Soziale Unterstützung und Gesundheit/ Krankheit


Ausarbeitung, 2001
34 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung und Fragebogen:
1.1. Fragebogen I
1.2. Etwas zu meiner Person:
1.3. Fragebogen II:
1.4. Hinweise zur verwendeten Literatur

2. Soziale Netzwerke - Soziale Unterstützung – Netzwerkförderung
2.1. Soziale Netzwerke
2.1.1. Unterscheidung/Differenzierung/Einteilung:
2.2. Soziale Netzwerke = Soziale Unterstützung?
2.3. Netzwerkarbeit - Netzwerkförderung
2.3.1. Netzwerkförderung
2.3.2. Netzwerkarbeit

3. Soziale Unterstützung – eine von mehreren Gesundheitsressourcen
3.1. Personale Ressourcen/ Bedingungen
3.1.1. Physische Gesundheitsressourcen
3.1.2. Psychische Gesundheitsressourcen
3.1.3. Grundsätzliche Kritik zu der bisherigen Forschung über Art und Bedeutung personaler Ressourcen
3.2. Verhalten und Lebensweisen als Gesundheitsressourcen
3.2.1. Das Gesundheitsverhaltenskonzept
3.2.2. Das Lebensweisenkonzept
3.2.3. Ausgewählte Beispiele
3.2.3.1. Fragen aus der Deutschen Herz-Kreislauf-Präventionsstudie:
3.2.3.2. 1%-Stichprobe aller im Land Bremen sozialversicherungepflichtig Beschäftigten:
3.3. Lebensbedingungen als Gesundheitsressourcen
3.3.1. Soziale Ressourcen für Gesundheit
3.3.1.1. Untersuchungen von Durkheim über den Selbstmord und die sozialen Bindungen als Gesundheitsressourcen.
3.3.1.2. Einteilung/Differenzierung sozialer Ressourcen:
3.3.1.3. Auswirkungen der Ressource „soziale Unterstützung“:
3.3.1.4. Die Alamada County Studie (nach Berkman/ Syme)1
3.3.1.5. Erklärungen
3.3.2. Ökologische Ressourcen für Gesundheit
3.3.3. Strukturelle Ressourcen

4. Die Ottawa-Charta und soziale Unterstützung
4.1. Kurzer Überblick über die Ottawa-Charta:
4.1.1. Geschichtliches:
4.1.2. Veranstalter:
4.1.3. Ziel:
4.1.4. Akzeptanz/ Verbreitung:
4.1.5. Leitsatz:
4.1.6. Voraussetzungen von Gesundheit sind herzustellen:
4.1.7. Handlungsgrundlagen (-strategie):
4.1.8. Vorgehensweisen/ Handlungsfelder:
4.2. Konsequenzen der Ottawa-Charta für das Konzept der sozialen Unterstützung

5. Das Belastungs-Bewältigungskonzept und die Bedeutung der sozialen Unterstützung
5.1. Begrifflichkeiten, Geschichtliches:
5.2. Belastungen/ Streß:
5.3. Bewältigung:

6. Abschließende Reflektion des Referats
6.1. Dis kussion
6.2. Fragezettel
6.2.1. Ergebnisse der Fragezettel
6.2.2. Auswertung der Fragezettel:
6.3. Didaktik
6.3.1. Lernziel:
6.3.2. Lernschritte:
6.3.3. Methoden
6.4. Zeitlicher Rahmen
6.5. Inhaltlicher Rahmen:
6.6. Subjektives Empfinden

1. Einführung und Fragebogen:

1.1. Fragebogen I

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ich lasse die Fragebögen nicht deswegen anfertigen, um im Nachhinein meine Inkompetenz zu beweisen (bin kein Gesundheitswissenschaftler), sondern um dem, was ich präsentiere einen doppelten Lerneffekt abzugewinnen: Zwei Ohren hören besser.

Das eine, weil´s so interessant ist, das andere aber weil man eine persönliche Frage hat und Klärungsbedarf besteht.

(Stichwort: Interessengeleitetes Lernen, motivationales Lernen)

1.2. Etwas zu meiner Person:

(Lernschritt: man erfährt, wer der Redner ist; dies schafft mehr Aufmerksamkeit; es fällt leichter, sich in ihn hineinzuversetzen, sich mit seinen Ausführungen auseinanderzusetzen).

- Fachbereich Sozialpädagogik, 5. Semester, 1. Praktikum: im Sozialdienst in einer stationären Psychiatrie bei Frankfurt(Oberursel).

- Interesse am Seminar:

Gesundheit/ Krankheit hat mich schon immer interessiert, schon in der Jugendzeit, da ich an einer psychosomatischen Störung litt, eine depressive Krise durchmachte und ein Heilpraktiker mir prognostizierte, mit 24/25 Jahren an Krebs zu sterben (Diagnostische Methode war Dunkelfeldmikroskopie).

- Interesse an Referatsthema„soziale Unterstützung und Gesundheit/ Krankheit::

Da ich mich bereits früher mit Gesundheitsthemen beschäftigte, machte ich auch die Entdeckung, dass gesellschaftliche Einbindung, Integration, das heißt auch – Selbstwahrnehmung durch Interaktion und folglich Persönlichkeitsentwicklung einen starken Zusammenhang mit seelischem Wohlbefinden/ Ausgeglichenheit und Gesundheit hat.

Da sich Seele und Körper in meinem Verständnis von Mensch-sein und auch durch mein eigenes Erleben bestärkt, kontinuierlich gegenseitig beeinflussen, hat letzten Endes die soziale Einbindung einer Person prägenden Charakter auch auf ihr körperliches Befinden. Da gerade die Klienten der Sozialarbeiter und –pädagogen nicht selten Defizite im Bereich der sozialen Integration aufweisen, war mir wichtig, nähere Zusammenhänge durch das Referat kennenzulernen.

Wie auch Steffi in ihrem Fallbeispiel letzte Woche beschrieben hat, ist mir in einer Vielzahl von Fällen während meines Praktikums die geringe Stabilität und die Unverbindlichkeit der sozialen Netzwerke aufgefallen, in denen die Betreffenden sich vorfanden.

1.3. Fragebogen II:

Jetzt sollte jeder mindestens eine Frage/ Erwartung auf seinem Papier stehen haben und sei es die, weshalb das Referatsthema überhaupt im Seminar behandelt wird.

(Reflexion/ Evaluation: Wie ich am Ende bemerkte, hatte ich an dieser Stelle des

Referats nicht deutlich genug gemacht, dass ich die Fragebögen zur Auswertung für die schriftliche Ausarbeitung meines Referates benötige und am Ende des Referates gerne eingesammelt hätte.)

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]OHP: Gliederung auflegen.

Wo wir uns derzeit befinden, was wir hinter uns haben und was für eine Strecke wir noch vor uns haben. Da ich nicht alles im Detail – aus Zeitgründen – behandeln kann und eine Auswahl treffen muß, wäre es am Besten, Ihr (die Zuhörer) würdet die Auswahl treffen. Ihr seid ja die Zuhörer. Ich werde also regelmäßig nachfragen, was Euch interessiert und wo man zügiger vorangehen kann.

(Reflexion/Evaluation: Der soeben genannte Vorschlag kam im Verlauf des Referats etwas zu kurz, so meine ich jedenfalls. Ansatz mit Fragebogen und Beteiligung der Zuhörerschaft an der Themenauswahl und deren Intensität finde ich nach wie vor gut. Die Durchführung dieses Konzeptes war jedoch unzureichend.)

