Die Weiße Rose


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
9 Seiten

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Inhaltsverzeichnis:

1. Autorin Seite

2. Vorgeschichte / Familiengeschichte Seite

3. Inhalt Seite

4. Mitglieder der Weißen Rose Seite

5. Gerichtsverfahren Seite

6. Flugblätter Seite

7. Ziele der Weißen Rose / Aussage Seite

8. Quellenverzeichnis Seite

1. Autorin:

Inge Scholl wurde 1917 in Ingersheim als ältestes von fünf Kindern der Diakonissenschwester Magdalena und des Bürgermeisters Robert Scholl geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg grün- dete sie die Ulmer Volkshochschule und setzte wenige Jahre ihren Geschwistern Hans und So- phie Scholl sowie den weiteren Mitgliedern der Widerstandsbewegung durch die Veröffentli- chung des Buches Die Weiße Rose und durch die Gründung der Geschwister-Scholl-Stiftung ein Denkmal.

2. Vorgeschichte / Familiengeschichte:

Die Familie besteht aus Vater Robert, Mutter Magdalena, den drei Töchtern Inge, Sophie und E- lisabeth, sowie den beiden Söhnen Hans und Werner.

Robert Scholl stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Eine höhere Schule konnte er nur besuchen, weil sich ein Pfarrer für ihn einsetzte.

Aufgrund seiner strikten pazifistischen Einstellung diente er im Ersten Weltkrieg nicht als Soldat. Statt dessen half er in einem Lazarett als Pfleger. Hier lernte er seine spätere Ehefrau Magdalena Müller kennen, die dort als Krankenschwester arbeitete.

In Forchtenberg, dem Wohnort der Familie, wurde Robert Scholl nach einigen Jahren zum Bürgermeister gewählt.

Das Ehepaar Scholl war sozial sehr engagiert. So hielten sie in Kirchen oftmals Reden, in denen sie beispielsweise mehr Bürgerrechte forderten. Da Robert Scholl mit seinem Einsatz für den gesellschaftlichen Fortschritt in der Gemeinde auf Widerstand stieß, musste er 1930 das Amt des Bürgermeisters niederlegen.

Die Eltern versuchten, ihre Kinder zu offenen und liberalen Menschen mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn zu erziehen. Jedes einzelne sollte selbst Erfahrungen sammeln und sich seine eigene Meinung über das Leben und die Gesellschaft bilden.

Die Geschwister waren sehr naturverbunden. Oftmals spielten sie in Forchtenberg in den Wäldern oder schwammen im Kocher.

Nach der Abwahl des Vaters zog die Familie zunächst nach Ludwigsburg. Zwei Jahre später, 1932, folgte der Umzug nach Ulm. Dort machte sich Robert Scholl als Wirtschafts- und Steuerberater selbstständig.

3. Inhalt:

Ihre Kindheit verbringen die Geschwister Scholl in einem beschaulichen Städtchen im Kochertal. Nach dem Umzug nach Ulm besuchen alle fünf höhere Schulen.

Während Hitlers Machtübernahme sind Hans fünfzehn und Sophie zwölf Jahre alt. Es imponiert ihnen sehr, dass scheinbar plötzlich alle Menschen Nationalisten und Patrioten werden oder sein wollen, die ihr Land lieben und von Kameradschaft und Volksgemeinschaft reden. Durch die Einflüsse ihrer Umwelt entwickeln, trotz der Warnungen des Vaters, auch die Geschwister Scholl einen jugendlichen Nationalstolz. Robert Scholl traut dem Menschenkult und den neuen Staatsformen Hitlers keineswegs. Er befürchtet durch die steigende Apartheid gegenüber den Ju- den den inneren Krieg in Deutschland. Trotzdem lässt er seine Kinder selbst ihre Meinung durch Erfahrungen bilden.

Wie die Mehrzahl der Gleichaltrigen schließen sich auch die Geschwister Scholl Organisationen wie der Hitler-Jugend oder dem Bund Deutscher Mädel an. Begeistert machen sie bei den Jugendaktionen mit, singen zusammen mit ihren Kameraden Volkslieder aller Länder oder unternehmen Fahrradtouren im Ulmer Umland. Doch eines Tages verbieten ihnen die Führer, die fremden Lieder zu singen, und auch das Vorlesen von Büchern von Dichtern und Philosophen wie Rilke, Hermann Hesse oder Lao-tse wird ihnen untersagt.

