Ist Derridas Zeichenbegriff tatsächlich eine Abkehr von dem de Saussures?


Seminararbeit, 2000

28 Seiten, Note: 1-


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Inhalt

I. Einleitung

II. Der Zeichenbegriff Ferdinand de Saussures
1.Eigenschaften des Zeichenbegriffs nach de Saussure
1.1 Die Bilateralität
1.2 Die Beliebigkeit
1.3 Die Linearität
1.4 Die Unveränderlichkeit und die Veränderlichkeit
2. Zeichenrelationen
3. Die Rolle des Zeichenbegriffs im Sprachsystem

III. Der Zeichenbegriff von Jacques Derrida dem de Saussures gegenübergestellt Von Ferdinand de Saussure geschaffene Voraussetzungen
2. Eigenschaften des Zeichenbegriffs nach Derrida
3. Die Begründung des Saussureschen Phonozentrismus und dessen Ablehnung durch Derrida

IV. Der Psychologismus des phonozentrischen Zeichenmodells

V. Warum Derrida de Saussures Zeichenbegriff nicht komplett ablehnen kann

VI. Die Frage nach der Abkehr Derridas vom Zeichenbegriff de Saussures

I. Einleitung

Die Beschäftigung mit dem Zeichen als dem „Grundelement einer allgemeinen Zeichentheorie”1 durch die Wissenschaft der ‘Semiotik’, die eine „Theorie und Lehre von sprachlichen und nichtsprachlichen Zeichen und Zeichenprozessen [darstellt], in deren Zentrum die Erforschung natürlicher Sprache als umfassendstem Zeichensystem steht”2, geht auf eine lange Tradition zurück: So findet man schon bei Aristoteles den Begriff der Semiotik; die allgemeine Wissenschaft von den Zeichen ist also seit ihren Anfängen in die Tradition der europäischen Philosophie des antiken Griechenlandes eingebettet. Doch Meilensteine der zeichentheoretischen Überlegungen mit Relevanz für die Analyse der Gegenwartssprache wurden zum Einen zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Ferdinand de Saussures Entwicklung der Semiologie gesetzt, zum Anderen durch die vor allem seit der in den späten 1960ern aufkommenden Diskussion in der Reflexion des Strukturalismus und dessen kritischer Weiterentwicklung im Poststrukturalismus. Einen namhaften Vertreter des Letzteren verkörpert der französische Philosoph Jacques Derrida, dessen Kritik an de Saussures Zeichenbegriff vor Allem in seinem Werk „Grammatologie” prononciert die Dekonstruktion als literaturwissenschaftliche Methode des Poststrukturalismus vorstellt, welche die metaphysische, begriffsfixierte, logozentrische Denktradition des Abendlandes in Frage stellt.3 Diese neuartige Sichtweise als eine die semiotischen Grundlagen der abendländischen Denktradition seit der Antike in Frage stellende, regt einen Vergleich an: Die Gegenüberstellung des der traditionellen Semiologe verhafteten Zeichenbegriffs de Saussures zu der kritischen Neuentwickelung dieser Zeichenkonzeption durch Derrida in der Erwartung der Vorstellung eines ‘revolutionär’ erneuerten Zeichenmodells. Deshalb soll in dieser Arbeit der Zeichenbegriff de Saussures mit dem von Derrida unter der Fragestellung „Ist Derridas Zeichenbegriff tatsächlich eine Abkehr von dem de Saussures?” in dem Sinne, dass die Abkehr diesen Bruch mit der traditionellen Zeichenidee darstellt, verglichen und analysiert werden.

II. Der Zeichenbegriff Ferdinand de Saussures

1. Eigenschaften des Zeichenbegriffs nach de Saussure

1.1 Die Bilateralität

Nach de Saussure ist das Zeichen als sprachliche Einheit stets unter dem Aspekt der Zweiseitigkeit -oder Bilateralität- zu sehen. Diese Doppelseitigkeit des sprachlichen Zeichens ergibt sich aus der Vereinigung zweier psychischer Bestandteile: Der Vorstellung und des Lautbildes.4 Die Verbindung der zwei Bestandteile des Zeichens erfolgt durch den Sprachbenutzer, der durch das „Band der Assoziation” einen Bezug zwischen Lautbild und Vorstellung herstellt;5 doch eine generelle Einbindung des Zeichenverwenders in die Einheit des Zeichens wie zum Beispiel bei Morris’ Begriff des Semiotischen Dreiecks vernachlässigt de Saussure noch. Dass es sich aber besonders beim Lautbild des sprachlichen Zeichens um einen psychischen Bestandteil und keine materielle Zusammensetzung verschiedener Phoneme handelt, verdeutlicht de Saussure am Beispiel der Möglichkeit, sich Lautbilder allein gedanklich, also psychisch vorstellen zu können, wenn man etwa im Geiste ein Gedicht rezitiert, ohne sich der phonetischen Sprechwerkzeuge bedienen zu müssen.6 Hier trennnt de Saussure das Zeichen als sprachliche Einheit vom Bereich der Artikulation im tatsächlichen Sprechakt ab.

Die Einheit von Lautbild und Vorstellung aber ist unteilbar: So wie bei einem Blatt Papier untrennbar Vorder- und Rückseite miteinander verbunden sind, sieht de Saussure die Vorstellung und das Lautbild des einzelnen Sprachzeichens und damit die Gesamtheit der Sprache als Einheit von Gedanken und Lauten ineinander verflochten .7

In der Frage um die Beziehung oder Zuordnung der beiden Einheiten des Zeichens, die der Terminologie de Saussures folgend künftig hauptsächlich Bezeichnendes oder Bezeichnung statt Lautbild und Bezeichnetes statt Vorstellung genannt werden,8 trifft man auf eine weitere wesentliche Eigenschaft des Zeichenbegriffs nach de Saussure, nämlich die Beliebigkeit oder Willkürlichkeit von sprachlichen Zeichen.

1.2 Die Beliebigkeit

Da wie schon erwähnt die Verbindung von Bezeichnetem und Bezeichnung assoziativ frei oder beliebig im menschlichen Gehirn erfolgt, ist es zulässig, auch das Sprachzeichen als Gesamtheit der Verbindung beliebig zu nennen.9 Mit ‘beliebig’ ist hier die Tatsache gemeint, dass ein zu bezeichnendes Etwas nie die spezifische Bezeichnung als Lautfolge fordert, die ihm zugewiesen ist. So ist beispielsweise „die Vorstellung ‘Schwester’ durch keinerlei innere Beziehung mit der Lautfolge Schwester verbunden”;10 es gibt keinen rationalen Grund dafür, warum für diese Vorstellung genau dieses Lautbild verwendet wird. Dieser allgemein anerkannte Grundsatz der Beliebigkeit sprachlicher Zeichen manifestiert sich im Vergleich zweier verschiedener Sprachen; so findet man für die Vorstellung eines Ochsen im Deutschen die Lautfolge ‘ oks ’ und im Französischen ‘ böf ’.11 Ein Problem der Beliebigkeit von Zeichen ist allerdings das der Kommunikation: Anhand der Frage, wie Individuen kommunizieren können, wenn die Zuordnung von Bezeichnung zu Bezeichnetem völlig beliebig ist, grenzt de Saussure das sprachliche Zeichen zum Einen von natürlichen, nonverbalen Kommunikationszeichen wie Gestik und Mimik, zum Anderen von Höflichkeitszeichen, wie Respektsbekundungen ab.12

Denn im Gegensatz zu den natürlichen Zeichen, die in ihrer Beliebigkeit eingeschränkt sind, und den Höflichkeitszeichen, deren Anwendung der standardisierten Befolgung von Regeln dient und nicht der Übermittlung einer inneren Bedeutung, sind im Umgang mit Sprachzeichen Konventionen erforderlich, damit man sich über die Bedeutung dieser Zeichen klar verständigen kann; de Saussure nennt diese auch Kollektivgewohnheiten.13 Im Zuge des Postulats der Beliebigkeit lehnt de Saussure auch den Begriff des ‘Symbols’ für das Sprachzeichen beziehungsweise für die Bezeichnungsseite des Sprachzeichens ab, da dieses bereits eine spezifische Beziehung zwischen Bezeichnung und Bezeichnetem impliziert, wie zum Beispiel das Symbol der Gerechtigkeit eine Waage und keine andere Vorstellung fordert.14 Denn das Bild der Waage wurde bewusst ausgewählt, um die Gerechtigkeit zu symbolisieren; die feste Zuordnung ist demnach durch den Sprachbenutzer intendiert beziehungsweise motiviert. De Saussure zufolge lässt sich das Prinzip der Beliebigkeit von Sprachzeichen auch unter Berücksichtigung der Existenz onomatopoetischer Ausdrücke und Ausrufe aufrecht erhalten, deren Entstehung oft fälschlicherweise auf die lautliche Wiedergabe des Bezeichnenden in der Bezeichnung zurückgeführt wird, womit die Beziehung zwischen Bezeichnung und Bezeichnetem nicht beliebig sondern intendiert wäre.15 Doch de Saussure reagiert darauf, indem er erstens die Anzahl derartiger Ausrufe und Onomapoetika als viel geringer als allgemein angenommen charakterisiert, zweitens diese als zufälliges Ergebnis einer lautgeschichtlichen Entwicklung bezeichnet und drittens im Hinblick auf die Ausrufe allein wieder auf verschiedene Sprachen verweist, in denen die Ausdrücke zu unterschiedlich existieren, als dass man ein motiviertes Verhältnis zwischen Bezeichnung und Bezeichnetem erkennen könnte.16 Eine Einschränkung der totalen Beliebigkeit von Zeichen akzeptiert de Saussure lediglich in der Unterscheidung zwischen völliger und relativer Beliebigikeit von Zeichenfolgen oder Wörtern. So repräsentieren Wörter wie elf, Käfer, Trichter oder Docht eine völlige Beliebigkeit in dem Sinne, dass die assoziativen Beziehungen, die an diese Wörtern geknüpft werden, nicht durch ihr Lautbild motiviert sind im Gegensatz zu Wörtern wie Schäfer oder Dichter, da letztere als spezielle Wortformen von Lexemen Assoziationen zu anderen Wortformen des entsprechenden Lexems lenken, und man dadurch diese Zeichenfolgen nicht mehr als völlig beliebig sehen kann.17 Die Beliebigkeit ist hier durch die ‘dirigierende’ Lautfolge der Bezeichnung insofern relativiert, als dass auf der Bedeutungsseite dieser Wörter die Assoziationen in eine bestimmte Richtung, wie beispielsweise auf andere Wortformen des Lexems hin gelenkt werden. Hierbei beschäftigt man sich allerdings mit Relationen zwischen Sprachzeichen, auf die später genauer eingegangen wird.

1.3 Die Linearität

Da sich ein Zeichen stets aus der untrennbaren Einheit von Bezeichnung und Bezeichnetem zusammensetzt, kann man auch von einem linearen Charakter von Sprachzeichen sprechen, obwohl dieser strenggenommen nur die Seite der Bezeichnung betrifft. Dem Bezeichnendem als hörbarer Lautfolge wird eine temporale Eigenschaft in dem Sinne, dass es als eindimensionale Linie in seiner zeitlichen Ausdehnung meßbar und darstellbar ist, zugewiesen.18 Diese Eigenschaft der Linearität stellt nicht nur eine wichtige Charakterisierung der Sprachzeichen selbst und ihrer Beziehungen zueinander dar, da für die Sprachzeichen die Aufeinanderfolge in der Zeitlinie elementar für die Bedeutungskonstitution ist, sondern sie dient auch der Abtrennung von Sprachzeichen zu anderen Zeichen, wie sichtbaren, zum Beispiel maritimen Signalen, die in mehreren Dimensionen kombiniert sein können.19

1.4 Die Unveränderlichkeit und Veränderlichkeit

Das in der gleichzeitigen Unveränderlichkeit und Veränderlichkeit von Sprachzeichen scheinbar liegende Paradoxon lässt sich schnell auflösen, wenn man das Konstante des Zeichens als Unmöglichkeit der Individuen, Sprachzeichen zu verändern, begreift, und in der Veränderlichkeit der Sprachzeichen eine Eigendynamik erkennt, durch die es im Verlauf der Zeit ununterbrochen Mutationen erfährt.20 Die Unveränderlichkeit von Zeichen bezieht sich somit auf die schon skizzierten Konventionen, die innerhalb einer Sprachgemeinschaft herrschen und dort Kommunikation durch die Bewältigung der Beliebigkeit von Zeichen mittels Konventionen erst ermöglichen.21 Durch konventionelle Abmachungen wird zwar die Sprachgemeinschaft an die Sprache gebunden, das heisst weder das Individuum noch die Masse können die einmal gewählte Beziehung zwischen Bezeichnung und Bezeichnetem ändern, weil die Beliebigkeit in der Zeichenzuordnung hier ihre Gültigkeit verliert,22 aber zugleich wird damit auch die zur Kommunikation nötige Stabilität der Sprachzeichen gewährleistet. Die Konventionen dienen also zur Überwindung der allen Sprachzeichen eigentümlichen, jedoch für die Verständigung kontraproduktiven, Beliebigkeit, und bewirken für eine Sprachgemeinschaft deshalb die Unveränderlichkeit von Sprachzeichen. Die potentielle Veränderlichkeit der Sprachzeichen erstreckt sich somit für eine Sprachgemeinschaft auf den Teil der Theorie; warum allerdings eine Sprachgemeinschaft keinen Gebrauch von der theoretischen Möglichkeit macht, die Sprachzeichen und damit die Sprache zu verändern, hat verschiedene Ursachen:23 Erstens wird die Sprache idiomatisch benützt, das heisst, den Sprechenden sind die Sprachgesetze nicht einmal bewußt, was eine Veränderung derselben von vonherein ausschliesst.24 Zweitens basiert Sprache nicht auf vernünftigen konkreten Normen, sondern eben auf der Beliebigkeit der Beziehungen sprachlicher Zeichen; wie schon gezeigt existiert keine rationale Grundlage dafür, „ soeur vor sister, Ochs vor boeuf [.] vorzuziehen”.25 Ausserdem steht die Komplexität und die Kompliziertheit des Sprachsystems, sowie die Tatsache, dass Sprache und Sprachzeichen durch den ständigen, täglichen Gebrauch sämtlicher Individuen in ihrer Variabilität beschränkt sind, jeglichen Veränderungen im Wege.26

Denn damit eine Sprachgemeinschaft ihre Sprache und Sprachzeichen verändern könnte, müsste diese während des Veränderungsvorgangs die Benutzung der Sprache aussetzen, was allerdings durch die große Anzahl der Sprachbenutzer weder planbar noch durchfürbar wäre. Doch ausserhalb der Eingriffsmöglichkeit der Sprachgemeinschaft verändert sich das Sprachzeichen eben doch, dadurch, dass es sich „ununterbrochen in der Zeit fortpflanzt”27, also in den Generationen der Sprachbenutzer von jeher überliefert wird und sich selbst anpassend verändert. Dabei muss man die Veränderung des Sprachzeichens als eine „Verschiebung des Verhältnisses zwischen dem Bezeichneten und der Bezeichnung”28 sehen; beispielsweise wurde so aus dem lateinischen necare, welches ursprünglich ‘töten’ bedeutete, das französische noyer, dessen Bedeutung sich allerdings zu ‘ertränken’ verschoben hat.29 Als Beispiel einer Verschiebung auf der Bezeichnungsseite führt de Saussure die Umformung des deutschen dritteils zum Drittel an, wobei nicht die Seite des Bezeichneten, sondern das Lautbild in seiner materiellen Form durch eine geänderte Zeichenfolge und in seiner grammatikalischen Form variiert wurde.30

So wie de Saussure die Unveränderlichkeit von Zeichen hauptsächlich auf die Beliebigkeit zurückgeführt hat, gibt er den gleichen Grund für die Veränderlichkeit von Zeichen an; durch die Beliebigkeit ist theoretisch jede denkbare Beziehung zwischen Bezeichnung und Bezeichnetem möglich; die Sprache erweist sich also einerseits als dynamisch, denn sie entwickelt sich durch die Verschiebungen, die durch die Beliebigkeit der Zeichen möglich sind,31 andererseits bleibt sie für den Sprachbenutzer auch durch die Beliebigkeit und ihrer Überwindung durch Konventionen ein fixes, unveränderliches System.

2. Zeichenrelationen

Wenn man nun ein sprachliches Zeichen zwar als Einheit von Bezeichnung und Bezeichnetem erkennt, dieses aber nur isoliert von anderen Zeichen betrachtet, ohne auf Beziehungen von Zeichen untereinander einzugehen, kann das dazu führen, die Sprache als reine Nomenklatur zu sehen.32 Die Sprache als Nomenklatur würde demnach auf Verbindungen von Lautbildern und Vorstellungen basieren, die sich in jeweils einer Liste gegenüberstehend eins zu eins zugeordnet werden könnten; es gäbe für die Menge des Bezeichneten eine genau entsprechende Anzahl von Bezeichnungen.33 Um dies zu vermeiden, führt de Saussure den Begriff des Wertes von Zeichen ein; der Wert stellt die syntagmatische, das heisst lineare, Verbindung zu anderen Zeichen her; der Wert eines Zeichens ergibt sich nur aus dem gleichzeitigen Vorhandensein anderer Zeichen oder Werte.34 Im Gegensatz zur Bedeutung eines Zeichens, welche der inneren Einheit des Zeichenbegriffs genügt, findet sich der Wert eines Zeichens nur in der Beziehung zu anderen Zeichen.35 Ein Wort hat demnach nicht nur eine Bedeutung, sondern auch einen Wert, weil es in ein System eingebunden ist, also nicht isoliert betrachtet wird.36 Damit sich der Wert eines Wortes im System konstituiert, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Erstens muss das Wort gegen etwas ‘Unähnliches’, beispielsweise eine Vorstellung ausgewechselt werden können,37 wie es im menschlichen Gehirn passiert, wenn dem Wort eine Bedeutung zugewiesen wird; zweitens muss es mit einer Sache gleicher Natur verglichen werden können, also mit einem anderen Wort;38 die Bedeutung oder der Sinn eines Satzes ergibt sich also nur in der Oppositionsstellung der Einzelbedeutungen der Satzelemente zu anderen Wörtern nach dem Prinzip der Wertfindung dieser Wörter durch die Berücksichtigung syntagmatischer Beziehungen. De Saussure beschreibt hier mit Hilfe des Wertbegriffes die Bedeutungskonstitution durch die Oppositionsstellung der Elemente; ein Element bildet also nur einen Sinn aus, indem es von anderen Elementen unterschieden wird; es wird nicht als dieses spezifische Element erkannt und mit einer Bedeutung verbunden, sondern nur weil es von allen anderen, differenten Elemente abgegrenzt werden kann. Dies untermauert de Saussure, indem er auf unterschiedliche, individuelle Verschriftlichungen der lautlichen Seite desselben Zeichens hinweist. So werden die in verschiedenen Handschriften jeweils unterschiedlich geschriebenen Schriftzeichen auch nur aus ihrer Gegenüberstellung zu den anderen Buchstaben erkannt: Es gibt keine alleingültige Schreibweise für einen Buchstaben; solange er sich von Schreibweisen anderer Buchstaben unterscheidet, wird er als spezieller Buchstabe identifiziert, jedoch muss nicht eine Normform hundertprozentig erfüllt sein, es genügt, wenn eine Variante dieser Form darauf schließen lässt, dass es sich hier um diesen Buchstaben und keinen der anderen handelt.39

Die Bedeutung eines Zeichens lässt sich also nur aus den Beziehungen der Zeichenelemente erschliessen, sie offenbart sich nicht in einem Einzelzeichen selbst. Das gilt sowohl für die Beziehungen der Seite des Bezeichneten, als auch für die der Bezeichnungsseite, wie es eben das Beispiel der Schriftzeichen bewies. Um die Zeichenbeziehungen genauer untersuchen zu können, ist es sinnvoll, sie in syntagmatische und assoziative Relationsarten aufzuteilen; der Vorgehensweise de Saussures entsprechend. Implizit wurde die syntagmatische Beziehung schon beschrieben als eine auf der Linearität der Sprachzeichen beruhende, da die Elemente in einer Kette des Sprechens stehen, und ihren Wert nur durch die Gegenüberstellung zu den in der zeitlichen Artikulationslinie vorausgehenden und nachfolgenden sprachlichen Zeichen erhalten. Die syntagmatischen Beziehungen von Sprachzeichen existieren also in einer Anreihungsbeziehung in praesentia, während die assoziativen Beziehungen in absentia, in einer potentiellen Gedächtnisreihe geschehen.40 Diese Gedächtnisreihe entsteht, indem ausserhalb des gesprochenen Satzes, im Gehirn des Zeichenbenutzers, Wörter zu Gruppen zusammengefasst werden, die durch das Lautbild des präsenten Wortes motiviert ‘assoziiert’ werden.41 Das Lautbild bewirkt die Verknüpfung der konventionell geforderten Vorstellung mit anderen Vorstellungen, die sich aufgrund einer assoziativen Ähnlichkeit wie beim Beispiel der unterschiedlichen Wortformen eines gleichen Lexems herleiten lässt. Diese assoziativen Zeichenbeziehungen, wie auch die syntagmatischen, existieren ständig und werden zum Teil unbewusst vollzogen; sodass sich „die Gesamtheit der lautlichen und begrifflichen Verschiedenheiten, welche die Sprache bilden,”42 aus diesen Beziehungen erst ergibt.

3. Die Rolle des Zeichenbegriffs im Sprachsystem

Die Sprache als ein System aus Zeichen, deren Eigenschaften und Relationen nun hinreichend beschrieben wurden, lässt sich folglich als das Verbindungsglied zwischen den zum Denken zusammengefassten Einzelvorstellungen und der zu komplexen Einheiten syntagmatisch verbundenen Einzelbezeichnungen charakterisieren. De Saussure bezeichnet diese lautlichen Komplexe auch als ‘lautliche Materie’, um aufzuzeigen, dass diese weder fest abgegrenzt noch bestimmt sind, sondern als ein „plastischer Stoff [gesehen werden muss], der in gesonderte Teile zerlegt wird, um Bezeichnungen zu liefern, welche das Denken nötig hat.”43 Doch auch das Denken erscheint als eine „Nebelwolke, in der nichts notwendigerweise begrenzt ist”; demnach erweisen sich die Sprachzeichen und damit die Sprache als entscheidend relevant für das Auseinanderhalten und natürlich die Artikulation von Gedanken.44 Die Sprache dient also als Medium, um das Denken ordnen und mitteilen zu können, um Gedanken überhaupt ‘fassen’zu können. Spätestens an dieser Stelle wird die Notwendigkeit des psychischen Naturells von Sprachzeichen auch und gerade bezüglich des Lautbildes deutlich. In ihrer Aufgabe, Gedanken aus dem unabgegrenzten, gestaltlosen Denken zu konturieren und mit Lautbildern aus der ebenso unbestimmten, ungeformten sprachlichen Materie zu verbinden, untergliedert die Sprache sich selbst in Einheiten, welche in strukturalistischer Methodik bis zur elementaren Ebene der Sprachzeichen als Summe zweier Teile verschiedenartiger Natur aufgelöst werden, auf deren Untersuchung die Sprachwissenschaft basiert.45 Das hierbei bereits angedeutete, angemessene methodologische Vorgehen der strukturalen Linguistik expliziert de Saussure, indem er die theoretisch mögliche Verfahrensweise mit dem Sprachzeichen als Ausgangspunkt ablehnt, wobei die vom System abgetrennte, einzeln betrachtete sprachliche Einheit zur Re-Konstruktion des gesamten Systems führen soll, und fordert, dass umgekehrt durch die Analyse des zusammenhängenden Ganzen die Bestandteile des Systems gewonnen werden sollen.46 Die Sprachzeichen, als aus der Analyse des gesamten Sprachsystems zu gewinnende Einheiten erfüllen somit durch ihre wechselseitigen Beziehungen innerhalb dieses Konstrukts untereinander nicht nur den alltäglichen Auftrag der Kommunikation. Eine weitere, dem Sprachbenutzer oft unbewusste Aufgabe, die der Wesenseigenschaft der Bilateralität von Sprachzeichen als Einheit psychischer Bestandteile vielmehr entspricht, ist die Strukturierung und Einfassung des ungeordneten menschlichen Denkens in explizierbare, den Umgang damit ermöglichende Formen.

