erbe der europäischen Bildungstradition bis ins 20 Jh. hineinwirkt. In ihrer radikalen Form begegnet uns diese Auffassung bei den Vertretern der volkstümlichen Bildung (30er Jahre).

Das Bildungsverständnis der sozialistischen Arbeitsschule ist dagegen von der Notwendigkeit wissenschaftlichen Unterrichts für alle Schüler bestimmt.

KERSCHENSTEINER versuche die Reformbewegung dem “negativen” Einfluss der Sozialdemokraten zu entziehen, Arbeitsschulbewegung als Schutzsystem gegen die Sozialdemokratie.

Der Meinungsstreit über den Bildungsauftrag ist eng mit der Frage verbunden, ob die Arbeitsschule allgemeine oder berufliche Bildung vermitteln soll. Im Prinzip erkennen alle Vertreter den Prioritätsanspruch der Allgemeinbildung an, doch sind dabei die Akzente verschieden gesetzt. Während bei GAUDIG der berufsbildende Aspekt unberücksichtigt bleibt, deute KERSCHENSTEINER die Berufsbildung als Grundlage allgemeiner Menschenbildung. Darin stimmen ihm die Vertreter der Projektschule, wenn auch mit anderer philosophischer Begründung zu.

SOZIALISTISCHES UMFELD

FISCHER löste die Arbeitsschule von Überlegungen gesellschaftspolitischer Legimitation und der “Erlebnispädagogik” um sie zu einem “Stilprinzip der Bildungsarbeit” zu etablieren. KERSCHENSTEINER vermisste auch hier die Beantwortung der Sinnfrage, ähnlich wie bei GAUDIG (Arbeit als Askese, aber Askese wofür?). Arbeit in schulpraktischer Version: Nicht Handarbeit als Fach, sondern das Versetzen des Schülers aus dem Passivum ins Aktivum sei das wesentliche Merkmal der Arbeitsschule. will zu einer standes- und nutzenunabhängige humanistische Menschenbildung (Humanisierung der Berufsbildung) Sozialistische Konzeption, warnt vor ökonomischer Gesellschaftsphilosophie, die den Arbeiter lediglich als Produktionsfaktor für die Gemeinschaft beansprucht, im Widerspruch zu ihrem Anspruch der Menschenbefreiung (1924). Arbeitsschule = Lebensschule, nicht eine Form der Unterweisungsmethodik (1930). Methodisch und didaktisch erfolgreich, konzeptionell nicht.

SEIDELs Orientierung bzgl. Arbeit und Schule war auf die Demokratisierung und technischen Fortschritt gerichtet, mittels menschlich-harmonischer Bildung durch die Einheits- Arbeits- und Staatsbürgerschule für alle. Contra der Diktatur einer Klasse. Integration und Entwicklung von Pädagogik bzgl. Gesellschaft, Technik und Institutionen.

Gemeinschaftserziehung kein Arbeitsschulenmerkmal. Arbeit als Grundstein der Gesellschaft soll auch Grundstein der Bildung sein.

Versuchte Lehrer in Handfertigkeiten auszubilden (“Die Blätter”). Arbeit öffne Schule, verhindere Geistesblähungen, führe zur Erstarkung des Geistes. Förderung der Kreativität. “Je freier ein Staat ist, desto stärker empfindet er das Bedürfnis nach Arbeitsbildung”Zahmer Sozialismus, Nähe des rechten Flügels der SPD.

BÜRGERLICHES UMFELD

GAUDIG: Selbsttätige Arbeit der Schüler als Persönlichkeitsbildung (1911). Emporbildung deutschen Wesens u. deut. Lebens als Ziel der Volksschule der Zukunft (1916). Arbeit als Selbsttätigkeit.

KÜHNEL: Vertritt GAUDIGs Auffassung, erweitert um herbartianischer Tradition: Unterricht sei organisch zu erweitern. Werkunterricht als Fach, das durch Eigentätigkeit auf Grundlage der körperlichen und geistigen Arbeit zur selbstständigen Persönlichkeit führt.

SCHEIBNER, Kontrahent zu FISCHER in Praktiker in der Folgschaft von GAUDIG. Fürsprecher der Eigentätigkeit der Schüler, freiwilliges für sich selbst schaffen, nach eigenem Bedürfen, ⇒ geistige Selbstständigkeit und Lebendigkeit (1913). Arbeitsteilung schafft eine Verpflichtung für das Ganze & Zusammenwachsen einer Lebensgemeinschaft.

