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Ein Tag im September. Das Geiseldrama von München 1972. Filmanalyse zum Film von Kevin MacDonald

Title: Ein Tag im September. Das Geiseldrama von München 1972. Filmanalyse zum Film von Kevin MacDonald

Seminar Paper , 2017 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Ann-Katrin Boberg (Author)

Film Science
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Wie genau lässt sich diese Filmsprache in Bezug zu seinem politischen Momentum deuten und was ist rein aus der Position von Macdonald subjektiv eingebracht worden? Wie nähert sich ein britischer Regisseur von Künstlerporträts solch einem Ereignis, welches als eine Antwort / Tat auf den jüdisch-deutschen Konflikt zu werten ist? Es gilt das Verhältnis der eingesetzten Filmaufnahmen in Bezug zum realen Ereignis des Geiseldramas zu analysieren, denn der Film bezieht keine Stellung.

Vielmehr scheint die Dokumentation ein Porträt eines Ereignisses zu sein, ein Porträt, wo die Sache für sich steht. Es liegt also vielmehr an dem Zuschauer, welche Wirkung der Film auf ihn hat oder inwieweit Emotionen ausgelöst werden. Es gibt Stellungnahmen, aber keine Auseinandersetzung, keine Erläuterungen, die das Ereignis inhaltlich untermauern. Die Dokumentation führt ein Eigenleben, dessen Relevanz einer Auseinandersetzung bedarf. So wird anfangs die Filmmittel in seinen Einzelteilen analysiert und in den historischen Kontext gesetzt, um daraufhin sein politisches Momentum zu bewerten, immer in Bezug zum Regisseur und der eingesetzten Filmsprache.

Der 1999 erschiene Dokumentarfilm "Ein Tag im September. Das Geiseldrama München 1972", produziert von Arthur Cohn unter der Regie von Kevin Macdonald, gilt als "Der Bestseller der Zeitgeschichte" und "spannender als jede Thriller".
Wie diese Zitate andeuten, ist Macdonald ein Regisseur, der keine Grenze zwischen Dokumentation und Spielfilm zieht. "Ein Tag im September" setzt sich zusammen aus Archivaufnahmen, Interviewszenen - mit Opfern, Angehörigen der Todesopfer, deutschen und israelitischen Politikern, sowie dem Attentäter Jama Al Gashey und fiktiven Szenen. Diese Zusammensetzung der unterschiedlichen Filmaufnahmen versetzen den Zuschauer unmittelbar zurück nach München, den 5. September 1972.
Die Dokumentation beleuchtet chronologisch den Ablauf von den 21 Stunden Geiseldrama in 95 Minuten. Mittels einer tickenden Uhr wird der Tagesablauf mitsamt der überlieferten Geschehnisse sortiert und von damals Beteiligten, oder Anwesenden, analysiert wiedergegeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Filmmittel

2.1. Die Sprecher im Film

3. Die Fiktion

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert den Dokumentarfilm „Ein Tag im September“ von Kevin Macdonald hinsichtlich seiner filmischen Gestaltungsmittel und der Vermischung von dokumentarischen und fiktionalen Elementen. Im Fokus steht dabei die Frage, wie der Regisseur durch spezifische Inszenierungstechniken eine subjektive „filmische Wahrheit“ konstruiert und welche Wirkung diese auf den Betrachter ausübt.

  • Analyse der narrativen Struktur und der eingesetzten Filmmittel
  • Untersuchung der fiktionalen Elemente und deren dramaturgische Funktion
  • Einfluss der Inszenierung auf die Empathiebildung beim Zuschauer
  • Verhältnis zwischen dokumentarischer Authentizität und filmischer Gestaltung
  • Deutung der Filmsprache im historischen und politischen Kontext

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Sprecher im Film

Wie eingangs beschrieben, kommen Beteiligte aus der Politik, dem Sport, der Familie, der Terrororganisation und dem Journalismus zu Wort - alle die, die unmittelbar mit dem 5. September 1972 etwas zu tun hatten.

