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Die Erklärung des Zusammenhangs zwischen Geschlecht und Schulleistung zuungunsten von Jungen auf Grundlage der Sozialisationstheorie

Titel: Die Erklärung des Zusammenhangs zwischen Geschlecht und Schulleistung zuungunsten von Jungen auf Grundlage der Sozialisationstheorie

Hausarbeit , 2020 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marie König (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Während schon seit längerer Zeit in Bildungsdiskussionen über Chancengleichheit die Bildungsmöglichkeiten von Kindern in Abhängigkeit ihrer sozialen Herkunft sowie ihrer Abstammung fokussiert werden, wird seit einigen Jahren ebenso der Faktor Geschlecht in Bezug auf eine Benachteiligung von Jungen betont. Vor mehreren Jahrzehnten galt das weibliche Geschlecht im Bildungswesen und Berufsleben als benachteiligt. Auch heute gibt es noch signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede in schulischen Leistungen, jedoch hat sich die Perspektive mittlerweile zuungunsten der Männer verschoben. Mehrere international vergleichende Schulleistungsuntersuchungen belegen den Rückgang des Schulerfolgs von Jungen. Allerdings fehlt es bislang für diese Tatsache an befriedigenden Erklärungen.

Die Sozialwissenschaftler Gudrun Quenzel und Klaus Hurrelmann (2010) haben deshalb in ihrem Beitrag „Geschlecht und Schulerfolg: Ein soziales Stratifikationsmuster kehrt sich um“ nach einer Erklärung auf Grundlage der Sozialisationstheorie für diesen Zusammenhang geforscht. Demnach liegt der Grund der geschlechtsabhängigen Disparitäten in Schulleistungen an erschwerten Bedingungen für die Jungen bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben, welchen Individuen während des Sozialisationsprozesses gegenüberstehen. Dieser Ansatz soll in der vorliegenden Arbeit vertieft und mit weiteren Studien belegt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschlechtsspezifische Unterschiede in Schulabschlüssen und Schulleistungen

3 Erklärungsansatz der Sozialisationstheorie

3.1 Sozialisationstheorie nach Hurrelmann

3.2 Entwicklungsaufgaben

3.3 Schwierigkeiten beim Bewältigen der Entwicklungsaufgaben

4 Interventionsmaßnahmen

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die schlechteren Schulleistungen von Jungen im Vergleich zu Mädchen und analysiert diesen Zusammenhang auf Basis der Sozialisationstheorie nach Hurrelmann, um daraus gezielte Maßnahmen zur Förderung männlicher Jugendlicher abzuleiten.

  • Analyse geschlechtsspezifischer Leistungsunterschiede im Bildungssystem
  • Anwendung der Sozialisationstheorie zur Erklärung von Bildungserfolgen
  • Untersuchung der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben (Qualifikation, Bindung, Regeneration, Partizipation)
  • Einfluss von Familienstrukturen und Medienkonsum auf das Lernverhalten
  • Entwicklung pädagogischer Interventionsmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

3.1 Sozialisationstheorie nach Hurrelmann

Unter Sozialisation versteht man den „Prozess der Entwicklung der Persönlichkeit in produktiver Auseinandersetzung mit den natürlichen Anlagen, insbesondere den körperlichen und psychischen Grundmerkmalen (der »inneren Realität«) und mit der sozialen und physikalischen Umwelt (der »äußeren Realität«)“ (Hurrelmann 2015, S. 7). Demnach wird der Mensch also durch seine Umwelt beeinflusst, jedoch gestaltet er diese durch seine eigenen Aktivitäten und Handlungen auch mit. Hurrelmann geht davon aus, dass der Mensch sich sein Leben lang mit sich und seiner Umwelt auseinandersetzt und dabei seine Persönlichkeit entwickelt. Nach seinem Modell ist der Prozess der Persönlichkeitsentwicklung abhängig von der inneren und äußeren Realität. Die innere Realität bezieht sich auf die genetische Veranlagung, die körperliche Konstitution, die Intelligenz, das psychische Temperament und die Grundstrukturen der Persönlichkeit. Die äußere Realität meint bedeutende Sozialisationsinstanzen wie Familie, Freunde, Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, Massenmedien, Arbeits- und Wohnbedingungen sowie die physikalische Umwelt (vgl. ebd., S. 26f.).