Trotzdem bekommt Hans eines Tages den Auftrag, die Fahne seiner Jugendgruppe zum Parteitag der NSDAP nach Nürnberg zu tragen. Dort wird er von der Verbreitung und Forderung des deutschen Ideals und durch den Drill und den Druck, der auf die Jugendlichen ausgeübt wird, sehr enttäuscht. Spätestens zu diesem Zeitpunkt beginnt Hans sich zu verändern. Er ver- steht nicht, wieso jeder Junge und jedes Mädchen sich einer Schablone anpassen muss, nur noch deutsche Lieder singen darf und versuchen sollte, seine jüdischen Mitmenschen zu meiden. Doch Hans versucht zunächst weiterhin, Spaß an den Unternehmungen der Hitler-Jugend zu ha- ben. Mit einigen seiner Kameraden näht er eine prachtvolle Fahne, die dem Führer geweiht ist. Die Fahne ist etwas Besonderes, findet Hans, weil sie sich von den anderen unterscheidet. Doch als die Jungs mit der Fahne zum Appell vor einem höheren Jugendführer antreten, werden sie aufgefordert, diese abzugeben. Sie bräuchten keine besondere Fahne und sie sollen sich an die, die für alle vorgeschrieben sei, halten, begründet der Führer seine Forderung. Hans empfindet dies als eine Unverschämtheit, tritt aus der Reihe heraus und gibt diesem eine Ohrfeige. Von dem Tag an übernimmt jemand anders das Amt des Fähnleinführers.

Die Zweifel der Familie an dem Regime und an der Jugendarbeit des Staats werden danach stär- ker.

Zu dieser Zeit treten Hans und Werner der Jungenschaft bei. Das ist eine kleine Gruppe von Jugendlichen, die von der Gestapo schon längst verboten ist, da sie zwar dem Schema der HJ ähnelt, aber nicht auf Vaterlandsliebe basiert. Hans und Werner erleben mit ihren neuen Freunden viele Abenteuer. Sie singen Zigeunerlieder am Lagerfeuer, lesen sich aus kulturellen Zeitschriften vor und schreiben Tagebücher.

Plötzlich läuft eine Verhaftungswelle durch ganz Deutschland und zerstört den Rest der Jugendbewegung. Auch Hans verbringt einige Wochen im Gefängnis und seine Tage- und Liederbücher werden beschlagnahmt.

Im Gefängnis begreift Hans, dass auch ohne die Gestapo und das Verbot der Jungenschaft diese abenteuerliche Jugendzeit einmal ein Ende genommen hätte. Er merkt, dass solch kindlichen Aktivitäten ihm den Sinn des Lebens nicht zeigen, und somit beginnt er, die Antworten auf die Fragen nicht mehr bei Rilke, Nietzsche oder Hölderlin zu suchen, sondern wendet sich den antiken Philosophen zu, wie Plato, Pascal und Sokrates.

Inzwischen ist aus der Verfolgung und Verhaftung von Regimegegnern und Juden in Deutschland der Krieg gegen die Völker Europas geworden - der Zweite Weltkrieg hatte begonnen. Hans fasst ein Studium für den Arztberuf ins Auge. Durch die turbulenten Zeiten und den Krieg bleibt ihm jedoch nur eine ungewisse Frist, um sein Medizinstudium zu absolvieren.

Bald wird er in eine Studentenkompanie eingezogen. Anfangs wird er als Sanitäter im Frank- reichfeldzug eingesetzt. Er lebt ein seltsames Studentenleben, halb Soldat, halb Student. Ihm fällt dieses Doppelleben durch ständig steigenden Hass gegen den Staat sehr schwer. Im Frühjahr 1942 findet die Familie Scholl wiederholt vervielfältigte Briefe ohne Absender in ihrem Briefkasten. Hans begeistert sich sehr für den Mut und Aufrichtigkeit verbreitenden Inhalt. Er glaubt, dass die Verbreitung von Schriften die richtige Form von Widerstand sei. Doch zu der Zeit ist es sehr schwierig, einen Vervielfältigungsapparat zu bekommen.

Hans lernt eines Tages Alexander Schmorell kennen, einen weiteren Medizinstudenten, der ähnlich zu denken scheint wie er. Es entsteht eine herzliche Freundschaft zwischen den Beiden. A- lexander hat eine russische Mutter und einen deutschen Vater. Während der russischen Revolution waren seine Eltern mit ihm nach Deutschland ausgewandert.

