Horváth, Ödon von - Jugend ohne Gott - Diskussion zum Stück


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

6 Seiten, Note: 2


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Einleitung

Der Zweck der gesamten Diskussion besteht darin, Meinungen, Ansichten und Standpunkte über unsere Themen

1.) Gott
2.) Nationalsozialismus
3.) Jugend

In Bezug auf den Roman „Jugend ohne Gott“ von Ödön Horváth und in Bezug auf die Realität auszutauschen und zu besprechen.

Thema Gott

Ich habe dieses Brisante Thema gewählt, weil es viele verschiedene Meinungen und Ansichten dazu gibt. Ich bin sicher dass man darüber sehr gut diskutieren kann, weil kaum ein anderes Thema so viele Personen betrifft und so umstritten ist. Die Frage nach der Existenz einer höheren Macht ist sicher eine der ältesten der Menschheit.

These 1: Im Verlauf des Buches glaubt der Lehrer immer mehr an Gott

Je weiter die Erzählung voranschreitet, desto stärker wird die Verbindung zwischen Lehrer und Gott, bis er gegen Ende mit ihm spricht und sich ihm zuwendet. Am Anfang glaubt er zwar an Gott, mag aber nicht. Zum Schluss ist der Lehrer ein gottesgläubiger und guter Mensch, er hat ein gutes Verhältnis zu Gott.

- In seinem Elternhaus wohnte Gott nie, obwohl sie regelmäßig in die Kirche gehen. (S.121)
- Der Lehrer glaubte zu dieser Zeit nicht an Gott, oder wollte nicht an ihn glauben. Er konnte nicht verstehen, wie Gott einen Weltkrieg zulassen kann und glaubt deswegen auch an den Teufel. (S.46/47;S.57)
- Der Lehrer fängt an, an Gott zu glauben, mag ihn aber nicht. (S. 94)
- Er beginnt im guten an Gott zu glauben. ([S.101];S.126)
- Er „spricht“ mit Gott. ([S.80];S.95/96) Er erblickt seine Augen. (S.101;S.142;S.148)
- Er hat keine Furcht mehr vor Gott. (S.101)
- Er ist im reinen mit Gott und sich selbst. (S.101- Ende)

Bedeutung: These 1 ist deswegen von Bedeutung, weil das Verhältnis zwischen Gott und dem Lehrer meiner Meinung nach, das Interessanteste des Buches ist. Außerdem ist es auch der Glaube an Gott, der den Lehrer aussagen lässt, und den Mord letztendlich aufdeckt. Und das Buch ist schließlich ein Krimi, somit ist die Aufklärung des Mordes unerlässlich.

These 2: Der Mensch denkt; Gott lenkt

Gott hat die ganze Geschichte lang seine Finger im Spiel gehabt, tritt jedoch erst gegen Ende in Aktion. Er bringt Personen dazu Dinge zu tun, die sie ohne seinen Einfluss nicht getan hätten.

- Der Lehrer gesteht, das Kästchen betreffend, die Wahrheit. (S.95;S.100/101)
- Der mordende Böse, der Fisch, stirbt. (S.144)

Bedeutung: Die These, die so auch in der Bibel steht, habe ich gewählt, weil zu dieser Behauptung jeder eine Meinung haben muss. Da sie jeden betrifft. Außerdem kann man diesen Satz auf verschiedenste Arten auslegen, was zusätzlichen Diskussionsstoff bedeutet.

These 3: Gott ist das Gewissen

Wenn man mit sich selbst im reinen ist, glaubt man, auch mit Gott im reinen sein. Irgendwann holt jeden sein Gewissen ein, und sei es auf dem Sterbebett.

- Nachdem der Lehrer sich mit seinen Eltern nicht mehr so gut versteht und das Kästchen aufbricht, hat er mit seinem Gewissen zu kämpfen.
- Nachdem er die Wahrheit erzählt hat ist er mit sich und seinem Gewissen im reinen. (S.100/101)
- So kommt er auch mit Gott ins reine.
- Der Fisch wird von seinem Gewissen eingeholt. (S.147)
- „Gott wohnt nur da, wo man an ihn glaubt.“ (Zitat v. S.
- „Gott ist die Wahrheit.“ (Zitat v. Lehrer S. 148)

Bedeutung: Auch hierzu wird es viele verschiedene Ansichten geben. Zwar hat jeder schon mal ein schlechtes Gewissen gehabt, sich aber nicht jeder darüber Gedanken gemacht hat, was es zu bedeuten hat. Dies herauszufinden oder darüber nachzudenken ist Ziel dieser These. (Vielleicht ist es so etwas wie eine Sicherung gegen Böses)

Realitätsbezug: These 2:

Es gibt Zufälle, die gibt`s gar nicht. Zum Beispiel zufällige Konstellationen und Begebenheiten sind so besonders oder unglaublich, dass es schwer fällt zu glauben, dass so etwas einfach zufällig geschieht. Man sollte sich auch fragen, was Glück ist oder was es bedeutet. Der, der Glück hat, hat den Zufall auf seiner Seite. Oder hat er vielleicht einen Sympathisanten auf einer anderen Ebene?