Arbeitschule nach der Persönlichkeitspädagogik von GAUDIG/ SCHEIBNER

BEGRIFFSVERSTÄNDNIS

Lernen = Tun des Selbst (gleichgültig im Rahmen welcher Didaktik). Der Sinn der Arbeitsschule liegt im schaffenden Lernen durch Eigentätigkeit.

Arbeit wird auch hier als Wertverwirklichung verstanden: Ziel der Arbeitsschule ist das wecken der sachlichen Motivation, mit der der Schüler sich aus dem Passivum ins Aktivum bewegt. Der Schwerpunkt in der Wissensvermittlung soll also weg vom dozierendem Lehrer, hin zur freien Schülerbewegung. Hierbei wird sich jedoch von pädagogischen Ansätzen distanziert, in denen keine kulturelle Steuerung der Schüler vollzogen wird, sie sollen sich nicht des Kulturgutes selbst bemächtigen.

Straffe innere Zucht ⇒ Freitätigkeit \u? willkürliches Ausleben. Arbeit ist nicht Selbstzweck, sondern zum Wachstum des Arbeitenden. ⇒ “Arbeit” in seiner subjektiven Auslegung = “Arbeitserlebnis”.

Es soll Arbeit homogen Charakterisiert vermittelt werden, was lediglich durch die Sachlichkeit gewährleistet ist, da sie ein Grunderlebnis darstellt, das keine Willkür des Auszuführenden zulässt. Über die Sachlichkeit bekommt der Schüler ein Bewusstsein über das Schaffenswerk und durch das erfahrene Bewusstsein des Eigentums des Schaffenswerkes Zugang zur intrinsischen Motivation.

Wenn in einer Arbeitsaufgabe ihre Ursache gleichzeitig ihre Erfüllung darstellt, liegt das Arbeitserlebnis in der Freiheit des Schülers. Dies Bedarf das die Arbeitsaufgabe ein Wirklichkeitsgetreu ist, das den Schüler betrifft.

Subjektives Verständnis von Arbeit = Arbeitserlebnis ⇒ homogenes Erleben durch Sachlichkeit ⇒ Schaffensbewusstsein ï Sachliche Arbeitsweise ï Motivation ï Eigentum am Geschaffenen.

DAS GESELLSCHAFTS- UND BILDUNGSKONZEPT

Die Persönlichkeitspädagogik grenzt sich folgendermaßen von anderen pädagogischen Reformbewegungen ab. KERSCHENSTEINER wird wegen der geringen Wertschätzung des Individuums, der Zweckgebundenheit der Bildung, wie auch wegen der Dominanz der Handarbeit abgelehnt. Die romantische und die radikale Pädagogik wird wegen der “widerwärtigen Phrase vom persönlichen Ausleben” auf allen Gebieten verneint, da sie Erziehern das Eingreifen in triebhaftes Verhalten untersagt, es fördere das Kind weder in seinem Arbeitswillen, noch in seinen Entwicklungsmöglichkeiten.

GAUDIG sieht das gesellschaftliche Interesse Hand in Hand mit dem Interesse des Kindes. Widersprüche bleiben unaufgelöst: Der Lehrer als Anwalt des Kindes soll dieses schließlich auf die Gesellschaft vorbereiten. (Interessenkonflikt.) Weiterentwickelnd spricht er für die Anerkennung der Persönlichkeit des Individuums durch die Gesellschaft. Distanz von der Individualpädagogik. Auch die führerorientierte Jugendbewegung hält er für wertlos aufgrund mangelndem Eigenverantwortungsbewusstseins.

DAS SCHULKONZEPT

Bildungsziel Persönlichkeit. ⇒ Lernen = individueller selbstbestimmter und eigenständiger Vorgang. Oberstes Gebot bleibt das Prinzip der Selbsttätigkeit; Wissensstoff, Problemstellungen werden erarbeitet und nicht vorgetragen. Schüler ist nicht Objekt der Wissensvermittlung, sondern handelndes Subjekt. Objekt des Lehrers ist nicht der Schüler, sondern seine Tätigkeitsweise, sein Wirken. Vermittlung von Arbeitsinhalten und Lerntechniken, sowie deren Initiierung. Vorbildfunktion des Lehrers für den freien Schüler. Reduktion des Unterrichtsinhaltes. Stoffpläne in Arbeitsgänge strukturieren, Wissenseinprägung erfolgt durch arbeitendes Umgehen.