III. Der Zeichenbegriff von Jacques Derrida dem de Saussures gegenübergestellt

1. Von Ferdinand de Saussure geschaffene Voraussetzungen

Dem bilateralen Zeichenbegriff wird auch noch lange Zeit nach seiner Einführung durch de Saussure weitgehendst Akzeptanz gezollt; so begründet Derrida beispielsweise seine Bezugnahme auf de Saussure darauf, dass „selbst jene, die ihn kritisieren, ihn als Begründer der Semiologie anerkennen, und seine Begrifflichkeit größtenteil[s] übernehmen”47. Derrida zufolge wurden in der Begründung der Semiologie durch de Saussure zwei wesentliche Neuerungen gegenüber dem traditionellen Zeichenbegriff festgehalten; zum Einen die Untrennbarkeit von Signifikat und Signifikant, und zum Zweiten die Erkenntnis der psychische Existenz und Gestaltlosigkeit der lautlichen Materie gegenüber dem Laut als materiellen Element, welcher allerdings nicht der Sprache in diesem Sinnne angehöre.48 Doch einen Kompromiss die terminologische Möglichkeit der Sprache betreffend musste de Saussure in der Übernahme des Ausdrucks ‘Zeichen’ für die Beschreibung der Einheit von Signifikat und Signifikant eingehen; die beiden letzten Begriffe in linguistischer Verwendung sind allerdings wieder von de Saussure geprägt.49

2. Eigenschaften des Zeichenbegriffs nach Derrida

Bei Derrida steht das Zeichen in erster Linie als ein Stellvertreter für eine zu erwartende Ankunft, mit dem Zeichen wird eine abwesende Präsenz mitgedacht, das Zeichen steht für etwas, was nicht vorhanden, also nicht präsent ist.50 Hierbei wird aber eine Wertung, oder Abwertung, des Zeichens gegenüber der metaphysischen Nicht-Präsenz, an deren Stelle es tritt, impliziert, denn das reale Zeichen wird als vorläufig oder sekundär betrachtet hinsichtlich der Erwartung der wirklichen Erscheinung des Metaphysischen.51 Diese Eigenschaft des Zeichens, als vorläufiger Ersatz für eine metaphysische Entsprechung eine Erwartungshaltung bezüglich einer späteren Ankunft des Bezeichneten zu produzieren, welches sich allerdings niemals wie das Zeichen materialisieren wird, also nie präsent sein wird und das Zeichen von seiner Stellvertreterrolle ablösen wird, nennt Derrida ‘Temporisation’.52 Hier findet sich also in der Einbindung des Zeitaspekts die metaphysische Parallelisierung zur syntagmatischen Zeichenrelation bei de Saussure, die bei diesem allerdings auf die materielle, lautliche Seite des Zeichens beschränkt bleibt und die lineare Beziehung zu anderen lautlichen Seiten von Zeichen charakterisiert. Bei Derrida dagegen, um es in der Terminologie de Saussures auszdrücken, wird die Beziehung innerhalb des Zeichens zwischen Signifikant und Signifikat ‘verzeitlicht’, in dem Sinne dass das Signifikant eine zeitlich verzögerte Be-Greifung des Signifikats verspricht.

Eine zweite wesentliche Eigenschaft des Zeichens liegt nach Derrida im Aspekt der Verräumlichung von Zeichen,53 welcher ebenfalls in einer Parallele zu de Saussures assoziativen und syntagmatischen Zeichenrelationen gesehen werden kann, die für die Bedeutungskonstitution durch die Oppositionsstellung von Zeichen wichtig sind. Die Verräumlichung beschreibt also die „differentielle Bestimmtheit aller sprachlichen Elemente”; „jedes Gegenwärtige”, also die Summe aller Zeichen als Präsenzen, „ist nur in dem und durch das, was es nicht ist”.54 Damit ist gemeint, dass man ein Zeichen nicht isoliert betrachtet auf Grund seiner Spezifität erkennen kann, sondern nur durch die Opposition zu anderen Zeichen, also dadurch, dass man es in der Unterscheidung als dieses und keins der anderen Zeichen erkennt. Durch diese Verräumlichung des Zeichens als ein nicht fix im imaginierten Raum eines Komplexes aus Zeichen zu betrachtender Punkt, sondern als ein sich im Raum durch Berücksichtigung seiner Beziehungen zu den andern Raumpunkten (gleich Zeichen) ausdehnendes, und durch die Temporisation als zeitlich verzögerte Zuordnung von Signifikat zu Signifikant, gibt es keine statische Bedeutung wie bei de Saussure, wo „der Prozess des Bedeutens als abschließbar gedacht wird”55, sondern eine „Bewegung des Bedeutens”56.

Über die Temporisation der Zeichen, also die Einfügung des Zeitfaktors zwischen die „Ordnung” des Signifikats und des Singifikanten, und die damit verbundene ungleichzeitige, wenigstens um einen Atemzug zeitlich verschobene Parallelisierung der Ordnungen der beiden Zeicheneinheiten, gelangt Derrida zu seiner Definition der Bestimmung des Zeichenbegriffes.57 Derridas Antwort auf die Frage nach dem Wesen des Zeichens wäre, dass das Zeichen einerseits die „Einheit einer Heterogenität darstellen” müsse, weil sich Signifikat und Signifikant -oder „Spur”- voneinander unterscheiden, nicht homogene Bestandteile der Zeicheneinheit sind, zweitens dass sich der Sinn eines Zeichens nicht durch die Beziehung des Signifikats zu seiner möglichen Spur festlegen lasse, und dass „das ‘formale Wesen’des Zeichens [.] nur von seiner Präsenz aus bestimmt werden” könne.58 Man kann an das Zeichen also nur über die materielle, lautliche Seite herangehen, welche durch die Nähe zum Wort, zur Explikation durch die Sprache, gegenüber der immateriellen Seite privilegiert ist.

