Vergleich von Ciceros Theorie und Praxis - Wurde Cicero selbst seinem Ideal des orator perfectus gerecht?


Facharbeit (Schule), 2000
23 Seiten, Note: 14 Pkte.

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Gliederung

1. Einleitung: Zu Gegenstand und Methode

2. GRUNDVORAUSSETZUNGEN für den Orator Perfectus als erstes Kriterium
2.1 Grundsätzliche Forderungen Ciceros an den Redner
2.1.1 Industria als Voraussetzung für lebenslange exercitatio
2.1.2 Natura
2.2 Wurde Cicero diesen Anforderungen selbst gerecht?

3. Zweites Kriterium: AUCTORITAS
3.1 Ansprüche Ciceros an die Person des Redners
3.1.1 Charakterliche Integrität
3.1.2 Fähigkeit zur emotionalen Identifikation mit dem Redegegenstand
3.2 Wies Cicero diese geforderten Eigenschaften auf ?

4. Drittes Kriterium: RHETORIK
4.1 Forderungen Ciceros
4.1.1 Beherrschen der drei klassischen Redegattungen
4.1.2 Erfüllung der quinque officia oratoris
4.2 Ciceros Berücksichtigung dieser Forderungen in seiner eigenen rhetorischen Praxis

5. Viertes Kriterium: UNIVERSALBILDUNG
5.1 Ciceros Ansprüche an den Bildungsumfang des orator perfectus
5.2. Umfang der Bildung Ciceros

6. Abschließende Beurteilung Ciceros

1. Einleitung: Zu Gegenstand und Methode

Heute bedarf es kaum einer Rechtfertigung, sich intensiv mit rhetorischen Themen zu befassen. Gerade die jüngste Geschichte lehrt uns, dass die Kunst der Rede keineswegs etwas antiquiertes, überholtes, sondern vielmehr auch in unserem Jahrhundert ein höchst bedeutsames Mittel darstellt, nicht nur einzelne Menschen, sondern auch ganze Völker zu beeinflussen. Die latente Gewaltbereitschaft und die reaktionäre Politik des nationalsozialistischen Regimes beispielsweise wären in Deutschland auf weit weniger Zustimmung gestoßen, hätten nicht Goebbels und andere Propagandisten kraft ihrer rhetorischen Kenntnisse einen sehr fruchtbaren Boden für die Saat des Faschismus bereitet. Um heute und in Zukunft rhetorische Kunstgriffe und Fallen besser durchschauen und die eigene Position überzeugender vertreten zu können, erscheint es besonders wichtig, sich wenigstens mit den Grundlagen der Redekunst zu beschäftigen. Zur Bildung eines solchen rhetorischen Hintergrundwissens soll nun die Betrachtung eines berühmten Redners und seines Werkes beitragen, der vor mehr als zweitausend Jahren lebte: Marcus Tullius Cicero.

Der homo novus aus Arpinum, einer kleinen Stadt südwestlich von Rom, war einer der wenigen Römer, der selbst einen Beitrag zur rhetorischen Theorie leistete, sich zugleich als Redner betätigte und von dem außerdem noch Reden in großer Anzahl erhalten sind. So ist es möglich, das Verhältnis von rhetorischer Theorie einerseits und deren Umsetzung in die Praxis andererseits innerhalb von vier wesentlichen Kriterien zu untersuchen. Was also verstand Cicero unter dem orator perfectus, und wurde er selbst diesem Rednerideal in seinen Reden gerecht? War Cicero das personifizierte Ideal, oder bleibt der perfekte Redner literarische Fiktion, reine Idee? Cicero selbst glaubte zumindest, seinem Vorbild sehr nahe gekommen zu sein: ,,propter exquisitus et minume volgare orationis genus animos hominum ad me dicendi novitate converteram."1 )

Das Faszinierende an dieser Arbeit war die Aktualität der rhetorischen Überlegungen, die ja vor über zweitausend Jahren angestellt wurden. Das Gros Ciceros theoretischer Grundsätze hat heute wie damals seine Gültigkeit. So verwundert die weitgehende Entsprechung moderner und antiker Rhetorik vor dem Hintergrund des unglaublichen Wandels beispielsweise im naturwissenschaftlichen Bereich.

2. GRUNDVORAUSSETZUNGEN für den Orator Perfectus als erstes Kriterium

Nach Cicero hat der ideale Redner zunächst zwei Grundvoraussetzungen zu erfüllen, die fast als selbstverständlich angesehen werden können, aber dennoch von größter Bedeutung sind. Es handelt sich dabei erstens um Industria, den Fleiss, der sich lebenslang auf die verschiedensten Exercitationes, also Übungen erstrecken sollte. Die zweite wichtige Voraussetzung ist Natura, die natürliche Begabung.

2.1.1. Industria als Voraussetzung für lebenslange exercitatio

Der Redner muss also zunächst von seiner Arbeit begeistert sein und sich dieser mit der größten Hingabe widmen: ,,Tum Crassus adridens >quid censes,< inquit >Cotta, nisi studium et ardorem quendam amoris? sine quo cum in vita nihil quisquam egregium, tum certe hoc, quod tu expetis, nemo umquam adsequetur..._2 )

Doch worauf soll der Redner seinen immensen Fleiss verwenden? Cicero betonte an dieser Stelle die Bedeutung theoretischer und praktischer Übungen. Zu den ersteren gehören beispielsweise die schriftlichen Arbeiten. Der orator kann, so Cicero, während des Schreibens sorgfältiger über seine rhetorischen Mittel nachdenken als beim Sprechen und sich beim Betrachten des Geschriebenen eventuell begangener Fehler bewusst werden. Welch große Bedeutung Cicero dieser Art von Übung beimaß, verdeutlicht der folgende Satz: ,,Stilus optimus et praestantissimus dicendi effector ac magister"1 )

Die theoretischen exercitationes müssen nun noch durch praktische Übungen ergänzt werden. So müssen zum Beispiel Stimme und Atmung regelmäßig trainiert werden. Ein Redner kann schließlich nur mit wohlklingender, angemessener Tonlage und kalkulierten, nicht chaotisch und unüberlegt er-scheinenden Atmungspausen beeindrucken: ,,Iam vocis et spiritus [...] et ipsius linguae[...] exercitationes non tam artis indigent quam laboris"2 ). Schließlich muss der perfekte Redner das Forum als seine Schule betrachten. Er soll sich dort an erfolgreiche und fähige Politiker, anerkannte Anwälte und persönliche Vorbilder anschließen und deren rhetorische Vorzüge nachahmen:

,, Ergo hoc sit primum in praeceptis meis, ut demonstremus, quem imitetur atque ita, ut, quae maxime excellent in eo, quem imitabitur, ea diligentissime persequatur; tum accedat exercitatio, qua illum, quem delegerit, imitando effingat atque exprimat"3 ).

Auch das Genie, der perfekte Redner, braucht also zu seiner Vervollkommnung eine Reihe von exzellenten Vorbildern, aus deren Fehlern zu lernen ist und deren vorteilhafte Merkmale in produktiver imitatio nachzuahmen sind. Nachahmung ist nach Cicero also nichts negatives, einfältiges, sondern vielmehr ein Wesensmerkmal des rhetorischen Genies, des orator perfectus. Durch regelmäßiges Auswendiglernen von diversen Texten soll der Redner außerdem noch sein Gedächtnis trainieren:

,,Exercenda est etiam memoria ediscendis ad verbum quam plurimis et nostris scriptis et alienis."4 ) Bis jetzt wurde festgestellt, dass der ideale Redner immensen Fleiss aufweisen muss, den er auf die oben kurz angesprochenen Übungen anzuwenden hat. An dieser Stelle muss allerdings noch ein bedeutender Aspekt der Forderungen Ciceros in den Vordergrund gerückt werden. Nicht nur während der Zeit der Ausbildung zum Redner, sondern auch während der weiteren rhetorischen Tätigkeit muss der orator perfectus Fleiss beweisen. Das Rednerideal darf sich niemals auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern ist verpflichtet, während seiner gesamten

Laufbahn an sich weiterzuarbeiten.Wie fatal sich ein Nachlassen des ständigen Eifers auf die Qualität eines Redners auswirken kann, demonstrierte Cicero am Beispiel des Hortensius: ,,summum illud suum studium remisit, quo a puero fuerat in-census, atque in omnium rerum abundantia voluit beatius, ut ipse putabat, remissius certe vivere."5 )

Schon bald konnte Hortensius dem Konkurrenzkampf mit seinen Kollegen nicht mehr standhalten und verschwand vom Forum. Dieses von Cicero schon vor über zweitausend Jahren geforderte lebenslange Lernen erscheint gerade in unserer heutigen schnellebigen Welt wieder besonderes wichtig.

2.1.2. Natura

Für einen orator perfectus reicht es jedoch nicht aus, sich mit großem Fleiss regelmäßigen Übungen hinzugeben, er muss darüber hinaus auch gewisse Naturanlagen aufweisen. Sie sind von großer Bedeutung für die gelungene Rede: ,, >Sic igitur< inquit >sentio,<Crassus >naturam primum atque ingenium ad dicendum vim adferre maximam"1 ). Diese Begabungen, welche nicht durch Übung erworben, aber gefördert werden, sind vielfältig:,,quid de illis dicam, quae certe cum ipso homine nascuntur, linguae solutio, vocis sonus, latera, vires, conformatio quaedam et figura totius oris et corporis?"2 ) Ein guter Redner darf nicht stottern, Mimik und Gestik dürfen nicht roh und ungebildet erscheinen. Vielmehr soll sein Wesen ansprechend und elegant sein. Der orator perfectus bedarf außerdem eines enormen Gedächtnisses: ,,memoria iuris consultorum, vox tragoedorum, gestus paene summorum actorum est requirendus"3 ).

