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Arbeitsmigration von Italien in die Bundesrepublik Deutschland. Probleme und Maßnahmen der Integration

Titel: Arbeitsmigration von Italien in die Bundesrepublik Deutschland. Probleme und Maßnahmen der Integration

Hausarbeit , 2020 , 36 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Maryvonne Kälberer (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Welche Einrichtungen und Organisationen dies waren, die den Italienern bei ihrer Ankunft und Eingewöhnung in Deutschland zur Seite standen und mit welchen Vorbehalten und Problemen die italienischen Migranten konfrontiert waren, sind Fragen, denen diese Arbeit nachgeht.

Um die Ursprünge der Arbeitsmigration zwischen Deutschland und Italien sowie die Langfristigkeit der Integrationsprobleme nachvollziehen zu können, muss bereits einige Jahre vor Gründung der Bundesrepublik angesetzt werden. Daher wird in Kapitel 2 vorerst die Geschichte der Erwerbsmigration, welche Deutschland und Italien seit vielen Jahrhunderten verbindet, nachgezeichnet. Dabei wird neben der Migration im Kaiserreich insbesondere auf die Zeit während des Nationalsozialismus eingegangen. 1937 schloss das Deutsche Reich bereits eine Vereinbarung zur Arbeitskräfteanwerbung mit dem verbündeten Italien, an welches das Abkommen von 1955 anschließt. Wie es zu dem Anwerbeabkommen der Bundesrepublik kam, welche Punkte es beinhaltete und welche Motive die Italiener zum Verlassen ihrer Heimat brachten, behandelt das dritte Kapitel. Der vierte Abschnitt widmet sich schließlich der Frage, mit welchen Vorurteilen und Schwierigkeiten die Italiener insbesondere zu Beginn in Deutschland zu kämpfen hatten. Hierbei zeigt sich, dass die Migranten vor allem unter der Diskriminierung litten, welche ihnen alltäglich bei der Arbeit und auf der Straße begegnete. Anschließend wird aufgezeigt, welche Institutionen sich es zur Aufgabe gemacht hatten, die Italiener in ihrem neuen Leben zu unterstützen. Zum Schluss des Kapitels wird dargestellt, wie sich der Blick der Deutschen auf die Migranten gewandelt hat, vom stereotypen Ausländer zum herzlichen und gerne gesehenen Italiener. Das letzte Kapitel schließt mit einem Fazit und einer Bewertung der Integrationsmaßnahmen ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Arbeitsmigration zwischen Deutschland und Italien vor 1945

2.1 Arbeitsmigration im Kaiserreich und der Weimarer Republik

2.2 Arbeitsmigration im Nationalsozialismus

3. Die Anwerbung italienischer Arbeitskräfte nach 1945

3.1 Das Anwerbeabkommen von 1955

3.1.1 Der Weg bis zum Anwerbeabkommen

3.1.2 Das Anwerbeverfahren

3.2 Emigrationsmotive und Arbeitsbedingungen der Italiener

4. Integration der Italiener in die deutsche Gesellschaft

4.1 Vorbehalte und Diskriminierung gegenüber italienischen Migranten

4.2 Integrations- und Betreuungsmaßnahmen

4.2.1 Maßnahmen der Regierungen

4.2.2 Kirchliche Einrichtungen

4.2.3 Radio Colonia

4.2.4 Gewerkschaften

4.3 Die Boten des ,Dolce Vita‘

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die soziale Eingliederung der italienischen Arbeitsmigration in die Bundesrepublik Deutschland. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der Anwerbeprozesse, der alltäglichen Lebensbedingungen und den Diskriminierungserfahrungen der Migranten sowie der Rolle verschiedener Institutionen bei deren Integration.

  • Historische Ursprünge der deutsch-italienischen Arbeitsmigration bis 1945.
  • Das Anwerbeabkommen von 1955 und dessen bürokratische Umsetzung.
  • Sozioökonomische Motive und Arbeitsbedingungen der italienischen Migranten.
  • Diskriminierung, gesellschaftliche Vorurteile und deren Wandel über die Jahrzehnte.
  • Die integrierende Funktion von Institutionen wie Kirche, Radio Colonia und Gewerkschaften.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Das Anwerbeverfahren

Der im Vertrag geregelte Weg zur Anwerbung italienischer Arbeitskräfte war äußerst kompliziert und mit vielen Behördengängen verbunden. In einem ersten Schritt meldeten die deutschen Arbeitgeber ihren Arbeitskräftebedarf an das lokale Arbeitsamt. Dieses leitete die Zahlen an das Bundesamt für Arbeit in Nürnberg weiter, welches die Anfrage wiederum an dessen Außenstelle, die Deutsche Kommission in Verona (später auch in Neapel) weitergab. Die Deutsche Kommission übermittelte die Zahlen an das Centro di Emigrazione der italienischen Arbeitsverwaltung, von wo aus der Bedarf an die 93 Provinzialarbeitsämter weitergeleitet wurde. Abschließend teilten diese die Zahlen den über 8.000 kommunalen Dienststellen mit, bei welchen sich alle vermittlungsbereiten Personen, anmelden konnten. Die Provinzialbehörden führten eine gesundheitliche und berufliche Vorauswahl der Bewerber durch, bevor diese zur Deutschen Kommission weitergeschickt wurden, wo sie sich noch einmal einer Untersuchung durch einen deutschen Arzt unterziehen mussten, bevor sie ihre Legitimationskarte zur Einreise erhielten.