Durch ihn gewinnt Hans einen weiteren Freund unter den Studenten: Christoph Probst, den alle nur Christl nennen. Beide pflegen die Liebe zu Werken der gleichen Philosophen und Dichter. Christl ist als Einziger verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von zwei und drei Jahren. Zu den drei Freunden gesellt sich später auch noch Willi Graf. Er ist ein schweigsamer Junge und wirkt sehr introvertiert.

An einem Morgen klingelt die Gestapo bei der Familie Scholl an der Tür und verhaftet Robert Scholl. Er hatte gegenüber einer Angestellten seine Meinung über Hitler geäußert. Doch der Gefängnisaufenthalt dauert nicht lange.

An ihrem 21. Geburtstag fährt Sophie zu Hans nach München, um dort Biologie und Philosophie zu studieren. Sie freut sich sehr, da sie diesen Umzug schon lange geplant hatte. Doch die Durchsetzung ihres Planes wurde immer wieder durch angeordneten Arbeitsdienst unterbrochen. Nach ihrer Ankunft feiern die Geschwister und Hans’ Freunde Sophies Geburtstag. Als Sophie und Hans nach der Feier im Bett liegen, unterhalten sie sich über den Krieg und die Regierung - bis erstmals zwischen Beiden das Wort Widerstand fällt. Hans spricht wieder vom Wunsch nach einem Vervielfältigungsapparat.

In einem von Sophies Lehrern finden die Freunde jemanden, der ihre Meinung teilt. Prof. Kurt Huber ist als Lehrer sehr umstritten. Seine Vorlesungen sind immer überfüllt, und um einen Platz zu bekommen, muss man sehr früh erscheinen. Sogar die Mediziner nehmen an seinen Philosophievorträgen teil. Dass Huber die nationalsozialistische Politik kritisiert, ist für seine Zuhörer leicht aus seinen versteckten Anspielungen herauszuhören. Wegen des Verdachts auf Staatsverrat sitzt des öfteren auch die Gestapo in seinen Vorlesungen.

Sechs Wochen nach Sophies Ankunft werden in der Universität die Flugblätter der Weißen Rose von Hand zu Hand gereicht. Beim Lesen jubelt sie heimlich und fühlt sich verstanden, da ihr die Worte so vertraut vorkommen, als seien es ihre eigenen, regimekritischen und umstürzlerischen Gedanken. Ihr fällt ein, dass sie sich erst vor einigen Wochen mit Hans über solche Aktionen un- terhalten hatte. Aber den Gedanken, dass ihr Bruder der Verfasser sein könnte, will sie schnell wieder vergessen.

Zu Hause angekommen, findet sie Hans im Wohnzimmer, vor ihm auf dem Tisch aufgeschlagene Bücher, in denen Textzeilen markiert sind. Es sind die Texte vom Flugblatt. Ihr ist klar, dass Hans und seine Freunde die Verfasser sind.

Sofort schließt sie sich der Widerstandsorganisation Die Weiße Rose an und verfasst zusammen mit Hans, Christl, Alex, Willi und Prof. Huber zunächst drei weitere Flugblätter. Diese erscheinen in ganz München und auch in anderen süddeutschen Städten.

Kurz vor den Semesterferien werden die männlichen Medizinstudenten zu einem Lazaretteinsatz an die Russland-Front abkommandiert. Zur selben Zeit besucht Sophie ihre Eltern zu Hause in Ulm.

Als Hans im Spätherbst 1942 mit seinen Freunden aus Russland wiederkommt, wirken die Jungs durch die Erlebnisse in den Lazaretten reifer und härter.

Ein befreundeter Künstler stellt ihnen, während er bei der Wehrmacht dient, sein Atelier zurVer- fügung.

Nachts arbeiten die Freunde oft im Keller am Vervielfältigungsapparat, texten neue Flugblätter und planen diverse Aktionen. Zur Verteilung der Blätter reisen sie in umliegende Städte. Diese Reisen sind immer sehr riskant, da sie mit den Koffern, in denen sich die Blätter befinden, an Gestapo, Wehrmacht und Kriminalpolizei vorbeimüssen ohne aufzufallen. Immer häufiger hört man von Todesurteilen, die der Volksgerichtshof über einzelne Menschen verhängt, weil sie ihre Meinung gegen Hitler öffentlich aussprechen.

