Die Weltwirtschaftskrise - Auswirkungen auf Dülmen vor allem durch die Firma Bendix?


Facharbeit (Schule), 2001

13 Seiten


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Inhalt

1 Einleitung

2 Was ist
2.1 eine Weltwirtschaftskrise?
2.2 die Stadt Dülmen?
2.3 die Firma Bendix? Wie kam es zu der Firma?

3 Deutschland und die Weltwirtschaftskrise
3.1 Wie kam es zur Weltwirtschaftskrise?
3.2 Welche Auswirkungen hatte die Weltwirtschaftskrise in Deutschland?
3.3 Welche Maßnahmen wurden gegen die Weltwirtschaftskrise unternommen?

4 Welchen Einfluss
4.1 hatte die Firma Bendix auf Dülmen?
4.2 hatte die Weltwirtschaftskrise auf die Firma Bendix?
4.3 hatte die Weltwirtschaftskrise auf Dülmen?
4.3.1 Wie sah es auf dem Dülmener Arbeitsmarkt aus?
4.3.2 Wie sah es in Dülmen finanziell aus?

5 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Erklärung

Anhang

1 Einleitung

Für das Thema Die Weltwirtschaftskrise - Auswirkungen auf Dülmen vor allem durch die Firma Bendix? habe ich mich entschieden, weil ich die Auswirkungen der Weltwirt- schaftskrise am Beispiel eines ländlichen Ortes, wie es Dülmen damals war, deutlich machen wollte.

2 Was ist ...

2.1 ... eine Weltwirtschaftskrise?

Weltwirtschaftskrise ist die Bezeichnung für eine starke oder längere „wirtschaftliche Krise“1, die sich nicht nur auf einen Staat, sondern auch auf weite Teile der Wirtschaft in der ganzen Welt ausbreiten kann. Die größte und heftigste Weltwirtschaftskrise fand in den Jahren 1929 bis 1933 statt. Die Krise „betraf vor allem die USA und Deutsch- land“2. Der Beginn dieser Weltwirtschaftskrise war am 29.10.1929, dem sogenannten „Schwarzen Freitag“. An diesem Tag gab es einen „überraschenden Zusammenbruch“3 der New Yorker Börse, der in Deutschland zu einer „schweren Bankenkrise, zu zahlrei- chen Konkursen und zu einer Massenarbeitslosigkeit“4 (1932: rund 6 Mio. Arbeitslose) führte.

2.2 ... die Stadt Dülmen?

Dülmen ist eine Stadt im Kreis Coesfeld (NRW) und hat heute ca. 45 000 Einwohner. Dülmen wurde „889 n. Chr. erstmals erwähnt [und] erhielt [...] 1311 [das] Stadtrecht“5. Die Bevölkerung hat sich in den Jahren 1871 bis 1939 verdreifacht (1871: 3 769 Einw. / 1910: 7 509 Einw. / 1939: 10 400 Einw.)6.

Einer der wichtigsten Wirtschaftszweige ist die Textilindustrie.

2.3 ... die Firma Bendix? Wie kam es zu der Firma?

Zuerst einmal muss man sagen, dass die Familie Bendix von jüdischer Herkunft war, was für den Verlauf ihrer Firma schwerwiegende Folgen hatte.

Der Gründer der Firma Bendix war Moses Bendix und kam aus Billerbeck. Als er 1824 die Tochter der Witwe Pins in Dülmen heiratete, bekam er von seinem Vater Josef Ben- dix 1000 Taler für den Aufbau einer Firma, die Leinen verkaufen sollte. Dieselbe Men-ge an Geld bekam auch seine Frau von ihrer Mutter für den Aufbau einer Firma. Das Geschäft, was von diesen 2000 Talern errichtet werden sollte, wurde in der Viktorstraße eröffnet. Der Grund für die Eröffnung dieses Geschäftes war, dass man die von Dülmener Leinwandwebern hergestellte Ware verkaufen wollte.

