Big Brother im Licht der Menschenwürde


Ausarbeitung, 2001

9 Seiten, Note: 15 Punkte


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Big Brother im Lichte der Menschenwürde

A Beleuchtung der Menschenwürde

1. Einleitung

Jeder einzelne Mensch ist etwas großes und wertvolles. Weit erhaben über seine Fähigkeiten ist der Mensch darum so total wertvoll, weil er ein Mensch ist. Was Wert hat genießt Ansehen und wird geehrt. So ist es auch dem Menschen angemessen, würdig, die Wertschätzung und Behandlung zu erhalten die das aller Kostbarste bekommt. Dieses Menschenbild gewährleistet unsere Kultur. Sie lebt von den christlichen und humanistischen Quellen in denen sie ihre Wurzeln hat. Diese Ursprünge werden im Folgenden in knapper Form vorgestellt:

2. Geschichtliche Entwicklung der Menschenwürde

2.1 In der Antike

1 Im antiken Rom war die Würde des einzelnen an die Zugehörigkeit zur höheren Klasse und an Verdienste gegenüber dem Gemeinwesen, aber auch an die Würde des Auftretens und der Lebensführung gebunden. Im gesamten Altertum wurde Armen und Sklaven keine eigene Würde zugesprochen.

2.2 Einfluss des Christentums

Einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Menschenwürde hatte die alttestamentliche Vorstellung einer Imago Dei, der Gottebenbildlichkeit des Menschen. Aber nicht nur in der Gottebenbildlichkeit des Menschen zeigt sich seine Würde, sondern auch in der neutestamentlichen Menschwerdung Gottes.

2.3 Einfluss von Humanismus und Philosophie

2.3.1 Giovanni Pico della Mirandola

In seiner 1486 verfassten Oratio sieht der Humanist Giovanni Pico della Mirandola das besondere des Menschen darin, dass der Mensch in Parallele zu Gott alles aus sich machen kann, sowohl das Höchste als auch das Niedrigste. Darin bestehe sein Unterschied zu den Tieren und den Geistern, die aus ihrem Zustand nie herauskönnen. Seine Beteiligung an der natürlichen und der göttlich-geistigen Sphäre, seine mangelnde Festlegung, verschaffe ihm den Platz in der Mitte der Welt. Die für das christliche Verständnis der Menschenwürde grundlegende Gottebenbildlichkeit des Menschen wird bei ihm eher als Ziel des freien Menschen betrachtet.

2.3.2 Samuel Pufendorf

Samuel Pufendorfs Werk „De iure naturae et gentium“ von 1672 sieht die Würde des Menschen in der Gegebenheit, dass der Mensch bewusst zwischen Gutem und Bösem unterscheiden kann, und damit eben im Gegensatz zum Tier ein rationales Wesen ist. Eine bedeutsame Dimension der menschlichen Würde ist seiner Ansicht nach die Empfänglichkeit des Menschen für die Kraft sittlicher Normen und seine Orientierung an Gesetzmäßigkeiten und höheren Zwecken. Aus diesen Überlegungen leitet Pufendorf einen allgemeinen Achtungsanspruch im Verhältnis der Menschen zueinander ab: Die Selbstachtung die jede Person aus ihrem Anteil am moralisch-geistigen zieht, verpflichtet sie dazu diese Achtung auch anderen entgegen zu bringen.

2.3.3 Immanuel Kant

Nach Kant sind der Erkenntnisfähigkeit des Menschen Grenzen gesetzt. Jede Erkenntnis ist nur die subjektive Erkenntnis des einzelnen. Jede Wertordnung ist deshalb nur etwas, was von Menschen erdacht und gewollt ist. Diese Fähigkeit Vernunftentscheidungen zu treffen und dadurch Werte zu setzen habe aber uneingeschränkt jeder Mensch. Der Mensch, als Wesen das sich selbst Gesetze gibt stelle einen absoluten Wert dar und existiere als Selbstzweck und nicht als Mittel um irgend ein anderes Ziel zu erreichen. Deshalb sei die Selbstbestimmung der Grund der Würde des Menschen.

