Vegetationstranssekte auf der Halbinsel Solitüde an der Flensburger Innenförde


Bachelorarbeit, 2000

35 Seiten, Note: 1,7


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Inhalt

1 Einleitung

2 Ziele

3 Methoden
3.1 Aufbau der Transsekte
3.2 Bestimmung und Kartierung
3.3 Herbar
3.4 Auswertung der Funde

4 Halophyten im Gebiet der Ostsee
4.1 Allgemeines über Halophyten
4.2 An die Ostsee angrenzende Gewässer
4.2.1 Die Schlei
4.2.2 Die Flensburger Förde

5 Ergebnisse
5.1 Die Standorte und ihre Pflanzengesellschaften
5.1.1 Transsekt
5.1.2 Transsekt
5.1.3 Transsekt
5.1.4 Transsekt
5.1.5 Transsekt
5.2 Die Halophyten auf der Halbinsel Solitüde

6 Schlussfolgerung

7 Zusammenfassung

8 Literatur

1 Einleitung

Die Halbinsel Solitüde liegt auf der Ostseite der Flensburger Innenförde. Sie befindet sich etwa auf halber Strecke zwischen dem Yachthafen in Fahrensodde und Meierwik.

1998 haben Prof. Dr. Wilfried Probst und Reinhard Henke, Biologe und Doktorand an der Bildungswissenschaftlichen Hochschule Flensburg - Universität, hier gemeinsam mit Studenten am Projekt Ostseelabor gearbeitet. Ziel war es, das Verständnis von Schülern sowie Badegästen für die Förde zu fördern. Besonders war hier an Schulklassen aus den umliegenden Schullandheimen in Glücksburg und von der naheliegenden Lille Okseø (Kleine Ochseninsel) in Dänemark gedacht. Auch sollte das Labor dazu beitragen, dass kommende Pädagogen besser dazu in der Lage sind, Lernenden die ökologischen Zusammenhänge und Probleme am Ort Nahezubringen (Protokolle der AG ,,Ökosystem Ostsee", WS 1898/99).

Darüber hinaus ist Solitüde ein beliebter Ausflugsort für Spaziergänger und im Sommerhalbjahr für Badegäste. Auch dem botanisch Interessierten bieten sich hier besondere Beobachtungsmöglichkeiten.

2 Ziele

Die Landzunge an sich ist sehr flach, jedoch steigt das Gelände zur Landseite hin stark an. Dieser Bereich der Halbinsel ist von einem Buchenmischwald dominiert. In Richtung Meierwik befindet sich oberhalb des Kiesweges, der die Verbindung zwischen Fahrensodde und Meierwik herstellt, ein Steilhang, aus dem Sickerwasser und kühles Quellwasser austritt. Im Einflussbereich des Süßwassers findet man einen Erlenbruch.

Durch die oben genannten topografischen Faktoren kommt es zu einem Ineinandergreifen verschiedener Vegetationstypen. Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über die Vegetation der Halbinsel Solitüde an der Flensburger Innenförde geben.

Außerdem soll die Bedeutung des Salzwassereinflusses, der Süßwasserquellen und der Freizeitaktivitäten aufgezeigt werden.

3 Methoden

Im Zeitraum zwischen dem 27. Juli 1999 und dem 13. August 1999 habe ich eine floristische Kartierung mehrerer Transsekte auf der Halbinsel vorgenommen. Im Folgenden werden die Methoden bei dieser Arbeit dargelegt und anschließend das Produkt einer eingehenden Betrachtung unterzogen, insbesondere bezüglich der Verbreitung und der Salztoleranz vorhandener Halophyten.

Es wurden insgesamt fünf Transsekte auf der Halbinsel Solitüde untersucht. Die Transsekte befinden sich, wie aus Abbildung 1 ersichtlich ist, in unregelmäßigem Abstand zueinander. Die Aufnahmeflächen wurden in unterschiedliche Geländeformen gelegt, um verschiedene Aspekte der Vegetation aufzuzeigen. Dabei ist ihr Aufbau immer gleichbleibend. Die genaue Lage und die Geländeform der einzelnen Transsekte werden im Verlauf der Arbeit genauer dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Lage der Transsekte © Topware CD-Service

Die vorgefundenen Pflanzen wurden zwecks späterer Auswertung bestimmt und kartiert. Von jeder Pflanze wurden zur Dokumentation Herbarbelege oder Fotos angefertigt.

3.1 Aufbau der Transsekte

Die untersuchten Transsekte sind 200 cm breite Querschnitte durch die Vegetation, die meist ihren Ausgangspunkt am vorhandenen Kiesweg haben und gerade in Richtung Flensburger Förde laufen. In Ausnahmefällen wurde der Ausgangspunkt eines Transsektes an die Wassergrenze gelegt. So, wenn sich an der Wassergrenze eine vereinzelte Pflanze fand, welche von der Destruktion durch Badegäste bedroht war.

Der Verlauf eines jeden Transsektes wurde zunächst mit einem Roll- Metermass festgelegt und markiert. Ein Transsekt teilt sich in mehrere Abschnitte á 200x200 cm auf, die mithilfe einer kräftigen Nylonschnur und vier Holzpfählen abgesteckt wurden. Eine solche Aufnahmefläche von 4 m2 ist gut zu überblicken und bietet ein repräsentatives Gesamtbild der Flora.

