Diese Arbeit handelt von Maßnahmen für Green Logistics in der Seeschifffahrt.
Durch die stetig zunehmende Globalisierung steigen die weltweiten Handelsbeziehungen beträchtlich. Dieses Wachstum wirkt sich besonders stark auf die Seeschifffahrt aus, da 70 Prozent des internationalen Handels per Seefracht transportiert wird. Doch neben der positiven Entwicklung der Weltwirtschaft steht die Globalisierung auch für eine hohe Umweltbelastung. Vor diesem Hintergrund zeigt die vorliegende Arbeit denkbare Maßnahmen für Green Logistics im Bereich der Seeschifffahrt auf.
Dafür wird zunächst eine Einführung in die logistische Nachhaltigkeit gegeben, woraufhin unterschiedliche Ansatzpunkte für eine grüne Logistik definiert und erläutert werden. Diese lassen sich in drei Kategorien unterteilen: organisatorische Maßnahmen, technische Innovationen sowie Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Anhand der Nutzwertanalyse wird ein Vergleich der Ansätze erarbeitet und die Ergebnisse auf die Konformität hinsichtlich der Nachhaltigkeit beurteilt. Die Bewertung erfolgt unter dem Einfluss des Innovationsgrads, Kundenservices sowie des Implementierungsaufwands der einzelnen Maßnahmen. Um die Arbeit abzurunden, erfolgt abschließend eine Empfehlung hinsichtlich ausstehender zukünftiger Handlungsansätze.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Struktur der Arbeit
2 Logistik im Sinne der Nachhaltigkeit
2.1 Begriff der Logistik
2.2 Entwicklung von Green Logistics
3 Maßnahmen für Green Logistics in der Seeschifffahrt
3.1 Organisatorische Maßnahmen
3.1.1 Kombinierter Verkehr
3.1.2 Auslastungsgrad und Kooperationen
3.1.3 Slow Steaming
3.2 Technische Innovationen
3.2.1 Verpackungen und Ladeeinheiten
3.2.2 Container
3.2.3 Doppelhüllen
3.3 Reduzierung des CO2-Ausstoßes
3.3.1 Alternative Treibstoffe
3.3.2 SkySail-System
3.3.3 Umweltschonendes Schiffsdesign
4 Durchführung der Maßnahmenanalyse
4.1 Definition der Nutzwertanalyse
4.2 Darstellung und Gewichtung der Bewertungskriterien
4.2.1 Nachhaltigkeit
4.2.2 Innovationsgrad
4.2.3 Kundenservice
4.2.4 Implementierungsaufwand
4.3 Maßnahmenbewertung
4.3.1 Bestimmung der Bewertungsfaktoren
4.3.2 Berechnung der Nutzenwerte
4.4 Reflexion der Analyse
5 Kritische Würdigung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert kritisch Maßnahmen zur Umsetzung von "Green Logistics" in der Seeschifffahrt, um Unternehmen Möglichkeiten zur ökologischen Optimierung aufzuzeigen. Dabei werden verschiedene Ansätze anhand einer Nutzwertanalyse hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit, ihres Innovationsgrads, des Einflusses auf den Kundenservice und des Implementierungsaufwands systematisch bewertet.
- Identifikation und Kategorisierung von Green-Logistics-Maßnahmen (organisatorisch, technisch, emissionsreduzierend)
- Methodische Bewertung mittels Nutzwertanalyse zur Entscheidungsunterstützung
- Analyse des Spannungsfeldes zwischen ökonomischer Effizienz, ökologischer Nachhaltigkeit und Kundenservice
- Kritische Würdigung der Wirksamkeit und Umsetzbarkeit verschiedener Schifffahrtskonzepte
Auszug aus dem Buch
3.2.3 Doppelhüllen
Am 24.05.1989 ereignete sich ein schwerer Seeunfall, bei dem der Öltanker „Exxon Valdez“ auf das Bligh-Riff vor der Küste Alaskas auflief. Seine elf Öltanks waren mit zirka 200 Millionen Liter Öl gefüllt. Durch die Havarie gelangten etwa 40 Millionen Liter Rohöl ins Meer und vergifteten ungefähr 2.000 km der Küste. Noch bis heute spüren sowohl der Mensch als auch die Natur die Auswirkungen. Ähnliches trug sich zehn Jahre später an der französischen Atlantikküste und nur wenige Jahre danach an der spanischen Atlantikküste zu. Ein Grund dieser drei bekanntesten Umweltkatastrophen war die Tatsache, dass die Öltanker mit nur einer Außenhülle gebaut waren.
