Luther, Martin


Referat / Aufsatz (Schule), 1999

17 Seiten


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Autor: Sébastien Hengy

Biographie von Martin Luther

Martin Luther (1483-1546)

Vorwort:

Dans le cadre de mon stage d´études à Iéna, j´ai été amené à préparer une Licence de Langues et Civilisation Etrangère option allemand à la Friedrich Schiller Universität. Cette année d´études m´a également permis d´accomplir certaines recherches et de rédiger, parallèlement à mes études, un mémoire de Licence ayant pour sujet :« Perceptions de Georg Trakl de 1914 à nos jours ». J´ai également pu approfondir mes connaissances de la langue et de la culture italienne, en vue de la préparation d´un deug italien.

Dans le cadre de mon stage, j´ai entre autres étudié l´histoire culturelle du land de Thüringen, extrêmement riche. C´est pourquoi j´ai souhaité réaliser ici une étude sur l´un des pivots de cette histoire, Martin Luther.

Tout au long de cette biographie (rédigée en 2 langues : en francais sur la page de gauche, en allemand sur celle de droite) se trouvent des illustrations provenant soit d´ouvrages de la Landesbibliothek de Iena, soit de photgraphies personnelles prises lors d´excursions dans les villes ou vécut Luther.

Luther hat seine Zeit geprägt als Schöpfer einer neuen Religion, einer neuen Sprache. Der Reformator hat in ganz Europa einen einzigartigen Einfluss gehabt.

Als erstes möchte ich seine Herkunft und sein Studium in Betracht ziehen, um seinen folgenden Weg als Mönch besser verstehen zu können. Anschließend werde ich seine Entwicklung näher beschreiben bis zur Reformation und deren Folgen. Schließlich werde ich die Haltung Luthers während der Reformation analysieren und das Ende seines Lebens betrachten.

Im Frühjahr 1483 kommt der Bauer Hans Luder ins Bergbaustädtchen Eisleben, auf der Suche nach einem guten Beruf. Nach kurzer Zeit, am 11. November 1483, kurz vor Mitternacht, gebärt Margarete ein Kind. Am selben Tag wird es in der Stadtkirche St. Peter und Paul auf den Namen des Tagesheiligen getauft: er wird Martin heißen.

Aber in Eisleben hat Martins Vater überhaupt kein Glück, so dass 1484 die Familie nach Mansfeld übersiedelt, wo Hans Luder einen besseren Beruf gefunden hat .Dort beginnt der soziale Aufstieg Hans Luders. Er hat viel Erfolg und wird bald an einem kleinen Hüttenwerk Teilhaber.

Die ersten Jahre in Mansfeld werden für Hans Luder und seine Familie eine entbehrungsreiche Zeit. Die Sorge um die große Familie( Luther hat 3 Brüder und 4 Schwestern) steht an erster Stelle. In dieser von Sparsamkeit und Alltagsproblemen geprägten Atmosphäre des Elternhauses wächst Martin heran. Als Kind muss er still und zurückhaltend gewesen sein. In Mansfeld wird der zukünftige Reformator auf die städtische Lateinschule geschickt und lernt klösterliches Latein , Schreiben, Singen und Rechnen. Im Früjahr1497 schickt Luthers Vater seinen begabten Sohn zu einer Kongregation von weitreichender Bedeutung. Die Stadt Magdeburg , die Luther kennen lernt, ist ein großes, scheinbar wohlgeordnetes städtisches Gemeinwesen. Ein Jahr später muss aber Luther die sogenannte ,,Nullbruder" von Magdeburg verlassen, denn es sind wohl wirtschaftliche Schwierigkeiten entstanden, die Luthers Vater zu diesem Entschluss zwingen. Sein Vater schickt ihn nach Eisenach, wo die Familie Verwandte hat. Martin wird als Zögling an der Trivial Schule bei St. Georg in Eisenach studieren. Er studiert die drei Grunddisziplinen der ,,sieben freien Künste" des antiken Bildungskanons: Grammatik, Rhetorik, Dialektik, dazu vertieft er auch Musik. Die Stadt, die er kennen lernt, ist eine Stadt aus Trümmern; viele Gebäude beginnen zu verfallen.

Dazu kommt noch eine schlechte Nachricht: die Verwandten, die sich um Martin hätten kümmern sollen, sind arm und können sich gerade selber mehr schlecht als recht ernähren. So muss Luther sich seinen Lebensunterhalt als ,,Partnerhengst" erbetteln. Mit anderen Schülern zieht er von Haus zu Haus , singt in Kirchen und vor den Türen um ein Stückchen Brot. Man berichtet, dass er dabei durch seine schöne Stimme aufgefallen ist, so dass er bald bei der Familie Kotta - einer der frommsten Familien der Stadt- eine Schlafstelle findet. Von Eisenach aus besucht Luther öfters Verwandte in und um Möhra, lernt so auch das bäuerliche Leben kennen. All diese Eindrücke , das Kennen lernen der frühbürgerlich- kapitalistischen sowie der ländlich-patriarchialischen Lebensformen werden die Persönlichkeit Luthers entscheidend beeinflussen

Dann geht Luther nach Erfurt ,- das wegen seiner 22 Klöster, 20 Kirchen, 36 Kapellen, und 6 Hospitalkirchen auch als ,,Thüringisches Rom" gilt- wo er die allgemeine Bildung vermittelnde Fakultät in den Disziplinen Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Musik-Mithin , höhere Mathematik , Grundlagen der Philosophie und der Ästhetik , dazu auch alte Sprachen , absolviert. Dort lebt Luther in der ,,Georgenbusen", einem sehr strengen Internat mit klösterlichen Regeln.

Luther ist ein eifriger Student, man sagt, dass er bei den Disputationen der Studenten durch seine Schlagfertigkeit glänzte, und dass ihm seine Studienfreunde ihm den Spitznamen ,,Philosoph" gaben.