Eines Abends wartet Sophie auf Hans in ihrer gemeinsamen Wohnung. Sie schläft ein, wacht erst durch Schritte im Flur wieder auf und befürchtet, dass es die Gestapo sei, die einen Tipp zur der Weißen Rose bekommen hätte. Zum Glück sind es Hans, Willi und Alex, die ihr von der e- ben durchgeführten Aktion berichten. Fast siebzigmal haben sie an Hauswände der umliegenden Straßen in großen, weißen Buchstaben ‚Nieder Mit Hitler’ und einmal ‚Freiheit’ an die Universi- tätsmauer geschrieben..

Während dieser Zeit haben sich auch in Hamburg und Freiburg Widerstandsgruppen gebildet, die die Flugblätter der Weißen Rose aufgreifen und weiterverbreiten. Kontakt besteht auch mit der Organisation Harnack / Schulze-Boysen, die in Berlin tätig ist. Einige ihrer ehemaligen Mitglieder sind bereits einem Massaker des Volksgerichtshofes, dem die Gruppe unter dem Namen Rote Kapelle bekannt ist, zum Opfer gefallen. Leiter ist Falk Harnack, mit dem Hans den Plan entwickelt, an allen deutschen Universitäten illegale studentische Zellen zu errichten, die schlagartig übereinstimmende Flugblattaktionen ausführen sollen.

Professor Huber verfasst ein neues Flugblatt, das speziell an die Studenten gerichtet ist. Plötzlich erhält Hans die Warnung, dass er bald mit seiner Verhaftung durch die Gestapo rechnen müsse. In den folgenden Tagen geht er mit doppeltem Eifer an die Arbeit. Jede Nacht verbringt er mit seinen Freunden und Sophie im Keller des Ateliers am Vervielfältigungsapparat.

Am Morgen des 18. Februars 1943 gehen Sophie und Hans mit flugblattgefüllten Koffern in die Universität. Kurz vor der Öffnung der Hörsäle legen sie die Blätter in Stapeln auf Bänke und Tische. Den Rest werfen sie vom zweiten Stock in die Eingangshalle der Universität. Doch dabei werden sie vom Hausmeister beobachtet, der sofort die Türen schließen lässt, die Gestapo ruft und sie bis zu deren Eintreffen festhält.

Sofort nach der Festnahme werden Sophie und Hans in das Gefängnis Wittelsbacher Palais ge- bracht und dort tage- und nächtelang verhört. Als Sophie erfährt, dass Christl Probst einige Stun- den nach ihnen eingeliefert wurde, verliert sie die Fassung. Sie denkt an seine Frau und seine Kinder.

Um ihre Freunde zu schonen, legen Hans und Sophie beim Verhör umfangreiche und detaillierte Geständnisse ab.

Die Verhandlung, vom berüchtigten und für seinen populistischen Stil bekannten Dr. Roland Freisler geführt, verläuft relativ schnell.

Das Urteil lautet auf Todesstrafe, zu vollstrecken mit dem Fallbeil.

Im Vollstreckungsgefängnis München-Stadelheim schreiben die drei ihre Abschiedsbriefe.

Christl, der konfessionslos aufgewachsen war, bittet um einen katholischen Geistlichen, um sich taufen zu lassen.

Den Eltern von Hans und Sophie gelingt es, für die letzten Stunden eine Erlaubnis zum Besuch ihrer Kinder zu bekommen. Christl kann seine Familie nicht empfangen, da seine Frau mit Wochenbettfieber im Bett liegt.

Nach dem Abschied von den Eltern werden Hans und Sophie Scholl, wie auch Christoph Probst, noch am Tag der Verurteilung zur Hinrichtung abgeführt. Kurz bevor Hans seinen Kopf auf den Block der Guillotine legt, ruft er laut, so dass es durch das ganze Gefängnis hallt: „ES LEBE DIE FREIHEIT.“

Wenig später werden in einem zweiten Prozess drei weitere Todesurteile über Kurt Huber, Willi Graf und Alexander Schmorell verhängt.

4. Mitglieder der Weißen Rose:

Die Weiße Rose bestand aus den Geschwistern Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf und Prof. Kurt Huber.

