Motivierende Gesprächsführung bei Klienten mit Suchtproblemen. Grundlagen, Konzepte und Techniken


Seminararbeit, 2021

9 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1.Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel

2 Definitorische Grundlagen
2.1 Motivierende Gesprächsführung
2.2 Intrinsische Motivation
2.3 Komorbidität
2.4 Sucht

3 Herausforderung bei Klienten mit Doppeldiagnosen
3.1 Motivierende Gesprächsführung
3.2 Grundlagen und Konzepte der Motivierenden Gesprächsführung
3.3 Techniken der Motivierenden Gesprächsführung

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Bei Menschen mit stoffgebundenem Substanzmissbrauch ist die Wahrscheinlichkeit um das Vierfache höher an einer psychischen Störung zu leiden, als Menschen die keine Stoff Gebunde Substanze konsumieren. Besonders hoch ist sie bei alkoholabhängigen Personen. Zu den häufigsten psychischen Störungen zählen Schizophrene Psychosen, Depression, das Aufmerksamkeit Hyperaktivität Syndrom, die posttraumatische Belastungsstörung und die Bipolar Störung. Der Zusammenhang von Alkoholmissbrauch und bipolaren Störung ist im Vergleich zu anderen psychischen Störungen , die in Verbindung mit Alkoholmissbrauch auftreten wesentlich höher.1

1.1 Problemstellung

Die Zahl der Azubis in sozialen Berufen hat sich von 2010 bis 2017 verdoppelt. Dadurch kommt es zu einer erhöhten Anzahl von altersgemischten Teams . Dies stellt eine Herausforderung für Führungskräfte dar, den die Arbeitsmotivation ist in diversen Altersgruppen unterschiedlich.

1.2 Ziel

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Führungskräfte die Arbeitsmotivationen von altersgemischte Teams beeinflussen können. Ziel dieser Arbeit ist es, diesen Teilaspekt theoriebegleitend als geeignete Technik zu begründen. Nach der Einleitung wird die Arbeit wie folgt gegliedert. Um zum Einstieg mehr Verständnis zu bekommen, werden im zweiten Kapitel die Definitorischen Grundlagen gegliedert dies beinhaltet. Die motivierende Gesprächsführung, die Komorbidität und die Sucht. Anschließend folgt das dritte Kapitel mit den Grundlagen der motivierenden Gesprächsführung. Erklärend hierzu wird gezeigt, welche Herausforderungen und Probleme sich bei Klienten mit Doppeldiagnosen ergeben können. Danach werden Konzepte und Techniken der Methode erläutert. Abschließend folgt das Fazit zu dieser Arbeit.

1 Definitorische Grundlagen

1.1 Motivierende Gesprächsführung

Die motivierende Gesprächsführung ist eine Kommunikationstechnik, die den Klienten dazu bewegen soll, durch Eigenreflexion und mit Ambivalenz zu seiner Wunsch Veränderung zu gelangen. Es ist eine geleitende und nicht gelenkte Gesprächstechnik, die Personen stärkt sich selbst zu ändern.2

1.2 Intrinsische Motivation

Die Intrinsische Motivation ist die aus dem Inneren eines Menschen hervorgeht, ohne sie durch äußerliche Reize zu belohnen oder zu verstärken.3

2.3 Komorbidität

Die Betroffenen haben zwei Diagnosen. Zum einen die physische Abhängigkeit von einer Substanz und zum anderen eine klassifizierte psychische Erkrankung. Dies stellt eine Komorbidität dar. Suchtpatienten mit einer Doppeldiagnose haben ein erhöhtes Risiko, die Beratung abzubrechen.4 Das Risiko für die Rückfälligkeit ist bei Alkoholabhängigkeit höher als bei anderen komorbiden Klienten.5