These 3:

Jeder hatte schon einmal ein schlechtes Gewissen, weil z.b. er einen Fehler gemacht hat, oder jemanden durch sein eigenes Verschulden geschadet hat. Und genauso wie das schlechte Gefühl, kennt man das dann so erleichternde Gefühl wenn man dieses

Problem aus der Welt geschafft hat. Einem fällt förmlich ein Stein vom Herzen. Auch die Tatsache, dass es ein Sprichwort dazu gibt kann man als Realitätsbezug bezeichnen.

Doch was ist das Gewissen und warum ist es da? Ist es unsere zweite Seite, die sich hin und wieder meldet oder etwas Vergleichbares?

Thema Nationalsozialismus

These 1: „Propaganda“ - Beeinflussung des Volkes

(Politische) Propaganda hat das Ziel, die öffentliche Meinung positiv gegenüber den Zielen und Wertvorstellungen einer bestimmten politischen Gruppierung oder der Regierung zu beeinflussen.

Im nationalsozialistischen Deutschland war Joseph Goebbels als Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda u. a. für die Entwicklung des Führerkultes um Adolf Hitler verantwortlich.

Durch das Radio, Reden und Plakate, wurden diskriminierende und antisemitische Äußerungen fortlaufend erwähnt, die die damalige öffentliche Meinung stark beeinflussten.

- Die im Radio und den Reden gesendeten Äußerungen sind Gesetz gegen die sich keiner wehren darf.
- Diese Propaganda traf die Eltern, Lehrer, Beamte und das gesamte andere Volk.
- Die diskriminierenden und antisemitischen Äußerungen trafen die Eltern zu Hause, die fortlaufend immer mehr an den Antisemitismus dachten und glaubten bzw. überzeugter wurden.
- Durch die antisemitisch denkenden Eltern wurden die Kinder stark beeinflusst.
- Dieses antisemitische Denken nahmen die Kinder mit in die Schule und beeinflussten die Mitschüler und vielleicht die Lehrer.
- In dem Buch „Jugend ohne Gott“ möchte sich der Lehrer über eine Neger diskriminierende Aussage eines Schülers äußern bzw. sie kritisieren, darf es aber nicht, weil er es selber vor kurzem im Radio gehört hat. (S. 13 Z. 25)
- Da der Lehrer gegen Antisemitismus ist (damals Ausnahme), bekommt er Probleme mit den Eltern, denn die Eltern wollen nicht das sie Schwachsinn oder Lügen erzählt bekommen, denn nur was man im Radio hörte war richtig.
- Der antisemitisch beeinflusste Vater des N beschwert sich über Lehrers Äußerung, dass „Neger auch Menschen sind“. (S. 18 Z. 20-23)
- Die beeinflussten Kinder, die durch die schon längst beeinflussten Lehrer beeinflusst wurden, mussten, wenn ihre Eltern gegen Antisemitismus waren, das dem Lehrer oder der Gestapo mitteilen. Warum?
- Da fast das gesamte Volk an die Ideologie glaubte bzw. davon überzeugt war, wurden keine Gegner der Ideologie geduldet bzw. es wurde immer schwieriger seine eigene Meinung in der Familie zu sagen, denn alles was sich nach Toleranz/ Humanismus anhörte wurde durch die Kinder anderen Leuten mitgeteilt. Die Gegner wurden inhaftiert, damit sie keine politisch gegnerische Gruppen bilden können.

Antisemitische Äußerung

- (S. 58 Z. 16) Ballmusik und Sortieren nach Rasse, Nation und Sprache.

These 2: „Nationalstolz“ - Entstehung/Erziehung zum Marschieren und Kämpfen

In dem Buch werden von einigen Personen Äußerungen abgegeben. wie z.B.