Strenge Systematik hinsichtlicht eines Arbeitsvorganges:

starke Fachstruktur, für den Zusammenhalt v. Bildung und Wissenschaft. Zusammenführung durch Konzentrationsunterricht (=Projektunterricht).

Unterrichtsformen: Beschäftigenden Unterricht, freie Unterrichtsgespräche, arbeitsteiliger Klassenunterricht

Arbeitsschritte: Aufgabenstellung, Wahl der Arbeitsmittel, Planung, Ausführung, Ergebnisauswertung.

Zusammenfassend Betrachtung des Arbeitsvorganges:

technisch ⇒ Selbsttätigkeit

wertpädagogisch ⇒ intrinsische

Motivation psychologisch ⇒ Eigentumserlebnis

sozial ⇒ Arbeitsteilung, Stillarbeit

Vor allem SCHEIBNER bewirkte die weit-fortgeschrittenste reformpädagogische Didaktik.

Problematisch ist der favorisierten Individualismus, da er dem Kooperationsgedanke entgegenwirkt. Da der Schüler in seinen Arbeiten vor allem auf sich selbst gestellt ist, werden die wenigen sehr selbstständigen Schüler stark gefördert, die entscheidenden Schritte des Unterrichts werden immer wieder von dieser Minderheit bewerkstelligt. Dies verdrängt das kollektive Leistungsziel zugunsten des individuellen.

Kritik außerdem an der Entfernung zur Gesellschaftskritik: Eine freiheitliche Erziehung, die abstrahiert von ihrer Historisch-gesellschaftlichen Dimension ausgeübt wird bleibt in ihrer Bestimmung willkürlich, da ihr Zweck austauschbar ist. Der beanspruchte Begriff Arbeit ist vom realen gesellschaftlichem Arbeitsgeschehen abgetrennt. Oberstes Gebot für die “Lebensschule” ist die Selbstständigkeit, von der Motivation bis zur Kontrolle.

VERGLEICH Kerschensteiner MIT GAUDIG

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Deutsche Reformpädagogik in Russland (1900-1917)

KERSCHENSTEINER war der populärste westliche Pädagoge im vorrevelutionären Russland. Das Verständnis von komplexer Schulreform auf Basis des Arbeitsprinzip trifft aktuelle Probleme der modernen Industriegesellschaft. 1912 avanciert Arbeitsschule dank KERSCHENSTEINER zu Zentrum der pädagogischen Reformbewegung. Kritik an KERSCHENSTEINERS Münchener Fortbildungsschulen:

a) wissenschaftlichen Phänomene zu eng auf praktische Anwendung bezogen
b) Mangel an Selbstverwaltung der Schüler
c) Fixierung auf staatsbürgerliche Erziehung zulasten der individuellen Erziehung.
d) Zielrichtung “Bedarf an besser ausgebildeten Fachkräften” versus Demokratiebestreben.
e) Wenig Erziehungsarbeit
f) Stark an die Konjunktur gebunden ⇒ Opportunismus.

Sozialistische Arbeitsschulbewegung

Auf die sozialistische Arbeitsschule wirken gesellschaftstheoretische Modelle, in denen die Handarbeit als Teil umfassender Menschenbildung in einer geordneten Gesellschaft beschrieben wird. Diese Linie beginnt mit den klassischen Utopien der früheren Neuzeit und führt zu den Frühsozialisten des 19. Jhdt.. Marx und Engels haben der sozialistischen Arbeitsschule zwei wesentliche Elemente zu geführt: die Grundthese vom Klassencharakter der Erziehung und die These von der Notwendigkeit einer Verbindung von Schulunterricht und produktiver Arbeit und einer polytechnischen Erziehung als Bestandteil allseitiger Bildung.