Zum frühesten Termin legt er das Bakkalaureusexamen ab, erlangt den ersten akademischen Grad und ist nun Bakkalaureus ,,septem artes liberales". Luther bleibt an der Uni und arbeitet zielstrebig auf das Magisterexamen hin, hört in der vorgeschriebenen Ordnung Perspektive, Geometrie, Arithmetik, besucht Vorlesungen über die Werke Aristoteles , muss aber gleichzeitig auch schon Vorlesungen und Übungen halten. Seine Zeit ist also aufgefüllt mit Lernen und Lehren.

Im Januar 1505 beendet er sein Studium. Von 17 Bewerbern belegt er den zweiten Platz. Natürlich gibt es eine große Freude bei der Familie Luthers, und insbesondere bei seinem Vater, der ihn von nun an in der dritten Person anredet. Jetzt kann er an den größten Universitäten studieren, und er entscheidet sich für Jura in Erfurt.

Aber am 2.Juli 1505, auf dem Weg von dem Dorf Stotternheim (6 km nördlich von Erfurt) nach Erfurt, gerät er in ein heftiges Gewitter. Von einem neben ihm einschlagenden Blitz wird er zu Boden geworfen. In seiner Todesangst ruft er die Schutzpatronin der Bergleute, die heilige Anna zu Hilfe: ,,Hilf, Anna, ich will ein Mönch werden". Fünfzehn Tage später, am

17.Juli 1505 tritt er in einen Bettelorden mit besonders strengen Regeln ein, der auch ,,schwarzes Kloster" genannt wird.

Nach zwei Monaten Probezeit in der Ordensherberge befindet der Prior Winand, dass Luther für das klösterliche Leben geeignet ist . Sein Vater, dessen große Pläne plötzlich zunichte geworden sind, gibt erst nach langem Zögern seine Zustimmung, die für den Klostereintritt nicht unbedingt nötig, aber doch erwünscht ist. 1506 legt Luther das für den Augustiner- Orden übliche Mönchsgelübde ab (Armut, Keuschheit, Gehorsam). Ab diesem Tag muss er also ein Mönchsleben führen: Um drei Uhr nachts werden alle Mönche geweckt, der Dienst beginnt; zwei Mahlzeiten gibt es pro Tag: eine um zehn Uhr am Vormittag, die andere nachmittags um vier Uhr. An den Fastentagen fällt die Nachmittagsmahlzeit aus ( das heißt insgesamt ungefähr ein Drittel des Jahres). Luther hat Angst, Gottes nicht würdig zu sein. Er bereitet sich auf den Eintritt in den Priesterstand vor und studiert das Buch des Tübinger Professors Gabriel Biel über den Messkanon, dann wird er Subdiakon, Diakon ; 1507 empfängt er schließlich die Priesterweihe im Erfurter Dom, und am 2. Mai 1507 feiert er in der Kirche des Augustiner-Klosters seine Primiz ( erste Messe) , zu der seine Eltern, Geschwister und Verwandte erscheinen. Dann lehrt er Moral-Philosophie an der Aristoteles- Fakultät in Wittenberg und setzt gleichzeitig sein Theologie-Studium fort. 1509 kehrt er wieder nach Erfurt zurück, bevor er 1510 nach Rom geschickt wird .Diese Reise hat Luther so nachhaltige Eindrücke hinterlassen, dass er später von der ,,unheiligsten Stadt der Christenheit" spricht. Jetzt beginnt er, am Papsttum zu zweifeln.

In Rom ist nämlich alles für Geld zu haben: von der Domherrnstelle über ein Bistum bis hin zum Kardinalsamt. Es gibt eine große Diskrepanz zwischen den großen Kirchenfürsten und den Vorstadtkirchenpredigern. Eine breite Front wächst in Deutschland heran. Da ist der Bauer, der die gnadenlose Ausbeutung nicht länger ertragen will, der Kaufmann, den die Privilegien der Geistlichkeit behindern, der ,der das selbstherrliche Schalten und Walten der Kirche mit Neid und Hass betrachtet; da sind schließlich die Landesfürsten, die behindert werden.

Im Sommer 1511 wird Martin nach Wittenberg versetzt. Dort lebt er im ,,schwarzen Kloster" der Augustiner am Elertor, einem sehr kleinen Kloster im Vergleich zu dem von Erfurt. Viermal wöchentlich , nachmittags um 14 Uhr, liest er über Dialektik und Philosophie des Aristoteles. Er leitet außerdem noch an drei Abenden die Disputationen der Studenten. Wenig Zeit bleibt also für ihn übrig. Dazu muss er noch sein Studium fortsetzen, und dazu kommen noch die Pflichten als Mönch: Beten, Fasten, Wachen, usw. Am 6. Mai 1508 legt er sein Examen ab und ist nun Bakkalaureus Biblicus der Theologischen Fakultät. Nun muss er außerdem noch zusätzliche Vorlesungen halten. Bald nach seinem Bakkalaureusexamen schließt er dann sein Studium ab. Im Jahre 1509 wird er von seinem Erfurter Kloster wieder zurückgerufen. Er beginnt das Studium des Augustinus, vertieft seine griechischen und hebräischen Sprachkenntnisse.

In einem Ordensstreit, der sein Kloster gegen andere stellt, weicht er als einziger (mit einem Freund) von der allgemeinen Meinung ab: sein Aufenthalt im Kloster an der Lehmannsbrücke ist also nicht länger erwünscht Staupitz (einer seiner engen Freunden) hilft ihm :er holt ihn nach Wittenberg, macht ihn zu seinem Nachfolger an der Uni, ernennt ihn zum Klosterprediger und befiehlt ihm, sich auf den Erwerb der Doktorwürde vorzubereiten. Die Zeit in Wittenberg ist für Luther voller Arbeit. Da sind das Lehramt an der Universität, die Aufgaben als Subprior und die Predigerstelle an der Stadtkirche. Bald kommt noch das Amt eines Distriktvikariats hinzu. Elf Augustiner- Klöster Thüringens und Meißens unterstehen ihm nun. Durch diese Aufgabe sieht Martin Luther sich mehr und mehr mit den gesellschaftlichen, konkreten Problemen der Zeit konfrontiert.

