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Masken während der Covid-19 Pandemie in der Sozialen Arbeit. Herausforderungen der interpersonalen Kommunikation für die Krankenhaussozialarbeit

Titel: Masken während der Covid-19 Pandemie in der Sozialen Arbeit. Herausforderungen der interpersonalen Kommunikation für die Krankenhaussozialarbeit

Bachelorarbeit , 2021 , 66 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Tanya Campbell (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die Lösungswege aufzuzeigen, mit denen die Krankenhaussozialarbeit Beratung während der Covid-19 Pandemie neu konstruiert hat. Der Fokus soll dabei nicht auf den inhaltlichen Elementen der sozialrechtlichen Beratung liegen, sondern in ihrer Ausgestaltung und ihrem körperlichen, verbalen, nonverbalen oder paraverbalen Ausdruck. Die Zeit in der beiläufige Kommunikation selbstverständlich war, hat im Jahr 2020 eine drastische Wende genommen.

Die Anwendung verbaler und nonverbaler Kommunikation wurde durch die Covid-19 Pandemie gestört. Sie, die Pandemie, stellt alle bisherigen Muster und Abläufe auf die Probe. Berührung ist nicht länger erlaubt, vielmehr ist es ein Gesetz geworden Abstand zu halten. Eine besondere Veränderung finden wir aber direkt in unserem Zentrum – dem Gesicht. Die Hälfte des Gesichts, unseres verbalen Motors muss zum Schutz verdeckt sein. Die Maske nimmt uns allen einen elementaren Teil unserer Wahrnehmung. Obgleich sie jetzt zum Standard gehören, gar "Nicht-Träger" als unsolidarisch demaskieren, versperren sie uns die Sicht auf entscheidende Funktionen unseres Gesichts. Hier stellt sich nun die Frage: Wie gestaltet sich die Kommunikation in der Covid-19 Pandemie im Kontext der Krankenhaussozialarbeit und welche Chancen ergeben sich für die pandemiefreie Zeit?

Die Krankenhaussozialarbeit ist Dreh- und Angelpunkt für außerklinische Perspektiven. Neben Heilung, Therapie und Körperpflege ist sie die psychosoziale Begegnung, die Mut macht und zuhört. Individuelle Zugänge zum Menschen bieten Empathie, Kongruenz und Wertschätzung sowie eine passende Art diese zu kommunizieren. Interpersonale Kommunikation in der Krankenhaussozialarbeit bezeichnet einen sensiblen Umgang mit Emotionen während der Krankheitsbewältigung. Die Covid-19 Pandemie hat diese ohnehin schon herausfordernde Krisenintervention im Krankenhaus zu einem neuen Level geführt. Emotionen und kommunikative Settings werden durch Hygieneregeln zur Neuinterpretation gezwungen. Um interpersonale Kommunikation im Krankenhaus trotz Maske, Abstand und Isolation weiterhin bedarfsgerecht anzubieten, mussten neue, alternative Möglichkeiten kreiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Ziel und Forschungsfrage

