Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, auf der Basis einer retrospektiven Analyse einen umfangreichen Überblick über den Zweiten Berg-Karabach Krieg zu schaffen und die Wirkung der Strategien der Konfliktlösung zu veranschaulichen, ob der Konflikt wirklich zur Vergangenheit gehört, wie der russische Präsident Vladimir Putin betont hat, oder nicht.
Karabach bedeutet im Aserbaidschanischen "schwarzer Garten". Die Auseinandersetzungen um den "schwarzen Garten" verwandelten sich neulich in einen lokalen militärischen Konflikt, der 44 Tage (27.09.2020 – 09.11.2020) dauerte. Der zweite Berg-Karabach Krieg unterscheidet sich erheblich vom ersten (1988-1994). Im ersten Krieg (1991-1994) besetzten die Armenischen Streitkräfte Berg-Karabach und umliegende 7 Aserbaidschanische Gebiete, die zweimal grösser als die Berg-Karabach Autonome Oblast selbst waren. Im zweiten Karabachkrieg verlor Armenien die russische Unterstützung und ging als Verlierer hervor. Es ist der Aserbaidschanischen Republik gelungen, die besetzten 7 Gebiete zu befreien und einen neuen Status Quo zu etablieren.
Der Konflikt wurde vor 115 Jahren auf der Inhaltsebene künstlich geschaffen. Im Jahr 1988 flammte der Konflikt zwischen den beiden Völkern nochmals auf und erreichte 1991 seinen Höhepunkt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion begann der erste Karabach-Krieg.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1. 2. Das Entflammen des Konflikts
2. Die wissenschaftliche Begleitung
2. 2. Die Legalität des Krieges
2. 3. Die Europäische und Russische Presse über Berg-Karabach Konflikt
3. Die UN-Resolutionen über den Berg-Karabach Konflikt
3. 1. Die Friedensverhandlungen während den Zwischenkriegszeiten
3. 2. Die Madrider Prinzipien
3. 3. Die Münchner Sicherheitskonferenz
4. Konnte der Krieg noch vermieden werden?
4. 1. Keine Jihadisten in Berg-Karabach
4. 2. Die Kriegsverbrechen und der Vorwurf der ethnischen Säuberung
4. 3. Die Kriegsvorbereitung
4. 4. Armeniens Niederlage
4. 5. Steckt George Soros hinter dem Krieg zwischen Aserbaidschan und Armenien?
5. Eine neue Art der Kriegsführung - Drohnenschwärme
5. 1. Die Rollen der Regional- und Grossmächte im Konflikt
5. 1. 1. Russland
5. 1. 2. England
5. 1. 3. Israel
5. 1. 4. Türkei
5. 2. Externe Faktoren
6. Waffenstillstandsabkommen vom 9. November und die Rolle des russischen Präsidenten bei der Friedensstiftung
6. 1. Der Grenzziehungsprozess und der russische Lösungsplan
6. 2. Der neue Status-Quo
6. 3. Die Interviews von Präsident Ilham Aliyev und Premierminister Nikol Pashinyan während dem zweiten Berg-Karabach Konflikt
6. 4. Russlands Vermittlerrolle
6. 5. Regionaler Konflikt
6. 6. Die Rolle der Türkei im Konflikt
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Berg-Karabach-Konflikt durch eine retrospektive Analyse des Zweiten Berg-Karabach-Krieges (2020) zu untersuchen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, warum bisherige internationale Konfliktlösungsstrategien scheiterten und inwiefern der neue Krieg das Machtgefüge sowie die Konfliktkultur im Südkaukasus verändert hat.
- Ursachen und historische Hintergründe des Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan
- Analyse der Rolle internationaler Akteure und Regionalmächte
- Bewertung militärischer Strategien, insbesondere des Einsatzes von Drohnentechnologie
- Rechtliche und ethische Einordnung des Kriegsverlaufes
- Friedensstiftung und neue geopolitische Realitäten nach dem Waffenstillstandsabkommen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Karabach bedeutet im Aserbaidschanischen «schwarzer Garten». Die Auseinandersetzungen um den «schwarzen Garten» verwandelten sich neulich in einen lokalen militärischen Konflikt, der 44 Tage (27.09.2020 – 09.11.2020) dauerte. Der zweite Berg-Karabach Krieg unterscheidet sich erheblich vom ersten (1988-1994). Im ersten Krieg (1991-1994) besetzten die Armenischen Streitkräfte Berg-Karabach und umliegende 7 Aserbaidschanische Gebiete, die zweimal grösser als die Berg-Karabach Autonome Oblast selbst waren. Im zweiten Karabachkrieg verlor Armenien die russische Unterstützung und ging als Verlierer hervor. Es ist der Aserbaidschanischen Republik gelungen, die besetzten 7 Gebiete zu befreien und einen neuen Status Quo zu etablieren.
