Diese Arbeit befasst sich mit den Danksagungen in deutschen und in chinesischen Dissertationen im Bereich Deutsch als Fremdsprache. Ziel dieser Arbeit ist, ein kleines Korpus von Danksagungen in Dissertationen zu erstellen und zu analysieren, um die Rolle von Danksagungen zu untersuchen.
Als eine besondere Textsorte scheint die Danksagung in wissenschaftlichem Text bemerkenswert zu sein, da die Sachlichkeit als eine der wichtigen Besonderheiten in wissenschaftlichen Arbeiten gilt, das heißt auf subjektive Ausdrücke soll in jeder Hinsicht verzichtet werden.
In der einzigen Privatparzelle in wissenschaftlichem Text, und zwar der Danksagung, drückt man sich hingegen anders aus, dabei wird die Dankbarkeit mit der Ichform geäußert und richtet sich normalerweise an die Hilfe von Professoren und die Unterstützungen von Familien und Freunden. Sowohl in europäischen als auch in orientalischen kulturellen Kontexten ist Danksagung ein wichtiger Bestandteil in einer wissenschaftlichen Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Danksagungen in Dissertationen — Eine empirische Untersuchung
2.1 Untersuchungsgegenstände und Vorgehensweise
2.2 Zusammenfassung
3. Danksagung im Themenbereich Höflichkeit
3.1 Dank und Danksagung
3.2 Drei Dimensionen in Danksagungen
4. Reflexion: Wem und wie sollte „ich“ danken?
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Danksagungen in deutschen und chinesischen Dissertationen im Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF), um die soziale Funktion dieser Textsorte sowie kulturell geprägte Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Ausdruck von Dankbarkeit und Höflichkeit zu analysieren.
- Vergleichende Analyse von Danksagungen in deutschen und chinesischen Dissertationen.
- Untersuchung der Rolle von kulturellen Prägungen auf den Sprachstil und die Anredeformen.
- Erforschung der Konzepte von Höflichkeit und Bescheidenheit in interkulturellen akademischen Kontexten.
- Analyse der Bedeutung von Distanz und Intimität bei der Nennung von zu dankenden Personen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Dank und Danksagung
Als einen Akt der Höflichkeit treten die unterschiedlichen Dankhandlungen häufig im Alltagsleben auf. Fast jeden Tag werden die Ausdrücke wie „Danke“ und „Vielen Dank“ benutzt und gehört: Man schreibt in E-Mailen „Vielen Dank“ und sagt beim Einkaufen „Dankeschön“ zu Kassierern, auch in wissenschaftlichen Arbeiten werden Danksagungen verfasst. Die Dankhandlung gilt als ein wichtiges Mittel in menschlichen Beziehungen und Gesellschaft, Julia Wesian weist deswegen in ihrem Werk Danksagung in Dissertationen: Zur Genese einer Textsorte darauf hin, dass die Dankhandlung im Laufe der Zeit innerhalb menschlicher Gesellschaft als ein Teil der Überlieferung des Interaktionsrituals bezeichnet wird.
„Wenn eine Person zugunsten einer anderen Person eine Leistung erbracht hat, wird ihr dafür gedankt.”
Aus diesem Ausgangspunkt argumentiert sie weiterhin: dass die Kontaktfunktion als die Grundfunktion der Dankhandlung angesehen werden kann, da die Leistung von den anderen empfangenden Menschen beabsichtigen, positive Wirkung auf die Beziehung mit den Leistungsbringern wegen ihrer Leistungen auszuüben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Danksagung als wissenschaftliche Textsorte ein und formuliert die Zielsetzung, ein Korpus von Dissertationen hinsichtlich ihrer Dankesformeln zu vergleichen.
2. Danksagungen in Dissertationen — Eine empirische Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Erstellung des Korpus aus zwölf Dissertationen und präsentiert statistische Ergebnisse zur Häufigkeit und Art der genannten Personen.
3. Danksagung im Themenbereich Höflichkeit: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Dankhandlung sowie die drei Dimensionen – Gegenstände, Anredeformen und Sprachstil – im Kontext der interkulturellen Höflichkeit diskutiert.
4. Reflexion: Wem und wie sollte „ich“ danken?: Dieser Abschnitt reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und gibt Empfehlungen für das Verfassen einer Danksagung unter Beachtung kultureller Regeln wie Distanz und Bescheidenheit.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die Danksagung eine kulturell geprägte Textsorte ist, deren Ausgestaltung vom Willen des Individuums, aber auch von soziokulturellen Hintergründen abhängt.
Schlüsselwörter
Danksagung, Dissertation, DaF, Höflichkeit, interkulturell, Sprachstil, Dankhandlung, Kontaktfunktion, Bescheidenheit, Anredeform, empirische Untersuchung, kulturelle Prägung, wissenschaftliches Schreiben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Textsorte "Danksagung" und vergleicht diese in deutschen und chinesischen Dissertationen im Fachbereich Deutsch als Fremdsprache.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die soziale Funktion von Danksagungen, kulturell bedingte Unterschiede in der Anrede von Personen und der Einfluss des akademischen Milieus auf den Sprachstil.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Korpus von Danksagungen zu erstellen und zu analysieren, um zu verstehen, wie und warum Doktoranden ihre Dankbarkeit in einer wissenschaftlichen Arbeit ausdrücken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine empirische Korpusanalyse von zwölf ausgewählten Dissertationen, die nach Staatsangehörigkeit und Promotionsland gruppiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Untersuchung der häufig genannten Personen sowie eine theoretische Erörterung der Höflichkeitskonzepte in Deutschland und China.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Danksagung, Höflichkeit, interkulturelle Kommunikation, Sprachstil und akademisches Schreiben.
Warum spielt die Bescheidenheit eine Rolle in der Danksagung?
Bescheidenheit gilt sowohl in der chinesischen als auch in der deutschen Kultur als Tugend; sie dient dazu, in der Danksagung Eigenlob zu vermeiden und die eigene Leistung zurückzustellen.
Wie unterscheidet sich die Anredeform in den untersuchten Gruppen?
Chinesische Verfasser nutzen häufiger Titel und formelle Bezeichnungen für ihre Dankesadressaten, während deutsche Verfasser teilweise weniger formelle oder andere Kategorien verwenden.
Gibt es einen Einfluss des interkulturellen Milieus?
Ja, in Deutschland promovierende Chinesen zeigen eine Mischform: Sie behalten kulturelle Prägungen bei, passen aber ihren Textstil an die wissenschaftliche Praxis in Deutschland an.
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- Xuan Gu (Author), 2020, Danksagungen in Dissertationen im Bereich Deutsch als Fremdsprache. Ein Vergleich zwischen Deutschland und China, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007794