Everything was Against Us - A Night to Remember und der Mythos Titanic


Seminararbeit, 1999
16 Seiten, Note: 1,0

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Inhalt

1. Einleitung

2. Historische und filmische Authentizität

3. Rolle des Helden

4. Auslegung der Katastrophe

5. Bedeutung des Schicksals

6. DieTitanicals Komödie

7. Fazit

8. Anhang:Boxoffice-Rezension

9. Literatur

10. Erwähnte Filme

1. Einleitung

Am 14. April 1912, kurz vor Mitternacht, beendete ein Eisberg die Jungfernfahrt derTitanic. Zweieinhalb Stunden später war das Schiff versunken, und 1500 Menschen mit ihm. Für die Opfer, ihre Angehörigen, die Verantwortlichen und alle, die an den grenzenlosen technischen Fortschritt glaubten, war dieser Untergang eine Tragödie - für die Filmgeschichte aber ein Glücksfall und ein Paradebeispiel dafür, daß das Leben die besten Geschichten schreibt. Bereits die reinen Fakten klingen fantastisch: Das größte und luxuriöseste Schiff aller Zeiten auf seiner ersten Fahrt, an Bord eine Auslese von superreichen Prominenten. Es passiert, was nie hätte geschehen dürfen: Trotz mehrfacher Funkwarnungen wird der Eisberg gerammt, trotz angeblicher "Unsinkbarkeit" ist der Untergang nur eine Frage der Zeit. Alle wollen das sinkende Schiff verlassen, doch es sind nicht genug Rettungsboote an Bord. Ohne Konflikt kein Drama, heißt es, und es gibt wohl keine extremere Konfliktsituation als den Kampf einer großen Gruppe von Menschen ums nackte Überleben. Was in dieser Nacht an Bord derTitanicgeschah, lieferte den Stoff für eine unüberschaubare Vielzahl von Legenden, Heldensagen, Anekdoten, Mythen, kurz: Geschichten. Kein Drehbuchautor mit noch so viel Phantasie könnte den Untergang derTitanicersinnen, und täte er es, man würde ihn auslachen.

Es ist nicht überraschend, daß sich die Filmindustrie immer wieder derTitanicangenommen hat.

Bereits einen Monat nach der Katastrophe tauchte das Schiff wieder auf - im Kino.Saved from the Titanichieß der Film, und Hauptdarstellerin Dorothy Gibson war eine waschechte Überlebende (Biel 1996: 148). Damit konnte 85 Jahre später selbst James Cameron nicht mehr aufwarten. Sein Drei- Stunden-Epos wurde dennoch, wie das Schiff selbst, zum Superlativ: Der erfolgreichste Film aller Zeiten. Ein neuer Maßstab dafür, was möglich und machbar ist, ein Höhepunkt in der Geschichte derTitanic-Verfilmungen, aber gewiß kein Schlußstrich. Mythen sind zeitlos und extrem langlebig, dieTitanicist so tief ins kollektive Unterbewußtsein gesunken, daß kein Film das letzte Wort über sie sprechen könnte. Auf ein Wiedersehen - irgendwann - darf man gespannt sein.

In der Zwischenzeit bietet sich eine genauere Betrachtung der Verfilmungen aus der Prä- Cameron-Ära an. Auch wenn es mittlerweile schwer glaubhaft erscheint: DieTitanicsticht auch ohne DiCaprio in See, rammt den Eisberg auch ohne Computereffekte. In den unterschiedlichsten Epochen und Ländern entstanden, zeigen diese Filme den Untergang auf jeweils eigene Weise, setzen verschiedene Schwerpunkte und verfolgen dabei eigene Absichten. Damit ermöglichen sie Rückschlüsse auf politische und kulturelle Zeitbezüge, auf Motive und Geisteshaltung von Filmemachern und Zuschauern.

Im folgenden unterziehe ich Roy Ward BakersA Night to Remember(1958) einer näheren Betrachtung, wobei ich ausführlich auf die Buchvorlage von Walter Lord eingehe. Wo es sich anbietet, riskiere ich einen Seitenblick auf CameronsTitanic, der durch seinen enormen Erfolg die zeitgenössische Rezeption der älteren Verfilmungen zwangsläufig mitprägt und im direkten Vergleich Erkenntnisse ermöglicht, auf die ich nicht verzichten möchte. Zu Beginn geht es um dasTitanic- spezifische Verhältnis von Fiktion und Realität und um die Schwierigkeit, Authentizität zu erreichen. In diesem Zusammenhang betrachte ich auch den Helden-Charakter vonA Night to Remember.

Daraufhin untersuche ich verschiedene Möglichkeiten, den Untergang mit Bedeutung zu versehen. Nach einigen Ausführungen über die übliche Umsetzungsweise der Katastrophe spekuliere ich abschließend über die Möglichkeit einerTitanic-Komödie im Sinne Friedrich Dürrenmatts.