Luther denkt viel nach und liest die Occamistische Schule. Jetzt versteht er, dass man der Gnade Gottes sicher sein kann, wenn man sie gläubig annimmt. Es bedeutet, dass all die Nothelfer und die Heiligen, die als Fürbitter vor Gott dienen, der Priester als Bindeglied zwischen Gott und den Menschen und die Kirche als Vermittlerin ihrer Macht, bedeutungslos sind.

Luther studiert weiter und wird 1512 Lizentiat der Theologie. Dann beschließt der Kurfürst Friedrich II, ihm das Geld zu geben, damit er Doktor werden kann (unter einer Bedingung: Luther muss sich freiwillig verpflichten, zeitlebens die Lectura in Biblia an der kursächsischen Hohen Schule zu versehen. )

Seit 1513 ist Luther mit seiner neuen Auffassung von der Buße gegen den Missbrauch des Ablasses aufgetreten. Seit 1516 beginnen nämlich in seinen Vorlesungen, kritische Töne anzuschlagen. Gleichzeitig macht er erste Reformvorschläge: die Zahl der kirchlichen Feiertage soll gesenkt werden, das Kirchenrecht bedürfe einer Reform, all der Pomp der Kulthandlungen müsse wegfallen, die Festtage seien bedeutungslos. Mit der Herausbildung seiner neuen Theologie muss sich Luther notwendigerweise mehr und mehr von der Scholastik lösen Massiv beginnt Luther Aristoteles, die höchste Autorität der scholastischen Theologie, den er durch den Kirchenvater ersetzt, zu kritisieren. Luther liest die Werke vom Straßburger Prediger Tauler, den er über alle Schultheologen stellt, und auch von anderen Vertretern des Mystiks.

Ein Ablass bestand bisher darin, dass man nach Rom fuhr und Geld mit sich brachte, um von seinen Sünden los zu werden, aber bald brauchte man nicht mehr nach Rom zu fahren, die Ablassverkäufer kamen überallhin. Regelrechte Agenturen wurden errichtet, man konnte auch Ablässe für Verstorbene erwerben, die dadurch aus den Qualen des Fegefeuers erlöst wurden.

Damit war eine reichlich fließende Geldquelle entdeckt .

Die Thesen Luthers bestehen aus 95 Artikeln, die 95 Reformvorschläge der katholischen Kirche sind. Unter diesen findet man zum Beispiel eine scharfe Kritik gegen den Missbrauch der Ablässe und die Haltung von manchen geistlichen Leuten. Im Dezember 1517 werden sie in ganz Deutschland verbreitet. Exemplare von diesen Thesen werden an den Erzbischof von Magdeburg und den Bischof von Brandenburg, als den zuständigen ,,Oberhirten der Diözese", sowie an die Universitäten von Frankfurt, Leipzig und Erfurt geschickt.

Das wichtigste ist, dass sie keineswegs eine Kampfansage an die Kirche sein sollten, sondern sich vielmehr gegen denen Missbrauch richteten.

Bald werden sie in ganz Deutschland bekannt. In Leipzig, Basel und Nürnberg werden sie neugedruckt und vom Lateinischen ins Deutsche übersetzt.

Daraus entstehen Disputationen über Luthers Thesen. Während der Bischof von Brandenburg in Luthers Thesen eigentlich nichts unkatholisches entdecken kann, sind dem Erzbischof von Mainz die Thesen verdächtig. Der ganze Ablasshandel könnte dadurch gefährdet werden; man versucht also, ihn zum Schweigen zu bringen, vergeblich. Man versucht, Friedrich den Weisen gegen ihn zu stellen, vergeblich. (Luther wurde von Anfang an durch den Kurfürsten Friedrich den Weisen unterstützt, der eine Auslieferung seines Professors an die Inquisition in Rom schon vorher strikt ablehnt. Friedrich III. soll Luther nur zwei Mal gesehen haben: einmal in Worms, auf dem Reichstag und ein anderes Mal auf seinem Schloss in Lochau. Die Verbindungen hielt der kurfürstliche Sekretär Spalatin.)

Nach der Bekanntmachung der Thesen muss Rom heftig reagieren. Der Papst gibt dem General der Augustiner-Eremiten den Befehl, ,,den Menschen doch endlich zum Schweigen zu bringen", und im Mai 1518 verschärft Luther die Situation, indem er Rom angreift . In Würzburg gibt es eine Disputation, in der Luther weder Ablass, noch die Buße erwähnt. Er kritisiert nur die scholastische Theologie und erreicht damit neue Anhänger. Im Juli 1518 versammeln sich in Augsburg die Vertreter der Stände zum Reichstag. Am 7. Oktober trifft Luther in Augsburg ein. Dort spricht er mit Freunden, aber auch mit Feinden .Er erhält vom kaiserlichen Sekretär freies Geleit zugesichert und geht zum Fuggerhaus. Dort sagt man ihm freundlich, dass er widerrufen und versprechen soll, zukünftig sich davon zu enthalten.

Für Luther wird die Situation gefährlich: Weigert er sich zu widersprechen, so wird er als Ketzer verfolgt, und so ist es gar unsicher, dass der Kurfürst ihn noch immer unterstützen wird. Ein Widerruf wäre eine Niederlage geworden, nach der sich die Reformation nicht mehr erholt hätte.

