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Kinderarbeit in den Fabriken des Deutschen Kaiserreichs

Title: Kinderarbeit in den Fabriken des Deutschen Kaiserreichs

Term Paper , 2019 , 36 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Maryvonne Kälberer (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Welche Faktoren behinderten ein Voranschreiten der Beschränkungen der Kinderarbeit und welche Rückschläge verzögerten den Prozess? Durch welche politischen Schritte und ausschlaggebenden Ereignisse kam es schlussendlich doch zum Verbot der Kinderarbeit in Fabriken?
Diesen beiden Fragen soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen waren. Darüber hinaus soll beantwortet werden, welches Ausmaß die Kinderarbeit in Fabriken zu welcher Zeit und in welchen Branchen annahm oder wie sich beispielsweise der Arbeitsalltag der Kinder in den Fabriken gestaltete.
Die Abhandlung beschränkt sich dabei auf die Kinderarbeit in Fabriken. Zwar waren zu jeder Zeit mehr Kinder in der Hausindustrie oder in der Landwirtschaft beschäftigt, jedoch kommt der Kinderarbeit in den Fabriken des Deutschen Reiches eine besondere Bedeutung zu. Denn während die Arbeit von Kindern in der Landwirtschaft seit jeher bestand und bis heute vorkommt und auch Kinderarbeit in der Hausindustrie lange vor der Industrialisierung vorzufinden war, existierte die Kinderarbeit in den deutschen Fabriken nur etwa 100 Jahre. Dennoch stellte sie einen enorm wichtigen Faktor dar, um Kinderarbeit überhaupt zu thematisieren und schließlich auch in anderen Branchen zu beschränken. Ein weiterer Grund für die Fokussierung auf die Arbeit von Kindern in Fabriken ist, dass hier sehr viel mehr brauchbare Daten vorliegen als für die Beschäftigung von Kindern in den übrigen Sektoren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Begriffe der Kindheit, Kinderarbeit und Fabriken

2.1 ,Kindheit‘

2.2 ,Fabriken‘

2.3 ,Kinderfabrikarbeit‘

3. Der Arbeitsalltag der Fabrikkinder

4. Die Gesetzgebung – von der ersten Beschränkung zum Verbot der Kinderfabrikarbeit

4.1 Das erste preußische Kinderarbeitsschutzgesetz

4.1.1 Der lange Weg zur ersten Beschränkung der Kinderfabrikarbeit

4.1.2 Das Regulativ über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in Fabriken von 1839

4.1.3 Folgen des Regulativs

4.2 Der Ausbau des Regulativs

4.2.1 Der Weg zur Verschärfung des Regulativs von 1839

4.2.2 Das Änderungsgesetz zum Regulativ von 1839

4.2.3 Folgen des Änderungsgesetzes und der erste Rückgang der Kinderfabrikarbeit

4.3 Die Gewerbeordnungen des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reiches

4.4 Die Entwicklung im Deutschen Reich

4.4.1 Die Reichsenquete von 1874-1876

4.4.2 Ursachen für Verstöße gegen die Kinderarbeitsschutzbestimmungen

4.4.3 Der zweite Rückgang der Kinderfabrikarbeit

4.5 Ein neuer Anlauf: Die Einführung der obligatorischen Fabrikinspektionen

4.5.1 Die Positionen der Parteien im Wandel

4.5.2 Die Gewerbeordnungsnovelle von 1878

4.5.3 Folgen der Gewerbeordnungsnovelle und erneuter Anstieg der Kinderfabrikarbeit

4.6 Das Verbot der Fabrikkinderarbeit

4.6.1 Der Weg zum Verbot der Beschäftigung schulpflichtiger Kinder in Fabriken

4.6.2 Die Gewerbeordnungsnovelle von 1891

4.6.3 Der dritte Rückgang der Fabrikkinderarbeit und die Ursachen dafür

5. Auswirkungen der Gewerbeordnungsnovelle von 1891 auf die Hausindustrie

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den langwierigen Prozess der gesetzlichen Regulierung und das schließliche Verbot der Kinderarbeit in Fabriken während des Deutschen Kaiserreichs, wobei sie die wirtschaftlichen und sozialen Einflussfaktoren analysiert.

  • Historische Entwicklung der Kinderarbeit und des Kinderschutzes
  • Analyse preußischer und reichsweiter Gesetzgebungsprozesse
  • Einfluss konjunktureller Schwankungen auf die Kinderbeschäftigung
  • Rolle der Fabrikinspektionen und behördlicher Kontrollmechanismen
  • Verschiebung der Kinderarbeit in die Hausindustrie

Auszug aus dem Buch

3. Der Arbeitsalltag der Fabrikkinder

Um eine Vorstellung davon zu bekommen, unter welchen Umständen die Kinder im 19. Jahrhundert in den Fabriken arbeiten mussten, soll ein Überblick über die Arbeitsbedingungen und die Verteilung der Fabrikkinderarbeit über die Branchen sowie über die Tätigkeiten gegeben werden. Dieses Kapitel dient auch als Hintergrund, um einschätzen zu können, welche Folgen das zögerliche Handeln der politischen Entscheidungsträger zur Folge hatte.