Der Konflikt wurde vor 115 Jahren auf der Inhaltsebene künstlich geschaffen. «Anfang Februar 1905 kam es zu Kämpfen zwischen Armeniern und Aserbaidschanern und Hunderte starben» durch Gewalt (1905, 1918, 1988). Im Jahr 1988 flammte der Konflikt zwischen den beiden Völkern nochmals auf und erreichte 1991 seinen Höhepunkt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion begann der erste Karabach-Krieg. Die Lösungswege und Bemühungen um eine Versöhnung zwischen den Völkern zu erschaffen, scheiterten hintereinander, weil das Problem in kleinere Teilprobleme zerlegt wurde. Die politische Redewendung «Divide et impera» (Teile und herrsche) ist die richtige Erklärung für diese künstliche Konflikterzeugung. Das zaristische Russland hetzte die befreundeten Völker gegeneinander auf, um den Vielvölkerstaat Russland zu regieren und Freiheitsbestrebungen der Völker zu unterdrücken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Historische Einordnung des Konflikts im Südkaukasus und Erläuterung der künstlichen Konfliktgenese seit der zaristischen Ära.
2. Die wissenschaftliche Begleitung: Methodische Erläuterung der retrospektiven Beobachtungsarbeit und der qualitativen Inhaltsanalyse.
3. Die UN-Resolutionen über den Berg-Karabach Konflikt: Analyse der internationalen diplomatischen Bemühungen und der rechtlichen Rahmenbedingungen der UN-Resolutionen.
4. Konnte der Krieg noch vermieden werden?: Diskussion über diplomatische Möglichkeiten, Kriegsverbrechen und die Rolle von George Soros.
5. Eine neue Art der Kriegsführung - Drohnenschwärme: Untersuchung der militärischen Revolution durch moderne Drohnentechnologie und der Einmischung regionaler Mächte wie Israel, Türkei und Russland.
6. Waffenstillstandsabkommen vom 9. November und die Rolle des russischen Präsidenten bei der Friedensstiftung: Dokumentation des Waffenstillstandsabkommens und der neuen geopolitischen Lage.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Konfliktlösung und Ausblick auf die zukünftige regionale Entwicklung.
Schlüsselwörter
Berg-Karabach, Aserbaidschan, Armenien, Zweiter Berg-Karabach-Krieg, Waffenstillstandsabkommen, Konfliktkultur, geopolitische Interessen, Drohnentechnologie, UN-Resolutionen, Südkaukasus, territoriale Integrität, Friedensstiftung, Völkerrecht, Russland, Türkei.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Ursachen und den Verlauf des Zweiten Berg-Karabach-Krieges im Jahr 2020 sowie die daraus resultierenden neuen politischen Realitäten im Südkaukasus.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die historische Genese des Konflikts, die Analyse diplomatischer Bemühungen, militärtechnologische Entwicklungen und die geopolitischen Interessen regionaler Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine retrospektive Analyse zu verstehen, warum langjährige Friedensverhandlungen scheiterten und wie der Krieg das Machtgleichgewicht verschoben hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor verwendet Ansätze der Evaluationsforschung, qualitative Leitfadeninterviews nach Mayring sowie eine juristische Quellenkritik zur Analyse der Geschehnisse.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Fokus liegt auf der Untersuchung der Kriegführung, der Rolle externer Mächte (Russland, Türkei, Israel) und den rechtlichen Aspekten des Waffenstillstandsabkommens vom 9. November.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Konfliktkultur, territoriale Integrität, Völkerrecht und die Bedeutung moderner Waffentechnik wie Drohnen.
Wie bewertet der Autor die Rolle Russlands?
Der Autor ordnet Russland eine entscheidende Rolle als Vermittler und Schutzmacht ein, die trotz anfänglicher Zurückhaltung massgeblich zum Waffenstillstand beitrug.
Wie beurteilt der Text die technologische Komponente des Krieges?
Der Einsatz türkischer und israelischer Drohnen wird als revolutionär beschrieben, der die Effektivität der aserbaidschanischen Armee massgeblich steigerte.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Statusfrage?
Der Autor betont, dass der Konflikt durch die Änderung des Status Quo eine historische Korrektur erfuhr, wobei die territoriale Integrität Aserbaidschans nun im Vordergrund steht.
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- Elkhan Hasanov (Author), 2021, Der zweite Bergkarabach-Konflikt. UN-Resolutionen und Entwicklungen der Konfliktlösung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011872