2. Historische und filmische Authentizität

Unter denTitanic-Verfilmungen nimmtA Night to Remember(1958) eine Sonderstellung ein. Wie die Buchvorlage von Walter Lord (1955) erhebt auch der Film einen Anspruch auf weitestgehende Authentizität durch Verzicht auf fiktionale Elemente. Als Lord sich daran machte, Informationen zum Untergang zusammenzutragen, spielte dieTitanicseit 40 Jahren im allgemeinen Bewußtsein eine eher untergeordnete Rolle (Biel 1996: 147-49). Lord selbst gab später an: "From 1913 to 1955, not a single book was published on the subject" (Lord 1986: 8). Im Zuge seiner Recherchen studierte er die erhältlichen Unterlagen, besonders die Protokolle der amerikanischen und britischen Untersuchungsausschüsse, und spürte 63 Überlebende der Katastrophe für ausführliche Interviews auf (Lord 1955: 181-88). Wie bei einem riesigen Puzzle fügte er die fragmentarischen Einzelinformationen zusammen, um die Ereignisse möglichst wahrheitsgetreu wiedergeben zu können. Der Authentizitätsanspruch reichte bis zu den Dialogen: "There are no reconstructed conversations in this book. The words quoted are given exactly as people remembered them being spoken" (178).A Night to Rememberwurde schnell zum Bestseller, der bis heute niemalsout of printwar und bereits im März 1956 für eine Live-Fernsehausstrahlung adaptiert wurde (Biel 1996: 150-51). Auch die Leinwandfassung ließ nicht lange auf sich warten. Die britische Rank sicherte sich die Rechte, Thriller- Autor Eric Ambler schrieb das Drehbuch, und am 3. Juli 1958 lief der Film in englischen Kinos an. Die zeitgenössische Werbung betonte den Realitätsgehalt: "The True Story of the World's Great Sea Disaster" (Boxoffice 1959). Im Gegensatz zu anderen Dramatisierungen des Untergangs willA Night to RemembernichteineGeschichte erzählen, die sich auf derTitaniczugetragen hat, sonderndieGeschichte derTitanic. Deswegen sind Vergleiche zwischen Realität, Buch und Film, die z.B. bei Herbert Selpins eindeutig propagandistischemTitanic(1943) nicht weit führen würden, beiA Night to Remembernicht nur sinnvoll, sondern notwendig.

Mit Einschränkungen gilt dies auch für CameronsTitanic, der sich ebenfalls um eine extrem detailgetreue, historisch "korrekte" Wiedergabe bemüht und einen entsprechenden Aufwand betreibt. Aus Camerons Äußerungen entsteht der Eindruck, daß sein Film, abgesehen von der fiktiven Liebesgeschichte im Zentrum, die größtmögliche Realität darstellt:

Eins meiner Ziele [...] war, einen möglichst genauen chronologischen Ablauf festzulegen und die Figuren der Geschichte dann darin einzuordnen. Selbst die kleinste Szene sollte noch an der richtigen zeitlichen und örtlichen Stelle auf dem Schiff stehen. (Cameron 1997: xiii)

Eine ultimative Wahrheit, die als Maßstab dienen könnte, gibt es trotz enger zeitlicher und räumlicher Begrenzung für den Untergang derTitanicallerdings nicht. Es liegt in der Natur der Sache, daß nur Überlebende ihre Geschichte zu Protokoll geben konnten; alle Informationen, die die 1500 Opfer hätten beisteuern können, sind verloren. Trotz dieser schmaleren Datenbasis bleibt die Arbeit des Historikers mühsam. Nur wenige haben sich so intensiv mit dem Untergang befaßt wie Walter Lord, und er bemerkt: "To tell everything that happened was impossible; to piece together even part of the picture has required the help of literally hundreds of people" (Lord 1955: 181). Die Widersprüchlichkeit der Aussagen macht die objektive Wahrheit endgültig zur Illusion. Lord räumt ein, daß der Wortlaut einzelner Dialoge oft in verschiedenen Varianten überliefert wurde (178). Unstimmigkeiten betreffen bereits die elementarsten Ereignisse. So hat erst die Entdeckung des Wracks 1985 bestätigt, daß dieTitanicvor dem Sinken tatsächlich in zwei Teile zerbrach. Hunderte von Menschen haben aus den Rettungsbooten zugesehen; vor den Untersuchungsausschüssen hat die Mehrzahl der Befragten das Auseinanderbrechen bestätigt (Lord 1986: 120). Doch einige besonders einflußreiche Augenzeugen, unter ihnen der zweite Offizier Lightoller, waren anderer Meinung. "[T]hrough the years their view became accepted gospel. To question it amounted to heresy. [...] The discovery shows once again the danger of relying too much on experts. They are not always right" (119-20). Die meisten umstrittenen Fragen können jedoch nicht so einfach geklärt werden. Beim Verfassen vonA Night to Rememberwar Walter Lord sich dieser Problematik bewußt:

The answer to all theseTitanicriddles will never be known for certain. The best that can be done is to weigh the evidence carefully and give an honest opinion. Some will still disagree, and they may be right. It is a rash man indeed who would set himself up as final arbiter on all that happened the incredible night theTitanicwent down. (Lord 1955: 179)

MitThe Night Lives On(1986) hat Lord versucht, einige der berühmtesten offenen Fragen zu beantworten, darunter: Was geschah mit den Eiswarnungen? Hat ein Offizier jemanden erschossen? Und vor allem: Was hat die Band wirklich gespielt? Lord untermauert seine Interpretationen, ist aber immer noch weit entfernt von endgültigen Urteilen. Diese nicht aufzuhebende Unsicherheit macht für vieleTitanic-Aficionados die Faszination am Untergang aus1.