3.2 Bestimmung und Kartierung

Die Bestimmung der Pflanzen wurde soweit möglich vor Ort an der lebenden Pflanze vorgenommen. Nur schwer zu bestimmende Exemplare wurden zur genaueren Betrachtung ausgegraben. Als Hilfsmittel dienten mir einschlägige Bestimmungsbücher. So wurde der Übersichtlichkeit halber Fitter, Fitter & Blamey (1986) für die blühenden Pflanzen verwendet. Bei Problemen mit der Bestimmung einzelner Pflanzen wurde Rothmaler et al. (1996) sowie in Einzelfällen Baltzer & Lange (1963) zu Rate gezogen. Die Moose wurden anhand von Niss & Probst (1989), die Gräser mit Aichele & Schwegler (1991) bestimmt. Als technische Hilfsmittel kamen eine Pinzette und eine botanische Lupe mit 8-facher Vergrößerung zum Einsatz.

Nach der Bestimmung sämtlicher Pflanzen innerhalb eines Planquadrates wurden deren Wuchsorte und die geschätzte Deckung auf vorgedruckten Rastern mit Symbolen markiert. Dabei wurden anfangs willkürliche Bildsymbole verwendet. Später kamen Buchstabenkombinationen dazu. Diese waren entweder eine Abbreviation des Pflanzennamens oder deskriptive Kürzel. Darüber hinaus wurden Beobachtungen am Wuchsort in einem Feldtagebuch notiert.

3.3 Herbar

Die Techniken des Herbarisierens habe ich mir anhand eines Skriptes des Botanischen Institutes der Universität Karlsruhe angeeignet (Seyfried,1999). Da die Handhabung einer Pflanzenpresse im Gelände nicht ganz einfach ist, habe ich mich dafür entschieden, diesen Teil der Arbeit in meiner nahegelegenen Wohnung zu verrichten. Die zu herbarisierenden Pflanzen sammelte ich aufgrund der warmen Witterung unmittelbar vor Antritt des kurzen Heimweges. So konnte sichergestellt werden, dass auch hinfälligere Arten nicht welkten.

Um die 1:20-Regel einzuhalten, habe ich selten vertretene Pflanzen fotografiert, anstatt sie mitzunehmen. 1:20 bedeutet, dass von 20 vorhandenen Exemplaren bzw. Pflanzenteilen am Wuchsort maximal eines mitgenommen werden darf. Auf diese Weise wird vermieden, dass isolierte Standorte vernichtet werden.

Die verwendete Pflanzenpresse besteht aus zwei Holzplatten, zwei Expandern sowie einer Menge Wellpappe und Zeitungen.

Allgemeine Vorgehensweise: Die gesammelten Exemplare werden gereinigt und auf einem Zeitungsbogen angeordnet, sodass alle Teile gut erkennbar sind. Die Zeitung wird dann mit der Sammelnummer beschriftet und zusammengeklappt zwischen zwei Lagen Zeitung auf die untere Holzplatte der Presse gelegt. Darüber kommt zur besseren Durchlüftung eine Lage Wellpappe. Dieses Vorgehen wird wiederholt, bis alle Pflanzen in der Presse liegen. Schließlich wird der Rest Wellpappe oder einige Lagen Zeitung sowie die obere Holzplatte auf das Sammelgut gelegt und die Expander festgezurrt. Nach dem ersten Tag werden alle Zeitungen ausgewechselt. Nach 3-5 Tagen sollen die Pflanzen trocken sein. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass die Trocknung eher eine Woche dauert, was allerdings daran liegen könnte, dass ich die Presse nahezu jeden Tag öffnen musste, um neue Exemplare hinzuzufügen. Um einen Überblick über die Trockenzeiten zu behalten, wurde das Sammelgut mit dem Datum des Trockenbeginns versehen.

3.4 Auswertung der Funde

Vor der eigentlichen Auswertung der Funde wurde ein tabellarisches Verzeichnis der vorgefundenen Pflanzen erstellt. Hierin enthalten sind:

- Sammelnummer (Lfd),
- Name,
- deutscher Name,
- Familie,
- Salzzahl (Sal),
- höchstmögliche Salzzahl eventueller Unterarten oder Varietäten (Sal 2) sowie
- von meiner Person abweichender Bestimmer (Be).

Bei der deutschen Nomenklatur habe ich mich an die von Rothmaler (1996) gehalten. Die angegebenen Salzzahlen entstammen Ellenberg et al.. Bei einigen Arten ist in der Spalte >Name< eine Unterart oder Varietät in Klammern angegeben. Diese Möglichkeit habe ich gewählt, um darauf hinzuweisen, dass die Salztoleranz einiger Unterarten oder Varietäten weit höher liegt, als die der Art. Nur bei eindeutiger Bestimmung sind die Klammern weggefallen.