- (S. 20 Z. 1/ 2) Kinder müssen zum Krieg erzogen werden.
- (S. 29 Z. 3-7) In der 3. Generation gibt es nur noch marschierende, rudernde und lernende Ungeheuer.
- (S.34 Z. 22 -> S.35 Z. 3/ 5). Zeltlager als vormilitärische Ausbildung Selbst die Jugendlichen äußern etwas in diesem Buch über Nationalstolz wie z.B.
- (S. 67 Z. 10) Liebesgefühl gleich Fluggefühl

Thema Jugend

Die Jugend ist im Buch eine wichtige Charaktergruppe. Sie spielt im Buch wie auch im Dritten Reich eine entscheidende Rolle. In ihr liegen all die Erfahrungen und Meinungen der Erwachsenen. Das Prinzip war sowohl in der religiösen Erziehung wie auch im Dritten Reich das gleiche: Überzeuge die Jugend von deinen Ideen und du hast deine Zukunft gesichert. Aus diesem Grund habe ich das Thema gewählt. Es ist die Verbindung der ersten beiden Themen und hat einen deutlichen Bezug zur heutigen Zeit.

These 1: Der Lehrer bestimmt den Tod „seiner“ Jugendlichen

Der Lehrer hat Einfluss auf den Tod „seiner“ Jugend. Im Buch sterben auffälligerweise nur Jugendliche. Zudem fällt auf, dass der Lehrer jedes Mal unmittelbar daran beteiligt ist. Beim ersten Fall (W) tut der Lehrer Gutes. Es folgt ein schöner Tod. Im zweiten Fall (N) tut der Lehrer nichts. Dieses führt erst zum Tod. Bei dem T führt das Handeln des Lehrers dazu dass sich der/das Böse selbst bestraft.

- Der erste der stirbt ist der Schüler W. Sein Vater bittet den Lehrer um Hilfe bei der Erfüllung von Ws letztem Wunsch, den berühmten Torwart zu treffen. Der Lehrer holt diesen und der W hat einen schönen Tod. (der Tormann ab S.30)
- Der Schüler N stirbt, weil eine Schlägerei eskaliert. Grund für die Schlägerei war die unerlaubte Öffnung von Zs Kästchen, in dem Z seine intimsten Sachen aufbewahrt. Der Z greift den N an, weil der Lehrer nicht zugibt dass er es war, weshalb N verdächtigt wird. (Verurteil ab S.69;der letzte Tag ab S.80)
- Der Selbstmord des T war eine Verzweiflungstat. Der Lehrer hatte alles über ihn herausgefunden. T wusste dass der Lehrer es beweisen konnte und nahm sich das Leben. (das Reh ab S.142)

Bedeutung: Der Lehrer hat ein wechselndes Verhältnis zu Gott innerhalb des Buches. Dabei merkt er gar nicht wie er durch sein Handeln Gottes Wille durchsetzt oder einfach links liegen lässt. Er merkt erst zum Schluss das er Gottes Wille ausführen muss und nicht Gott selbst.

These 2: Die Freiheit stirbt früh

Im Buch geht es vor allem um die Jugend im Dritten Reich. Ihr Verhalten ist vor allem, wie bei jeder Jugend, von dem Verhalten Erwachsener ihnen gegenüber geprägt. Freiheit der Gedanken lässt sich vor allem daran messen, wie frei man reden kann. Im dritten Reich konnte man das nicht.

- Das Radio sagt die Wahrheit. Dies ist eine allgemeingültige Aussage im dritten Reich. Was aus dem Radio ertönte war richtig. Man durfte es weder kritisieren, noch widerlegen. Der Lehrer jedoch kritisiert und hat sofort Probleme am Hals. (die reichen Plebejer ab S.16;das Brot ab S.21)
- Militär ist in der Jugend Pflicht. Dies galt für beide Geschlechter und es gab keine Möglichkeit zur Verweigerung. Die Mädchen mussten zwar keinen Dienst an der Waffe leisten, doch war der BDM auch militärisch strukturiert. Die Jungen übten Töten, die Mädchen übten das Retten ihrer Soldaten. (die marschierende Venus ab S.38;der verschollene Flieger ab S.44)

Bedeutung: Während des Nationalsozialismus wurde alles verallgemeinert: das Aussehen, das Denken, das Handeln, usw. . Damit stirbt auch ein Stück Freiheit. Denn Freiheit im heutigen Sinne bedeutet alles tun und lassen zu können solange man andere nicht gefährdet oder ihnen schadet. Damals gab es keine Freiheit, weil, gerade in der Jugend, alles zusammen unternommen, gedacht und gesagt wurde. Dies wird im Buch durch entsprechende Beispiele und vor allem durch die Suspendierung des Lehrers deutlich.