Auch James Cameron hat die Problematik erkannt. Im Hinblick auf die Aussagen zum Auseinanderbrechen räumt er inTitanic. Der erfolgreichste...(1998) ein, daß "Geschichte nichts anderes ist als eine Art aufeinander abgestimmter kollektiver Halluzinationen. Entscheidend ist nur, was die Überlebenden berichten." Deren widersprüchliche Aussagen vergleicht er mit KurosawasRashomon, "nur um ein Vielfaches potenziert" (Cameron 1997: xiv). Im Kino bleibt jedoch von derartigen Ambivalenzen weder bei Cameron noch beiA Night to Rememberetwas übrig, denn anders alsRashomonmuß sich ein Film, der konventionellen Erzählstrukturen folgt, eindeutig für eine Version entscheiden und diese auf die Leinwand bringen.

Cameron zeigt zwar die Ereignisse auf derTitanicals Rückblende, die durch die Erinnerung einer Überlebenden motiviert ist, bildet im Prinzip also eine höchst subjektive Realität ab. Tatsächlich gibt er jedoch nie Anlaß, den Wahrheitsgehalt dieser Bilder in Frage zu stellen, und präsentiert zudem wie selbstverständlich auch eine Vielzahl von Szenen, in denen die Erzählerin gar nicht präsent ist, von denen sie nicht einmal etwas wissen kann. Im Endeffekt wird damit der Rückblenden-Status, der immer auch Raum für Zweifel an der Aussage läßt, irrelevant. Es bleibt ein nicht unproblematischer Eindruck von Realität. Wenn beispielsweise der erste Offizier Murdoch zunächst einen Passagier und dann sich selbst erschießt, bewegt Cameron sich historisch auf dünnem Eis (Lord 1986: 99-105). Obwohl er angegeben hat, sich im Zweifelsfall stets für die wahrscheinlichste Variante entschieden zu haben, ist es schwer vorstellbar, daß dramaturgische Erwägungen keine Rolle gespielt haben.

BeiA Night to Remembergehen im Vergleich zur Buchvorlage die indirekten Quellenangaben verloren. Lord macht zumeist deutlich, aus wessen Blickwinkel er ein Ereignis schildert, welche Aussage also als Grundlage dient. Der Film dagegen verweist nur auf sich selbst als vermeintliche Wiederspiegelung der Realität. Ohne entsprechendes Hintergrundwissen hat der Zuschauer keine Möglichkeit mehr, den Realitätsgehalt einer Szene einzuschätzen, und akzeptiert ohne Hinterfragen, was ihm als historische Tatsache präsentiert wird.

Als Geschichtenerzähler nutzen Cameron und Baker (bzw. Drehbuchautor Eric Ambler) ihre legitime Freiheit aus; vor dem Hintergrund ihres Anspruchs auf Authentizität kann dies jedoch nur problematisch sein. Wer eine "wahre Geschichte" erzählen will, dem ermöglicht eine größere Anzahl möglicher Variationen keine größere Entscheidungsfreiheit. Im Gegenteil: Gerade weil es vom Untergang derTitanickeine endgültige Version gibt, kann das konventionelle Erzählkino der Realität nicht gerecht werden.

3. Rolle des Helden

Die Verfilmung vonA Night to Rememberweicht noch in weiteren Aspekten von Lords Vorlage ab. So wird zwar das Prinzip beibehalten, eine Vielzahl von Charakteren in schlaglichtartigen Situationen auftreten zu lassen; eine Hauptfigur, deren Geschichte der Handlung als roter Faden dienen, sie durch einen Spannungsbogen strukturieren könnte, gibt es nicht. Allerdings präsentiert der Film einen zentralen Charakter in Gestalt des zweiten Offiziers derTitanic, Charles Herbert Lightoller (Kenneth More).

Dieser taucht immer wieder in prägnanten Momenten auf und vollführt so bemerkenswerte Handlungen, daß er zum Helden des Films wird. Als Hauptfigur läßt er sich jedoch nicht bezeichnen, weil zwischen seinen Szenen teilweise größere Zeitspannen liegen und er keinesfalls den Dreh- und Angelpunkt des Geschehens darstellt. Zu Beginn, in einer Szene ohne Entsprechung im Buch, amüsiert Lightoller sich mit seiner Frau in einem Zugabteil über eine Seifenanzeige, die sich derTitanicals Werbeträger bedient.