Als Moses Bendix 1845 im Alter von 45 Jahren starb, hinterließ er eine Frau, neun Kinder und sein Geschäft, was in größere Räume in die Königsstraße umgezogen war. Seine Frau leitete das Geschäft bis zu ihrem Tod im Jahre 1873. 1883 wurde die Firma unter ihrem Namen in das Firmenregister eingetragen und der neue Inhaber war ihr jüngster Sohn Meier Bendix. Zur Zeit des deutsch-französischen Krieges und der Gründung des zweiten deutschen Kaiserreiches (1870/71) lieferte die Firma Bettwäsche in die Lazarette im Elsass und nach Frankreich.7

Sara Bendix (geborene Spanjaard), die Frau von Meier Bendix, hatte technische und Meier Bendix selbst hatte kaufmännische Fähigkeiten, d. h. das Ehepaar Bendix ergänzte sich gut in der Führung der Firma. Nach einigen Monaten der Ehe ließ das Ehepaar die ersten 100 Webstühle, die nach englischer Art gebaut waren, einführen.8

Die Firma breitete sich auf dem Gelände in der Nähe des Dülmener Bahnhofes aus, wo sich die beiden Bahnlinien Haltern-Münster und Gronau-Dortmund kreuzen. Das Grundstück an der Friedrichstraße (wo auch noch heute das alte Bendix-Gebäude steht) gehörte schon seit 1745 der Familie Bendix. Aber sie kauften trotzdem zwischen 1872 und 1912 Land dazu.

1893 konnte man sehen, das sich die Investition von 2000 Talern gelohnt hatte, denn die Firma konnte nun 200 Menschen Arbeit geben.9 Als Meier Bendix 1905 starb, führten seine Frau und sein Sohn das Unternehmen weiter, obwohl Sara Bendix an einer schweren Krankheit litt und 1912 verstarb.10

Wie schon erwähnt, produzierte die Firma Bendix Bett-, Tisch- und Handtücher, die bis zum Ersten Weltkrieg an Warenhäuser, Eisenbahngesellschaften und Hotels in die USA exportiert wurden. Bis 1913 hatte die Firma ca. 600 Webstühle, die durch Dampf angetrieben wurden und es konnten 500 Arbeiter beschäftigt werden.

Nach dem Ersten Weltkrieg, wurde 1922 der Antrieb für die Webstühle („Kraftanlage“) ausgewechselt und im Jahr 1924 die neugebaute Weberei eröffnet. 1927 wurden die Dampfmaschinen abgebaut und der gesamte Betrieb wurde durch Elektrizität angetrie- ben. Als dieses geschehen war, befand sich die Firma Bendix auf dem „Höhepunkt [ihrer] Entwicklung.“11 Zu dieser Zeit besaß die Firma 1000 Webstühle und gab über 1000 Menschen Arbeit.

Seit 1923 hieß die Firma „Paul Bendix“ und war das größte Unternehmen in Dülmen. Man kann behaupten, dass die Firma unter Paul Bendix ihren Höhepunkt erlebt hat und auch während der NS-Zeit alles relativ gut überstehen konnte, obwohl sie vielerlei „Schikanen und Drangsalierung“12 erleiden musste, da die väterliche Seite der Familie jüdisch war. Es gab sogar eine „Arisierung“ (Vertreibung der Juden) des Unternehmens und die Spinnerei musste 1942 in „Denicke & Co“ umbenannt werden. Sie hieß Deni- cke, da Frau Else Bendix eine geborene Denicke war und nicht aus einer jüdischen Familie stammte.

3 Deutschland und die Weltwirtschaftskrise

3.1 Wie kam es zur Weltwirtschaftskrise?

Während des Ersten Weltkrieges hatten die US-Amerikaner den Franzosen und den Engländern Waffen und alles, was diese zum Führen des Krieges brauchten, mit der Bedingung geliefert, dass die Franzosen und die Engländer nach dem Krieg die Waren bezahlen müssen. Wegen der Zurückzahlung der Schulden boomte nach dem Ersten Weltkrieg die Wirtschaft in den USA und viele Amerikaner hatten die Hoffnung, mit Aktien sehr schnell sehr viel Geld zu machen. Sie besaßen aber nicht genug eigenes Kapital und haben sich deswegen Geld von Banken geliehen.

Da sie gehofft hatten, mit Aktien schnell Geld verdienen zu können, wollten sie das geliehene Geld und die Zinsen schnell wieder zurückzahlen. Aber die Kurse wurden überbewertet und diese Überbewertung hatte zur Folge, dass die Kurse einbrachen. Dadurch gab es keinen Aktiengewinn und die Anleger hatten kein Geld mehr. Die Banken wollten das Geld zurück, konnten es aber von den Anlegern nicht bekommen und deshalb forderten sie ihr entliehenes Geld von Deutschland zurück.

