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Die narrative Struktur der Geschichte. Untersuchung über das Prinzip poetischer Charaktere bei Giambattista Vico

Title: Die narrative Struktur der Geschichte. Untersuchung über das Prinzip poetischer Charaktere bei Giambattista Vico

Master's Thesis , 2020 , 63 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: M. A., M. Ed. Felix Krenke (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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Der Wert dieser Arbeit besteht darin Vicos wichtigste Erkenntnisse prägnant zusammenzutragen und so eine Basis für eine Theorie über die Transformation menschlichen Denkens darzulegen. Das Herz dieser Untersuchung ist daher das Prinzip poetischer Charaktere, dessen Stellenwert in der Verbindung mit dem Sensus Communis und Vicos Metaphysik deutlich gemacht werden soll. Prinzip meint hier die Art der Entstehung, sowie ihre Funktion für Vicos Weltbild. Zu Beginn findet eine grundständige Einführung in Vicos Werk statt, um eine lückenlose Argumentation zu ermöglichen. Außerdem biete ich eine kurze Rezeptionsgeschichte seines Hauptwerkes an, um seine Wirkungsgeschichte in diese Untersuchung einzubeziehen und etwaige blinde Flecken der vergangenen Forschung benennen zu können. Zum Ende der Arbeit verbinde ich das Prinzip poetischer Charaktere mit Joseph Campbells Theorie vom Monomythos, der entdeckt hat, dass den mythischen Erzählungen der Vorzeit eine Struktur gemein ist, die, wie ich später argumentieren werde, daher eine besondere Rolle für das poetische Denken einnimmt.

Bei dieser Unternehmung unterstützen mich durch ihre Werke vor allem die Herren Löwith , König , Verene , Otto , Burke , Amoroso , Auerbach und Trabant . Karl Löwith hat in dem hier zitierten Werk eine ausführliche Ausdeutung des Vico-Axioms vorgenommen, auf die ich mich im Folgenden berufen werde. König, Burke, Otto und Amoroso haben mir zum einen ermöglicht Vicos Arbeit geschichtlich einzuordnen und zum anderen seine Gedanken zu Metaphysik und Poesie zu deuten. Für die folgende kurze Rezeptionsgeschichte waren diese Autoren ebenfalls unverzichtbar. Auerbach wird hier zwar selten explizit herangezogen. Aber seine Übersetzung der Nuova Scienza, half mir komplizierte Gedanken des Werkes durch das Vergleichen zweier sprachlicher Darstellungen klarer zu fassen. Im Folgenden zitiere ich Vicos Hauptwerk in der Version von Hösle und Jermann, die im Felix Meiner Verlag erschienen ist. Jürgen Trabants Werk ‚Giambattista Vico – Poetische Charaktere‘, das während meiner Arbeit erschienen ist, kam mir sehr gelegen, forderte mich aber durchaus heraus. Da sich die thematischen Ausrichtungen unserer Arbeiten sehr ähneln, konnte ich von den Überlegungen eines erfahrenen Forschers profitieren. Allerdings wollte ich nun in meiner Arbeit über die bloße Arbeit an den poetischen Charakteren hinausgehen, da diese bereits von Trabant geleistet worden ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Giambattista Vico zur Einführung

2.1 Sensus Communis

2.2 Metaphysik

2.3 Rezeption

3. Über die Poetische Weisheit

3.1 Welterfahrung und Sprache

3.2 Poetische Charaktere

3.3 Herkules und Homer

4. Ein kurzer Rückblick

5. Der Heros in tausend Gestalten

5.1 Die heroische Abenteuerfahrt

6. Von Geist und Geschichte

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die narrative Struktur der Geschichte bei Giambattista Vico, mit einem besonderen Fokus auf dem Prinzip der "poetischen Charaktere". Das zentrale Ziel ist es, Vicos erkenntnistheoretische Ansätze in Verbindung mit der Theorie des Monomythos von Joseph Campbell zu bringen, um aufzuzeigen, wie menschliche Kultur und Denken durch narrative Artefakte geprägt sind und wie diese den menschlichen Geist als im Kern narrativ konstituieren.