Hans Scholl wurde am 22.09.1918 in Ingersheim geboren. Seine Kindheit verbrachte er im Kochertal, bis die Familie nach Ulm umzog. Mit neunzehn kam er zum ersten Mal für acht Wochen wegen verbotener Aktivitäten und Versammlungen in ein Gefängnis. Er war Student der Medizin und entwickelte während des Zweiten Weltkriegs einen immer mehr ansteigenden den Hass gegen die nationalsozialistische Regierung.

Im Frühling des Jahres 1942 gründete er mit Gleichgesinnten die Organisation Die Weiße Rose, die durch Flugblätter zum passiven Widerstand der deutschen Bevölkerung aufrief. Hans Scholl wurde am 22.02.1943 wegen Staatsverrats zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Sophie Scholl wurde am 09.05.1921 in Forchtenberg am Kocher geboren. Seit 1932 wohnte sie mit ihrer siebenköpfigen Familie in Ulm an der Donau. Dort besuchte sie die Mädchen- Oberschule und erlangte 1940 ihr Abitur. Durch den Einfluss ihrer Familie und die eigenen Er- fahrungen mit dem Staatssystem entwickelte Sophie eine Abneigung gegen das Hitler-Regime. Im Mai 1942 begann sie in München mit dem Studium der Biologie und Philosophie. Wenige Wochen später schloss sie sich der Organisation Der Weißen Rose an, deren Gründer ihr Bruder Hans war.

Wegen Staatsverrats wurde Sophie mit 21 Jahren am 22.02.1943 hingerichtet.

Alexander Schmorell wurde am 16.09.1917 als Sohn einer Russin und eines deutschen Arztes in Russland geboren. Während der Russischen Revolution wanderten seine Eltern mit ihm nach Deutschland aus, von ihm selbst später als „vom Regen in die Traufe kommen“ bezeichnet. Seiner Herkunft wegen lehnte er den nationalistischen Wahn und die Überheblichkeit der soge- nannten arischen Rasse ab. Außerdem besaß er ein großes Freiheitsgefühl und hasste jede orga- nisatorische Einbindung.

Hans lernte ihn als jungen Mann mit einem - damals sehr unzeitgemäßen - unmilitärischen Be- nehmen kennen. Alex versuchte sich und seinen Freunden das sture Kasernenleben durch Einfälle und Streiche zu erleichtern. Er war ein sehr gefühlsbetonter und lebenslustiger Mensch. Er studierte an der Ludwig-Maximilian-Universität in München Medizin. Am 13. 07. 1943 wurde er wegen Staatsverrats hingerichtet.

Christoph Probst, von seinen Freunden Christl genannt, wurde am 06.11.1919 in Murnau geboren. Noch während seiner Studentenzeit hatte er geheiratet und wurde besonders wegen seiner religiösen und sittlichen Maßstäbe ein Regimegegner. Mit Hans verband ihn durch das gleiche Interesse an der Philosophie eine enge Freundschaft.

Christl hatte durch den frühen Verlust seines Vaters eine ungewöhnlich Reife. Der angehende Mediziner war Vater dreier Kinder.

Am 22.02.1943 wurde er wegen Staatsverrats verurteilt und hingerichtet.

Willi Graf wurde am 02.01.1918 in Saarbrücken geboren. Sein Vater war Direktor einer Weingroßhandlung. Durch seine streng katholische Erziehung lehnte er die Politik der Nationalsozialisten generell ab. Er war ein schweigsamer Mensch und wirkte sehr bedacht. Auch er beschäftigte sich intensiv mit der Frage der Philosophie und der Theologie.

Willi war Student der Medizin.

Wegen Staatsverrats wurde er am 12.10.1943 hingerichtet.

Kurt Huber wurde am 24.10.1893 geboren. Als Professor für Musikwissenschaften, Psychologie und Philosophie war er beliebt bei seinen Studenten und füllte wegen seiner regimekritischen Anspielungen die Hörsäle. Dies war der Grund dafür, warum oftmals die Gestapo an seinen Vor- lesungen teilnahm.

In seinem Studenten Hans Scholl fand er einen Vertrauten und schloss sich der Weißen Rose an. Am 13.07.1943 wurde er wegen Staatsverrats hingerichtet.