Sie hatten den deutschen Firmen zum Wiederaufbau der Wirtschaft Geld geliehen, im Glauben, es würde sich rentieren. Dem deutschen Staat hatten sie Geld geliehen, damit Deutschland in der Lage war, die durch den verlorenen Krieg entstandenen Reparationen zu bezahlen (Dawes-Plan). Aber da Deutschland wegen des verlorenen Krieges kaum noch Geld hatte, wurde das Geld, das es noch besaß, an die USA gezahlt. Aber es reichte nicht, um die gesamten Schulden bei den Amerikanern zu begleichen.

Daher kam es, dass zuerst manche Banken in Amerika und dann viele Banken in Deutschland Bankrott gingen. Da die deutschen Banken bankrott waren, konnten sie den Firmen keine Kredite mehr geben und somit waren die Firmen nicht mehr in der Lage, ihre Angestellten zu bezahlen. Deswegen mussten sie viele Arbeiter entlassen. Daraus folgte, dass es eine sehr hohe Arbeitslosenrate in diesen Jahren gab. Aber da der deutsche Staat sein Geld an die amerikanischen Banken bezahlt hatte, konnten er den Arbeitslosen kein Arbeitslosengeld mehr geben. Daraus kann man schlussfolgern, dass der deutsche Staat und die Deutschen unter einer großen Armut gelitten haben.13

3.2 Welche Auswirkungen hatte die Weltwirtschaftskrise in Deutschland?

Man kann sagen, dass die Weltwirtschaftskrise von 1929 die Größte seit der Reichsgründung im Jahr 1871 war. Da die Produktion im Allgemeinen ziemlich stark gesunken war (die Produktion der Industrie in Deutschland sank um ca. 50%), mussten sehr viele Arbeitsplätze gestrichen werden und dadurch entstand eine hohe Anzahl von Arbeitslosen (Massenarbeitslosigkeit). „ Jeder dritte war arbeitslos, in den USA jeder vierte, in England jeder fünfte und in Frankreich sogar nur jeder siebte.“14

So kam es dazu, dass es 1933 über 6 Mio. Arbeitslose gab und es im Herbst ca. 23,3 Mio. Deutsche gab, die Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe bekamen. Nach 1929 sank das private Einkommen drastisch und somit sank auch der Lebensstandard der Deutschen. Dies führte dazu, dass alle Investitionen der Arbeitnehmer drastisch sanken und sie nur das Nötigste kauften. Damit sank auch die Produktion der Güter. Wenn weniger produ- ziert werden konnte, mussten mehr Arbeitsplätze gestrichen werden und somit wurden noch mehr Leute arbeitslos.

Wenn man die Arbeitslosenzahlen der Jahre 1929 bis 1932 vergleicht, kann man sagen, dass sie sich in Deutschland fast verdreifacht haben und in den USA fast 7,5 mal so hoch wurden. Dass heißt in Zahlen: Deutschland 1929: 1,9 Mio. Arbeitslose und 1932 5,6 Mio. Arbeitslose; in den USA 1929: 1,6 Mio. Arbeitslose und 1932 12,1 Mio. Ar- beitslose.

Arbeitslosenzahlen im Vergleich Deutschland _ USA

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: http://www.eglofs.rv.schule-bw.de/m3.htm)

3.3 Welche Maßnahmen wurden gegen die Weltwirtschaftskrise unternommen?

Im Frühjahr 1930 wurde der Zentrumspolitiker Heinrich Brüning von Reichspräsident Hindenburg zum Kanzler ernannt und versuchte, durch Sparen die Schulden so gering wie möglich zu halten. Er wollte nicht noch mehr Staatsschulden machen und verordnete deshalb eine sehr streng einzuhaltende Sparsamkeit, um die Inflation zu stoppen. Er kürzte das Gehalt des öffentlichen Dienstes um ca. 25 %; er erhob eine Einkommenssteuer von 5 % für Einkommen, die 8 000 Reichsmark (RM) überschritten. Durch die Lohnkürzungen konnte sich die Bevölkerung nicht mehr gesund ernähren, und deswegen kam es zu „einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Krankheiten“.15