  • Grundlagen der Philosophie Vicos und sein Axiom "verum et factum convertuntur"
  • Analyse der poetischen Weisheit und ihrer Bedeutung für die Welterfahrung
  • Die Funktion und Genese der "poetischen Charaktere" als Instrument der Begriffsbildung
  • Synthese von Vicos kulturwissenschaftlichem Ansatz mit Joseph Campbells Theorie vom Monomythos
  • Untersuchung der narrativen Transformation des menschlichen Bewusstseins

Auszug aus dem Buch

3.2 Poetische Charaktere

Die Entdeckung des Prinzips Poetischer Charaktere, welches eng an die Entstehung von Schrift und Sprache gebunden ist, nennt Vico selbst die größte Entdeckung, seines Gelehrtenlebens. Sie bildet die Wurzel der Scienza Nuova, die seine Erkenntnisse in einem festen philologischen Fundament verankert. Deshalb führt das Verständnis seiner Philosophie durch dieses zentrale Konzept. Seine Bezugnahme auf dieses Prinzip ist an verschiedenen Stellen nicht eindeutig, was das Zusammenfassen aller entsprechender Gedanken erschwert. Er benutzt für das hier zu erläuternde Konzept fünf verschiedene Bezeichnungen, die im Kern aber das gleiche ausdrücken wollen. Carrateri poetici; Poetische Charaktere, carrateri fantastici; Fantastische Charaktere, generi fantastici, Fantastische Gattungsbegriffe, universale fantastici; Fantastische Universalien und universale poetici; Poetische Universalien. Im Kern liegt diesen Begriffen die gleiche Denkbewegung zu Grunde: Es wird in einem sinnlichen Bild ausgedrückt, was als allgemeiner Begriff noch nicht gefasst, versprachlicht werden kann. Dieses Konzept wird in dieser Arbeit schwerpunktmäßig untersucht und stellvertretend unter dem Begriff ‚Poetische Charaktere‘ zusammengefasst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert die Bedeutung der poetischen Strukturen für die menschliche Geschichte sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Giambattista Vico zur Einführung: Das Kapitel erläutert Vicos zentrales Axiom "verum et factum convertuntur" und legt die theoretischen Grundlagen seiner Erkenntnistheorie und Rhetorik dar.

2.1 Sensus Communis: Hier wird der "sensus communis" als Grundlage für den Gemeinsinn und die gesellschaftliche Natur der Völker definiert, der alle Menschen verbindet.

2.2 Metaphysik: Dieses Kapitel betrachtet Vicos Metaphysik, die den menschlichen Geist im Kontext der göttlichen Vorsehung und der Entfaltung der Weltordnung verortet.

2.3 Rezeption: Es folgt eine kritische Aufarbeitung der Wirkungsgeschichte Vicos, von der anfänglichen Nichtbeachtung bis zu seiner Anerkennung als einflussreicher Denker.

3. Über die Poetische Weisheit: Dieses Kapitel widmet sich der poetischen Weisheit als erste Wissenschaft der Heiden, durch die der Mensch die Welt und den göttlichen Willen zu deuten lernte.

3.1 Welterfahrung und Sprache: Hier wird das Verhältnis von Sprache, Benennung und Welterfahrung untersucht, wobei Sprache als schöpferisches Medium begriffen wird.

3.2 Poetische Charaktere: Dieses Kapitel vertieft das Konzept der "poetischen Charaktere" als instrumentelle Begriffe, die das Denken in anschaulichen Bildern ermöglichen.

3.3 Herkules und Homer: Anhand von Herkules und Homer wird exemplarisch verdeutlicht, wie diese Figuren als Grundpfeiler des "mondo civile" fungieren und die menschliche Kultur prägen.

4. Ein kurzer Rückblick: Dieser Abschnitt dient der Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse und der Kontextualisierung der Erkenntnisse innerhalb Vicos Systems.

5. Der Heros in tausend Gestalten: Hier wird Joseph Campbells Theorie des Monomythos eingeführt, um ein tiefenpsychologisches Verständnis der Mythen zu gewinnen.