1.4. Hinweise zur verwendeten Literatur

Das Referat basiert im Wesentlichen auf 3 größeren Literaturquellen – und zwar 3 Büchern (siehe Literaturangabe am Ende der schriftlichen Abfassung). Auf Grund dessen werde ich auf eine Kennzeichnung indirekter Zitate verzichten. Dafür werde ich eine grobe Zuordnung der einzelnen Literaturquellen zu den einzelnen Kapiteln (siehe dort) vornehmen. Bei direkten Zitaten werde ich mich auf deren Quelle beziehen.

2. Soziale Netzwerke - Soziale Unterstützung – Netzwerkförderung

Was unter den einzelnen Begriffen zu verstehen ist wird nachfolgend geklärt.

2.1. Soziale Netzwerke

Im Gegensatz zum allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff „soziale Netzwerke“ in der Gesundheitsförderung vor allem für informelle Beziehungsstrukturen verwendet. (nicht gemeint sind formelle, funktionale Verknüpfungen von Organisationen und Institutionen).

Unter diesen informellen Beziehungen werden relativ dauerhafte Beziehungsstrukturen zwischen Individuen und Gruppen verstanden, die kaum oder gar nicht formalisiert sind (siehe Anhang/ Folien, Abb. 1)

2.1.1. Unterscheidung/Differenzierung/Einteilung:

Man kannsoziale Netzwerkeeinerseits unterscheiden in:

-natürliche Netzwerke(z.B. Familie, Haushaltsmitglieder, Nachbarn, Freundes- und Kollegenkreis) (Abb. 1)und
-organisierte Netzwerke(Vereine, Selbsthilfezusammenschlüsse, Bürgerinitiativen usw...) (siehe auch Abb. 4 im Anhang)
Systematisch unterscheidet man in (siehe auch Abb. 3 im Anhang):
-primäre Netzwerke: Familie, Verwandte, Freunde (Abb. 1);
-sekundäre Netzwerke: v.a. selbstorganisierte soziale Gebilde im eigenen Lebensraum (z.B. Selbsthilfegruppen, s. Abb. 4) und höhergradig organisierte Vereinigungen und Verbände (z.B. „pro“ Familia);
-tertiäre Netzwerke: professionelle Hilfesysteme (Beratungsstellen, Arztpraxen, Sozialstationen, Krankenhäuser, Pflegeheime...)

Das letztgenannte Netz der professionellen Helfer wird oft auch in der Ressource „Gesundheitsversorgung“ zusammengefaßt und kann alssoziales Netzwerk im weiteren Sinneverstanden werden.

2.2. Soziale Netzwerke = Soziale Unterstützung?

Die Begriffe „Soziale Unterstützung“ und „Soziale Netzwerke“ werden oft im Zusammenhang miteinander gebraucht. Es gibt manche Autoren, die die Begriffe synonym verwenden. Andere wiederum nicht. Ich selbst halte eine Unterscheidung für sinnvoll, und zwar aus folgendem Grund:

In der Fachliteratur wird darauf hingewiesen, dass soziale Netzwerke nicht nur positive, sondern auch negative Auswirkungen haben. Dies wird am Beispiel der Bedeutung der ehemaligen „Szene“ für einen frisch aus der Entziehungskur entlassenen Ex-Junkie schnell deutlich. Es ist verständlich, hiernichtvon sozialer Unterstützung zu sprechen (siehe Abb. 2 im Anhang). Grundsätzlich kann man soziale Netzwerke nach folgenden Kriterien auf ihre Unterstützungsqualität untersuchen. Und zwar nach:

„- strukturellen Anteilen (d.h., wie Menschen in soziale Organisationen und in die Gesellschaft eingebettet sind) und

- Verhaltensanteilen(d.h.:

ob und wie Menschenemotionale Unterstützung und Vertrauenerhalten bzw. geben;

ob und wie sieWertschätzung und Anerkennungerhalten bzw. geben;

ob und wie sieproblemzentrierte Informationeneinholen bzw. geben können;

ob und wie sie„instrumentelle Unterstützung“bekommen bzw. erbringen durch Dienstleistungen oder über finanzielle Zuwendungen).“1

Wie die sozialen Netzwerke nun im Einzelnen geartet sein müssen, damit es zu einer sozialen Unterstützung kommt, werde ich in Kapitel 5 zum Belastungs-Bewältigungs-Ansatz behandeln.

2.3. Netzwerkarbeit - Netzwerkförderung

Seit den 70er Jahren ist die Soziale-Netzwerk-Forschung rapid gewachsen. Sie untersucht die Schwächen und Stärken des individuellen Netzwerkes, um in der Einzelfallarbeit mögliche Anknüpfungspunkte für die aktive Hilfesuche des Individuums zu ermöglichen.

Hier wird dann von Netzwerkförderung (manchmal auch als Netzwerkberatung oder –therapie bezeichnet) gesprochen.

2.3.1. Netzwerkförderung

Netzwerkförderung ist die Gesamtheit aller Aktivitäten, die

- der Erhaltung, Befähigung und Weiterentwicklung vorhandener gesundheitsrelevanter Netzwerke in Arbeits- und
- der neuer aufgabenbezogener, gesundheitsrelevanter Netzwerke in Arbeits- und
- der Entlastung und Pflege, Erweiterung, Aktivierung, Stärkung und Qualifizierung persönlicher Netzwerke (z.B. Familie, Nachbarschaft, Freunde ...) dienen. (siehe Anhang/ Folien, Abb. 3)

2.3.2. Netzwerkarbeit

Unter Netzwerkarbeit ist Ähnliches zu verstehen, jedoch ist das Wort nicht synonym zuNetzwerkförderungzu verwenden. Anhand der Fachliteratur konnte ich folgende Unterscheidung erkennen:

Während bei der Netzwerkförderung der Fokus allein auf Maßnahmen im individuellen Einzelfall gerichtet ist, ist die Bedeutung vonNetzwerkarbeitweiter gefasst. Sie umfasst sowohl den individuellen Bezug (Einzelfallarbeit) als auch den Bezug zur Gemeindeebene/ regionalen Ebene (siehe Anhang/ Folien, Abb. 4).

Mit Schaubild 1 habe ich versucht, diesen Sachverhalt darzustellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schaubild 1

Mit dem Begriff der Netzwerkarbeit wird von Peter Paulus in Homfeldt/ Hünersdorf (Hrsg.)

„präventive, gesundheitsfördernde, kurative und rehabilitative Interventionen gemeint, deren (letztes) Ziel es ist, Netzwerke so zu gestalten, daß ihre sozialen Unterstützungsfunktionen für das einzelne Individuum verbessert werden.“ 2

In insgesamt 9 Unterpunkten geht Paulus dann auf einzelne Wege (= Möglichkeiten) der Netzwerkarbeit ein.

Davon einige wichtige Punkte im Folgenden kurz erläutert:

- „Personen den Erwerb von Kompetenzen zum Aufbau, Erhalt und zur Entwicklung von Netzwerken ermöglichen.“3Dieser Gedanke entspricht in der Ottawa-Charta (siehe Kapitel 4) der Handlungsstrategie „Befähigen und Ermöglichen“ (engl. enable) und dem Handlungsfeld „Persönliche Kompetenzen entwickeln“ (engl. develop personal skills). Dieser Ansatz ist nachvollziehbar, sind doch langfristige Erfolge im Gesundheitsverhalten der Bürger nur dann zu erreichen, wenn diese selbst befähigt werden, sich ein gesundes Lebensumfeld (einschließlich der sozialen Netzwerke) zu schaffen.

