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Plurinationalismus in Lateinamerika. Die staatlichen Rechte der indigenen Bevölkerungsgruppen

Title: Plurinationalismus in Lateinamerika. Die staatlichen Rechte der indigenen Bevölkerungsgruppen

Term Paper , 2016 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sergio Merz (Author)

Politics - Region: Middle and South America
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Diese Hausarbeit befasst sich empirisch mit den staatlichen Transformationsprozessen in Lateinamerika. Der rote Faden dieser Arbeit sind die Rechte der "indigenen Bevölkerung" in Lateinamerika.

Mit den Begriffen "Indianer" und "indigene Völker" verbinden sich aufregende Bilder (Farbenvielfalt) und sie wirken geheimnisvoll und faszinierend. "Der Begriff 'Indigene Völker' stammt von dem UN-Sonderberichterstatter der Unterkommission für die Verhütung von Diskriminierung und den Schutz von Minderheiten José Martinez Cobo, der 1986 gemeinsam mit der UN Arbeitsgruppe über indigene Bevölkerungen, die als diskriminierend empfundenen Begriffe 'Ureinwohner' und 'Eingeborene' ersetzte.

'Indigen' wird von der spanischen Bezeichnung indígenas hergeleitet" (Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. 2013). Der Begriff "indigen" heißt in wörtlicher Übersetzung "eingeboren". Als indigen bezeichnet man die Völker, die auf einem bestimmten Land eingesessen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was sind „indigene Völker“?

3. „Plurinationales“ Staatsmodell

4. Nationalstaat

5. Indigene Rechtsprechung und staatliches Recht in Lateinamerika

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe rechtliche Situation indigener Bevölkerungsgruppen in Lateinamerika im Kontext staatlicher Transformationsprozesse. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen verfassungsrechtlichen Anerkennungen und der gelebten sozialen sowie politischen Realität aufzuzeigen, wobei insbesondere die Rolle von Ressourcenkonflikten und die Wirksamkeit neuer Staatsmodelle kritisch hinterfragt werden.

  • Die historische Genese und Definition indigener Bevölkerungsgruppen.
  • Die theoretische Konzeption des „Plurinationalismus“ als Staatsmodell.
  • Der Einfluss nationalstaatlicher Strukturen auf die Rechte indigener Völker.
  • Das Konzept des „Buen Vivir“ und seine praktische Umsetzung in Bolivien und Ecuador.
  • Die Spannung zwischen staatlicher Justiz und indigener Rechtsprechung.

Auszug aus dem Buch

3. „Plurinationales“ Staatsmodell

In diesem Kapitel befasse ich mich mit dem Stand der Forschung und konkretisiere den „Plurinationalismus“ anhand des Textes von Boaventura de Sousa Santos „Plurinationaler Konstitutionalismus und experimenteller Staat in Bolivien und Ecuador“ aus dem Jahre 2012. Nachfolgend definiere ich den Begriff „Plurinationalität“. Unter dem Begriff „Plurinationalität“ versteht man eine Koexistenz von zwei oder mehreren nationalen Gruppen innerhalb eines Staates. „In Bezugnahme auf die internationalen Menschenrechte kann die Plurinationalität als Anerkennung von kollektiven Rechten sozialer Gruppen verstanden werden“ (Sousa Santos 2012: 337). Der Autor beschreibt in seinem Beitrag, dass die Anerkennung von Plurinationalität eine wichtige Voraussetzung für eine tatsächliche Demokratie in vielen Ländern Lateinamerikas sei. „Die Anerkennung der Plurinationalität geht einher mit der Anerkennung von Selbstregierungs- und Selbstbestimmungsrechten, allerdings nicht notwendigerweise mit der Idee der Gründung unabhängiger Staaten“ (Sousa Santos 2012: 337ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird das Forschungsvorhaben vorgestellt, die Leitfragen formuliert und die Relevanz der indigenen Rechte in Lateinamerika empirisch begründet.

2. Was sind „indigene Völker“?: Dieses Kapitel liefert eine definitorische Abgrenzung der Begriffe „indigene Bevölkerung“ und „indigene Völker“ unter Berücksichtigung internationaler Standards.