1.3 Struktur und Aufbau

2. Interpersonale Kommunikation in der Krankenhaussozialarbeit

2.1 Geschichte der Kommunikation in der Krankenhaussozialarbeit

2.2 Rahmenbedingungen der Kommunikation im Krankenhaus

2.2.1 Auswirkungen der Räumlichkeiten auf Gespräche

2.2.2 Auswirkungen von Abläufen und Strukturen auf Gespräche

2.3 Kommunikationskonzepte und ihre Wirkung in der Krankenhaussozialarbeit

2.3.1 Verstehen und verstanden werden

2.3.2 Emotionen erkennen und wertschätzen

2.3.3 Authentizität und Transparenz

2.4 Sichtbarkeit und Transport von Werten

3. Interpersonale Kommunikation in der Krankenhaussozialarbeit während der Covid-19 Pandemie

3.1 Die Maske – Eine schützende Einschränkung

3.1.1 Auswirkungen durch Mimik-Verlust der unteren Gesichtspartie

3.1.2 Vulnerable Patientengruppen

3.2 Kompensation und Lösungen

3.2.1 Prägnanz der Augen, Brauen und der Stirn

3.2.2 Die Stimme und paraverbale Stile

3.2.3 Bilder, Theater und Pantomime

3.3 Abstandsregeln und soziale Distanzierung

3.3.1 Auswirkungen fehlender Berührung oder Nähe

3.3.2 Gestik und Interaktion als Balance für Emotionen

3.4 Die Notsituation erschafft Lösungen

3.4.1 Krankenhäuser schaffen Alternativen

3.4.2 Comeback alter Medien und Hilfsmittel

3.4.3 Beschleunigung in der Digitalisierung

4. Chancen für die Krankenhaussozialarbeit für die pandemiefreie Zeit

4.1 Möglichkeiten, Entwicklungen und Strategien

4.2 Grenzen der Krankenhaussozialarbeit in der kommunikativen Gestaltung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie sich die interpersonale Kommunikation in der Krankenhaussozialarbeit während der Covid-19-Pandemie verändert hat und welche neuen Lösungswege sowie Chancen sich daraus für die Zeit nach der Pandemie ableiten lassen.

  • Herausforderungen der Kommunikation durch Maskenpflicht und Abstandsregeln
  • Einsatz von nonverbaler Kommunikation und künstlerischen Ausdrucksformen als Kompensation
  • Anpassung von Beratungskonzepten an die krisenbedingten Rahmenbedingungen
  • Nutzung digitaler Hilfsmittel zur Aufrechterhaltung des Patientenkontakts
  • Zukunftsperspektiven und Professionalisierung der Krankenhaussozialarbeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Maske – Eine schützende Einschränkung

Wenn in dieser Arbeit von der Maske gesprochen wird, ist vordergründig die Mund-Nasen-Bedeckung gemeint, die allgegenwärtig, während der Covid-19 Pandemie inmitten unseres Selbst hängt. Sie ist als Schutz vor dem Virus oberstes Gebot geworden (vgl. Betsch et al. 2020, S. 21851–21853). In der Studie von Betsch et al. wurde schließlich festgestellt, dass Personen, die eine Maske tragen von anderen die diese ebenso tragen, als sympathischer und positiver wahrgenommen werden (ebd.). Wiederum erhalten Maskenverweigerer Misstrauen und Verachtung (ebd.). Zudem wurde schon in einer früheren Studie zu Atemwegserkrankungen festgestellt, dass Personen die empathisch gegenüber anderen sind, eher gesundheitsförderliches Verhalten, also auch das Tragen einer Maske akzeptieren (vgl. Lee-Baggley et al. 2004, S.20). Andererseits ist die Mund-Nasen-Bedeckung aber auch Gegenstand einer Situation die neben der bloßen Maskierung des Gesichtsbereichs jener Person eine neue Rolle auferlegt. Es ist nämlich nicht das gleiche mit und ohne Maske zu sein:

„Eine Metaphernsprache aus dem Bereich der Kunst wäre angemessener; denn sie weist uns auf die Tatsache hin, daß eine einzige Note in der falschen Tonart den Klang eines ganzen Konzerts zerstören kann“ (Goffman 2009, S.49).

Goffman (ebd.) betont folglich im obigen Zitat, dass jede kleinste Veränderung in einer Situation oder des Lebens eine völlige Neustrukturierung routinierter Abläufe bedeutet. Die Wahrnehmungen gehen hier auseinander, denn Prousa (2020, S. 4) gibt in ihrer Studie zu bedenken, dass es sehr subjektiv ist, sodass die Schutzgefühle gegenüber der Maske den Beklemmungen beim Tragen dieser gegenüberstehen. Dies bestätigt auch Cooper (1999, S.40-42), der sogar neben den unterschiedlichen Emotionen die einhergehen mit der veränderten Situation durch das Tragen der Maske außerdem auf einen Rollenwechsel hinweist: „[...] the mask transforms its wearer“ (Cooper 1999, S.42). Ein Beispiel hierzu gibt das Interview von Cooper mit einer Studentin, die angibt sich freier unterhalten zu können mit der Maske im Gesicht, da sie unangenehme Emotionen oder Situationen, wie dem Erröten der Wangen bei Scham, entgehen könne und so eine gewisse Sicherheit im Tragen der Maske läge, da man sich so vor unangenehmen Situationen verstecken könne (vgl. Cooper 1999, S. 110).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Krankenhaussozialarbeit als psychosoziale Komponente im klinischen Setting und stellt die Forschungsfrage nach den kommunikativen Veränderungen durch die Covid-19-Pandemie.