Diese als Abbildung 2 wiedergegebene Tabelle ist das Fundament für die weitere Bearbeitung der Rohdaten aus der Kartierung. Für jeden Transsekt wurde ein Abzug gemacht, auf dem für die einzelnen Transsekt-Abschnitte die Artmächtigkeit jeder im Transsekt vorkommenden Art notiert wurde. Hierbei bediente ich mich der von Reichelt & Willmanns modifizierten Artmächtigkeitsskala nach Braun-Blanquet (Kieckbusch, 1998, S. 13). Die notierten Werte wurden wiederum in Vegetationstabellen (Tabelle 1-5) umgesetzt, durch die die oft bandförmige Gliederung der Vegetation sehr gut ersichtlich wird (Kieckbusch, 1998, S. 13). Darüber hinaus können auf diese Weise auch Pflanzen-gesellschaften leichter bestimmt werden. Die Arten wurden in der Reihenfolge notiert, in der sie vom Kiesweg aus gesehen vorkamen. Es ist anzumerken, dass reine Rasenflächen hierbei nicht berücksichtigt wurden. Die Legende zu den Vegetationstabellen befindet sich in Abbildung 3.

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Abb. 2: Verzeichnis der Pflanzenarten

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Abb. 2: Verzeichnis der Pflanzenarten

4 Halophyten im Gebiet der Ostsee

4.1 Allgemeines über Halophyten

Auf Standorten mit hohen Salzkonzentrationen kommen salztolerante Pflanzenarten, sogenannte Halophyten, vor. Sie sind in der Lage, zu hohe Salzkonzentrationen im Cytoplasma sowie ein daraus resultierendes gestörtes Ionenverhältnis zu tolerieren, bzw. durch spezielle Mechanismen zu vermeiden oder zu minimieren. Dabei kann zwischen Ausschlussprinzipien (Salzfiltration und Transportunterbrechung) an der Wurzel und Ausscheidungs-vorgängen durch Blattwurf (Aster tripolium), Salzdrüsen (Limonium vulgare) oder Blasenhaare (Atriplex hastata) unterschieden werden. Das Wasserpotential des Bodens ist durch die hohe Konzentration an Salzionen stark erniedrigt und negativer als das der Pflanze. Darüber hinaus besteht für die Pflanze zusätzlich das Problem, Wasser aufnehmen zu können. So finden sich bei Halophyten typische Anpassungsformen trockenresistenter Pflanzen wie Sukkulenz und reduzierte Blattspreiten (Salicornia spec.). Sukkulenz lässt sich auch im Rahmen einer Verdünnung zu hoher Salzkonzentrationen sehen, die in der Vakuole gespeichert werden, um die Salzkonzentration niedrig zu halten. Um das Wasserpotential des Bodens zu unterschreiten und damit die Wasseraufnahme zu ermöglichen, erhöhen Halophyten ihr osmotisches Potential (Künnemann, 1997 S. 14-26f).

Halophyten findet man entgegen landläufiger Meinung nicht ausschließlich an der Nordseeküste. Sicherlich sind die sich hier stellenweise weit erstreckenden Salzwiesen mit ihren Teppichen des blau-violetten Strandflieders (Limonium vulgare) besonders imposant. Salzwiesen sind jedoch nicht immer derart evident, da sie viele unscheinbare Arten wie z. B. die Salzmiere (Honckenya peploides) und den Strand-Salzschwaden (Puccinellia maritima) beherbergen und auch die Ausdehnung sehr begrenzt sein kann.

Charakteristisch für die Salzwiesen ist, dass sie nicht täglich überflutet werden. Dadurch kommt es zu einer höheren Sedimentations- als Erosionsrate. Infolge des Sedimentations-Überschusses findet eine Pflanzenansiedelung statt (Brinkmann, Ihnen & Uphoff, 1997).

Die meisten der sich ansiedelnden Arten sind fakultative Halophyten - sie können zwar Salz ertragen, sind aber im Unterschied zu den obligativen Halophyten nicht darauf angewiesen. Sie würden im Gegenteil auf weniger salzigen Böden wesentlich besser gedeihen, ziehen sich jedoch an die salzhaltigeren Standorte zurück, da sie anderenorts von anderen Pflanzen verdrängt würden. Der Strand-Salzschwaden (Puccinellia maritima) und die Strand-Aster (Aster tripolium) sind Vertreter der fakultativen Halophyten (Künnemann, 1997 S. 26f).

4.2 An die Ostsee angrenzende Gewässer

Die Ostsee hat praktisch keine Tide. An der schleswig-holsteinischen Ostseeküste und den angrenzenden Gewässern kommt es lediglich infolge starken, auflandigen Windes zu einer Überflutung (WSA Lübeck - fernmündlich). Dies reicht jedoch aus, damit sich hier Bestände ausgesprochener Halophyten ansiedeln können.

4.2.1 Die Schlei

Es liegt eine neuere vegetationskundliche Untersuchung vor, die dem Südufer der Schlei ein Vorkommen an Halophyten bescheinigt. So werden vom Autor Strandnelke (Armeria maritima), Strandbeifuss (Artemisia maritima), Quellried (Blysmus), Salzhasenohr (Bupleurum tenuissimum), verschiedene Seggen (Carex) und Binsen (Juncus) sowie einige andere explizit als ,,Arten der Salzweiden und -wiesen" erwähnt (Kieckbusch, 1998 S. 95ff.).

