Kafka, Franz - Der Prozeß


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

9 Seiten, Note: 13 Punkte


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Franz Kafka „Der Prozess“

Biographie

- geboren in Prag am 3. Juli 1883
- verließ seine Heimatstadt selten ( und wenn dann nur für kurze Zeit)
- führte kurzes Leben - starb am 3. Juni 1924 (einen Monat vor seinem 41. Geburtstag)
- 2-geteiltes Elternhaus : - mütterliche Erbteil dominierte (schüchtern, gebildet, empfindlich und bescheiden)
- Vater hatte schwere Kindheit (musste von klein auf hart ran, frühmorgens auch im Winter musste er oft barfuss Fleischwaren des Vaters mit dem Handkarren in umliegende Dörfer bringen) - vergaß dies nie erzog seine Kinder auch streng
- Kam aus tschechischer Provinz nach Prag—suchte Anerkennung unter den Großstadtmenschen— schickte seine Kinder in deutsche Schulen
- Kafka besuchte die Deutsche Knabenschule
- Schulzeit geprägt von Ängstlichkeit und Ernsthaftigkeit
- Wuchs unter Obhut von Köchin, Kindermädchen oder Gouvernante auf
- Erziehung der Eltern beschränkte sich auf Erziehung bei Tisch
- Befehle des Vaters verunsicherten K. in allem was er tat
- 1893 - 1901 altösterreichische humanistische Gymnasium in Prager Altstadt
- überdurchschnittliche Schulleistungen
- K. besaß Mangel an Neugierde
- Wurde empfindlich wich vor seiner Umwelt zurück
- Mitschüler sprachen von „gläserner Wand“ die ihn von der Welt trennte
- Begann zu schreiben (Schreiben hatte große Bedeutung für Ihn)
- Zogen sich durch Vereinsamung und weltanschauliche Probleme immer mehr zurück
- Wollte Philosophie nach Abi studieren, Vater wollte das nicht
- Studierte auf Wunsch des Vaters Jura an der deutschen Universität in Prag
- Mit Jurastudium schien schuld gegenüber Elternhaus ausgeglichen
- Arbeitet als Versicherungsangestellter - Berufswahl relativ gleichgültig
- Wollte unabhängig von Elternhaus sein und Zeit zum Schreiben haben
- Ist tüchtiger Beamter, leidet aber auch darunter
- Kraft zum Schreiben wird verzehrt
- Schließt Freundschaft mit Max Brod
- Schreibt zwar aber pflegt nur lockere Kontakte zum örtlichen Dichterkreis
- macht Ausflüge nach Helgoland, Paris, Berlin, Venedig, Verona, Lübeck und Wien
- Mai 1912 lernt Felice Bauer kennen
- einige Wochen später bat er ihren Vater um Verlobung
- Erster Bruch im September, 1. Juli 1914 Berlin offizielle Verlobung
- K. fühlt sich gebunden und seine Arbeit gefährdet
- 11 Tage später am 12. Juli 1914 Entlobung
- mit Grete Bloch hatte er ausführlichen Briefwechsel
- Sohn wurde 1915 geboren, K. weiß nichts davon
- K. wollte keine Kinder in Ehe
- Trifft 1915 Felice wieder
- will sich zum 2. Mal verloben
- funktioniert auch diesmal nicht
- 2 Jahre später, 1917 wird K. lungenkrank
- stellt Befreiung von allen Pflichten da
- Dezember 1917 endgültige Trennung
- Ein Jahr später im Winter fährt K. nach Schlesien, lernt Julie Wohryzeck kennen (junges tschechisches Mädchen)
- Verlobt sich mit ihr, Hochzeit scheitert
- Juli 1923 lernt K. die 25jährige ostjüdische Köchin Dora Diamant in einer Ferienkolonie in Muritz kennen
- Verlässt Prag um restliche Zeit seines Lebens mit ihr zu verbringen
- 1923/24 lebten sie in Berlin
- stirbt am 3. Juni 1924 an Kehlkopftuberkulose im Sanatorium Kierling bei Klosterneuburg in Wien
- seine Manuskripte zu Lebzeiten kaum veröffentlicht
- sollten vernichtet werden
- Max Brod veröffentlichte sie in den 30er Jahren entgegen Kafkas Willen