2.4 Sucht

Sucht hängt von vielen Faktoren ab, sie wirkt wechselhaft auf die Biologie und auf die Psyche des Menschen. Zudem beeinflusst sie das soziale Umfeld der Betroffenen.6 Der Begriff kommt aus dem Deutschen und definiert die Krankheit. Im 19. Jahrhundert wurden die Süchte nach der jeweiligen Substanzabhängigkeit benannt. Heute wird die Sucht nach stoffgebundener oder ungebundener unterschieden. Stoffgebundene Sucht entsteht, wenn die Substanz einen Rausch hervorruft und damit auf das vegetative Nervensystem wirkt. Unter der stoffungebundenen Sucht versteht man z.B die Computerspielsucht oder die Abhängigkeit von Schmerzmitteln. Diese Arten von Abhängigkeit versetzen die Betroffenen nicht in einen Rausch zustand. Die internationale Klassifikation von Sucht ist in der ICD 10. als schädlicher Gebrauch von Alkohol oder als Alkoholabhängigkeit aufgelistet. Eine Person ist süchtig bzw. Abhängig, wenn drei der sieben Kriterien erfüllt sind. Dazu zählt die Toleranzentwicklung, dabei wird der Konsum erhöht, um die erwünschte Wirkung zu erhalten. Der Konsum in großer Menge über einen längeren Zeitraum. Die Unkontrollierbarkeit, Entzugssymptome beim weglassen, die Vernachlässigung der Hobbys oder anderen sozialen Aktivitäten und die Fortsetzung des Konsums trotz Körperlicher Probleme.7

3 Herausforderung bei Klienten mit Doppeldiagnosen

Klienten mit Doppeldiagnosen haben im Laufe ihres Lebens negative Erfahrungen in Versorgungssystemen der Psychiatrie und der Suchtkrankenhilfe gemacht. Deshalb muss ein Beziehungsaufbau gut gestaltet werden. Nicht wertende und empathische Haltung ist in der Beratung bei Personen mit Doppeldiagnosen unabdingbar. Der Umgang mit dem Klientel ist schwierig. Die meisten von Ihnen haben im Laufe der Jahre eine Therapie resiztenz entwickelt. Die Herausforderung ist zudem, dass sich die Symptome der psychischen Erkrankung durch ein Erzwingen der Abstinenz verstärken können. Deshalb soll die Abstinenz gefördert und nicht erzwungen werden ist sie nicht zu gewährleisten, kann die motivierenden Gesprächsführung eingesetzt werden.8 Menschen mit Suchterkrankungen leiden häufig unter einer psychischen Erkrankung. Die Substanzabhängigkeit beeinflusst diverse Persönlichkeitsstörungen, eine davon ist der Narzissmus. Die Betroffenen möchten ihr Selbstzerstörerisches Verhalten mit dem Substangebrauch mildern.9

3.1 Motivierende Gesprächsführung

Die motivierende Gesprächsführung von Miller und Rollnick ist als ein klientenzentrierter Teil direktiven Methoden zur Steigerung der intrinsischen Motivation und zur Veränderung durch die Erforschung und Lösung von Ambivalenzen definiert. Die Verwendung einer sympathischen Interaktion ist eine grundlegende Eigenschaft der motivierenden Gesprächsführung. Dies bedeutet, Akzeptanz gegenüber den Klienten auszudrücken. Wenn der Beratende das Gefühl hat, dass der Klient sich selbst mit seinem Verhalten Schadenzufügt, wird es weder geduldet, noch wird dem zugestimmt. Es wird lediglich akzeptiert. Denn durch Akzeptanz wird zugehört, verstanden und der Klient als menschliches Wesen respektiert. Die Gespräche die zu einer Änderung des eigenen Verhaltens führen sollen Steigern die intrinsische Motivation. Das Ziel der motivierenden Gesprächsführung ist es, die intrinsische Motivation des Klienten für Veränderungen zu erhöhen. Dazu muss der Klient Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufbauen. Dies wird mit der Auflösung der Ambivalenz erzielt. Der Einsatz von Reflektionsgesprächen und die persönliche Haltung des Beraters, die sich in Empathie und Wertschätzung niederschlägt, hilft dem Klienten die ambivalenzen besser zu verstehen. Der zu Beratende, wird auf eine Lösung gelenkt, indem ein Gespräch geführt wird, das zur Überwindung der Ambivalenz führt. Dazu zählt das Änderungsgespräch dies findet statt, wenn ein Klient die Änderung die er gerne vornehmen möchte positiv diskutiert. Es kann festgehalten werden, welche Vorteile es dem Klienten bringt, mit der weiteren Einnahme einer Substanz aufzuhören.10