2.2. Wurde Cicero diesen Anforderungen selbst gerecht?

Nun muss untersucht werden, ob sich Cicero selbst mit immensem Fleiss lebenslang den verschiedensten Übungen widmete und ob er überdies die geforderten natürlichen Begabungen aufwies. Zunächst ist es eine Tatsache, dass Cicero einer der fleißigsten Redner seiner Zeit war. Als homo novus mag ihn gerade die soziale Unebenbürtigkeit zu großer industria angestachelt haben. Er wusste um seine Fähigkeiten und wollte den Adeligen beweisen, dass auch jemand von geringerem Sozialstatus zu großen Leistungen fähig ist. Kraft dieses Fleißes beschäftigte er sich selbst mit den geforderten Übungen. Den schriftlichen exercitationes widmete er sich dabei mit besonderer Sorgfalt: ,,Nos [...] non desistebamus, cum omni genere exercitationis tum maxume stilo nostrum illud, quod erat, augere, quantumcumque erat."4 )

Auch den Stimmübungen schenkte er große Aufmerksamkeit. Selbst im fortgeschrittenen Stadium seiner Rednerlaufbahn ließ Cicero nicht davon ab, neue Sprechtechniken einzustudieren. Während seiner Studienreise nach Griechenland (79-77 v.Chr.) beispielsweise bemühte er sich um eine ökonomischere, gemäßigte Stimme, die ihn bei langen Reden weniger anstrengen sollte. Schließlich entsprach Cicero auch der eigenen Forderung, der wahre Redner müsse durch produktive imitatio die Vorzüge der Kollegen zu kopieren suchen. So kann er im Brutus von zwei Rednern berichten, die ihn persönlich begeisterten und denen er deshalb nacheiferte: ,,Duo tum excellebant oratores, qui me imitandi cupiditate incitarent, Cotta et Hortensius."5 )

Diese Übungen und viele weitere betrieb er nicht nur während der Anfangszeit seiner Laufbahn, sondern blieb ihnen vielmehr sein ganzes Leben lang treu. Selbst nach großen Redeerfolgen wie dem des Verres-Prozesses ,,ruhte sich Cicero keineswegs auf seinen rednerischen Lorbeeren aus, er arbeitete hart an sich selbst."6 ) Auch Klinger7 ) bescheinigt ihm große Zielstrebigkeit: ,,Leicht beweglich, [...] [war] er doch wieder beharrlich darin, das einmal ins Auge gefaßte Ziel zu verfolgen.

Allen Schwung seines Wesens setzte er unablässig daran. Unter den vielen fleißigen Menschen des damaligen Rom könnte er der fleißigste gewesen sein." Wie Cicero die eigenen Forderungen bezüg-lich des Fleißes erfüllte, so wies er auch die geforderten Naturanlagen auf. ,,Schon zu Beginn des Schulunterrichts [...] zeigte sich die außergewöhnliche [...] Begabung des jungen Marcus."1 ) Schließlich bestätigt Klinger2 ) seine ,,überlegene Begabung für Gedanke und Wort, ja, selbst für Wissenschaft und Theorie." Außerdem war ihm eine ,,ungewönliche Schnellkraft des Geistes"2 ) zu eigen. Weitere Belege für die diversen Ausprägungen seiner Begabung erscheinen mir hier nicht sinnvoll. Cicero selbst verfügte also über das Gros der von ihm postulierten, naturgegebenen Eigenschaften.

3. Zweites Kriterium: AUCTORITAS

Neben der Erfüllung der genannten Grundvoraussetzungen spielte für Cicero die Persönlichkeit des Redners eine große Rolle. Bei den folgenden Überlegungen geht es also hauptsächlich um den Menschen selbst, nicht um seine rhetorischen Fähigkeiten. Denn das Wort allein hat kein Eigenleben. Dahinter steht der Mensch mit dem ganzen Gewicht seiner Persönlichkeit. Immer wieder lobte Cicero im Brutus Redner, die durch ihre auctoritas, ihr Ansehen, zu rednerischem Erfolg gelangten:

,,M.Drusus C.F., [...], vir et oratione gravis et auctoritate"3 ) Der orator perfectus muss Würde ausstrahlen und allgemein angesehen sein, um von seinen Zuhöhrern überhaupt angenommen und akzeptiert zu werden. Zwei Redner können das gleiche auf dieselbe Art und Weise sagen .Der eine jedoch überzeugt aufgrund seiner auctoritas, der andere weckt Zweifel und wird abgelehnt.

Wie aber bringt es ein orator zu Ansehen, Würde und Glaubwürdigkeit?

Nach Cicero tragen im Wesentlichen zwei Dinge zur auctoritas bei: Erstens die charakterliche Integrität und zweitens die Fähigkeit der emotionalen Identifikation mit dem Redegegenstand.

3.1.1. Charakterliche Integrität

Die zuerst genannte Integrität des Charakters muss sich sowohl auf die Lebensführung der Person als auch auf die Ziele der Reden erstrecken. Zunächst appellierte Cicero also an die allgemeine Ehrenhaftigkeit, an die Würde und Unbescholtenheit: ,,vitae [...] gravitas et integritas"4 )

Ein Redner mit allgemein bekannter, unmoralischer Lebensführung büßt einen Großteil seiner Glaubwürdigkeit ein und ist für seine Gegner ein leichtes Opfer. Als Beispiel hierfür wird im Brutus Gaius Staienus angeführt, der sich eine große Rednerkarriere erhoffte, wegen eines Verbrechens aber all seine Pläne begraben musste:

,,ascendisset ad honores, nisi in facinore manufesto deprehensus poenas legibus et iudicio dedisset."5 ) Die charakterliche Integrität darf sich nach Cicero jedoch nicht nur auf den Lebenswandel beschränken, sie muss außerdem, wie oben erwähnt, die Redeziele prägen. Der Redner muss mehr nach Ehre streben als nach Macht. Er darf also seine Fähigkeiten nicht benutzen, um seine Ruhmsucht zu befriedigen und dabei vielleicht sogar gegen den Willen der Bürger zu handeln.

Das Wohl des Staates und der Bürger muss der wahre Redner bei seiner Arbeit immer im Auge behalten. Seine Verpflichtung ist es, dem Guten und der Wahrheit zum Siege zu verhelfen: ,,eadem facultate et fraus hominum ad perniciem et integritas ad salutem vocatur."

1 ) Cicero suchte bei seinen Überlegungen also keinen Rechtsverdreher, sondern einen Mann, der sich selbst Ehre, den Freunden Nutzen und dem Staate Vorteil bringt. Die Waffe der Rhetorik, die von Demagogen und Diktatoren so arg missbraucht werden kann, ,,müssen sich erst recht die aneignen [...], die sie zum Wohl ihrer Mitmenschen, zum Wohle des Staates zu handhaben gesonnen sind."2 )

Nach Cicero hat die Beredsamkeit eine moralische Verpflichtung. Ein Redner, der über die höchsten Fähigkeiten verfügt, ist nie der orator perfectus, sofern er die falschen moralischen Ziele verfolgt.

3.1.2. Fähigkeit zur emotionalen Identifikation mit dem Redegegenstand

Eine weitere Voraussetzung für auctoritas ist die oben angesprochene Fähigkeit, sich emotional mit dem Redegegenstand zu identifizieren. Der Redner muss sich selbst wie ein Schauspieler in Gefühlsausbrüche hineinsteigern können und darüber hinaus die Fähigkeit beitzen, diese Emotionen nach außen hin offen zu zeigen. Es geht hier also um die persönliche Haltung, die der Redner seiner causa gegenüber einnimmt. Er muss zeigen, dass er sich beispielsweise in der Gerichtsrede gänzlich mit dem Interesse des Klienten identifiziert, dass er mit ihm fühlt, fast zu brennen scheint. Er muss also die Gefühle, die er zu erregen sucht, auch selbst mitempfinden: ,,Neque fieri potest ut doleat is, qui audit, ut oderit, ut invideat, ut pertimescat aliquid, ut ad fletum misericordiamque deducatur, nisi omnes illi motus, quos orator adhibere volet iudici, in ipso oratore impressi esse atque inusti videbuntur."3 ) Nicht durch erheuchelten, sondern durch wahrhaft empfundenen Schmerz werden die Hörer mitgerissen. SimpleVerstellung, vordergründiger Effekt oder hohler Pathos können kein Publikum beindrucken.

3.2. Wies Cicero diese geforderten Eigenschaften auf ?

War Cicero nun selbst bezüglich seiner Lebensführung und seiner Redeziele integer und konnte er sich mit dem jeweiligen Redegegenstand identifizieren? Zweifellos ließ er sich nie einen Gesetzesverstoß zu Schulden kommen. Auch sonst war sein Lebenswandel allgemein angesehen. Er war geradezu Repräsentant römischer Tugenden und Werte. Doch wie ist es um die Ziele bestellt, die er mit seinen Reden verfolgte? Im Verres-Prozess vertrat er ,,als fürsorglicher Anwalt die berechtigten Interessen der Sizilianer."4 )

Sein persönliches Ziel war die ,,Rettung des Staates".2 ) Er ,,sah sich als Werkzeug der Götter bei der Erhaltung Roms und identifizierte sich in seinen Interessen mit denen von patria und res publica."5 )

Er war nicht von der ,,eiskalten Willensvirtuosität"6 ) eines Großteils der Politiker seiner Zeit geprägt. Vielmehr hatte er die ,,concordia ordinum"7 ) vor Augen und bedauerte, dass ,,immer wieder die rücksichtslosen Draufgänger die Oberhand bekamen."7 )

Jemand könnte nun die moralische Unantastbarkeit seiner Redeabsichten bezweifeln und sich dabei auf die Tatsache berufen, dass er bisweilen seine Fähigkeiten darauf verwendete, einen Schuldigen erfolgreich zu verteidigen und damit die schlechtere Sache als die bessere erscheinen ließ. Den wegen Mordes angeklagten Milo beispielsweise verteidigte er, obwohl dieser des Verbrechens einwandfrei überführt war. Es ist jedoch zweifellos kurzschlüssig, anzunehmen, Cicero habe mit der Verteidigung eines Verbrechers seine einzigartigen moralischen Werte verraten. Vielmehr gehorchte er dem höheren Gesetz der Humanität, als er auch dem Mörder sein Recht auf Verteidigung gewährte. All die angeführten Zeichen seiner Integrität und das Engagement gegen die Verschwörung Catilinas führten im alten Rom dazu, dass Cicero zum Pater Patriae ernannt wurde. Auch in Bezug auf die Identifikation mit dem Redeinhalt wurde Cicero seinen Forderungen gerecht.