These 3: Die Jugend ist „unschuldig schuldig“

Im dritten reich wurden viele Verbrechen begangen deren Opfer vor allem ethnische Minderheiten waren. Häufig waren Jugendliche die Täter. Im Buch Jugend ohne Gott gibt es Verbrechen wie Totschlag oder Diskriminierung. Es drängt sich deshalb die Frage auf, wofür die Jugend und wofür die Erwachsenen verantwortlich sind.

- Die Jugend wird in jungen Jahren dazu gezwungen, das Töten zu üben, zu organisieren und höchsteffektiv durchzuführen. Die Mordlust wird staatlich kontrolliert in Zeltlagern geweckt. Die Jugend wird abgehärtet um unter widrigsten Bedingungen zu kämpfen. (der verschollene Flieger ab S.44;mehrer Kapitelanfänge im Zeltlager)
- Der Rassismus spielt im Buch vor allem am Anfang eine wichtige Rolle. Es wird deutlich das Rassenhass nicht von der Jugend, sondern von der Außenwelt ausgeht. Als der Lehrer Aufsätze der Klasse korrigiert bemängelt er eine rassistische Aussage, die von einem Schüler aus dem Radio übernommen wurde. Sofort beschweren sich die Eltern des Schülers die diese Falschaussage kräftig unterstützen. Die Situation macht deutlich dass der Schüler schreibt was er lernt, nicht was er schlussfolgert. (die reichen Plebejer ab S.16;Ende von "die Neger" ab S.14)
- Die Erziehung wird der Regierung überlassen. Staatliche Organisationen scheinen die richtige Werte zu vermitteln und erleichtern den Eltern somit das Erziehen. Staatliche Propaganda ist immer korrekt und wird unterrichtet. Die Kinder werden somit fast nur vom Staat erzogen.

Bedeutung: Die Verbrechen die im Buch begangen wurden sind keine Verbrechen aus Gier, Neid oder ähnlichen „normalen“ Motiven. Vielmehr scheint das Buch eine psychische Fehlerziehung anzudeuten in der die Kinder auf Hass gedrillt wurden. Sie verloren Mitleid und das Gefühl für die Perspektive anderer in einer Situation, was sie zu unberechenbaren Tötungsmaschinen, machte.

Realitätsbezug:

These 1:

Wir sollten uns fragen in wie fern wir durch unser Handeln unbewusst Gottes Wille durchsetzen, bzw. Gutes tun. Wir sollten uns auch genau die Folgen unseres Handelns ansehen. Es lässt sich durchaus dir Frage stellen wie unser Tun bewertet wird; wird es belohnt oder bestraft? Warum wird es belohnt? Warum bestraft? Oder was haben unsere Mitmenschen von dem was wir tun bzw. lassen.

These 2:

Diese These ist ein Blick auf die Vergangenheit, der Realitätsbezug soll ein Blick auf die Veränderung zu damals sein. Er soll fragen, wie frei wir wirklich sind. Wie frei unser Denken ist. Er soll auch zur Diskussion stellen, wie viele unserer Ansichten unsere eigenen sind oder einfach nur von anderen übernommen wurden. Vielleicht sollte man auch über den zweiten Schritt diskutieren: Wenn eine Ansicht unsere Schlussfolgerung ist, worauf beruht diese Schlussfolgerung, woher kommen die Erfahrungswerte?

These 3:

Die These wirft eine Frage auf die gerade in jüngster Zeit häufiger gestellt wird- warum begeht jemand ein Verbrechen? Wer ist mit schuld? Ist der Täter alleine Schuld oder ist seine ganze Umwelt mitschuldig? Solch eine Schuldfrage lässt sich über die heute 80- 70 jährigen stellen. Waren sie wirklich Schuld? Oder waren sie dazu verdammt Nazis zu sein? Konnten sich Kinder und Jugendliche überhaupt gegen eine erdrückende, einstimmige, gar staatliche Autorität wehren?

6 von 6 Seiten

Details

Titel
Horváth, Ödon von - Jugend ohne Gott - Diskussion zum Stück
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
6
Katalognummer
V100834
Dateigröße
393 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Horváth, Jugend, Gott, Diskussion, Stück
Arbeit zitieren
Marcel Geißler (Autor), 2001, Horváth, Ödon von - Jugend ohne Gott - Diskussion zum Stück, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100834

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