3.2 Grundlagen und Konzepte der Motivierenden Gesprächsführung

Zu der Grundlage der motivierenden Gesprächsführung gehören vier Prozesse. An erster Stelle steht der Beziehungsaufbau. Danach liegt der Fokus auf einer oder mehreren Veränderungszielen, die im Einvernehmen vom Klienten und Berater vereinbart werden. Durch die Evokation wird der Klient zur Selbstmotivation geleitet. Das bedeutet, dass die Person Proargumente findet ,die sie zu der vereinbarten Veränderung bringen können. Der Klient beschäftigt sich Fortlaufend damit, welche Handlungen ihn zu seinem Veränderungsziel führen können und erstellt mit dem Betreuer zusammen einen Plan, in dem alles schriftlich gefestigt wird. Für die Durchführung und Effektivität dieser Prozesse sind vier Kernkompetenzen wichtig. In der erste Kernkompetenz wird der Klient durch offene Fragen und Kommunikationsstilen, zu seinem Veränderungsziel hingeleitet. Dazu zählt der leitende, geleitete und folgende Kommunikationsstil. Die zweite Kernkompetenz ist die, das Ressourcen und Stärken des Klienten gewürdigt und gefiltert werden. Das gesagte wird reflektiert und zusammengefasst. Die dritte Kernkompetenz ist die des resümes. Dabei wird das gesagte resümiert, was der Klient selbst gesagt hat und wird ihm somit wiedergegeben. Dadurch kann er sich selbst zuhören und das von ihm gesagte überdenken. Abschließend werden noch Informationen oder Ratschläge nur mit der Erlaubnis des Klienten gegeben. Dadurch differenziert sich die motivierende Gesprächsführung von der Personenzentrierter Gesprächsführung.11 Den der leitende Stil, sagt was die Person zu tun hat und machen sollte. Ein Beispiel dafür ist der Arzt, der dem Patienten welches Medikament für seine Krankheit einzunehmen hat verschreibt und sagt das er sie einzunehmen hat. Das Gespräch wird vorher geführt, ohne auf die Betroffenen einzugehen. Im folgenden Stil wird nur zugehört. Die Führung des Gespräches hat die zu beratenden Person. Es wird effektiv zugehört. Sinnvoll ist dieser Stil, bei Klienten mit starken psychischen Störung oder Alkoholabhängigen, die auf Entzug sind und dadurch sehr hyperaktiv wirken. Weiterführend gibt es den geleitenden Stil: Die motivierende Gesprächsführung bewegt sich in diesem Feld. Zwischen dem leitenden und dem Stil bewegt. Der Klient wird zu seinem Ziel mit Fachwissen und Kommunikationsstilen begleitet. Personen, die etwas an sich ändern wollen, zeigen ambivalentes Verhalten. Dies bedeutet, dass Pro aber auch schnell Kontra Argumente auffindbar gemacht werden. Dies stellt ein Hindernis für mögliche positive Veränderungen dar.12

[...]


1 Vgl. Preuss U.W S. 26

2 Vgl . Miller. R.W & Rollnick S. S.27

3 Vgl. https://bwl-wissen.net/definition/intrinsische-motivation 24.10.2020

4 Vgl. Kern S S. 82

5 Vgl. Walter M. S.185

6 Vgl. Gastiger S. S.53

7 Vgl. Vogt I S. 1051

8 Vgl. Walter Marc et al S.76-79

9 Vgl. Walter Marc et al S. 51

10 Vgl. Miller R.W & Rollnick S. S. 33-38

11 Vgl. Miller R.W & Rollnick S. 51-54

12 Vgl. Miller R.W & Rollnick S. S. 122-124

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Motivierende Gesprächsführung bei Klienten mit Suchtproblemen. Grundlagen, Konzepte und Techniken
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Beratung und Begleitung
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
9
Katalognummer
V1011993
ISBN (eBook)
9783346405982
Sprache
Deutsch
Schlagworte
motivierende, gesprächsführung, klienten, suchtproblemen, grundlagen, konzepte, techniken
Arbeit zitieren
Dilek Altintas (Autor), 2021, Motivierende Gesprächsführung bei Klienten mit Suchtproblemen. Grundlagen, Konzepte und Techniken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011993

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