Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Attachment Parenting. Bedingungen für die Entwicklung einer sicheren Bindung

Title: Attachment Parenting. Bedingungen für die Entwicklung einer sicheren Bindung

Essay , 2021 , 10 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sabine Chromy (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im vorliegenden Essay möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, welche Rahmenbedingungen vorliegen müssen, damit Kinder sichere Bindungen aufbauen können. Speziell möchte ich dabei auf Attachment Parenting eingehen, welches in vielen aktuellen Erziehungsbüchern, -foren und Podcasts empfohlen wird. Als professionelle Sozialarbeiterin ist diese Frage von Relevanz, da zum einen junge, noch unerfahrene Eltern und zum anderen auch eingespielte Familien eine wichtige Gruppe von Adressat*innen bilden. Um Eltern gut beraten zu können, um ihre Alltagsfragen beantworten oder zu einem Perspektivwechsel in der Alltagsgestaltung beitragen zu können, ist es aus professioneller Sicht notwendig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

“Gipfelstürmer brauchen ein Basislager”. Dieses Zitat stammt von John Bowlby, dem Gründungsvater der Bindungstheorie. Er untersuchte das Bindungsverhalten von Kindern und ging davon aus, dass das Bindungsbedürfnis ein biologisches, angeborenes Grundbedürfnis aller Menschen ist​. Mary Ainsworth beschrieb das Konzept der mütterlichen Feinfühligkeit, da sie beobachtete, dass Kinder von Müttern, die feinfühlig auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingingen, eine größere Bindungssicherheit zeigten und deutlich weniger schrien. Zusammen mit ihren Kolleg*innen entwickelte Ainsworth 1969 die sogenannte “Fremde Situation”, ein Setting zur Erforschung kindlicher Bindungsmuster. Zunächst wurden drei organisierte Bindungsstrategien festgestellt: den sicher gebundenen, den unsicher-vermeidenden und den unsicher-ambivalenten Bindungstyp. Zusätzlich wurde etwas später der unsicher-desorganisierte Typ klassifiziert. Kinder mit diesem Bindungsverhalten zeigen keine Strategie.
Eine gute Bindungsfähigkeit im Säuglings- und Kleinkindalter ist die Basis für die gesunde Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, wobei Eltern dafür sorgen, dass das Basislager für den Gipfelsturm ihrer Kinder ein sicheres ist. Gerade die frühen dyadischen und triadischen Beziehungen gelten als die einflussreichsten im Leben. Sie wirken sich unmittelbar auf die Gesundheit und Entwicklung von Kindern aus. Ist die frühkindliche Bindung sicher, verhilft sie zu höherem Selbstvertrauen, effektiver Selbstregulation sowie besserer Affekt- und Impulskontrolle.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bindungstheoretische Grundlagen

3. Das Konzept des Attachment Parenting

4. Kritische Betrachtung des Attachment Parenting

5. Diskussion und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen für die Entwicklung einer sicheren Bindung zwischen Kind und Bezugsperson unter besonderer Berücksichtigung des Attachment Parenting. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit dieses Erziehungskonzept als universelle Handlungsleitlinie geeignet ist und welche Herausforderungen sich insbesondere für Familien in unterschiedlichen sozioökonomischen Lebenslagen ergeben.

  • Grundlagen der Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth
  • Analyse des Attachment Parenting und der "7 Baby-B’s"
  • Kritische Reflexion der Vereinbarkeit von Idealen und Lebensrealität
  • Sozioökonomische Faktoren und Armutsrisiken bei der Kindererziehung
  • Bedeutung von sozialen Netzwerken und Entlastungsstrategien

Auszug aus dem Buch

Die 7 Baby-B’s

Sears geht davon aus, dass es Praktiken im Umgang mit einem Säugling gibt, welche die Sensibilität der Mutter für die Signale ihres Kindes steigern. Attachment Parenting umfasst sieben Verhaltensweisen, die laut Sears auf den biologischen Bedürfnissen des Kindes basieren. Sie werden im Englischen die “7 Baby-B’s” genannt (Sears et al., 2020):

1. “Birth-bonding” meint die Aufnahme des Körper- und Augenkontakts zwischen Mutter und Kind sofort nach der Geburt.

2. “Breastfeeding” beschreibt das Stillen an der Brust anstatt Flaschennahrung.

3. “Bedding Down Close to Baby” meint das Schlafen direkt in der Nähe des Säuglings.

4. “Baby Wearing” bezeichnet das möglichst häufige Tragen des Kindes am Körper.

5. “Belief in the Value of Your Baby’s Cries” geht auf die Notwendigkeit ein, das Schreien des Kindes zu beachten.

6. “Beware of Baby Trainers” deutet darauf hin, dass kein Schlaftraining gemacht werden soll.

