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Die Theorien der Tabula rasa von John Locke und Helvétius

Wie sind sie im Kontext der heutigen Entwicklungswissenschaften des Menschen zu bewerten?

Titel: Die Theorien der Tabula rasa von John Locke und Helvétius

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 13 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
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Gegenstand dieser Arbeit ist es, die Fragen zu klären, inwiefern die Theorien von Locke und Helvétius schlüssig sind, worin sie sich gleichen oder unterscheiden und wie ihre Theorien der Tabula rasa nach heutigem Stand der Wissenschaft (im Bereich der Psychologie/ Erziehungswissenschaft) einzuschätzen sind.

Zunächst werde ich die Argumentation von Locke und Helvétius nachzeichnen und Unterschiede und Ähnlichkeiten ihrer Theorien aufweisen. Dabei liegt der Fokus erst auf der Wissensgewinnung, dann wird untersucht, welchen Einfluss der Verlauf einer Schwangerschaft und die Geburt auf den Menschen hat und ob der Mensch zu diesem Zeitpunkt tatsächlich als Tabula rasa bezeichnet werden kann. Anschließend wird die Wirkung der Erziehung aus Sicht von Locke, Helvétius und heutigen WissenschaftlerInnen untersucht.

In Weiteren wird diskutiert, weshalb der Mensch nicht als Tabula rasa zur Welt kommt, sondern durch Veranlagungen vorgeprägt ist. Genetik und Physiologie bestimmen diese Veranlagung unter anderem. Die Theorie der Tabula rasa wird kritisch hinterfragt und in bestimmten Punkten mit den neuesten Kenntnissen der heutigen Wissenschaft widerlegt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wie gelangt der Mensch zu Wissen?

2.1 John Lockes Ideenlehre und seine Theorie der Wissensgewinnung

2.2 Helvétius zur geistigen Voraussetzung und Tätigkeit

2.3 Ab wann ein Mensch wahrnimmt

3. Der Einfluss der Schwangerschaft und Geburt auf das Kind

4. Der Einfluss von Erziehung und Umwelt auf den Menschen

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die philosophischen Theorien der Tabula rasa von John Locke und Claude Adrien Helvétius und stellt diese den heutigen Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie und Biologie gegenüber, um die Bedeutung von Anlage und Umwelt zu bewerten.

  • Vergleich der erkenntnistheoretischen Ansätze von Locke und Helvétius
  • Analyse der Rolle von Sinneswahrnehmung und Erziehung bei der Charakterbildung
  • Kritische Beleuchtung der Tabula-rasa-These im Kontext frühkindlicher Entwicklung
  • Untersuchung pränataler Einflüsse auf die Entwicklung des Fötus
  • Bedeutung von Genetik und Physiologie als Gegenentwurf zur unbeschriebenen Tafel

Auszug aus dem Buch

2.1 John Lockes Ideenlehre und seine Theorie der Wissensgewinnung

John Locke nimmt an, das Bewusstsein eines Menschen entspricht ursprünglich einer Tabula rasa, es könne also mit einem weißen Blatt Papier verglichen werden. Jeder Mensch, der neu geboren wird, ist im übertragenen Sinn frei von jeglichen Schriftzeichen oder von dem, was Locke als Ideen bezeichnet und wird im Laufe des Lebens in Form von Ideen beschriftet. Ideen sind nach Locke die im Geist vorhandenen Objekte. Dabei ist anzumerken, dass es sich auch um imaginäre Objekte handeln kann und Locke den Begriff Idee nicht nur für das wahrgenommene Objekt nutzt, sondern auch für das Wahrnehmen an sich. Locke fasst den Begriff Ideen somit sehr weit, was durchaus kritisiert wurde.

Die meisten Ideen der Menschen entstehen durch Sinneseindrücke, die nur durch Sinneswahrnehmung in den Verstand gelangen. Die Ideen beschreiben Erfahrungen mit dem Äußeren (Sinneseindrücke) und dem Inneren (Beobachtung und Reflexion des eigenen Geistes). Aus diesen Erfahrungen bildet sich das Wissen eines Menschen. Indem der eigene Geist beobachtet und reflektiert wird, gelangt der Mensch zu Wissen, was er nicht allein durch äußere Eindrücke hätte gewinnen können. Es gibt nach Locke ausschließlich Ideen, die aus einer dieser Erfahrungsquellen gewonnen werden.