In ihm brannte, was er in anderen entzünden wollte. Es war zweifellos ,,seine Fähigkeit, die von ihm zum Ausdruck gebrachten Gefühle selbst zu empfinden, die seinen Erfog erklärte."1 ) Er selbst berichtete immer wieder, wie erstaunt er über die eigene Fähigkeit ist, sich in Gefühle hineinzusteigern: ,,nulla me ingenii, sed magna vis animi inflammat, ut me ipse non teneam."2 )

4. Drittes Kriterium: RHETORIK

Wichtig für den orator perfectus ist jedoch nicht nur eine positiv entwickelte Persönlichkeit, die Fähigkeit der emotionalen Identifikation und die Erfüllung der Grundvorausssetzungen. Nicht nur, wer etwas sagt, ist für Cicero relevant, sondern auch wie man es sagt. Es ist die Frage nach der perfekten Art und Weise des Vortrags, der reinen Rhetorik, die nun im Vordergrund stehen soll.

Charakteristisch ist dabei die Synthese aus griechischer und römischer Vorstellung von perfekter Be redsamkeit: Ciceros Haltung ist in diesem Punkt als ambivalent zu bezeichnen. Einerseits war er überzeugt, dass Kenntnisse in der rhetorischen Theorie, der reinen doctrina, für den wahren Redner unverzichtbar sind. Er betrachtete diese als geradezu selbstverständliche Grundlage: ,,quid dicam opus esse doctrina?"3 ) Er verachtete also keineswegs, was ihm griechische Theoretiker und Lehrer in der Kunst der Rede hinterlassen hatten. Cicero wollte lediglich die monotone Befolgung der Lehre verhindern. Besonders wichtig war ihm die Vielfalt, welche die Reden dank ihrer verschiedenen, situationsbedingten Zweckform zeigen. So fehlt es im De oratore nicht an abwertenden Bemerkungen über die griechischen Redner und ihre Einstellung zur Beredsamkeit. Ihnen warf er ,,Überbetonung rhetorischer Theorie"4 ) vor und lastete ihnen reine Geschwätzigkeit und Müßiggang an. Hier wird Ciceros Schwerpunktverlagerung von griechischer Theorie zu römischer Praxis deutlich, die tatsäch lich eines der Herzstücke seiner rhetorischen Schriften ausmacht. Technische Elementarausblidung ist essentiell, aber allein unzulänglich. Er missachtete die Graeculi, die sich als große Redner ausgaben, ohne im Besitz praktischer Erfahrung zu sein:

,, Nec mihi opus est Graeco aliquo doctore, qui mihi pervulgata praecepta decantet, cum ipse numquam forum, numquam ullum iudicium aspexerit"1 ). Ciceros Rednerideal muss sich also insbesondere an der Praxis orientieren und sich häufig auf dem Forum betätigen. Diese grundsätzliche Einstellung wird unter anderem durch Aufbau und Inhalt von De oratore veranschaulicht: Das Werk ist geprägt von unsystematisch angeordneten, an der Praxis orientierten Ratschlägen, terminologische Fragen treten in den Hintergrund. Cicero wollte die Rhetorik ,,sine ieiuna concertatione verborum"2 ), also ohne sinnlose Wortklauberei behandeln. Dennoch spielte für ihn beides eine große Rolle: ,, die den Griechen verdankte Vergeistigung, die das Eigenste seiner Meisterschaft ausmacht[e], und das beste einer wirklich römischen Menschenart."3 )

4.1.1. Beherrschen der drei klassischen Redegattungen

Cicero folgte der konventionellen Einteilung der Reden und legte Antonius, einem der Teilnehmer an der fiktiven Gesprächsrunde des Werkes De oratore, die folgenden Redegattungen in den Mund: Die Gerichtsrede (genus iudicale) und die politisch-beratende Rede (genus deliberativum): ,,Ea mihi videntur aut in lite oranda aut in consilio dando esse posita"4 ). Auch die dritte mögliche Redeart wird erwähnt: ,,>Quidnam?< inquit Catulus;>an laudationes? Id enim video poni genus tertium.< _4 ) Die dritte Gattung ist also die Lob- und Scheltrede (genus demonstrativum).

Nach Cicero muss der wahre Redner aller drei Gattungen mächtig sein. An dieser Stelle die spezifischen Regeln jeder Art anzuführen, ist kaum sinvoll, maß Cicero selbst einem solchen System doch wenig Bedeutung bei: ,,sed ex artificio res istae praecepta non quaerunt."5 ) Die Gattungen bedürfen also keines künstlichen Regelwerks. Vorschriften beispielsweise für die Lobrede erübrigen sich: ,,ex eis enim fontibus, unde ad omnia ornamenta dicendi praecepta sumuntur, licebit etiam laudationem ornare"6 ).

4.1.2. Erfüllung der quinque officia oratoris

Zwar gibt es drei verscheidene Redegattungen.Doch alle drei können nur durch Erfüllung der fünf rednerischen Pflichten, der qinque officia oratoris, gelingen. Bei der Behandlung dieser officia soll die erwähnte Synthese von Praxis und Theorie sinnfällig gemacht werden. Cicero forderte also sowohl die Beachtung der klassischen doctrina, als auch das Beherrschen des Bereichs jenseits der Regeln, sogar das Aufbrechen der praecepta, wenn es die konkrete Sachlage erforderlich macht. Der erste Arbeitsschritt des Redners ist die Auffindung des Stoffes, inventio. Ciceros Rednerideal soll sich hier zunächst der Methodik zu bedienen, welche ihm die Schulrhetorik zur Verfügung stellt: die Topik, die Lehre von den ,,möglichen Fundorten"7 ) des Stoffes.

Der Redner hat keine Zeit, sich bei jedem Fall von neuem auf spezielle Argumente zu besinnen, er muss vielmehr bestimmte Grundgedanken zur Verfügung haben, die so wie Buchstaben zum Schreiben eines Wortes sogleich für die Behandlung eines Falles zur Verfügung stehen. Nach der Lehre der Topik muss sich der Redner zunächst über seinen Standpunkt (status) klar werden. Zu jedem dieser status stellt die Topik dem Redner verschiedene Argumentationsmöglichkeiten, die Topoi, zur Verfügung . Doch dieses System ist zu komplex, um hier erschöpfend behandelt zu werden. Wichtig ist jedenfalls, dass Cicero von seinem Rednerideal die Kenntnis dieses Systems forderte:

,,noverit [...] hic quidem orator, quem summum esse volumus, argumentorum et rationum locos."1 ) Doch Cicero war weit davon entfernt, die Regeln zu verabsolutieren. Mindestens gleiche Bedeutung hatte für ihn die Praxis, die konkrete Situation: Der Redner darf die mit Hilfe der Topik aufgefundenen Argumente nicht wie am Schnürchen abspulen, sondern er muss diejenigen, die in der speziellen Situation unbedeutend, weniger gewichtig, bei genauerem Hinsehen vielleicht sogar schädlich sind, auslassen. Allzu sture Anwendung der Regel bemängelte er beispielsweise bei Gaius Macer, der bei der Stofffindung so systematisch arbeitete, dass seine Reden jede Natürlichkeit verloren:

,,in inveniendis[...]rebus mira accuratio, ut non facile in ullo diligentiorem maioremque cognoverim, sed eam ut citius veteratoriam quam oratoriam diceres."2 ) Stark verkürzt soll noch eine weitere Forderung Ciceros bezüglich der Stoffauffindung zur Sprache kommen. Dabei handelt es sich um die Technik der Rückführung einer Hypothesis auf die zugrunde liegende Thesis. Das schematische Abspulen der durch die Topik aufgefundenen Agumente erwies sich in der Praxis oft als viel zu konventionell und simpel. Deshalb verlangte Cicero von seinem Rednerideal auch die Fähigkeit, die Argumente auf den grundsätzlichen und allgemeinen Kern des Sachverhalts zu beziehen. Bei dieser zweiten Methode der Stoffauffindung spielt es also eine große Rolle, dass alle Streitfragen von Besonderheiten wie beteiligten Personen, dem Ort oder der Zeit des Geschehnisses losgelöst werden. Der Redner soll sein Thema nicht als Spezialfall behandeln, sondern es auf grundsätzliche Gesichtspunkte reduzieren: ,,argumenta et criminum et defensionis revocentur oportet ad genus et ad naturam universam"3 ). Wenn also der Fall einer Vergewaltigung behandelt wird, kann der perfekte Redner beispielsweise ganz allgemein von Sittenlosigkeit sprechen. Schließlich stellte Cicero in seinem Werk De oratore das dritte vom orator perfectus geforderte System der Stoffaufindung vor: Der Redner muss bei der inventio insbesondere beachten, dass seine Rede später daran gemessen wird, ob sie wirklich überzeugt. Cicero griff bei dieser Überlegung auf ein schon von Aristoteles bekanntes Prinzip zurück. Der Zuhörer wird demnach nur dann von der Richtigkeit des vertretenen Standpunktes überzeugt, wenn die folgenden drei Faktoren berücksichtigt werden. So ist es nötig, ,,ut probemus vera esse, quae defendimus; ut conciliemus eos nobis, qui audiunt; ut animos eorum, ad quemcumque causa postulabit motum, vocemus."4 )

Nach dieser These reicht der nüchterne Beweis also nicht aus, um völlig zu überzeugen. Der Redner muss darüber hinaus noch die Sympathie des Publikums gewinnen und außerdem zutiefst die Herzen der Zuhörer bewegen. Im Folgenden soll nun kurz auf jedes der drei Überzeugungsmittel eingegangen werden. Um die Wahrheit des vertretenen Standpunktes zu beweisen, bedient sich der orator perfectus des logischen Überzeugungsmittels, des probare. Auf rationaler Basis bekräftigt er dabei die eigenen Aussagen und widerlegt die der Gegner. Während sich beispielsweise Aristoteles in seinen Reden gerade auf dieses Mittel der Überzeugung stützte, kamen dem feurigen Charakter Ciceros eher das conciliare und das permovere, die anderen beiden, emotionalen Überzeugugsmittel entgegen. So kommt es, dass auch Ciceros Rednerideal im Prozess der Stoffauffindung besonders den emotionalen Mitteln zur Überzeugung Rechnung tragen muss:

,,plura enim multo homines indicant odio aut amore aut cupiditate aut iracundia aut dolore aut laetitia aut spe aut timore aut errore aut aliqua permotione mentis quam veritate aut prescripto aut iuris norma aliqua aut iudici formula aut legibus."1 )

Das ,,ethische Überzeugungsmittel"2 ) , das conciliare, ,, läuft im Wesentlichen auf Charakterdarstellung hinaus"3 ). Der Redner soll dabei durch eine positive Charakterisierung seines Mandanten Sympathien des Publikums wecken und damit dem Ziel der Überzeugung etwas näher kommen. Die Person des Gegners muss er im schlechtesten Licht präsentieren, um dessen Ansehen zu verringern:

Über den eigenen Klienten soll der Redner also berichten, ,,quae significent bonum virum, quae liberalem, quae calamitosum, quae misericrdia dignum, quae valeant contra falsam criminationem; ex adversario eisdem ex locis fere contraria"4 ).Das dritte und letzte Mittel der Überzeugung, das Ciceros Rednerideal bei der Stoffauffindung berücksichtigen muss, ist das movere, das ,,pathetische Überzeugungsmittel"5 ). Dieses spielte für Cicero eine besonders große Rolle. Es kennt keine Sachlichkeit oder Rationalität und zielt auf die heftige Bewegung der Gemüter der Zuhörer, nicht mehr auf die weniger eindringliche Sympathiegewinnung. Das Publikum soll tief erschüttert werden und Gefühle wie Liebe, Hass, Neid und Mitleid verspüren. Um die Hörer zu überzeugen, muss der Redner also Stoff finden, der sachlich beweist, Sympathie erzeugt und heftige Gefühle hervorruft.