PAWEL BLONSKIJ

Arbeitsschule auf dem polytechnischem Prinzip. Vorbehaltlose Realitätsorientierung. Aufgrund KERSCHENSTEINERS Popularität im vorrevolutionärem Russland, von BLONSKIJ auf dem Marxismus angepasst. Produktionsschule soll mit dem wirklichen Wirtschaftsprozess bekannt machen. KERSCHENSTEINERS Arbeitsschule ist handwerklich orientiert, entspräche nicht moderner Gesellschaft. Allgemeine Wissensvermittlung bliebe vernachlässigt aufgrund geringem Zusammenhang zwischen Handwerk und Wissenschaft. Industrielle und Maschinelle Fertigung erforderten Neuerungen. Typische Kritik für jeden Reformpädagogen der 20er Jahre: Das Gesamtkonzept sei durch die gesellschaftliche und die geistesgeschichtliche Entwicklung in manchen Punkten überholt.

Unter Berufung auf MARX fordert BLONSKIJ mit Nachdruck die Verbindung des Schulunterrichts mit der Produktion, wobei er im Bindungsgang des Kindes ein allmähliches Zurücktreten des Unterrichts vor der Arbeit in der Fabrik vorsieht. Als "Ideal" bezeichnet er die völlige Verschmelzung von Schule und Produktion. Deshalb versteht er den Begriff Schule als Arbeitsgemeinschaft. Arbeitserziehung muss der Arbeitswirklichkeit entsprechen! Arbeit soll nicht künstlich geschaffen sein, sondern reale Bedürfnisse Befriedigen. Basis ist die Industrielle Technik = Vergegenständlichtes wissenschaftliches Denken. Der Bildungsbegriff ist mit wissenschaftlichem Wissen gleich gesetzt!

Pädagogischer Konzeptausgang: Arbeit als Naturaneignung durch Tätigkeit. Arbeit nicht um ihrer selbst willen, keine Mystifizierung. Pädagogische Motivationspflege durch aufgreifen der Freude an nützlicher Arbeit. Geht auch vom Kinde aus: Das Ideal der Gesellschaft ist dem Ideal des Kindes gleich! Kinder sollen aktiv sein, Lehrer aufpassen, nicht umgekehrt. Lehrer als Mitkameraden der Schüler, sollen gleichzeitig aber einwirken (!?) ⇒ Kein individualistischer Freiheitsbegriff.

Strukturelle Basis: Gesamtunterricht (vs. Fächer & Unterrichtsstunden). Struktur & Systematik entwickelt sich aus der jeweiligen Tätigkeit. Tätigkeitsfelder ähnlich wie bei KERSCHENSTEINER, hieraus wird theoretische Fragen und Wissen abgeleitet. Theoretische Fundierung in Club-ähnlicher Atmosphäre. Phasenweises beschäftigen mit einer Thematik (selbstgewählt und individuell). In späteren Schullaufbahn Möglichkeit sich zu spezialisieren (Berufsvorbereitend). Zu Grunde liegt die Idee der dauerhaften Weiterbildung ⇒ keine Verpflichtung, alle wissenschaftliche Erkenntnis in der Schulzeit zu erfassen.

Organisatorische Basis: Schule als demokratische Gesellschaft, Schüler und Lehrer in gleichberechtigter Position, konsequente Selbstverwaltung. Orientierung zur Öffnung nach außen, keine geschlossene Gesellschaft.

Fehlinterpretation KERSCHENSTEINERS Ideal

Die Stilisierung des Handwerks als Grundlage echter Wissenschaft sorgt für Kritik. KERSCHENSTEINER betont dagegen immer, dass es um die aus der Praktischen Tätigkeit resultierende geistige Tätigkeit geht. Arbeitsunterricht ist im Gegensatz zur Arbeitsschule im Sinne manueller Arbeit als ein Unterrichtsfeld der Volksschule. Es hat nichts mit Arbeitsschule zu tun, wenn man Arbeitsunterricht in der Form des Werkunterrichts gelten lässt, "geistreich" zw. Werkstättenunterricht und Werkunterricht unterscheidet. ⇒ es fehlt systematische Willensschulung und Urteilsklarheit.

Neues Bildungselement erst durch systematisches Werkzeug der Willensbildung und Urteilsschärfung dort, wo es der Natur der Sache nach notwendig und nach Möglichkeiten der Seele gehandhabt wird.

