Diese Arbeit befasst sich mit der Baubeschreibung der Residenz in München. Das Stadtschloss ist ein Gefüge aus mehreren, autonomen Gebäuden. Der dadurch bedingte Stilpluralismus erfordert die Untersuchung epochaler Einflüsse auf den architektonischen Stil mittels individueller Betrachtung der Gebäude. Die Besprechung der einzelnen Gebäudeteile erfolgt mittels eines Rundganges im Uhrzeigersinn, angefangen im Süden. Es wird zum einen weniger Fokus auf die Innenräume gelegt, da sie vielmehr eine Interpretation damaliger Zeiten sind, welches das Ziel verfolgte, sie den Besuchern im musealen Zusammenhang näherzubringen und zum anderen werden die Innenhöfe außer Acht gelassen, weil sie lediglich die Außenfassaden widerspiegeln.
Der zweite Teil der Arbeit betrachtet die Baugeschichte der Residenz. Anhand der einzelnen Herrscherperioden lässt sich deren Wachstum nachvollziehen. Das in dieser Anlage abgebildete große Stück Zeitgeschichte, zeugt von einer sowohl politischen als auch persönlichen Bindung, die verheerende Brände und totale Zerstörung überdauerte. Der Kern der Analyse ist die Bautätigkeit des Architekten Leo von Klenze, dessen Arbeit das heutige Erscheinungsbild der Residenz prägt. Seine einzelnen Fassadenentwürfe der Allerheiligen Hofkirche, des Königs- und Festsaalbaus werden mit Bezug auf den Klassizismus diskutiert. Spiegelt doch gerade diese Stilepoche das Bedürfnis der Fürstenhäuser wider, weniger nach wehrtechnischen, als nach repräsentativen Gesichtspunkten zu bauen.
Die abschließende Bewertung des Baus dient der Untersuchung, inwieweit die Residenz als zusammenhängender Bau funktioniert, welche für Parallelen zwischen Leo von Klenzes Bauten existieren und wie sie sich in die städtische Umgebung einfügen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Baubeschreibung
2.1 Lage in der Stadt
2.2 Grundriss
2.3 Fassadenbeschreibung
3. Baugeschichte
3.1 Leo von Klenze als Architekt an der Münchener Residenz
3.2 Leo von Klenzes Pläne und Verwirklichungen
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die architektonische Bedeutung und historische Entwicklung der Münchener Residenz, insbesondere unter dem Einfluss des Architekten Leo von Klenze, zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich Klenzes Bauten stilistisch in das vorhandene Gefüge einfügen, welche Rolle der Klassizismus dabei spielte und wie die Residenz als repräsentativer Ort für das bayrische Herrscherhaus fungierte.
- Architektonische Analyse der Hauptfassaden der Münchener Residenz.
- Die Bautätigkeit Leo von Klenzes und seine Rolle im Historismus.
- Einfluss des bayerischen Königshauses auf die architektonische Gestaltung.
- Das Spannungsfeld zwischen antiken Idealen und praktischen Bauanforderungen.
- Die Residenz als politisch-kulturelles Zentrum im Stadtgefüge von München.
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Der Königsbau, 1826- 35, Leo von Klenze
Der Königsbau besteht aus 21 Fensterachsen. Je fünf Achsen zu beiden Seiten des Baus sind zwei-, die elf inneren Achsen sind dreigeschossig, bei einer Höhe von 33 m. Die 120 m lange Fassade ist von einem Rustika-Mauerwerk überzogen, deren Material Sandstein ist. Die Sockelzone besteht aus kleinen, rechteckigen Kellerluken, die mittig unter der Mittelachse der Fenster platziert sind. Ein glatter Fries leitet zu der darüber befindlichen Quaderung über, deren einzelne Quader größer sind als das restliche Rustika-Mauerwerk. Ein Fensterbankgesims schließt die Sockelzone ab. Das Erdgeschoss wird zusammen mit der Sockelzone mittig durch drei Portale unterbrochen. Den rechteckigen Sprossenfenstern ist jeweils ein Segmentbogenfenster aufgesetzt. Die Bogenquaderung, die die Fenster und Portale einrahmen, lassen diese deutlicher hervorstechen.