Nachdem der orator perfectus seinen Stoff nun mit Hilfe der drei genannten Methoden und Richtlinien gefunden hat, gilt es, diese Ideen sachgerecht anzuordnen. Dieser Arbeitsschritt des Redners wird als dispositio bezeichnet. Dass Cicero äußersten Wert auf eine ausgeklügelte Stoffanordnung legte, wird durch sein Lob des Antonius klar: ,,Omnia veniebant Antonio in mentem; eaque suo quaeque loco, ubi plurumum proficere et valere possent, ut ab imperatore equites, pedites, levis armatura, sic ab illo in maxume opportunis orationis partibus collocabantur."6 )

Durch dieses Gleichnis vom Feldherren wollte Cicero verdeutlichen, dass weniger die Anzahl der Ideen beziehungsweise der Soldaten, sondern deren Einsatz an der wirkungsvollsten Stelle die größte Rolle spielt. Zunächst hat sich der wahre Redner bei der dispositio wiederum an die klassischen praecepta, also die theoretischen Vorschriften, zu halten. Hier gibt die Natur das einfachste und zugleich grundlegende Schema vor:

,,nam ut aliquid ante rem dicamus, deinde ut rem exponamus, post ut eam probemus nostris praesidiis confirmandis, contrariis refutandis, deinde ut concludamus atque ita peroremus, hoc dicendi natura ipsa praescribit"1 ).

Nach diesem Schema sollen alle Gedanken in prooemium (Einleitung), narratio (Darlegung des Sachverhalts), argumentatio (Beweisführung) und peroratio (Epilog) gegliedert werden.Dazwischen können noch Teile wie partitio oder propositio eingeschoben werden, die jedoch für meine Arbeit eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Cicero betonte auch hier im Bereich der dispositio seinen Bezug zur Praxis. In der rednerischen Praxis kommt es nicht nur darauf an, die genannten praecepta zu kennen. Sie dienen vielmehr als nötige, aber allein unzulängliche Orientierungshilfen. Für den orator perfectus hat die causa, der jeweilige Fall also, übergeordnete Bedeutung. Er muss je nach Situation entscheiden, welche Redeteile er betont, welchen er geringeren Stellenwert beimisst und welche er vielleicht auslässt. Die narratio beispielsweise kann komplett wegfallen, wenn den Zuhöhrern der Sachverhalt hinreichend bekannt ist. Und um wieder auf das Gleichnis vom Feldherren zurückzukommen: Der Feldherr braucht zwar zweifellos zu einer gelungenen Aufstellung seiner Truppen gewisse theoretische Kenntnisse, die ihm als Orientierungshilfe dienen können. Dennoch muss er über diese Regeln hinaus Entscheidungen treffen; zum Beispiel aufgrund besonderer Beschaffenheit des Territoriums, der gegnerischen Truppen oder anderer spezifischer Gegebenheiten. So ergibt sich auch im Bereich der Rhetorik eine von der schematischen Einteilung der Rede abweichende Anordnung des Stoffes, die ordo artifiiosus, die unter Berücksichtigung der Situation entsteht. Auch an dieser Stelle wird also die notwendige Synthese von theoretischen Kenntnissen und praktischer Erfahrung, die ,,Wechselwirkung von Theorie und Praxis"2 ) evident.

An die Stoffordnung schließt sich als drittes officium oratoris die elocutio, die sprachliche Ausgestaltung der Rede, an. Den perfekten Stil kann der Redner nun nach Cicero durch Beachten der quattuor virtutes dicendi erreichen: ,,Quinam igitur dicendi est modus melior [...] quam ut Latine, ut plane, ut ornate, ut ad id, quodcumque agetur, apte congruenterque dicamus?"3 ) Zu den ersten beiden Forderungen, korrektes Latein zu sprechen (Latine dicere) und sich klar und deutlich zu artikulieren (plane dicere), wollte sich Cicero nur kurz äußern: Gefordert werden hier nur die selbstverständlichen, aber wichtigen, grundlegenden Qualitäten eines Redners, ohne die eine sinnvolle Kommunikation erst gar nicht zustande kommen kann. So muss Ciceros Rednerideal grammatikalische Konventionen beachten und sich darum bemühen, nicht zu nuscheln oder auf andere Weise unverständlich zu sprechen.

Viel interessanter erscheint mir die dritte stilistische Anforderung an den wahren Redner. Er muss in der Lage sein, ornate zu sprechen, seine Rede also mit diversen Schmuckmitteln anzureichern. Dabei unterschied Cicero die Schmuckmittel der einzelnen Worte und die der Worte im Zusammenhang. Der erste Teil betrifft maßgeblich die Semantik : Der orator perfectus soll übertragene, neugebildete und altertümliche Wendungen in Maßen verwenden.1 ) Im zweiten Bereich, der von den Worten im Zusammenhang handelt, legte Cicero zunächst besonderen Wert auf die coniunctionis levitas, die Ausgewogenheit der Syntax: ,, Conlocationis est componere et struere verba sic, ut neve asper eorum concursus neve huilcus sit, sed quodam modo coagmentatus et levis."2 )

Der Redner soll also abrupte Satzübergänge vermeiden, die auf den Zuhörer abstoßend wirken. Zur Freude des Zuhöhrers muss der orator perfectus nun seine Rede bestimmten Gesetzen des Prosarhythnus unterwerfen. Cicero forderte dabei die rhythmische Gestaltung von Wort- und Satzgruppenschlüssen, die auf das Publikum besonders eindringlich wirken sollen. Dichterische Rhythmen werden dabei streng gemieden. Für das südländische Temperament Ciceros war es unerträglich, einer monton und allzu gleichmäßig dahinplätschernden Rede zu lauschen. Nur durch eine rhythmisierte, also gewissermaßen bewegte Rede werden die Hörer wirklich mitgerissen:

,,Nam si rudis et impolita putanda est illa sine intervallis loquacitas perennis et profluens, quid est aliud causae cur repudietur, nisi quod hominum auribus vocem natura modulatur ipsa?"3 )

Zu den Schmuckmitteln der Worte im Zusammenhang gehören schließlich als drittes die lumina ver-borum et sententiarum, die Glanzlichter des Ausdrucks und des Gedankens.Erstere hängen maßgeblich von der Stellung und der Art des Zusammenhangs der Worte ab.4 ) Als Beispiele dafür sollen die altbekannten Figuren Anapher, Asyndeton und Chiasmus genügen. Für die lumina sententiarum da gegen spielt die Wortstellung keine Rolle4 ). Sie gehören aus heutiger Sicht wohl eher den inhaltlichen als den sprachlichen Gestaltungsmitteln an. Cicero nannte hier zum Beispiel die ,, digressio"5 ) und die ,,morum ac vitae imitatio"6 ), also die Abschweifung und die Charakterisierung einer Person. Durch unterschiedliche Kombination all dieser aufgeführten Schmuckmittel der Einzelworte und der Worte im Zusammenhang gelangt der orator perfectus zu insgesamt drei verschiedenen Stilebenen:

,,Itaque tum graves sumus, tum subtiles, tum medium quidam tenemus"7 )

Über diese drei Stilarten muss der wahre Redner gleichermaßen verfügen. Wer zum Beispiel nur über den höchsten Stil verfügt und seinen Ausdruck nicht durch die beiden anderen stilistischen Ebenen nuanciert, ist niemals der wahre Redner: -Der erste Stil (genus tenue) ist einfach, schlicht und unverziert: ,, elegantia modo et munditia remanebit. sermo purus erit et Latinus; dilucide planeque dicetur"1 ) Diese relativ anspruchslose Stilebene soll vor allem beim nüchternen Beweis der Richtigkeit des vertretenen Standpunktes Verwendung finden. - Der zweite, mittlere Stil (genus medium) ist nun etwas reicher an Verzierungen als der schlichte: ,, cuius oratio cum sedate placideque liquitur, tum illustrant eam quasi stellae quaedam tralata verba atque mutata."2 ) Dieser Stil, der noch weitgehend ohne Emphase und Eindringlichkeit bleibt, soll besonders in den Passagen eingesetzt werden, die der Gewinnung der Sympathie des Publikums dienen. -Als letztes forderte Cicero von seinem Redner die Beherrschung des dritten Stils (genus grande). ,,Tertius est ille amplus copiosus gravis ornatus, in quo profecto vis maxima est"3 ). Hier finden alle mächtigen und auffallenden Schmuckmittel Verwendung. Diese ergreifende, beeindruckende Stilebene wird vor allem in den inhaltlich pathetischen Passagen eingesetzt, die der Erregung von Emotionen des Publikums dienen. Den Zusammenhang zwischen Stilebene und Überzeugungsmittel bestätigte Cicero folgendermaßen: ,,sed quot officia oratoris, tot sunt genera dicendi: subtile in probando, modicum in delectando, vehemens in flectendo"4 ). Officia oratoris sind in diesem Zusammenhang allerdings nicht die fünf Arbeitsschritte, sondern die drei Überzeugungsmittel. Die letzte virtus dicendi ist die adäquate Verwendung dieser drei Stilebenen: ,,__ ____ appellant hoc Graeci, nos dicamus sane decorum."5 ) Der Redner muss bei der Stilwahl nicht nur das verwendete Überzeugungsmittel berücksichtigen, sondern er hat auch Rücksicht auf Zeit, Ort, Thema und beteiligte Personen nehmen. Der Stil erwächst für Cicero also aus der Sache. Als orator perfectus bezeichnete Cicero denjenigen, der das Gewöhnliche einfach, das Erhabene großartig und das in der Mitte liegende in der rechten Mischung zu formulieren vermag. Und gerade an dieser Stelle zeigt sich wieder die große Bedeutung der Praxis für Cicero. Er forderte auch hier nicht nur die Beherrschung des theoretischen Regelwerks, die Kenntnis aller Schmuckmittel und der sich daraus ergebenden Stilebenen, nein, er postulierte auch deren Anwendung nach der jeweiligen, konkreten Situation. Nach inventio, dispositio und elucutio hat der Redner nun seinen Text auswendig zu lernen, um ihn dann frei vortragen zu können. Diese vierte Pflicht des Redners, memoria, soll hier nur sehr knapp geschildert werden, weil die praktische Umsetzung dieser Forderung durch Cicero kaum untersucht werden kann. Dennoch steht und fällt die Rede mit dem erfolgreichen Abschluss dieses Schrittes.