Dies entspricht wiederum dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Methoden: Erziehungs-, Bildungs- und Beratungsinitiativen für Einzelne und Gruppen

- „Professionelle Versorgungsinstitutionen für Potentiale (und Grenzen) informeller Unterstützungsnetzwerkesensibilisieren“4:

z.B. kann man im Wege einer Organisationsentwicklungsberatung bestehende informelle Netzwerke bei der Planung und Umsetzung von Hilfsmaßnahmen systematisch beachten und integrieren.

- „Netzwerkeneuschaffen“5

Neben der Konzentration auf das Individuum beim Schaffen neuer Netzwerke, wie es unterNetzwerkförderungbeschrieben wurde, erweitert P. Paulus hier die Darstellung um die Perspektive des Gemeindebezugs: Hier sollen die gesundheitsunterstützenden Aktivitäten von Selbsthilfegruppen (= regionale Netzwerke, siehe Anhang oder Folien, Abb. 4) Gleichbetroffener a) aktiviert, b) initiiert und c) stabilisiert werden.

Eben mit diesen sekundären Netzwerken auf Gemeindeebene beschäftigt sich eine zweite Forschungsrichtung (siehe Kasten und Anhang, Abb. 4)

Abschließend sei bemerkt, dass soziale Netzwerke dieser regionalen Art für die Organisation sozialer Unterstützung eine große Bedeutung und eine elementare Gesundheitsressource für die Bevölkerung darstellen.

- „sozialökologische Grundlagen und Rahmenbedíngungen von Netzwerken schaffen undsicherstellen“6

Zum einen beinhaltet dieser Punkt die Perspektive der Gemeinwesenarbeit, , zum Beispiel wenn eine bestimmte Infrastruktur eines Stadtteils (u. a. Verkehrswege, Spielplätze, Schulen oder Betriebe) verbessert oder neu geschaffen werden muß. Eine solche Maßnahme würde man kaum wegen eines einzelnen Betroffenen unternehmen, erfordern derartige Maßnahmen doch meist Interventionen auf (gemeinde-)politischer Ebene.

Doch auch im Bereich der Netzwerkförderung (Einzelfallarbeit) sind Schritte denkbar. Zu denken wäre hier an eine Familie, die auf Grund einer zu hohen Miete ihrer bisherigen Wohnung gezwungen ist, in eine billigere Wohnung umzuziehen. Dass jedoch dabei die Gefahr der sozialen Isolation in der neuen Umgebung auftritt ist verständlich. Die Aufwendungen, die zur Behebung dieser Folgeprobleme, von öffentlicher Hand aufgebracht werden müßten, berechtigen die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, die sozialen Netzwerke in der bisherigen Wohnumgebung zu erhalten, indem man die Familie dort finanziell unterstützen würde.

Derartige Gedanken haben sich auch im Sozialhilferecht niedergeschlagen, wo zum Beispiel beim Vermögen (hierzu zählen z.B. ein eigenes Haus, Wohnung oder entsprechender Hausrat) dem Antragsteller zur Sozialhilfe gewisse Freigrenzen geschaffen wurden, die den Betroffenen den Status Quo des Lebensstils und damit auch die sozialen Unterstützungsmöglichkeiten erhalten sollen (ich denke da z.B. an § 88 BSHG).

Soweit zu den verschiedenen Wegen der Netzwerkarbeit.

3. Soziale Unterstützung – eine von mehreren Gesundheitsressourcen

Waller stellt ernüchternd fest: (S. 25), dass unser Wissen über Gesundheitsrisiken weitaus größer ist als das über die Gesundheitsressourcen.7

Abb. 5 zeigt eine Übersicht der einzelnen Gesundheitsressourcen. Nachfolgend sollen die einzelnen Gesundheitsressourcen etwas näher dargestellt werden.

3.1. Personale Ressourcen/ Bedingungen

Diese werden in physische und psychische Gesundheitsressourcen unterteilt.

3.1.1. Physische Gesundheitsressourcen

Nach Becker (integratives Anforderungs-Belastungs-Modell) sind physische Ressourcen günstige angeborene oder erworbene konstitutionelle Dispositionen (Waller, S. 26).

In dieser Disziplin sind die Pflegestudenten Vorreiter.

3.1.2. Psychische Gesundheitsressourcen

Waller fasst diese Ressourcen unter dem Begriff der Persönlichkeitseigenschaften (P.) zusammen. Günstige P. sind nach Beutel (zitiert in Waller, S.27) generalisierte Einstellungen von Personen zu sich und ihrer Umwelt. Zu diesem Schluß kam er durch eine Literaturrecherche zum Thema „Was schützt Gesundheit“. Beutel fällt zudem bei der Literaturrecherche auf, dass allgemein in der Diskussion zu den verschiedenen Gesundheitskonzepten die einseitige Akzentuierung individueller Kontrollbemühungen problematisiert wird und für eine stärkere Einbeziehung gesundheitsfördernder Einflüsse sozialer Beziehungen plädiert wird.

Im Folgenden einige Beispiele der günstigen Persönlichkeitseigenschaften:

- Zuversicht (optimistische Grundhaltung, dass die eigene Zukunft positiv verlaufen wird),
- internale Kontrollüberzeugung (engl.: „control“ nach Kobasa; subjektive Überzeugung, wichtige Ereignisse im Leben selbst beeinflussen zu können),
- Selbstvertrauen,
- positives Selbstwertgefühl,
- stabiles Selbstsystem,
- unbekümmerte Selbsteinschätzung (z.B. kein Grübeln),
- interpersonales Vertrauen,
- commitment (nach Kobasa: Gegenteil von Entfremdung; Neugier auf das Leben; Sinn im Leben sehen),
- Herausforderung (engl.: „challenge“ nach Kobasa, sich von Lebensveränderungen herausgefordert fühlen),
- Selbstaufmerksamkeit.

3.1.3. Grundsätzliche Kritik zu der bisherigen Forschung über Art und Bedeutung personaler Ressourcen :

- Waller (S.28):

„daß, wer erfolgreich ist, auch wahrscheinlich weiterhin erfolgreich sein wird.“

- Weber (zitiert in Waller, S.28):

Laienvorstellungen sollten mehr berücksichtigt werden: z.B.:

Phlegma, „dickes Fell“, Gleichmut, Gleichgültigkeit, Leichtlebigkeit und Verzicht auf Perfektion.

„Insbesondere bei den Gesundheitsressourcenseelische Gesundheit,Optimismus,Kohärenzsinnstellt sich die Frage, ob hier nicht Ursache und Wirkung verwechselt werden, d.h., ob es sich hier nicht um unterschiedliche Ausdrucksformen von Gesundheit selber handelt (also um Indikatoren von Gesundheit anstelle von Prädikatoren für Gesundheit)." (Unterstreichung u. Kursivdruck stammen von mir)

3.2. Verhalten und Lebensweisen als Gesundheitsressourcen

Wie in Abbildung 5 (im Anhang) bereits dargestellt handelt es sich bei demGesundheitsverhaltenskonzeptund demLebensweisenkonzeptum zwei intermediäre Konzepte, die dieLücke zwischen personalen Ressourcen und den Lebensbedingungenschließen. Dabei hat das Verhaltenskonzept eher einen Bezug zu den personalen R. und das Lebensweisenkonzept eher zu den sozialen/ ökologischen Bedingungen.

