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"Check-the-Box". Das Körperschaftsteuer-Optionsmodell für Personengesellschaften

Titel: "Check-the-Box". Das Körperschaftsteuer-Optionsmodell für Personengesellschaften

Masterarbeit , 2021 , 79 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Marvin Hiemsch (Autor:in)

Jura - Steuerrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Thesis erfolgt die Darstellung des aktuellen Reformbestrebens des deutschen Steuergesetzgebers zur Modernisierung der Unternehmensbesteuerung in Deutschland durch Ankündigung der Einführung eines Körperschaftsteuer-Optionsmodells für Personengesellschaften. Zudem erfolgt die Beurteilung der Vorteilhaftigkeit eines Optionsmodells für deutsche Unternehmen in der Rechtsform einer Personengesellschaft und im Vergleich zu bereits bestehenden Begünstigungsbestreben zur Annäherung der Besteuerung der Gesellschaftsformen.

Der eigentlichen Darstellung und Beurteilung eines Optionsmodells wird zunächst eine Erläuterung des Status Quo der laufenden Ertragsbesteuerung von Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften vorangestellt. Neben der Darstellung der Besteuerungsgrundlagen und rechtsformspezifischen Besonderheiten bei der Unternehmensbesteuerung in Deutschland, wird die Gegenüberstellung anhand eines ertragsteuerlichen Belastungsvergleichs auf Gesellschafts- und Gesellschafterebene unter Einbezug verschiedener Handlungsalternativen vorgenommen. Dies erscheint dem Verfasser dieser Arbeit sachgerecht, die bestehenden Divergenzen in der steuerlichen Belastung einer Unternehmung in Abhängigkeit von der Rechtsform aufzuzeigen und im Rahmen der Reform zu beleuchtende Unterschiede in der Besteuerung herauszuarbeiten. Die Darstellung der Untersuchungen wird auf primär gewerblich tätige Personengesellschaften respektive steuerliche Mitunternehmerschaften sowie gewerblich tätige Kapitalgesellschaften beschränkt. An geeigneten Stellen erfolgt die Erweiterung auf Besonderheiten nicht primär gewerblich tätiger Personengesellschaften.

Bis zum Zeitpunkt der finalen Bearbeitung dieser Abschlussarbeit sind keine Verlautbarungen seitens des nationalen Gesetzgebers hinsichtlich der rechtlichen Ausgestaltung des angekündigten Optionsmodells bekannt gegeben worden. Die Darstellung wird auf Grundlage der im Rechtsformvergleich aufgezeigten rechtsformabhängigen Besteuerungsunterschiede vorgenommen. Hierzu werden Brennpunkte und Schwierigkeiten, die nach Ansicht des Verfassers durch und im Zusammenhang mit einem Optionsmodell auftreten und durch den Gesetzgeber zu lösen sind, herausgearbeitet und lösungsorientiert gewürdigt. Daneben sollen beratungsorientiert Hinweise zu präventiven Maßnahmen im Vorfeld einer Optionsausübung und zu beachtenden Risiken für die langfristige Planung bei und nach Ausübung des Optionsmodells gegeben werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einführung in die Problemstellung