7. “Balance in Parenting” meint das Ausbalancieren der Bedürfnisse von Kind und Eltern.

Die Liebe und Nähe zum Kind soll insbesondere durch bedarfsgerechtes Stillen anstatt Flaschennahrung und Brei, durch das Tragen im Tragetuch anstatt dem Fahren im Kinderwagen und das gemeinsame Schlafen im “Familienbett” zu einer engen Bindung führen. Die Bezugsperson des Kindes soll dabei ständig verfügbar sein und die Alltagsgestaltung und Prioritätensetzung der Familie sollen sich an den Bedürfnissen des Kindes orientieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bindungstheorie ein, erläutert die Bedeutung einer sicheren Basis für die Persönlichkeitsentwicklung und begründet die Relevanz der Thematik für die Soziale Arbeit.

2. Bindungstheoretische Grundlagen: Dieses Kapitel behandelt die wissenschaftlichen Kernkonzepte der Bindungsforschung, darunter die Bindungstypen nach Ainsworth und den Antagonismus zwischen Bindungs- und Explorationssystem.

3. Das Konzept des Attachment Parenting: Hier wird das durch William und Martha Sears begründete Konzept der intensiven Elternschaft sowie die spezifischen "7 Baby-B’s" detailliert vorgestellt.

4. Kritische Betrachtung des Attachment Parenting: Dieses Kapitel hinterfragt die Praxis, beleuchtet den psychischen Druck auf Mütter, die soziale Exklusivität des Konzepts und die Vernachlässigung realer Lebensbedingungen.

5. Diskussion und Fazit: Das abschließende Kapitel fordert eine Erweiterung des Konzepts um Entlastungssysteme und plädiert für eine stärkere politische Förderung von sozialen Netzwerken zur Unterstützung von Familien.

Schlüsselwörter

Bindungstheorie, Attachment Parenting, sichere Bindung, Bedürfnisorientierung, intensive Elternschaft, Kindesentwicklung, 7 Baby-B’s, Co-Sleeping, soziale Ungleichheit, familiäre Unterstützung, Soziale Arbeit, Bindungsfähigkeit, Stressregulation, Resilienz, frühkindliche Bindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit der Bedeutung der Bindungstheorie und dem populären Konzept des Attachment Parenting auseinander, um Bedingungen für eine gesunde kindliche Entwicklung zu identifizieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen bindungstheoretische Grundlagen, die praktischen Empfehlungen des Attachment Parenting, sozioökonomische Rahmenbedingungen der Erziehung sowie die Rolle der sozialen Unterstützung für Eltern.

Was ist das Hauptziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, welche Rahmenbedingungen Eltern benötigen, um ihren Kindern eine sichere Bindung zu ermöglichen, und wie ein professioneller Blick auf aktuelle Erziehungskonzepte in der Sozialen Arbeit aussehen kann.

Welche wissenschaftlichen Ansätze finden Anwendung?

Es erfolgt eine theoretische Einordnung mittels bindungstheoretischer Fachliteratur (Bowlby, Ainsworth, Dornes, Ahnert) sowie eine Analyse von Erziehungsparadigmen wie der "intensiven Elternschaft" (Knauf).

Was ist Gegenstand des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Basis, die Beschreibung der "7 Baby-B’s" und eine kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Umsetzbarkeit und den gesellschaftlichen Implikationen dieses Erziehungsstils.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bindungssicherheit, Bedürfnisorientierung, Stress-Toleranz-Fenster, soziale Ressourcen und die Kritik an der einseitigen Ausrichtung auf das traditionelle Mutterbild.

Warum wird das Attachment Parenting kritisch betrachtet?

Die Autorin kritisiert, dass das Modell Eltern hohen Leistungsdruck auferlegt, ohne notwendige soziale Entlastungsstrukturen zu bieten, und soziale Schichten mit prekären Lebensverhältnissen ausgrenzt.

Welche Bedeutung hat das Netzwerk für die Erziehung?

Das Dokument betont, dass eine sichere Bindung nicht zwingend allein durch die Mutter erfolgen muss, sondern durch ein Netzwerk gestärkt werden kann, welches die Erziehungslast verteilt und die psychische Gesundheit der Eltern schützt.

Excerpt out of 10 pages  - scroll top

Details

Title
Attachment Parenting. Bedingungen für die Entwicklung einer sicheren Bindung
College
University of Applied Sciences Darmstadt
Course
Psychologische und sozialmedizinische Grundlagen der Sozialen Arbeit
Grade
1,3
Author
Sabine Chromy (Author)
Publication Year
2021
Pages
10
Catalog Number
V1010268
ISBN (eBook)
9783346400468
Language
German
Tags
attachment parenting bedingungen entwicklung bindung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Chromy (Author), 2021, Attachment Parenting. Bedingungen für die Entwicklung einer sicheren Bindung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1010268
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  10  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint