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Die Waldheimaffäre im breiten Kontext. Mit didaktischem Kommentar zum Film "Waldheims Walzer"

Title: Die Waldheimaffäre im breiten Kontext. Mit didaktischem Kommentar zum Film "Waldheims Walzer"

Academic Paper , 2019 , 22 Pages , Grade: 2

Autor:in: Lino Pschernig (Author)

Didactics - History
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Im Rahmen dieser Arbeit wird versucht zu veranschaulichen, wie eine inhaltliche Auseinandersetzung der Thematik rund um die Waldheimaffäre im Unterricht erfolgen kann. Ziel der thematischen Aufarbeitung ist es, den Schülern/-Innen ein breites kontextualisiertes und multiperspektivisches Verständnis über die gesellschaftliche und politische Geschichte Österreichs zu vermitteln, bei dem die Debatte um Kurt Waldheim den zentralen Bezugspunkt bildet.

Um dem Anspruch einer "Gesamtbetrachtung" gerecht zu werden, ist es notwendig, die geschichtlichen Verkettungen ausgehend von der Moskauer Deklaration (1943) über den Staatsvertrag (1955) bis in die innen- und gesellschaftspolitische Situation der 1980er Jahre in Österreich zu spannen. Die historischen Ereignisse und deren Wechselwirkungen werden hierbei veranschaulicht. Vor diesem Hintergrund findet vor allem eine Aufklärung über das inländische Verhältnis zum Nationalsozialismus, gepaart mit der Opferthese als österreichische Staatsdoktrin, statt. In einer logisch aufbauenden Abhandlung werden infolgedessen prominente Zwischenfälle, die in einen direkten Zusammenhang mit einer verabsäumten Aufarbeitungspolitik der Kriegsvergangenheit zu stellen sind, beleuchtet.

Die Affäre um den Bundespräsidenten Waldheim, deren Auswirkungen den Geschichtsverlauf der Republik, wie wir sie heute kennen, fundamental veränderten, wird dadurch schlussendlich im Vorsatz eines ganzheitlichen Bezugsrahmens erfasst, woraufhin die Möglichkeit einer qualifizierten historischen Einordnung der Waldheimaffäre gegeben sein soll.

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Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Waldheimaffäre im breiten Kontext

2.1. Inhaltlicher Abriss des Films „Waldheims Walzer“

2.2. Vorgeschichte

2.3. „Täglich grüßt der Einzelfall“

2.3.1. Der Fall Borodajkewycz

2.3.2. Zwischenfälle innerhalb der Ära Kreisky

2.3.3. Der Fall Friedrich Peter

2.3.4. Die Affäre Frischenschlager- Reder

3. Die Waldheimaffäre

3.1. Die Historikerkommission 1988

4. Fazit

5. Behandlung im Unterricht

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, ein fundiertes und multiperspektivisches Verständnis der österreichischen Zeitgeschichte im Kontext der Waldheimaffäre zu vermitteln. Dabei wird die These der „Opferrolle“ kritisch hinterfragt und die mangelhafte Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit durch eine Analyse verschiedener politischer Skandale der Zweiten Republik veranschaulicht.

  • Kontextualisierung der österreichischen Geschichte ab der Moskauer Deklaration (1943).
  • Analyse der Täter-Opfer-Umkehr als österreichische Staatsdoktrin.
  • Untersuchung prominenter politischer Skandale (Borodajkewycz, Kreisky-Ära, Frischenschlager-Reder).
  • Historische Einordnung der Waldheimaffäre als Zäsur in der österreichischen Erinnerungskultur.
  • Didaktische Konzepte zur Behandlung der Thematik im Geschichtsunterricht.

Auszug aus dem Buch

2.3. „Täglich grüßt der Einzelfall“

Die systematische Vernachlässigung bzw. Tabuisierung der österreichischen Vergangenheitsbewältigung wird anhand zahlreicher Eklats über sogenannte „Einzelfälle“ augenscheinlich. Im Folgenden werden die wohl prominentesten Fälle unter ihnen exemplarisch umrissen.

2.3.1. Der Fall Borodajkewycz

Die Hochschullandschaft nach 1945 ist gekennzeichnet von katholisch-konservativer Führungsgewalt. Freie Lehrstühle werden vorwiegend von früheren Vertretern des Austrofaschismus, der Monarchie sowie von Persönlichkeiten des rechtskonservativen Lagers besetzt. Politisch liberal gesinnte Lehrkörper sind hingegen kaum vertreten, stattdessen werden einige ideologisch „problematische“ Hochschullehrkräfte kontinuierlich einberufen. Darunter reiht sich der Professor an der Wiener Hochschule für Welthandel, Taras Borodajkewycz, ein. Er trägt seine antisemitischen Neigungen im Rahmen seiner Lehrveranstaltungen öffentlich nach außen und sorgt damit im Zuge der medialen Enthüllungen für einen österreichweiten Eklat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in die Zielsetzung, den Schülern ein breites Verständnis der politischen Geschichte Österreichs unter Einbeziehung der Waldheim-Debatte zu vermitteln.

