Schizophrenie, das Transaktionale Stressmodell und Emotionale Intelligenz


Einsendeaufgabe, 2020

25 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe


Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Aufgabenstellung A1
1.1 Das Krankheitsbild der Schizophrenie
1.2 Die schizotype Störung
1.3 Die wahnhafte Störung
1.4 Arbeit mit psychischen Erkrankungen
1.5 Behindertenwerkstätte als Möglichkeit

2 Aufgabenstellung A2
2.1 Entstehung von Emotionen durch Bewertungen
2.2 Die Rolle der Bewertung im Transaktionale Stressmodell nach Lazarus
2.3 Bewältigung von Stress anhand des Stressmodells nach Lazarus
2.4 Copingstrategien

3 Aufgabenstellung A3
3.1 Das Konzept der Emotionalen Intelligenz
3.2 Die Rolle der EI in Teams und Teambildungsprozessen
3.3 Kritik am Konzept der EI

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Kausalmodelle zur Rolle der Bewertung bei der Entstehung von Emotionen

Abbildung 2: Bewertungsablauf im Transaktionalen Stressmodell nach Lazarus

Abbildung 3: Ablauf der Neubewertung der Situation im Transaktionalen Stressmodell nach Lazarus

1 Aufgabenstellung A1

1.1 Das Krankheitsbild der Schizophrenie

Der Begriff Schizophrenie wurde von E. Bleuler (1911) geprägt. Dieser versteht unter diesem Krankheitsbild die Diskrepanz zwischen der erlebten Innenwelt des Betroffenen und der (seiner) Außenwelt. Gekennzeichnet ist die Schizophrenie durch charakteristische Störungsmuster in verschiedenen Bereichen. Betroffen sind dabei die Wahrnehmung, das Denken, die Ich-Funktionen, die Affektivität, der Antrieb und die Psychomotorik. Das Krankheitsbild der Schizophrenie tritt bei circa 1% der Bevölkerung einmal im Leben auf. Dies gilt für alle Länder und Kulturen (Brunnhuber, S., Frauenknecht, S., Lieb, K., S.175). Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen, allerdings erkranken Männer früher (20-25 Jahre) als Frauen (25-30 Jahre) (Caspar, F. & Pjanic, I. & Westermann, S. 2018, S.85). Frauen in der Menopause weisen einen zweiten niedrigeren Erkrankungsgipfel auf (Behrend, B. & D'Amelio, R. & Wobrock, T. 2007, S.10). Der Verlauf der Krankheit ist nicht vorhersehbar, weswegen von einem nicht homogenen Krankheitsbild gesprochen wird. Häufig beginnt eine Episode der Schizophrenie mit der Vorphase, der Prodomalphase, welche sich sowohl über mehrere Jahre, oder aber auch nur über einen kurzen Zeitraum erstrecken kann (Caspar, F. & Pjanic, I. & Westermann, S., 2018, S.85). In dieser Phase zeigt der Betroffene Symptome wie sozialen Rückzug, Schwierigkeiten in der Kommunikation und ein geringes psychosoziales Funktionsniveau (Falkai & Riecher-Rössler, 2019). In der akuten, beziehungsweise floriden Phase, treten vermehrt Plus-(oder Positiv-) Symptome auf. Dem normalen Erleben, wird etwas zugefügt, daher das „Plus“ in der Namensgebung. Zu den Plus-Symptomen zählen Wahn und Stimmenhören, das heißt das Wahrnehmen ohne eine reale Reizquelle. Auch Ich-Störungen können auftreten, wobei der Betroffene beispielsweise das Gefühl hat, dass seine Gedanken für die Außenwelt hörbar sind oder das eigene Handeln durch die Außenwelt manipuliert sei (Koch, L.J., Prölß, A., Schnell, T., 2019, S.19). Im Anschluss knüpft üblicherweise die Residualphase an, die durch Negativ-Symptome gekennzeichnet ist. Negativ-Symptome oder auch MinusSymptome genannt, sind Defizitzustände, die das Erleben des Betroffenen einschränken. Diese zeigen sich in Form von desorganisiertem Sprechen und Denken, psychomotorische Störungen und Affektstörungen (Caspar, Pjanic, Westermann, 2018, S.83). Es zeigt sich eine Verflachung des Gefühlerlebens. Jedoch nicht in Form einer traurigen Stimmung wie bei einer Depression. Die