Des weiteren legte er eine Ledigendsteuer von 10 % fest, und „bestrafte“ somit alle, die nicht verheiratet waren. Außerdem erhöhte er die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung um 1 % auf 4,5 % und veranlasste eine Senkung der Ausgaben bei Arbeitslosenversi- cherung von 1 821 Mio. RM auf 721 Mio. RM. Nachdem Brüning gemerkt hatte, dass Deutschland zahlungsunfähig war, und dies bekannt gab, war der amerikanische Präsi- dent Hoover bereit, ein Jahr auf die Rückzahlungen zu verzichten. Schließlich wurden die Zahlungen bis auf nur noch 3 Mrd. erlassen, die aber sofort bezahlt werden mussten.

Aber Brünings Politik fand keine Mehrheit im Reichstag, weswegen der Reichstag aufgelöst wurde; am 30. 5. 1932 trat Brüning zurück (Nachfolger Brünings war Franz Baron von Papen). Brünings Sparpolitik und die Weltwirtschaftkrise trugen „zum Zusammenbruch der Weimarer Republik bei“16. Dadurch, dass Brünings Politik gescheitert war, konnten die Nationalsozialisten mit großem Erfolg in den Reichstag einziehen (bei den Reichstagswahlen 1932 erhielt die NSDAP 37,3 % der Stimmen), da sie eine Besserung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland versprachen.

4 Welchen Einfluss ...

4.1 ... hatte die Firma Bendix auf Dülmen?

Die Entstehung und Entwicklung dieses Unternehmens hatte für die gesamte Stadt und ihre Bevölkerung viele verschiedene Auswirkungen, denn durch Bendix wurden 1900 viele Werkswohnungen an der Hohen Straße, am Windmühlenberg und an der Eisen- bahnstraße gebaut. Dadurch konnten mehr Leute in Dülmen wohnen und arbeiten und dadurch ging es der Stadt Dülmen sehr gut. 1927 sicherte die Firma Bendix mehreren hundert Dülmenern Arbeit und nahm ihnen die Angst, nicht zu wissen, wie sie sich und ihre Familie ernähren konnten.17

Durch die Firma Bendix wurden viele „Schaulustige“ angezogen, denn die Firma bot Gewerbeschauen und lockte somit Leute aus nah und fern an. Das bedeutete für Dülmen eine frühe Form von „Tourismus“.

Als Paul Bendix am 30.04.1932 in Folge einer Verletzung aus dem Ersten Weltkrieg starb, war das ein großer Verlust für seine Firma und auch für Dülmen, denn war er in vielen Organisationen der Stadt tätig. Er war Stadtverordneter, „längere Zeit Mitglied des Presbyteriums[*] der evangelischen Kirchengemeinde sowie deren Kassenverwalter“18. In den ca. 170 Jahren, in der die Firma Bendix bestand (1824-1993), hatte sie maßgeblich die Dülmener Wirtschaft bestimmt, denn sie bot in Dülmen viele Arbeitsplätze (1913: 500; 1927: 1100; 1957: 1200).19

4.2 ... hatte die Weltwirtschaftskrise auf die Firma Bendix?

Die Weltwirtschaftskrise führte zwar zu einer Verringerung der Arbeit in der Firma und damit auch in Dülmen, doch es bestand wegen der Nebenverdienste der westfälischen Arbeiter kein Grund zur Sorge. Wenn die Arbeiter keine Arbeit (auch keine Kurzarbeit) fanden, bekamen sie keinen Lohn, konnten aber trotzdem ihre Familien ernähren, da sie sich z. B. durch Verkauf von angebautem Gemüse und Obst aus ihren Gärten „über Wasser halten“ konnten. Sie waren zur Zeit der Weltwirtschaftskrise zum größten Teil Selbstversorger und wenn genug angebaut worden war, dann war auch noch genug für den Verkauf übrig. Die Arbeiter konnten sich so ein paar Mark dazuverdienen.

„Auch in der folgenden Erholung der Wirtschaft blieb die Baumwollindustrie wegen der notwendigen Rohstoffimporte mit Devisenproblemen konfrontiert.“20 Devisen sind stabile ausländische Währungen, in denen die importierten Rohstoffe bezahlt werden mussten, weil der Kurs der Reichsmark zu instabil war (hohe Inflation).