Nachfolgend nun die Darstellung der beiden Konzepte und daran anschließend ausgewählte statistische Beispiele aus der Praxis zur Analyse der gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen in der Bevölkerung.

3.2.1. Das Gesundheitsverhaltenskonzept

Der Begriff geht auf den amerikanischen Medizinsoziologen Koos zurück. Hier „umfaßt der Begriff alle Verhaltensaspekte, die einen Zusammenhang mit Gesundheit und Krankheit aufweisen.“8

Kasl und Cobb unterscheiden in:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anderson plädiert für den Begriff des „positiven Gesundheitsverhaltens“, der im Konzept der Gesundheitsförderung verwendet wird:

„Bei dem gesundheitsschützenden Verhalten und der üblichen Definition des Gesundheitsverhaltens nach Kasl und Cobb geht es primär um die Krankheitsverhütung. Für die Einordnung von Verhaltensweisen, die der positiven Gesundheit, dem persönlichen Wachstum und der Entwicklung förderlich sind, können die Kriterien völlig anderer Art sein. Sie betonen z.B. Freude, Abwechslung und Interesse, Herausforderung, Konsequenzen für die Ich-Vorstellung und soziale Beziehungen, Anteilnahme am Mitmenschen, positive Beiträge zur unmittelbaren Umwelt oder Gemeinschaft“ 9

Weitere Kritik am Gesundheitsverhaltenskonzept übt der Medizinsoziologe von Feber. Er bezeichnet das Konzept als „utilitaristische und individualistische Horizontverengung“10

Diese und andere Kritik am Gesundheitsverhaltenskonzept hat wesentlich zur Entwicklung des Lebensweisenkonzepts beigetragen.

3.2.2. Das Lebensweisenkonzept

Hier wird dergesellschaftliche Zusammenhang und die soziale Dimensionvon gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen herausgearbeitet.

DieAnalyse von Lebensweisenbezieht sich immer auf einesoziale Gruppe. Abel spricht unter Bezug auf Max Weber vonLebensstilenLebensführung und meint damit ähnliches. Auch er unterstreicht die soziale Dimension:

„Als soziologische Kategorie umfaßt Lebensstil mehr als die Lebensführung einzelner Individuen. Die Herausbildung von gruppentypischen Mustern der ist Voraussetzung der Entwicklung von spezifischen Lebensstilen.

Lebensstile sind somitkollektive Phänomene.“11

Und Waller führt aus:

„Mit dem Lebensweisenkonzept wurden erstmalig [...] die bislang vorherrschenden biomedizinischen und psychologischen Konzepte der Gesundheitserziehung [...] überwunden, indem konsequent auf den gesellschaftlichen Zusammenhang und die soziale Dimension von gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen verwiesen wurde.“12

Zur Veranschaulichung habe ich im Anhang eine Grafik angefertigt (Abb. 6)

3.2.3. Ausgewählte Beispiele

Die nun folgenden empirischen Aussagen sollen die Realität des Gesundheitsverhaltens in der deutschen Bevölkerung aufzeigen.

3.2.3.1. Fragen aus der Deutschen Herz-Kreislauf-Präventionsstudie:

- „Wie stark achten Sie im Allgemeinen auf Ihre

⇨ 86,7 % der Männer: sehr stark, stark oder mittelmäßig

⇨ 90 % der Frauen: sehr stark, stark oder mittelmäßig.

Die Frage ob man seinen Gesundheitszustand beeinflussen könne, beantworteten nur 1,8 % der Männer und nur 2 % der Frauen mit „nein“. Alle anderen meinen, „einiges“ bis „sehr viel“ für ihre Gesundheit tun zu können.

Ein insgesamt positives Bild, aber das Antwortverhalten kann durch die soziale Erwünschtheit eines positiven Gesundheitsverhaltens mitgeprägt worden sein.

3.2.3.2. 1%-Stichprobe aller im Land Bremen sozialversicherungepflichtig Beschäftigten:

Folgende Gesundheitspraktiken wurden mit „sehr oft“ angegeben:

- „ Zu meinem Speiseplan gehören Salate, Gemüse, Obst: 79,5 %.
- Ich sorge für ausreichenden Schlaf: 65,6%.
- Ich treibe in meiner freien Zeit Sport (mindestens mehrmals monatlich): 52%.
- Ich beobachte meinen Körper genau (Blutdruck, Urin, Haut): 38,1%.
- Ich mache Entspannungsübungen: 13,8 %.“ (Waller, S.33)

Aber: nur 4,1 % der Befragten verhielten sich in allen Bereichen gesundheitsbewußt. Es ist in der Forschung bekannt, dass sich Personen in einem Bereich gesundheitsbewußt und gleichzeitig in anderen Bereichen gesundheitsriskant verhalten können.

3.3. Lebensbedingungen als Gesundheitsressourcen

Becker spricht hier in seinem integrativen Anforderungs-Belastungs-Modell von „externen psychosozialen Ressourcen“. Beispiele von Becker für diese Ressourcen sind in Abb. 7 (im Anhang) dargestellt.

Waller unterscheidet die Lebensbedingungen in soziale und ökologische Ressourcen. Da er die Ressource Gesundheitsversorgung an anderer Stelle behandelt und nicht zu den Lebensbedingungen einordnet, will ich das nachholen und zwar mit der Einordnung alsstrukturelle Ressourcen.

3.3.1. Soziale Ressourcen für Gesundheit

Zum Verständnis der sozialen Ressourcen trägt wesentlich das bereits vorgestellte Konzept der sozialen Unterstützung bei.

3.3.1.1. Untersuchungen von Durkheim über den Selbstmord und die sozialen Bindungen als Gesundheitsressourcen.

Durkheim hat 3 Selbstmordtypen unterschieden:

- der anomische,
- egoistischeund Selbstmord
- altruistische

Der anomische Selbstmord ist durch soziale Normenlosigkeit gekennzeichnet.

Beim egoistischen Selbstmord spielt die soziale Bindungslosigkeit, also das Fehlen sozialer Ressourcen, eine Rolle.

Beim altruistischen Selbstmord wird jedoch deutlich, dass ein Übermaß an sozialen Bindungen bzw. Identifikation auch ein Gesundheitsrisiko darstellt.

3.3.1.2. Einteilung/Differenzierung sozialer Ressourcen:

Grundsätzlich läßt sich jede einzelne Beziehung nach

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Unterstützung durch soziale Beziehungen ist stark abhängig vom Grad der Integration des Betroffenen, z.B.:

- oberflächliche Arbeitsbeziehungen,
- Bekanntschaften im Konsum- u.Freizeitbereich
- Engagement in Vereinen
- enge Vertrautheits- bzw. Intimbeziehungen.

3.3.1.3. Auswirkungen der Ressource „soziale Unterstützung“:

Ein optimales soziales Unterstützungsnetzwerk beinhaltet Beziehungen unterschiedlicher Nähe und Intensität. Hierzu gehören sowohl enge Beziehungen als auch eine Bandbreite weniger enger Beziehungen.

Soziale Netzwerke haben, in Abhängigkeit von diesen Eigenschaften, einen direkten positiven Einfluß auf die subjektive Gesundheit, die körperliche und soziale Leistungsfähigkeit, sowie auf das körperliche Immunpotential (bestätigt durch Erkenntnisse aus der aktuellen Neuroimmunbiologie).

3.3.1.4. Die Alamada County Studie (nach Berkman/ Syme)

Oben stehende Aussage findet sich in dieser Studie - und in vielen anderen empirischen Belegen auch - bestätigt.