3. Menschenwürde im Grundgesetz

In unserer Verfassung thront über allen Regelungen als grundlegendes Prinzip Art. 1 I GG. Es steht an erster Stelle im Grundgesetz und an der Spitze seiner Wertehierarchie. Allen Menschen wird durch dieses Grundrecht ein Achtungsanspruch zugesprochen. Das heißt keine Person darf zum bloßen Objekt staatlichen Handelns gemacht oder systematischen Ehrverletzungen ausgesetzt werden. Der Mensch wird in einen Schutzraum gestellt der ihn in drei Richtungen schützt. Zum einen vor dem Staat, zum anderen aber auch vor anderen Menschen und seinem eigenen Verhalten. Uneingeschränkt jeder, wird von dieser Norm beschirmt und niemand darf in ihren Schutzbereich eingreifen.

4. Neuartige Bedrohung durch neues TV-Sendeformat

Trotzdem wird täglich die Menschenwürde mit Füßen getreten. Weltweit werden Menschen erniedrigt, gefoltert und getötet. Auch in der Bundesrepublik ziehen dunkle Wolken am Horizont auf. Die vielseitige Medienlandschaft wirbt ehrgeizig um die Gunst der Zuschauer und schreckt oft nicht davor zurück moralische Grenzen zu ignorieren. Mit den Reizen der Authentizität wollen immer mehr Sender ihren Anteil an den Einschaltquoten steigern . Echtes Leben, Lieben und Leiden kommt bei vielen Zuschauern gut an. Dementsprechend nimmt auch das Angebot an Sendungen mit uninszeniertem Inhalt zu. Stellvertretend seien die Realityshows „Conquest“ , „Expedition Robinson“ und „BigBrother“ genannt. Oft sind die Teilnehmer rund um die Uhr überwacht und haben keine Privatsphäre, leiden unter mangelnder Nahrung, Strapazen und der Angst die Sympathie der Öffentlichkeit zu verlieren. Dabei stellt sich die Frage: Wird nicht die Würde der Kandidaten verletzt ? Dieser Frage soll nun am Beispiel der Realitysoap „ BigBrother“ nachgegangen werden.

B Verletzt BigBrother die Menschenwürde ?

1. Was ist BigBrother ? - Das Konzept

Seit John de Mol mit seiner Produktionsfirma Endemol und der Fernsehsender RTL 2 im März 2000 die erste Staffel von BigBrother ausstrahlten haben Wogen der Begeisterung und der Ablehnung die Gemeinde der Fernsehenden erschüttert. Medienwissenschaftler, Pädagogen, Psychologen und Juristen blicken mit kritischen Augen auf das neue Sendeformat. Folgendes Konzept steckt hinter der Show:

Sechs Frauen und sechs Männer werden in einen Container eingeschlossen. Der Container ist 153 Quadratmeter groß und mit 28 Kameras bestückt. Die Kandidaten sind ununterbrochener Überwachung ausgesetzt. Täglich kann man im Fernsehen eine Zusammenfassung der spektakulärsten Tagesereignisse sehen. Zudem gibt es für Internet-Nutzer einen besonderen Service. Sie haben die Möglichkeit 24 Stunden am Tag auf einige, von der Redaktion ausgewählte Kameras zuzugreifen und so das Geschehen in der Containeranlage live mitzuerleben. Die 12 Teilnehmer haben keinen Kontakt zu Außenwelt. Die Fenster sind undurchsichtig, wer rausgeht ist ausgeschieden. Die Redaktion tritt über Lautsprecher mit den Menschen im Container in Verbindung. Dies geschieht um die Aufgaben zu erläutern die erledigt werden müssen. Die Kandidaten sind so ausgerüstet, dass nur ein Minimum an technischen Lebenshilfen zur Verfügung steht. Gemüse muss selbst im Garten gezogen werden, Holz zum heizen wird selbst gehackt, die Dusche spendet lediglich 1 Stunde täglich warmes Wasser und nur ein kärglicher Diplomatenkoffer mit persönlicher Habe durfte ins BigBrotherhaus mitgenommen werden. Am Ende eines Tages gibt jeder Teilnehmer in einem schalldichten Raum vor einer Kamera einen Tagesbericht ab. Alle 2 Wochen schlägt jeder 2 Kollegen vor die das Haus verlassen sollen. Die am häufigsten genannten Kandidaten sind nominiert. Die Zuschauer wählen per Telefon einen von ihnen aus, der den Container verlassen muss. Derjenige der nach 106 Tagen übrigbleibt erhält die Siegesprämie von 250.000 DM. Die anderen müssen sich mit einer wöchentlichen Aufwandsentschädigung von 500 DM zufrieden geben. Ziel der Show ist es Produzent John de Mol zufolge, zu beweisen, dass echte, normale Menschen interessanter als Schauspieler sind.