4.3 ... hatte die Weltwirtschaftskrise auf Dülmen?

Das der wirtschaftliche Abstieg kam schneller als man gedacht hatte. Die wirtschaftli- che Not in Dülmen zur Zeit der Weltwirtschaftskrise kann heute nicht mehr nachvollzo- gen werden.21 In den Jahren 1930 bis 1932 bekamen 200 bis 450 Personen Arbeitslo- sen- bzw. Krisenunterstützung. Da jetzt so viele Leute arbeitslos waren, bedeutete dies, dass der Fürsorgeetat von 94 000 RM auf 289 000 RM anstieg. Um dieses deutlicher zu machen, hat man die Wohlfahrtskosten des Jahres 1932 mit den Wohlfahrtskosten des Jahres 1913 verglichen: 1913 kamen auf 10 000 Einwohner 0,70 RM Wohlfahrtskosten; 1932 kamen auf die gleiche Anzahl an Einwohnern 28,26 RM Wohlfahrtskosten.22

Auch bei den Sparkassen sah es nicht mehr so gut aus wie 1925, denn sie konnten kaum noch Geld beschaffen (s. 3.1) und mussten deshalb die Zahlungen radikal einschränken oder ganz einstellen.

4.3.1 Wie sah es auf dem Dülmener Arbeits- markt aus?

Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosenunterstützung im Kreis Coesfeld betrug im Herbst 1929 248 Personen. Die Nachfrage nach gelernten Landwirten und nach „Mäd- chen für alles“23 stieg an. In der Textilindustrie gab es eine ansteigende Tendenz, was wohl auf den großen Absatz im Winter zurückzuführen war. Außerdem gab es eine Verbesserung der Beschäftigten in der Baumwollindustrie. Wenn man die wirtschaftli- che Zahl der Arbeitslosen am 31.10.1929 betrachtet, ging es Dülmen gar nicht so schlecht. Das Amt Dülmen hatte zu der Zeit 576 Einwohner und die Zahl der „Arbeits- losenunterstützungsempfänger“ betrug nur sieben Personen; die Zahl der „Krisenunter- stützungsempfänger“ betrug sogar nur eine Person. Am Stichtag kamen auf 1000 Ein- wohner nur 1,4 Arbeitslose.24

Es wurden Vorschläge gesammelt, wie man kontrollieren könnte, wie viel man in einem Monat ausgegeben hatte. Es wurde vorgeschlagen, dass man sowohl in privaten Haushalten als auch in Firmen eine Art Haushaltsbücher führen konnte. Diese sollten dabei helfen, einen Überblick über die Ausgaben eines Monats zu haben und erkennen lassen, wo zu viel ausgegeben wird.

4.3.2 Wie sah es in Dülmen finanziell aus?

Die finanzielle Situation in der Stadt Dülmen in den Jahren 1925 und 1930 ist am besten an Berichten der Sparkassen nachzuvollziehen. So stieg zum Beispiel die Anzahl der Sparbücher von 374 auf 3 027 an und wenn man das ganze Geld, was sich auf den Sparbüchern befand, zusammenrechnet, stieg dieses „Vermögen“ von ca. 188 000 RM auf fast 21 /2 Mio. RM.25

5 Zusammenfassung

Deutschland ging es zur Zeit der Weltwirtschaftskrise wirtschaftlich sehr schlecht, was sich vor allem an den 6 Mio. Arbeitslosen in ganz Deutschland zeigt.

Die Weltwirtschaftskrise hatte zwar Auswirkungen auf Dülmen und auf die Firma Bendix, aber den Dülmenern ging es nicht so schlecht, da sie durch Gemüse- und Obstverkäufe ein wenig Geld verdienen konnten.

Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise hatte Dülmen viele Arbeitslose (zwischen 1927 und 1932 wurden bei der Firma Bendix 350 Arbeiter entlassen), aber man kann nicht sagen, dass die Firma Bendix maßgeblich an der verschlechterten Situation in Dülmen beteiligt war. Der Hauptgrund war die allgemein schlechte wirtschaftliche Situation in Deutsch- land.

Meine Arbeit kann vermutlich nicht die komplette Situation in Dülmen darstellen, da viele für die Facharbeit wichtigen Unterlagen (z. B. Akten) im Zweiten Weltkrieg ver- brannt sind.