Person gibt sich in Gesprächen unbeteiligt und ohne emotionale Schwingung (Koch, L.J., Prölß, A., Schnell, T., 2019, S.20). Nach einem akuten Schub lassen die aufgeführten Symptome wieder nach oder es bleibt das vollständige Bild vorhanden (Falkai & Riecher- Rössler, 2019). Tritt zweiteres ein, spricht man von einem chronischen Verlauf. Bei chronischen Verläufen kommt es häufig zu kognitiven und sozialen Beeinträchtigungen. Für die Entstehung einer Schizophrenie gibt es nicht den einen speziellen Faktor. Vielmehr ist es das Aufeinandertreffen mehrerer Faktoren. Prozentual gesehen geht man von 70% genetischer und 30% umweltbezogener Faktoren aus (Brunnhuber, S., Frauenknecht, S., Lieb, K., S.176). Die Integration der verschiedenen Faktoren wurde im sogenannten „Vulnerabilitäts-Stress- Ressourcen-Modell“ zusammengefasst. Unter Vulnerabilität ist die Verletzlichkeit, beziehungsweise Anfälligkeit zu verstehen (Brunnhuber, S., Frauenknecht, S., Lieb, K., S.177). In diesem Fall bezieht sich die Anfälligkeit auf die Schizophrenie. Symptome die demnach eine Entstehung oder Erhaltung der Schizophrenie begünstigen sind beispielsweise ein genetisches Risiko (medizinisch-biologisches Risiko), kognitive Verzerrungen (psychologische Ebene), oder geringer sozioökonomischer Status (soziale Ebene). Bewältigungsstrategien (Strategien zum Stressabbau, Fähigkeit sich Hilfe zu organisieren) des Patienten können diese Risikofaktoren modulieren. Je mehr dieser Faktoren gleichzeitig auftreten und zusammenwirken und durch Ressourcen nicht kompensiert werden können, umso höher ist das Risiko einer Entstehung oder Erhaltung einer Schizophrenie (Caspar, Pjanic, Westermann, 2018, S.86). Erkrankt ein erstgradiger Verwandter, so kann ebenfalls von einem erhöhten Risiko ausgegangen werden. Es wird angenommen, dass die Vulnerabilität, vor allem in Kombination mit Stress, bestimmte Entwicklungsprozesse des Gehirns verändert. Auch der Konsum von Cannabis kann in Beziehung zu einer Schizophrenie gestellt werden, da sie vermutlich die gleichen Regionen im Gehirn beeinflussen. Zudem wird Cannabis häufig in genau den Lebensphasen konsumiert, in denen besonders relevante Prozesse im Gehirn ablaufen, die auch eine Schizophrenie begünstigen können (Koch, Prölß, Schnell, 2019, S.22). Die Schizophrenie wird als wichtigstes Krankheitsbild in der Klassifikation für psychische Störungen in der Gruppe F20 bis F29 (Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störung) zusammengefassten Erkrankungen bezeichnet. (Behrend, B., D'Amelio, R., Wobrock, T., 2006, Seite 5). Anhand operationalisierter Kriterien ist es möglich, das Krankheitsbild der Schizophrenie, zu diagnostizieren. Folgende Leitsymptome nach dem ICD-10 stellen eine schizophrene Episode dar.

(1) Gedankenlautwerden, -eingebungen, -entzug, -ausbreitung
(2) Kontroll- und/oder Beeinflussungswahn; Gefühl des Gemachten bzgl. Körperbewegungen, Gedanken, Tätigkeiten oder Empfindungen, Wahnwahrnehmung
(3) Kommentierende oder dialogische Stimmen
(4) Anhaltender, kulturell unangemessener oder völlig unrealistischer Wahn (bizarrer Wahn)
(5) Anhaltende Halluzinationen jeder Sinnesmodalität
(6) Gedankenabreißen oder -einschiebung in den Gedankenfluss
(7) Katatone Symptome wie Erregung, Haltungsstereotypien, Negativismus oder Stupor
(8) Negative Symptome wie auffällige Apathie, Sprachverarmung, verflachter oder inadäquater Affekt

Schizophrenie darf nur dann diagnostiziert werden, wenn:

1. Über die Dauer von mindestens einem Monat ein eindeutiges Symptom (oder aber zwei oder mehrere Symptome bei geringerer Eindeutigkeit) der Gruppen 1-4 oder
2. Mindestens zwei Symptome der Gruppen 5-8 vorliegen.