Trotz der Bedrohung erklärt sich Luther bereit, über die Dinge, die man ihm vorwirft, zu disputieren. Sollte man ihm Irrtümer nachweisen, so sei er gern bereit zu widerrufen. Luther sagt: "Ich protestiere auch heutigen Tages , dass ich mir nicht bewusst bin, etwas gesagt zu haben, das wider die Heilige Schrift , Kirchenväter des Papstdekretalien oder wider gute Vernunft und Billigkeit, sondern dass alles, was ich gesagt habe, mir ganz wahr und katholisch erscheint". Da Luther standhaft auf seiner Meinung beharrt, versucht man seine Begleiter zu beeinflussen, damit sie ihn beeinflussen, aber ohne Erfolg. Die Situation wird langsam zu gefährlich: Aus Rom soll die Order vom General des Augustinerordens eingegangen sein, Luther zu verhaften, wenn er nicht widerruft. Wie ein Flüchtling verlässt er heimlich bei Nacht Augsburg durch eine kleine Pforte in der Stadtmauer. Unterwegs schreibt er die Appellation ,,Vom schlechten Informierten an den besser zu unterrichtenden Papst", in der er sich noch mal weigert zu widerrufen.

Der erste Akt im Ketzerprozess ist zu Ende.

Luther ist in Wittenberg in Sicherheit und appelliert den Papst an ein zukünftiges Konzil, das den Streit entscheiden soll. Cajetan seinerseits schreibt dem Kurfürsten, dass er den Mönch nach Rom überliefern soll. Mitliz (der durch einen einflussreichen Onkel ans päpstlichen Hof diesen Auftrag erhalten hat, ist in allem Cajetan unterstellt) bringt Luther dazu, dass er sich vorerst nicht mehr öffentlich gegen die Kurie äußert, natürlich unter der Voraussetzung, dass der Gegner seinerseits auch schweigt.

Dann antwortet Eck in ,,Obelisci" auf die 95 Thesen. Er fordert Luther zu einem Streitgespräch. Dieser sagt, dass er bereit ist, mit Eck zu disputieren. Zwar würde er damit das Schweigeabkommen brechen, doch da ihn seine Gegner angreifen, fühlt er sich nicht mehr daran gebunden.( Eck ist ein hochgelehrter Mann, hinter dem eine ungewöhnlich steile Karriere liegt.) Leipzig wird als Ort der Disputation gewählt. Luther bekommt ein freies Geleit und die, die ihn begleiten, auch. Von Anfang an sehen die Leipziger Luther als einen Feind.

Am Nachmittag des 27. Juni findet die Disputation statt. Sie wird mit der Zeit so langweilig, dass sich der Saal von Tag zu Tag mehr leert. Das ändert sich erst am Morgen des 4. Juli, als Luther das Katheder besteigt. Er wurde als ,,in der Gesellschaft lustig, scherzhaft, lebhaft und immer freundlig" beschrieben. Die Leipziger betrachten Eck als den Sieger dieses Streitgesprächs. Luther fährt wieder nach Wittenberg

In der Zeit nach der Leipziger Disputation entfaltet Luther eine enge literarische Tätigkeit, er behandelt Fragen wie zum Beispiel das Gebet, die Ehe, die Buße, die Taufe und das Abendmahl. Er sagt, dass die Wahlfahrt, das Messelesen und dergleichen sündhaft sind. Der Glaube selbst sei der Edelste aller guten Werke. Er kritisiert auch die Konzile, die bisher nicht verbessert hätten." dass der wahre Antichrist in Gottes Tempel sitzt und in dem roten Babel Rom regiert, und dass die römische Kurie die Synagoge der Satans ist". Im August 1520 vollendet er seine Schrift ,, an die Interesse des Adels deutscher Nation von des christlichen Stände, Besserung" mit der er die Interessen des Adels, aber auch des Bürgertums und der reichen Schichten trifft. Luther erklärt, dass es keinen Unterschied zwischen geistlicher und weltlicher Macht gibt, denn alle sind wahrhaftig geistlichen Standes und durch die Taufe zum Priester geweiht. Er will eine Verweltlichung der geistlichen Herrschaftsgebiete, die Auflösung der Orden, die Umwandlung der Klöster, der Hospitäler und Schulen. Luther will auch ein Konzil, eine Art Reichstag, wo das Volk auch sein Wort zu sagen hätte, verlangt die Aufhebung des Zölibats für den niederen Klerus, die Umgestaltung des Bildungswesen (er fordert ein großes Augenmerk auf die alten Sprachen), untersagt den Mönchen das Betteln, Beichtehören und Predigen. Luther schreibt in einer ,,normalen Sprache", damit jeder ihn lesen kann, der überhaupt lesen kann. Von den 7 Sakramenten behält er nur 3: die Taufe, das Abendmahl und die Buße, danach verzichtet er auch auf das Abendmahl. Er regt an, die Karitative neu zu regeln, fordert zur Sparsamkeit auf.

Nach diesen Vorschlägen gibt es positive wie negative Reaktionen: König Heinrich VIII. von England sagt, die Welt sei bisher blind gewesen, anderseits hält sich Erasmus von Rotterdam zurück, denn Italien bedeutet Renaissance, und die Humanisten brauchen die Renaissance. So wollen sie nicht so direkt gegen den Papst treten.

Wichtig ist der ,,Waffenstillstand" nach dem Tod Kaisers Maximilian II. am 12. Januar 1519, der die Nachfolge seines Enkels Karl nicht gesichert hat. Von nun an werden die folgenden Monate von der Kurie mehr für den Kampf um die Kaiserkrone benutzt als für Luthers Prozess. Es ist das Jahr zunehmender scharfer Angriffe Luthers auf die Papst-Kirche und das Jahr, in dem seine wirkungsvollsten Kampfschriften entstehen. Unter dem Einbruch ständig wachsenden allgemeinen Pfarrerhass gelingt es Luther, in ständiger Erwartung des Kirchenbannes das Volk zu überzeugen, dass das Papsttum zu Rom ein Werkzeug des Antichrists, des Teufels sei. Luthers Thesen verbreiten sich immer wieder und seine ersten Appelle an die breite Öffentlichkeit finden im Inneren große Resonanz und Zustimmung.