Das Signifikat unterscheidet sich also vom Signifikanten im Wesentlichen dadurch, dass das Signifikat als „ein prinzipiell in der erfüllten Präsenz eines intuitiven Bewußtseins denkbarer Sinn” auch ohne den Signifikanten in seiner vorliegenden Form existieren kann;59 hier scheint sich Derridas Zeichenkonzeption in einem wesentlichen Punkt von de Saussures Postulat abzusondern, dass die zwei Zeicheneinheiten untrennbar miteinander verknüpft sind und es kein Signifikat ohne Signifikant geben kann.60 Um die lautliche Seite des Zeichens besser erklären zu können, führt Derrida den Begriff der Spur an Stelle des Signifikanten ein: Diese Spur ist zwar auf der Ebene des Signifikanten anzusiedeln, aber nicht mit diesem in seinen Implikationen identisch;61 ihre Eigenschaften sind denen des Zeichens bei de Saussure nicht unähnlich; so gilt die Spur als konventionalisiert, als unmotiviert im Sinne der Beliebigkeit bei de Saussure, und ihre Aufgabe ist die Strukturierung der materiellen Seite, der Seite des ‘Seienden’, sie selbst stellt aber keine Struktur dar.62 Jedoch dient sie, im Gegensatz zu de Saussures Signifikanten, der Veranschaulichung der Bewegung der Bedeutung. So ist sie auch nicht streng auf die Seite des Lautlichen beschränkt, sondern greift auf die metaphysische Seite des Signifikats über: Derrida zufolge befindet sich jedes Signifikat „schon immer in der Position eines Signifikanten”, in der Spur eines Signifikanten, markiert also eine Spur, wird zu einem Element der Spur.63 Dies lässt sich erklären, wenn man die Signifikatseite in eine Denotationsebene und eine Konnotationsebene untergliedert, wobei die Denotation die ‘Bedeutung’ des Signifikanten, also das Signifikat, darstellt. Diese erste Bedeutung des Signifikanten als denotatives Signifikat kann nun aber selbst in die Rolle eines Signifikanten schlüpfen, dem ein anderes Signifikat in Form einer Konnotation zugeordnet wird, welche die zweite Bedeutungsebene darstellt. Doch auch diese konnotative Bedeutung ist nicht als Endstufe eines Bedeutungsvorganges zu sehen, da die Konnotation wiederum Signifikant für eine Konnotation zweiter Ebene, inzwischen Bedeutung oder Signifikat dritter Ebene, werden kann. Die Fortsetzung dieser Bedeutungskette, oder Spur, ist theoretisch ins Unendliche weiterführbar. In dieser Kette von Konnotationen, die nacheinander die Positionen von Signifikaten und Signifikanten einnehmen können, wird der Prozess der Bedeutungsbewegung vollzogen. Eine weitere dem Anliegen Derridas dienende Semantik des Begriffs Spur neben der des undefinierten Anfangs- und Endpunkt ist die Vagheit, die er ausdrückt, und die zeigt, wie man nur unpräzise mit der Spur als materieller, lautlicher Seite die immaterielle, metaphysische Seite der Vorstellung ausdrücken, erfassen, wiedergeben kann: Man hat als greifbare Materie nur eine Spur der Vorstellung, also etwas, das die Vorstellung hinterlässt, das auf die Vorstellung hinweist, was auf die Präsenz der Vorstellung schliessen lässt, aber keine hundertprozentige Erfassung oder Abbildung der Vorstellung selbst.

Während bei de Saussure also der Prozess des Bedeutens durch die Zuordnung eines Singifikanten abgeschlossen ist -dieser Vorgang wurde bereits beschrieben- , hebt Derrida die Trennung von Signifikat und Signifikant vollständig auf: Erstens, indem er statt des Signifikanten die Spur als Indikator für die Bewegung des Bedeutungsvorganges einführt, und zweitens, indem er darauf aufmerksam macht, dass es auch kein Signifikat im Sinne de Saussures geben könne, da jedes Singifikat auf Grund dieser Bewegung selbst zum Signifikanten werden kann.64 In der Ablehnung des Signifikanten nach de Saussure, der Etablierung der Spur stattdessen und der Aufhebung der Unterscheidung oder Trennung von Signifikat und Signifikant spiegelt sich schon die daraus zwingend folgende Ablehnung des zweiseitigen Zeichenbegriffs in seiner Gesamtheit durch Derrida wider; präzisiert wird diese Negation allerdings auf der Ebene der Zurückweisung der Konzeption des Phonozentrismus bei de Saussure.

3. Die Begründung des Saussureschen Phonozentrismus und dessen Ablehnung durch Derrida

Der Phonozentrismus, also die Privilegierung der Sprache vor der Schrift, wird Derrida zufolge durch den Zeichenbegriff als Einheit von Signifikat und Signifikant induziert; denn in der Sprache wird jeder Signifikant dem gedachten Begriff maximal angenähert.65 Das folgt daraus, dass die „Stimme dem Signifikat am nächsten” ist, wogegen der Signifikant als „Derivat” repräsentiert, ohne einen Sinn zu bilden;66 doch da in der Sprache gegenüber der Schrift Möglichkeiten paraverbaler Hilfestellungen zur Bedeutungsübermittlung wie Betonung, Rhythmus, Intonation etc. bestehen, ist hier die Annäherung des Signifikanten als höchst möglich zu betrachten.

Der Phonozentrismus erfährt also einen Einklang in der Verbindung mit dem Konzept des zweiseitigen Zeichenbegriffs: Die Idee der Bevorzugung der Sprache setzt die Trennungsmöglichkeit von Signifikat und Signifikant sowie die zielgerichtete Statik der Bedeutungskonstitution als abgeschlossene Zuordnung eines Signifikanten zu einem Signifikat voraus, damit man überhaupt erst von einer größtmöglichen Annäherung des Signifikanten an den Signifikat durch die stimmliche Artikulation sprechen kann.

Doch die Ablehnung der Schrift hat in der ‘Epoche des Phonozentrismus’, in der nicht nur die Schrift, sondern auch die Lektüre, die Produktion, Interpretation und der Text einen sekundären Stellenwert erfahren,67 weitere Gründe. Diese zweitrangige Position beruht auf der Vorstellung, dass die Schrift selbst auf einen Signifikanten hinweist, dieser aber erst auf den Gedanken verweist;68 der Schrift ist also der direkte Bezug zur Vorstellung genommen, dadurch dass ihr das einzelne sprachliche Zeichen dazwischengeschaltet ist. Dies erinnert jedoch an die hermeneutische Idee, jede Rezeption von Schrift bereits als Veränderung des Objekttextes im Sinne einer Interpretation zu sehen. Denn, nach Derridas Schilderung der Selbstlegitimation des Phonozentrismus ist die Vorstellung zuerst im gesprochenen oder gedachten Wort manifestiert, welches dem geschriebenen stets vorangeht; die Schrift dagegen als künstliches, menschliches Produkt ist als entfernter von der Wahrheit oder dem Sinn zu denken als das Wort, da diese bereits im Wort konstituiert ist.69 Anders gesagt „bleibt [...] das Signifikat auf den Logos im allgemeinen unmittelbar und auf den Signifikanten [...] mittelbar bezogen.”70 In der Tradition des Phonozentrismus wird die Schrift durch de Saussure sogar soweit defunktionalisiert, dass ihr nur noch Repräsentationsaufgaben zukommen: Als vom Zeichensystem der Sprache zu unterscheidendes Zeichenystem wird die Schrift als Abbild der Sprache betrachtet.71 Doch dieser Kritik an der Schrift begegnet Derrida, indem er gerade auf die repräsentative Bestimmung der Zeichenidee de Saussures verweist, wo das Signifikant ja als Stellvertreter, als materieller Repräsentant des metaphysischen Singifikats fungiert, und darauf hinweist, dass diese Bestimmung der Schrift weder eine Wahl noch eine Wertung ausdrückt, sondern das Modell der phonetischen Schrift reflektiert.72

Für Derrida bedeutet die Ablehnung des Phonozentrismus somit reziprok die Hinwendung zur Schrift, beziehungsweise die Bevorzugung der Schrift vor der Sprache. Die Gründe entsprechen zum Teil gerade den Gründen, weshalb de Saussure die Sprache ins Zentrum seiner Aufmerksamkeit gestellt hat. Denn die Schrift kann sich Derrida zufolge von der Autorintention ablösen, das heisst im Gegensatz zur sprachlichen Äusserung ‘verderben’ paraverbale und nonverbale Kommunikationszeichen die Bedeutungsfindung nicht; in der Schrift wird die Aufmerksamkeit des Rezipienten im Versuch der Bedeutungskonstitution allein auf die Zeichen und ihre Beziehungen gelenkt.73 Damit beweist die Schrift ein Funktionieren der sprachlichen Zeichen nur innerhalb ihres Systems betrachtet; sie beweist die Kommunikationsfähigkeit sprachlicher Zeichen ohne Zuhilfenahme anderer Zeichen.74 In seiner Zeichenkonzeption greift Derrida die in phonozentrischer Sichtweise abzulehnende Sekundarität der Schrift, als Signifikant des Signifikanten (des Signifikats) von der Vorstellung weiter entfernt zu sein als die Sprache, auf, und verwendet sie, mit der schon beschriebenen neuen These der Instabilität der Trennung von Signifikant und Signifikat, welche nun die Möglichkeit eröffnet, jedes Signifikat in der Position eines Signifikanten zu sehen, verknüpft, um die Bewegung der Bedeutungsfindung darzustellen.75