Ein Mitreisender, dem nicht bewußt ist, wen er vor sich hat, fühlt sich in seinem Nationalstolz verletzt: "[A]re you a foreigner? Or a radical perhaps?" Nichts könnte falscher sein - Lightoller verkörpert britische Tugenden in Reinkultur, wie die Engländer sie sich besonders in Krisensituationen gerne zuschreiben. So schilderte 1940 ein BBC-Journalist den Amerikanern, was der Krieg bei seinen Landsleuten hervorgerufen habe:

[Q]ualities which seem to me to represent the best there is in human nature: the qualities of courage, devotion to duty, kindliness, humour, coolheadedness, balance, common sense, singleness of purpose ... and idealism. (zit. nach Richards 1988: 56)

Er hätte ebenso über Lightoller reden können. Der Film zeigt ihn als verantwortungsbewußten, entschlußkräftigen, von der Besatzung respektierten Offizier, der auch in der schlimmsten Panik einen kühlen Kopf behält, das Gebot "Women and children first!" rigoros durchsetzt und sich am Ende aus eigener Kraft retten kann. Damit entspricht er dem Heldenbild, das laut Steven Biel kennzeichnend ist für die konventionelle Deutungsweise derTitanic-Katastrophe, wie sie unmittelbar nach dem Untergang einsetzte. Diese Lesart betont das edelmütige Verhalten der Männer aus erster Klasse und Besatzung, legt durch diese moralische Lehre einen Sinn in das schockierende Ereignis und bekräftigt bestehende Machtverhältnisse in Bezug auf Rasse, Klasse und Geschlechterrollen (Biel 1996: 23-58; 241-42). In den fünfziger Jahren, alsA Night to Rememberentstand, entsprach das dem wertkonservativen Zeitgeist: "Tales of old-fashioned chivalry possessed obvious appeal in a postwar culture that celebrated the 'traditional' family and sacralized the roles of male breadwinner and female homemaker" (155). Der Heldenmut von Lightoller und anderen hatte geradezu pädagogische Bedeutung: "A Night to Remembertold a new generation about how men protected women in times of danger" (156).

Im Interesse der Publikumswirkung konnte es sich der Film offenbar nicht leisten, auf eine Identifikationsfigur mit Vorbildfunktion zu verzichten. Lightoller bietet sich dafür an wie kein zweiter, denn er hat den Untergang nicht nur überlebt, er war unter den Überlebenden zudem der ranghöchste Offizier. Dabei hat er sich wohl tatsächlich vorbildlich verhalten. Schon Lord, der ihn im Buch keineswegs ins Zentrum stellt, lobt: "Cool, diligent, cautious, he knew his duty to the letter. He was the perfect Second Officer" (Lord 1955: 41). Lightoller zeichnete sich noch einmal aus, als er 1940 mit der eigenen Yacht an der Evakuierung der britischen Truppen aus Dünkirchen teilnahm (Lord 1986: 192- 93). Allerdings schießt der Film in seinem Bemühen, keinen Zweifel an Lightollers Heldenhaftigkeit aufkommen zu lassen, über die Vorgaben des Buches hinaus. So wird beispielsweise gezeigt, wie ein zorniger Lightoller den Präsidenten der White Star Line, Ismay, anfährt, die Matrosen gefälligst nicht bei ihrer Arbeit zu stören, und wie er beim Ansturm auf die Rettungsbote mit einigen Warnschüssen eine Panik verhindert. Bei Lord ist für beides noch der fünfte Offizier Lowe verantwortlich (Lord 1955: 45- 46; 75). Wieder einmal wird hier die Realität, der die Buchvorlage sich noch verpflichtet gefühlt hat, den Erfordernissen des Erzählkinos angepaßt.

4. Auslegung der Katastrophe

Der Untergang derTitanicwird oft als erster großer Schock der Moderne gedeutet, als Warnung vor menschlicher Hybris und blinder Technologiegläubigkeit. Die 1500 Toten gelten als Menetekel für die weitaus größere Katastrophe des Krieges, der die Welt zwei Jahre später endgültig verändern sollte. Angereichert mit einer kräftigen Portion Nostalgie, vertritt Walter Lord eine ähnliche Position. Der Untergang markiert für ihn "the end of a general feeling of confidence" (Lord 1955: 112). Gleichsam durch höhere Gewalt wurden die Menschen in ihrem optimistischen Fortschrittsglauben erschüttert und in eine neue Zeit der Unsicherheit katapultiert:

If it was a lesson, it worked - people have never been sure of anything since.

The unending sequence of disillusionment that has followed can't be blamed on theTitanic, but she was the first jar. Before theTitanic, all was quiet. Afterward all was tumult. That is why, to anybody who lived at the time, theTitanicmore than any other single event marks the end of the old days, and the beginning of a new, uneasy era. (Lord 1955: 113)

Die These von derTitanicals Ende der guten alten Zeit hat durch Lords Buch weite Verbreitung gefunden und wird selten grundlegend hinterfragt2. In der Verfilmung vonA Night to Rememberfindet sie sich wieder und wird als eindeutigemessagedem tapferen Lightoller im Gespräch mit einem anderen Überlebenden in den Mund gelegt:

"I know what the sea can do. But this is different." "Because we hit an iceberg?"