Nach der Kaiserwahl Karls V. nimmt die Kurie den im Juni 1518 begonnenen Prozess gegen den Ketzer von Wittenberg wieder auf. Nachdem eine Kommission ein Recht oberflächliches Gutachten abgegeben hat, wird ,,dem Ketzer" eine Frist von 60 Tagen zum Widerruf eingeräumt, anderenfalls soll er den Bannfluch verhängt werden. Deswegen schreibt Luther an Leo X., indem er ihn seiner persönlichen Weltschätzung versichert, gleichzeitig jedoch das Papsttum als Institution kompromisslos ablehnt.

Da die Reue nicht mehr zu erwarten ist, wird am 3. Januar 1521 der Bann über ihn verhängt. Nach der Bekanntmachung der päpstlichen Bulle und der angestrebten Verbrennung lutherischer Schriften verbrennt Luther als Rache die kirchlichen Rechtsbücher, päpstliche Dekretalien und Schriften seiner Gegner - vor allem Ecks und Hieronymus Emsers, des Bocks von Leipzig- und schließlich einen Druck der Bulle ,,Exsurge Domine". Noch Stunden danach sollen die Studenten das Feuer unterhalten haben. Luthers Bücher dagegen werden nicht so oft verbrannt, denn die päpstlichen Legaten Aleander und Eck stoßen überall auf großen Widerstand. Hiermit entstehen Unruhen. Die Reichsstände fordern von Karl V., Luther nach Worms vorzuladen, und sagen, dass es in Hinblick auf die allgemeiner Unruhe des gemeinen Mannes im Reich Unglück wäre, Luther zu verurteilen, ohne ihn angehört zu haben.

Als Luther -trotz Verdauungsproblemen- nach Worms fährt , gestaltet sich der Weg von Wittenberg nach Worms zu einem ,,Thriumphzug" . Er wird von den Volksmassen unterstützt und geschützt: in Naumburg ist er Ehrengast des Oberhauptes, in Weimar empfängt er herzögliches Zehrgeld, in Erfurt ziehen ihm Professoren und Studenten der Universität mit dem Rektor schon weit vor den Toren der Stadt entgegen. Am 16. April erreicht er Worms. Dort erregt er mehr Aufsehen als die kaiserliche Majestät oder ein anderer Fürst. Seine Popularität ist so groß geworden, dass der Klerus fast nichts gegen ihn tun kann . Am 17.April 1521 steht Luther vor dem Kaiser und den Reichsständen. Ausdrücklich bekennt er, die ihm vorgelegten Bücher und Schriften verfasst zu haben. Zum Widerruf aufgefordert bittet er sich Bedenkzeit aus. Gut vorbereitet erscheint er am folgenden Tag im überfüllten Saal des bischöflichen Schlosses. Er erklärt ,,sich bereit, sich von jedermann eines Besseren Belehren zu lassen, denn er sei ein irrender Mensch". Daher beschwört er den Kaiser, Fürsten, Stände, und überhaupt alle, ihn aus der Heiligen Schrift zu widerlegen. Abermals zu einem Widerruf und zu einer eindeutigen Antwort aufgefordert , entgegnet Luther: ,,Wenn ich nicht durch Beweise aus der Schrift oder klare Vernunftsgründe überzeugt werde , so bin ich durch die Stellen der Heiligen Schrift , die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen, und gefangen in dem Wort Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sich selbst, noch heilsam ist . Gott helfe mir. Amen." Er lehnt alle Kompromisse und Vorschläge ebenso wie massive Drohungen strikt ab. Da entstehen Unruhen in Worms. Es könnte schnell zu wichtigeren Unruhen kommen, wenn es heiße, Luther sei verurteilt worden, ohne widerlegt worden zu sein. Als er ein zweites mal vor einer Kommission bestehen muss ( diesmal vor einer Kommission von hochgelehrten Leuten, unter denen Peutiger, der Humanist, und der badische Kanzler Vehus sind), folgt noch kein Widerruf. Am 25. April erfährt Luther, dass sein Geleit ihm gehalten wird, aber nur unter der Bedingung, unterwegs nicht zu predigen oder etwas zu schreiben, dadurch das Volk erregt würde.

Da es immer gefährlicher wird, beschließt Luther auf der Rückfahrt, für eine Zeit zu verschwinden. Als die Nachricht seines Verschwindens kommt, entstehen auch Gerüchte: Ermordung vom Papst, Schutz, manche hätten sogar seine Leiche gesehen. Niemand weiß genau, wo er ist.

Am 25. Mai 1521 wird das sogenannte Wormser Edikt geschrieben. Luther ist nun neben dem päpstlichen Bann auch vom dem Reichstag bedroht. Es wird verboten, seine Schrift zu lesen, zu kaufen, zu verkaufen, zu drucken, abzuschreiben: Luther wird verbannt.

Wartburg: In einer kleinen holzverkleideten Stube im Obergeschoss der Vogtei quartiert man Luther ein. Hier lebt er die ersten Wochen in völliger Abgeschiedenheit von den anderen Bewohnern der Burg. Luther hat Gesundheitsprobleme, er ist nämlich das normale Leben und vor allem das Essen nicht mehr gewöhnt. Er fragt sich, ob er recht hat, versucht seine Zweifel und die Unsicherheit durch Arbeit zu überwinden, den ,,Teufel mit der Tinte zu vertreiben". Eine Vielfalt von Schriften entstehen in Wartburg: "Auslegung des 68 Psalms", ,,vom Missbrauch der Messe", ,,Ein Urteil über die Mönchsgelübde"

Als Luther erfährt, dass erneute Ablasshändler durch das Land ziehen, kann er nicht länger schweigen: Er schreibt dem Erzbischof von Mainz, er solle ,,das arme Volk unverführt und unberaubet lassen"

Aber mit der Erscheinung neuer Bücher Luthers wollen Leute wissen, wo er ist; manche vermuten sogar, er sei auf der Wartburg: Um seine Sicherheit zu garantieren, schreibt er einen

Brief an Spalatin, damit die Leute glauben, er sei irgendwo anders in einem Kloster.