Der Einstrom des salzhaltigen Ostseewassers wird überwiegend vom Wind gesteuert. Der Salzgehalt der Schlei beträgt 4-18 0/00, dabei fällt der Salzgehalt zwischen Schleimünde und Schleswig kontinuierlich ab. Durch die windbedingte Strömung ändert sich auch der Wasserstand der Schlei. Bei Schleswig lagen der Maximalwert bei 153 cm über und 144 cm unter dem Mittelwasserstand. Hierbei finden sich zwischen Schleimünde und Schleswig kaum Abweichungen (Kieckbusch, 1998 S. 6).

4.2.2 Die Flensburger Förde

Auch die von der Halbinsel Solitüde nur wenig entfernte Halbinsel Holnis an der Grenze zwischen der Flensburger Innen- und Außenförde ist Heimat vieler Halophyten. Zur Beleuchtung der Ähnlichkeit der Vegetation dieser beiden Standorte gebe ich einige Befunde auf einem Werk wieder, das als eine Art ,Leitfaden für Wanderer' gedacht ist.

Bei einem Rundgang auf der Halbinsel Holnis trifft man auf die Strand-Aster (Aster tripolium), den Krausen Ampfer (Rumex crispus) und die Strand-Miere (Honckenya peploides), die als ,,charakteristische Salzpflanzen" benannt werden.

Auch findet man auf einer salzwasserbeeinflussten Brachfläche das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), Gänse-Fingerkraut (Potentilla anserina), Rotschwingel (Festuca rubra), Strand-Wegerich (Artemisia maritima), Tausendgüldenkraut (Centaurium), Hopfen- Schneckenklee (Medicago lupulina), Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre), Straußgras (Agrostis) sowie ,,typische Salzpflanzen" wie Meerstrand-Dreizack (Triglochin maritimum), Bodden-Binse (Juncus gerardii), Strand-Binse (Juncus maritimus) und wiederum die Strand-Aster (Aster tripolium). Auf einer Sandbank stehen Strand-Gerste (Elymus arenarius), Meer-Senf (Cakile maritima), Krauser Ampfer (Rumex crispus), Schilf (Phragmites), Zaun-Wicke (Vicia sepium), Kletten-Labkraut (Galium aparine), Acker- Gänsedistel (Sonchus arvensis) und Sumpf-Gänsedistel (Sonchus palustris). Auf dem Deich ist auch die bei uns seltene Wegwarte (Cichorium intybus) vereinzelt zu finden. Darüber hinaus finden sich entlang des Wanderweges Bestände von Kartoffel-Rose (Rosa rugosa), Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa) und dem Savoyer Habichtskraut (Hieracium sabaudum). Es wird angemerkt, dass die Dünen- und Küstenvegetation durch die vielen Badegäste stark beeinträchtigt sei, doch könne man Strand-Gerste, Strand- Hafer, Strand-Miere sowie Spieß- und Strand-Melde überall beobachten (nach Probst, 1989, S. 52-56).

5 Ergebnisse

5.1 Die Standorte und ihre Pflanzengesellschaften

Es muss im Vorfeld darauf hingewiesen werden, dass alle Angaben über vorkommende Arten sich lediglich auf den Befund im relativ kurzen Untersuchungszeitraum beziehen können. Eine Bestimmung der Pflanzengesellschaften wird hierdurch erheblich erschwert. Ist eine Gesellschaft nach pflanzensoziologischen Merkmalen nicht klar erkennbar, wird diese Tatsache vermerkt.

Der Vollständigkeit halber finden sich am Ende der Transsektbeschreibung die Artmächtigkeitstabellen für alle Transsekte. Aus der oberen Zeile lassen sich die Abschnittsnummern entnehmen, auf welche sich das folgende Kapitel bezieht.

5.1.1 Transsekt 1

Transsekt 1 befindet sich in einem weniger frequentierten Strandbereich unterhalb der Steilküste, die nahe Meierwik liegt. Er führt vom Weg aus gesehen rechts an einem schmalen Trampelpfad vorbei, der zum Strand herunterführt. Der Boden ist kaum humos, sondern besteht fast ausschließlich aus Sand und Kleinstteilen von Molluskenschalen. Hier und dort findet man auch größere Schalenfragmente.

Der erste, etwas höher gelegene, Bereich (Abschnitt 1) wird von Phalaris arundinacea dominiert, welches einen dichten, hohen Bestand gebildet hat. Darüber hinaus findet man Festuca arundinacea sowie Epilobium hirsutum. Anhand des großen Bestandes von Phalaris arundinacea wird in diesem Fall von einem Rohrglanzgras-Röhricht (Phalaridetum arundinaceae) ausgegangen, welche man überwiegend auf sandig-kiesigem Boden findet (Dierßen, 1988 S. 43).