2. Interpersonale Kommunikation in der Krankenhaussozialarbeit: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen der Kommunikation im Krankenhaus, beleuchtet historische Aspekte sowie Konzepte wie Klientenzentrierung nach Carl Rogers und diskutiert Rahmenbedingungen wie Ökonomisierung und Raumgestaltung.

3. Interpersonale Kommunikation in der Krankenhaussozialarbeit während der Covid-19 Pandemie: Der Hauptteil analysiert die Auswirkungen von Masken, Abstandsregeln und Isolation auf die Kommunikation und zeigt kreative Kompensationsmöglichkeiten sowie digitale Lösungen auf.

4. Chancen für die Krankenhaussozialarbeit für die pandemiefreie Zeit: Das Kapitel diskutiert, wie aus der Krise gelernte Strategien und eine gestärkte Wahrnehmung der Relevanz der Sozialarbeit in eine pandemiefreie Zukunft übertragen werden können.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Krankenhaussozialarbeit trotz der Herausforderungen durch die Pandemie an Bedeutung gewonnen hat und plädiert für eine stärkere wissenschaftliche Erforschung der psychosozialen Vorgänge.

Schlüsselwörter

Emotion, Empathie, Kongruenz, Wertschätzung, interpersonale Kommunikation, Covid-19, Pandemie, Krankenhaus, Soziale Arbeit, Krankenhaussozialarbeit, Maske, Abstand, Krisenintervention, Beratung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die durch die Covid-19-Pandemie für die interpersonale Kommunikation in der Krankenhaussozialarbeit entstanden sind, und untersucht, wie Sozialarbeiterinnen diese Hindernisse überwinden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Hygienemaßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsgeboten auf die psychosoziale Beratung, die Bedeutung von Empathie und Kongruenz sowie die Anpassung an digitale Kommunikationsmedien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Lösungswege aufzuzeigen, wie Krankenhaussozialarbeit Beratung neu konstruiert hat, mit der Forschungsfrage: Wie gestaltet sich die Kommunikation in der Covid-19-Pandemie und welche Chancen ergeben sich daraus für die Zukunft?

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und greift auf Konzepte wie die personenzentrierte Gesprächsführung nach Carl Rogers, das 4-Ohren-Modell von Schulz von Thun sowie aktuelle Studien und Praxisberichte zur Pandemie zurück.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die psychosoziale Belastung im Krankenhaus während der Pandemie, die spezifischen Barrieren der Masken-Kommunikation und wie durch Mimik, Stimme, Gestik sowie digitale Alternativen weiterhin ein professioneller Patientenkontakt gewährleistet werden kann.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Empathie, interpersonale Kommunikation, Krankenhaussozialarbeit, Maske, Krisenintervention und Empowerment.

Inwiefern hat das Tragen von Masken Einfluss auf die Arbeit der Sozialarbeiterinnen?

Das Tragen von Masken behindert die nonverbale Kommunikation, da die untere Gesichtspartie verdeckt bleibt, was das Erkennen von Emotionen erschwert. Sozialarbeiterinnen müssen daher stärker auf Augen, Stimme und Gestik setzen, um Empathie zu vermitteln.

Wie wird in der Arbeit das Thema Digitalisierung in der Krankenhaussozialarbeit bewertet?

Die Digitalisierung wird als notwendige Antwort auf die Pandemie betrachtet, die den Kontakt zu Patienten und Angehörigen trotz physischer Distanz ermöglicht. Die Autorin weist jedoch kritisch darauf hin, dass diese Technik insbesondere für ältere oder psychisch belastete Patienten zusätzliche Hürden darstellen kann.

Ende der Leseprobe aus 66 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Masken während der Covid-19 Pandemie in der Sozialen Arbeit. Herausforderungen der interpersonalen Kommunikation für die Krankenhaussozialarbeit
Hochschule
(IU Internationale Hochschule)
Note
1,0
Autor
Tanya Campbell (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
66
Katalognummer
V1011570
ISBN (eBook)
9783346401960
ISBN (Buch)
9783346401977
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emotion Empahtie Kongruenz Wertschätzung interpersonale Kommunikation Covid-19 Pandemie Krankenhaus Soziale Arbeit Krankenhaussozialarbeit Maske Abstand
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tanya Campbell (Autor:in), 2021, Masken während der Covid-19 Pandemie in der Sozialen Arbeit. Herausforderungen der interpersonalen Kommunikation für die Krankenhaussozialarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011570
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Leseprobe aus  66  Seiten
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