Thematik

- Verwendung juristischer Begriffe wie Verhaftung, Schuld, Prozess, Gericht, Urteil, Anklage, Verfahren und Gesetz
- Handlung und Geschehen drehen sich um diese Themen
- Schuld- und Gerichtsthematik ist am wichtigsten
- Weitere Themen sind Beziehung der Geschlechter, Identitätsprobleme der Hauptfigur, Beziehung zwischen Wirklichkeit und Traum und die unerklärliche Schuldzuweisung

Entstehung

- zwischen August 1914 und Januar 1915
- Anlass war Auflösung der ersten Verlobung mit Felice Bauer (Schuld- und Gerichtsthematik)
- Felice war von Anfang an nicht Liebespartnerin, sondern Objekt für Ehepläne und Rolle im Häuslichen
- F. repräsentierte Ehe, Familie, und bürgerliches Leben
- Schon während Verlobungsfeier in Berlin (alle 2 Elternpaare anwesen) fühlte sich Kafka „gebunden wie ein Verbrecher“
- Bevorstehende Heirat als Art Gefangenschaft und Strafe empfunden
- Heiratspläne waren auch Mittel um sich im Normalleben zu etablieren
- Entlobung am 12. Juli 1914 im Hotel „Askanischer Hof“ in Anwesenheit von Freunden (Grete Bloch, Ernst Weiß)
- Grund waren Kafkas Zweifel an der Institution Ehe
- sah Schreiben durch Verpflichtungen in Ehe gefährdet
- Kafka fühlte sich durch Grete Bloch, die als „Richterin“ ihm gegenüber auftrat, hintergangen
- Suchte bei sich und bei ihr die Schuld
- Wichtigste Elemente für den Roman entstanden aus dieser Situation heraus
- Hatte mit innerer Konfliktlösung zu kämpfen (Frage von Schuld und Gericht)
- In Tagebuchaufzeichnungen Situation als „Gerichtshof im Hotel“ bezeichnet
- Fühlte sich danach befreit aber hatte auch Schuldgefühle in den entscheidend wichtigen Fragen der Ehe und Familiengründung versagt zu haben
- Verfolgt ihn
- erfährt inneren Prozess ( Selbstanklage und Selbstgericht)
- K. beginnt Fiasko seiner Verlobung und Entlobung sprachlich zu verarbeiten
- Niederschrift „Der Prozess“
- dient als Selbstbefreiung

Kontaktaufnahme zum Leser

- skurrile Handlung verwirrt Leser

- Verwunderung über Gerichtswelt, stimmt nicht mit normalen Rechtsempfinden überein

- Erfährt Handlg. aus Sicht des Josef K.

- kann den Gang des Prozesses genauso nicht nachvollziehen wir K.

- Leser fühlt von Anfang an mit K. mit

- Leser wird gezwungen K.´s Haltung mitzuerleben

- Durch Rätselhaftigkeit des Textes sucht Leser nach Deutung des Inhalts

- Wird gezwungen zur Auseinandersetzung mit Roman

- Nicht nur K.´s persönliche Probleme sondern auch allgemeine Probl. angesprochen

- Für heutiges Leserpublikum aktuell, zeitlose Themen bezogen auf Personen oder allg. Lebenssituationen

- Hierarchisch gegliederten Weilt
- trotz großer Anstrengung kein Erreichen des Ziels möglich
- sich klein und nichtig vorkommen, weil man höheren Macht gegenüber steht
- Konflikt zwischen Beschuldigtwerden und deutlichem Unschuldsgefühl
- Gefühl der Einschüchterung und Vergeblichkeit im bürokratischen Bereich
- Beziehung der Geschlechter

4. Inhalt

4.1. Personenkonstellation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Kapitel (Verhaftung)

- K. (wie auch im Buch meist genannt) wacht am Morgen seines 30. Geburtstages auf wird von 3 Fremden verhaftet
- Glaubt an Verleumdung (1. Satz)
- Sein Frühstück bleibt aus
- Grund können die Fremden ihm nicht nennen
- Angebliche Beamte sagen „Nicht die Behörde sucht die Schuld, die Schuld zieht die Behörde an“
- Er soll sein Leben als Bankangestellter ganz normal weiterleben und sich nicht von der Verhaftung beeinflussen lassen.
- K. verlässt die Pension in der er wohnt und geht zur Arbeit
- Er hat sich drauf versteift seine Schuld zu suchen und zu rechtfertigen

2. Kapitel (Gespräch mit Frau Grubach/ Dann Fräulein Bürstner)

- K. kommt von Arbeit nach Hause trifft jungen Mann im Hausflur (Neffe von Frau Grubach, ein Hauptmann)
- Will mit Frau Grubach reden, entschuldigt sich für die Vorkommnisse am Morgen
- Lauert Frl. Bürstner auf, will sich für die angebliche Unordnung in ihrem Zimmer entschuldigen
- fühlt sich sexuell angezogen von dem Frl.