Bereich 2 (Abschnitte 2-4) wird von Equisetum arvense beherrscht, darüber hinaus findet man einen großen, gleichmäßigen Bestand von Potentilla anserina. Auch Poa trivialis und Festuca arundinacea sind in nicht unerheblichen Mengen vertreten. Als Pflanzengesellschaft kommt hier am ehesten der Rohrschwingel-Rasen (Potentillo-Festucetum arundinaceae) in Frage. Dieser entwickelt sich auf angespültem Material und wird nur von Sturmfluten erreicht (Dierßen, 1988 S. 62).

Bereich 3 (Abschnitte 5-6) wird von Agrostis capillaris und Equisetum arvense dominiert. Eine Gesellschaft kann hier nicht bestimmt werden. Bereich 5 (Abschnitte 10-11) muss ebenfalls als ranglose Gesellschaft klassifiziert werden.

Bereich 6 (Abschnitte 12-13) steht unter Süßwassereinfluss und wird von Juncus bufonius dominiert, der große Flächen besiedelt hat. Daneben findet man Agrostis capillaris sowie Ranunculus sceleratus. Hier kann von einer Kröten-Binsen-Gesellschaft (Juncus bufonius - Gesellschaft) ausgegangen werden (Dierßen, 1988 S. 31).

Die Bereiche 4 (Abschnitte 7-9) und 7 (Abschnitte 14-15) sind vegetationsfrei.

5.1.2 Transsekt 2

Der zweite Transsekt liegt direkt neben einem kleinen Holzsteg, der über einen Süßwasserlauf führt. Das stetig fließende Süßwasser tritt aus dem Hang aus, welcher oberhalb des Transsektes liegt. Neben dem Transsekt hat das Süßwasser ein kleines Delta in den Sand gegraben. Dieses verändert allerdings fast täglich seine Form. Außerdem sprudelt in diesem Delta aus einer kleinen Quelle eiskaltes Süßwasser.

Die ersten zwei Planquadrate sind aufgrund des dichten Bewuchses schwer zugänglich. Das Schaffen eines Zuganges ist ohne die Zerstörung von Teilbereichen der Vegetation nicht möglich, deshalb ist die Bestandsaufnahme in diesen Bereichen eventuell unvollständig.

Der erste Abschnitt wird dominiert von Alnus glutinosa. Daneben findet man in der Krautschicht Equisetum arvense, Carex hirta, Cirsium arvense, Festuca arundinacea sowie Sonchus paluster, die je eine Artmächtigkeit von 1 haben. Da sich näher am Hang ein Erlenbruch befindet, rechne ich diesen Abschnitt nicht als Gesellschaft, sondern als Ausläufer der Erlenbestände. Der Artenreichtum der Krautschicht ist sicher auf die unmittelbare Nähe zum Gehweg zurückzuführen, da Passanten und auch Tiere hier im Vorbeigehen an Kleidern oder Fell anhaftende Pflanzensamen hinterlassen. Im Bereich 2 (Abschnitte 2-3) herrschen Salix und Alnus glutinosa vor. Die Krautschicht beschränkt sich hier auf wenige Arten. Festuca arundinacea tritt verstärkt auf. Ebenso kann man einen leichten Anstieg in der Population von Carex hirta feststellen. Darüber hinaus findet man Mentha aquatica, Lycopus europaeus sowie Calystegia sepium. Ferner gibt es einen kleinen Bestand von Iris pseudacorus. Es fällt auf, dass nur 30% der Arten mit einer Artmächtigkeit von + Salztolerant sind. Dieses Phänomen beruht wahrscheinlich auf der Aussüßung durch Wasser aus dem Erlenbruch im Zusammenspiel mit der seltenen Überflutung dieses doch um einiges über dem Mittelwasserspiegel gelegenen Bereiches. Es kommt zu mosaikartig ineinandergreifenden Gesellschaften, die nicht klar zu trennen sind.

In Bereich 3 (Abschnitt 4), in dem Festuca arundinacea überwiegt, ist eine Gesellschaft nicht klar zu erkennen.

Bereich 4 (Abschnitt 5) beherbergt ausschließlich Gräser und Binsen. Wieder ist Festuca arundinacea vertreten. Außerdem trifft man auf Bolboschoenus maritimus und Agrostis capillaris. Weniger stark verbreitet sind Juncus articulatus und Schoenoplectus lacustris. Es könnte sich hierbei um ein Strandsimsen-Röhricht (Bolboschoenetum maritimi) handeln (Schubert et al., 1995 S. 223).

Im Bereich 5 (Abschnitte 6-12) findet man einzig Agrostis capillaris welches sich mit einer Artmächtigkeit von 1 auf Abschnitt 6 beschränkt. Das verbleibende Areal ist vegetationsfrei.

5.1.3 Transsekt 3

Dieser Transsekt führt von dem langen Haus (ehemals Tauchschule und Kiosk beherbergend) unterhalb des Steilhanges über den Strand und dort über zwei Dünen. Vom Weg aus gesehen geht es zunächst eine Böschung hinab, deren mit Taraxacum officinale versetzte Rasenfläche regelmäßig gemäht wird. Dieser Bereich ist bis zu einer Tiefe von 10-13 cm sandig-humos. Darunter befindet sich Sand.