Des Weiteren muss ausgeschlossen werden, dass die aufgetretenen Symptome nicht aufgrund anderer Ursachen (beispielsweise Erkrankungen des Gehirns, Intoxikation oder Entzugssymptomatik) vorhanden sind (Behrendt & DAmelio & Wobrock, 2007, S.6).

Trotz der Vielzahl der Symptome wird lediglich zwischen drei Unterkategorien unterschieden.

1. Paranoide Schizophrenie:
Dieser Subtyp kommt am Häufigsten vor. Der Betroffene leidet an Wahnideen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen.
2. Hebephrene Schizophrenie:
Hierbei zeigt sich desorganisiertes Verhalten und unorganisiertes Sprechen und Denken.
3. Katatone Schizophrenie:

Die Motorik ist stark eingeschränkt.

Von Laien wird die Schizophrenie mit dem Störungsbild der multiplen Persönlichkeit gleichgesetzt. Dies ist eine fälschliche Annahme, da es sich bei der multiplen Persönlichkeit um eine „dissoziative Störung“ handelt, bei der es zu einer Abspaltung verschiedener Selbstanteile kommt. Schizophrenie heißt auf Deutsch „Spaltungsirrsinn“, wobei die Spaltung von Seele und Realität gemeint ist.

1.2 Die schizotype Störung

Dieses Störungsbild zählt zu den sehr seltenen Störungen. Es wird davon ausgegangen, dass die schizotype Störung dem „genetischen“ Spektrum der Schizophrenie zugehörig ist. Dieses zeichnet sich durch einen kalt wirkenden Affekt, Anhedonie (Problematik darin Freude zu empfinden), egozentrisches, manchmal bizarres Verhalten, soziale Isolation, unübliche Überzeugungen und vermehrtes Grübeln und Überdenken diverser Situationen aus. Körperfühlstörungen, Depersonalisation und Derealisationserleben, Wahnvorstellungen und Halluzinationen können ebenfalls auftreten. Personen mit schizotyper Störung zeigen einen eigenwilligen Sprachgebrauch, der oft gekünstelt und aufgesetzt wirkt Nach dem ICD-10 sollen mindestens drei der folgenden Symptome für mindestens zwei Jahre ständig oder in Episoden vorhanden gewesen sein, damit eine schizotype Störung (ICD-10 F21) diagnostizierbar ist:

1. Inadäquater oder eingeschränkter Affekt (Person erscheint kalt und unnahbar)
2. Seltsames, exzentrisches oder eigentümliches Verhalten und ebensolche Erscheinung
3. Wenig soziale Bezüge und Tendenz zum sozialen Rückzug
4. Seltsame Glaubensinhalte und magisches Denken, die das Verhalten beeinflussen und im Widerspruch zu kulturellen Normen stehen
5. Misstrauen oder paranoide Ideen
6. Zwanghaftes Grübeln ohne inneren Widerstand, oft mit dysmorphophoben, sexuellen oder aggressiven Inhalten
7. Ungewöhnliche Wahrnehmungserlebnisse mit Körpergefühlsstörungen oder anderen Illusionen, Depersonalisations- oder Derealisationserleben
8. Denken und Sprache vage, umständlich, metaphorisch, gekünstelt, stereotyp oder anders seltsam, ohne ausgeprägte Zerfahrenheit
9. Gelegentliche vorübergehende quasipsychotische Episoden mit intensiven Illusionen, akustischen oder anderen Halluzinationen und wahnähnliche Ideen; diese Episoden treten im Allgemeinen ohne äußere Veranlassung auf.

Die schizotype Störung zählt mit der paranoiden und schizoiden Störung zu den Schizophrenie-Spektrumsstörungen. Positive Auswirkungen auf dieses Störungsbild können Psychotherapien, Training sozialer Fertigkeiten und eine niedrige Dosierung von Neuroleptika zeigen (Brunnhuber, S., Frauenknecht, S., Lieb, K., S. 199-200)

