Die Psychische Realität von Ghost - Nachricht von Sam


Hausarbeit, 2000

7 Seiten, Note: 1


Gratis online lesen

1. Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Methodischer Vorgang

4. Die Psychische Realität von GHOST
4.1. Die wahre Liebe
4.2.
4.3. Die Angst vor dem Tod
4.4.
4.5. Die Angst vor Verrat- Gerechtigkeit, Rache
4.6.
4.7. Abschied

5. Interview mit Whoopy Glodberg und Partick Swayze

6. Rezipientenanalyse

7. Zusammenfassung

8. Anhang

3. Methodischer Vorgang

Wir untersuchten die psychische Realität von GHOST in Anlehnung an Valerie Walkerdine und Ien Ang. Dabei gingen wir jedoch nicht ganz gleich wie sie vor, sondern sahen ihre Vorgangsweisen eher als Wegweiser. Die psychischen Realitäten von GHOST fanden wir heraus, indem wir den Film anschauten und uns überlegten, welche Positionen Rezipienten einnehmen könnten (aber nicht müssen).

Für die Rezipientenanalyse entschieden wir uns für ein standardisiertes schriftliches Interview, das möglichst gleich nach dem Anschauen des Films durchgeführt werden sollte, da dadurch die Emotionen, die GHOST verursacht, noch erhalten sind. Standardisiert, weil man die Antworten so besser vergleichen kann; schriftlich, weil es mündlich zu aufwendig wäre (wir müssten bei jedem Interview anwesend sein, d.h. den Film mindestens 4 mal anschauen).

Als Rezipienten wählten wir zwei Frauen und zwei Männer aus: Eine Frau/ einen Mann, die/ der in einer Beziehung lebt und eine Singlefrau bzw. einen Singlemann. Wir gingen deshalb so vor, weil das Thema Beziehung in GHOST eine wichtige Rolle spielt, und Singles vielleicht andere Positionen einnehmen könnten, als Personen, die in einer Beziehung leben.

4. Die psychische Realität von GHOST

Seit Beginn der Medienentwicklung werden Menschen von den verschiedenen Medienangeboten bewegt und berührt. Wissenschaftler erklären dieses Wirken mit psychischen Prozessen, die durch die Medienangebote mobilisiert werden. Diese meist unbewußten Prozesse werden zusammengefasst als „psychische Realität“ bezeichnet. Die psychische Realität bezeichnet also alle Vorstellungen und Phantasien, unsere zentralen Sehnsüchte, Wünsche und Begierden, aber auch unsere Ängste.

Untersucht man den Film „GHOST“ auf seine Gefühlsstruktur, findet man sehr viele Fantasieszenarien, die bei den Rezipienten verschiedene Ängste und Wünsche ansprechen. Auffallend ist, dass GHOST viele Sehnsüchte anspricht, die tief in unserer Seele verwurzelt sind und einen großen Einfluß auf unser Leben haben. Sehnsüchte, die gesellschaftlich oder durch Erziehung vermittelt werden, werden weniger angesprochen. Diese Gefühlsstruktur zeigt Positionen auf, die der Rezipient einnehmen kann, aber nicht alle einnehmen muss.

4.1. Die wahre Liebe

Heutzutage haben die meisten Menschen den Glauben an die wahre, einzige Liebe verloren. Im Laufe des Lebens macht man Erfahrungen und erlebt auch Enttäuschungen. Statt Liebe geht es in Beziehungen oft eher um Sex, Prestige. Der tiefe Wunsch nach einer Liebe, die stärker ist als alles andere, und alle Hindernisse, auch den Tod überwindet, blieb jedoch erhalten.

4.3. Die Angst vor dem Tod

Tod ist ein Thema, mit dem sich jeder Mensch auseinandersetzen muß- ob er will oder nicht. Jeder Mensch weiß, dass er und die Menschen, die ihm nahe sind, sterben müssen. Das ist eine schreckliche Tatsache, die oft verdrängt wird. Am Beginn des Filmes wird auch die Angst vor dem Tod thematisiert. In einer Szene unterhalten sich Sam und Molly über den Tod, nachdem sie in den Nachrichten ein Flugzeugwrack gesehen hatten.