,,Quae nisi custos inventis cogitatisque rebus et verbis adhibeatur, intellegimus omnia, etiam si praeclarissima fuerint in oratore, peritura."1 )

Von größter Bedeutung für die Rede ist außerdem das fünfte und letzte officium, der Vortrag, actio. ,,nulla res magis penetrat in animos eosque fingit, format, flectit talisque oratores videri facit, qualis ipsi se videri volunt."2 )

Sowohl Gestik als auch Stimmführung beeinflussen die Gemüter der Zuhöhrer. Beides muss allgemein zur jeweiligen Überlegung passen. Wie unpassend wäre es zum Beispiel, in pathetischen Passagen wie erstarrt zu stehen, dagegen bei sachlichen Schlussfolgerungen hektisch zu gestikulieren. So lobte Cicero im Brutus einen Redner, der seine Gestik adäquat einzusetzen wusste:

,,manus, humeri, latera, supplosio pedis, status, incessus omnisque motus cum verbis sententiisque consentiens"3 ). Ebenso hat sich die Stimme der Situation anzupassen.4 )

4.2. Ciceros Berücksichtigung dieser Forderungen in seiner eigenen rhetorischen Praxis

Nachdem nun das rein rhetorische Ideal in seinen wesentlichen Zügen dargestellt wurde, ist es nun an der Zeit, zu untersuchen, ob Cicero seinen Anforderungen selbst gerecht wurde: Hinsichtlich der Redegattungen stand er seinem Ideal jedenfalls in nichts nach. Von ihm sind zunächst sowohl politische Reden als auch Reden im genus iudicale erhalten. Für die erste Redegattung sollen die Philippischen Reden als Beispiel dienen. Von seinen Gerichtsreden blieb zum Beispiel die Pro Caecina der Nachwelt erhalten. Auf die dritte Gattung, die Lobreden, legte er in seiner Praxis wohl weniger Wert, jedenfalls sind mir keine erhaltenen Reden des genus demonstrativum bekannt. Dennoch tragen Vorträge wie die Pompeiana, die Marcellina und auch die Verteidigung des Dichters Archia epideiktische, das heißt für Lobreden typische Züge. Das soll als Beweis für seine Beherrschung auch dieser Gattung genügen. Seine wahre Passion war natürlich das Verfassen von Reden der beiden anderen Gattungen, weil diese von größerer gesellschaftlicher Tragweite waren und im Falle eines Erfolges mehr Ehre und Ruhm versprachen. Auch mit den geforderten Techniken der Stoffaufindung war Cicero bestens vertraut: Dass er beispielsweise das System der Topik beherrschte, zeigen diverse Reden, in denen ,, die ganzen Argumentennester fast systematisch durchgekämmt werden."5 ) Beispielsweise in der Rede Pro Milone,,finden wir den Beweisgang aus der Wahrscheinlichkeit [...]; den Beweis aus dem Vergleich; das Zeugnis der Umstände ( Ort, Zeit, Gelegenheit); Beweise aus dem Verhalten vor der Tat und nach ihr."6 ) Hier machte Cicero also von den klassischen Topoi für die constitutio coniecturalis Gebrauch. Die geforderte Flexibilität bezüglich der Anwendung der Argumente wies Cicero jedoch auch auf. Er spulte sie nicht einfach der Reihe nach ab, sondern befreite sich vor allem mit zunehmendem Alter ,, von der ausschöpfenden Befolgung des Schemas"7 ).Er berücksichtigte vielmehr die jeweilige Situation und untersuchte die Ideen auf Angemessenheit und Bedeutung.

Auch in Bezug auf die Rückführung der Hypothesis auf eine Thesis wurde Cicero seinen Forderungen gerecht. Er verfügte in hohem Maße über die Fähigkeit, ,,die tiefere Bedeutung des jeweiligen Falles auch für die römische Öffentlichkeit klar hervortreten zu lassen." Nicht zufällig sprach ,,Cicero in Pro Archia von Bildung und Gesellschaft, in De lege Manilia vom idealen Feldherrn, in den Caesarianae von Weisheit und Milde des Staatsmanns "1 ), anstatt die Argumente an den spezifischen Gegebenheiten der causa festzumachen.Schließlich trug Cicero bei der inventio auch den drei Überzeugungsmitteln Rechnung.

- Oft genug ließ er sich in seinen Reden auf logische und rational begründete Argumentation ein. In seiner Rede Pro S.R.Amerino beispielsweise, in der es unter anderem darum geht, ob die Enteignung des Angeklagten legal ist oder nicht, legte er dar, dass nur das Vermögen derer eingezogen werden dürfe, ,, die in der Liste der Geächteten genannt [...]oder auf feindliche Seite gefallen"2 ) seien.Da auf Roscius aber keines von beiden zutreffe, dürfe er auch nicht enteignet werden. Dieser Syllogismus aus Ober- und Untersatz weist eindeutig auf Ciceros Absicht hin, auf logischer Ebene zu überzeugen.

- Häufiger bediente sich Cicero des ethischen Überzeugungsmittels. In der Rede für Murena zum Beispiel benutzte er des öfteren Formulierungen, ,,um ohne viel Aufhebens seinen Mandanten in ein günstiges Licht zu rücken, den Gegenspieler dagegen in den Schatten."3 ) Durch Idealisierung wollte Cicero die Unschuld seines Mandanten glaubhaft machen.

- Dem pathetischen Überzeugungsmittel maß Cicero bei der inventio besondere Bedeutung bei. Er selbst berichtet stolz von der Wirkung seiner pathetischen Passagen: ,,nobis pro familiari reo summus orator non respondit Hortensius; an nobis homo audacissimus Catilina in senatu accusatus obmutuit; nobis privata in causa magna et gravi cum coepisset Curio pater respondere, subito assedit, cum sibi venenis ereptam memoriam diceret."4 )

Doch wie ist es um Ciceros dispositio bestellt? Seine frühen Reden beweisen zunächst, dass er fähig war, den Stoff nach dem klassischen Schema anzulegen. Beispielsweise seine ,,erste Rede, Pro Quinctio, beginnt mit einer [...] orthodoxen Einleitung; darauf folgt eine narratio; dieser eine deutliche divisio; dann folgt eine wohlgeordnete confirmatio, die der Reihe nach die in der divisio skizzierten Punkte behandelt. Schließlich kommt ein Epilog, in dem das [...]Pathos[...]"5 ) Verwendung findet. Doch dass er sich nicht sklavisch der Theorie unterwarf, zeigen vor allem seine späteren Reden, in denen ,,das Schulschema stark verwischt"6 ) ist. Und so verzichtete er je nach Situation auf ganze Redeteile oder verlängerte sie, um den Erfordernissen der Sachlage gerecht zu werden. Cicero vermischte sogar bisweilen ,, die Erzählung [...] mit der argumentatio"7 ) , um den Redeaufbau natürlicher zu gestalten.

Es kann also konstatiert werden, dass Cicero seinen Forderungen bezüglich inventio, dispositio und der Redegattungen gerecht wurde. Ob er nun auch große Fähigkeiten in der elocutio aufwies, soll der folgende Teil der Arbeit klären. Die ersten beiden virtutes dicendi werden nicht weiter behandelt. Sie sind, wie oben erwähnt, selbstverständliche Voraussetzung und für das Gesamtbild des orator perfectus von geringer Bedeutung. Auch im Bereich des ornate dicere werden nicht stilistische Feinheiten wie die Schmuckmittel der Einzelworte oder die syntaktische Ausgewogenheit berücksichtigt, weil sich diese Facharbeit auf das wirklich Wesentliche beschränken muss. Die Untersuchungen setzen vielmehr erst mit der geforderten Rhythmisierung der Rede ein. Dabei soll die allgemeine Bemerkung genügen, dass ,,die Verwendung von Rhythmus und periodischer Satzstruktur ohne Zweifel eines der charakteristischsten Merkmale von Ciceros Stil war."1 ) Wie gut Cicero mit all den lumina verborum et sententiarum vertraut gewesen sein muss, demonstriert ein Teil der Einleitung der ersten Rede gegen Catilina.

,,Quo usque tandem abutere, Catilina, patientia nostra? Quamdiu etiam furor iste tuus nos eludet? Quem ad finem sese effrenata iactabit audacia?"2 )

Schon die ersten Zeilen haben die damaligen Zuhöhrer durch die rhetorischen Fragen, die sich zu einer inhaltlichen Klimax verbinden, wohl stark erschüttert. Abgesehen davon sticht die Tatsache ins Auge, dass alle drei Fragen mit demselben Buchstaben anfangen. Auch im weiteren Verlauf der Rede verwendete Cicero eine unglaubliche Fülle von lumina, so dass man zu dem Ergebnis kommen muss: ,,Cicero hatte alle diese [geforderten] Figuren in den Fingerspitzen"3 ).