1.3 Die wahnhafte Störung

Dieses Störungsbild besteht meist über Jahre hinweg und kann den Betroffenen bis an sein Lebensende begleiten. Das am häufigsten auftretende Manifestationsalter ist das mittlere bis spätere Lebensalter. Je früher die Erstmanifestation auftritt, um so günstiger der Behandlungsverlauf. Bei der wahnhaften Störung (ICD-10 F22) kann sowohl nur ein einzelner Wahn auftreten, als auch mehrere Wahninhalte aufeinandertreffen (z.B. Beziehungswahn, Eifersuchtswahn, Verarmungswahn) (Brunnhuber, S., Frauenknecht, S., Lieb, K., S.201). Die häufigsten Themen der Wahninhalte sind:

- Verfolgung und Eifersucht (Othello-Syndrom)
- Größe und Bedeutung (Megalomanie)
- Hypochondrie
- Querulanz

Allerdings treten keine zusätzlichen psychotischen Symptome auf. Verglichen mit den Wahnideen von schizophrenen Patienten, handelt es sich nicht um bizarre Vorstellungen, sondern sie sind inhaltlich nicht ungewöhnlich und in verschiedenen Hinsichten nachvollziehbar. Nach der ICD-10 müssen die Wahnvorstellungen mindestens drei Monate anhalten, damit eine wahnhafte Störung klassifiziert werden kann. Eine mögliche psychiatrische Differenzialdiagnose wären die vorübergehenden akuten psychotischen Störungen (kürzere Krankheitsdauer), Schizophrenie (typische schizophrene Symptomatik) oder affektive Erkrankungen mit psychotischer Symptomatik. Ein alkoholischer Eifersuchtswahn und eine paranoide Persönlichkeitsstörung gilt es auszuschließen. Die Anwendung von Antipsychotika in Form einer Pharmakotherapie zeigt sich häufig als nicht gewinnbringend. Eine erfolgreichere Behandlungsmaßnahme können psychotherapeutische oder kognitiv-behaviorale Verfahren darstellen, wobei sich die Behandlung bei diesem Krankheitsbild generell als schwierig erweist. Selten zeigen die Patienten Veränderungsmotivation, da sie sich nicht krank fühlen (Brunnhuber, S., Frauenknecht, S., Lieb, K., S.201).

1.4 Arbeit mit psychischen Erkrankungen

Nicht selten bringen psychische Erkrankungen den Verlust des Arbeitsplatzes mit sich. Dies kann zu einem zusätzlichen Risikofaktor für die Betroffenen werden. Die berufliche Wiedereingliederung spielt eine wichtige Rolle im Bereich der Rehabilitation (Wittchen & Hoyer, 2011, S.847). Zunächst gilt es den Betroffenen auf ambulantem oder stationärem Weg zu behandeln. Im Bereich der stationären Maßnahmen wird zwischen zwei Möglichkeiten unterschieden. Entweder in Form eines Aufenthaltes in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Akutklinik, wobei es um die Herstellung der Gesundheit geht, oder der Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik. Hier steht das Widererlangen der Erwerbstätigkeit im Vordergrund. Zusätzliche Maßnahmen wie Psychotherapie, Ergotherapie und die engmaschige Zusammenarbeit mit einem Facharzt erwiesen sich als effizient. Anknüpfend an die Behandlung in einer Akutklinik (sowohl stationär als auch teilstationär) gibt es die Möglichkeit auf eine Weiterbehandlung in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Tagesklinik. Die Vorbereitung auf ein „normales, selbstbestimmtes Leben“ steht hierbei im Mittelpunkt (BetaInstitut, 2019). Die „berufliche Rehabilitation“ ist eine weitere Möglichkeit. Verschiedene Anlaufstellen bieten Trainingsmaßnahmen zur Wiederaufnahme einer regelmäßigen Beschäftigung für die Erkrankten an. Die Rückkehr an den Arbeitsplatz kann zu einer Stabilisierung im alltäglichen Leben des Betroffenen führen und gehört zum Genesungsprozess dazu. Sowohl die persönliche Entwicklung als auch die finanzielle Absicherung spielen eine entscheidende Rolle. Wichtig ist, dass offen mit der Krankheit und der Symptomatik umgegangen wird. Der Arbeitgeber, Vorgesetzte und Kollegen sollten von der Krankheit in Kenntnis gesetzt werden, damit sensibel und adäquat mit der Person und der neuen Situation gearbeitet werden kann. Es bedarf einem besonderen Umgang, damit aufgrund der Wiedereingliederung keine erneute Krise hervorgerufen wird. Das bedeutet, dass das Arbeitsumfeld an die Bedürfnisse der Person angepasst werden müssen (Wittchen & Hoyer, 2011, S.848). Dies geschieht stufenweise. Die stufenweise betriebliche Rehabilitation ist ein essentieller Bestandteil. Hierbei gilt es die Arbeitszeiten zunächst gering zu halten, dem Angestellten die Möglichkeit auf individuelle Pausen zu gewährleisten und das Arbeitstempo selbst bestimmen zu können. Dadurch wird der Leistungsdruck verringert und die Psyche erlangt Stabilität. In diesem Rahmen kann es notwendig sein, eine berufliche Umorientierung in Erwägung zu ziehen. Die Rückkehr an den Arbeitsplatz bedeutet nicht die Rückkehr der selben Person. Es ist denkbar, dass die Person aufgrund der Erkrankung eine Veränderung durchlebt hat und nun nicht mehr in der Lage ist, den ursprünglichen Beruf auszuüben. Ist es dem Erkrankten nicht möglich in sein altes Umfeld zurückzukehren oder einen anderen passenden Beruf auf dem ersten Arbeitsmarkt auszuüben, besteht die Option eine Beschäftigung auf dem zweiten Arbeitsmarkt anzunehmen. Der zweite Arbeitsmarkt unterscheidet sich dahingehend, dass er auf die Zuschüsse und die finanzielle Unterstützung des ersten Arbeitsmarktes angewiesen ist (Beta-Institut, 2019).

