Über die Notwendigkeit der Lyrik im Deutschunterricht. Eine Untersuchung anhand der lyrischen Texte "Hegire" und "Haus am See"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. ) Einleitung

2. ) Analyse
2.1) Gedichtanalysen

3. ) Vergleichende Gedichtinterpretation

4. ) Didaktische Analyse

5. ) Methodische Analyse

6. ) Fazit

7. ) Literaturverzeichnis

1. ) Einleitung

„Lyrik nervt!" so lautet der Buchtitel Schriftstellers und Dichters Hans Magnus Enzensberger, welcher unter dem Pseudonym Andreas Thalmayr dieses Buch 2004 veröffentlichte hatte und damit den Gedanken einiger Schüler aufgriff. Dabei könne die Lyrik nicht nur ,nerven', sie ist für manche auch Heilung, Verarbeitung oder gar Flucht vor der Wirklichkeit.

Die vorliegende Arbeit setzt sich näher mit letzterem Phänomen der Flucht in lyrischen Texten auseinander. Dabei werden im Besonderen zwei literarische Texte einander gegenübergestellt, die das Thema der Flucht behandeln. Der erste literarische Text ist das Gedicht 'Hegire' von Johann Wolfang von Goethe aus dem 19. Jahrhundert und der zweite Text ist das Lied der 'Haus am See' von dem modernen Künstler Peter Fox.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, mittels einer modifizierten Unterrichtsmethode den individuellen Zugang zu den literarischen Texten zu fördern und herauszuarbeiten, mit speziellem Fokus auf die Flucht vor der Wirklichkeit, um auf die Notwendigkeit der Lyrik aufmerksam zu machen.

Dafür wird diese Arbeit in vier Abschnitte gegliedert. Zum einen werden die lyrischen Texte mittels des hermeneutischen Verfahrens analysiert und interpretiert. In der Analyse werden die Texte in Hinblick auf ihre strukturellen Merkmale sowie Tropen und rhetorische Mittel näher untersucht. Alsdann folgt das Kapitel der vergleichenden Interpretation. Darin werden die lyrischen Texte anhand des thematischen Schwerpunktes der Flucht einander gegenübergestellt und miteinander verglichen, um mögliche Unterschiede herausarbeiten zu können. Die nächsten beiden Kapitel setzen sich zum einen mit der Frage auseinander, welcher didaktische Nutzen aus den beiden Gedichten gezogen werden kann und erläutert die Frage, weswegen sich ein Vergleich der beiden lyrischen Texte anbietet. Zum anderen wird dem Leser ein methodischer Umgang mit diesen literarischen Texten vorgestellt. Dabei wird eine Methode dargeboten, die sich als eine Synthese zwischen Handlungs- und Produktionsorientierung versteht. Letztlich folgt das Fazit, in dem resümiert wird, inwiefern durch die vorangegangenen Kapitel, die Notwendigkeit der Lyrik für den Deutschunterricht durch diese Untersuchung betont werden kann.

Methodisch soll vorweg darauf hingewiesen werden, dass die Zitation der Verse in Klammern direkt nach dem Zitat erfolgt, sodass der Leser seinen Lesefluss nicht durch den ständigen Wechsel von Haupttext und Fußnote unterbricht.

2. ) Analyse

Die lyrischen Texte 'Hegire' von Johann Wolfgang von Goethe und dem Lied 'Haus am See' von Peter Fox entstammen beide aus unterschiedlichen Jahrhunderten, doch weisen beide einen thematischen Konsens auf: Inhaltlich behandeln beide lyrischen Texte das Motiv der Flucht von der Gegenwart, weswegen sich der Vergleich beider Gedichte anbietet.

Im Folgenden werden die beiden lyrischen Texte mittels des synchronen Verfahrens miteinander verglichen. Es werden zuerst die strukturellen Merkmale näher untersucht. Dafür wird auf den Strophenaufbau, das Reimschema sowie auf das Versmaß näher eingegangen werden. Alsdann werden die sprachlichen Mittel einander gegenübergestellt, sodass man die Konnotationen und die verschiedenen Ebenen und Merkmale Flucht besser identifizieren kann. Letztlich werden die Inhalte anhand des Themas der Flucht in beiden Gedichten miteinander verglichen und deren Bewegungen identifiziert. Anschließend erfolgt eine didaktische Analyse der beiden lyrischen Texte und ein Vorschlag, wie man die beiden Gedichte mittels Imagination in den Unterricht einbinden kann.