Sam: „Ich sollte meine Reise nach LA absagen, sowas passiert immer dreimal.“

Molly: „Du hast einen Schutzengel.“

Sam: „Oh ja, hatten die da auch.“ „Es ist unfassbar, in einer Sekunde (schnippt mit dem Finger) ist alles vorbei.“

4.5. Die Angst vor Verrat- Gerechtigkeit, Rache

Sam wird von einem seiner besten Freunde nicht nur verraten, sein Freund Karl ist auch für seinen Tod und für die Gefahr, in der sich Molly nun befindet, verantwortlich. GHOST sagt uns, wir sollen bewußter Leben und darauf achten, wer unsere wirklichen Freunde sind. Sam ist verzweifelt und fassungslos, als er erfährt, dass Karl an seinem Mord mitverantwortlich ist. Diese Fassungslosigkeit entwickelt sich nach und nach zu Wut. Er schreit Karl an, nur um seinen Schmerz zum Ausdruck zu bringen: „Wieso, Warum? Ich glaubte, du wärst mein Freund gewesen. Ich hatte ein Leben, du Mistkerl, ich hatte ein Leben!“

Gerechtigkeit, Rache: Es gibt so viel Ungerechtigkeit in der Welt, und das ist schwer zu ertragen. Deshalb ist in jedem eine große Sehnsucht nach einer „höheren Gerechtigkeit“. In GHOST wird ein junges Pärchen getrennt, deren beider Leben zerstört. Besonders schmerzt der „sinnlose“ Tod von Sam. Das schreit förmlich nach Gerechtigkeit. Im realen Leben scheint die einzige Möglichkeit, Gerechtigkeit walten zu lassen, die Verurteilung der Täter. Selbstjustiz hat Folgen und ist auch moralisch nicht vertretbar. Der Zuschauer von empfindet die brutale Bestrafung der Täter im Film (ihr grausamer Tod und die Bestrafung in der Hölle) nicht als zu hart. Eine Rache ohne Gewalt gibt es nicht (auch wenn es nicht immer körperliche Gewalt ist). Das bedeutet jedoch nicht, dass der Zuschauer tatsächlich für die Wiedereinführung der Blutrache ist, oder ein Befürworter der Todesstrafe ist. Die Phantasie der Rache ist nur eine Position, die der Zuschauer unter anderen Positionen einnehmen kann.

Solange sein Tod nicht gerächt ist, kann Sams Seele nicht ruhen. Er bekommt die Chance, seinen Mördern gegenüberzutreten.

Sam übt an seinen Mördern Rache- eine zweite Ebene der Rache ist Gerechtigkeit. Es gibt in GHOST eine höhere Gerechtigkeit: Sam kommt in den Himmel, seine Mörder in die Hölle.

Der Film zeigt, dass Wahrheit und Gerechtigkeit immer siegen, und alle Hindernisse, sogar den Tod überwinden, wenn man nur nicht aufgibt.

4.7. Abschied

Wenn ein vertrauter Mensch plötzlich aus dem Leben gerissen wird, ist der Wunsch stark, ihn noch einmal zu sehen und sich von ihm zu verabschieden zu können. Oft will man ihm noch etwas sagen, dafür ist es jedoch zu spät. In unserer Religion werden Tote feierlich begraben, durch diese heilige Zeremonie nehmen freunde und Familie gemeinsam Abschied vom Verstorbenen. Auch in anderen Kulturen und sogar in Naturvölkern wird dieser Brauch gepflegt. Trotzdem bleibt die Sehnsucht. Menschen versuchen oft durch verschiedene Bräuche, wie z.B. „Tischlruckn“, mit der Seele des Verstorbenen Kontakt aufzunehmen. Manche gehen auch, wie in GHOST, zu einer Wahrsagerin, die aber auch im realen Leben eine Trickbetrügerin ist. Oft sprechen die Hinterbliebenen mit den Toten oder beten für sie. Diese Sehnsucht wird in einer Szene angesprochen. Ein „Untoter“, der Sam das bewegen von Gegenständen lehrt, sagt: „Die Menschen möchten um jeden Preis glauben. Sie würden wirklich alles für einen letzten Augenblick tun.“

