Zu Beginn der Arbeit soll der historische Aspekt näher beleuchtet werden, indem die großen Familientypen der Vergangenheit auf die Rollen- und Statusposition des Mannes untersucht und die Theorie der Väter im Zusammenhang mit der Geschichte dargestellt werden.
Im Laufe der Arbeit wird aus der vergangenen Historie der Geschlechtsrollen, speziell zum heutigen Wandel der Männer in ihrer Rolle als Väter übergeleitet und den damit neuen verbundenen Anforderungen und Erwartungen zum männlichen Geschlecht. Außerdem soll in Erfahrung gebracht werden, welche Vorstellungen die heutige Gesellschaft von dem idealen Vater hat. Zum Abschluss der Arbeit sollen noch einige mediale Einflussfaktoren untersucht werden, welche die Gesellschaft in Bezug auf das Bild des Mannes und Vaters prägen.
Der Wandel des Frauenbildes wurde durch die Gesellschaft verfolgt, diskutiert und publiziert. Die Soziologie hat mittlerweile ein empirisches und theoretisches Bild, der Formen der Diskriminierung sowie typische Probleme der sozialen Konstruktion von Frauenrollen. Aber wie sieht es eigentlich mit der männlichen Rolle aus? Hat sich der Mann überhaupt in der Zeit verändert bzw. gibt es dazu gesellschaftliche Diskussionen oder lohnen sich diese überhaupt? Im Hinblick auf diese mögliche Rollenveränderung, wurde zu wenig in der Gesellschaft darauf eingegangen und diese beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geschichtliche Vatertheorie
3 Die historische Entwicklung des Status der Männerrolle
3.1 Die bäuerliche Familie
3.2 Die Familie im Bürgertum
3.2.1 zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts
3.2.2 zweite Hälfte des 19. Jahrhundert
3.3 Proletarische Familie
4 Wandel der Vater-Rolle
5 „neue“ Väter
6 Dimensionen der Vaterrolle
7 Einflussfaktoren
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den gesellschaftlichen Wandel der männlichen Rolle im Zeitverlauf, wobei ein besonderer Fokus auf der Entwicklung der Vaterschaft liegt. Ziel ist es, die historischen Rahmenbedingungen für männliche Rollenbilder zu analysieren, die Auswirkungen der Emanzipation auf das Selbstverständnis des Mannes zu beleuchten und herauszufinden, ob und wie Männern heute eine gelungene gesellschaftliche Selbstfindung gelingt.
- Historische Analyse der Rollenbilder in bäuerlichen, bürgerlichen und proletarischen Familien
- Untersuchung des Wandels der Vaterrolle im Kontext der Emanzipation
- Analyse des Konzepts der „neuen Väter“ und deren Rollenverständnis
- Darstellung der Einflussfaktoren auf die Geschlechtssozialisation (Medien, Erziehung)
- Reflexion über Herausforderungen und Identitätskrisen heutiger Männer
Auszug aus dem Buch
3.1 Die bäuerliche Familie
In der vorindustriellen Zeit waren die bäuerlichen Familien in der Regel durch die Bindung der Haushaltsfamilie durch die Erbschaft übernommenen und an die Nachkommenschaft übergebenen Bauernhof gekennzeichnet. Dieser Familientyp bildet eine geschlossene Einheit nach innen und außen, welche durch den Hausvater überwiegend autoritär geführt wurde. Der vorindustrielle Arbeitsalltag bot keine Freizeit bzw. kein Privatleben, da der Aufenthalts- und Lebensort, der Bauernhof, auch gleichzeitig der gemeinschaftliche Ort der zu verrichtenden Arbeit darstellte (vgl. Laer, Kürschner 2004, S. 39f.).
Im damaligen bäuerlichen Denken stand der Hof, dessen Erhaltung und Vergrößerung im Mittelpunkt. Daher wurde bei dem Motiv der Partnerwahl hohen Wert auf die Arbeitsfähigkeit, der Mitgift, sowie die Gesundheit der Frau gelegt. Die Beziehung und Wertschätzung unter den Ehepartnern richteten sich somit eng nach der Arbeit und dem Beitrag auf dem Bauernhof. Generell lässt sich ein Grundmuster geschlechtsspezifischer Arbeitsaufteilungen feststellen. Die Frau erledigte die anfallenden Arbeiten im und um das Haus, sowie die Milchwirtschaft, Kleinviehhaltung, Gartenarbeit und die Herstellung von Kleidung und Wäsche. In einigen Fällen fielen auch hin und wieder Feldarbeiten an, wie beispielsweise in der Hauptsaison zur Ernte, in der sie jedoch die leichteren Arbeiten übernahm. Der Arbeitsbereich des Mannes lag bei der Feldarbeit und wenn vorhanden auch die Holzwirtschaft. Ein wichtiger Punkt ist dem nach bei der Arbeitsverteilung, dass die Frau keines Wegs nur mit der Hausarbeit beschäftigt war, sondern dies nur eine Nebenrolle darstellte. So kann man davon sprächen, dass der Mann und die Frau den Großteil der Viehwirtschaft und Feldarbeit zusammen bestritten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung umreißt die Vernachlässigung der männlichen Rollenveränderung in der soziologischen Forschung und definiert das Ziel der Arbeit, den Wandel der Männerrolle und Vaterschaft im historischen sowie gesellschaftlichen Kontext zu untersuchen.