Fazit: Alle Arbeit sei körperlich und geistig zugleich, aber der Ursprung des Denkenwollens liegt im praktischen Tun. Und nicht jede Arbeit hat Bildungswirkung!

Widerspruch auf Grund eines Missverständnisses:

Die größeren Schichten der Bevölkerung werden auf ein niedriges Ausbildungsniveau im Dienste der mechanischen Tätigkeit gefördert, um Schaffensraum für eine Elite zu Gunsten des Vaterlandes frei zu halten. Der Einzelne, das Individuum diene dem Staat, sein Eigeninteresse hat als solches keinen Wert, muss jedoch für den reibungslosen Ablauf der Gesellschaftsprozesse respektiert werden:

Staatsbürgerliche Erziehung dient nicht zum blinden Dienst eines dauernd festgelegten Staatsorganismus, sondern zur Verwirklichung der ethischen Idee des höchsten äußeren Gutes[...].

⇒ KERSCHENSTEINER geht von einem idealistischem Staatsbild aus, das der Realität nicht gerecht wird.

Zusammenfassung der Kritik

In KERSCHENSTEINERS versittlichenden Staat sei eine rasche Überholbarkeit mancher Gedanken vorprogrammiert:

freiheitliche Demokratie,

das moderne Arbeitsleben

Vernachlässigung der geistigen Arbeit in seinem Erziehungskonzeption.

Verbannung des intellektuellen Bildungsweges an das Gymnasium. Dort wird Willensbildung auf anspruchsvollerem Weg geschaffen.

"Axiom der Bildung" fehlt Schlüssigkeit: Hiernach ist die Bildung des Individuums nur durch jene Kulturgüter ermöglicht, deren geistige Struktur ganz oder teilweise der Struktur der jeweiligen Entwicklungsstufe der individuellen Lebensform entspricht.

Zunehmenden Individualisierungstendenz in der Gesellschaft wird entweder ganz vernachlässigt oder wird an "fest vorgeschriebene Gleise gebannt”.

Freiheit der Gestaltung kommt zu kurz, "die gestaltende Kraft fehlt", gehemmt durch strenges Vorschreiben, was im Unterricht zu tun sei. Ruf nach frei gewählten bzw. sich frei auswirkenden Arbeiten in der Schule.

fehlender Bezug zur industrieller Arbeit mit ihren ökonomischen und gesellschaftlichen Bedingtheiten

aber: Begriff der Arbeitsschule häufig nicht verstanden, oft mit reine manuelle Tätigkeit gleichgesetzt.

Erfolge und Bedeutung KERSCHENSTEINERS´ Pädagogik

Im Weimarer Deutschland setzte sich GAUDIG durch. Die Arbeitsschule wird als Stätte geistiger Arbeit gesehen. Methodik & Didaktik - Begriff ähnlich FISCHERS. Erfolgreich, ersetzte den Gegenbegriff der herkömmlichen Schule. Außerdem wurde das Schulfach zur Schulung der Handfertigkeit in der vollzogenen liberale Schulreform aufgenommen. Erzieherischer Wert der Arbeit konnte sich nicht durchsetzten.

Berufspädagogik vollzog realistische Wende auf Spuren BLONSKIS im Industrie- Technologie-System. ⇒ Verklammerung von Bildungs- & Produktionsprozess, wenige erzieherische Ziele. Kritik: Pädagogik als Kapitalverwertungsprozess. Betrieb übernimmt Erzieherfunktion. Auch heute ist die Berufsschule praxisfern und nur Anhängsel von wenig Relevanz: Bsp.: institutionelle Unwichtigkeit von Berufsschulzeugnissen.

Aufgaben der öffentl. Schulen, heutige Fassung:

Qualifikation: Berufsbildung oder doch deren Vorbereitung ⇒ Brauchbarkeit

Integration: ⇒ Staatsbürger

Hilfe bei Berufsfindung / Vorbereitung auf Berufsleben (Arbeit im Gesamtorganismus) Jugendpolitisches Problem der Verwahrlosung und Verwilderung soll mit Hilfe der Berufschule sozial organisiert werden.