Die Bibel war schon gegen den Willen Roms übersetzt worden, aber was diese wertvoll macht, ist die Tatsache, dass Luther im Gegensatz zu seinen Vorgängern die Vulgata nicht einfach ins Deutsche übersetzt, sondern sich an die griechischen und hebräischen Originaltexte hält. Von Dezember bis März 1522 sitzt er täglich bis zu 6 Stunden über die Pergamente gebeugt, arbeitet am ersten Teil des Großen Werkes -dem Neuen Testament. Er will ,,die Sprache des Menschen" benutzen , damit jedem, der lesen kann, der Zugang zu Gottes Wort möglich ist. Natürlich hat er bei dieser Arbeit Helfer gehabt (Melanchthon, Johannes Bugenhogen, Justius Jonas und andere).

Das Neue Testament erscheint im September ,, das newe Testament deutzsch" , nach dem Erscheinungsmonat auch ,,Septemberbibel" genannt. Bereits im Dezember muss eine zweite Auflage gedruckt werden. Im Jahre 1534 vollendet Luther das große Werk. Kein literarisches Werk hat jemals wieder in solch kurzer Zeit so eine Verbreitung erfahren wie Luthers Bibel. Es entstehen Unruhen in Wittenberg, überall gehen Mönchen aus den Klöstern, Pfarrer heiraten sogar. Es kommt zu einem Bildersturm, dem eine Vielzahl von Gemälden, Plastiken und anderen Kunstwerken zum Opfer fallen.

An der Universität Wittenberg beginnt die Situation langsam bedrohlich zuwerden. Am 20. Januar 1522 ist ein Mandat des Reichsregiments ergangen, das sich gegen die Neuerungen in Wittenberg ausspricht. Im März fährt Luther dorthin, vor allem um die erregten Gemüter zu besänftigen, aber auch nicht zuletzt, um den Kurfürsten zu beruhigen, dessen Schutz man nach wir vor bedarf .Am 6. März zieht er mitten in einer Truppe Reiter, die er vor der Stadt getroffen hat, in Wittenberg ein, ohne dass man ihn erkennt. Von Wartburg hat er die Entwicklung in Wittenberg genau beobachtet, es entsprach genau seinen Vorstellungen, "Abschaffung der Messe, Einführung der Ordnung eines gemeinen Kastens". Innerhalb weniger Tage nach seiner Ankunft bringt Luther die Führung in der Stadt wieder an sich, indem er sich gegen den Aufruhr äußert.

Ende März 1522 erscheint ,,eine treue Vermahnung an alle Christen , sich zu hüten vor Aufruhr und Empörung", indem Luther alle weltliche Reformen als gegen Gott gerichtet ablehnt, aber gleichzeitig für christliche Reformen eintritt.

Nachdem Luther wieder aufgetreten ist, erheben die Katholiker Stände Protest und verlangen Luthers Arrest, also die Vollstreckung des Wormser Edikts. Aber da der seit 1522 neugewählte Papst Adrian VI. ihm ungewollt Recht gibt, indem er sagt, Luther sei eine Strafe für die Sünde der Geistlichen, kommt man nach nicht enden wollenden Verhandlungen zu dem Schluss, dass das Wormser Edikt nicht durchführbar ist; ein Konzil muss also weiter tagen.

Während dieser Zeit kommt es in Halle, Quedlinburg, Halberstedt und Bremen zu Aufständen, die sich gegen Geistliche und die Obrigkeit richten .Fast überall wird bei den Aufständen der Name Luthers erwähnt, so dass seine Gegner ihn beschuldigen, dem Aufruhr mit seiner ,,ketzerischen Lehre" Vorschub zu leisten.

In der Zeit geht Luther daran, sein reformatorisches Werk weiterzuführen und zu vertiefen. Im März 1523 erscheint seine Schrift ,, von weltlichen Obrigkeit und wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei"

1523- 1525 entstehen wichtigere Aufstände in anderen Städten . Die Bauern von Nürnberg legen ihre Forderungen in 12 Artikeln nieder, welche weit über die von Luther abgesteckten Grenzen der Reformation hinausgehen. Sie verlangen freie Pfarrerwahl in der Gemeinde, Abschaffung des ,,kleinen Zehnten", die Entlassung aus der Leibeigenschaft, freie Jagd, freies Holz, freies Gemeindeland, freies Fischen usw. Im April 1525 verfasst Luther die ,,Ermahnung zum Frieden" als Antwort auf die 12 Artikel der Bauernschaft in Schwaben. Er geht allerdings, nur auf 3 Artikel ein, auf solche, die er aus dem Evangelium erklären kann: Zu der Forderung nach freier Pfarrerwahl erklärt er, die Gemeinde solle die Pfarrer von der Obrigkeit annehmen, denn sonst müsste sie sie ernähren. Auch die Abschaffung der Leibeigenschaft sei im Evangelium nicht begründet, und nach freiem Jagd und freies Fischen verlange kein Christ: Luther spricht auch gegen den Aufruhr.

Haben die Unruhen unter der Bauernschaft zunächst nur katholische Herrschaftsgebiete erfasst, und hat Luther das als eine Strafe Gottes für die Herren, die sich nicht zum rechten Evangelium bekennen wollen, betrachtet, so beginnen sich bald auch im protestantischen Thüringen die Bauern zu wehren. Mitte Februar 1525 kommt Müntzer nach Mülhausen und wird Pfarrer im Sankt Marien. Lange vor seiner Rückkehr hat er den Boden für die Opposition Bewegung vorbereitet. Von hier aus will Müntzer eine Ordnung errichten, in der jeder zufrieden leben kann. Luther kritisiert den Mülhausener Vorgang , vor allem Müntzer: ,,wer den Müntzer gesehen hat, der kann sagen, er habe den Teufel leibhaftig gesehen in seinem höchsten Grimm". Er will und muss etwas gegen diese Entwicklung machen. Ende April reist er ins Unruhegebiet und predigt : überall ist der Erfolg gering.