War Cicero jedoch auch der drei grundlegenden Stilebenen mächtig und verwendete er sie angemessen? Er selbst differenzierte seine elocutio wirklich entsprechend der gegebenen Situation. So dominieren in den einzelnen Reden verschiedene Stilarten: Bei einem nüchternen juristischen Problem geringer Tragweite herrscht der niedere Stil vor (ProCaecina); bei einem Thema, das zu anmutiger epideiktischer Ausgestaltung Anlass gibt, der mittlere Stil (De imperio Cn. Pompei); geht es um den Staat oder gar um Hochverrat, so ist der erhabene Stil angemessen (Pro Rabirio perduellionis reo)4 ).

Auch innerhalb der einzelnen Rede variiert der Stil je nach Funktion des Redeteils: Vor allem die argumentatio neigt eher zu einfachem Stil, weil der Zuhöhrer auf sachliche, unverblümte Art überzeugt werden soll. Am Schluss dagegen sollen die Gefühle des Publikums in Wallung versetzt werden, und so dominiert hier eher der erhabene Stil. Nach der Zuhöhrerschaft unterscheiden sich Senats- und Volksreden. In Reden vor dem Senat sah sich Cicero einem Publikum gegenüber, das einem höheren Sozialstatus angehörte als er selbst. Er als homo novus durfte deshalb seine eigene Person weniger in den Vordergrund rücken.

Deshalb sind seine Senatsreden ,,alle durch Distanz vom Hörer gekennzeichnet"1 ). Nur selten wird ,,ein wärmerer Gefühlston angeschlagen"1 ). Im Gegensatz dazu wußte er sich vom Volk geschätzt und konnte hier seine Persönlichkeit oft betonen. So dominieren in den Volksreden mehr Subjektivität und Gefühl, denn je mehr der Redner von sich selbst spricht, desto leidenschaftlicher ist er bei der Sache. In den Senatsreden dagegen herrscht sachliche Argumentation vor. Diese Beipiele verdeutlichen Ciceros großartige Fähigkeit, die drei Stilebenen der Situation gemäß anzuwenden. Dass Cicero auch die vierte Rednerpflicht, das Auswendiglernen, erfüllte, kann man heute freilich nur noch indirekt schlussfolgern. Wir wissen lediglich, dass er seine Reden allgemein frei hielt. Nur einmal, so Plasberg2 ), habe ,, er ein Konzept vor sich gehabt". Dass Cicero also alle anderen Reden frei hielt, genügt als Beweis für seine exzellente Fähigkeit, auswendig zu lernen. Es muss nun schließlich gefragt werden, ob auch Ciceros Vortrag so hervorragend war, wie er es sich von seinem Rednerideal wünschte. Auch dies lässt sich heute nur noch indirekt feststellen. Aber wie, wenn nicht durch mitreißende Gestik und Stimmführung, ließe sich Ciceros Erfolg erklären? Quintilians Meinung nach verloren Ciceros Hörerer regelmäßig die Selbstbeherrschung Sie seien gar ,,in eine völlige Ekstase des Entzückens"3 ) ausgebrochen. Außerdem ist es wohl schon ,,immer eine Stärke derMenschen" Italiens gewesen, mit Ausdruckskraft ,,die Dinge und sich selbst darzustellen" und ,,gebärdenhaft eindringlich vorzuführen."4 )

5.Viertes Kriterium: UNIVERSALBILDUNG

Cicero erfüllte also in den Kriterien Grundvoraussetzungen, Auctoritas und Rhetorik die eigenen Forderungen. Die vierte und letzte Hürde auf dem Weg zum perfekten Redner ist nun schließlich eine universale Bildung. Nach Cicero muss der Redner auf allen wesentlichen Wissensgebieten beschlagen sein, um zur Vollendung zu gelangen. Insofern wird verständlich, was Cicero unter der Einheit von res und verba verstand. Er postulierte damit die Einheit von Stoff und Ausdruck, also von Universalbildung und rhetorischen Fähigkeiten. Seiner Auffassung nach kann ein Redner über eine Sache, die er nicht kennt, nur höchst blamabel reden. Wie Körper und Seele zusammengehören, so dürfen auch Ausdruck und Gedanke nicht getrennt werden: ,,non enim solum acuenda nobis neque procudenda lingua est, sed onerandum complendumque pectus maximarum rerum et plurimarum suavitate, copia, varietate"5 ). Zu beachten ist hier allerdings, dass Cicero von seinem orator perfectus keine Perfektion auf den einzelnen Gebieten erwartete. Der wahre Redner soll vielmehr in jedem Bereich über grundlegende Kenntnisse verfügen, um diese im entsprechenden Fall einbringen zu können. Nicht ,, detailliertes Buchwissen" ist gefragt, sondern ,,Kenntnis der Prinzipien der jeweiligen Gebiete"6 ) . Welche Wissensbereiche stellt nun Cicero dabei aber in den Vordergrund?

5.1. Ciceros Ansprüche an den Bildungsumfang des orator perfectus

Als notwendige Grundlage für ein universales Wissen sah Cicero die Vertrautheit mit den ,,propädeutischen [...] Fächern"1 ).Deren Kenntnis bezeichnete er selbst als ,, eruditio libero digna"2 ) , also die eines freien Mannes würdige Allgemeinbildung. Gemeint sind damit wohl die artes liberales. Warum Cicero diese für relevant hielt, verdeutlicht der folgende Satz: ,,quibus ipsis si in dicendo non utimur, tamen apparet atque exstat, utrum simus earum rudes an didicerimus"3 ). Detailliertere Kenntnisse forderte Cicero im Bereich der Literatur: ,,Legendi etiam poetae"4 ). Einerseits dient literarisches Wissen dazu, die eigene Ausdrucksfähigkeit durch Übernahme sprachlicher Vorzüge anderer Schriftsteller zu verbessern, andererseits dazu, durch gelegentlich eingestreute Dichterzitate glänzen zu können. Unter den diversen, für den orator perfectus essentiellen Wissensgebieten maß Cicero der Philosophie sicher die größte Bedeutung bei. Er verlangte dabei die Kenntnis der wichtigsten philosphischen Theorien, um eingehender und ausführlicher über komplexe Themen sprechen zu können. Im Brutus beschimpfte er Menschen, die sich brüsten, Redner zu sein, sich aber nie mit der Philosophie beschäftigt haben: ,,nemo qui philosophiam complexus esset, matrem omnium bene factorum beneque dictorum"5 ) .Dass philosophia für Cicero eine so große Rolle spielte, ist für die damalige Zeit fast von revolutionärem Charakter. Die Philosophie war maßgeblich griechisch geprägt, und man fürchtete eine übermäßige Hellenisierung Roms. Cicero nahm hier sozusagen eine vermittelnde Rolle zwischen der römischen und der griechischen Seite ein und forderte vom Redner sowohl die Kenntnis der klassischen Rhetorik als auch der griechischen philosophia: ,,illud autem est huius institutae scriptionis ac temporis, neminem eloquentia non modo sine dicendi doctrina, sed ne sine omni quidem sapientia florere umquam et praestare potuisse."6 ) Diese Verbindung von Rhetorik und Philosophie ist das Herzstück in dem rednerischen Bildungsideal Ciceros. Trotzdem bedarf der perfekte Redner noch mehr als nur philosophischer Kenntnisse: ,,Volo [...] huic summo omnem, quae ad dicendum trahi possit, loquendi rationem esse notam."7 ) Der wahre Redner muss sich also auch mit der Dialektik beschäftigen, um logisches Denken zu trainieren. Sie soll dem Redner helfen, Wahres von Falschem definitorisch abgrenzen zu können und darüber hinaus Schlussfolgerungen logisch richtig zu ziehen.8 ) Ein anderer wichtiger Wissensbereich ist die Ethik. Wie schon im Bereich der rhetorischen Überzeugungsmittel gezeigt wurde, muss der Redner die Affekte seines Publikums beeinflussen. Doch wie soll er dazu fähig sein, ohne genau über die menschliche Natur unterrichtet zu sein: Der Redner wird zu den Herzen der Menschen keinen Zugang finden ,, sine diligentissima pervestigatione earum omnium rationum, quae de naturis humani generis ac moribus a philosophis explicantur"9 ).

Grundsätzliche Kenntnisse werden außerdem im Bereich des Zivilrechts vorausgesetzt.Für Cicero zeugte es von Anmaßung, als Redner tätig sein zu wollen, ohne wenigstens über die entscheidend en Rechtsfragen unterrichtet zu sein: ,,nam volitare in foro, haerere in iure ac praetorum tribunalibus, [...], in quibus saepe non de facto, sed de aequitate ac iure certeretur, [...], cum omnino, quid suum, quid alienum [...]sit, ignoret, insignis est impudentiae."1 ) Wie für den Gerichtsredner Kenntnisse im ius civile (Zivilrecht) essentiell sind, so kommt nach Cicero der politische Redner nicht ohne Vertrautheit mit der publica iura aus. Auch das öffentliche Recht muss dem wahren Redner also bekannt sein: ,,publici iuris auctoritas"2 ) dient als essentielle Grundlage für rednerischen Erfolg. Außer den Rechtskenntnissen forderte Cicero von seinem Redner ein profundes historisches Wissen: ,,cognoscat etiam rerum gestarum et memoriae veteris ordinem, maxime scilicet nostrae civitatis"3 ). Wer nichts über die Vergangenheit weiß, bleibt nach Cicero ewig infantil.3 ) Der Redner soll nun kraft seiner historischen Kenntnisse in seinen Reden geschichtliche Beispiele anführen, um sich Glaubwürdigkeit und Autorität zu verschaffen. Außer allgemeinen Gegebenheiten der Geschichte muss der orator perfectus auch über eine Reihe von Präzedenzfällen bescheid wissen: ,,monumenta rerum gestarum et vetustatis exempla oratori nota esse debent"4 ). Dank römischer Achtung der Tradition und dem Glauben an die Tugenden alter Zeiten konnte die Verwendung von Präzedenzfällen viel bewirken. Auf die weniger bedeutenden Wissensbereiche Politik und Onthologie wird hier nicht eingegangen. Abschließend ist noch folgendes zu sagen: Der wahre Redner, der über enzyklopädisches Wissen verfügt, darf sein Wirkungsfeld nicht auf einzelne Redegegenstände begrenzen. Sein Tätigkeitsanspruch ist so universal wie seine Bildung: ,,Neque ulla non propria oratoris res est, quae quidem ornate dici graviterque debet."5 )

5.2. Umfang der Bildung Ciceros

Wie ist es nun um Ciceros eigene Bildung bestellt?