"No. Because we were so sure. Because even though it's happened, it's still unbelievable. I don't think I'll ever feel sure again. About anything."

Ein Held, der eine solch tiefgreifende Verunsicherung demonstriert, kommt nicht von ungefähr. Die Botschaft vonA Night to Rememberkann nur im Kontext der fünfziger Jahre verstanden werden. Der kalte Krieg und die Angst vor der atomaren Vernichtung hatten ein Klima geschaffen, in dem das Publikum dieTitanic-spezifischen Ängste problemlos auf die eigene Situation übertragen konnte: das "Age of Anxiety" (Biel 1996: 161). Wie die Atombombe war dieTitanicein Beispiel für Technik, der sich der Mensch ausliefert, die außer Kontrolle gerät und den Tod bringt.3

Zugleich stellt der Untergang eine "altmodische" Form der Katastrophe dar, wie ja auch die Titanicselbst einer nostalgisch verklärten Ära angehört. Die Rezension von Lords Buch inTime (13.2.1956) bringt die Unterschiede auf den Punkt: "This air age, when death commonly comes too swiftly for heroism or with no survivors to record it, can still turn with wonder to an age before yesterday when a thousand deaths at sea seemed the very worst the world must suffer" (zit. nach Biel 1996: 158). Im Atomkrieg hätte kein Lightoller Gelegenheit, sich auszuzeichnen, und niemand könnte seine Taten berichten. Vor diesem Hintergrund kann selbst ein Katastrophenfilm erbaulich wirken.

5. Bedeutung des Schicksals

Einer Zeit angemessen, in der die Menschen sich einer tödlichen Bedrohung machtlos ausgeliefert sahen, schildertA Night to Remember, im Buch wie im Film, die Katastrophe als unabwendbaren Schicksalsschlag. Andere versuchen sich in mehr oder weniger schwerwiegenden Schuldzuweisungen. So unterstellen die Filme von Selpin und Cameron, daß White Star Line-Präsident Bruce Ismay in seiner Gier nach einer Rekordzeit den Kapitän zu unverantwortlich hoher Geschwindigkeit angetrieben und die Kollision damit heraufbeschworen hat. Cameron zeigt zudem, wie die Matrosen im Ausguck im entscheidenden Moment von einem Liebespaar auf Deck abgelenkt werden. Solche Spekulationen machen das Unerklärbare zumindest teilweise verständlich. Vor dem britischen Untersuchungsausschuß suchte der reale Lightoller die Schuld dagegen bei einer höheren Macht, dem Schicksal:

Of course, we know now the extraordinary combination of circumstances that existed at that time which you would not meet again in 100 years; that they should all have existed just on that particular night shows, of course, that everything was against us. (zit. nach Lord 1986: 47)

Der Tenor ist deutlich: Alles hatte sich gegen dieTitanicverschworen, niemandem, besonders nicht der Besatzung, ist ein Vorwurf zu machen. Lord griff inA Night to Rememberdiese Sichtweise auf und folgert nach einer Reihe von "was wäre wenn"-Fragen: "Had any one of these 'ifs' turned out right, every life might have been saved. But they all went against her - a classic Greek tragedy" (Lord 1955: 171). Auch in der Verfilmung wird deutlich, daß der Mensch einem übermächtigen Schicksal ausgeliefert ist. Als der gerade gerettete Lightoller über die "ifs" sinniert, spricht ein Überlebender ihm Trost zu: "[Y]ou have nothing to reproach yourself with. You've done all any man could and more. [...] You're not God, Mr. Lightoller." Der letzte Satz des Films gehört dem Kapitän der zur Rettung herbeigeeilten Carpathia, der das Hilfsangebot eines anderen Schiffes mit den Worten ablehnt: "Everything that was humanly possible has been done."

Das Schicksalhafte hat für die Mythologisierung derTitanicgroße Bedeutung. Scheinbar ist es kaum möglich, vom Untergang zu erzählen, ohne sich der Faszination des Überlebensgroßen und Pathetischen zu bedienen. Bis zu Cameron ist die Katastrophe immer wieder eine Bewährungsprobe, bei der Menschen im Kampf gegen die Naturgewalten ihre wahren Qualitäten beweisen können und sehenden Auges in den Tod gehen. Durch die Identifikation mit den Charakteren wirken das schiere Ausmaß menschlichen Leidens und die individuellen Tragödien erschütternd, Tapferkeit und selbstlose Opferbereitschaft ergreifend.

James Cameron bemerkt inTitanic. Der erfolgreichste...(1998):

Man kann nicht einen Film über dieTitanicdrehen, ohne den Untergang so darzustellen, wie er sich wirklich abgespielt hat. Das ist gewissermaßen eine psychologische Tortur, denn wenn man einen Film sieht, identifiziert man sich ganz automatisch mit den Figuren.