Literaturverzeichnis

Brathe, Heinz, Hg. Dülmen: Von der Bauerschaft zum zentralen Ort. Dülmen: Druckerei Wiesel + Mitarbeiter, 1986.

Bühler, Christoph. Abiturtraining Geschichte: Grundkurs Baden-Württemberg. Überarbeitete Auflage 1996. Band 2. Freising: Stark-Verlagsgesellschaft mbH, 1992.

Bulderner Zeitung. Nr. 299. Samstag, 9. November 1929. „Arbeitsmarktbericht zwi- schen 16.10.1929 und 31.10.1929“. Verlag J. Horstmannsche Buchhandlung, 1929.

Drehsen, Volker, Hermann Häring, Karl-Josef Kuschel, Helge Siemers. Wörterbuchdes Christentums. Düsseldorf: Gütersloher Verlagshaus, 1988. Sonderausgabe München: Orbis Verlag, 1995.

Heimatverein Dülmen, Hg. Dülmener Heimatblätter. Jahrgang 1997, Heft 1. Dülmen: Druckerei Wiesel + Mitarbeiter, 1997.

Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie. Redmond, Washington (USA): Microsoft Corpora- tion, 1997

Teuteberg, H. J. Die westmünsterländische Textilindustrie und ihre Unternehmer. Münster: Aschendorff-Verlag, 1996.

Weskamp, Hg. Paul Bendix Dülmen. (zum 125-jährigen Jubiläum der Firma). Köln: Kunstdruckerei Ziegler Beckmann, 1949.

www.eglofs.rv.schule-bw-de/m3.htm.

www.hausarbeiten.de/archiv/geschichte/gesch-weltwirtschaftskrise1.shtml.

www.krref.krefeld.schulen.net/referate/geschichte/r0266t00.htm. Referat von Börje Hoffmann.

www.olsnsrv.cs.uni-magdeburg.de/OLSN/Wissen/Geschichte/Kapitel/2kp2_7.html

Ich erkläre, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die im Literaturverzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel benützt habe.

Dülmen, den 11.03.2001

[...]


1 Microsoft Encarta, a. a. O. (siehe Literaturverzeichnis S. 12), Stichwort „Weltwirtschaftskrise“.

2 ebd.

3 ebd.

4 ebd.

5 Microsoft Encarta, a. a. O., Stichwort „Dülmen“.

6 vgl. Brathe, a. a. O., S. 55.

7 vgl. Weskamp, a. a. O., S. 12-14.

8 vgl. Weskamp, a. a. O., S. 14.

9 vgl. Weskamp, a. a. O., S. 15.

10 vgl. Weskamp, a. a. O., S. 16.

11 Teuteberg, a. a. O., S. 245.

12 Heimatverein Dülmen,

13 Bühler, Christoph, 0. a. O., S. 236-239. 0

14 www.krref.krefeld.schul1929 1930 1931 1932 1929 1930 1931 1932

15 www.hausarbeiten.de/archiv/geschichte/gesch-weltwirtschaftskrise1.shtml.

16 ebd.

17 vgl. Brathe, a. a. O., S. 54 f. * Presbyterium: „Verwaltungsrat“ einer Kirchengemeinde (aus: Drehsen, a. a. O., S. 994 ff)

18 Teuteberg, a. a. O., S. 246.

19 Zahlen aus: Dülmener Heimatverein, a. a. O., S. 23.

20 Teuteberg, a. a. O., S. 245.

21 Brathe, a. a. O., S. 65.

22 Zahlen aus: Brathe, a. a. O., S. 65.

23 Bulderner Zeitung, a. a. O.

24 Daten aus: Bulderner Zeitung, a. a. O.

25 Daten aus: Brathe, a. a. O., S. 64.

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Die Weltwirtschaftskrise - Auswirkungen auf Dülmen vor allem durch die Firma Bendix?
Autor
Jahr
2001
Seiten
13
Katalognummer
V100764
Dateigröße
380 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weltwirtschaftskrise, Auswirkungen, Dülmen, Firma, Bendix
Arbeit zitieren
Tanja Widelmann (Autor), 2001, Die Weltwirtschaftskrise - Auswirkungen auf Dülmen vor allem durch die Firma Bendix?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100764

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