3. Kapitel (Erste Untersuchung)

- telephonische Vorladung zum Gericht am Sonntag
- Gericht befindet sich in einem scheinbar altem heruntergekommenen Mietshaus in der Vorstadt
- Alles scheint sehr unglaubwürdig da ihm nicht einmal Zeit und Ort genau genannt wurde
- Viele Wohnungen im Haus, erst nach mehrmaligem Fragen findet er Gerichtssaal
- Gedrängel im Gerichtssaal
- K. beschwert sich bei Untersuchungsrichter über dieses sinnlose Verfahren und über Vorgehen seiner Verhaftung
- Beschimpft Beamte als „demoralisiertes Gesindel“ und „Korrupte Bande“
- Seine Rede wird unterbrochen durch Kreischen - auskunftsgebende Frau mit jungen Mann in eindeutig sexueller Pose einer hinteren Ecke des Raumes
- K. verlässt empört den Saal

4. Kapitel (Im leeren Sitzungssaal/ der Student/ die Kanzleien)

- K. ist in der Annahme dass am nächsten Sonntag wieder Sitzung ist
- geht noch mal hin, trifft nur auf Frau eines Gerichtsdieners, verspricht ihm Hilfe gegenüber den niederen Beamten
- Gerichtssaal ist leer, findet unsittliche Bilder
- Frau wird von einem Studenten der Rechtswissenschaften entführt—1. Auftritt während der 1. Sitzung
- Gerichtsdiener führt ihn durch das Dachgeschoss, wo die Kanzleien sich befinden
- Schwüle Hitze und stickige Luft - K. wird schwindlig und kippt um
- Verlässt das Mietshaus

5. Kapitel (Der Prügler)

- Geräusche in der Abstellkammer auf Arbeit
- Öffnet Türe, 2 Wächter von seiner Verhaftung werden von einem Prügler des Gerichts bestraft, weil sich Josef K. über seine Verhaftung beschwert hat
- K. fühlt sich verantwortlich - Schuld plagt ihn noch Tage später und er öffnet nochmals die Türe
- Immer noch die selbe Szene vorhanden

6. Kapitel (Der Onkel/ Leni)

- K.´s Onkel erscheint in der Bank hat von seinem Prozess gehört
- Bietet Hilfe an - fahren zum Advokaten (alter Freund des Onkels)
- Drauffolgendes Gespräche sehr langweilig für K.
- Wird von Pflegerin des Advokaten aus dem Zimmer gelockt
- Gegenseitige Sympathie - schlafen miteinander
- K. verlässt das Haus , trifft auf wartenden Onkel, ist entsetzt über K.´s Verhalten
- Onkel wirft ihm vor mit dieser Handlung seinem Prozess geschadet zu haben

7. Kapitel (Advokat/ Fabrikant/ Maler)

- Vernachlässigt Arbeit denkt nur noch an seinen Prozess
- am einem Wintervormittag denkt K. an den Advokaten
- er muss sich immer Geschichten über Handlungsweisen des Gerichts anhören um es für ihn besser verständlich zu machen
- bewirken das Gegenteil
- K. zweifelt die Hilfe des Advokaten an
- Bekommt Tipp von Bankkunden, soll sich an Maler Titorelli wenden
- Stellt sich als Vertrauensmann des Gerichts vor und verspricht K. aus dem Prozess heraus zu holen
- Gibt K. Überblick über das Gericht, nennt 3 Möglichkeiten der Befreiung (
- wirklicher Freispruch
- scheinbarer Freispruch - unendliche Kettenreaktion von Verhaftung und scheinbarer Freisprüche
- Verschleppung -- Prozess dauernd im niedrigsten Stadium halten)
- Zwischen 2 soll sich K. entscheiden
- Advokat betreibt Die letzte Taktik, K. will Prozess so schnell wie möglich beenden
- Möchte ihm Verteidigung entziehen
- K. denkt mittlerweile jeder sei mit dem Gericht verwickelt