Die Arbeitsbedingungen in den Fabriken des 19. Jahrhunderts waren oft eine Zumutung für die Beschäftigten. Zu der körperlichen Dauerbelastung kamen häufig schlechte Luft- und Lichtverhältnisse hinzu. Auch fand man in den Fabriken teilweise eine hohe Geruchsbelästigung oder enorme Hitze vor. Während es in Glashütten durch große Öfen zu besonders hoher Rauch- und Staubentwicklung kam, herrschte in den Fabrikhallen der Webereien ein ohrenbetäubender Lärm. Dazu kam, dass auf wenig Raum viele Menschen arbeiteten. All diese Faktoren erschwerten den Arbeitsalltag, insbesondere für Kinder.

Diese standen in der Hierarchie der Fabrik auf unterster Stufe. Damit waren sie nicht nur dem Fabrikherren hilflos ausgeliefert, sondern nahmen auch den untersten Platz in der Hierarchie der Arbeiterschaft ein, Mädchen standen noch unter den Jungen. Diese hierarchische Untergliederung spiegelte sich auch im Lohn wieder. Während ein Meister etwa 25 Mark in der Woche verdiente und ein Arbeiter 15 Mark, erhielt 1874 ein Fabrikkind im Alter von 12 bis 14 Jahren im Schnitt drei Mark. 14-16-jährigen wurden durchschnittlich fünf Mark ausgezahlt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den internationalen Kontext der Kinderarbeit sowie die Relevanz der historischen Untersuchung zur Industrialisierung in Deutschland.

2. Die Begriffe der Kindheit, Kinderarbeit und Fabriken: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe und ordnet sie in den soziologischen sowie industriegeschichtlichen Wandel des 19. Jahrhunderts ein.

3. Der Arbeitsalltag der Fabrikkinder: Hier wird ein Überblick über die harten Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie die hierarchische Einordnung der Kinder in der Fabrik gegeben.

4. Die Gesetzgebung – von der ersten Beschränkung zum Verbot der Kinderfabrikarbeit: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert den gesetzgeberischen Prozess von 1839 bis zur Gewerbeordnungsnovelle von 1891.

5. Auswirkungen der Gewerbeordnungsnovelle von 1891 auf die Hausindustrie: Das Kapitel untersucht, wie sich das Fabrikverbot auf die Verlagerung von Kinderarbeit in die weniger regulierte Hausindustrie auswirkte.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die starke Abhängigkeit der Kinderarbeit von wirtschaftlichen Konjunkturen anstelle rein technischer Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Kinderarbeit, Fabrikkinder, Industriegeschichte, Kaiserreich, Kinderarbeitsschutz, Gewerbeordnung, Fabrikinspektion, Sozialpolitik, Preußen, Industrialisierung, Kinderrechte, Arbeiterschutz, Hausindustrie, Wirtschaftskonjunktur, Arbeitstag

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Geschichte der Kinderarbeit in Fabriken während der Industrialisierung und im Deutschen Kaiserreich sowie die staatlichen Bemühungen, diese durch Gesetzgebung einzuschränken.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des Kinderarbeitsschutzes, die Arbeitsbedingungen von Kindern in verschiedenen Sektoren und die politischen Debatten zur Regulierung der Kinderarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die den Gesetzgebungsprozess zum Verbot der Kinderarbeit in Fabriken behinderten oder vorantrieben, sowie die tatsächlichen Auswirkungen der Gesetze zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Es handelt sich um eine historische Abhandlung, die auf der Analyse von Quellen, Berichten von Fabrikinspektoren, Gesetzestexten und zeitgenössischer Fachliteratur basiert.

Welche Themen werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Aufarbeitung der preußischen Gesetzgebung, die Auswirkungen der Industrialisierung auf Kinder, die Rolle der Reichsenqueten und die schrittweise Einführung von Fabrikinspektionen bis hin zum Verbot 1891.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie Kinderarbeit, Fabrikgesetzgebung, Arbeiterschutz, Gewerbeordnung und Kaiserreich bilden den inhaltlichen Kern.

Wie wirkten sich wirtschaftliche Krisen auf die Beschäftigung von Kindern aus?

Die Arbeit zeigt, dass wirtschaftliche Aufschwünge oft mit einer steigenden Nachfrage nach billigen Arbeitskräften einhergingen, während in Krisenzeiten die Kinder oft durch erwachsene Arbeiter ersetzt wurden, da diese produktiver waren.

Warum blieb die Gesetzgebung über lange Zeit weitgehend wirkungslos?

Dies lag primär an unzureichenden Kontrollen, mangelnder Kooperation der örtlichen Polizeibehörden mit den Inspektoren sowie dem enormen ökonomischen Druck, der Fabrikherren und Arbeiterfamilien dazu brachte, Gesetze systematisch zu umgehen.

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Details

Title
Kinderarbeit in den Fabriken des Deutschen Kaiserreichs
College
University of Augsburg
Grade
1,0
Author
Maryvonne Kälberer (Author)
Publication Year
2019
Pages
36
Catalog Number
V1007923
ISBN (eBook)
9783346396020
ISBN (Book)
9783346396037
Language
German
Tags
Kinderarbeit Kaiserreich Fabrik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maryvonne Kälberer (Author), 2019, Kinderarbeit in den Fabriken des Deutschen Kaiserreichs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007923
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