Der persönliche Aufhänger der Dokumentation ist das Interview mit Ankie Spitzer, der Ehefrau vom Fechtmeister André Spitzer. Mit ihrer Liebesgeschichte, ihrer Hochzeit wird die Dokumentation begonnen. Neben privaten Videoaufnahmen und Fotos befindet sich Ankie Spitzer in einer Interviewsituation. Sie ist fast mittig, vor einem Hintergrund, welches von unterschiedlichen Farben angeleuchtet wird, geradeaus in die Kamera sprechend, inszeniert. Ihr Oberkörper und ihr Gesicht ist zu sehen, ihre Hände nur, wenn sie diese beim sprechen anhebt. Es ist der zeitliche Sprung, von der jungen Frau zu der heutigen Ankie Spitzer, deutlich zu erkennen. Sie hat eine ruhige Stimme und rekapituliert sachlich, mit wenig sichtbarer Emotion, wie sie ihren Mann kennenlernte, warum sie sich in ihn verliebt hatte und wann sie ihn das letzte Mal sah. Ihre Geschichte erzeugt Empathie beim Betrachter, denn sie repräsentiert die urmenschlichsten Emotionen von Liebe und Zugehörigkeit. Umso stärker wird die Fallhöhe, wenn Ankie erzählt, dass sie ein Jahr vor den Olympischen Spielen geheiratet haben und ihre gemeinsame Tochter Anouk 1972 nur wenige Monate alt war, als André ermordet wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Dokumentarfilms über das Geiseldrama von 1972 ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Filmsprache und der Grenzziehung zwischen Dokumentation und Fiktion.

2. Die Filmmittel: Das Kapitel untersucht die zwei Zeitebenen des Films, die Arbeit mit Archivmaterial, Musik und die bewusste visuelle Gestaltung der Interviews.

2.1. Die Sprecher im Film: Dieser Abschnitt analysiert die gezielte Inszenierung der verschiedenen Protagonisten und deren unterschiedliche Rollen innerhalb der Erzählstruktur.

3. Die Fiktion: Hier wird beleuchtet, wie Macdonald durch nachgestellte Szenen und perspektivische Setzungen den Zuschauer in eine ethisch ambivalente Position bringt.

4. Schluss: Der Schluss reflektiert die Erkenntnisse der Analyse und hinterfragt den dokumentarischen Mehrwert sowie die ethische Dimension des Films.

Schlüsselwörter

Ein Tag im September, Kevin Macdonald, Geiseldrama München 1972, Dokumentarfilm, Filmanalyse, Filmmittel, Fiktion, Inszenierung, Zeitgeschichte, Erinnerungskultur, Ankie Spitzer, Jama al Gashey, Montage, Ethik, Dokumentarische Wahrheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Filmanalyse grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Dokumentarfilm „Ein Tag im September“ und untersucht, wie der Regisseur Kevin Macdonald das Geiseldrama von 1972 filmisch aufarbeitet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die filmischen Gestaltungsmittel, die Rolle der Zeitzeugen, die Verwendung von Archivmaterial und die Vermischung von dokumentarischen und fiktionalen Elementen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie Macdonald die Grenzen des Dokumentarischen überschreitet und durch spezifische Filmsprache eine „filmische Wahrheit“ erschafft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine strukturierte Filmanalyse, die den Einsatz von Filmmitteln, die Montage und die dramaturgische Wirkung auf den Zuschauer untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Filmmittel (inklusive der Interviews und der Rolle des Kommentators) sowie die Untersuchung fiktionaler Elemente im Film.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Dokumentarfilm, Inszenierung, Geiseldrama, Erinnerungskultur, Filmmittel und filmische Wahrheit.

Wie unterscheidet der Regisseur zwischen den zwei „Lagern“ der Interviewpartner?

Der Film unterscheidet visuell zwischen dem emotionalen Lager der Betroffenen (rot-grüne Ausleuchtung) und dem sachlich-neutralen Lager der Verantwortlichen (blauer Hintergrund).

Welche Rolle spielt die Musik in der Dokumentation?

Die Musik, oft Alternative-Rock, dient dazu, politische Botschaften zu verstärken, die Absurdität der Situation hervorzuheben oder Stimmungen wie Spannung und Empathie zu erzeugen.

Warum setzt der Regisseur fiktive Szenen ein?

Fiktive Szenen dienen dazu, Lücken im Archivmaterial zu schließen, das Geschehen für den Zuschauer nachvollziehbar zu machen und ihn durch Perspektivwechsel moralisch zu fordern.

Kommt der Film zu neuen geschichtlichen Erkenntnissen?

Nein, die Arbeit stellt fest, dass der Film keine Geheimnisse enthüllt, sondern vor allem einen Beitrag zur emotionalen Erinnerungskultur leistet.

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Details

Title
Ein Tag im September. Das Geiseldrama von München 1972. Filmanalyse zum Film von Kevin MacDonald
College
Film Academy Baden-Wuerttemberg in Ludwigsburg
Grade
2,0
Author
Ann-Katrin Boberg (Author)
Publication Year
2017
Pages
17
Catalog Number
V1011633
ISBN (eBook)
9783346401731
ISBN (Book)
9783346401748
Language
German
Tags
Dokumentarfilm Film Kunst München Olympische Spiele 1972 Geiseldrama Kevin MacDonald
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ann-Katrin Boberg (Author), 2017, Ein Tag im September. Das Geiseldrama von München 1972. Filmanalyse zum Film von Kevin MacDonald, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011633
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