Beschreibung:

Zufallsauswahl von fast 7000 Einwohnern in einem 9-Jahreszeitraum. Kurz das Ergebnis in stark zusammengefaßter Form:

Personen mit geringeren sozialen Bindungen (engl.: social and community ties) haben einzwei- bis dreimal so großes Sterberisikowie Personengruppen mit den intensivsten sozialen Kontakten – und diesunabhängigvon Gesundheitsstatus, Sozialschicht und Gesundheitsverhalten.

3.3.1.5. Erklärungen

(siehe auch Kapitel 5 zum Belastungs-Bewältigungs-Modell)

- Berkman/Syme13:

Soziale Bindungen haben einen disziplinierenden und kontrollierenden Einfluß auf das eigene Verhalten und fördern somit gesundheitsbezogene Verhaltensweisen

- Cobb unterteilt die positiven Wirkungen sozialer Unterstützung in verschiedene Typen:

„1. emotionale Unterstützung (durch Informationen, die dem einzelnen signalisieren, daß er versorgt und geliebt wird)
2. soziale Unterstützung im engeren Sinne (durch Ansehen und Wertschätzung)
3. Gefühl der Zugehörigkeit (durch Netzwerk gegenseitiger Verpflichtungen und sinnstiftender Kommunikation).“14

- Caplan verwendet für die eben genannten drei Punkte zusammenfassend Begriff der psychosozialen Hilfen. Diesen Hilfen fügt er noch zwei weitere Arten von Hilfen hinzu, die durch soziale Unterstützungentstehen und von Bedeutung für die Gesundheit sind:

1.psychosoziale Hilfendurch wichtige Bezugspersonen, die die psychischen Ressourcen des einzelnen mobilisieren und dadurch zur Meisterung emotionaler Belastungen beitragen,
2.praktische Hilfen, die den einzelnen bei der Bewältigung seiner Aufgaben entlasten und
3.finanzielle Unterstützung, materielle Unterstützung und kognitive Orientierung zum Zurechtfinden in schwierigen sozialen Situationen

- Waller fasst die positiven Wirkungen sozialer Unterstützung abschließend zusammen auf der einen Seite in einenkrankheitsabschirmenden Aspektund auf der in (direkt)gesundheitsfördernden Aspekt.

3.3.2. Ökologische Ressourcen für Gesundheit

Diese seien nur vollständigerhalber erwähnt. Ein paar Beispiele zur Veranschaulichung:

- saubereAußenluft
- sauberes Wasser (Trink-, Oberflächen-,Grundwasser)
- Stadtentwicklung, -planung und –sanierung (allg. Wohnverhältnisse, Spielplätze,Erholungsgebiete)
- gesunde Lebensmittelusw...

3.3.3. Strukturelle Ressourcen

Hierzu zähle ich insbesondere das System der Gesundheitsversorgung (auch als soziale Netzwerke tertiärer Art bezeichnet). Auch der Reichtum eines Landes sowie die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen sind strukturelle Ressourcen, die mehr oder weniger ausgeprägt sein können.

4. Die Ottawa-Charta und soziale Unterstützung

4.1. Kurzer Überblick über die Ottawa-Charta:

4.1.1. Geschichtliches:

Sie wurde1986auf der „1. Internationalen Konferenz zur Gesundheitsförderung“ in Ottawa verabschiedet.

4.1.2. Veranstalter:

WHOmit 2 kanadischen Gesundheitsorganisationen

4.1.3. Ziel:

Die Ottawa-Charta wurde als ein Aktionsprogramm zur Erreichung des Zieles „Gesundheit für allebis zum Jahr 2000 und darüber hinaus“ entworfen.

4.1.4. Akzeptanz/ Verbreitung:

Schrittweise Akzeptanz als Grundlage für die Bereiche der Gesundheitsförderung durch staatliche und nicht-staatliche Personen und Organisationen.

4.1.5. Leitsatz:

Zieldefinition von Gesundheitsförderung:

„Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozeß, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen.“

4.1.6. Voraussetzungen von Gesundheit sind herzustellen:

Frieden, angemessene Wohnbedingungen, Bildung, Ernährung, Einkommen, stabiles Ökosystem, soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit, nachhaltiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

4.1.7. Handlungsgrundlagen (-strategie):

(1) Anwaltschaft für Gesundheit – Interessen vertreten (engl.: „advocacy“)

⇨ Schutz der Schwachen, Herstellung gesundheitsfördernder Lebensbedingungen („gesündere Wahl wird zur leichteren Wahl gemacht“15)

(2) Befähigen und ermöglichen (engl.: „enable“)

Stichwort „Kompetenzerweiterung“; Herstellung von Chancengleichheit; Befähigung/ Stärkung zu selbstbestimmtem Handeln bzgl. der eigenen Gesundheit; Selbstentfaltung des pers. Gesundheitspotentials ermöglichen.

(3) Vermitteln und Vernetzen (engl.: „mediate“)

Zusammenwirken aller Einfluß nehmenden Bereiche und Verantwortlichen im Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftssektor (staatlich/ nicht-staatlich)

4.1.8. Vorgehensweisen/ Handlungsfelder:

(in Anlehnung an die Reihenfolge in Abb. 5: personale Ressourcen – Lebensweisen – Lebensbedingungen)

(1) Persönliche Kompetenzen entwickeln (engl.: „develop personal skills“)
(2) Gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen unterstützen (engl.: „strengthen community action“)
(3) Schaffen unterstützender Lebensbedingungen (engl.: „create supportive environments“)
(4) Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik entwickeln (engl.: „build healthy public policy“)
(5) Gesundheitsdienste neu orientieren (engl.: „reorient health services“)

In Abb. 8 des Anhangs ist der Bezug der vorstehenden Handlungsfelder auf die verschiedenen Ebenen der Gesundheitsressourcen aus Kapitel 3 hergestellt.

4.2. Konsequenzen der Ottawa-Charta für das Konzept der sozialen Unterstützung

Wenn man das Konzept der Gesundheitsförderung von Ottawa als ideelle Grundlage oder Fundament für die Gestaltung sozialer Unterstützung nimmt, kommt man zu folgenden Forderungen/ Qualitätskriterien:16

- Netzwerkarbeit bzw. soziale Unterstützung muß die Entwicklung der Betroffenen ermöglichen, statt sie vorschreiben. Die Betonung muß auf der Freiwilligkeit liegen (kein Sozialimperialismus, -kolonialismus!).

„Die Unterstützung muss so erfolgen, daß sie den oder die einzelnen stark werden lassen, ihren eigenen gesundheitsförderlichen Weg zu gehen. Sie soll den einzelnen befähigen, seinen eigenen Weg gehen zu können, die eigene Balance des Wohlbefindens zu finden.“17

- 2.Forderung:

Soziale Netzwerkarbeit und –förderung darf sich nicht auf das blosse Vermitteln/ Einüben rein funktionaler Kompetenzen beschränken (siehe Abschnitt zu Wege der Netzwerkarbeit, Seite 9), sondern muss auch zur Selbstverpflichtung („Commitment“) führen, welche erst die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung aktiv zum Tragen kommen lässt. Einfacher ausgedrückt: Soziale Unterstützung muss die Betroffenen „empowern“ (von Empowerment) können, um den inneren Motor/ Antrieb (= Motivation) in Gang zu bekommen, durch den die Gesundheitspotentiale erst zur Enfaltung gelangen können und ausgeschöpft werden.