= Versittlichung der Berufsbildung & des Gemeinwesens, innerhalb dessen der Beruf auszuüben ist Selektion: legimitierte Verteilung von Ungleichheit

einst genutzt zum Erhalt der ständischen Ordnung, heute möglichst nicht statisch heute ständiger Prozess, nicht lediglich bis zum Ende der Ausbildung Bildungsabschlüsse zur gesellschaftlichen Positionierung soziale Ungleichheit wird Institutionalisiert durch staatl. arrangierte Bildung ⇒ Parallelen zwischen KERSCHENSTEINERS und heutigen Zielen

Differenz: Die von KERSCHENSTEINER propagierte Verwurzelung im Beruf dem heute die Flexibilisierung entgegen steht. Die Verknüpfung zwischen “äußeren Beruf” und “innerer Berufung” scheint wiederlegt aufgrund realer technischer, sozialer Veränderungen. Das Handwerkertum wurde idealisiert. Heute Ausbildung mit weniger Inhalt, dafür mehr Strategie. ⇒ Begriff “Schlüsselqualifikationen”. Berufschule soll heute Qualifikation zur lebenslangen Weiterbildung vermitteln. Die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen ist das Ziel der Didaktik des handlungsorientierten Lernens. Handlungsorientiertes Lernen soll Schlüsselqualifikationen vermitteln und damit der Persönlichkeitsentwicklung dienen. Eine ethische Orientierung, ist damit jedoch nicht verbunden, KERSCHENSTEINER Frage nach dem Warum bleibt offen. Der Gegensatz zwischen gebildeten Menschen und Berufsspezialisten könnte Berufsschule via einer Berufsethik verhindern. Tendenz ist gegenläufig: Berufsbildung verschult zunehmend, Bildung ist stark mit Wissenserwerb verknüpft.

Handlungsorientiertes Lernen

Grundlagen handlungsorientierter Lernkonzepte, die ”Handlung” in den Dienst des Unterrichts, knüpfen an COMENIUS (1592-1670), PESTALOZZI (1746-1827) über KERSCHENSTEINER (1854-1932) und GAUDIG (1860-1923).

Vermittlung beruflicher Handlungsfähigkeit durch Verbindung von Lernen und Arbeiten = Theorie und Praxis = Wissenschaftsorientierung und Praxisbezug, einen besonderen Stellenwert.

Im Rahmen der Handlungstheorie wird Lernen als konstruktiver Prozess verstanden, womit aktive, partizipative Methoden wie Rollenspiele, Fallstudien, Projekte, Szenarien oder auch Planspiele in verstärktem Maße Eingang finden in schulische Lernprozesse. Ausgangspunkt der Lernprozesse bilden komplexe, authentische Probleme bzw. Handlungssituationen mit Aufforderungscharakter, die einer sorgfältigen Problemdefinition bedürfen, zur Wissensverarbeitung motivieren und bei ihrer Lösung gewährleisten, dass Wissen von Beginn an nicht in abstrakter Form sondern unter Anwendungsgesichtspunkten erworben wird. Die Bewältigung komplexer Probleme und Handlungssituationen verlangt darüber hinaus das Erfassen der systemischen Zusammenhänge und die Fähigkeit, in Systemen zu denken bzw. ”vernetzt zu denken” und interdisziplinärer Vorgehensweisen. Die Lernarrangements werden so angelegt, dass umweltbezogene Kenntnisse und Fertigkeiten in verschiedenen Kontexten und im Hinblick auf unterschiedliche Zielsetzungen erworben und angewendet werden können. Dieses soll die Voraussetzung schaffen, dass das Umweltwissen mit Anwendungsbedingungen verknüpft wird und unzulässige Vereinfachungen vermieden werden können.

Lern- und Denkprozesse müssen offengelegt werden, damit sie Gegenstand der Selbstreflexion werden können. Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass die Reflexion der abgelaufenen Lernprozesse und der erworbenen Erkenntnisse, losgelöst von der spezifischen Lernsituation, die Methodenkompetenz der Lernenden fördern und die Transferfähigkeit erhöhen.

Menschliches Handeln, ist immer auf den Mitmenschen und seine mögliche Interaktion bezogen, also soziales Handeln. Kooperatives und soziales Lernen ermöglichen es, die eigene Vorgehensweise mit der anderer Mitmenschen zu vergleichen und im Hinblick auf die aufgetretenen Probleme, Schwierigkeiten und das Austragen von Konflikten zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.