3. „Plurinationales“ Staatsmodell: Es wird das Konzept des Plurinationalismus analysiert, insbesondere wie staatliche Neugründungen die kulturelle Dominanz aufbrechen sollen.

4. Nationalstaat: Der Fokus liegt auf der historischen Entstehung des europäischen Nationalstaates und der damit einhergehenden Entwicklung nationaler Identitäten und Sprachen.

5. Indigene Rechtsprechung und staatliches Recht in Lateinamerika: Dieses Kapitel thematisiert die rechtliche Lage und die Konflikte zwischen staatlicher Justiz und indigenen Rechtsvorstellungen.

6. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei betont wird, dass trotz rechtlicher Fortschritte die soziale Diskriminierung und Machtasymmetrien weiterhin bestehen.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Werke für diese Arbeit.

Schlüsselwörter

Indigene Bevölkerung, Plurinationalismus, Nationalstaat, Rechtspluralismus, Buen Vivir, Selbstbestimmung, Menschenrechte, Lateinamerika, Rechtsprechung, Rohstoffkonflikte, soziale Diskriminierung, staatliche Transformation, Partizipation, indigene Organisationen, interkulturelle Beziehungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die rechtliche Situation indigener Völker in Lateinamerika im Spannungsfeld zwischen traditionellem Nationalstaat und neuen, plurinationalen Staatsmodellen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die Definition indigener Gruppen, das Konzept des „Buen Vivir“, die Rolle des Rechtspluralismus und die Herausforderungen bei der Umsetzung politischer und wirtschaftlicher Rechte.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, welche Rechte der indigenen Bevölkerung zur Verfügung stehen und welche Einsichten sich daraus für Debatten um den Plurinationalismus gewinnen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine empirische Analyse von Transformationsprozessen und setzt sich kritisch mit fachwissenschaftlicher Literatur und Verfassungstexten auseinander.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Staatsmodellen, die Entstehung des Nationalstaates und die detaillierte Analyse der indigenen Rechtsprechung sowie deren Konflikten mit staatlichem Recht.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Plurinationalismus, Buen Vivir, Rechtspluralismus, Selbstbestimmung und staatliche Transformation.

Wie unterscheidet sich das Konzept des „Buen Vivir“ von westlichen Entwicklungsmodellen?

Während westliche Modelle oft auf Wachstum und Profit basieren, fokussiert das „Buen Vivir“ auf das harmonische Zusammenleben mit der Natur, die als Rechtssubjekt anerkannt wird, und die Befriedigung grundlegender Lebensbedürfnisse.

Welche Rolle spielt die Natur im Rechtsverständnis indigener Völker laut der Arbeit?

Für indigene Völker ist die Natur keine bloße Rohstoffquelle, sondern „Pachamama“ (Mutter Erde) und ein eigenständiges Rechtssubjekt, was zu Konflikten mit industriellen Interessen führt.

Warum bleibt die Situation trotz verfassungsrechtlicher Änderungen oft schwierig?

Trotz neuer Verfassungen verhindern Machtasymmetrien, autoritäre Regierungsstrukturen und starke Interessenkonflikte hinsichtlich natürlicher Ressourcen häufig die effektive Umsetzung dieser Rechte.

Wie wird das Verhältnis zwischen Staat und Indigenen am Ende bewertet?

Das Fazit betont, dass eine echte Anerkennung der Multiethnizität eine fundamentale Restrukturierung des Staates erfordert und der aktuelle Alltag vieler indigener Völker weiterhin durch Marginalisierung geprägt bleibt.

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Details

Title
Plurinationalismus in Lateinamerika. Die staatlichen Rechte der indigenen Bevölkerungsgruppen
College
University of Hannover  (Institut für Soziologie)
Course
Transformation Studies I
Grade
1,7
Author
Sergio Merz (Author)
Publication Year
2016
Pages
13
Catalog Number
V1011966
ISBN (eBook)
9783346406019
ISBN (Book)
9783346406026
Language
German
Tags
Plurinationalismus Transformation und indigene Rechte Lateinamerika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sergio Merz (Author), 2016, Plurinationalismus in Lateinamerika. Die staatlichen Rechte der indigenen Bevölkerungsgruppen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011966
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