2.1) Gedichtanalysen

Das Gedicht 'Hegire' beschreibt eine gedankliche Fluchtsituation des lyrischen Ich, das von der Gegenwart, sowohl räumlich als auch zeitlich, flieht. Dabei flieht das lyrische Ich in mehreren Strophen in verschiedene Gebiete, die erst durch die konnotativen Elemente räumlich und zeitlich einzuordnen sind.

Das Gedicht besteht aus sieben Strophen mit jeweils sechs Versen. Durchweg ist der Paarreim vorherrschend, welcher innerhalb einer Strophe drei Mal vorliegt. Durchgehend liegt ein 4-hebiger Trochäus, in dem die Verse stets mit einer weiblichen Kadenz enden. Da diese formale volksliedähnliche Struktur durchgängig eingehalten wird, erleichtert dies den auditiven und visuellen Zugang, sodass es dem Leser, trotz fremder sprachlicher Elemente, nicht fremd erscheint.

Die anfänglich unpräzise Aufforderung des lyrischen Ich „Flüchte du"1 (V.2) erhält in den laufenden Strophen 2-6 durch die formulierten „Absichtsbekundungen"2 „Will ich" (V.8), „Will mich" (V.15), „Will mich"(V.19) und „Will" (V.31) nach und nach mehr Inhalt und Form.

Im Gegensatz zu 'Hegire' hat das Gedicht 'Haus am See'3 keinen traditionellen Aufbau. Es besteht aus zwei Strophen mit jeweils zwölf Versen und weiteren drei Refrains mit zwei Einschüben sowie vier Abschlussversen, welche den Anfängen der ersten beiden Strophen ähnlich sind. Beim zweiten Refrain ist der erste Vers modifiziert, sodass anstelle von „Und am Ende der Straße steht ein Haus am See" (V.13) „Und der Mond scheint hell auf mein Haus am See" (V.31) steht. Dieser Vers knüpft an die „Nacht" (V.30) des vorangegangen Verses an. Mit Ausnahme der ersten vier Verse der Strophen eins und zwei und den vier Abschlussversen, welche sich allesamt reimen, wurde der Paarreim verwendet. Die Tatsache, dass die Anfänge der beiden Strophen und die Abschlussverse einander ähneln, lässt auf eine innertextliche Beziehung zueinander schließen. Diese Ähnlichkeit bewirkt, dass eine gewisse Eintönigkeit des Stadtlebens suggeriert wird. Bezüglich des Versmaßes lässt sich, im Gegensatz zum einheitlichen Trochäus im Gedicht 'Hegire', kein einheitlicher Rhythmus identifizieren, sodass das lyrische Ich mal im Jambus oder im Trochäus oder frei von den gegebenen Richtlinien spricht. Möglicherweise vermittelt das lyrische Ich mit der Abkehr von einem metrischen Schema, im Zuge des Motives der Flucht, ebenso seine Abkehr von den genormten Umständen des Stadtlebens. Der Adressat von 'Haus am See' ist das lyrische Ich selber, welches acht Mal mit der Anapher „Ich" (V.3, V.8, V.9, V.11, V.15, V.18, V.22, V.26) beginnt. Damit wird nicht nur die Selbstbezogenheit des lyrischen Ich in den Mittepunkt gestellt, sondern auch der träumerische Charakter des lyrischen Ichs, welcher sich seine ideelle Welt konstruiert.