Das Mauerwerk in diesem Geschoss besteht aus gleichmäßig großen Quadern. Die Enden des Baus sind verstärkt durch einen Wechsel von zwei kleinen Quadern, über die sich ein Quader erstreckt. Zudem treten die Ränder reliefartig hervor. Das Geschossgesims besteht aus einem glatten Architrav. Darüber folgt der Fries, bestehend aus einem Wechsel von Triglyphen und Metopen. Die anschließende Hängeplatte leitet zum Sockel des Hauptgeschosses über. Die Postamente der anschließenden Pilaster werden ebenfalls von einem Fensterbankgesims abgeschlossen. Das Hauptgeschoss ist ähnlich dem eben beschriebenen, nur dass sich das Mauerwerk hier aus einem Wechsel von schmalen und breiten Quadern zusammensetzt. Die Übergänge zwischen den Fenstern werden von einer ionischen Pilasterordnung gefüllt. Doppelpilaster verstärken auch hier die Ränder des Baus. Das folgende Geschossgesims ist äquivalent zum vorherigen Gesims. Über den jeweils fünf Fensterachsen zu beiden Seiten des zweiten Geschosses schließt eine Balustrade mit einem flachgedeckten Dach an. Das Obergeschoss gleicht dem Hauptgeschoss. Anstelle der ionischen tritt die korinthische Pilasterordnung. Das Dachgesims tritt deutlich über den Bau hervor. Das Walmdach mit schwacher Neigung, besteht aus Kupferblech.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Münchener Residenz als historische Schlossanlage vor und erläutert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Untersuchung.
2. Baubeschreibung: Hier erfolgt eine detaillierte architektonische Analyse der verschiedenen Flügel und Fassaden, wobei der Fokus auf dem Königsbau, dem Residenzstraßenflügel, dem Festsaalbau und der Allerheiligen Hofkirche liegt.
3. Baugeschichte: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Gebäudekomplexes und ordnet die Bautätigkeit von Leo von Klenze in den Kontext der Zusammenarbeit mit König Ludwig I. ein.
4. Schluss: Der abschließende Teil fasst die architektonischen Parallelen der untersuchten Bauten zusammen und bewertet die Bedeutung der Residenz als kulturelles und politisches Zentrum.
Schlüsselwörter
Münchener Residenz, Leo von Klenze, Historismus, Klassizismus, Königsbau, Festsaalbau, Allerheiligen Hofkirche, Architektur, Fassadengestaltung, Wittelsbach, Ludwig I, Stilpluralismus, Baugeschichte, Renaissance, Residenztheater.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Architektur der Münchener Residenz und dem Wirken des Architekten Leo von Klenze im 19. Jahrhundert.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Analyse?
Zentrale Themen sind die Baubeschreibung der wichtigsten Flügel, die Baugeschichte im Kontext der Herrscherperioden und die ästhetische Umsetzung klassizistischer Ideale.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, wie die Residenz als zusammenhängender Bau fungiert, wie Klenzes Bauten deren Erscheinungsbild prägten und wie diese sich in die städtische Umgebung einfügen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine individuelle Betrachtung der Gebäude und deren Fassaden, unterstützt durch eine historische Einordnung mittels Literaturanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung der Fassaden sowie eine Analyse der Baugeschichte und der Entwürfe von Leo von Klenze.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Münchener Residenz, Leo von Klenze, Klassizismus, Historismus und bayerische Architekturgeschichte beschreiben.
Warum wurde Leo von Klenze für die Architektur der Residenz ausgewählt?
Auf Empfehlung von Kronprinz Ludwig I. wurde Klenze nach München geholt, da beide eine hohe Wertschätzung für die griechische Architektur als Vollendung der Baukunst teilten.
Welche Herausforderung stellte der Bau der Allerheiligen Hofkirche für Klenze dar?
Klenze musste den Wunsch des Königs nach einem byzantinischen Stil berücksichtigen, obwohl er selbst den klassischen, antiken Stil bevorzugte, was zu einem Entwurfskonflikt führte.
Welchen Einfluss hatte der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Anlage?
Der originalgetreue Wiederaufbau nach der Zerstörung ermöglichte es der Residenz, ihre einstige Präsenz und Persönlichkeit zurückzugewinnen.
- Arbeit zitieren
- Ann-Katrin Boberg (Autor:in), 2011, Leo von Klenze. Seine Bautätigkeit an der Münchener Residenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011499