Am 5.Mai 1525 ist Friedrich der Weise gestorben. Luthers großer Schützer und Gönner ist

Tod. Johann , sein Bruder, übernimmt alle Regierungsgeschäfte und folgt der Linie seines Bruders. Auch in ihm findet Luther einen Beschützer.

Die Bauern haben schon Städte erobert, wie zum Beispiel Colmar oder Schettsfeld, und wollen also keinen Kompromiss mehr, sie wollen den Sieg. Luther wird streng gegen sie reagieren, er spricht von der ,, mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern". Die Katholische spotten darüber und sagen: ,, er hat dieses Feuer angezündet und fleht jetzt die Obrigkeit an zu stechen, zu hauen, zu ermordern, und beredet sie, damit das Himmelreich zu verdienen, da es allenthalben brennt, will er wieder löschen, da es nicht mehr helfen will". Luther verteidigt sich, indem er sagt, er habe immer wider den Aufruhr gesprochen, so wurden viele Bauern von ihm enttäuscht und glauben an einen Verrat. Der Aufruhr entwickelt sich, und Müntzer wird als geistiger Führer der ganzen Bewegung anerkannt.

Am 15. Mai, nach Cantato, kommt es zu einer großen Niederlage der Bauern. Müntzer ist in den Händen seiner Feinde: er wird grausam gefoltert, seine Qualen enden am 27.Mai 1525. Nach der furchtbaren Niederlage der Bauern werden die Fürsten die stärkste politische Macht in Deutschland, Luther muss also mit den Adligen auskommen: die bürgerlich-gemäßigte Richtung der Reformation muss sich enger anlehnen und wird dadurch mehr und mehr eine Reformation von oben.

Als die Klosterfluchten beginnen, wagen neun Mädchen Ostern 1523 die Flucht aus der strengen Klausur von Nürenberg hinaus in der Welt. Die Flucht gelingt und bald liegt die Grenze Kursachsens hinter den Mädchen und vor ihnen, Wittenberg. Eines der neun aus Nimbschen entlaufenen Nonnen, die 24-jährige Katharina von Bora, kommt ins Haus des Malers Cranach. Sie muss ihn heiraten, aber da die Eltern des Malers wieder nach Hause kommen und erfahren, woher das Mädchen kommt, weigern sie sich, diese Heirat anzunehmen. Dann stellt man der Nonne andere mögliche Ehemänner vor, aber diesmal weigert sich Katharina, und sagt, sie würde lieber Martin Luther heiraten. Luther, der ein Vorbild sein wollte, ist also damit ganz einverstanden: und am 13. Juli 1525 heiratet der Mönch die Nonne. Am 7.07.1526 wird Luther ein Sohn, den er Hans nennt, geboren. Nach dem Bauernkrieg wird wieder von Luther gesprochen. In Dessau im Sommer 1525 haben Herzog Georg von Sachsen, Albrecht von Mainz und andere katholische Fürsten ein Bündnis geschaffen, dessen Ziel es ist, gegen die ,,lutherische Ketzerei" vorzugehen, notfalls auch mit Gewalt. Es wird sogar die Möglichkeit erwähnt, mit Heeresmacht in Kursachsen einzufallen.

Von nun an gibt es also neue Diskussionen, da die evangelische Seite nicht bereit ist, sich zu unterwerfen ; als sich schließlich zwischen den beiden eine Einigung abzeichnet, legt Erzherzog Ferdinand ein Schreiben des Kaisers vor, das die Durchsetzung des Wormser Edikt fordert, so scheitern wieder die Diskussionen.

1555 wird endlich die Verkündigung des Augsburger Religionsfrieden stattfinden: Wer die Herrschaft in einem Land besitzt, besitzt auch das Recht, die Religion der Untertanen zu bestimmen .

Aber schon bis 1529 ziehen Kommissionen durch die kursächsische Gemeinde, stellen die Zustände in der Gemeinde fest und verzeichnen gleichzeitig gewissermaßen den Besitz der Kirche. Alle Pfarrer, die nicht an die Lutherische Lehre halten, sollen weggehen. So ist es auch im katholischen Sachsen für die Protestanten. Im Kursachsen -dessen Beispiel wenige Zeit später Hessen folgt, wo man 1527 in Marburg die erste evangelische Universität gründet- wird der von Luther verfasste Katechismus, der 1529 erscheint, die Grundlage für die Tätigkeit der Pfarrer und der Gemeinden, es gibt eine Enteignung der Kirche. Bald schließen sich andere Territorien ab.

Anderseits wird nach dem Bauernkrieg der Gegensatz zwischen den Protestanten und den Humanisten noch mehr offenbar, der erste Grund dafür ist der Verfall der Wissenschaftler, es gibt aber auch andere Unterschiede: Vor allem wollen die Humanisten keinen richtigen Bruch mit Rom, sie klagen nur gegen ihre Bevormundung, und was wichtiger ist, die Humanisten wollen einen Reform der alten Kirche, keine neue Kirche.

1529: vor 3 Jahren ist es in Speyer noch zu einem Kompromiss in dem Glaubensstreit gekommen- jetzt ist es anders -, Karl V. fordert energisch die Durchführung des Wormser Edikts und die Festhaltung Luthers. Die hinter ihm stehende katholische Mehrheit unterstützt ihn .Dazu fordert sie neben der Zulassung des katholischen Gottesdienstes, dass in den evangelischen Gebieten die Enteignung der Kirchengüter untersagt sei .

Die Kursachsen von Hessen, Brandenburg, Anhalt, Braunschweig-Lüneburg und 14 Städte lehnen ab. In ihrer Protestschrift erinnern sie daran, dass der Beschluss von Speyer 1526 nur durch Einstimmigkeit, nicht durch Mehrheit , aufgehoben werden kann. Seit diesem Protest in Speyer 1529 werden die Protestanten so genannt. Die katholische Mehrheit aber beschließt in der Abwesenheit der Protestanten, dass das Wormser Edikt in Kraft bleibt.