8. Kapitel ( Im Dom)

- K. soll Geschäftsfreund den Dom zeigen
- Trifft auf Geistlichen, der sich als der Gefängniskaplan des Gerichts herausstellt
- Geistlicher versucht ihm das Gericht näher zu erklären (erzählt ihm Gleichnis vom Torhüter)
- K. identifiziert sich sofort mit dem Mann vom Lande
- Ist überzeugt das dieser vom Türhüter getäuscht wurde und er unschuldig sei
- Geistliche teilte ihm auch mit dass es sehr schlecht um seinen Prozess steht
- Rät ihm nicht zu viel fremde Hilfe zu suchen

9. Kapitel ( Ende)

- Vorabend seines 31. Geburtstages kommen 2 schwarz gekleidete Männer in K.´s Wohnung („halbstumme verständnislose Herren“
- Führen ihm zu einem verlassenen Steinbruch
- Ziehen K. aus und legen seinen Kopf auf einen Stein
- Einer zieht Fleischermesser aus Mantel
- K. sah es als seine Pflicht sich selbst umzubringen - will aber den Behörden nicht alle Arbeit abnehmen
- bestätigt als einer der Herren meint er stirbt wie ein Hund „.. es war als solle die Scham ihn überleben...“
- Einer der Herren nimmt Messer und stößt es K. ins Herz Sprachliche Gestaltung
- Begriff „Gericht“—Assoziation = kühl, sachlich, unbeteiligt, emotionslos
- Kafka bevorzugt knappe und kühle Sprache
- Beschreibt trotzdem alles bis ins Detail - auch Kanzleistil genannt
- Alltägliche Ausdrücke, Umgangssprache oder emotional wirkende Beschreibungen fehlen gänzlich
- Behält sachlichen Stil konsequent bei ,
- klar konstruierte Sätze—verdeutlicht Ausweglosigkeit und Sinnlosigkeit des Kampfes der Hauptfigur gegenüber des Gerichts
- Erzähler ist identisch mit der Hauptfigur
- teilt nur Gedanken und Vermutungen des Josef K.—einsinniges Erzählen
- Man erfährt nicht mehr als die Hauptperson weiß und preisgibt
- allgemein zu sagen ist, dass nichts ist so wie es scheint
- angewandter Schreibstil als kafkaesk bezeichnet
- Literatur war für Kafka Fluchtmöglichkeit
- Nutzte Sprache um Bereich des Vaters zu entkommen

5.1.Sprachliche Analyse einer Passage

Handlung: K. befindet sich in den Gerichtskanzleien (4. Kapitel) und trifft dort auf einen Mann „ Sie glauben wohl nicht, dass ich angeklagt bin ?“, fragte K. „Oh bitte, gewiss“, sagte der Mann, und trat ein wenig zur Seite, aber in der Antwort war nicht Glaube, sondern nur Angst. „ Sie glauben mir also nicht?“ fragte K. und fasste ihn, unbewusst durch das demütige Wesen des Mannes aufgefordert, beim Arm, als wolle er ihn zum Glauben zwingen. Aber er wollte ihm nicht Schmerz bereiten, hatte ihn auch nur ganz leicht angegriffen, trotzdem aber schrie der Mann auf, als habe K. ihn nicht mit zwei Fingern, sondern mit einer glühenden Zange erfast. Dieses lächerliche Schreien machte ihn K. endgültig überdrüssig; glaubte man ihm nicht, dass er angeklagt war, so war es desto besser; vielleicht hielt er ihn sogar für einen Richter. Und er fasste ihn nun zum Abschied wirklich feste, stie ß ihn auf die Bank zurück und ging weiter.“

- scheinbar gefühllose Textstelle, lässt Spannung erkennen
- „Sie glauben wohl nicht, dass ich angeklagt bin?“ - rhetorische Frage, k. will bestätigt bekommen dass er kein Angeklagter ist
- Mann bejaht Frage - äußert Enttäuschung durch Aggression
- Sprache erhöht Gewaltvorstellung („angegriffen“, erwartet würde eher „angefasst“)
- Es entsteht ein Widerspruch zw. K.´s bewusstem Verhalten und unbewusstem Vorgehen
- Bild der glühenden Zange verstärkt Aggression
- Verwendet das personale Erzählen

- 3. Person erzählt ausschließlich aus der Sicht des Joseph K.