Diese Arten von Ideen unterteilt Locke in einfache und komplexe. Die einfachen Ideen, welche nicht durch Gedanken im Geist entstehen oder zerstört werden können, nennt Locke den „Rohstoff [...] unseres Wissens“ und sie werden ausschließlich durch Sinneswahrnehmung und Selbstbeobachtung erlangt. Die einfachen Ideen sind in äußere und innere Erfahrung gegliedert, wobei äußere Erfahrung aus primären und sekundären Qualitäten in den Dingen gewonnen wird. Primäre Qualitäten umfassen die objektive Wahrnehmung, die es dem Menschen ermöglichen, sich (durch seinen Verstand) die Fähigkeit anzueignen, sich (objektive) Gedanken zu machen. Die resultierenden Ideen beruhen auf objektiven, messbaren Zuständen bzw. Erfahrungen, wie z.B. Zahlen und Gestalt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Charakterbildung und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Tabula-rasa-Theorie im Vergleich zu modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

2. Wie gelangt der Mensch zu Wissen?: Darstellung der erkenntnistheoretischen Positionen von Locke und Helvétius, die Wissen primär als Produkt von Sinneserfahrungen definieren.

2.1 John Lockes Ideenlehre und seine Theorie der Wissensgewinnung: Detaillierte Analyse von Lockes Einteilung in einfache und komplexe Ideen sowie die Rolle der Reflexion bei der Wissensbildung.

2.2 Helvétius zur geistigen Voraussetzung und Tätigkeit: Diskussion von Helvétius' Ansicht, dass die Erziehung und die Feinheit der Sinne ausschlaggebend für die menschliche Entwicklung sind.

2.3 Ab wann ein Mensch wahrnimmt: Untersuchung des Beginns der menschlichen Wahrnehmung und Kontrastierung der philosophischen Sichtweise mit Erkenntnissen zur pränatalen Entwicklung.

3. Der Einfluss der Schwangerschaft und Geburt auf das Kind: Erörterung der Auswirkungen pränataler Erfahrungen und des Geburtsvorgangs auf die Entwicklung des Kindes.

4. Der Einfluss von Erziehung und Umwelt auf den Menschen: Kritische Reflexion der These, dass Umweltfaktoren und Erziehung den Menschen primär formen, unter Einbeziehung biologischer Faktoren wie der Genetik.

5. Schluss: Zusammenfassende Bewertung, die Locke und Helvétius als wichtige Wegbereiter würdigt, deren Theorien jedoch durch den aktuellen Stand der Wissenschaft in Teilen widerlegt werden.

Schlüsselwörter

Tabula rasa, John Locke, Claude Adrien Helvétius, Empirismus, Charakterbildung, Wissensgewinnung, frühkindliche Entwicklung, Sinneswahrnehmung, Erziehung, Genetik, Bewusstsein, Erkenntnistheorie, Anlage-Umwelt-Debatte, Sensualismus, Verhaltensforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Theorie der Tabula rasa – dem Konzept des unbeschriebenen Blattes bei der Geburt – von John Locke und Helvétius und deren Gültigkeit aus heutiger wissenschaftlicher Sicht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die frühkindliche Entwicklung, die Rolle der Sinneswahrnehmung, der Einfluss von Erziehung und Umwelt sowie die Bedeutung von genetischen Veranlagungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die philosophischen Theorien der Tabula rasa kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit sie mit modernen Erkenntnissen aus Psychologie und Entwicklungswissenschaft vereinbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse der philosophischen Quellentexte und stellt diese modernen wissenschaftlichen Publikationen (u.a. von Hugo Lagercrantz) gegenüber.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Wissen, den Einfluss der pränatalen Phase und der Geburt sowie die Bedeutung von Erziehung für die Ausprägung von Charakter und Persönlichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Tabula rasa, Empirismus, Anlage-Umwelt-Debatte, Sensualismus, Genetik und frühkindliche Entwicklung.

Warum wird Helvétius' Zwillingsbeispiel als nicht schlüssig bewertet?

Die Autorin argumentiert, dass das Beispiel nicht erklärt, warum sich Zwillinge trotz ähnlicher Erziehung und gleicher "Tabula rasa"-Ausgangslage unterschiedlich entwickeln können.

Inwiefern beeinflusst der aktuelle Stand der Wissenschaft die Bewertung der Tabula-rasa-Theorie?

Moderne Erkenntnisse widerlegen die Theorie weitgehend, da sie belegen, dass Neugeborene keineswegs "leer" zur Welt kommen, sondern durch Genetik und pränatale Einflüsse vorgeprägt sind.

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Details

Titel
Die Theorien der Tabula rasa von John Locke und Helvétius
Untertitel
Wie sind sie im Kontext der heutigen Entwicklungswissenschaften des Menschen zu bewerten?
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
13
Katalognummer
V1009645
ISBN (eBook)
9783346392237
ISBN (Buch)
9783346392244
Sprache
Deutsch
Schlagworte
theorien tabula john locke helvétius kontext entwicklungswissenschaften menschen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Die Theorien der Tabula rasa von John Locke und Helvétius, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1009645
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Leseprobe aus  13  Seiten
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