5. Gerichtsverfahren:

Erster Prozess:

Am Montag, den 22.02.1943, begann um zehn Uhr morgens im Schwurgerichtssaal des Münchener Justizpalastes die Gerichtsverhandlung gegen die wegen Staatsverrats Angeklagten Christoph Probst und die Geschwister Hans und Sophie Scholl. Richter war Dr. Roland Freisler, Präsident des Volksgerichtshofes, der wegen dieses Prozesses extra aus Berlin eingeflogen wurde. Die Öffentlichkeit war von der Verhandlung ausgeschlossen.

Neben den Eltern der Geschwister Scholl waren Landesgerichtsdirektor Stier, einige SS- und SA-Führer, Reichsanwalt Weyersberg, sowie die Pflichtverteidiger der Angeklagten im Saal zu- gelassen.

Die Anklage lautete auf „Staatsverrat im Sinne von landesverräterischer Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung.“

Die Anwälte der Angeklagten setzten sich während der dreieinhalbstündigen Verhandlung nicht für ihre Mandanten ein. Die Geschwister Scholl bekannten sich zu ihren Aktionen und waren trotz vermutlichen Todesurteils stolz auf ihre Taten.

Da er Frau und Kinder hatte und sich um deren Zukunft sorgte, führte Christl Probst zu seiner Verteidigung an, unter psychotischen Depressionen, hervorgerufen durch das Stalingrad-Drama, gelitten zu haben. Die damit verbundene Hoffnung auf Strafmilderung erfüllte sich nicht.

Um 13:30 Uhr verkündete Richter Dr. Freisler die Todesurteile für die Geschwister Scholl und Christoph Probst.

Zweiter Prozess:

Am 19.04.1943 fand ein weiteres Gerichtsverfahren gegen Mitglieder der Weißen Rose statt.

Angeklagt waren Alexander Schmorell, Willi Graf, Prof. Kurt Huber, sowie elf weitere Bekannte der Mitglieder der Widerstandsorganisation.

Auch diesmal tagte der Volksgerichtshof wiederum nicht öffentlich und unter Vorsitz von Dr.

Roland Freisler. Die Verhandlung begann um neun Uhr morgens und dauerte vierzehn Stunden. Neben den vierzehn Angeklagten und ihren Pflichtverteidigern nahmen auch diesmal einige SSund SA-Führer sowie Staatsanwalt Bischoff teil.

Am späten Abend verkündet Dr. Freisler die Todesurteile gegen Prof. Kurt Huber, Alexander Schmorell und Willi Graf. Zehn weitere Angeklagte erhielten wegen Weiterverbreitung und Mitwissen Zuchthaus- bzw. Gefängnisstrafen zwischen sechs Monaten und fünfzehn Jahren.

Falk Harnack wurde überraschend freigesprochen - wie sich später herausstellen sollte, in der Hoffnung, dass er die Gestapo zur Widerstandgruppe Harnack / Schulze-Boysen führen würde. Falk Harnack hat die Nazizeit überlebt und ist nach dem Krieg in die USA ausgewandert.

Bis zum April 1945 haben noch vier weitere Prozesse gegen Mithelfer, Mitwissende und Organisatoren verschiedener Zweige der Weißen Rose stattgefunden.

6. Flugblätter:

Die Weiße Rose veröffentlichte sechs Flugblätter, zunächst in Süddeutschland, später im ganzen Deutschen Reich. Verfasst und vervielfältigt wurden die Schriften in Münchener Wohnungen der Mitglieder und im Keller des Ateliers Eickenmeyer. Finanziert wurde die Herstellung aus eigenem Kapital und durch Spenden Gleichgesinnter.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden sogar in England, Norwegen und Schweden Flugblätter der Weißen Rose wiedergefunden.

Die ersten Flugblätter erschienen Anfang Juli 1942 mit einer Auflage von ungefähr hundert Ex- emplaren, die unter Zusammenarbeit von Alexander Schmorell, Hans Scholl und Christoph Probst entstanden waren. In ihnen werden die freie Meinungsäußerung und der passive Wider- stand des Volkes gefordert. Die Flugblätter wurden in Briefkästen Münchener Wohnungen ge- steckt. Einige Leser folgten ihrer vermeintlichen Pflicht und gaben das Blatt bei der Polizei ab. Andere waren von deren Aussage überzeugt und folgten der Bitte, die Blätter abzuschreiben und weiterzuleiten.