Die ,,Unterweisung in den artes liberales" ließ auch ,,der Vater Ciceros seinem Sohn zuteil"6 ). Cicero selbst hatte außerdem profunde Kenntnisse ,,der griechischen Mythologie und Literatur"7 ) . Beispielsweise in Pro Scauro verwies ,,er auf die in einem Epigramm des Kalimachos gefeierte Geschichte des Kleombrotos, der nach der Lektüre von Platons >Phaidon< Selbstmord verübte."7 ) In anderen Reden wiederum formulierte er in Anlehnung an bekannte Verse und übertrug damit gleichsam die Autorität des Dichters auf sich. Cicero kannte sich außerdem im gesamten Gebiet der Philosophie aus. Durch Philon von Larissa wurde er mit den Lehren der neuen Akademie vertraut.Er hörte ,,6 Monate lang in Athen Antiochos von Askalon, ferner die Epikureer Phaidros und Zenon und dann, auf Rhodos, den Stoiker Poseidonios."8 )Auch die Ideen der Peripatetiker (Schule des Aristoteles) waren Cicero geläufig.

Es soll nun ein Beispiel aus der Rede für den König Deiotarus angeführt werden, das die tatsächliche Verwendung philosophischen Gedankenguts in der rhetorischen Praxis veranschaulicht. Cicero verteidigte den orientalischen König, der beschuldigt worden war, die Ermordung Caesars geplant zu haben: ,,Magno animo et erecto est, nec umquam succumbet inimicis, ne fortunae quidem. Multa se arbitratur et peperisse ante factis et habere in animo atque virtute, quae nullo modo possit amittere. [...] Quid de virtute eius dicam, de magnitudine animi, gravitate, constantia? quae omnes docti atque sapientes summa, quidam etiam bona sola esse dixerunt, eisque non modo ad bene sed etiam ad beate vivendum contentam esse virtutem. Haec ille reputans et dies noctesque cogitans non modo tibi non suscenset [...], verum omnem tranquillitatem et quietem senectutis refert acceptam clementiae tuae."1 )

Innerhalb dieser Schilderung der ehrenwerten Persönlichkeit des Deiotarus verwendete Cicero auch philosophisches Gedankengut. Egal,was mit dem König geschehe, er könne es kraft seiner virtus verschmerzen und durch philosophische Überlegungen psychisch bewältigen. So sei er unabhängig von den Wechselfällen des Schicksals und sei imstande, seine erhabenen Tugenden durch Erinnerung an frühere Belobigungen aufrechterhalten. Cicero wollte seinen Mandanten hier zu einem wahren König der Philosophie erheben, um Caesar gegenüber seine Unschuld glaubhaft zu machen. Doch diese Argumentation Ciceros setzt die Beschäftigung mit philosophischen Theorien voraus. Erst dadurch waren ihm Gedanken wie jener über die Schicksalsunabhängigkeit geläufig.

Kenntnisse Ciceros in Dialektik und Ethik sollen nur in aller Kürze bewiesen werden: Cicero sagte von sich selbst, er habe sich bei Diodotus mit größtem Eifer der Dialektik2 ) gewidmet. So erfüllte er auch in diesem Punkt seine eigenen Forderungen an sein Ideal. Dass Cicero mit der Ethik bestens vertraut war, zeigt unter anderem seine ungeheure Menschenkenntnis: Er war ein Redner, der sein Publikum kannte ,,und seine Zuhörer bei der richtigen Seite zu packen "3 ) wusste. Oft konnte er außerdem sein profundes juristisches Wissen zur Schau stellen. In der Rede für A. Cluentius Habitus bewies Cicero ,,unter anderem durch wörtliche Anführung der lex Cornelia de sicariis [...], dass sein Klient nach deren 6. Kapitel schon darum nicht schuldig sein könne, weil das Gesetz den Personenkreis der wegen Richterbestechung Deliktfähigen auf Senatoren und Magistratspersonen beschränke."4 ) Cicero konnte hier also mit juristischen Spitzfindigkeiten überzeugen und wurde in einem weiteren Punkt seinem Ideal gerecht. Und wenn Cicero ,,Präzedenzfälle brauchte, um seinen Rechtsstandpunkt zu beweisen, hatte er sie zur Hand."5 ) Clarke5 ) bescheinigt Cicero ,,wirkliches Interesse an der Geschichte um ihrer selbst willen". So bieten fast alle Reden Ciceros Beispiele für seine Verwendung der Geschichte.

In der Rede für Murena konnte er die ,,Unzuverlässigkeit"1 ) des Volkes mit ,, zahlreichen historischen Beispielen"2 ) sinnfällig machen. Sein rednerischer Tätigkeitsbereich schließlich war tatsächlich unbegrenzt. Er redete nicht ausschließlich als Advokat in Gerichtsprozessen. Vielmehr sprach er so so-wohl vor dem Volk als auch vor dem Senat; manchmal als Anwalt, manchmal als Ankläger. Er redete in Zeiten ohne eigenes Amt wie auch beispielsweise als Konsul. Cicero war einer der am vielseitigst begabten Menschen der Antike. Das Gros unserer Politiker könnte sich mit ihm kaum messen.

6. Abschließende Beurteilung Ciceros

Zusammenfassend lässt sich über Ciceros Rednerideal folgendes sagen: Er muss enzyklopädisches Wissen, enorme stilistische Fähigkeiten, eine positiv entwickelte Persönlichkeit und gewisse grundlegende Züge wie natürliche Begabung und dauerhaften Fleiß auf sich vereinen.Dabei sollte er seine Fähigkeiten auf jeden beliebigen Gegenstand anwenden können. Im Laufe dieser Arbeit wurde festgestellt, dass Cicero seinen selbst gestellten Forderungen in den wesentlichen Zügen gerecht wurde. Dennoch bleibt die Frage, ob Cicero wirklich als absolut perfekt zu bezeichnen ist. War er nicht wenigstens manchmal etwas unkonzentriert, oder hat nicht doch einmal ein Überzeugungsmittel seine gewünschte Wirkung verfehlt? Ciceros Forderungen an den idealen Redner gehen schließlich sehr weit: ,,Sed quia de oratore quaerimus, figendus est nobis oratione nostra detractis omnibus vitiis orator atque omni laude cumulatus."3 )

Hier wird klar, dass kein Mensch je den orator perfectus darstellen kann. Die Kluft zwischen dem theoretischen Idealbild und seiner praktischen Durchführbarkeit ist zu groß, um auch durch die intensivsten Studien und die höchste Begabung überwunden zu werden. Der Mensch Cicero war natürlich fehlbar und hatte Schwächen. In Wahrheit bleibt der eigentliche orator perfectus reine Lichtgestalt, die nur der Orientierung als anzustrebendes, aber nie erreichbares Ziel dient. Cicero selbst verdeutlichte diesen Sachverhalt unter Verwendung der (vereinfachten) Ideenlehre Platons: Alles Irdische kann nur einen endlichen Grad an Schönheit erreichen. Erhaben über all diese Beschränkungen der Realität existieren nur die Ideen, geistige Bilder gleichsam, die unendliche Qualität erreichen. Sie sind Vorbilder, nach denen wir streben können und die wir oft abzubilden suchen, dabei aber nur scheitern können. So repräsentiert der orator perfectus nur eine Idee, die Fiktion der rhetorischen Vollendung, die es wohl nie gegeben hat und nie geben wird: ,,Atque ego in summo oratore fingendo talem informabo, qualis fortasse nemo fuit."4 ) Cicero kam diesem Ideal freilich näher als alle seine Kollegen. Er erreicht das menschenmög-liche Maß an rednerischer Perfektion und wird deshalb beispielsweise von Martial als der beste Redner dargestellt. Geradezu lächerlich erscheint die Behauptung Sextus', Cicero einmal den Rang ablau ablaufen zu können: ,,Quae te causa trahit vel quae fiducia Romam, Sexte? Quid aut speras aut petis inde? Refer. >Causas< inquis >agam Cicerone disertior ipso atque erit in triplici par mihi nemoforo.<_5 )

Bibliographische Angaben:

1) v. Albrecht, M. u.a., Die Antike im Brennpunkt, Hrsg. Neukam, P., München, Bayerischer Schulbuch-Verlag, 1991

2) v.Albrecht, M., Geschichte der römischen Literatur: von Andronicus bis Boethius mit Berücksichtigung ihrer Bedeutung für die Neuzeit, München-New Providence-London-Paris, K.G.Saur Verlag, 1994

3) Barwick, K., Das rednerische Bildungsideal Ciceros, in: Ciceros literarische Leistung, Hrsg. Kytzler, B., Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1973

4) Böhm, V. u.a., Cicero-Reden: Auswahl, in: Orbis Latinus-Band 8, Hrsg.Reitterer,H., Smolak, K., Wien, Verlag Hölder-Pichler-Tempsky, 1989,(Alleinvertrieb in der BRD: München, R.Oldenbourg Verlag)

5) Christandl, C. u.a., Die römische Literatur, Hrsg. Senoner, R., München, Verlag C.H. Beck, 1981

6) Cicero, M.T., Drei Reden vor Caesar, Hrsg. Giebel, M., Stuttgart, Philipp Reclam jun., 1999

7) Cicero, M.T., Pro T. Annio Milone ad iudices oratio, bearbeitet von Bury, E., Stuttgart, Ernst Klett Schulbuchverlag, 1994

8) Cicero, M.T., Brutus, Hrsg. Bayer, K.u.a., München /Zürich, Artemis Verlag, 19904

9) Cicero, M.T., De oratore, Hrsg. Merklin,K., Stuttgart, Philipp Reclam Jun., 19973

10) Cicero, M.T., Orator, Hrsg. Kytzler,B., Düsseldorf / Zürich, Artemis&Winkler Verlag, , 19984 11) Clarke, M.L., Ciceros Redekunst, in: Ciceros literarische Leistung, Hrsg. Kytzler, B., Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1973