5.1 Die heroische Abenteuerfahrt: Dieses Kapitel detailliert die Stufen der Heldenreise nach Campbell und überträgt diese auf die narrative Struktur des menschlichen Bewusstseins.

6. Von Geist und Geschichte: Es wird diskutiert, wie Geist und Geschichte untrennbar miteinander verbunden sind und wie narrative Formen das menschliche Verständnis der Welt gestalten.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Synthese aus Vicos Prinzip der poetischen Charaktere und Campbells Monomythos zusammen und betont die narrative Natur des menschlichen Geistes.

Schlüsselwörter

Giambattista Vico, Scienza Nuova, poetische Charaktere, Sensus Communis, Metaphysik, Monomythos, Joseph Campbell, narrative Struktur, Ingenium, Fantasia, Kulturwissenschaft, Weltbild, menschliches Bewusstsein, Mythos, Erkenntnistheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der "narrativen Struktur der Geschichte" im Denken von Giambattista Vico und untersucht, wie der Mensch seine Welt durch poetische Mythen und Charaktere erschafft und begreift.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Philosophie Vicos, das Konzept der poetischen Weisheit, die Rolle der Sprache als schöpferisches Medium sowie die Verbindung zwischen Vicos kulturhistorischen Erkenntnissen und der mythologischen Heldenreise nach Joseph Campbell.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Prinzip der "poetischen Charaktere" bei Vico als notwendiges Instrument der menschlichen Begriffsbildung freizulegen und in eine übergreifende Theorie der narrativen Transformation des menschlichen Geistes zu integrieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es wird eine philologisch-philosophische Analyse angewandt, die primär auf der Auslegung der "Scienza Nuova" von Vico basiert und diese methodisch mit kulturwissenschaftlichen Ansätzen und tiefenpsychologischen Modellen, insbesondere von Joseph Campbell, verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Einführung in Vicos Werk, die detaillierte Analyse der poetischen Charaktere als Instrumente des Ingeniums, eine Untersuchung der historischen Figuren Homer und Herkules sowie die Synthese mit Campbells Modell des Monomythos.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Vico, poetische Charaktere, Sensus Communis, Monomythos, Ingenium, Fantasie, narrative Struktur und Metaphysik.

Warum spielt die Figur des Herkules bei Vico eine so zentrale Rolle?

Herkules dient als Archetyp des Kulturschaffenden, der die "wilde Welt" materiell bearbeitet, die Agrarkultur begründet und somit die Ordnung der Gesellschaft und die Entstehung der Zivilisation versinnbildlicht.

Wie unterscheidet sich die Erkenntnisweise des Menschen von der Gottes nach Vico?

Während Gott die Welt als Schöpfer vollkommen durchdringt ("intellegere"), ist das menschliche Wissen auf ein zergliederndes, mühsames Denken ("cogitatio") angewiesen, das sich durch Symbole und Narrative der Realität annähert.

Inwiefern ist die narrative Struktur der Geschichte nach Vico zyklisch?

Vico postuliert, dass die Geschichte nicht linear verläuft, sondern in einem "corso e ricorso" (Lauf und Rücklauf) zyklisch ist, wobei Kulturen von einer Stufe zur nächsten und bei Zerfall wieder zurück in barbarenähnliche Zustände führen.

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Details

Title
Die narrative Struktur der Geschichte. Untersuchung über das Prinzip poetischer Charaktere bei Giambattista Vico
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Philosophy)
Grade
2,3
Author
M. A., M. Ed. Felix Krenke (Author)
Publication Year
2020
Pages
63
Catalog Number
V1007978
ISBN (eBook)
9783346395559
ISBN (Book)
9783346395566
Language
German
Tags
poetische Charaktere Vico Giambattista Campbell Heros in tausend Gestalten fantastische Allgemeinbegriffe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. A., M. Ed. Felix Krenke (Author), 2020, Die narrative Struktur der Geschichte. Untersuchung über das Prinzip poetischer Charaktere bei Giambattista Vico, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007978
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