Im unteren Bereich der Böschung gesellen sich zu der langsam auslaufenden bzw. vertretenen Rasen-Vegetation relativ konstante Bestände von Elymus arenarius und Ammophila arenaria. Außerdem fällt über weite Strecken ein starker Bewuchs mit Rhytidiadelphus squarrosus auf. Dieses Moos bildet großflächige Teppiche, die den Boden bedecken.

Außerhalb des Böschungsstreifens ist der Boden feinsandig. Rhytidiadelphus squarrosus ist weiterhin vertreten. Über die bereits erwähnten Arten hinaus findet man hier Festuca arundinacea, dessen Artmächtigkeit jedoch sehr schwankt. Ebenso ist es um Elytrigia repens bestellt.

In Abschnitt 15 beginnt die wasserferner gelegene Düne, die sich bis Abschnitt 23 erstreckt. Der Moosbestand reicht bis Abschnitt 20, wonach er abrupt ausbleibt. Zwischen Abschnitt 17 und 19 findet man einen größeren Bestand Ammophila arenaria. Anpflanzungen von Strandhafer dienen zum Aufbau und Festlegen der Dünen. Das dichte, weitverzweigte Wurzelsystem des Strandhafers hält den lockeren Sand zusammen. Leider ist die Düne und damit diese Art stark durch Vertritt lädiert. Der oben beschriebene Bereich dürfte eine ausgedehnte Strandhafer-Weißdüne (Elymo-Ammophiletum arenariae) sein (Schubert et al., 1995 S. 253).

Die folgende Fläche (Abschnitte 24-30) ist äußerst artenarm. Dominiert wird sie von einem Teppich aus Honckenya peploides, dessen dichteste Stellen in den Abschnitten 26-27 liegen. Hier türmt sich der Flugsand zu kleinen Hügeln auf. Ansonsten findet man nur Agrostis capillaris. Hier kommt am ehesten die oft einartige Strandroggen-Strandquecken-Gesellschaft (Elymo-Agropyretum juncei) in Frage (Schubert et al., 1995 S. 253).

Innerhalb der Abschnitte 31-33 liegt die zweite Düne. Diese wird von Elymus arenarius beherrscht. Daneben findet man auch kleinere Bestände von Taraxacum officinale, Festuca arundinacea und Agrostis capillaris. Auch dieser Abschnitt könnte ein Teil der Strandroggen-Strandquecken-Gesellschaft sein. Die letzten 22 m (zum Zeitpunkt der Aufnahme) bis zur Förde erwiesen sich als vegetationsfrei.

5.1.4 Transsekt 4

Die Rasenfläche zwischen dem neuerbauten Pavillon und der Düne, auf der die DLRG-Hütte steht, ist nicht in die Aufnahme eingegangen. Der Transsekt fängt also nicht am Kiesweg an, sondern beginnt erst kurz vor der Düne. Durch den Übergang von der Wiesen- zur Dünenvegetation ist an eine Bestimmung der Pflanzengesellschaften nicht zu denken, da es ähnlich wie in Transsekt 2 zu ineinandergreifenden Gesellschaften kommt. Der Übergangsbereich ist stark mit Achillea millefolium und Plantago lanceolata versetzt. Vereinzelt sind auch Taraxacum officinale und Crepis capillaris eingestreut. Später gesellen sich auch Carex hirta und Elytrigia repens dazu. Am meisten fällt in diesem Transsekt die Bepflanzung der Düne mit Rosa rugosa auf. Aber auch Elymus arenarius und Ammophila arenaria fallen ins Auge, da sie hoch über die Rose hinauswachsen. Stellenweise findet man Horste von Festuca arundinacea. Dazwischen stehen Achillea millefolium, Cirsium arvense sowie Tanacetum vulgare, die farbliche Akzente setzen. Carex hirta ist nahezu durchgehend, jedoch mit schwankender Artmächtigkeit, vertreten.

Zur Seeseite hin bilden Ammophila arenaria und Rosa rugosa den Abschluss der Düne. Hiernach ist im weichen Sand nur noch selten Carex hirta zu finden. Ab Abschnitt 29 ist der Boden sehr fest. Er ist mit rundgewaschenen Kieseln und Muschelschalen übersät. In diesem Bereich findet man ebenfalls nur wenige Exemplare von Carex hirta. Die Abschnitte 18-21 sowie 28-31 beherbergen keine Pflanzen.

Erst am Ende des Transsektes findet man wieder eine gewisse Artenvielfalt vor. Am Rande der Steinschüttung, die diesen Strandabschnitt schützt, gedeihen Puccinellia maritima, Atriplex hastata sowie Aster tripolium. Bei letztgenannter Art steht eines von drei Exemplaren in Blüte.

5.1.5 Transsekt 5

Direkt am Weg stehen Arctium minus, Urtica dioica sowie Artemisia vulgaris. Die nächsten beiden Abschnitte sind weiterhin von Urtica dioica und Artemisia vulgaris bestimmt. Außerdem gesellen sich Dactylis glomerata sowie einige wenige Exemplare von Poa trivialis und Elytrigia repens dazu. Der Boden ist sandig-humos. Der Gedanke an die Klasse der ruderalen Säume und Uferstauden-Gesellschaften (Artemisietea vulgaris) ist naheliegend (Dierßen, 1988 S. 82).

