In dieser Arbeit soll die Glaubwürdigkeit der Unternehmen im Hinblick ihrer CSR-Maßnahmen in Bezug auf die Verbraucher untersucht werden. Dabei wird vor allem die Bekleidungsindustrie in Betracht gezogen, da besonders die Niedrigpreisanbieter in Bezug auf CSR einen sensiblen Sektor darstellen.
Die Bekleidungsindustrie ist stark geprägt von Schnelllebigkeit. Durch ständig wechselnde Kollektionen, trendgesteuerten Styles und günstigen Preisen fördert Fast Fashion eine neue Sorte von schnellen Modeverbrauchern. Als Gegenstrom zu dieser Bewegung steht die sogenannte Slow Fashion oder auch Fair Fashion Idee. Ein Konzept ethisch und ökologisch korrekter industrieller Kleidungsfertigung.
Das Thema der Nachhaltigkeit gewinnt in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Auch Unternehmen können sich schon lange nicht mehr der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Verantwortung entziehen. Insbesondere internationale Konzerne, die unter dem Druck der Öffentlichkeit stehen, setzen sich vermehrt mit Corporate Social Responsibility auseinander. Ziel ist es Lösungen zu finden, die zur Win-Win-Situation für die jeweiligen Unternehmen und deren Stakeholder führen. Oft werden diese Bemühungen jedoch von Interessensverbänden und Verbrauchern nur als Deckmantel für PR-Maßnahmen gesehen, die der Profitsteigerung dienen.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Einleitung
1.1 Problemrelevanz
1.2 Stand der Forschung/ Stand der Diskussion
1.3 Zielsetzung und Forschungsfrage
1.4 Abgrenzung des Themas
1.5 Gang der Arbeit und Methodik
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Corporate Social Responsibility
2.1.1 Triple Bottom Line
2.1.2 CSR-Pyramide nach Archie B. Carroll
2.1.3 Die Stakeholder Theorie
2.2 Begriffsabgrenzung
2.2.1 Corporate Citizenship
2.2.2 Nachhaltigkeit / nachhaltige Entwicklung
2.3 Gründe für die zunehmende Bedeutung von CSR
2.4 Erfolgreiche Umsetzung eines CSR-Konzepts
2.4.1 Erarbeitung eines CSR-Konzepts
2.4.2 Implementierung des CSR-Konzepts
2.4.3 Kommunikation und Wahrnehmung des CSR-Konzepts
2.5 CSR als Business Case
3. Bekleidungsindustrie
3.1 Strukturelle Veränderung
3.2 Fast Fashion
3.3 Ökologische Auswirkungen
3.4 Sozio-ökonomische Auswirkungen
3.5 Slow Fashion/Fair Fashion
3.6 CSR in der Bekleidungsindustrie
4. Benchmarking CSR-Kommunikation
4.1 H&M
4.1.1 Conscious Kollektion
4.1.2 Recycling
4.1.3 Fair living wage
4.2 ArmedAngels
4.2.1 Nachhaltige Materialen
4.2.2 Faire Löhne
5. Empirische Untersuchung
5.1 Ziel der Erhebung
5.2 Fragebogenaufbau
5.3 Stichprobe
5.4 Ergebnisse
5.4.1 Einstellung zu Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility
5.4.2 Kaufverhalten
5.4.3 Informationsstand und Bekanntheit von Modelabels
5.4.4 Vergleich H&M und ArmedAngels
5.5 Kernaussagen der Ergebnisse
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Glaubwürdigkeit von Corporate Social Responsibility (CSR) in der Modebranche, wobei insbesondere die Fast-Fashion-Marke H&M und das Fair-Fashion-Label ArmedAngels im Fokus stehen. Es soll erforscht werden, wie Verbraucher das jeweilige CSR-Engagement wahrnehmen und bewerten.