Insbesondere Italiener aus dem Süden, die oft dem unteren Bildungsmilieu entstammten und nach dem Zweiten Weltkrieg den größten Migrantenteil nach Deutschland ausmachten, waren mit der Bürokratie und der Beschaffung der Unterlagen, welche vom Führungszeugnis bis zur amtlichen Bescheinigung des Familienstandes reichten, oft überfordert. Aufgrund der langwierigen Anwerbeprozedur gaben viele Italiener ihre Pläne zur Auswanderung nach Deutschland auf und emigrierten stattdessen nach Frankreich oder in die Schweiz, wo weniger bürokratische Hindernisse überwunden werden mussten und zusätzlich ein höherer Lohn gezahlt wurde. Die Einreise über die Kommission hatte jedoch auch Vorteile für die Italiener. Sie erhielten einen Mustervertrag, welcher den gültigen Tarifvereinbarungen entsprach und rechtsverbindlichen Charakter besaß. Außerdem wurde ihnen die Reise von Verona nach Deutschland durch ihren neuen Arbeitsgeber finanziert und eine Unterkunft zugesichert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die lange Tradition der Arbeitsmigration nach Deutschland und führt in die spezifische Thematik der italienischen Gastarbeiter ab 1955 ein.

2. Arbeitsmigration zwischen Deutschland und Italien vor 1945: Dieses Kapitel zeichnet die historischen Etappen der Zuwanderung vom Kaiserreich bis zum Nationalsozialismus nach.

3. Die Anwerbung italienischer Arbeitskräfte nach 1945: Hier werden das Anwerbeabkommen von 1955, die komplexen Verfahren und die persönlichen Motive der Migranten analysiert.

4. Integration der Italiener in die deutsche Gesellschaft: Dieses Kapitel beleuchtet Diskriminierungserfahrungen, die Rolle von Hilfsinstitutionen und den späteren Wandel der öffentlichen Wahrnehmung der Italiener.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Integrationsmaßnahmen und die historische Entwicklung der italienischen Community in Deutschland kritisch.

Schlüsselwörter

Arbeitsmigration, Italien, Deutschland, Gastarbeiter, Anwerbeabkommen, Integration, Diskriminierung, Radio Colonia, Gewerkschaften, Wirtschaftswunder, Mezzogiorno, Fremdwahrnehmung, soziale Fürsorge, Dolce Vita, Familiennachzug.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Geschichte und die Integrationsprozesse der italienischen Arbeitsmigration in die Bundesrepublik Deutschland von 1955 bis zur heutigen gesellschaftlichen Wahrnehmung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind das Anwerbeabkommen von 1955, der Einfluss kirchlicher und gewerkschaftlicher Organisationen, der Alltag der Migranten sowie die Wandlung des Deutschlandbildes der Italiener.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die italienische Migration entwickelte, mit welchen Vorurteilen die Migranten zu kämpfen hatten und inwiefern staatliche wie nicht-staatliche Institutionen zur Integration beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse, die relevante Fachliteratur, historische Berichte und soziologische Studien über Migrationsprozesse vergleicht und auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Anwerbeverfahren, den Lebens- und Arbeitsbedingungen, der institutionellen Betreuung durch Caritas und Gewerkschaften sowie der Diskriminierung im Alltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Arbeitsmigration, Gastarbeiter, Integration, Diskriminierung, Anwerbeabkommen und der soziokulturelle Wandel durch das sogenannte Dolce Vita.

Welche Rolle spielte Radio Colonia für die Migranten?

Radio Colonia diente nicht nur der Information über die Heimat und das neue Umfeld, sondern bot eine Plattform für den Austausch von Sorgen und förderte das Gemeinschaftsgefühl unter den italienischen Arbeitern.

Warum wurde die anfängliche Diskriminierung später durch ein positives Bild ersetzt?

Das positive Bild resultiert primär aus der Tourismuswelle nach Italien und der Etablierung italienischer Gastronomie in Deutschland, wodurch der Italiener zum sympathischen Vertreter eines bewunderten Lebensstils wurde.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Arbeitsmigration von Italien in die Bundesrepublik Deutschland. Probleme und Maßnahmen der Integration
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,0
Autor
Maryvonne Kälberer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
36
Katalognummer
V1007921
ISBN (eBook)
9783346396006
ISBN (Buch)
9783346396013
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Integration Deutschland Italien Arbeitsmigration Migration Integrationsmaßnahmen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maryvonne Kälberer (Autor:in), 2020, Arbeitsmigration von Italien in die Bundesrepublik Deutschland. Probleme und Maßnahmen der Integration, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007921
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Leseprobe aus  36  Seiten
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