2 Geschichtliche Vatertheorie: Das Kapitel setzt sich kritisch mit der historischen Vaterforschung auseinander und hinterfragt die methodischen Probleme einer linearen Fortschrittsgeschichtsschreibung in Bezug auf die Entwicklung von Vaterschaft.
3 Die historische Entwicklung des Status der Männerrolle: Es werden die verschiedenen Familientypen (bäuerlich, bürgerlich, proletarisch) analysiert, um die spezifischen Machtverhältnisse, Rollenverteilungen und Abhängigkeiten innerhalb der historischen Familienstrukturen aufzuzeigen.
4 Wandel der Vater-Rolle: Dieses Kapitel thematisiert den durch Medien und gesellschaftliche Veränderungen unterstellten Wandel hin zum „neuen Vater“, der stärker in familiäre Betreuungsprozesse eingebunden ist.
5 „neue“ Väter: Hier wird der Einstellungs- und Praxiswandel von Männern diskutiert, wobei zwischen dem Leitbild des aktiven Vaters und der tatsächlichen, oft traditionell geprägten Umsetzung in der Alltagspraxis differenziert wird.
6 Dimensionen der Vaterrolle: Es werden vier zentrale Dimensionen heutiger Vaterschaft identifiziert: Fürsorge, emotionale Unterstützung, Erziehung und die klassische Rolle als Ernährer.
7 Einflussfaktoren: Dieses Kapitel beleuchtet, wie soziale Bezugspersonen, Medien, Kinderbücher und Werbung durch die Vermittlung von Geschlechterstereotypen die Sozialisation von Kindern maßgeblich prägen.
8 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Männer in einer Identitätskrise stecken können, da ihnen für den Wandel der Rollenbilder ein klares neues Leitbild fehlt, und schlägt einen Mittelweg vor, der traditionelle und neue Eigenschaften verbindet.
Schlüsselwörter
Männerrolle, Vaterschaft, Geschlechtsrollen, Sozialer Wandel, Familienstrukturen, Geschlechtssozialisation, Patriarchat, Medienanalyse, Emanzipation, Identitätskrise, Rollenbilder, traditionelle Familie, neue Väter, Geschlechtergerechtigkeit, Familiensoziologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel der Rolle des Mannes, insbesondere in seiner Funktion als Vater, innerhalb der Gesellschaft und verschiedener historischer Familientypen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind der historische Wandel der Familienmodelle, die Entwicklung der Geschlechterrollen, der Einfluss von Medien auf die Sozialisation sowie die Herausforderungen der männlichen Identitätsfindung im Zuge der Gleichberechtigung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie der Mann als benachteiligtes Geschlecht im Emanzipationsdiskurs von der Gleichberechtigung profitiert und wie ihm die gesellschaftliche Selbstfindung in der heutigen Zeit gelingen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender soziologischer und sozialhistorischer Theorien und Studien, um die Rolle des Mannes in verschiedenen Epochen und Familienformen kritisch zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die historischen Rollenstrukturen in bäuerlichen, bürgerlichen und proletarischen Familien analysiert, der aktuelle Wandel der Vaterrolle untersucht sowie Einflussfaktoren wie Medien und Erziehung auf die Geschlechterrollen reflektiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Männerrolle, Vaterschaft, Geschlechtsrollen, sozialer Wandel, Familienstrukturen, Geschlechtssozialisation, Medienanalyse und Identitätskrise charakterisiert.
Warum wird im Fazit von einer "Identitätskrise" des modernen Mannes gesprochen?
Der Autor argumentiert, dass viele Männer in der Krise sind, weil durch den gesellschaftlichen Wandel und das Aufbrechen traditioneller Rollenbilder lebensstrukturierende Orientierungshilfen und klare Leitbilder für ihr Selbstverständnis verloren gegangen sind.
Welche Bedeutung haben Medien für das Geschlechterbild gemäß dieser Untersuchung?
Medien wie Fernsehen und Literatur wirken laut der Arbeit stark stereotypisierend; sie vermitteln traditionelle Rollenbilder und verstärken damit bestehende Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern, was den Wandel in der Gesellschaft teilweise behindert.
- Arbeit zitieren
- Ivo Gericke (Autor:in), 2019, Das Bild des Mannes und der Vaterrolle im Wandel der Zeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007832