- Analyse der CSR-Konzepte von H&M und ArmedAngels
- Untersuchung der Glaubwürdigkeit von CSR-Maßnahmen aus Verbrauchersicht
- Vergleichende quantitative Marktforschung (Online-Umfrage)
- Identifikation von Faktoren, die das Vertrauen in nachhaltige Modemarken beeinflussen
- Bewertung von Fast Fashion vs. Fair Fashion im Kontext der Unternehmensverantwortung
Auszug aus dem Buch
3.2 Fast Fashion
Insbesondere in großen Industriestaaten wie Deutschland ist der Konsum der letzten Jahre stark von den relativ günstigen Preisen und der Schnelllebigkeit der Modebranche geprägt. Bezeichnet wird dieses Phänomen als Fast Fashion und beschreibt ein Geschäftsmodell der Modebranche. In immer kürzer werdenden Abständen produzieren Fast Fashion Unternehmen neue Modekollektionen und setzen den Zeiten, in denen eine Marke nur zwei Kollektionen (Sommer/Winter) jährlich herausbrachte, ein Ende. Einzelhandelsketten wie Zara, Primark oder H&M bieten mittlerweile 6 bis 12 Kollektionen pro Jahr zu betont niedrigen Preisen an (Euler Hermes 2014, S.4). Ganz nach dem Motto „Kleider machen Leute“ soll durch die ständig wechselnden Kollektionen und trendgesteuerten Styles das Bedürfnis der Konsumenten nach Unterhaltung, Status und Identitätsbildung gestillt werden (Franken 2018, S.136). Da Kleidung günstig zu haben ist wird sie ohne weiteres Zögern gekauft und verkommt zur Wegwerfware (Greenpeace 2017, S.3). Das Konzept verändert den Umgang mit Kleidung und das Konsumverhalten der Verbraucher (ebd.). Mittlerweile legt sich jeder Deutsche durchschnittlich 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr zu, trägt diese jedoch nur halb so lange wie vor 15 Jahren (Remy, Speelman & Swartz 2016). Klamotten werden somit bedeutend schneller aussortiert und weggeworfen, was eine Unmenge an schwer abbaubaren Müll zur Folge hat. So ist das jährliche Sammelaufkommen von Alttextilien in Deutschland von 750.000 Tonnen im Jahr 2007 auf über 1 Mio. Tonnen im Jahr 2015 angestiegen (Bvse 2015, S.1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Einleitung: Beschreibt die Relevanz des Themas Nachhaltigkeit in der Bekleidungsindustrie, definiert die Forschungsfragen und erläutert die methodische Vorgehensweise.
2. Theoretische Grundlagen: Bietet eine tiefgehende Definition von Corporate Social Responsibility (CSR), diskutiert Konzepte wie die "Triple Bottom Line" und die Stakeholder-Theorie sowie Erfolgsfaktoren bei der Implementierung von CSR-Strategien.
3. Bekleidungsindustrie: Analysiert die strukturellen Veränderungen in der Modebranche, insbesondere den Aufstieg von Fast Fashion, die negativen ökologischen und sozio-ökonomischen Auswirkungen und das Gegenmodell der Slow Fashion.
4. Benchmarking CSR-Kommunikation: Vergleicht die Nachhaltigkeitsstrategien und Kommunikationskanäle der beiden ausgewählten Unternehmen H&M und ArmedAngels.
5. Empirische Untersuchung: Stellt die Ergebnisse einer quantitativen Online-Umfrage vor, die Wahrnehmungen und Einstellungen von Konsumenten zu CSR-Maßnahmen der beiden untersuchten Marken erfasst.
6. Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Kluft zwischen CSR-Kommunikation und tatsächlicher Wahrnehmung durch den Konsumenten und gibt Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Verbraucher.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, CSR, Bekleidungsindustrie, Fast Fashion, Fair Fashion, Nachhaltigkeit, Glaubwürdigkeit, Markenimage, Lieferkette, Konsumentenverhalten, Stakeholder, Greenwashing, Unternehmensverantwortung, Online-Umfrage, Modebranche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Glaubwürdigkeit der Corporate-Social-Responsibility-Maßnahmen (CSR) von Modeunternehmen aus der Perspektive der Verbraucher.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung zwischen Fast Fashion und Fair Fashion, der Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Textilproduktion sowie der Analyse, wie Unternehmen ihre CSR-Aktivitäten kommunizieren.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es zu ermitteln, ob CSR-Maßnahmen von Fast-Fashion- und Fair-Fashion-Marken vom Verbraucher als glaubwürdig empfunden werden und inwieweit sich die Wahrnehmung bei diesen unterschiedlichen Unternehmenskonzepten unterscheidet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Zur Erhebung der Daten wurde eine quantitative Marktforschung in Form einer Online-Umfrage mit 152 verwertbaren Datensätzen durchgeführt.
Welche Aspekte behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu CSR, eine detaillierte Betrachtung der Bekleidungsindustrie, ein Benchmarking der CSR-Kommunikation von H&M und ArmedAngels sowie eine empirische Analyse der Verbraucherwahrnehmung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den zentralen Begriffen zählen Corporate Social Responsibility, Fast Fashion, Fair Fashion, Glaubwürdigkeit, Nachhaltigkeit in der Mode und Konsumentenverhalten.
Warum wurden H&M und ArmedAngels für den Vergleich gewählt?
Die Marken wurden als konzeptionell gegensätzliche Beispiele gewählt: H&M steht stellvertretend für den globalen Fast-Fashion-Markt, während ArmedAngels den Nischenmarkt für nachhaltige Fair Fashion repräsentiert.
Welches Hauptergebnis liefert die empirische Untersuchung?
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass ArmedAngels hinsichtlich der Glaubwürdigkeit und der Kompetenz in Nachhaltigkeitsfragen bei den befragten Konsumenten deutlich besser abschneidet als H&M.
- Arbeit zitieren
- Kim-Nora Bräuer (Autor:in), 2019, Glaubwürdigkeit von CSR-Maßnahmen nachhaltiger Modelabels. Eine empirische Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011525