Abschnitt 4 enthält überwiegend Festuca arundinacea. Daneben sind Artemisia vulgaris sowie Rhytidiadelphus squarrosus stark vertreten. Ein weniger großes Vorkommen haben Dactylis glomerata, Tussilago farfara, Elymus arenarius und Rumex crispus.

Ab hier wird der Boden sandig. Die vorherrschenden Arten sind neben Rhytidiadelphus squarrosus und Festuca arundinacea, welche bereits im vorigen Abschnitt eine hohe Artmächtigkeit aufwiesen, Poa trivialis und Ammophila arenaria.

In den folgenden Abschnitten verschwinden bis auf Ammophila arenaria alle stärker vertretenen Arten ebenso wie die weniger artmächtigen Pflanzen mehr oder weniger abrupt von der Bildfläche. Der Vegetationsstreifen ist gerade mal 16 Meter breit - der Rest des Transsektes erwies sich als vegetationsfrei.

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Abb. 3: Legende zu den Tabellen 1-5

Die Transsekte unterstehen keinen nennenswerten Höhen-unterschieden. Um einen Eindruck von dem Dünenaufbau zu vermitteln, ist bei Tabelle 4 exemplarisch ein Querschnitt eingezeichnet. Die Geländeform ist nach optischer Einschätzung wiedergegeben, da keine Messungen vorgenommen wurden.

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Tabelle 1: Artmächtigkeit in Transsekt 1

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Tabelle 2: Artmächtigkeit in Transsekt 2

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Tabelle 3a: Artmächtigkeit in Transsekt 3

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Tabelle 3b: Artmächtigkeit in Transsekt 3

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Tabelle 4a: Artmächtigkeit in Transsekt 4

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Tabelle 4b: Artmächtigkeit in Transsekt 4

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Tabelle 5: Artmächtigkeit in Transsekt 5

5.2 Die Halophyten auf der Halbinsel Solitüde

Innerhalb der Transsekte finden sich im Untersuchungszeitraum 32 Arten, die mehr oder weniger Salz vertragen. Somit zeigen immerhin knapp 51% aller Funde eine gewisse Salztoleranz auf. Diese unten aufgeführten Arten sind sämtlich fakultative Halophyten, da sie auch an minder salzhaltigen Wuchsorten vorkommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Die Halophyten auf der Halbinsel Solitüde

Ein so hoher Anteil an Halophyten erklärt sich dadurch, dass besonders im Winterhalbjahr jährlich ein großer Teil der flachen Halbinsel zumindest kurzfristig überflutet wird. Wie aus Abbildung 5 ersichtlich ist, wies der Pegel Flensburg im November 1995 einen Maximalwert von 164 cm über dem Mittelwasserstand auf. Ähnliche Befunde, wenn auch nicht so extreme, gibt es alljährlich (laut WSA Lübeck).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Pegelstände für Flensburg (Hafen) 1995

(nach Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg- Vorpommern, 1995)

Da das Gelände nicht ausnivelliert wurde, ist nicht genau zu sagen, wo die Überflutungsgrenze liegt. Es ist ebenfalls schwierig, anhand der Vegetation Angaben über Überflutungszonen zu machen, da Halophyten ohne weiteres an Wuchsorten mit geringerem Salzgehalt vorkommen können und nicht salztolerante Arten sich durch den Süßwassereinfluss weit vorwagen können.

6 Schlussfolgerung

Die Flora der Halbinsel ist sowohl vom Einfluss des Süßwassers aus dem Steilhang sowie des Salzwassers der Innenförde geprägt. Diese Tatsache macht aus Solitüde einen Standort, der erhalten bleiben muss und Schutz bedarf. Der Küstenschutz sollte auch an der Ostsee und den angrenzenden Gewässern großgeschrieben werden. Hat doch die Sturmflut am 4. November 1995 gezeigt, dass eine natürliche Küstenbefestigung einigen Widerstand zu leisten vermag. Leider ist das Bewusstsein um die Wichtigkeit der Küstenpflanzen an der Ostsee nicht so ausgeprägt wie an der Westküste.

Welcher Badegast weiß schon, dass der Strandhafer (Ammophila arenaria) bis zu 6 m lange Wurzeln hat, mit denen er die Düne fest im Griff hat und somit einer Sturmflut trotzen kann. Er festigt den Boden mit seinem weit verzweigten Wurzelsystem und durchwächst von auflandigen Winden angewehte Sandablagerungen mit Leichtigkeit, wodurch die Düne wächst. So schützt der Strandhafer das Hinterland der Küstenlinie und verhindert gleichzeitig, dass die Dünen landeinwärts wandern.

Die Salzmiere (Honckenya peploides) ist eine spezialisierte Art der weniger frequentierten Vordünen. Sie vermag dem schneidenden Flugsand zu trotzen und dient als Sandfänger. Auf diese Art wachsen die Polster in die Höhe und unterstützen auf ihre Weise die Dünenbildung.

