Arktis und Antarktis


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

2 Seiten, Note: 1


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Arktis

Seit alters galt der Norden der Erde als kalt, unwegsam und lebensfeindlich. Dennoch stießen seit dem 16.Jahrhundert immer wieder Schiffe bis noch in die Arktis vor. Meist waren es Walfänger und Robbenschläger, die sich in die reichen Jagdgebiete Nordnorwegens, Spitzbergens und Grönlands vorwagten.

Im 17. Jahrhundert etwa tummelten sich an den Küsten Spitzbergens im Sommer unter anderem Schiffe aus Frankreich, Holland, England, Dänemark und der Stadt Hamburg. Es dauerte nicht lange, da waren in diesem Gebiet die Wale ausgerottet.

Aber auch die Suche nach einer Nordwest oder Nordostpassage trieb immer wieder Seefahrer in den hohen Norden: Seewege nach Indien gab es im Süden sowohl um Afrika wie um Amerika.

Doch sollte man nicht den Umweg über die Südhalbkugel vermeiden können, wenn man eine Wasserstraße im Norden dieser Kontinente entdeckte ?

Jahrhundertelang beflügelte dieser Traum insbesondere englische und holländische Seefahrer. Doch obwohl sie bei diesen Fahrten etwa im Inselgewirr der kanadischen Arktis viele neue, allerdings kalte und karge Gebiete entdeckten, erreichte doch keiner das eigentliche Ziel, und viele Expeditionen blieben im Eis verschollen.

Zu unwirtlich sind die Polargebiete, zumal für Segelschiffe: das Tauwerk der Takelage fror fest, Eis überzog Decks und Aufbauten und machte das setzen der Segel fast unmöglich. Eisberge rissen den Schiffrumpf auf.

Unversehens konnte eine Wasserrinne plötzlich nachts zufrieren und jede Fortbewegung stoppen.

Brach dann der Arktische Winter herein, war das Schiff verloren; das Packeis wurde jeden Tag mächtiger und zerdrückte schließlich den hölzernen Rumpf.

Nur zu Fuß konnte sich die Besatzung dann noch zu retten versuchen, solange die Kräfte den Marsch durch die zerklüftete, von Spalten und Wasserrinnen durchzogene weiße Einöde erlauben.

Rast war kaum möglich, ohne Behausung und genügend Nahrung und Brennmaterial konnten sie den eisigen Stürmen und den Temperaturen von mehr als 50 Grad unter Null nicht lange standhalten.

Nicht einmal auf den Kompass war Verlass: Er zeigt in die Nähe des magnetischen Pols (der nicht mit dem geographischen Pol zusammen fällt) falsch an.

Und während im Sommer die Sonne niemals untergeht, bricht in der ersten Novemberwoche die rund hundert Tage währende arktische Nacht herein; erst im Frühjahr zeigt sich die Sonne erneut.

Heute wissen wir, dass es die gesuchten Passagen tatsächlich gibt. Um sie aber zu befahren, braucht man Eisbrecher.

Ende des 19. Jahrhundert war der größte Teil der Erde entdeckt, bis auf Nord und Südpol. Im Grunde sind beides imaginäre Ziele: Außer Entdeckerruhm war dort nichts zu holen. Dennoch machten sich mehrfach Expeditionen auf den weg; sie scheiterten aber stets an den Unbilden der Natur.

1893 etwa ließ sich der Norweger Fridtjof Nansen mit seinem speziell konstruiertem Schiff Fram im Eis einfrieren, um mit dem transpolaren Meeresströmung, die das Packeis von Sibirien quer durchs Polarmeer bis nach Grönland treibt, über den Pol zu driften. Die Fram hatte nicht nur einen besonderen verstärkten Rumpf, er war auch so geformt, dass das der Eisdruck das Schiff emporhob, statt es zu zerdrücken.

Wer stand als erster am Südpol?

Etwa zur gleichen Zeit zog auch der Südpol das Forscherinteresse auf sich.

Jahrzehntelang hatten erst Walfänger, später Forscher die südpolaren Inseln und die Küstenstriche erreicht und schließlich den Eisschild der Antarktis als gewaltiges Festland, als sechsten Kontinent, erkannt.

Doch erst 1899 überwinterte dort erstmals ein Mensch, der Norweger Carsten Borchgrevink. Mehrfach versuchten bald darauf wagemutige, bis zum Südpol Vorzudringen, aber sie scheiterten an den Unbilden des Klimas und unzureichender Ausrüstung. Erst 1911 wurde das Ziel erreicht - in einem dramatischem Wettlauf zweier Gruppen. Der Norweger Roald Amundsen brach am 19. Oktober mit vier Begleitern, Hundeschlitten und 52 Grönlandhuskies auf und erreichte auf seinen Skiern ohne große Probleme am 25. Dezember den Pol.

Am 25. Januar kehrte er wieder in seine Ausgangsbasis zurück. Genau dasselbe versuchte auch der Engländer Robert F. Scott.

Er wollte den Pol mit Motorschlitten und Ponygespannen erreichen - wie sich zeigte, ein schwerer Fehler.

Kurz nach Amundsen startete Scott, ohne von Amundsens Erfolg zu ahnen, von seinem 650 Kilometern weiter östlich gelegenen Basislager zum Pol.

Die Schwierigkeiten häuften sich, die Motoren versagten in der Kälte, die Ponys starben. Unter ungeheuren Strapazen kämpfte er sich einer kleinen Gruppe Männer zum Pol - und fand dort die von Amundsen aufgestellte Flagge.

Den Rückweg schafften die ermatteten und enttäuschten Forscher nicht mehr.

Acht Monate später fand eine Rettungsmannschaft das Zelt mit ihren Leichen und mit Scotts bis zum Ende geführten Tagebuch.

Am 29. März hatte er, den sicheren Tod erwatend, die letzte Eintragung gemacht.

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Details

Titel
Arktis und Antarktis
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
2
Katalognummer
V100889
Dateigröße
323 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arktis, Antarktis
Arbeit zitieren
Christian Dymalski (Autor), 2001, Arktis und Antarktis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100889

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