Dies nahm der Umweltausschuss der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (International Maritime Organization, IMO) im Jahr 2001 zum Anlass, das „Internationale Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe“, kurz MARPOL, inhaltlich auszudehnen. Nach Regel 19 der Anlage 1 des MARPOL-Übereinkommens dürfen Öltanker fortan nur noch mit zwei Außenhüllen, die sogenannte Doppelhülle, konstruiert werden. So kann die äußere Hülle des Schiffs bei einem Seeunfall zerstört werden, ohne dass damit ein sofortiger Austritt von Öl einhergeht. Die innere Hülle sichert in solch einem Fall die Öltanks ab. Bis auf einige Übergangsregelungen hinsichtlich Alter und Größe des Schiffs, müssen auch bestehende Tanker ab dem Baujahr 1996 mit einer Doppelhülle versehen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung der Seeschifffahrt im Welthandel und die damit verbundene Notwendigkeit, ökologische Nachhaltigkeit in der Logistikbranche durch Green Logistics zu adressieren.
2 Logistik im Sinne der Nachhaltigkeit: Dieses Kapitel definiert den Logistikbegriff und erläutert die Entwicklung von Green Logistics vor dem Hintergrund nachhaltiger Unternehmensführung und ökologischer Verantwortung.
3 Maßnahmen für Green Logistics in der Seeschifffahrt: Hier werden diverse organisatorische Maßnahmen, technische Innovationen und Konzepte zur CO2-Reduktion in der Seeschifffahrt detailliert definiert und erläutert.
4 Durchführung der Maßnahmenanalyse: Dieses Kapitel widmet sich der systematischen Bewertung der in Kapitel 3 vorgestellten Maßnahmen mittels einer Nutzwertanalyse und führt eine Berechnung der Nutzenwerte durch.
5 Kritische Würdigung: Die kritische Würdigung reflektiert das gewählte Vorgehen, diskutiert die Stärken und Schwächen der Nutzwertanalyse als Instrument und zieht ein Fazit zur Eignung des Verfahrens für die Fragestellung.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit strikterer globaler Rahmenbedingungen, um ökologische Nachhaltigkeit in der Seeschifffahrt langfristig zu sichern.
Schlüsselwörter
Green Logistics, Seeschifffahrt, Nutzwertanalyse, Nachhaltigkeit, CO2-Reduktion, Doppelhülle, Container, Alternative Treibstoffe, Umweltschonendes Schiffsdesign, Logistik, Transportkette, Umweltschutz, Effizienz, Innovationsgrad, Implementierungsaufwand
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Analyse verschiedener Maßnahmen, um ökologische Nachhaltigkeit im Bereich der Seeschifffahrt durch Konzepte der "Green Logistics" zu steigern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind organisatorische Logistikprozesse, technische Schiffsinnovationen sowie Ansätze zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und Umweltbelastungen in der Seeschifffahrt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, denkbare Maßnahmen für Green Logistics aufzuzeigen und diese mithilfe einer Nutzwertanalyse unter Einflussfaktoren wie Innovationsgrad, Kundenservice und Implementierungsaufwand zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Als methodisches Instrument wird die klassische Nutzwertanalyse eingesetzt, um Handlungsalternativen anhand definierter Kriterien strukturiert zu vergleichen und zu gewichten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Beschreibung der Maßnahmen, deren systematische Bewertung unter Anwendung von Bewertungskriterien sowie die abschließende Berechnung und Rangfolge der Nutzenwerte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern zählen unter anderem Green Logistics, Seeschifffahrt, Nutzwertanalyse, CO2-Reduktion, Doppelhüllen und alternative Treibstoffe.
Welche Bedeutung haben Doppelhüllen für die ökologische Nachhaltigkeit?
Doppelhüllen fungieren als essenzieller Schutz gegen Ölaustritte bei Havarien und verhindern so langfristige Umweltschäden, weshalb sie in der Analyse als hochgradig nachhaltig eingestuft werden.
Wie beeinflusst das SkySail-System die Schiffsleistung?
Das SkySail-System nutzt Windkraft zur Unterstützung des Antriebs, wodurch die Maschinenleistung zeitweise reduziert und signifikante Mengen an Treibstoff sowie Schadstoffen eingespart werden können.
Warum wird Slow Steaming in der Analyse kritisch betrachtet?
Obwohl Slow Steaming Treibstoff und Emissionen einspart, führt es zu längeren Fahrzeiten und potenziellen Nachteilen im Kundenservice, was die Gesamtbewertung im Rahmen der Nutzwertanalyse relativiert.
Welche Rolle spielt der Kundenservice bei der Bewertung von Umweltmaßnahmen?
Der Kundenservice ist neben der ökologischen Nachhaltigkeit ein gewichteter Bewertungsfaktor, der Zielkonflikte aufzeigt, da einige ökologische Maßnahmen (wie längere Lieferzeiten) die Servicequalität beeinträchtigen könnten.
- Arbeit zitieren
- Luisa Richter (Autor:in), 2020, Green Logistics in der Seeschifffahrt. Maßnahmen für eine Logistik im Sinne der Nachhaltigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011759