2. Was kann als Berührung der Menschenwürde empfunden werden ?

2.1 Freiheit gehört zum Menschsein

Zum Menschsein gehört es ein Rückzugsgebiet zu haben. Einen Platz, wo man sich der Aufsicht seiner Mitmenschen entziehen kann, wo man einem Teil von sich, der nicht für alle bestimmt ist Raum gibt. Das ist eine Voraussetzung für ein Leben in Freiheit. Ein angemessener Umgang mit Menschen berücksichtigt dies. Die BigBrotherkandidaten leben in einem engen Container und werden rund um die Uhr beobachtet. Das sind Verhältnisse wie sie Tiere im Zoo erleiden müssen. Sogar bei den Zootieren ist so etwas vielen Tierfreunden ein Dorn im Auge.

2.2 Willkürlich werden den Kandidaten Lebenserschwernisse aufgebürdet

Und die Kandidaten sind noch schlimmeren Schikanen ausgesetzt. Die Fernsehleute wollen den Zuschauern Sensationen bieten. Es würde sich negativ auf die Einschaltquoten auswirken wenn es im Haus gesittet und harmonisch zuginge. Deshalb setzt die Redaktion alles daran Konflikte zu erzeugen. Jedes Mittel ist ihr dazu recht. Zum Beispiel wird die Nahrung kontingentiert, die Verbindung zur Außenwelt unterbunden und die Bewohner zum frühen Aufstehen gezwungen, indem in der Dusche das Warmwasser auf eine Stunde am Morgen begrenzt wird2. Den Leuten im Container wird eine Belastung nach der anderen aufgebürdet und alle können es kaum erwarten bis einer zusammenbricht und es zur Eskalation kommt.

2.3 Beeinträchtigung nach der Sendung durch Unbeliebtheit in der Öffentlichkeit

Wenn es dann passiert, die Kandidaten sich beleidigen, hintergehen oder schlagen, ist das Image des Übeltäters kaputt. Eine wütend grölende Menschenmenge wendet sich vor der BigBrotheranlage gegen den Kandidaten und verlangt sein Ausscheiden. Das ganze Volk steht zusammen in seiner Abscheu gegen den Teilnehmer. Er muss damit rechnen, dass er auch nach dem Ende der Sendung, im Privatleben, angegriffen wird.

Boulevardzeitschriften und Internetpräsentationen arbeiten daran die Kandidaten herabzusetzen. Beispielhaft dafür ist eine Internetabstimmung auf der BigBrotherhompage3.

Es geht darum was dem unter Liebesentzug leidenden Harry, einem Teilnehmer, helfen könnte. Man kann dabei unter verschiedenen Vorschlägen wählen, wie etwa „ ausgiebiger Körperpflege“, „auswendig lernen des Knigge“, „ein Nümmerchen mit Frank“ oder „täglich drei Stunden nackt im Garten stehen.“

2.4 Elektronische Fessel als unangenehmes Anhängsel

Eine weitere Unannehmlichkeit der die Kandidaten ausgesetzt sind, besteht in einem ca. 10cm großen Kästchen, dass Tag und Nacht an ihrer Hüfte baumelt. Das unhandliche Anhängsel ist Bestandteil eines Peilsystems. Mit dem BigBrother- Internetservice wird durch Farbpunkte auf einer Containerskizze gezeigt, wo sich jeder Kandidat gerade aufhält. So kann der Surfer sofort die richtige Web-Kamera anwählen um seinen Favoriten live zu sehen4.

2.5 Ergebnis: Aus emotionalem Blickwinkel ist die Menschenwürde eindeutig verletzt

Dem Ideal eines Menschen der in Freiheit lebt, von den anderen Menschen geachtet wird und auch materiell die bestmöglichen Lebensumstände hat werden die Teilnehmer am BigBrotherexperiment weit entrückt. Sie sind ohnmächtig den Launen von Redaktion und Zuschauern ausgesetzt. Sie werden lächerlich gemacht und müssen viele unnötige Lebenserschwernisse ertragen. Es ist offensichtlich das ihre Würde schwer verletzt wird.