- 3.Forderung

Soziale Unterstützung muss auf Grundlage des salutogenetischen Ansatzes stattfinden. Das heißt: Netzwerkarbeit muß zum Ziel haben, vorhandene Ressourcen zu maximieren und eigene Kompetenzen weiter zu entwickeln.

- 4.Forderung:

Soziale Netzwerkförderung darf nicht allein unter dem Gesichtspunkt der Prävention verstanden werden (Fokus auf Gesundheitsrisiken, negativistische Sichtweise – Mensch als Träger eines Bündels von Risikomerkmalen, Mensch als Objekt). Statt dessen muss sie im Sinne sozialer und ökologischer Gesundheitsförderung betrieben werden (Mensch = Person = Subjekt; verstärkte Berücksichtigung der sozialen und ökologischen Lebenssituation des Betroffenen)

5. Das Belastungs-Bewältigungskonzept und die Bedeutung der sozialen Unterstützung

5.1. Begrifflichkeiten, Geschichtliches:

Belastungs-Bewältigungskonzept (oder –ansatz), Streßbewältigungskonzept oder Streß-Coping-Modell meint alles dasselbe. Zuerst lag der Fokus auf der Streßforschung (daher frühere Bezeichnung: Streßmodell, negativ); hinzu kam die Bewältigungsforschung (positiv). Das B.-B.-Konzept vereint in sich das psychosomatische und soziologische Gesundheits-Krankheitsmodell (siehe Kasten).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5.2. Belastungen/ Streß:

Streß ist ein Zustand des Ungleichgewichtes: Er entsteht durch aussergewöhnlich starke

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Stress kann auch positive Seiten haben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schaubild 2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schaubild 3

Mindestens ebenso wichtig wie die objektive Stärke von Belastungen (Stressoren) ist die subjektive gedankliche Bewertung durch den Betroffenen. Erst nach dieser subjektiven (je nach Fall eher unbewußt oder bewußt) Einschätzung des Stressors/ der Belastung wendet der Betroffene (ebenfalls unterschiedlich bewußt) entsprechende Bewältigungsstrategien an.

5.3. Bewältigung:

Man unterscheidet in persönliche und kollektive Bewältigungsmöglichkeiten. Die persönlichen B. werden oft auch mit dem englischen Ausdruck „life skills“ benannt. Zu diesen Life-skills gehört z.B. auch das von Antonovsky beschriebene „Kohärenzgefühl“.

Den Kern der kollektiven B. bildet nun die soziale Unterstützung, wobei wir wiederum bei unserem Thema angelangt wären.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schaubild 4

6. Abschließende Reflektion des Referats

Meine Ausführungen dazu möchte ich in folgende Punkte untergliedern: 1. Diskussion, 2. Ergebnisse der Fragezettel, 3. Didaktik, 4. Zeitlicher Rahmen, 5. Inhaltlicher Rahmen und zuletzt unter 6. mein subjektives Empfinden.

6.1. Diskussion

Am Schluß des Referats erfolgte eine Diskussion speziell zu dem Thema professionelle Zuständigkeit für soziale Unterstützung (SA-SP/ PM-PP18). Vorweg ist zu sagen, dass ich bereits vor Beginn des Referats um Beteiligung gebeten hatte und auch zwischendurch regelmäßig Gelegenheit dazu gab. In der Mitte des Referats entspann sich dann auch eine Diskussion (zu bereits erwähntem Thema), bei der ich jedoch leider bat, diese ans Ende zu verschieben, was didaktisch nicht sinnvoll ist. Und zwar aus folgenden Gründen:

- Fragen, die in der Zuhörerschaft auftauchen und in einer Diskussion zum Ausdruck kommen, signalisieren das momentane Interesseund Klärungsbedürfnis. Bei Eingehen auf die Fragen steigert sich die Selbstbeteiligung der Zuhörer (jetzt: Teilnehmer!), die Konzentration nimmt zu und die Aufnahmefähigkeit für den weiteren Verlauf des Referats bleibt erhalten, bzw. wird wieder hergestellt.

- Nicht geklärte Fragen, bzw. schwelende (unterbewußte) Beschäftigung der Zuhörer mit einem Problem währenddessen ich bereits im Verlauf des Referats fortfahre, läßt sie den Faden verlieren und sie verpassen den Anschluß zu den folgenden Ausführungen.

Wenn ich mich recht erinnere, trat diese geschilderte Diskussionsphase nach dem 2. Kapitel auf, in welchem ich zuletzt über Netzwerkförderung sprach. Die Problematik der kurz darauf anschließenden Diskussion, welche insbesondere Frau Prof. Kaba-Schönstein anleitete, war plausibel.

Der Gedanke der Netzwerkförderung läßt die Frage aufkommen, welche Profession denn nun dafür sachlich zuständig, geeignet und verantwortlich sei.

An Hand der Bemerkung auf einem Fragezettel (siehe nächster Punkt) könnte man jedoch auch schließen, dass diese Thematik den zuhörenden Studenten weniger wichtig war.

Die Diskussion, die sich am Ende dann anschloß, empfand ich als wenig fruchtbar, da sie durch den Gedankengang „Wer ist besser für soz. U. geeignet – SA/SP oder PM/PP?“ eher spannungsgeladen war. Zwar wurde das Thema nicht ausdrücklich so benannt, doch denke ich, dass die Teilnehmer dies so wahrnahmen und erlebten .

Wenn ich mich persönlich reflektiere, so empfand ich bei der Diskussion ein gewisses Unbehagen, welches ich dummerweise zu unterdrücken versuchte. Auf rein sachlicher Ebene kam es in der Diskussion zu dem Ergebnis, dass die professionellen Qualitäten zur sozialen Unterstützung nicht so sehr in der einzelnen Profession (also von der Ausbildung her gesehen), sondern in der individuellen Schwerpunktsetzung der jeweiligen Personen begründet liegen - berücksichtigt, dass diese Aussage natürlich auf den pflegerischen Bereich und die damit verbundenen Arbeitsfelder „Krankenhaus“, „mobile Pflegedienste“ usw. beschränkt ist. Dass für die Netzwerkförderung und – arbeit von Obdachlosen, Asylanten und Behinderten usw. am geeignetsten die SA und SP sind – und zwar von der Ausbildung her gesehen – bleibt unbestritten (auch wenn dies die Notwendigkeit einer persönlichen Eignung durch Schwerpunktsetzung innerhalb des Studiums bzw. der beruflichen/ autodidaktischen Fortbildung nicht ausschließt).

6.2. Fragezettel

Wie schon zu Beginn meiner schriftlichen Ausführungen geschildert und begründet/ reflektiert (Kapitel 1.3, Fragebogen II) war der Rücklauf der Fragezettel gering.

6.2.1. Ergebnisse der Fragezettel

Im Folgenden nun die Ergebnisse mit nachfolgendem Verweis (in Klammern) auf die Ziffer der Auswertung (6.2.2.)

Abgegebene Zettel: 5 Stück

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Antworten auf die Frage „Waserwart eich mir vom Referat?“

- ´“Wasist soziale Unterstützung“(1)
- „Wasist es – wer ist Empfänger(2)[Bezugnahme auf soziale Unterstützung];Grenzen der sozialen Unterstützung; Verantwortung der Gesellschaft und der Politik“(3)

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Eigene Fragenzum Thema Soziale Unterstützung und G./K.:

- „Wiedereingliederungsmöglichkeiten nach Krankheit(4), Lebensereignisse“(5)[wahrscheinlich Wunsch, einen Bezug zum vorherigen Referatsthema herzustellen]
- „wie wichtig ist „soziale Unterstützung“?(6)Kann „soziale Unterstützung“ auch schädlich sein?“(7)

- „Wieviel Einfluss hat Soziale Unterstützung auf G./K.“(8)

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Ergebnis(Feedback zum gehaltenen Referat):

- „Weiterhin größere Spaltung von SA/SP und Pflege“(9)
- „- Fragen wurden beantwortet – lebhaft, durch viele praktische Beispiele“ (10)

6.2.2. Auswertung der Fragezettel:

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Zu denErwartungen, die an das Referat gestellt wurden:

(1) Was soziale Unterstützung ist, wurde geklärt (dies bestätigte die Studentin in ihrem Feedback zum Referat).