Lernen wird im weiteren Sinne als Enkulturation verstanden (!!!). Das beinhaltet neben dem Erwerb von Wissen, spezifischen Fertigkeiten und Verhaltensweisen auch die Auseinandersetzung mit Wertesystemen, sowie Denkmustern, Expertenwissen, Überzeugungen oder ethischen Gesichtspunkten einer jeweiligen Expertenkultur. Im Hinblick auf das Umweltwissen ergibt sich daraus eine besondere Problematik. Ohne die Vermittlung von Orientierungswissen und theoretischen Modellen dürfte eine produktive Auseinandersetzung mit komplexen lebens- und berufsnahen Problemsituationen sowie die Befähigung zum vernetzten Denken kaum gelingen.

Die Wissenschaft erhält die Aufgabe, ”die kognitiven Fähigkeiten zu fördern und kognitive Strukturen aufzubauen! Wissenschaftliche Erkenntnisse und fachwissenschaftliche Theorien werden bevorzugt immer dann herangezogen, wenn sie zur Problemlösung und Bewältigung von Aufgaben aus dem beruflichen Alltag und der Praxis beitragen können. Der Vorteil des Handlungslernens in einer simulierten Umwelt liegt darin, dass sie sowohl ”simulativ ermittelte gegenständliche Erfahrung” als auch ”abstrahierenden symbolischen Umgang und kommunikative Reflexion” in sich vereinigt. Entscheidend ist allerdings, dass nicht nur simulierte Handlungen ausgeführt werden, sondern diese verbunden mit der Beobachtung und Deutung der Realität sind. Je komplexer Arbeitsorganisationen und technische Systeme werden und je geringer damit für die Schüler und Auszubildenden die Möglichkeit der aktiven Teilnahme an realen Arbeitshandlungen in Unternehmen wird, um so bedeutungsvoller wird das Erfahrungslernen in nach didaktischen Prinzipien gestalteten Modellbetrieben.

Als Konsequenz ergibt sich daraus ein neues Rollenverständnis der Lehrer und Ausbilder: Lehrer und Ausbilder werden ihre Hauptaufgabe darin sehen, die Schüler zum selbsttätigen Wissenserwerb anzuleiten und zusammen mit den Schülern den Dingen auf den Grund zu gehen. Das geschieht nicht zuletzt durch Fragen und Argumentieren und im Bewusst machen der Grenze des eigenen Wissens. Der Lehrer wird sich nicht vorrangig als Wissensvermittler und Vordenker verstehen. Als Fachmann für die Organisation von Lernprozessen wird er sich zunehmend als Mitlernender verstehen, der Denkprozesse und Problemlösungsprozesse initiiert, gemeinsam mit den Jugendlichen Kenntnisse und Einsichten erarbeitet und Problemlösungen sowie Handlungsstrategien entwickelt und bewertet. Ich möchte noch einige Aspekte kurz benennen, die mir besonders bedeutsam erscheinen:

- Handlungsorientiertes Lernen erfordert auch schulorganisatorische Veränderungen, die auf die Ausgestaltung der Schule als demokratische Schulgemeinde ausgerichtet sind, und den Dialog-, Beteiligungs- und Entscheidungsmöglichkeiten bieten.

ALLES KALTER KAFFEE: SCHON (2-)HUNDERT JAHRE ALT. Gruß ans Mittelalter.

Literatur

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[...]


1 herausgraben, zutage fördern: jmdn./etwas herausfinden; ermitteln.

35 von 35 Seiten

Details

Titel
Geschichtliche Betrachtung der Gewerblichen Ausbildung mit Schwerpunkt auf Kerschensteiners Arbeitsschulgedanken
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Veranstaltung
Prüfung Hargasser
Jahr
2000
Seiten
35
Katalognummer
V100729
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Geschichtliche Betrachtung der Gewerblichen Ausbildung mit Schwerpunkt auf Kerschensteiners Arbeitsschulgedanken
Schlagworte
Geschichtliche, Betrachtung, Gewerblichen, Ausbildung, Schwerpunkt, Kerschensteiners, Arbeitsschulgedanken, Prüfung, Hargasser
Arbeit zitieren
Anonym, 2000, Geschichtliche Betrachtung der Gewerblichen Ausbildung mit Schwerpunkt auf Kerschensteiners Arbeitsschulgedanken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100729

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