Weisenborn, G. - Zwei Männer - Interpretation


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

1 Seiten, Note: 2


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Weisenborn, Günther - Zwei Männer

Die Kurzgeschichte "Zwei Männer" von Günther Weisenborn zeigt das Schicksal zweier Männer die alles Land und die Ernte verloren hatten und in der Not einer Naturkatastrophe um ihr Leben ringen. Dabei ändert sich die Beziehung der beiden zueinander. Die zwei Hauptpersonen dieser Kurzgeschichte, der Peon, ein untergebener Tagelöhner, und sein Farmer, unterscheiden sich am Anfang der Geschichte sehr voneinander. Der Farmer ist reich und hat "nur" die Ernte für ein Jahr verloren. Der Peon verliert alles, nämlich seine Frau und sein Kind, er hat also nichts mehr. " Seine Frau war ertrunken, als sie sich losließ, um ihre Hände zur Madonna zu erheben. Der Peon hatte drei Blasen gezählt. Ihre Hand hatte die letzte Blase zerschlagen." (Z 13-15) Hiermit ist sein Lebenssinn und sein Halt im Leben zerschlagen worden. Die Frau des Farmers wohnt in der Stadt, deshalb kommt sie nicht zu schaden.

Weil es ein Brauch unter Männern ist, ihr "Schiff" erst in der größten Not zu verlassen oder mit ihm unterzugehen, bleibt der Farmer noch eine Nacht bei seiner Hütte. Das zeigt, dass er an seinem Besitz und seiner Arbeit hängt, und dass er nicht wahrhaben will, was passieren wird. Während sie sich die letzte Zigarette teilen wollten, kam der Strom unaufhaltsam näher. Obwohl sie schon viele Notsituationen durchlebt hatten, waren sie noch nie so wehrlos, weil sie der Kraft des Wassers nichts entgegenzusetzen hatten. "Jetzt aber halfen keine Patronen und kein scharfes Auge Es biss nicht, es stach nicht, das Wasser, es suchte sich nur mit kalten Fingern eine stelle am Mann, seinen Mund, um ihn anzufüllen, bis Blasen aus der Lunge quollen." (33-39) Der Leser bekommt eine Ahnung davon, dass beide Männer dem Tod sehr nahe sind, und ist gespannt, ob sie überleben können.

Diese Spannung wird erhöht, indem der Autor detailgetreu schildert, wie das Wasser von Hühnerstall und Hütte Besitz ergreift. Auch in diesem Abschnitt greift Günther Weisenborn wieder den Schlüsselbegriff "Blasen" auf, den er immer dann verwendet, wenn ein Lebewesen in den Fluten umkommt. " Die Blasen platzten. Ein totes Huhn schwamm im Kreise vor der Haustür." (Z 58-59)

Die Männer retteten sich auf das Hausdach, das sie wie ein Floß durch die Fluten treibt. Beide sind in der gleichen ausweglosen Situation, ihre Standesunterschiede sind ohne Bedeutung. Der Indio spürt, dass die Tragfähigkeit nicht sehr groß ist und einer allein eine größere Überlebenschance hat als beide zusammen. Der Peon überlegt kurz, ob er die Situation für sich nutzen sollte. "... aber man konnte ihn hinunterkippen, denn es ging hier um Leben und Tod." (Z 82-83) Aus Sicht des Peon besteht eine Feindschaft zwischen den beiden Männern. Nachdem beide die letzte Zigarette des Farmers gekaut hatten überwiegt jedoch die Treue zu seinem Herrn. Ihm wird bewusst, dass er seine Familie verloren hat und er fasst den Entschluss, vom Dach zu springen, um seinen Herrn zu retten. Der Farmer zieht ihn sofort aus dem Wasser. Er möchte nicht, dass der Peon sein Leben für ihn opfert, sondern beide ihre Überlebenschance wahren.

Beide Männer ändern durch das gemeinsame Überleben ihre Beziehung zueinander. Durch die Notsituation wird ihnen bewusst, wie wertvoll ein Menschenleben ist, egal welchem Stand der Mensch angehört. Günther Weisenborn zeigt uns in seiner Kurzgeschichte, dass in Notsituationen Freundschaften entstehen können, da jeder auf den anderen angewiesen ist. Diese neue Beziehung spiegelt sich im letzten Satz des Farmers wider: " Morgen gehen wir zurück und fangen wieder an." Beide Männer sind zuversichtlich, denn die Notsituation ist zu Ende. Der Regen steht als Symbol für die Not. " Der Regen hörte auf." (Z 116)

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Details

Titel
Weisenborn, G. - Zwei Männer - Interpretation
Veranstaltung
Hausaufgabe
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
1
Katalognummer
V101082
ISBN (eBook)
9783638995030
Dateigröße
323 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weisenborn, Zwei, Männer, Interpretation, Hausaufgabe
Arbeit zitieren
Fabian Schmidt (Autor:in), 2001, Weisenborn, G. - Zwei Männer - Interpretation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101082

Kommentare

  • david nix am 21.12.2010

    kann mir wer helfen ich brauch das dringend!!

  • david nix am 21.12.2010

    nenne den schauplatz der handlung und beschreibe deren topografische lage ( kontinent, großlandschaft,staat)

  • Gast am 9.9.2008

    Gut gelungen.

    Ich finde, dass dir die Interpretation gelungen ist!
    Hut ab und Danke!

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