Für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung ist ein reflektiertes Selbstbild sowie der Aufbau einer „Ich-Identität“ notwendig. Das Selbstbild beinhaltet alle Einstellungen, Bewertungen und Einschätzungen, über die ein Individuum in Bezug auf seine persönlichen Handlungsmöglichkeiten in der äußeren Realität verfügt. Um ein reflektiertes Selbstbild aufbauen zu können, müssen die Gegebenheiten der inneren Realität, also körperliche und psychische Potenziale realistisch wahrgenommen werden. Die Entwicklung einer Identität erfolgt durch die „[…] Kontinuität des Selbsterlebens auf der Grundlage des positiv gefärbten Selbstbildes“ (ebd., S. 38f.). Die Identität ist von zentraler Relevanz bei der Entwicklung der Persönlichkeit. Wenn bei einem Individuum starke Abweichungen zwischen persönlichen Interessen und Bedürfnissen auf der einen Seite und den Erwartungen der Gesellschaft auf der anderen Seite herrschen, so kann es zu Störungen bei der Identitätsbildung kommen. Das wiederum kann zur Minderung des Selbstvertrauens führen und folglich sozial unangemessenes Verhalten hervorrufen. Um die Identitätsbildung positiv zu beeinflussen sind Entscheidungs- und Handlungsfähigkeiten sowie Fertigkeiten zur Bewältigung von sozialen und psychischen Problemen notwendig (vgl. ebd., S. 39).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wunsch nach Chancengleichheit und konstatiert, dass sich die geschlechtsspezifische Benachteiligung im Bildungswesen mittlerweile zuungunsten von Jungen verschoben hat.

2 Geschlechtsspezifische Unterschiede in Schulabschlüssen und Schulleistungen: Dieses Kapitel belegt anhand aktueller Statistiken und PISA-Ergebnisse, dass Mädchen im Durchschnitt bessere Leistungen und höhere Bildungsabschlüsse erzielen als Jungen.

3 Erklärungsansatz der Sozialisationstheorie: Hier wird das Modell von Hurrelmann als theoretischer Rahmen eingeführt, um zu erklären, wie die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben die Persönlichkeitsentwicklung und den Schulerfolg beeinflusst.

4 Interventionsmaßnahmen: Dieses Kapitel diskutiert Strategien für Eltern und Bildungsinstitutionen, um Jungen bei der Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben zu unterstützen und ihre Lernmotivation zu fördern.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Schwierigkeiten bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben die Hauptursache für die Leistungsschwäche von Jungen darstellen und empfiehlt, bestehende Förderideen konsequent weiterzuentwickeln.

Schlüsselwörter

Sozialisationstheorie, Schulleistung, Geschlechterunterschiede, Entwicklungsaufgaben, Hurrelmann, Qualifikation, Bindung, Regeneration, Partizipation, Identitätsbildung, Bildungsbenachteiligung, Selbstwirksamkeit, Lesekompetenz, Jungenförderung, Medienkonsum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, warum Jungen im heutigen Bildungssystem zunehmend schlechtere Leistungen erbringen und geringere Bildungsabschlüsse erzielen als Mädchen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung durch die Sozialisationstheorie, der Vergleich von schulischen Leistungen zwischen den Geschlechtern sowie die Identifikation von Hürden bei der Persönlichkeitsentwicklung von Jungen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, auf Basis der Sozialisationstheorie nach Hurrelmann zu erklären, warum Jungen Schwierigkeiten bei der Bewältigung spezifischer Entwicklungsaufgaben haben und welche Maßnahmen diesen Trend umkehren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller empirischer Studien und Statistiken (wie der PISA-Studie) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Leistungsunterschiede, die Erläuterung der Sozialisationstheorie mit ihren vier Entwicklungsaufgaben sowie eine detaillierte Analyse der Schwierigkeiten, die Jungen beim Meistern dieser Aufgaben begegnen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Sozialisationstheorie, Entwicklungsaufgaben, Geschlechtsidentität, Selbstwirksamkeit und der Rückgang des Schulerfolgs bei Jungen.

Inwiefern beeinflusst der Medienkonsum die Schulleistung von Jungen laut der Arbeit?

Der Autor führt aus, dass eine Dominanz digitaler Medien und die damit verbundene wenig abwechslungsreiche Freizeitgestaltung die Lernmotivation negativ beeinflussen kann, was sich wiederum in schlechteren schulischen Ergebnissen niederschlägt.

Welche Rolle spielt die Familie bei der Identitätsentwicklung von Jungen?

Die Arbeit hebt hervor, dass die Zunahme alleinerziehender Mütter häufig zu einem Fehlen männlicher Identifikationsfiguren führt, was den Aufbau einer stabilen Geschlechtsidentität erschweren kann.

Welche Bedeutung kommt der Selbstwirksamkeit im Kontext der Schule zu?

Eine ausgeprägte Selbstwirksamkeit hilft Schülern, Herausforderungen zuversichtlicher anzugehen. Jungen zeigen hier jedoch häufig ambivalente Verhaltensweisen, indem sie bei Misserfolgen die Schuld bei äußeren Einflüssen suchen, statt die eigene Verantwortung zu erkennen.

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Details

Titel
Die Erklärung des Zusammenhangs zwischen Geschlecht und Schulleistung zuungunsten von Jungen auf Grundlage der Sozialisationstheorie
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
1,3
Autor
Marie König (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
19
Katalognummer
V1007427
ISBN (eBook)
9783346392756
ISBN (Buch)
9783346392763
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gender Geschlecht Schulleistung Sozialisation Sozialisationstheorie Entwicklugnsaufgaben geschlechtsspezifisch Bildung Schule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marie König (Autor:in), 2020, Die Erklärung des Zusammenhangs zwischen Geschlecht und Schulleistung zuungunsten von Jungen auf Grundlage der Sozialisationstheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007427
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Leseprobe aus  19  Seiten
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