- Erzähler ist identisch mit der Hauptfigur

- Wie schon eher bei der sprachlichen Gestaltung erwähnt, teilt Erzähler nur Gedanken und Vermutungen mit Josef K.—einsinniges Erzählen

6. Interpretationsansätze / Autobiographische Züge

- alle Werke stehen in direktem Zusammenhang mit Leben
- Personen aus Kafkas Leben spielen im Roman mit :
- Franz Kafka = Joseph K.
- Felice Bauer = Fräulein Bürstner = F.B.
- Werk im direktem Zusammenhang mit Kafkas Leben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Interpretationsansätze der ersten zwei Kapitel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Meinungen / Kritiken

Ernst Wei ß (Artikel im „Berliner Börsen - Courier“ 1925 Titel: „Franz Kafka: Der Prozess“)

- Prozess als Prozess der eigenen Gewissensstimme
- Nichts anderes als Detektivroman einer Seele, in dem ein Wesen die halbverlöschten Spuren seiner selbst sucht
- Von sich selbst angeklagt und verurteilt

Hermann Hesse ( Abendausgabe des Berliner Tagesblatt 1925) „Franz Kafkas Nachlass“

- Kafka als merkwürdiger Dichter beschrieben, der mit seiner Arbeit selbst nie zufrieden war
- Sein Buch wird viele Freunde Kafkas überraschen , entzücken und ergreifen
- Sei seltsames, aufregendes, wunderliches und beglückendes Buch
- Außerdem Sei es ein Gespinst aus zartesten Traumfäden,
- die Konstruktion einer Traumwelt geschaffen mit so intensiver Kraft der Vision
- Unheimliche, hohlspiegelhafte Scheinwirklichkeit entsteht,
- Wirkt zunächst wie Alptraum, bedrückend und beängstigend, bis Leser der geheime Sinn der Dichtung aufgeht
- Werk erweckt Frömmigkeit, Unterwürfigkeit und Ehrfurcht
- Angeklagte können Erlösung finden auf dem Weg der Ergebung und der frommen Hingabe
- Lebenslehre Kafkas im Prozess gepredigt

Jakob Elias Poritzky (Zeitschrift „ Literatur 1926) „Phantasten“

- ein Werk voll schmerzhafter Selbstqual und heraufwühlender Weltverlorenheit
- Leser wandert durch traumhafte Hölle voll eigen erfundener Ungeheuer und grausiger Situationen
- Sei Nerventortur stärksten Grades, leidet als Mitwanderer mit
- Trostlosigkeit und Traumgebundenheit sei vollkommen
- Ist von Mächten umringt, denen man ohnmächtig und hilflos ausgeliefert ist
- Roman wurde in höchsten Tönen gelobt
- Man sprach sogar vom bedeutensten Werk Kafkas
- Sei Roman der durch seine große Allgemeingültigkeit, viele Leser anspricht
- Kafka von Kritikern als König der deutschen Sprache (Sprachkünstler) angesehen
- Nutze sorgfältige Kleinarbeit für komplexes Werk

Bis heute wurde der Roman immer wieder neu gedeutet.

- Man ist heute der Meinung, dass der wahre Prozess der Weg von der Fremdbestimmung zur Selbstkenntnis und Selbstbestimmung sei.
- Text soll nur als Mitteilung dienen und man muss eigene Gedanken einbringen

Zusammenfassendes Urteil

- wer Kafkas Art zu Schreiben mag wird Roman „Der Prozess“ zu schätzen wissen
- Auf Grund der Biographie und Hintergründe/ Zusammenhänge des Romans wurde mir der Inhalt etwas klarer
- Kafkas Talent bestand darin seine persönliche Situation in den Mittelpunkt zu stellen, und trotzdem ein hohes Maß an Vieldeutigkeit zu erreichen:
- Einfach wirkende Schreibweise, erst auf zweiten Blick Vielfalt erkennbar
- Werk ist erst dann faszinierend wenn man sich mit Kafkas Biographie beschäftigt hat
- Nur zum Vergnügen zu lesen nicht geeignet

8 von 9 Seiten

Details

Titel
Kafka, Franz - Der Prozeß
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2001
Seiten
9
Katalognummer
V100829
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kafka, Franz, Prozeß
Arbeit zitieren
Franziska Werner (Autor), 2001, Kafka, Franz - Der Prozeß, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100829

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