Luther hat kein Geld, denn er will umsonst predigen und schreiben. Haushalt kostet aber Geld, und so hat Katharina viele Schwierigkeiten. Aber mit der Zeit wird sie mit den Problemen fertig. Luther nannte sie ,,Herr Käthe", denn sie hatte einen großen ,,Wirtschaftsverstand". Im Luthers Haus leben viele Leute: nach dem Tod seines Schwester bei der Pestepidemie hat er deren 5 Kinder bei sich aufgenommen, und dazu sind noch seine eigene Kinder ( Hans, Elisabeth, Martin, Paul, Margarethe). Luther sagt , dass er sehr an seinen Kindern hängt.

Am 3. August 1530 verlässt er Augsburg , da ein Reichstag hier stattfindet, und fährt mit Melanchthon Richtung Torgau über Jena, Weimar und Coburg. Als er sich in Augsburg versteckt, leidet er an Kopfschmerzen und Angstzuständen, er erfährt den Tod seines Vaters, der ihn sehr trifft. Er schreibt den ,,Sendbrief vom Doletschen" und überarbeitet die Fabeln Äsops Bei diesem Reichstag wird es über das Problem der türkischen Invasion gesprochen, man braucht die Einigkeit. So gibt es 1516 einen Bekenntnisartikel des Protestanten, der unter dem Namen ,, Augsburgische Konfession" bekannt worden ist. Verfasser der Konfessionsartikel ist Melanchthon, Luther hätte später gesagt, ,, sie gefällt mir fast wohl, und ich weiß nichts daran zu bessern und zu ändern. Melanchthon, der viel diplomatischer als Luther war, hatte nämlich kein Wort über das Sakrament , das göttliche Recht des Papsttums geschrieben, er versuchte, eine Einigung zu finden. Die Kirche macht danach eine ,,confutatio" als Widerlegung der Protestanten. Hier werden nur unterschiedliche Grundlagen des Glaubens gezeigt. Karl V verlangt, dass sich die Protestanten unterwerfen. Die beiden Seiten stehen unversöhnlich gegenüber, und die Forderungen der katholischen Seite festigen nur den Widerstand der protestantischen Stände .

Mit der Zeit werden immer mehr Territorien protestantisch, zum Beispiel Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg und Pommern.

Anfang Mai 1536 gibt es das Konvent ,,des Fernbleibens der protestantischen Stände vom Konzil", noch einmal werden die lutherischen Anschauungen über die päpstliche Messe, und das Papsttum im allgemeinen dargestellt.

Im Mai 1537 findet das Konzil von Mantua statt. Ziel dieses Konzils ist es, die ,,widerwärtige Ketzerei" auszurotten. Da die Protestanten so etwas unmöglich zustimmen können, kommt es zu einem Boykott.

Der Streit geht weiter: die Katholiker erkennen die bisherige Zustände nicht mehr an. Es kommt zu neuen Diskussionen bei dem Kaiser. Dieser beschließt, dass die bisherige Zustände- das heißt der Nürnberger Religionsfrieden ( der wurde am 3.August 1532 unterzeichnet und steht fest, dass man sich bis zu einem zukünftigen Konzil nicht wegen Glaubensdingen befehligen soll) und der Augsburger Reichstagsbeschluss- bis zu einem neuen Reichstag Beschluss noch immer gültig sind. (Die Türken drohten wieder das Land, und er brauchte also die Einheit).

Der Streit geht danach noch weiter , zum Beispiel mit der Doppelehe des Landgrafen von Hessen, und der Erpressung des Landgrafen durch die Kirche.

1542 erscheint nach endlosen Diskussionen der erste evangelische Bischof in Deutschland, und Luther selbst kümmert sich sehr um diesen ersten evangelischen Amtsbereich. Aber Luther wird alt, er ist schon sechzig , und krank.1542 beginnt er kränkelnd seine Vorlesung über die Genesis. Er sehnt nach Ruhe und wird immer empfindlicher. Selbst Melanchthon, sein engster Freund, wagt sich nicht mehr, mit ihm über alles zu sprechen, aus Angst, dass Luther ihn falsch versteht.

Bis zu seinem Tod gibt sich Luther nicht mehr mit dem Juden ab.

Am 23. Januar1546 bricht er von Wittenberg auf, um in Eisleben auf Bitten des Mansfelder Grafen einen Erbschaftsstreit zu schlichten. Aber sogar das Rütteln der Kutsche bereitet ihm Schmerzen. Als die Angelegenheit geordnet ist, packt ihn die Krankheit mit ganzer Kraft, fesselt ihn ans Bett. Am 18. Februar findet Luthers Leben seine Ende. Er wird in feierlichem Zug nach Wittenberg überführt, wo Philipp Melanchthon die Grabrede hält. Die Reformation wird seinen Schöpfer überleben.

Bibliographie

- RORORO bildmonographien n°98 Herausgegeben von Kurt Kusenberg Hans Lifje
- Martin Luther, Reformator und Rebell Biographie von Wolfgang Landgraf Verlag neues Leben Berlin
- Martin Luther Werner Fleschendränger VEB Bibliographisches Institut Leipzig
- Text+Kritik Zeitschrift für Literatur Martin Luther Herausgegeben von Heinz Ludwig Arnold · http://www.luther.de

Université de Haute Alsace Friedrich Schiller Universität

Faculté des Lettres et Sciences Humaines Philosophische Fakultät Institut d´Etudes Allemandes Institut für Auslandgermanistik

Deutsch als Fremdsprache

Rapport de stage d´études à l´étranger:

Stage d´études à la ,,Friedrich Schiller Universität"(Iena, Thuringe, Allemagne)

d´otobre 1999 à juin 2000 dans le cadre du programme européen Erasmus-Socrates en année de Licence LCE

option Allemand

Avec le soutient du Conseil Régional d´Alsace

17 von 17 Seiten

Details

Titel
Luther, Martin
Autor
Jahr
1999
Seiten
17
Katalognummer
V101106
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Luther, Martin
Arbeit zitieren
Sébastien Hengy (Autor), 1999, Luther, Martin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101106

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