3. Verstößt BigBrother rechtlich gesehen gegen die Menschenwürde ?

3.1 Selbstbestimmung und Schutz der Gattung sind zwei Aspekte der menschlichen Würde

Die Menschenwürde hat rechtlich gesehen zwei Dimensionen. Sie schützt die individuelle Selbstbestimmung des Menschen, aber ebenso den Menschen als Gattungswesen. Im ersten Bereich kann nichts dagegen vorgebracht werden, wenn jemand sich dazu entscheidet, sich menschenunwürdiger Behandlung auszusetzen. Gerade dadurch übt er ja seine persönliche Entscheidungsfreiheit aus die ein wesentlicher Bestandteil seiner Würde ist. Wird der Sachverhalt aber unter dem Gesichtspunkt beleuchtet, dass jeder Mensch auch stellvertretend für die Menschengattung einsteht, kann der einzelne nicht alles mit sich machen lassen. Er muss darauf achten seine Menschqualität zu behalten. Das heißt, er darf sich nicht mit einer Sache oder mit einem Tier gleichsetzten lassen. Sollte ein Mensch nämlich auf den besonderen Wert der in seinem Menschsein liegt verzichten, würde sich dies negativ auf das allgemeine Menschenbild auswirken. Es würde die Wertschätzung schmälern die man dem Menschen grundsätzlich gewährt5. Ob bei BigBrother eine solche Verletzung der Menschqualität vorliegt ist umstritten, wird aber überwiegend verneint. Das Bundesverfassungsgericht hat zwar festgelegt, dass zur Menschenwürde ein Rückzugsgebiet frei von öffentlicher Beobachtung gehört6. Jedoch hat es nicht bestimmt, wie lange auf einen Raum der Zurückgezogenheit verzichtet werden kann und in welchem Ausmaß er angeboten werden muss.

3.2 Kandidaten werden nicht zum Tier herabgewürdigt

Das die Kandidaten mit ihrem Totalverzicht auf Intimität und Privatheit in eine Situation gebracht werden, die mit der von Zootieren verglichen werden kann sollte ebenfalls nicht unbeachtet bleiben. Im Gegensatz zum Zoo, können die Containerbewohner aber selbst entscheiden wie lange sie sich unter den Blicken der Gafflustigen bewegen. Sie haben jederzeit die Möglichkeit zu gehen. Allerdings besteht die Gefahr, dass Menschen in einer schwierigen finanziellen Lage durch den Siegespreis von 250.000 DM geködert werden und aus ihrer Not heraus auf Privatheit verzichten. In so einem Fall wäre die Freiwilligkeit eingeschränkt und das BigBrotherunternehmen fragwürdig.

3.3 Kandidaten werden als Aktien im Internet gehandelt

Eine weitere Bedrohung für die Würde der Bewohner liegt in der BigBrotherbörse, in der die Kandidaten als Aktien gehandelt werden und auf den Zeitpunkt ihres Ausscheidens gewettet wird. Indem mit den Kandidatenaktien wie mit Dingen gehandelt wird, ist die Subjektqualität der Teilnehmer verletzt. Ihre Menschenwürde ist bei diesem Unternehmen eindeutig betroffen.

3.4 Negative Imagebildung durch Masterplan ohne Einwilligung der Kandidaten

Gerüchte munkeln, dass der gesamte Ablauf von BigBrother von den Programmverantwortlichen durch einen geheimen Masterplan gesteuert wird. Demnach soll eine besondere Auswahl der gezeigten Aufnahmen getroffen werden, um jedem Teilnehmer eine bestimmte Rolle zuzuweisen die den allgemeinen Vorurteilen entspricht. So soll einigen Bewohnern bewusst das Image angehängt worden sein, sie seien blöd oder hinterhältig. Wäre dies der Fall, hätte man aus den Kandidaten ohne deren Wissen Spielfiguren gemacht und ihren Ruf in der Öffentlichkeit durch diese verfälschte Darstellung geschädigt. Dieser Eingriff in ihren Achtungsanspruch als Menschen wird aber von der Einwilligung zum BigBrotherunternehmen nicht gedeckt. Im vorhinein waren sie davon ausgegangen, dass einfach nur gezeigt wird wie sie zusammen leben. Nun aber werden die Versuchskaninchen aus heiterem Himmel damit überrascht, von der Redaktion ein besonderes Image angehängt bekommen zu haben. Sollte das wirklich den Tatsachen entsprechen, wäre ohne jeglichen Rechtfertigungsgrund in die freie Selbstbestimmung der Kandidaten eingegriffen worden. Ihre Menschenwürde wäre durch diesen Eingriff in ihr Recht selbst zu Entscheiden wie sich in der Öffentlichkeit darstellen wollen, verletzt7.