2. Die Waldheimaffäre im breiten Kontext: Analyse der Vorgeschichte, insbesondere der Opferthese, sowie Darstellung systematischer politischer Skandale, die eine verabsäumte Aufarbeitung offenbaren.

3. Die Waldheimaffäre: Untersuchung des Präsidentschaftswahlkampfs 1986 und der darauffolgenden internationalen politischen Isolation sowie der Arbeit der Historikerkommission.

4. Fazit: Synthese der Ergebnisse, wobei die Waldheimaffäre als notwendiger Katalysator für eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit gewertet wird.

5. Behandlung im Unterricht: Didaktische Empfehlungen zur kritischen Auseinandersetzung mit historischem Filmmaterial und der Förderung einer reflektierten Geschichtskultur bei Schülern.

Schlüsselwörter

Waldheimaffäre, Österreich, Zeitgeschichte, Opferthese, Nationalsozialismus, Erinnerungskultur, Aufarbeitungspolitik, Antisemitismus, Zweite Republik, Historikerkommission, politische Skandale, Geschichtsunterricht, Täter-Opfer-Umkehr, Identität, Demokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Waldheimaffäre als symptomatischen Höhepunkt einer langjährigen österreichischen Verdrängungs- und Aufarbeitungspolitik in Bezug auf die nationalsozialistische Vergangenheit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die österreichische Opferthese, die Rolle von "Einzelfällen" politischer Skandale in der Zweiten Republik sowie der Wandel des österreichischen Geschichtsbewusstseins.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch eine ganzheitliche historische Kontextualisierung der Debatte um Kurt Waldheim Schülern ein multiperspektivisches Verständnis der politischen Entwicklung Österreichs seit 1945 zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Aufarbeitung, die Literaturstudien und Quellenanalysen kombiniert, um die Kontinuität verabsäumter Aufarbeitungspolitik zu belegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Moskauer Deklaration, analysiert prominente Fälle wie Borodajkewycz, Peter und Reder-Frischenschlager und untersucht die Auswirkungen der Waldheimaffäre auf das internationale Ansehen Österreichs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Waldheimaffäre, Opferthese, Aufarbeitungspolitik, Erinnerungskultur, Zweite Republik und Antisemitismus.

Warum wird der Fall Borodajkewycz als relevant für die Gesamtthematik erachtet?

Dieser Fall illustriert beispielhaft, wie antisemitische Tendenzen und eine fehlende Entnazifizierung in der österreichischen Hochschullandschaft der Nachkriegszeit ungestraft fortbestehen konnten.

Welche Rolle spielt die "Opferthese" im Selbstverständnis Österreichs?

Die Opferthese diente als staatstragendes Konstrukt, um Österreich von der Mitschuld am Nationalsozialismus freizusprechen und eine nationale Identität zu formen, die einen unbelasteten Wiederaufbau ermöglichte.

Wie bewertet der Autor die Reaktion der Regierung auf die "Einzelfälle"?

Die Reaktion wird als Ausdruck eines taktischen Kalküls beschrieben, bei dem Koalitionsinteressen und die Vermeidung von Konflikten Vorrang vor einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Geschichte hatten.

Inwiefern veränderte die Waldheimaffäre die politische Kultur Österreichs?

Die Affäre wirkte als tiefgreifende Zäsur, die eine breite Infragestellung des Opfermythos in Gang setzte und langfristig zu einer bewussteren staatlichen Haltung gegenüber der NS-Mittäterschaft führte.

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Details

Title
Die Waldheimaffäre im breiten Kontext. Mit didaktischem Kommentar zum Film "Waldheims Walzer"
College
Klagenfurt University
Grade
2
Author
Lino Pschernig (Author)
Publication Year
2019
Pages
22
Catalog Number
V1009396
ISBN (eBook)
9783346387615
ISBN (Book)
9783346387622
Language
German
Tags
waldheimaffäre kontext kommentar film waldheims walzer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lino Pschernig (Author), 2019, Die Waldheimaffäre im breiten Kontext. Mit didaktischem Kommentar zum Film "Waldheims Walzer", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1009396
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