Auch der Aspekt der Artenvielfalt ist nicht außer Acht zu lassen. Die Strandaster (Aster tripolium) beherbergt alleine bis zu 25 Insektenarten, darunter einige, die auf keiner anderen Pflanze existieren können. Darüber hinaus ist die Strandaster die einzige wildwachsende Asternart Norddeutschlands.

Noch hat die Halbinsel Solitüde eine große Artenvielfalt. Doch ansteigende Besucherzahlen und ,,verschönernde" Eingriffe seitens der Stadt führen mit sich, dass viele Arten weichen müssen und andere die Vorherrschaft gewinnen. Schuld daran ist die Beschädigung der Flora durch unwissende oder rücksichtslose Menschen.

Hieraus lassen sich Folgerungen für den Küsten-Naturschutz in Flensburg ziehen. Die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen ist eine unbestreitbare Tatsache. Doch wie sollen diese aussehen? Ein Schutz kann, wie bereits erwähnt, nicht aus Umzäunungen bestehen, da solche Sperrgebiete geradezu zum Betreten einladen.

Vielmehr wäre es von Vorteil, Aufklärungsarbeit in Form von beispielsweise Schautafeln oder Broschüren zu leisten. Das Material könnte eine Übersicht über die Pflanzenarten der Halbinsel Solitüde enthalten. Außerdem sollte über die Folgen von Vertritt durch die Freizeitaktivitäten der Besucher informiert werden. Die Gäste sollen auf diese Weise dazu animiert werden, die Augen für ihre einzigartige Umgebung zu öffnen und diese wahrzunehmen, anstatt sie nur zu benutzen.

In gleichem Maße wie der Vertritt stört eine Aussaat von Gräsern - sprich Neuanlage und Erhaltung von Rasenflächen, die als Liegewiesen dienen, das Befinden der Vegetation. Ein Verzicht auf gärtnerische Maßnahmen wäre bereits ein guter Anfang in Sachen ,Schutz der Pflanzenwelt der Halbinsel Solitüde'. Da die Liegewiesen wenig genutzt werden, würde kaum jemandem ihr Fehlen auffallen.

Auch eine großflächige Versiegelung von Flächen mit Asphalt oder Pflastersteinen, wie man sie bei dem auf der Halbinsel befindlichen Pavillon findet, stellen eine grobe Verletzung der empfindlichen Pflanzengesellschaften dar. Ein Rückbau der Befestigungen wäre wünschenswert, um das Gleichgewicht der natürlichen, ursprünglichen Flora wiederherzustellen. Da dieser Gedanke jedoch eine Utopie ist, bleibt nur zu hoffen, dass keine weiteren Baumaßnahmen folgen.

7 Zusammenfassung

Die Halbinsel Solitüde an der Flensburger Innenförde ist ein flaches Gelände, das aufgrund seiner Topographie sowohl von Salz- als auch von Süßwasser beeinflusst wird. Die fünf untersuchten Transsekte gaben einigen Aufschluss über den Zustand der Vegetation. Dabei erwies es sich, dass die vorhandenen Schäden und Störungen ausnahmslos auf das Konto der Besucher gehen. Positiv fiel jedoch auf, dass sich auf einer derart beanspruchten Fläche immer noch eine überraschend große Artenvielfalt findet. Auch im Vergleich zu anderen Gebieten mit ähnlichen Einflüssen schneidet Solitüde noch ganz gut ab.

Die Pflanzengesellschaften der einzelnen Transsekte sind durchweg nicht eindeutig zuzuordnen. Darüber hinaus entsprechen die vorhandenen Gesellschaften in ihrer Artenzusammensetzung nie ganz den Gesellschaften, wie sie ,,im Buche stehen". Das kann einerseits an den Störungen der Vegetation liegen, andererseits jedoch - bedingt durch das Wechselspiel von Salz- und Süßwasser - eine natürliche Besonderheit der Halbinsel sein. Der Küstenschutz spielt in Flensburg eine eher untergeordnete Rolle, da im Falle einer Sturmflut keine echte Gefahr besteht. Der Küsten-Naturschutz dagegen spielt eine tragende Rolle. Es ist deshalb dringend nötig, Maßnahmen zu ergreifen, um die Vegetation zu schützen.

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Ich versichere, die vorliegende Arbeit selbständig angefertigt, nur die von mir angegebenen Hilfsmittel benutzt und wörtlich oder im Sinne nach den Quellen entnommene Stellen als solche gekennzeichnet zu haben.

Die Kopie der Arbeit entspricht in allen Einzelheiten dem Original. Mit einer Ausleihe meiner Arbeit bin ich einverstanden. ,

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Details

Titel
Vegetationstranssekte auf der Halbinsel Solitüde an der Flensburger Innenförde
Note
1,7
Autor
Jahr
2000
Seiten
35
Katalognummer
V101162
Dateigröße
666 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Als Referenz nutzbar, zu Gebietsspezifisch zum "abkupfern".
Schlagworte
Vegetationstranssekte, Halbinsel, Solitüde, Flensburger, Innenförde
Arbeit zitieren
Maike Schulz (Autor), 2000, Vegetationstranssekte auf der Halbinsel Solitüde an der Flensburger Innenförde, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101162

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