(2) Wer der Empfänger soziale U. ist, wurde nicht explizit behandelt, ist meiner Meinung nach jedoch geklärt worden: nämlich alle Menschen sind (mehr oder weniger) Empfänger sozialer Unterstützung – in Bezug auf das Referat eben in mit dem Fokus auf Gesundheit/ Krankheit betrachtet.

(3) Die Grenzen der Soz. U. wurden einerseits an Hand des Unterschieds zwischen Sozialen Netzwerken und Sozialer Unterstützung behandelt (Kapitel 2.2.: Soziale Netzwerke = Soziale Unterstützung?).

Was jedoch andererseits offenblieb ist das Gebiet der effektiven Wirksamkeit sozialer Unterstützung. Zwar habe ich die positiven Folgen sozialer U. benannt (Kapitel 3.3.1.: Soziale Ressourcen für Gesundheit), jedoch nicht aufgezeigt (an Beispielen), an welchen Stellen und in welchen Situationen soziale Unterstützungnichtausreicht, um Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen.

Eben die Studentin, die nach den Grenzen der Soz. U. gefragt hat, führt als Konsequenz dazu die notwendige Verantwortung der Gesellschaft und Politik an. Das heißt: Wenn soziale Unterstützung Grenzen hat, welche Schritte hat dann die Politik zu unternehmen? Genau diese Thematik gehört zum Punkt 3.3.3.: Strukturelle Ressourcen. Und eben dieser Punkt ist etwas klein bei mir ausgefallen!!

Aus der Perspektive des Einzelfalls stößt man auf Grenzen sozialer Unterstützung auch dann, wenn bestimmtepersonaleRessourcen derart unterentwickelt sind, sodass soziale Unterstützung nicht ausreicht, gewisse gesundheitliche Defizite auszugleichen.

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Nun zu den eigenen Fragen, die die Studenten zum Thema hatten:

(4) Zum Thema „Wiedereingliederungsmöglichkeiten nach Krankheit“ speziell habe ich nichts gesagt. Die Frage berührt den Bereich der Rehabilitation und es liegt auf der Hand, dass die gleichen Faktoren, die gesundheitsfördernd wirken auch eine rehabilitative Wirkung haben.

(5) Der Bezug zum Thema Lebensereignisse (also zum vorhergehenden Referat) hätte besser sein können.

Wie ich im Kapitel „Inhaltlicher Rahmen“ noch ausführen werde, habe ich mich in Bezug auf die Absprache mit der Dozentin etwas vertan, da ich das angekündigte Kapitel zum Belastungs-Bewältigungs-Ansatz im Referat fallen ließ und dadurch auch schwerer an das vorherige Referat zu den Lebensereignissen anknüpfen konnte. Ersatz hatte ich versucht durch Aaron Antonovsky zu bringen, was jedoch nach subjektivem Empfinden nicht so hilfreich war (weil so komplex – eher verwirrend).

Sowohl belastende Lebensereignisse als auch die Bedeutung sozialer Unterstützung spielen im diesem Konzept eine Rolle. Was ich im Referat ausließ habe ich nun in der schriftlichen Abfassung nachgeholt (siehe Kapitel 5: Belastungs-Bewältigungs-Ansatz).

(6) Wie wichtig soziale Unterstützung ist, habe ich meiner Meinung nach schon zum Ausdruck gebracht.

(7) Die Frage, ob Soziale Unterstützung schädlich sein kann, habe ich unter Kapitel 2.2. hinreichend geklärt (siehe auch Auswertung Ziffer (3))

(8) Die Größe des Einflusses Sozialer Unterstützung auf Gesundheit und Krankheit war der Hauptpunkt meines Referates und wurde – so hoffe ich – ausreichend dargestellt (spezielle Kapitel dazu sind wiederum „3.3.1 Soziale Ressourcen“ sowie – nachträglich – „5. Belastungs-Bewältigungs- Ansatz“).

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Zum Feedback der Studenten:

(9) Die Anmerkung zu der aufgerissenen Kluft zwischen SA/SP und der Pflege kann ich nur bestätigen, wie in 6.1. zur Diskussion bereits angeführt. Ein Mangel wurde meinerseits hier sichtbar: und zwar das Führen von Diskussionen – ein Arbeitsfeld, das noch Trainingsbedarf hat.

(10) Danke!

6.3. Didaktik

Zugegeben: ich hatte nicht explizit im Voraus Lernziele aufgestellt. Kein Wunder, dass ich auch keine Lernschritte vorbereitet habe. Aber zumindest ein Anliegen wurde in mir immer stärker mit zunehmender Einarbeitung in die Materie des Referates: Die Klarheit und Übersicht zum Thema Soziale Unterstützung den Studenten weiterzugeben, die ich mir selber erarbeitet hatte. Nach dem Motto: Einer arbeitet – und die anderen profitieren davon. Eigentlich ein sehr produktiver/ rationalistischer Ansatz mit 40-facher Potenz (weil 40 Leute zuhörten). Ich hoffe, dass diese Übersicht zum Thema und auch gewisse Querverbindungen zur Gesundheitsförderungsproblematik und zur Salutogenese in Ansätzen vermittelt werden konnten. Darüber würde ich mich sehr freuen. Dazu unter Punkt „6.6 Subjektives Empfinden – mdl. Äußerungen zuhörender Studenten“ mehr.

Wenn man oben genanntes Anliegen nachträglich zumLernzielmacht, kommt man natürlich auch zu gewissenLernschritten, die ich intuitiv versuchte umzusetzen.

6.3.1. Lernziel:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6.3.2. Lernschritte:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6.3.3. Methoden ...

...zur Ausführung der beiden Lernschritte:

(I) → Aufmerksamkeit – Beteiligung – Interesse:

- Fragebogen, Selbstdarstellung: Siehe Reflektion (kursiv gedruckt) am Anfang (1. Einführung undFragebogen)
- Raum geben für persönliche Bemerkungen, Pausen einbauen Sammlung, damit sich das Gehörte setzen kann und durch Austausch verarbeitet und „verdaut“ werdenkann.
- (Hoffentlich) Durch die Art des Vortragens: War es anstrengend zuzuhören oder entspannend? Hat die Art des Vortragens die Auseinandersetzung mit der Materie erleichtert oder erschwert?
- Durch die Abwechslung von Zuhören und Zuschauen(Overheadprojektor)

(II) → Einfachheit der Darstellung:

- Ich hoffe, dass meine Ausführungen zur Vereinfachung beigetragen haben (einfache Sätze, Untermauern mit Beispielen oder Veranschaulichen an Hand vonGleichnissen).
- Ein weiterer Punkt ist die Darstellung von Informationen in Form von Schaubildern und Grafiken. Dies trägt zur Verbesserung der Erinnerung und des Verständnisses bei, je nachdem was für Lerntypen die jeweiligen Studenten sind (visuell, habituell oder akustisch veranlagt), vor allem, wenn dies als wiederholendes Element vorkommt; das heißt: die gleiche Information zuerst akustisch aufbereitet und hernach visuell/ optisch dargestellt.