Auch an dem, was einTitanic-Film dem Publikum zu sagen hat, herrscht seiner Meinung nach kein Zweifel:

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, sich diesem Sujet zu nähern. Ähnlich wie beim Vietnamkrieg. Man könnte hundert Filme darüber drehen, und alle wären verschieden. Aber im Grunde geht es doch immer um die eine Sache, weil über die historischen Fakten Übereinstimmung herrscht. [sic] Von dem, was die Titanicbedeutet, hat die Öffentlichkeit schon eine ganz klare Vorstellung, noch bevor sie die einzelnen Fakten hinterfragt. (Cameron 1997: XIV)

Mit größter Selbstverständlichkeit erhebt Cameron sein eigenes Werk zum Maß aller Dinge. Während er im Rahmen seines Filmverständnisses sicherlich das Optimum erreicht hat, übersieht er, daß es auch grundlegend andere Herangehensweisen gibt. Was Biel überA Night to Rememberschreibt, gilt auch für Cameron und Co.:

The disaster lends itself to irony - to a depiction of characters caught up in a frustrating and absurd situation - but Lord preferred to call it a tragedy. Faced with fate rather than absurdity, the characters finally gain full knowledge of their predicament and act accordingly. In the end they do things rather than have things done to them. (Biel 1996: 155)

KeineTitanic-Verfilmung hat bisher versucht, eine ironische Distanz einzunehmen und die Tragödie als Komödie zu zeigen - was zwar abwegig erscheint, aber prinzipiell möglich ist.

6. Die Titanic als Komödie

Wie könnte eine Komödie über dieTitanicaussehen? Wertvolle Hinweise liefern die Stücke des Dramatikers Friedrich Dürrenmatt, der immer wieder gesellschaftlich relevante Themen als Komödie auf die Bühne gebracht hat. Tragödien klassischen Zuschnitts hielt er für nicht mehr zeitgemäß. Die moderne Welt erschien ihm unüberschaubar, anonym und ohne Repräsentanten, an denen sich große Taten festmachen ließen. Ein tragischer Held, Grundvoraussetzung der klassischen Tragödie, sei nicht mehr möglich. Fazit: "Uns kommt nur noch die Komödie bei" (zit. nach Rothmann 1985: 299). Im Gegensatz zur Tragödie fordert Dürrenmatt den Verzicht auf Identifikation, denn das "Komische tritt nur ein, wo wir objektivieren, das heißt, wo wir eine Gestalt oder eine Handlung als Ganzes überblicken, was nur möglich ist, wo wir Distanz bewahren" (Dürrenmatt 1967: 132). Dabei könnten die Figuren selbst durchaus tragische Züge haben, solange die Handlung nur komisch bzw. grotesk sei (133). So sei es zum Beispiel denkbar, den Polarforscher Scott statt in der Antarktis jämmerlich in einem Kühlraum erfrieren zu lassen. Resultat: die "schlimmstmögliche Wendung", nämlich die "Wendung in die Komödie" (128). Das Schicksal hat keinen Platz mehr, an seine Stelle ist der Zufall getreten.

InDie Physiker(1962) beschäftigt sich Dürrenmatt mit der Atombombe, die ja auch für das Verständnis vonA Night to Remembervon Bedeutung ist. Die kurze Zusammenfassung seines Theaterverständnisses im Anhang liest sich teilweise wie ein Drehbuchentwurf für einenTitanic-Film:

3. Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat.
4. Die schlimmstmögliche Wendung ist nicht vorhersehbar. Sie tritt durch Zufall ein.
5. Die Kunst des Dramatikers besteht darin, in einer Handlung den Zufall möglichst wirksam einzusetzen.
6. Träger einer dramatischen Handlung sind Menschen.
7. Der Zufall in einer dramatischen Handlung besteht darin, wann und wo wer zufällig wem begegnet.
8. Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der Zufall zu treffen. (Dürrenmatt 1962: 91)

Parallelen zurTitanicdrängen sich auf: Die zufällige und höchst unplanmäßige "Begegnung" von Schiff und Eisberg führt direkt zur "schlimmstmöglichen Wendung" der Geschichte.

Damit der Untergang endgültig zur Komödie wird, sind Modifikationen, wie Dürrenmatt sie für den unglücklichen Scott vorgeschlagen hat, gar nicht mehr nötig. Lightoller muß nicht im Aquarium ertrinken, die reinen Fakten sind grotesk genug. Die Tatsache, daß das größte Schiff aller Zeiten, ausdrücklich als unsinkbar gepriesen, auf seiner ersten Fahrt, der letzten des Kapitäns, von einem zu groß geratenen Eiswürfel versenkt wird, ist nur der Anfang. So entbehrt es nicht einer gewissen Komik, wenn der diensthabende Offizier die Eisberg-Meldung des Ausgucks mit einem höflichen "Thank you"

quittiert (Lord 1955: 2). Cameron zeigt dies, Baker nicht. Kaum glaubhaft erscheint auch der Bäcker, der ziellos über das Schiff irrt und es dann stundenlang im eiskalten Wasser aushält, weil er sich restlos mit Whisky hat vollaufen lassen (132-35). Bei Cameron darf er sich lediglich gegen Ende neben den Hauptfiguren an die Reling klammern, Baker zeigt die ganze Geschichte. NurA Night to Rememberbietet auch den Anblick einer Gruppe von Überlebenden, die aufrecht stehend auf der Rückseite eines umgedrehten Rettungsbootes Balancemanöver durchführen, kommandiert vom unvermeidlichen Lightoller (130). Weitaus tragischer, aber ebenso grotesk: die Rettungsaktion des fünften Offiziers, der nach dem Untergang nicht sofort zurückrudert, weil er fürchtet, sein Boot könnte von verzweifelten Schwimmern "überflutet" werden. Als die Menge sich dann endlich "ausgedünnt" hat, können nur noch vier Überlebende geborgen werden (120).

