Diese Arbeit setzt sich mit dem Begriff „Classroom Management“ auseinander.
Das Ziel meines Essays ist es, die Merkmale Kounins – Allgegenwärtigkeit und Überlappung, Reibungslosigkeit und Schwung, Gruppenmobilisierung – im Hinblick auf den Unterricht zu untersuchen.
Auf dieser Grundlage werden die Handlungsempfehlungen für eine Lehrkraft ausgearbeitet und diskutiert. Es folgt ein kurzer kritischer Ausblick auf den heutigen Stand des Themas. Im abschließenden Fazit werden die Merkmale des Classroom Managements kurz zusammengefasst und die Ergebnisse der Handlungsempfehlungen reflektiert.
Die Frage „Was ist ein guter Unterricht und wie gestaltet man ihn?“ erfreut sich gegenwärtig großer Popularität. Studierende beschäftigen sich damit nicht nur während des Studiums, sondern auch während des Referendariats und der weiterführenden Arbeit.
Eine Erhebung zum Thema „(Guter) Unterricht“ belegt, dass die Tiefstrukturen des Unterrichts1 das Lernen und die Entwicklung von Schülerinnen und Schülern deutlich stärker beeinflussen als die Sichtstrukturen. Daraus wird deutlich, dass effektives Classroom Management zu den festen Bestandteilen des guten Unterrichts gehört.
Deshalb konzentriert sich dieser Essay auf die Fragen: Was ist Classroom Management und wie kann es praktisch im schulischen Alltag umgesetzt werden? Die Fragen danach sind von besonderem Interesse und großer Wichtigkeit für die (angehenden) Lehrkräfte, weil sie ihre Handlungen im schulischen Alltag beeinflussen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
3. Abschlussteil
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieses Essays ist es, die zentralen Merkmale des Classroom Managements nach Kounin – namentlich Allgegenwärtigkeit, Überlappung, Reibungslosigkeit, Schwung und Gruppenmobilisierung – im schulischen Kontext zu untersuchen und darauf aufbauend praxisorientierte Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte abzuleiten.
- Grundlagen und Definitionen des Classroom Managements
- Analyse der Kounin’schen Kernmerkmale für einen störungsfreien Unterricht
- Praktische Methoden zur Prävention von Unterrichtsstörungen (Rituale und Regeln)
- Kritische Reflexion des aktuellen Forschungsstandes zur Klassenführung
- Optimierungsmöglichkeiten für die schulische Lehrerausbildung
Auszug aus dem Buch
Allgegenwärtigkeit und Überlappung
Das erste Merkmal Allgegenwärtigkeit (Withitness) definiert Kounin (1976: 90) als „die durch sein konkretes Verhalten [Hervorhebung im Original] erfolgende Mitteilung des Lehrers an die Schüler, er sei im Bild über ihr Tun, oder auch, er verfüge über die sprichwörtlichen ‚Augen im Hinterkopf‘“. Das bedeutet, die Lehrkraft muss die Fähigkeit besitzen, der Lerngruppe zu vermitteln, dass sie allwissend ist und alles wahrnimmt, was im Klassenzimmer geschieht, und somit keine Störungssituationen übersieht oder toleriert und sich trotzdem gleichzeitig mit dem vielfältigen Unterrichtsgeschehen beschäftigen kann (vgl. ebd.: 89f.). Die Lehrkraft muss also physisch und psychisch präsent sein und der Lerngruppe das Gefühl geben, keine Unterrichtsaktion übersehen oder vernachlässigt zu haben.
Der Begriff „Überlappung“ (Overlapping) zeichnet das Verhalten der Lehrkraft aus, wenn sie gleichzeitig mit zwei Sachverhalten hantiert. Hierbei wird die Lehrkraft nach Kounin (ebd.: 95) zwei Problemen gegenübergestellt: „Der Fortführung seiner Arbeit und der Unterbringung von Fehlverhalten“. Dies bedeutet, die Lehrkraft soll (präventiv) die Unterrichtsstörungen auffangen, ohne ihre eigentliche Tätigkeit zu unterbrechen, um einen erfolgreichen Unterricht durchführen zu können (vgl. ebd.: 93-96). Eichhorn (2014: 16f) verdeutlicht die Begriffe „Allgegenwärtigkeit und Überlappung“ mit einem Beispiel: Die ganze Lerngruppe arbeitet, außer Dario. Frau Graf nimmt den Blickkontakt mit dem Schüler auf, begibt sich unauffällig in seiner Nähe und teilt ihm kurz und direkt mit, was er tun soll. Gleichzeitig beobachtet sie das Geschehen im Klassenzimmer, um mögliche Störungen frühzeitig zu registrieren, bevor sie sich ausweiten. Sowohl Allgegenwärtigkeit, als auch Überlappung steht in Zusammenhang mit dem Führungserfolg der Lehrkraft (vgl. Kounin 1976: 97-100).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz des Classroom Managements ein und formuliert die zentralen Fragestellungen hinsichtlich der praktischen Umsetzung im schulischen Alltag.
2. Hauptteil: Hier werden die theoretischen Merkmale nach Kounin detailliert erläutert, kritisch analysiert und durch praktische Strategien wie Rituale und Regeln ergänzt.
3. Abschlussteil: Das Kapitel fasst die Bedeutung der untersuchten Techniken zusammen und plädiert für eine stärkere Verankerung des Classroom Managements in der Lehrerausbildung.
Schlüsselwörter
Classroom Management, Klassenführung, Unterrichtsqualität, Kounin, Allgegenwärtigkeit, Überlappung, Gruppenmobilisierung, Unterrichtsstörungen, Prävention, Lehrer-Schüler-Beziehung, Rituale, Regeln, Lehrerausbildung, time on task, pädagogisches Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des Classroom Managements für die Gestaltung effektiven Unterrichts und untersucht, wie Lehrkräfte durch bestimmte Verhaltensweisen präventiv gegen Störungen agieren können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Classroom Managements, die Kounin’schen Kernmerkmale, Methoden der Prävention im Unterricht und eine kritische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Forschungsstand zur Klassenführung in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Relevanz der Merkmale nach Kounin für den heutigen Unterricht zu bestätigen und Handlungsempfehlungen für die praktische Anwendung sowie die Lehrerausbildung abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und kritische Analyse bestehender fachwissenschaftlicher Literatur und Studien zum Thema Classroom Management.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der fünf Merkmale nach Kounin sowie der kritischen Diskussion über die aktuelle Forschungslage und die Herausforderungen im modernen Schulalltag.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Neben dem zentralen Begriff Classroom Management sind Klassenführung, Allgegenwärtigkeit, Prävention, Unterrichtsqualität und Lehrprofessionalität maßgebend für das Verständnis der Arbeit.
Warum wird der Begriff "Führung" in der Forschung teils vermieden?
Die Arbeit stellt fest, dass das Wort "Führen" im deutschen Kontext oft eine negative Konnotation trägt, die historisch bedingt ist, weshalb viele Forscher alternative Bezeichnungen wählen.
Welche Bedeutung haben Rituale für den Unterricht?
Rituale dienen als präventive Mittel gegen Unterrichtsstörungen, indem sie Handlungsabläufe strukturieren, Entlastung schaffen und Sicherheit sowie Konzentration bei den Lernenden fördern.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Classroom Management nach Kounin und Merkmale guten Unterrichts. Wege der praktischen Umsetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007296