IV. Der Psychologismus des phonozentrischen Zeichenmodells

Der Zusammenhang zwischen dem bilateralen Zeichenmodell de Saussures und dem noch näher zu definierenden Psychologismus ist schnell erklärt: Nach Derrida gilt de Saussures Aussage, dass das sprachliche Zeichen in seiner Zweiseitigkeit etwas tatsächlich im Geist vorhandenes sei,76 nur unter der Bevorzugung der Sprache vor der Schrift.77 Sowohl das Signifikat als metaphysische Vorstellung als auch der Signifikant ist also tatsächlich im Geist vorhanden, und nicht bloß als materielle Lautfolge das Signifikat abbildend zu verstehen. Diese psychische Immaterialität des Signifikanten wird bei de Saussure mit dem Beispiel des gedanklichen Sprechens ohne Benutzung der Sprechwerkzeuge belegt.78 Damit erklärt sich von selbst, warum dieses Beispiel nicht mit der Schrift als Grundlage funktionieren würde, und de Saussure diese zurückweisen muss. Deshalb macht de Saussure die Untersuchung der sprachlichen Zeichen zum Kernstück der Semiologie, was aber die Wissenschaft der Psychologie in die Analyse des Zeichenbegriffs einbindet, denn der Psychologismus „ist dem Zeichenbegriff selbst ein- und vorgeschrieben” und bestimmt dadurch das semiologische Vorgehen.79 In Verbindung mit dem Phonozentrismus drückt der Psychologismus ja gerade den psychischen Charakter von Signifikat und Signifikant aus; dieser psychische Charakter des Signifikanten ermöglicht aber den ‘transzendentalen’ Status der Sprache, der besagt, dass sprachliche Zeichen nicht nur eine Möglichkeit des Umgangs mit Begriffen und Ideen darstellen, sondern vielmehr die Bedingung der Möglichkeit des Umgangs mit Begriffen;80 beispielsweise dadurch, Gedanken überhaupt fassbar zu machen.81

Derrida zufolge wird nun das semiologische Vorgehen dadurch bestimmt, dass de Saussure die Sprachwissenschaft als Teilgebiet der Semiologie einordnen will; diese Einordnung wird geradezu erzwungen durch die Zweiseitigkeit des Zeichenbegriffs, welche sowohl den Psychologismus als auch den Phonozentrismus erfordern, da die Untersuchung der Sprache in der Sprachwissenschaft der ‘Zeichenwissenschaft’ untergeordnet wird, wenn die wichtigste in der Semiologie zu analysierende Größe die Sprache darstellt.

Da Derrida allerdings umgekehrt die Semiologie als Teilgebiet der Sprachwissenschaft betrachtet, muss er stets zurückschreitend den Psychologismus, Phonozentrismus und den zweiseitigen Zeichenbegriff ablehnen, wenn er Kritik an einer dieser Ideen übt, da diese drei Modelle sich gegenseitig zirkulär voraussetzen. Konsequenterweise müsste Derrida nun im Zuge seines Hauptanliegens, der Rehabilitation der Schrift beziehungsweise der Aufhebung des Phonozentrismus,82 den kompletten Zeichenbegriff de Saussures zurückweisen; was sich jedoch nicht ohne Probleme bewerkstelligen lässt.

V. Warum Derrida de Saussures Zeichenbegriff nicht komplett ablehnen kann

Trotz vielfacher Kritikpunkte Derridas am Zeichenbegriff de Saussures kann Derrida einerseits auf die Begriffe des Zeichens nicht verzichten, will diese aber andererseits acuh nicht ungefragt übernehmen.83 Vielmehr müsse man das „Mißtrauen gegenüber der Differenz zwischen Signifikat und Signifikant” präzisieren; der Zeichenbegriff als solcher ist also nicht generell abzulehnen, sondern die dem Phonozentrismus anhaftende, strikte Entgegensetzung seiner beiden Bestandteile mit der Folge der „Exteriorität der Schrift” müsse aufgehoben werden.84

Der Zeichenbegriff ist also unter einer geänderten Sichtweise vom Privileg der Sprache weg zur Anerkennung der Schrift hin zu verwenden; solange er phonozentristisch betrachtet wird, ist er vollständig vom Gegensatz zwischen Sinnlichem und Intelligiblem bestimmt, der unter dieser Voraussetzung nicht überwunden werden kann.85

Um diese Differenz nun aufzulösen, und damit den Zeichenbegriff dem Phonozentrismus zu entziehen, zeigt Derrida zwei Wege auf: Der erste „klassische” Weg wäre die Unterordnung des Zeichens unter das Denken, indem man den Signifikanten des Zeichens reduziert oder ableitet;86 doch genau diesen Weg beschreibt die phonozentrische Bedeutungskonstitution, da dort der Signifikant in der Differenz von Sinnlichem und Intelligiblem eine Ableitung oder Abbildung des Signifikats repräsentiert und sich mit einer größtmöglichen Übereinstimmung an das Signifikat annähert; dieser Weg folgt demnach nicht dem Ziel der Abkehr vom Phonozentrismus. Der zweite Weg, den Derrida dem ersten entgegenhalten will, ist daraufhin ausgelegt, das System selbst, in dem die Reduktion des ersten Weges funktionierte, also das System der Entgegensetzung von Sinnlichem und Intelligiblem, in Frage zu stellen.87 Doch auch dieser Weg bringt keine befriedigende Lösung sondern endet in einem Zirkelschluss. Durch die Hinterfragung des Systems von Sinnlichem und Intelligiblem, beziehungsweise durch die Negation dieses Systems, lehnt man wiederum den Zeichenbegriff selbst ab, auf dem dieses System basiert; denn dieses System fängt zu existieren an, wenn man den Zeichenbegriff zulässt. Dieses System, beziehungsweise die Differenz dieses Systems kann man aber erst auflösen, wenn man erstens den Zeichenbegriff selbst und zweitens das System als im Zeichenbegriff existent anerkannt und vorausgesetzt hat.

Derrida führt hier ein Paradigma für die Schwierigkeit der Dekonstruktion vor, welche dazu verurteilt ist, mit den Begriffen arbeiten zu müssen, die sie aber hinterfragen, dekonstruieren will.88 Doch dieses methodologische Problem soll hier nicht expliziert werden;89 es bleibt als Ergebnis festzuhalten, dass Derrida nicht die Bilateralität des de Saussure’schen Zeichenbegriffs ablehnt, sondern ‘nur’ seine Verwendung in psychologischer, phonozentrischer Tradition.