1.2 Gang der Untersuchung

2. Grundsätze der ertragsteuerlichen Unternehmensbesteuerung

2.1 Kapitalgesellschaften

2.1.1 Trennungsprinzip

2.1.2 Besteuerung auf Ebene der Gesellschaft

2.1.3 Besteuerung auf Ebene der Gesellschafter

2.1.4 Gewerbesteuer

2.2 Gewerbliche Personengesellschaften

2.2.1 Transparenzprinzip

2.2.2 Steuerliche Gewinnermittlung

2.2.3 Gewerbesteuer

2.2.4 Thesaurierungsbegünstigung § 34a EStG

3. Vergleich der laufenden Ertragsteuerbelastung

3.1 Rahmenbeispiel und -bedingungen

3.2 Vergleich ohne Einbezug von Gesellschaftervergütungen

3.2.1 Vollausschüttung an die Gesellschafter

3.2.2 Thesaurierung auf Ebene der Gesellschaft

3.3 Vergleich mit Einbezug von Gesellschaftervergütungen

3.4 Ergebnis des Belastungsvergleichs

4. Körperschaftsteuer-Optionsmodell

4.1 Vorüberlegungen

4.2 Kernprobleme eines Optionsmodells

4.2.1 Antragsberechtigung, -bindung und Rückoption

4.2.2 Einflüsse des Handels- und Gesellschaftsrechts

4.2.3 Ergänzungsbilanzen und Rücklagen

4.2.4 Sonderbetriebsvermögen

4.2.5 Besteuerung der fiktiven Kapitalgesellschaft

4.2.6 Besteuerung der Gesellschafter

4.2.7 Gewerbesteuer

4.2.8 Internationale Besteuerungseinflüsse

4.2.9 Auswirkungen auf die Erbschaftsteuer

5. Einordnung und Alternativen

5.1 Vor- und Nachteile

5.2 Alternative aktuelle Reformvorschläge

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das vom Gesetzgeber angekündigte Körperschaftsteuer-Optionsmodell für Personengesellschaften im Vergleich zur bestehenden ertragsteuerlichen Behandlung. Das primäre Ziel ist die Beurteilung der steuerlichen Vorteilhaftigkeit dieses Modells und die Analyse der damit verbundenen Herausforderungen bei einem fiktiven Rechtsformwechsel für Unternehmen.

  • Grundlagen der ertragsteuerlichen Unternehmensbesteuerung (Kapitalgesellschaften vs. Personengesellschaften)
  • Vergleich der laufenden Ertragsteuerbelastung unter Einbezug von Gesellschaftervergütungen
  • Strukturelle Herausforderungen und Kernprobleme bei der Einführung eines Optionsmodells
  • International steuerrechtliche Auswirkungen und Konsequenzen für die Erbschaftsteuer

Auszug aus dem Buch

4.2.4 Sonderbetriebsvermögen

Das Sonderbetriebsvermögen steht im Eigentum des Mitunternehmers. Die Zuordnung zur Mitunternehmerschaft erfolgt auf der Grundlage der Qualifikationsnorm des § 15 Abs. 1 Nr. 2 S. 1 2. HS EStG. Das Betriebsvermögen einer Kapitalgesellschaft umfasst infolge des strikten Trennungsprinzips zwischen Gesellschaft und Gesellschaftern, nur das im Eigentum der Kapitalgesellschaft stehende Betriebsvermögen. Das Besteuerungskonzept einer Kapitalgesellschaft kennt das mitunternehmerische Sonderbetriebsvermögen nicht. Im Rahmen der Ausgestaltung eines Optionsmodell ist das Sonderbetriebsvermögen von Mitunternehmern ein Sonderproblem. Die Anwendung des § 15 Abs. 1 Nr. 2 Satz. 1 2. HS EStG kommt bei einer Kapitalgesellschaft nicht in Betracht. Folglich würde die Option zur Körperschaftsteuer dazu führen, dass die Zugehörigkeit des Sonderbetriebsvermögens zum Betriebsvermögen nicht länger besteht. Es droht die Zwangsentnahme und die Entstrickung der in den Vermögensgegenständen des Sonderbetriebsvermögens behafteten stillen Reserven.

Vermeintlich kein Handlungsbedarf besteht dann, wenn sich dem fiktiven Formwechsel durch Optionsausübung aufgrund personeller und sachlicher Verflechtung eine Betriebsaufspaltung anschließt. In diesem Fall sind die stillen Reserven weiterhin steuerverstrickt. Es besteht eine fortwährende Zugehörigkeit zum Betriebsvermögen des ehemaligen Mitunternehmers. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass der Gesellschafter nicht nur im entstehenden Besitzunternehmen, sondern auch in der optierenden Gesellschaft seinen geschäftlichen Willen durchsetzen kann. Das überlassene Wirtschaftsgut muss bei der Betriebsgesellschaft eine wesentliche Betriebsgrundlage darstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung der Rechtsformwahl und die Besteuerungsunterschiede ein und erläutert den Gang der Untersuchung.

2. Grundsätze der ertragsteuerlichen Unternehmensbesteuerung: Es werden die steuerlichen Grundlagen für Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften, insbesondere das Trennungs- bzw. Transparenzprinzip, detailliert gegenübergestellt.