Die verwendete Sprache in 'Hegire' ist religiös und mystisch konnotiert. Die biblischen Erzväter werden analogisch durch „Patriarchenluft zu kosten" (V.4.) dargestellt und enthalten zwei sprachliche Mittel,- zum einen die Analogie der biblischen Erzväter und zum anderen die Synästhesie davon-, (dass Luft geschmeckt und nicht gerochen wird). In der gleichen Strophe wird die Verjüngung durch „Chisers Quell"(V.6) gewünscht, was einvernehmlich4 als eine Weihe des lyrischen Ichs verstanden wird, welcher darin einer Erzählung nach Hafis folgt.5 In der zweiten Strophe folgt das goethtische und allitierende Begriffspaar „Im Reinen und im Rechten"(V.7) und beschreibt nach Goethe die anfängliche Situation der Offenbarungsreligionen. (FA S.886) Ebenfalls wird der Orient im Divan und, unter anderem durch dieses Begriffspaar, auch als historisches Ideal gesellschaftlicher Strukturen und moralischer Werte verstanden (MA S.435). In der zweiten Strophe ist die Himmelslehr'(V.11) als eine Analogie für göttliche Offenbarung zu verstehen (MA. S.435), die den monotheistischen Religionen zuteilwurde, welche die Menschen unkritisch annahmen. Die anfänglich angesprochene „Patriarchenluft" wird analogisch modelliert und wird in der dritten Strophe nur symbolisch durch die "Väter"(V.13) dargestellt. Es folgt in der gleichen Strophe einem schwer zu deutendem Lob durch die Zusammenführung der Verse 15 und 16. Der Dichter lobt zum einen die Schlichtheit der Stammesgesellschaft (FA. S.887) und zum anderen betont er durch den antithetischen Chiasmus „Glaube weit, eng der Gedanke" (V.16) den immerwährenden Konflikt zwischen Glauben und Wissenschaft. (MA S.436). In der sechsten Strophe verwendet das lyrische Ich ein koranisches Motiv, (MA S.437) das für reine, unberührte Himmelsfrauen steht, nämlich die „Huris"(V.36). Als letztes sprachliches Mittel ist im Gedicht eine Personifikation der „Dichterworte"(V.39) zu identifizieren, welche in der Lage sind, zu klopfen und sich das ewige Leben zu erbitten. Im Unterschied dazu verwendet das lyrische Ich in ,Haus am See' die religiös konnotierte Sprache hingegen eher ironisch, in dem es „Gott hat einen harten linken Haken" (V.22) in einem antithetischen Parallelismus zwischen Betrug und Gerechtigkeit darstellt (V.21-22). Wo im Gedicht 'Hegire' die sprachlichen Mittel einen religiösen Bezug aufweisen und das Motiv der imaginativen Flucht religiös und mystisch konnotiert ist, ist für 'Haus am See' eine diesseitsbezogene, träumerische und alltägliche Sprache charakteristisch. Das lyrische Ich verwendet bereits zu Beginn der ersten Strophe die rhetorische Figur der Dreierfigur durch die Anhäufung von „die Gesichter, jedes Haus und jeden Laden" (V.2) und stellt damit die Verschachtelung der Großstadt dar. Die hier verwendete Metonymie „Gesichter" (V.2) veranschaulicht die Menschen der Großstadt, die das lyrische Ich langweilen, da er diese bloß als ihre äußere Form betrachtet, ohne ihnen einen Wert zuzuschreiben. Gesteigert wird diese Langeweile durch die Hyperbel „Kenn jede Taube hier beim Namen" (V.3). Im sechsten Vers verwendet das lyrische Ich eine Metapher für die von ihm zurückgelassene Großstadt als eine „Welt" (7-8), wobei die „Welt" hier als eine Zusammenführung von Lebensraum, Lebenserfahrung und Entscheidungen zu verstehen ist. Alsdann wird die besagte „Welt" personifiziert, welche vom lyrischen Ich abgeholt wird (V.8). In den Versen 9-10 befindet sich eine Klimax des Sprichwortes „Tag auf meiner Seite" (V.9), in Verbindung mit der Fortbewegung des lyrischen Ichs „ich hab Rückenwind" (V.9), bis hin zu einer Hyperbel „Frauenchor am Straßenrand der für mich sing" (V. 10), wodurch sein verstärktes Glücksempfinden veranschaulicht wird. Es folgt der Refrain, welcher aus undeutlichen Wort- und Satzelementen besteht, welche entweder wörtlich oder als sprachliche Mittel aufgefasst werden können. Das „Ende der Straße" (V.13) ist eine Metapher für das Ende eines Lebensweges sowie das Ende der Fluchtbewegung. Fragwürdig sind die angesprochenen vom lyrischen Ich angesprochenen „20 Kinder" (V.15), sodass angenommen werden kann, dass es sich hierbei um eine Hyperbel handelt, die das gewünschte Lebensglück des lyrischen Ich darstellen soll. Die Verse 17-18 bilden einen antithetischen Parallelismus zu den Versen 1-2. Daraufhin folgt eine Anapher, die eine Antithese zwischen Betrug und Gerechtigkeit einleitet. Es folgt alsdann eine Analogie mit „Frauen rauben mir den Verstand" (V.23) für das Verliebtsein. Die letzten zwei sprachlichen Mittel der zweiten Strophe sind zum einen die Personifikation des Glückes im Vers 24 sowie eine Hyperbel des erhaltenen Glückes in Vers 25. Zuletzt verwendet das lyrische Ich in den letzten vier Versen einen antithetischen Parallelismus zum ersten Vers des lyrischen Textes sowie ein scheinbares Paradoxon, welches durch den zeitlichen Verlauf aufgelöst wird „Hier bin ich gebor'n, hier werd ich begraben" (V.41).