VI. Die Frage nach der Abkehr Derridas vom Zeichenbegriff de Saussures

Besonders das letzte Kapitel sollte verdeutlicht haben, dass Derrida, indem er nur die der Geistesgeschichte Tribut zollende Verwendung des Zeichenbegriffs durch de Saussure zurückweist, nicht aber die eigentliche Zeichenidee, sich nicht zwingend vom Zeichenbegriff de Saussures abwendet. Gerade in dieser Hinsicht musste Derrida selbst vielfach Kritik begegnen, die sogar soweit ging, ihm vorzuwerfen, die Semiologie von de Saussure falsch verstanden zu haben, indem er diese zu Unrecht dem Phonozentrismus zugeordnet habe.90 Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass Derrida meint, de Saussures Zeichenkonzeption zufolge müsse es durch die strenge Unterscheidung und die metaphysische Eigenschaft von Signifikat und Signifikant möglich sein, ein Signifikat ohne einen Signifikanten zu denken, also „einen Begriff zu denken, der in sich selbst Signifikat ist, und zwar aufgrund seiner einfachen gedanklichen Präsenz und seiner Unabhängigkeit gegenüber der Sprache”, und darin ein Widerspruch zur Untrennbarkeitsthese der beiden Elemente (man denke an das Modell des zweiseitigen Blattes) zu erkennen ist.91 Doch hier kann man mit de Saussures Theorie kontern, dass der Signifikant ebenfalls als ein metaphysischer überhaupt die Voraussetzung dazu bietet, den Gedanken dieses Signifikats fassen und denken zu können, von den anderen Gedanken der gestaltlosen Denkmasse getrennt, wodurch die beiden Bestandteile ‘wieder’ untrennbar vereint wären.

Auch scheint Derrida de Saussure in einem weiteren Punkt missverstanden zu haben, wenn er den „Widerspruch zwischen [de] Saussures Auffassung von der Willkürlichkeit des Zeichens und der natürlichen [...] Manifestation eines signifi é durch ein phonisches signifiant” aufzeigen will:92 Die Manifestation bezieht sich auf die konventionelle, nichtmotivierte Verbindung von Signifikat und Signifikant, die eben dazu dient, die Beliebigkeit, oder Willkürlichkeit von Zeichen zu beseitigen, damit Kommunikation ermöglicht wird.93 Derrida scheint hierbei übersehen zu haben, dass die Beliebigkeit bei de Saussure prinzipiell weiter besteht, aber nur durch Konventionen handzuhaben ist, wodurch die Beliebigkeit generell nicht verloren geht.; sie entzieht sich und ihr Potential somit bloß der Sprachgemeinschaft.94

Um zu der Frage nach der Legitimität der Bezichtigung de Saussures als Phonozentrist zurückzukehren, kann man mit folgendem Argumentationsgang Derrida wiederum einer Fehlinterpretation de Saussures überführen: Der Vorwurf Derridas, dass de Saussure die Sprache und die Schrift als verschiedene Systeme betrachtet, lässt nicht blindlings auf einen Phonozentrismus schliessen; diese Unterscheidung wurde vielmehr aus einem linguistischem Standpunkt getroffen, um zu demonstrieren, welche Veränderungen die Schrift gegenüber der Lautung hervorrufen kann, die sich nicht aus der Evolution des phonologischen Systems erklären lassen.95 De Saussures Anliegen ist es, anhand der Entwicklung des namens Lef é bre über Lefebvre zu Lef é bure aufzuzeigen, dass die „Intrusion des Systems der Graphie in das System der Phonie[.] zu hybriden Formen führt, weil Notationskonventionen vergessen und demzufolge falsch rephonetisiert werden.”96 Die Aussprache dieses Namens hat sich im Lauf der Zeit durch verschiedene Schreibkonventionen verändert, was man bei isolierter Betrachtung der Sprache nicht verstehen würde. Um derartige, diachronische Vorgänge einerseits transparent machen zu können und andererseits erklären zu können, muss man also die Sprache und die Schrift in jeweils ein System trennen und separiert untersuchen. Doch nach Meinung Hempfers verkennt Derrida dieses Anliegen vollkommen, und sieht die Saussure’sche Aufteilung von Sprache und Schrift in zwei verschiedene Systeme als Merkmal für einen Phonozentrismus.97 An anderer Stelle verwickelt sich Derrida in seinem Drang, die vermeintliche Bevorzugung der Sprache vor der Schrift durch die Trennung von Schrift- und Sprachsystem bei de Saussure zu kritisieren, selbst in Widersprüche: So wendet er sich einerseits gegen das empirisch gesicherte Faktum, dass die Sprache stets vor der Schrift (é criture) erlernt wird, um an späterer Stelle scheinbar paradoxerweise doch darauf hinzuweisen, dass die phonetische Sprache vor der schriftlichen Sprache erlernt wird.98 Damit meint Derrida, dass nach seinem Verständnis von é criture als „konventionalisierter, nichtmotivierter Institutionalität von Zeichen”99 diese vor der Sprache, beziehungsweise vor der Artikulation von Sprache, erlernt wird, die Sprache wiederum allerdings vor der Fähigkeit zu schreiben, also vor der Schrift. Das würde bedeuten, dass die Fähigkeit, einem Signifikat ein ‘richtiges’ Signifikant zuzuordnen vor der Fähigkeit, dies durch die Sprache zu artikulieren, beherrscht wird. Doch wenn er sich gegen die Ansicht wendet, dass die Sprache vor der é criture erlernt wird, zeigt dies, dass er hierbei den Begriff der é criture in seiner Definition verstanden hat, und nicht in dessen ursprünglichen Semantik als Schrift. Trotzdem glaubt er, dass de Saussure mit é criture die Schrift allgemein bezeichne, was dann zu der Aussage führt, das é criture -Konzept von de Saussure müsse eine Modifikation erfahren.100

Dieses Beispiel beinhaltet, dass „sich Derrida auf einer ganz anderen Argumentationsebene bewegt als die Tradition, die er attackiert”, denn Derridas Bedeutung von é criture stimmt nicht mit de Saussures Vorstellung der é criture überein,101 noch mit Derridas Bild von de Saussures Vorstellung der é criture.

Letztendlich gereichen diese Beispiele unhaltbarer, weil zum wiederholten Male auf Missverständnissen basierenden Kritik Derridas an de Saussure, nicht zur Ansicht, dass Derridas Zeichenbegriff eine wirkliche Abkehr von de Saussures Theorie repräsentiert. Doch in dem Aspekt der Bedeutungsfindung unterscheidet sich Derridas Zeichenkonzeption tatsächlich von der de Saussures. Derrida stellt der statischen Bedeutungsfindung bei de Saussure, die mit der Zuordnung eines Signifikats an einen Signifikanten abgeschlossen ist, eine Bedeutungsbewegung entgegen, die über verschiedene Konnotationsebenen des Signifikats theoretisch niemals innehält.

Dabei löst Derrida zum Einen die Trennung von Signifikat und Signifikant auf, da nun jedes Signifikat über Konnotationen zum Signifikant werden kann, und zum Anderen ersetzt er den de Saussure’schen Begriff des Signifikanten durch den Begriff der Spur. Diese Modifikation der Bedeutungsfindung seitens Derridas setzt allerdings weiterhin die Zweiseitigkeit des Zeichenmodells im Sinne de Saussures voraus, sowie die Ansicht, dass ein Zeichen nur durch durch die Differenzialmethode, also die Betrachtung seiner Relationen in Oppositionen zu anderen Zeichen, als dieses spezifische Zeichen erkannt wird. Auch angesichts der Tatsache der Neuerung hinsichtlich der Bedeutungserschliessung bei Derrida fällt es aus genannten Gründen der Fehlinterpretationen und Missverständnissen des Werkes de Saussures, sowie der Adaption des Grundgerüsts in der Übernahme der Zweiseitigkeit des Zeichenbegriffs und Differenzialmethode schwer, von einer wirklichen Abkehr im Sinne einer kompletten Erneuerung und Ersetzung des traditionellen Zeichenmodells durch Derrida zu sprechen. Vielmehr hinterlässt das Zeichenmodell Derridas den Eindruck, eine dem Wirken der Geistesgeschichte angepasste Weiterentwicklung des Modells de Saussures zu realisieren.

Literatur

- Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft, Stuttgart ²1990.

- Derrida, Jacques: Die Struktur, das Zeichen und das Spiel im Diskurs der Wissenschaften vom Menschen, in: J. D.: Die Schrift und die Differenz, Frankfurt/Main 1972, S. 422-442.