6.4. Zeitlicher Rahmen

Ich hatte ursprünglich vor Einarbeitung in das Referatthema gewisse Prämissen aufgestellt, die ich berücksichtigen wollte. Zumindest die Folgende ist im Laufe der Vorbereitungszeit in Vergessenheit geraten:

- Wichtig: Einhalten der vereinbartenZeit.

Dazu ein herzliches „Entschuldigung“ an dieser Stelle.

Die Zeit - ein Problem, das mich schon im vorletzten Referat begleitete; trotz dass ich mir vorgenommen hatte, die einzelnen Kapitel strikt nach Minutenangaben zeitlich zu gliedern. In der Aufregung hatte ich dies dann alles vergessen.

Vielleicht liegt das auch an der zu geringen Vorbereitungszeit, die mit dem näher rückenden Endtermin immer knapper wurde. So hätte ich, wenn ich noch Zeit dazu gehabt hätte, das Referat zuvor in Form einer Generalprobe uraufführen können und zeitlichen Bedarf abchecken können.

Ein Wink mit dem Zaunpfahl: → nächstes Mahl !!

6.5. Inhaltlicher Rahmen:

Die Knappheit der Vorbereitungszeit schlug sich auch hier nieder. Das Kapitel Belastungs-Bewältigungskonzept habe ich erst nachträglich eingefügt. Auch das Kapitel „2.3. Netzwerkarbeit – Netzwerkförderung“ hat sich ausgeweitet. Wie bereits erwähnt habe ich mich damit nicht an die vorherige Absprache/ Gliederung gehalten.

Insgesamt gab es eine Schwerpunktverlagerung zu Gunsten der Grundlagen und der konzeptionellen Einbettung der Sozialen Unterstützung (3. S.U. – eine von mehreren Gesundheitsressourcen), aber auf Kosten der Ottawa- Charta, des Belastungs- Bewältigungsansatzes und der professionellen Zuständigkeit.

Worauf ich auch noch hätte eingehen sollen (weil bedeutend für die Praxis) ist die Tatsache, dass längst nicht jede soziale Unterstützung als solche von den Betroffenen wahrgenommen wird (sei es gewollt oder ungewollt/ unbewußt).

Hinzu kam das Modell der Salutogenese von Aaron Antonovsky, was mich persönlich sehr ansprach, jedoch wahrscheinlich seinen Einsatz auf der

„Bühne„ des Referats verspielte. Zum guten Verständnis der Salutogenese in Bezug auf soziale Unterstützung wären weitere Ausführungen (in Anbetracht der Zeitknappheit unmöglich) von Nöten gewesen, da die Sache mit dem Kohärenzgefühl nicht so einfach zu verstehen ist.

6.6. Subjektives Empfinden

Unter diesem Punkt gibt’s Erstaunliches zu berichten: Entgegen meinem Anliegen, Klarheit und Überblick zu vermitteln, empfand ich im Laufe des Referats zunehmend selbst die Übersicht und den Weitblick über die Landschaft der sozialen Unterstützung im Horizont der Gesundheitsförderung. Um so mehr überrascht war ich, als dann am Schluß mehrere Kommilitonen auf mich zukamen und mir sagten, dass sie es vermißten, in ihrem Studium Zusammenhänge und eine Übersicht über die vielen angerissenen Konzepte und Ansätze vermittelt zu bekommen – was ich ja auch nachempfinden konnte/ kann, da es in unserem SA/SP-Studium nicht einfacher ist mit den vielen Bezugswissenschaften und der teils noch selbst nicht ganz ausgegorenen Sozialarbeitswissenschaft (was sie diese vielleicht in Anbetracht der vielfältigen Menschenbilder und der teils sich widersprechenden Handlungsansätze vielleicht nie wird).

Was ich jedoch erstaunlich fand war, dass sie mir sagten, dass ihnen gerade mein Referat dazu verholfen habe – nämlich Überblick und Klarheit zu bekommen.

Nun, wie ist dies psychologisch – oder besser noch – spirituell zu erklären? Ich vernahm zunehmend Nebel auf der Bergtour des Referats und für diese Studenten lichtet sich der Nebel und die Landschaft der Sozialen Unterstützung wurde deutlich vor dem Horizont der Gesundheitsförderung. Wie das geht? Ich kann mir das im Nachhinein nur bildlich vorstellen: Jemand giesst eine Schale Wasser aus und befeuchtet die Erde. Die Schale ist leer, doch die Erde ist befeuchtet.

Dies empfinde ich als Entsprechung zum Erleben des Apostels Paulus, der von sich sagen konnte:

„Darum ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch.“19 Das heisst:

Was man für andere lebt, scheint einem zuerst Verlust zu sein, dochdanach- wenn man schaut, was daraus entspringt - ist´s Genuß wie Wein..(nur wegen des Reimes verwendet, ich selbst mag keinen Wein – und nicht erst seit ihren Ausführungen zu Alkohol und Gesundheit im Wahlbereich)

Danke für die Mühe des Lesens und hoffentlich bald eine erholsame Semesterferienzeit

[...]


1 BzgA, S. 106

2 Peter Paulus in Homfeld/ Hünersdorf (Hrsg.), S. 187

3 Peter Paulus in Homfeld/ Hünersdorf (Hrsg.), S. 189

4 Paulus in Homfeldt/ Hünersdorf (Hrsg.), S.190

5 Paulus in Homfeldt/ Hünersdorf (Hrsg.), S.188

6 P. Paulus in Homfeldt/ Hünersdorf (Hrsg.), S. 191

7 In diesen Kapitel werde ich mich vorwiegend auf die grundlegenden Abhandlungen von Waller in seinem Buch „Gesundheitswissenschaft“, S. 25-44, beziehen.

8 Koos, zitiert in Waller, S. 29

9 Anderson, zitiert in Waller, S. 29/30 (Unterstreichungen von mir)

10 von Feber, zitiert in Waller, S. 30/31

11 Abel, zitiert in Waller, S. 32

12 Waller, S. 31

13 Waller, S. 37

14 in Waller, S. 37

15 BzgA, Kaba -Schönstein, S. 44: „z.B., durch das Angebot geprüfter und gekennzeichneter Nahrungsmittel aufgrund einer gesetzlichen Regelung von Nahrungsmittelzusätzen und Kennzeichnungspflicht.“

16 nach P. Paulus in Homfeldt/ Hünersdorf (Hrsg.), S. 196

17 P. Paulus in Homfeldt/ Hünersdorf (Hrsg.), S. 196.

18 Die Abkürzungen bedeuten: Sozialarbeiter (SA) - Sozialpädagogen (SP)/ Pflegemanager (PM) – Pflegepädagogen (PP)

19 Die Bibel, 2. Brief an die Korinther, Kapitel 4, Vers 12

34 von 34 Seiten

Details

Titel
Soziale Unterstützung und Gesundheit/ Krankheit
Hochschule
Hochschule Esslingen
Veranstaltung
Theorien und Konzepte von Gesundheit und Krankheit
Autor
Jahr
2001
Seiten
34
Katalognummer
V100951
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale, Unterstützung, Gesundheit/, Krankheit, Theorien, Konzepte, Gesundheit
Arbeit zitieren
Christian Kuka (Autor), 2001, Soziale Unterstützung und Gesundheit/ Krankheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100951

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