Im folgenden Kapitel wird der Inhalt der beiden lyrischen Texte kurz wiedergegeben und alsdann werden beide Motive des Gedichts miteinander verglichen, um sie letztlich didaktisch zu analysieren und eine Methode vorzustellen, um diese lyrischen Texte im Unterricht effektiv anzuwenden.

3. ) Vergleichende Gedichtinterpretation

Das lyrische Ich im Gedicht 'Hegire' ist an den Leser und an sich selbst mit dem Aufruf „Flüchte du" (V.3) adressiert. Der Adressat ist mit der zweiten Person Singular ist textlich bereits zu Beginn des Gedichtes kenntlich gemacht worden, während das "mich"(V.8.) erst in der zweiten Strophe zu lokalisieren ist. Hierfür bietet sich eine Interpretation an: es ist möglich, dass sich das lyrische Ich durch die Verwendung des „du" (V.3) selbst gemeint hat (MA S.433), um sich räumlich von dem gegenwärtigen Ort zu distanzieren, und impliziert somit eine transzendentale und imaginierte Flucht. Beginnend mit der örtlichen Reise, wo eine räumliche Distanz aufgebaut wird, wechselt das lyrische Ich zu einem „mich" (V.8) und bestimmt in dieser Strophe eine temporale Komponente seiner imaginativen Flucht. Dieser Gestus des Personenwechsel schließt mit einer erweiterten Distanz zum lyrischen Ich ab, welcher sich selbst als „Dichter(s)" (V.35) wahrnimmt und damit das Mittel seiner imaginativen Flucht, die Dichtung, in den Mittelpunkt stellt. Während das lyrische Ich in diesem lyrischen Text mit der Distanz zu sich selbst hantiert, verdeutlicht das lyrische Ich bei 'Haus am See', dass der Adressat des Textes er selbst ist. Gleich zu Beginn der ersten Strophe wird mit dem Vers „Hier bin ich gebor'n" (V.1) deutlich, dass dieser lyrische Text von einem starken Ich-Bezug nicht abweicht. Rund 20-Mal verwendet das lyrische Ich die erste Person Singular und mit jedem Mal, wird die von ihm vorgestellte imaginative Flucht inhaltlich mit Bewegung gefüllt. Die Bewegung beginnt mit der Geburt im ersten Vers „Hier bin ich gebor'n" und endet nicht mit dem Tod, sondern mit der Wiederaufnahme des Realitätsbezuges „Wenn ich so daran denke kann ich's eigentlich kaum erwarten" (V.44) und dem Ende seiner imaginativen Flucht. Damit wird der imaginative Charakter der bereits vorangegangen Verse hervorgehoben und das Ende des lyrischen Textes textlich kenntlich gemacht.

In beiden lyrischen Texten wird eine imaginative räumliche sowie zeitliche Bewegung eines lyrischen Ichs geschildert. Dies soll im Folgenden, beginnend mit 'Hegire' näher ausgeführt werden, um die lyrische Fluchtbewegung näher zu untersuchen.