12) Clarke, M.L., Die Rhetorik bei den Römern, Göttingen, Vandenhoeck& Ruprecht, 1968 13) Classen, C.J., Recht, Rhetorik, Politik: Untersuchungen zu Ciceros rhetorischer Strategie, Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1985 14) Eller, K. H., Politik und Geist im römischen Denken, Hrsg. Nickel, R., Freiburg/Würzburg, Verlag Ploetz, 1982

15) Fuhrmann, M.,Redekunst am Beispiel Ciceros.Voraussetzugen, Mittel, Ziele, Stuttgart, Ernst Klett Verlag, 1997

16) Giebel, M., Marcus Tullius Cicero, Hrsg. Kusenberg, K., Reinbek bei Hamburg, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 197712

17) Happ, E., Westphalen, K.(Hrsg.), ratio, Bamberg, C.C. Buchners Verlag, 1980

18) Dr.Jäger, G., AUXILIA, Hrsg. Dr.Maier, F., Bamberg, C.C. Buchners Verlag, 1992

19) Mack, D., Der Stil der Ciceronianischen Senatsreden und Volksreden, in: Ciceros literarische Leistung, Hrsg. Kytzler, B.,Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1973

20) Klinger, F., Römische Geisteswelt: Essays zur lateinischen Literatur, Hrsg. Büchner, K., Stuttgart, Philipp Reclam jun., 1979

21) Kroll, W., Cicero und die Rhetorik, in: Ciceros literarische Leistung, Hrsg. Kytzler, B., Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1973

22) Martial, Epigramme, ausgewählt, eingeleitet und erklärt von Dr. Gößwein, U., Bamberg, Bayerische Verlagsanstalt, 1983

23) Mohler, A., Cicero für Manager: Wege zur vollendeten Redekunst, München, Wirtschaftsverlag Langen-Müller Herbig, 19822

24) Plasberg, O., Cicero in seinen Werken und Briefen, in: Das Erbe der Alten, Hrsg. Immisch, O.,

Leipzig, Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung, 1926

25) Schmid, W., Cicerowertung und Cicerodeutung, in: Ciceros literarische Leistung, Hrsg. Kytzler, B., Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1973

26) Stroh, W., Taxis und Taktik: die advokatische Dispositionskunst in Ciceros Gerichtsreden,

Stuttgart, B.G.Teubner, 1975

27) Schweinfurth-Walla,S., Studien zu den rhetorischen Überzeugungsmitteln bei Cicero und Aristoteles, Tübingen, Gunter Narr Verlag,1986

[...]


[1] Brutus, ( Nr. 8 ), 321;

[2] De oratore, ( Nr. 9 ), 1.134-135;

[1] De oratore,( Nr. 9), 1.150;

[2] De oratore, 1.156;

[3] De oratore, 2.90;

[4] De oratore, 1.157;

[5] Brutus, (Nr.8 ), 320;

[1] De oratore, ( Nr.9 ), 1.113;

[2] De oratore, 1.114;

[3] De oratore, 1.128;

[4] Brutus, (Nr.8 ), 321;

[5] Brutus, 317;

[6] Cicero, Giebel, M., (Nr.16), S.32;

[7] Röm. Geisteswelt, (Nr.20 ), S.119;

[1] Cicero, Giebel, M., ( Nr.16 ), S.11;

[2] Röm. Geisteswelt, ( Nr.20), S. 119;

[3] Brutus, ( Nr.8 ), 109;

[4] Brutus, 265; 5) Brutus, 241;

[1] De oratore, ( Nr.9 ), 2.35;

[2] Cic. in s. Werken u. Briefen, (Nr. 24 ), S.40;

[3] De oratore, 2.189;

[4] ratio, ( Nr. 17 ), S.9;

[5] ratio, S.10;

[6] Röm. Geistewelt, ( Nr.20), S.120;

[7] Röm. Geisteswelt, S.122;

[1] Rhetor. b.d. Römern, ( Nr.12 ), S.82;

[2] Orator, ( Nr.10 ), 132;

[3] Brutus, ( Nr.8 ), 111;

[4] Studien, (Nr. 27 ), S.8;

[1] De oratore, ( Nr. 9 ), 2.75;

[2] De oratore, 2.68;

[3] Röm. Geisteswelt, ( Nr. 20 ), S.136;

[4] De oratore, 2.43;

[5] De oratore, 2.50;

[6] De oratore, 2.45;

[7] Auxilia, ( Nr. 18 ), S.12;

[1] Orator, ( Nr. 10 ), 44;

[2] Brutus, ( Nr. 8 ), 238

[3] De oratore, ( Nr. 9 ), 2.135;

[4] De oratore, 2.115;

[1] De oratore, ( Nr. 9 ), 2.178;

[2] Studien, ( Nr. 27 ), S.169;

[3] Pro Milone, ( Nr. 7), S.15;

[4] De oratore, 2.321;

[5] Studien, S.181;

[6] Brutus, ( Nr. 8 ), 139;

[1] De oratore, ( Nr. 9 ), 2.307;

[2] Taxis und Taktik, ( Nr. 26 ), S.18;

[3] De oratore, 3.37;

[1] nach De oratore, ( Nr. 9 ), 3.201;

[2] De oratore, 3.171;

[3] De oratore, 3.185;

[4] nach De oratore, 3.200;

[5] De oratore, 3.203;

[6] De oratore, 3.204;

[7] De oratore, ( Nr. 9 ), 3. 177;

[1] Orator, ( Nr. 10 ), 79;

[2] Orator, 92;

[3] Orator, 97;

[4] Orator, 69

[5] Orator, 70;

[1] De oratore, ( Nr. 9 ), 1.18;

[2] Brutus, ( Nr. 8), 142;

[3] Brutus, 141;

[4] nach Orator, ( Nr. 10 ), 55;

[5] Auxilia, ( Nr. 18 ), S.13;

[6] Rhetor. b.d. Römern, ( Nr. 12 ), S. 92;

[7] Auxilia, S.13;

[1] Gesch. d. röm. Lit., ( Nr. 2 ), S.432;

[2] Redk. am Bsp. Cic., ( Nr. 15 ), S.77;

[3] Recht/Rhetorik/Politik, ( Nr. 13 ), S. 153;

[4] Orator, ( Nr. 10 ), 129;

[5] Rhetor. b.d. Römern, ( Nr. 12 ), S.89-90;

[6] Rhetor. b. d. Römern, S.90;

[7] Auxilia, ( Nr. 18 ), S.22;

[1] Cic. Redek., ( Nr. 11 ), S. 126;

[2] Cic.-Reden, ( Nr. 4 ), S.49;

[3] Rhetor. b.d.Röm., ( Nr. 12 ), S.97;

[4] nach Orator, ( Nr. 10 ), 102;

[1] Der Stil der Ciceron.Sr. u. Vr., ( Nr. 19 ), S.222;

[2] Cic. in s. Werken u. Briefen, ( Nr. 24 ), S. 7;

[3] Cic. Redek., (Nr. 11 ), S.121;

[4] Röm. Geisteswelt, ( Nr. 20 ), S. 118;

[5] De oratore, ( Nr. 9), 3.121;

[6] Antike im Brennp., ( Nr. 1 ), S.11;

[1] Cicerow. u. Cicerod., ( Nr. 25 ), S.48;

[2] De oratore, ( Nr. 9 ), 3.17; 3) De oratore, 1.72;

[4] De oratore, 1.158;

[5] Brutus, ( Nr. 8 ), 322;

[6] De oratore, 2.5 ;

[7] Orator, ( Nr. 10 ), 114;

[8] nach Brutus, 153; 9) De oratore, 1.60;

[1] De oratore, ( Nr. 9 ), 1.173;

[2] De oratore, 1.201;

[3] Orator, ( Nr. 10 ), 120;

[4] De oratore, 1.201;

[5] De oratore, 2.34;

[6] Das redner. Bildungs .., ( Nr. 3 ), S.133;

[7] Cic. Redek., ( Nr. 11), S.114;

[8] Das redner.Bildungs..,S.133;

[1] Drei Reden v. Caes., ( Nr. 6 ), S.106-108, V. 36-38;

[2] nach Brutus, ( Nr. 8 ), S.239;

[3] Cicero und die Rhet. , ( Nr. 21 ), S.74;

[4] Taxis und Taktik, ( Nr. 26 ), S. 229;

[5] Cic. Redekunst, ( Nr. 11 ), S.117;

[1] Recht/Rhet./Politik, ( Nr. 13), S.149;

[2] Recht/Rhet./Politik, S.150;

[3] De oratore, ( Nr. 9), 1.118;

[4] Orator, ( Nr. 10), 7;

[5] Martial, ( Nr. 22), S.33;

23 von 23 Seiten

Details

Titel
Vergleich von Ciceros Theorie und Praxis - Wurde Cicero selbst seinem Ideal des orator perfectus gerecht?
Veranstaltung
LK Latein
Note
14 Pkte.
Autor
Jahr
2000
Seiten
23
Katalognummer
V101097
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergleich, Ciceros, Theorie, Praxis, Wurde, Cicero, Ideal, Latein, Thema Cicero
Arbeit zitieren
Christoph Schroth (Autor), 2000, Vergleich von Ciceros Theorie und Praxis - Wurde Cicero selbst seinem Ideal des orator perfectus gerecht?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101097

Kommentare

  • Gast am 5.5.2001

    Ciceros Rethorik -Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis.

    Die Arbeit deckt die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis bei Cicero sehr gut auf. In klarer und aufschlussreicher Struktur werden die einzelnen von Cicero selbst geforderten rethorischen Regeln mit Beispielen aus seinen eigenen Reden verglichen.
    Sehr gut gelungen...

  • Gast am 29.7.2006

    dispositio in Ordnung, leider im Detailreichtum verloren.

    Diese Arbeit stellt für den Laien keinen guten Grobüberblick über das Werk "De oratore" dar. Die Differenz der beiden Hauptprotagonisten, die Cicero hier im Dialog auftreten ließ, wurde ganz missachtet. Zusätzlich traten einige Bezugs- und Fachbegriffsfehler auf. Warum fand die "brevitas" keinen Platz in der Ausgestaltung?
    Quellenangaben deuten auf Fehlorientierung bezüglich des Arbeitszieles.
    Bitte lesen: Knape, Joachim: Allgemeine Rhetorik. Reclam Verlag. Stuttgart 2000.

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