- Derrida, Jacques: Grammatologie, Frankfurt/Main 1974.

- Derrida, Jacques: Positionen. Gespräche mit Henri Ronse, Julia Kristeva, Jean-Louis

Houdebine, Guy Scarpetta, Graz, Wien, 1986.

- Hempfer, Klaus: Poststrukturale Texttheorie und narrative Praxis, München 1976.

- Klein, Josef: Saussures Konzeption des sprachlichen Zeichens - diskutiert unter dem Aspekt der Bedeutungskonstitution und ihrer ontogenetischen Voraussetzungen, in: Ludwig Jäger, Christian Stetter (Hrsgg.): Zeichen und Verstehen. Akten des Aachener Saussure-Kolloquiums 1983, Aachen 1986, S. 53-96.

- Maak, Niklas: Der Fremde. Zu Mut und Zumutung: Der französische Philosoph

Jacques Derrida wird heute 70 Jahre alt, in: Süddeutsche Zeitung Nr. 161, 15./16. Juli 2000, Seite 17.

- Menke, Bettina: Dekonstruktion - Lektüre: Derrida literaturtheoretisch, in:

Klaus-Michael Bogdal (Hrsg.): Neue Literaturtheorien. Eine Einführung, Opladen ²1997 (= WV studium Bd. 156), S. 242 - 273.

- de Saussure, Ferdinand: Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft, Berlin 1967.

- Vigener, Gerhard: Was machen wir eigentlich mit den saussureschen Zeichen?, in: Ludwig Jäger, Christian Stetter (Hrsgg.): Zeichen und Verstehen. Akten des Aachener Saussure-Kolloquiums 1983, Aachen 1986, S. 109-126.

[...]


11 Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft, Stuttgart ²1990, S. 864.

22 Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft, S. 679.

33 Niklas Maak: Der Fremde. Zu Mut und Zumutung: Der französische Philosoph Jacques Derrida wird heute 70 Jahre alt, in: Süddeutsche Zeitung Nr. 161, 15./16. Juli 2000, Seite 17.

44 Ferdinand de Saussure: Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft, Berlin 1967, S. 77.

55 ebenda.

66 ebenda.

77 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 134.

88 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 79.

99 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 79.

1010 ebenda.

1111 ebenda.

1212 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 79f.

1313 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 80.

1414 ebenda.

1515 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 81f.

1616 ebenda.

1717 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 156f.

1818 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 82.

1919 ebenda.

2020 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 87.

2121 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 83.

2222 ebenda.

2323 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 85.

2424 ebenda.

2525 ebenda.

2626 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 85f.

2727 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 87.

2828 ebenda.

2929 ebenda.

3030 ebenda.

3131 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 89f.

3232 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 136.

3333 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 76.

3434 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 136f.

3535 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 138.

3636 ebenda.

3737 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 137.

3838 ebenda.

3939 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 142f.

4040 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 148.

4141 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 147.

4242 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 152.

4343 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 133.

4444 ebenda.

4545 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 134.

4646 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 135.

4747 Jacques Derrida: Positionen. Gespräche mit Henri Ronse, Julia Kristeva, Jean-Louis Houdebine, Guy Scarpetta, Graz, Wien, 1986, S. 62.

4848 Jacques Derrida: Positionen, S. 53f.

4949 Jacques Derrida: Positionen, S. 55.

5050 Bettina Menke: Dekonstruktion - Lektüre: Derrida literaturtheoretisch, in : Klaus-Michael Bogdal (Hrsg.): Neue Literaturtheorien. Eine Einführung, Opladen ²1997 (= WV studium Bd. 156), S. 242 - 273, hier S. 237.

5151 ebenda.

5252 ebenda.

5353 Jacques Derrida: Positionen, S. 239.

5454 ebenda.

5555 Jacques Derrida: Positionen, S. 240.

5656 ebenda.

5757 Jacques Derrida: Grammatologie, Frankfurt/Main 1974, S. 35.

5858 ebenda.

5959 Jacques Derrida: Grammatologie, S. 128.

6060 Ferdinand de Saussure: Grundfragen, S. 134.

6161 Klaus Hempfer: Poststrukturale Texttheorie und narrative Praxis, München 1976, S. 20f.

6262 Klaus Hempfer: Poststrukturale Texttheorie, S. 21.

6363 Jacques Derrida: Grammatologie, S. 129.

6464 Bettina Menke: Dekonstruktion - Lektüre, S. 241.

6565 Jacques Derrida: Positionen, S. 59f.

6666 Jacques Derrida: Grammatologie, S. 25.

6767 Jacques Derrida: Grammatologie, S. 30.

6868 ebenda.

6969 ebenda.

7070 ebenda.

7171 Jacques Derrida: Grammatologie, S. 54.

7272 ebenda.

7373 Bettina Menke: Dekonstruktion - Lektüre, S. 237.

7474 ebenda.

7575 Jacques Derrida: Grammatologie, S. 17.

7676 Ferdindand de Saussure: Grundfragen S. 78.

7777 Jacques Derrida: Positionen, S. 60f.

7878 siehe S. 1.

7979 Jacques Derrida: Positionen, S. 61f.

8080 Josef Klein: Saussures Konzeption des sprachlichen Zeichens - diskutiert unter dem Aspekt der Bedeutungskonstitution und ihrer ontogenetischen Voraussetzungen, in: Ludwig Jäger, Christian Stetter (Hrsgg.): Zeichen und Verstehen. Akten des Aachener Saussure-Kolloquiums 1983, Aachen 1986, S. 53-96, hier S. 62f.

8181 siehe S. 8.

8282 Bettina Menke: Dekonstruktion - Lektüre, S. 237.

8383 Jacques Derrida: Grammatologie, S. 28f.

8484 ebenda.

8585 Jacques Derrida: Die Struktur, das Zeichen und das Spiel im Diskurs der Wissenschaften vom Menschen, in: J. D.: Die Schrift und die Differenz, Frankfurt/Main 1972, S. 422-442, hier S. 426.

8686 ebenda.

8787 ebenda.

8888 Jacques Derrida: Die Struktur, S. 425.

8989 Es handelt sich hierbei um das vieldiskutierte Problem, dass eine Objektsprache und eine Metasprache, als kritische oder erklärende Sprache der Objektsprache, jeweils dem gleichen System angehören, obwohl die Linguistik eigentlich das nichterfüllbare Postulat nach einer systemfremden Fachsprache voraussetzt.

9090 Gerhard Vigener: Was machen wir eigentlich mit den saussureschen Zeichen?, in: Ludwig Jäger, Christian Stetter (Hrsgg.): Zeichen und Verstehen. Akten des Aachener Saussure-Kolloquiums 1983, Aachen 1986, S. 109-126, hier S. 121f., Anm. 18.

9191 Jacques Derrida: Positionen, S. 55f.

9292 Klaus Hempfer: Poststrukturale Texttheorie, S. 15.

9393 ebenda.

9494 siehe S. 2f.

9595 Klaus Hempfer: Poststrukturale Texttheorie, S. 15.

9696 ebenda.

9797 ebenda.

9898 Klaus Hempfer: Poststrukturale Texttheorie, S. 15f.

9999 Klaus Hempfer: Poststrukturale Texttheorie, S. 16.

100100 ebenda.

101101 ebenda.

28 von 28 Seiten

Details

Titel
Ist Derridas Zeichenbegriff tatsächlich eine Abkehr von dem de Saussures?
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
Proseminar: Literaturwissenschaftliche Methodologie
Note
1-
Autor
Jahr
2000
Seiten
28
Katalognummer
V101122
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Derridas, Zeichenbegriff, Abkehr, Saussures, Proseminar, Literaturwissenschaftliche, Methodologie
Arbeit zitieren
Jochen Jocher (Autor), 2000, Ist Derridas Zeichenbegriff tatsächlich eine Abkehr von dem de Saussures?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101122

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