Doch die wohl unglaublichsten Ereignisse dieser denkwürdigen Nacht tragen sich nicht auf derTitaniczu, sondern zehn Meilen entfernt auf dem FrachterCalifornian. Kurz vor der Kollision versucht der Funker noch, eine Eiswarnung herauszugeben, wird aber von seinem Kollegen auf derTitanic, der gerade mit eigenen Meldungen beschäftigt ist, barsch unterbrochen. Dessen Notrufsignale verhallen später ungehört, denn der Funker derCalifornianhat zu dieser Zeit schon seit einer dreiviertel Stunde Dienstschluß (Lord 1955: 28-29). So nah beieinander liegen die Schiffe, daß die Lichter des jeweils anderen mit bloßem Auge erkennbar sind. Bald feuert dieTitanicRaketen ab, die von der Nachtwache auf derCalifornianauch bemerkt werden: "Gibson remarked that he certainly didn't think the rockets were being sent up for fun. Stone agreed: 'A ship is not going to fire rockets at sea for nothing.'" (101). Allein - die beiden Männer beschränken sich auf ihre Rolle als interessierte Zuschauer, dem eigens aus dem Schlaf gerissenen Kapitän kommt die Möglichkeit eines Notrufs nicht in den Sinn. Also beobachtet man das sinkende Schiff durch das Fernglas, zählt die Raketen und wundert sich über die ungewöhnliche Lage der Lichter im Wasser. Deren Verschwinden wird als Zeichen gewertet, das Schiff sei weitergefahren - "gone". Verständlicherweise befindet die Besatzung derCaliforniansich bald in einem beträchtlichen Erklärungsnotstand.4

Eine solch groteske Geschichte eignet sich kaum dafür, in konventionellenTitanic-Verfilmungen erzählt zu werden. Zu groß ist die Gefahr, daß der Zuschauer nicht mehr mitspielt und das Leinwandgeschehen statt mit der gewünschten Identifikation nur noch mit Kopfschütteln quittiert.

Distanz und Objektivierung, die Dürrenmatt fordert, wären damit hergestellt. Dennoch schildertA Night to Remember, mit großer Akribie und Ernsthaftigkeit, auch die Ereignisse auf derCalifornianund liefert damit, wenn auch unfreiwillig, zumindest Ansätze für eine eher subversive Lesart der Katastrophe. James Cameron, ansonsten sehr auf Vollständigkeit bedacht, ist vorsichtiger: DieCalifornianmuß draußen bleiben. Bezeichnenderweise wurden einige der entsprechenden Szenen gedreht, aber nicht verwendet. Dieser bewußte Verzicht ist ein zu bedeutender Eingriff, um als reine Straffungsmaßnahme durchzugehen5. Komik entsteht bei Cameron in bewährter Weise aus Wort- und Situationswitz, Tragik aus dem Schicksal der Figuren. Die Stücke von Dürrenmatt oder auch Stanley KubricksDr. Strangelovekönnten als Vorbild dienen, doch nach wie vor gilt: DerTitanic-Film, der nicht auf Identifikation und Mit-Leiden, sondern auf Ironie und kritische Distanz setzt, muß erst noch gedreht werden.

7. Fazit

Das Verhältnis von historischer Realität und filmischer Fiktion ist eines der faszinierenderen Forschungsgebiete der Filmwissenschaft. Über Sinn oder Unsinn solcher Vergleiche muß von Fall zu Fall entschieden werden. Zweifellos ist dieTitanicein Paradebeispiel für die Unmöglichkeit, im Spielfilm wahre Authentizität zu erreichen. So wie sichA Night to RememberWalter Lords diesbezüglichen Anspruch auf die Fahnen geschrieben hat, geben auch die meisten anderenTitanic-Filme vor, "wahre Geschichten" zu erzählen. Der Vergleich mit den wenigen gesicherten Fakten und den vielen, oft auf widersprüchlichen Aussagen beruhenden, offenen Fragen des Untergangs zeigt jedoch die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens.