1.5 Behindertenwerkstätte als Möglichkeit

Die Beschäftigung für Menschen mit einer Schizophrenie in einer Behindertenwerkstatt kann eine Möglichkeit darstellen, ins Berufsleben zurückzukehren. Um in diesem Bereich Fuß fassen zu können, muss in einem Eingangsverfahren geprüft werden, ob diese Eingliederungsmaßnahme für den Betroffenen geeignet ist (Wittchen & Hoyer, 2011, S.848). Dies kann eine Dauer von vier Wochen bis hin zu drei Monaten betragen. Im Anschluss wird ein Eingliederungsplan für die Person erstellt. Es wird adäquat auf die Bedürfnisse, die Leistungsfähigkeit und die Neigung der Person eingegangen, um dieser eine passende Beschäftigung anbieten zu können. Im Arbeitsbereich steht, wie auf dem ersten Arbeitsmarkt, das Abwickeln von Produktionsaufträgen im Vordergrund. Zusätzlich soll dafür gesorgt werden, dass parallel zur Dienstleistung Maßnahmen ergriffen werden, um das Potenzial und die Persönlichkeit der Arbeitskräfte zu fördern. Der begleitende Dienst stützt diese Maßnahmen mit einer engmaschigen Zusammenarbeit mit den Werkstätten. Nach der Werkstättenverordnung muss jede Werkstatt über einen begleitenden Dienst verfügen, welcher die Arbeitskräfte durch pädagogische, psychologische, medizinische und soziale Betreuung unterstützen. Die medizinische Betreuung muss mit einem Facharzt abgesprochen und vertraglich festgehalten werden (Werkstaetten-im-Netz, 2019).

Vorteile:

- Arbeitsförderungsgeld ist unabhängig von Leistung und wird bedingungslos an den Beschäftigten ausgezahlt
- Sinnvolle Beschäftigung und Weiterentwicklung der Persönlichkeit
- Arbeitsbedingungen sind ähnlich wie auf dem ersten Arbeitsmarkt, was den Wiedereinstieg erleichtert
- Übergang zum ersten Arbeitsmarkt als Hauptziel
- Förderung der Erwerbs- und Leistungsfähigkeit
- Breites Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten

Nachteile:

- auf 120 Beschäftigte nur ein Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge
- geringes Arbeitsentgelt
- Entlohnung teilweise abhängig von der wirtschaftlichen Situation der Werkstatt (Beta-Institut, 2019)

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Schizophrenie, das Transaktionale Stressmodell und Emotionale Intelligenz
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
25
Katalognummer
V1007905
ISBN (eBook)
9783346400505
ISBN (Buch)
9783346400512
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schizophrenie, transaktionale, stressmodell, emotionale, intelligenz
Arbeit zitieren
Larissa Streb (Autor:in), 2020, Schizophrenie, das Transaktionale Stressmodell und Emotionale Intelligenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007905

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