Ausgehend von den ersten beiden Versen der ersten Strophe wird eine Grundsituation des lyrischen Ichs beschrieben, dass auf eine Missgunst des Gegenwärtigen hinweist. Zum einen ist das Land oder die Region offenbar ein gespaltener Raum, wo „Nord und West und Süd zersplittern" (V.1). Jedoch sollte hierbei nicht von einer rein räumlich materiellen Trennung ausgegangen werden. Die bewusste Verwendung von den Begriffen „Throne" (V.2) und „Reiche" (V.2) deuten semantisch auf ein politisches Spektrum hin. Die politische Situation Europas ist von Veränderungen geprägt, in der alte Königshäuser ihre Macht verlieren und weitere „Reiche" (V.2) durch eine scheinbar bedrohliche Instanz in Angst und Panik versetzt werden, was durch ein Angstempfinden in starker körperlicher Erregung mündet. Dieses Bild akkumuliert sich in der Personifikation „Reiche zittern" (V.2). Es kann davon ausgegangen werden, dass hier die politische Situation Europas geschildert wird (MA S.433). Wohin das lyrische Ich flüchten soll, wird alsdann angeführt. Es sei ein „Osten", welcher jedoch nicht in der gegenwärtigen Zeit zu lokalisieren ist, sondern in der Zeit und Atmosphäre der „biblischen Erzväter"6, in der sich das lyrische Ich fortan in eine ideelle Welt vorstellt. Das Motiv der Flucht von den gegenwärtigen Umständen wird auch im lyrischen Text 'Haus am See' verwendet, wobei der Grund für die Flucht des lyrischen Ichs ein anderer ist. Während das lyrische Ich in 'Hegire' vor den politischen Umständen und der Zerrissenheit flieht, sind die Gründe in 'Haus am See' anderen Ursprungs. Das lyrische Ich flieht vor der Eintönigkeit und Langeweile der Großstadt. Er habe bereits alles gesehen und kenne bereits alles, sodass er jenen namenlosen „Tauben" (V.3) ironischerweise einen Namen geben kann. Das lyrische Ich flüchtet, ähnlich wie in 'Hegire', auch zeitlich vor der Gegenwart. Seine imaginative Flucht mündet letztlich in einer Zukunft, in der das lyrische Ich bereits gealtert ist, sich nicht mehr fortbewegt und scheinbar nur noch auf den Tod wartet „Hier bin ich gebor'n, hier werd ich begraben" (V.41). Wohin das lyrische Ich räumlich fliehen will, gibt dieses nicht an, sondern lediglich den Drang der Flucht, welchen es durch den rhythmischen Schwerpunkt im dritten Vers verdeutlicht „ich muss mal weg" (V.3), wo die Betonung auf „muss" und „weg" liegt. Somit unterscheidet sich nicht nur die Grundsituationen der beiden lyrischen Ichs, sondern auch das angestrebte Ziel der Flucht, welches in 'Hegire' klar definiert wird und im Laufe der Strophe mehr Konturen erhält.

[...]


1 Johann Wolfang von Goethe: „West-oestlicher Divan". 3., unveränd.Aufl. der dt. Ausg. Müchen: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG. 1819, S.9. Die Verweise auf die Verse erfolgen in Klammern nach dem Zitat in Klammern.

2 Sebastian Kaufmann: „Schöpft des Dichters reine Hand ...". Studien zu Goethes poetologischer Lyrik. Heidelberg 2011, S. 315.

3 https://www.songtexte.de/songtexte/peter-fox-haus-am-see-3149431.html (Stand 15.10.2019) Die Verweise auf die Verse erfolgen nach dem Zitat in Klammern.

4 West-östlicher Divan. Teilband 1 / Johann Wolfgang Goethe. Herausgegeben von Hendrik Birus. 2010, S.435. (im folgenden MA genannt)

5 Sämtliche Werke nach Epochen seines Schaffens. 11,1,2, West-östlicher Divan. Johann Wolfgang Goethe. Hrsg. Von Karl Richter in Zsarb. mit Herbert G. Göpfert, Norbert Miller Und Gerhard Sauder, 1998, S.886. ( Im folgenden FA genannt)

6 Hendrik Birus: Poetische Emigration. In: Interpretationen. Gedichte von Johann Wolfgang Goethe. Hg. v. Bernd Witte. Stuttgart 1998, S. 191.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Über die Notwendigkeit der Lyrik im Deutschunterricht. Eine Untersuchung anhand der lyrischen Texte "Hegire" und "Haus am See"
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
17
Katalognummer
V1007421
ISBN (eBook)
9783346393579
ISBN (Buch)
9783346393586
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lyrik, Deutschunterrricht, Peter Fox, Gedichte, Goethe, Vergleich
Arbeit zitieren
Mohammed Chahrour (Autor:in), 2019, Über die Notwendigkeit der Lyrik im Deutschunterricht. Eine Untersuchung anhand der lyrischen Texte "Hegire" und "Haus am See", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007421

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