Erst James Cameron machte dieTitaniczum Kassenknüller. Der phänomenale Erfolg seines Films beruht mit Sicherheit auf der Erregung und perfekten Manipulation von Publikums-Emotionen. Das Schicksal derCalifornianbeweist, welch großer Wert darauf gelegt wurde, daß der gewünschten Identifikation nichts im Wege steht. Der Untergang, der zudem eine über das reine Geschehen hinausgehende tiefere Bedeutung erhält, wird damit wieder einmal zu der Tragödie, als deren klassisch griechische Ausprägung ihn schon Lord gewertet hat. An dem generellen Eindruck, den der Kinozuschauer mit nach Hause nimmt, hat sich bis heute wenig geändert. Frei nach Aristoteles heißt das Erfolgsrezept:mimesis, eleos, phobos, katharsis6. Nach Cameron dürfte diese Art der Darstellung für längere Zeit ausgereizt sein. Man darf gespannt sein, ob geplante Persiflagen mit Titeln wieTitanic Too: It Missed the Icebergetwas Neues beizutragen haben. Es ist zwar zu befürchten, daß eher Camerons Film zur Zielscheibe des Spotts wird, als daß der Untergang selbst einer respektlosen Behandlung unterzogen wird. Doch vielleicht warten hier die ersten Filme, die es wagen, in dürrenmattscher Manier dieTitaniczur Komödie zu machen. Ansatzpunkte dazu sind, wie auch A Night to Rememberzeigt, reichlich vorhanden.

9. Literatur

Biel, Steven (1996):Downwith the Old Canoe. A Cultural History of the Titanic Disaster. New York, London: W.W. Norton 1997.

Boxoffice (1959): "A Night to Remember". In:Boxoffice, 5.1.1959. Im Internet: http://www.boxoff.com.

Cameron, James (1997):Titanic Story Book. James Camerons illustriertes Drehbuch.Kommentiert von Randall Frakes. Nürnberg: Burgschmiet 1999.

Dürrenmatt, Friedrich (1962): "21 Punkte zu den Physikern". In: F.D.:Die Physiker. Zürich: Diogenes 1985, S. 91-93.

--- (1967): "Dramaturgische Überlegungen zu den 'Wiedertäufern'". In: F.D.:Die Wiedertäufer.Zürich: Diogenes 1986, S. 127-37.

Lord, Walter (1955):A Night to Remember. New York: Bantam 1997.

--- (1986):The Night Lives On. New York: Avon.

Richards, Jeffrey (1988): "National Identity in British Wartime Films". In: Philip M. Taylor (Hg.):Britainand the Cinema in the Second World War. Houndsmills u.a.: Macmillan 1988, S. 42-61.

Rothmann, Kurt (1985):Kleine Geschichte der deutschen Literatur.Stuttgart: Philipp Reclam jun. 1994.

10. Erwähnte Filme

Saved from the Titanic(USA 1912).Titanic(D 1943). Regie: Herbert Selpin.Rashomon(J 1950). Regie: Akira Kurosawa.

A Night to Remember(GB 1958). Regie: Roy Ward Baker.

Dr. Strangelove, or How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb

(GB 1964). Regie: Stanley Kubrick.

Titanic(USA 1997). Regie: James Cameron.

Titanic. Der erfolgreichste Film aller Zeiten. Das große Special zum Film.(USA 1998). Regie: Doug McCallie. Offizielles "making of", gesendet von Vox.

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1 Zudem kann sich jeder der Illusion hingeben, durch eigene akribische Nachforschungen doch irgendwann eine dieser Lücken zu schließen: "Facts [...] produce a remarkably democratic form of history. Anyone who wants to participate in the pursuit of the 'additional nine' can do so; no credentials are required" (Biel 1996: 189).

2 Als Historiker lehnt Steven Biel es ab, im Untergang ein auslösendes Moment zu sehen, und betrachtet die Reaktionen darauf als Ausdruck allgemeiner gesellschaftlicher und kultureller Entwicklungen: "The disaster was neither catalyst nor cause, but it did expose and come to represent anxieties about modernity - about deeper changes that were occuring regardless of whether an ocean liner struck an iceberg" (Biel 1996: 8).

3 Nicht umsonst war dies auch die große Zeit des Science-Fiction-Katastrophenfilms. Vgl. Sontag, Susan (1965): "Die Katastrophenphantasie". In: S.S.:Kunst und Antikunst. 24 literarische Analysen.Frankfurt a.M.: Fischer 1995, S. 279-98.

4 Für eine detaillierte Schilderung der Ereignisse vgl. Lord 1986: 134-59.

5 Daher erscheint es auch mehr als fraglich, ob dieCalifornianin einemdirector's cutwieder auftauchen wird. Wahrscheinlich endet sie schließlich in dendeleted sceneseiner DVD.

6 Mögliche Übersetzung: Nachahmung, Jammern, Schaudern, Affektabfuhr bzw. Läuterung.

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Details

Titel
Everything was Against Us - A Night to Remember und der Mythos Titanic
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Veranstaltung
PS Titanic - Analyse eines Erfolgsfilms
Note
1,0
Autor
Jahr
1999
Seiten
16
Katalognummer
V100960
Dateigröße
385 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Everything, Against, Night, Remember, Mythos, Titanic, Analyse, Erfolgsfilms
Arbeit zitieren
Klaus Bardenhagen (Autor), 1999, Everything was Against Us - A Night to Remember und der Mythos Titanic, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100960

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