Bis Ende 1942 erschienen drei weitere Flugblätter, wie das erste auch speziell an Bildungsbürger gerichtet. In ihnen wurde unter anderem über die Taten der SS berichtet und aufgeklärt. Außerdem wurden Dichter und Philosophen wie Lao-tse, Aristoteles und Novalis zitiert.

Das fünfte Flugblatt wurde Anfang 1943 veröffentlicht und war ein „Aufruf an alle Deutschen“. Prof. Kurt Huber, der zwischen der Verbreitung dieses und des letzten letzten Flug- blatts der Weißen Rose beigetreten war, überarbeitete es. In kurzen, prägnanten Sätzen wurde deutlich gemacht, dass Hitler den Krieg nicht mehr gewinnen, nur noch verlängern könnte. Sie erhoben darin Anklage gegen das Schicksal der Juden und warnten vor ewigem Hass der anderen Länder auf die deutsche Bevölkerung.

Von diesem Flugblatt wurden tausend Exemplare in ganz Deutschland verteilt und verschickt, immer verbunden mit der Bitte, es zu vervielfältigen und weiterzugeben.

Das sechste und letzte Flugblatt entstand nach den Geschehnissen von Stalingrad, bei denen durch miltärische Fehler nach Einkesselung durch die russische Armee rund 146.000 deutsche Soldaten umkamen und weitere 90.000 in Kriegsgefangenschaft gingen.

Es wurde etwa dreitausend Exemplare dieses Flugblatts hergestellt und zumeist per Post in ganz Deutschland verschickt.

Am 18. Februar 1943 verteilten die Geschwister Scholl das Flugblatt in der Universität und war- fen einen Stapel vom zweiten Stock in den Lichthof der Eingangshalle. Dabei wurden sie von dem Hausmeister beobachtet, der kurz darauf die Gestapo rief, die Hans und Sophie Scholl fest- nahm.

7. Ziele der Weißen Rose/ Aussage:

Das Ziel der Weißen Rose war der Widerstand der deutschen Bevölkerung gegen das Regime der damaligen Zeit. Erreichen wollten sie dies zunächst durch passiven Widerstand, der durch Aufklärung erwachsen sollte. Würde der passive Widerstand eine bestimmte Quantität erreicht haben, müsste er, davon waren die Mitglieder der Weißen Rose überzeugt, in aktiven Widerstand übergehen. Würden nur genug Menschen das gleiche Ziel verfolgen, könnte die Regierung gestürzt und das Staatssystem verändert werden.

In einem Flugblatt heißt es: „Wenn so eine Welle des Aufruhrs durch das Land geht, wenn es in der Luft liegt, wenn viele mitmachen, dann kann in einer letzten gewaltigen Anstrengung dieses System abgeschüttelt werden. Ein Ende mit Schrecken ist immer noch besser als ein Schrecken ohne Ende.“

Inge Scholl wollte der Welt durch das Buch Die Weiße Rose von den freiheitskämpfenden Akti- vitäten ihrer Geschwister und deren Freunde berichten. Sie wollte aufklären, warum damals die Mitglieder der Widerstandsorganisation verhaftet und verurteilt worden, was sie versucht hatten zu erreichen und welchen Grund sie hatten, mit solchen Mitteln gegen das eigene Vaterland vor- zugehen. Durch die präzisen Angaben einzelner Situationen, genauen Beschreibungen der Men- schen und durch die Veranschaulichung der Einschränkung der Menschenrechte im Dritten Reich, kann sich der Leser sehr gut in die beschriebenen Situationen hineinversetzen.

Die Autorin setzte der Weißen Rose mit diesem Buch ein ewig bestehendes Denkmal.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Bedauerlich finde ich nur, dass es wie ein Sachbuch aufgebaut ist. Es werden somit zwar sehr viele Informationen geliefert, dafür wirkt es aber oftmals sehr trocken. Trotzdem hat Inge Scholl - meiner Meinung nach - die Geschichte ihrer Geschwister und deren Freunden sachlich und genau nacherzählt.

8. Quellenverzeichnis:

Buchquellen:

Scholl, Inge: ‚Die Weiße Rose’

Internetquellen:

http://www.weisse-rose.purespace.de/

9 von 9 Seiten

Details

Titel
Die Weiße Rose
Autor
Jahr
2001
Seiten
9
Katalognummer
V100841
Dateigröße
351 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weiße, Rose
Arbeit zitieren
Julia Finger (Autor), 2001, Die Weiße Rose, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100841

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