3.5 Aus rechtlicher Sicht kein Verstoß gegen die Menschenwürde

Unter dem sorgfältig prüfenden Blick eines Juristen verstößt BigBrother nicht gegen die Menschenwürde. Denn weder werden die Menschen zu Sachen oder Tieren herabgesetzt noch wird ihnen das Recht auf freie Selbstbestimmung entzogen. Im Grunde wird nur gezeigt was jeder aus seinem eigenen Alltag kennt und was draußen, außerhalb des Containers üblich und erlaubt ist, kann drinnen nicht verboten sein5.

C Zukünftige Entwicklung und eigene Stellungnahme

1. Prognose über Folgesendungen von BigBrother

Sicherlich wird BigBrother weitere, gleichartige Sendungen nach sich ziehen. Mögliche Perspektiven sind immer wieder der Presse zu entnehmen. Diskutiert wird beispielsweise eine Sendung im Weltraum und RTL 2 hat bereits konkrete Pläne vom April 2001 an die Liveshow „BigDiet8 “ ins Programm zu nehmen. Dabei sollen Übergewichtige vor laufender Kamera abnehmen und für die verlorenen Pfunde eine Prämie bekommen. Im Gespräch ist auch ein BigBrother mit einer einjährigen Laufzeit und fünf Millionen Mark Siegprämie. Es ist an diesen Visionen bereits der Trend zur Steigerung von Ausmaß, Risiko und Eingriff in intime Sachverhalte bei den Shows, abzusehen.

2. Persönliche Stellungnahme

Auch wenn BigBrother in seiner gegenwärtigen Form, am Maßstab der Menschenwürde gemessen noch im grünen Bereich liegt, muss man Angesichts der möglichen Entwicklung des Realitätsfernsehens wachsam bleiben. Zum Schutz menschwürdiger Verhältnisse ist es unbedingt erforderlich diese Entwicklung zu steuern und entweder durch Selbstbeschränkung der Medien, oder durch Vorgaben des Gesetzebers Grenzen zu setzen. Wo es um Ehre und Selbstachtung der Kandidaten geht, muss die Kamera wegsehen. Wenn sich die Sendung in einem moralisch vertretbarem Rahmen bewegt, kann sie bestimmt eine Bereicherung der Fernsehlandschaft sein. So bietet sich besonders für Heranwachsende die Möglichkeit reale Identifikationsfiguren zu finden, die, dort wo traditionelle Normengeber versagen, helfen Maßstäbe zu entwickeln und Werthaltungen aufzubauen.9 Abschließend kann darum nur der Wunsch geäußert werden, dass Realitätsfernsehen auch weiterhin die Vielfalt des Fernsehprogramms erhöht, dass die Sendungen aber gleichzeitig, vor dem Hintergrund einer genau bestimmten Normenkulisse auf die Ausstrahlung ausschließlich menschenwürdiger Szenen abzielen.

[...]


1 Arved Greiner, Prinzipiendenken und Tradition des Rechts: Der Schutz der Menschenwürde

2 Die Zeit 11/2000

3 www.big-brother-haus.de

4 Focus Nr. 43/2000

5 Hubertus Gersdorf. Medienrechtliche Zulässigkeit des TV-Formats BigBrother

6 BverfG, Urteil vom 15. Dezember 1999 - Az.: BvR 653/96

7 Juristen Zeitung Nr. 20/2000

8 BNN, 21.12.00

9 Der Spiegel, 41/2000

8 von 9 Seiten

Details

Titel
Big Brother im Licht der Menschenwürde
Hochschule
Fachhochschule Kehl
Veranstaltung
Proseminar
Note
15 Punkte
Autor
Jahr
2001
Seiten
9
Katalognummer
V101151
Dateigröße
342 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Containerbewohner werden rund um die Uhr observiert. Bei genauerer Betrachtung haarsträubende Verletzung ihrer Menschenwürde.
Schlagworte
Big Brother, Menschenwürde
Arbeit zitieren
André Estler (Autor:in), 2001, Big Brother im Licht der Menschenwürde, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101151

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