3. Vergleich der laufenden Ertragsteuerbelastung: Hier wird anhand eines Rahmenbeispiels die steuerliche Belastung für die verschiedenen Rechtsformen und Gewinnverwendungsszenarien verglichen.

4. Körperschaftsteuer-Optionsmodell: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Ausgestaltung, die Probleme und die steuerlichen Konsequenzen (auch international) eines Optionsmodells für Personengesellschaften.

5. Einordnung und Alternativen: Abschließend werden die Vor- und Nachteile sowie alternative Reformvorschläge zur steuerlichen Entlastung von Personengesellschaften diskutiert.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchung zusammen und stellt fest, dass eine finale Bewertung vom noch ausstehenden Gesetzesentwurf abhängig bleibt.

Schlüsselwörter

Körperschaftsteuer-Optionsmodell, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft, Ertragsteuerbelastung, Thesaurierungsbegünstigung, § 34a EStG, Transparenzprinzip, Trennungsprinzip, Sonderbetriebsvermögen, Ergänzungsbilanz, Gewerbesteuer, Unternehmensbesteuerung, Steuerneutralität, Umwandlungssteuerrecht, Rechtsformwechsel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem angekündigten Körperschaftsteuer-Optionsmodell für Personengesellschaften und untersucht, welche steuerlichen Auswirkungen ein solcher fiktiver Rechtsformwechsel hätte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Vergleich der laufenden Ertragsteuerbelastung zwischen Personen- und Kapitalgesellschaften sowie die technischen Hürden bei der Überführung der transparenten Besteuerung in das Trennungsprinzip einer Kapitalgesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beurteilung der Vorteilhaftigkeit eines Optionsmodells für Unternehmen in der Rechtsform einer Personengesellschaft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtsvergleichende und steuerrechtliche Analyse auf Basis aktueller Gesetzestexte, einschlägiger Fachliteratur sowie der Rechtsprechung von BFH und EuGH.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die aktuelle Besteuerung, führt einen quantitativen Belastungsvergleich durch und diskutiert spezifische Kernprobleme wie Sonderbetriebsvermögen, Ergänzungsbilanzen und internationale Aspekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Körperschaftsteuer-Optionsmodell, Thesaurierungsbegünstigung, Transparenzprinzip, Trennungsprinzip und Sonderbetriebsvermögen.

Warum ist das Sonderbetriebsvermögen im Optionsmodell ein Problem?

Da das Sonderbetriebsvermögen ein Konstrukt der Personengesellschaft ist und in der fiktiven Kapitalgesellschaft nicht mehr existiert, droht ohne Gegenmaßnahmen eine Zwangsentnahme und damit die Aufdeckung stiller Reserven.

Welche Rolle spielt die internationale Besteuerung?

Das deutsche Modell der Sonderbetriebsvergütungen wird im Ausland oft nicht anerkannt, was zu Doppelbesteuerungskonflikten oder Qualifikationskonflikten führt, die bei der Gestaltung eines Optionsmodells beachtet werden müssen.

Wie wirkt sich die Erbschaftsteuer aus?

Eine Option zur Körperschaftsteuer könnte je nach Beteiligungshöhe die erbschaftsteuerliche Privilegierung von Personengesellschaftsanteilen negativ beeinflussen, da Kapitalgesellschaftsanteile strengeren Voraussetzungen unterliegen.

Ende der Leseprobe aus 79 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Check-the-Box". Das Körperschaftsteuer-Optionsmodell für Personengesellschaften
Hochschule
Hochschule Aalen
Note
1,7
Autor
Marvin Hiemsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
79
Katalognummer
V1008273
ISBN (eBook)
9783346399243
ISBN (Buch)
9783346399250
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Körperschaftsteuer-Optionsmodell Optionsmodell KöMoG Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts Check the Box Option zur Körperschaftsteuer Ertragsteuerrecht Personengesellschaft Unternehmenssteuerrecht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marvin Hiemsch (Autor:in), 2021, "Check-the-Box". Das Körperschaftsteuer-Optionsmodell für Personengesellschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1008273
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Leseprobe aus  79  Seiten
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