Die Arbeit beantwortet die Forschungsfrage: „Inwiefern unterscheiden sich die anthropologischen Prämissen von Hobbes und Rousseau?“
Die Arbeit soll dem Zweck dienen, die Perspektive der jeweiligen Philosophen, in Bezug auf ihr Menschenbild, zu verstehen. Diese Unterscheidung ist sowohl Grundvoraussetzung als auch Ausgangspunkt für den Vergleich beider Menschenbilder. Anhand einer Einzelanalyse beider Philosophen sollen diese also auf der Grundlage ihrer Hauptwerke „Leviathan“ und „vom Gesellschaftsvertrag“ gegenübergestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Thomas Hobbes
2.1.1 Vita und historischer Kontext
2.1.2 Anthropologie und Naturzustandskonzeption
2.2 Jean-Jacques Rousseau
2.2.1 Vita und historischer Kontext
2.2.2. Anthropologie und Naturzustandskonzeption
3. Vergleich: Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau
3.1 Unterschiede
3.2 Gemeinsamkeiten
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen anthropologischen Prämissen von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau, um ein tieferes Verständnis für ihre jeweiligen Menschenbilder zu entwickeln und diese anhand ihrer Hauptwerke „Leviathan“ und „vom Gesellschaftsvertrag“ kritisch gegenüberzustellen.
- Analyse der historischen und biographischen Kontexte von Hobbes und Rousseau
- Untersuchung der jeweiligen Konzepte des Naturzustands
- Gegenüberstellung der unterschiedlichen Menschenbilder (egoistisch-machtgierig vs. friedlich-instinktiv)
- Herausarbeitung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten im Verständnis menschlicher Natur
- Reflexion über die Aktualität der anthropologischen Fragestellungen in der modernen Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Anthropologie und Naturzustandskonzeption
„Der leviathanische Staat wird von Menschen aus Menschen für Menschen gebaut, und damit das Werk gelingt, bedarf es einer genauen Kenntnis des Materials.“11 Dieses Zitat verdeutlicht die intensive Auseinandersetzung des Philosophen mit dem menschlichen Körper. Hobbes begründet das Leben eines Menschen auf die Schwingung von Körperchen, die „Bewegung[en] des Herzens bewirken.“12 Demzufolge bedeutet Bewegung Leben und Stillstand Tod. Aus dieser Schlussfolgerung resultiert das Prinzip der Selbsterhaltung, das Prinzip ist als Leitgedanke der Menschen zu verstehen. Der Urtrieb des Menschen ist es daher, sein reines Überleben zu sichern. Hobbes betont dies, indem er jedem Menschen im Naturzustand vollkommene Freiheit zuspricht, also ein Recht auf alles, welches beinhaltet, das eigene Leben um jeden Preis verteidigen zu können.13 Die Furcht vor dem Tod ist also fortlaufend präsent. Dieses politische „worst case“ Szenario bezeichnet Hobbes als das „summum malum“14, welches aus dem Naturzustand, der Anarchie und dem Bürgerkrieg hervorgeht.15
Laut Hobbes bestimmt neben der Furcht auch das Bedürfnis nach Macht das Leben eines Menschen. Denn durch den Zwang das eigene Überleben zu sichern, entspringt Misstrauen gegenüber anderen Menschen. Das weitverbreitete Zitat „der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“16 sticht in diesem Kontext besonders heraus. Aus diesem Misstrauen entsteht das Bedürfnis nach Sicherheit, das durch Machtzuwachs garantiert werden soll. Zudem wird durch das Gefühl der Macht die Ruhmsucht der Menschen gestillt, die Hobbes als Naturgegeben betrachtet: “So finden wir in der Natur des Menschen drei Hauptursachen für Konflikte: erstens Konkurrenz, zweitens Unsicherheit, drittens Ruhmsucht.“17 Auf Grund dieser Eigenschaften herrscht im Naturzustand ein dauerhafter Krieg „eines jeden gegen jeden“18 wobei sich kein Mensch sicher fühlen kann, denn laut Hobbes sind Menschen von Natur aus gleich in ihren geistigen und physischen Beschaffenheiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die anthropologische Grundfrage nach der Natur des Menschen ein und stellt die Forschungsfrage zur Differenz der Menschenbilder von Hobbes und Rousseau.
2. Theorie: Dieses Kapitel widmet sich der detaillierten biographischen und theoretischen Analyse beider Philosophen, einschließlich ihrer jeweiligen Naturzustandskonzeptionen.
3. Vergleich: Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau: Der Hauptteil vergleicht die unterschiedlichen Verhaltensweisen im Naturzustand und identifiziert trotz gravierender Unterschiede fundamentale Gemeinsamkeiten in der Ablehnung traditioneller Herrschaftslegitimation.
4. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die anhaltende Relevanz der anthropologischen Diskussion sowie die Komplexität menschlicher moralischer Dispositionen.
Schlüsselwörter
Anthropologie, Naturzustand, Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau, Leviathan, Gesellschaftsvertrag, Menschenbild, Selbsterhaltung, Krieg aller gegen alle, homme naturel, homme civilisé, Freiheit, Macht, Zivilisationskritik, politische Theorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einem Vergleich der philosophischen Anthropologien von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die menschliche Natur, der Naturzustand, das Verhältnis zwischen Mensch und Gesellschaft sowie die Legitimation politischer Herrschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage: „Inwiefern unterscheiden sich die anthropologischen Prämissen von Hobbes und Rousseau?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine vergleichende Einzelanalyse der Hauptwerke der beiden Philosophen, gestützt durch relevante Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Kontexte, die Anthropologien und die Naturzustandsmodelle beider Denker und führt einen strukturierten Vergleich ihrer Differenzen und Gemeinsamkeiten durch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Anthropologie, Naturzustand, Selbsterhaltung, Gesellschaftsvertrag, homme naturel und homme civilisé.
Wie definiert Rousseau den Begriff des „homme naturel“?
Rousseau beschreibt den Naturmenschen als ein isoliertes, friedliches und unpolitisches Wesen, das primär durch Mitleid und natürliche Selbstliebe geleitet wird.
Warum lehnt Rousseau die zivilisierte Gesellschaft ab?
Rousseau sieht in der zivilisierten Gesellschaft, insbesondere durch die Einführung des Privateigentums, den Ursprung von Ungleichheit, Hochmut, Misstrauen und den Verlust der menschlichen Freiheit.
Wie unterscheidet sich Hobbes' Sicht auf den Naturzustand von der Rousseaus?
Während Hobbes den Naturzustand als einen ständigen „Krieg aller gegen alle“ aufgrund von Misstrauen und Ruhmsucht betrachtet, sieht Rousseau diesen als einen Zustand, in dem Menschen isoliert und in Frieden leben.
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- Tamilla Javadi (Autor), 2020, Vergleich der Menschenbilder bei Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau. Der Mensch zwischen Gut und Böse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011717