Molly hat nicht nur die Gelegenheit, mit Sam über eine dritte Person (Oda Mae Brown) zu kommunizieren, sie hat auch die Chance, ihn durch diese Person einmal zu berühren und zu umarmen, indem Sam in Oda Mae’s Körper fährt. Das hat jedoch einen hohen Preis, denn Sam ist dadurch geschwächt und kann nicht kämpfen. Gerade dann, wenn es am wichtigsten ist, kann er Molly nicht vor seinen Mördern beschützen. Er erholt sich dann aber schnell. Schließlich, bevor Sam in den Himmel aufgenommen wird, können sie sich direkt, ohne eine dritte Person- eine Verbindungsperson-, voneinander verabschieden und küssen, mit der Gewissheit, sich wiederzusehen. Der Kuß ist nur ein Abschied für dieses Leben. Die Worte sind hier bewußt gewählt.

Sam: „Wir sehen uns“

Molly: „Wiedersehen“

9. Interview mit Whoopy Goldberg und Patrick Swayze

Wir wollen zwei Fragen in unsere Proseminararbeit mit einbeziehen, die für die herausgearbeitete Psychische Realität bedeutsam sind, da sie sie einerseits bestätigen, andererseits ergänzen.

Was spricht der Film an, warum ist er so populär?

Goldberg:

- Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen zeigt er sehr persönliche Schicksale.
- GHOST zeigt, dass es möglich ist, die Flamme der Liebe zu bewahren- nicht nur auf den Lover bezogen, sondern auch z.B. Eltern- auch wenn man tot ist.
- Man stirbt erst dann wirklich, wenn man vergessen wird
- Es ist möglich, die Menschen, die wir lieben, im Herzen weiterleben zu lassen
- Echte Liebe vergeht nicht.

Swayze:

- GHOST gibt Dingen, die längst zu Klischee geworden sind- wie Religion, Ideale- wieder Bedeutung, er bringt sie in unser Leben zurück.
- GHOST zeigt, dass es einen höheren Daseinsgrund gibt, ein Leben nach dem Tod gibt.
- Sam erhält eine zweite Chance.
- GHOST erzählt etwas über Beziehungen- es ist nicht wichtig, wer man ist und welcher Rasse man angehört, es ist nur wichtig, dass man sich 100%ig einbringt.
- GHOST zeigt, dass man aus Angst vor Enttäuschung und Verletzung, oder aus Angst, als selbstverständlich angesehen zu werden, nicht darauf verzichten darf, einem Menschen nahezukommen- es lohnt sich immer.
- Wir nehmen die Liebe mit, wenn wir sterben.

Was- mit der Bitte um eine kurze Antwort- können sie mir von GHOST sagen, dass mich veranlasst, lieber GHOST als etwas anderes zu sehen?

Goldberg: Weil wir uns danach besser fühlen.

Swayze: Weil wir wissen, dass die Liebe das ist, was zählt. Und ich glaube, es wird ein Klassiker.

Auch für die beiden Schauspieler ist das zentrale Thema von GHOST Liebe- Tod. Patrick Swayze erwähnt auch einige andere Punkte, welche Positionen Zuschauer einnehmen können, die in unserer herausgearbeiteten Psychischen Realität nicht vorkommen. Die Bedeutung von Idealen und Religion ist in der heutigen Gesellschaft sehr gering- und viele Menschen vermissen diese Dinge, die in früheren Zeiten das Leben der Menschen bestimmten. Auch den Beziehungsaspekt haben wir nicht in unsere Arbeit mit einbezogen. Swayze sieht in GHOST auch die Darstellung einer Dreiecksbeziehung (das erwähnt er im Laufe des Interviews) und einer Beziehung zwischen unterschiedlichen Rassen.

7 von 7 Seiten

Details

Titel
Die Psychische Realität von Ghost - Nachricht von Sam
Veranstaltung
Psychologie der Kommunikation
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
7
Katalognummer
V101168
Dateigröße
335 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychische, Realität, Ghost, Nachricht, Psychologie, Kommunikation
Arbeit zitieren
Rita Dummer (Autor), 2000, Die Psychische Realität von Ghost - Nachricht von Sam, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101168

Kommentare

  • Gast am 5.11.2001

    Frage.

    Liebe Frau Dummer,

    haben Sie zufällig auch das deutsche Skript von dem Film Ghost?

    Herzlichst Suzana

Im eBook lesen
Titel: Die Psychische Realität von Ghost - Nachricht von Sam



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden