Operantes Konditionieren - eine Form des Lernens


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002

13 Seiten, Note: 1


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Begriffsklärung / Verschiedene Terminologien

2. Grundbegriffe des operanten Konditionierens
2.1 Verschiedene Arten von Konsequenzen

3. Die Verstärkung
3.1 Verschiedene Arten von positiver Verstärkung
3.2 Verschiedene Arten von negativer Verstärkung
3.3 Zeitpunkt der Verstärkung und verschiedene Verstärkungspläne

4. Die Bestrafung
4.1 Verschiedene Arten von Bestrafung
4.2 Wirksamkeit und Nebenwirkungen der Bestrafung

5. Die Löschung und damit verbundene Schwierigkeiten

6. Wechselseitige Lernprozesse

7. Reflexion über die Anwendbarkeit und Bedeutung des Themas

8. Literaturverzeichnis

1. BEGRIFFSKLÄRUNG / VERSCHIEDENE TERMINOLOGIEN

Da sich in der Literatur bisher noch keine einheitliche Terminologie durchgesetzt hat, spricht man bei dieser Art von Lernen entweder von Lernen am Erfolg, von instrumentellem Lernen oder von operantem Konditionieren.

Der Begriff Lernen am Erfolg wurde vorallem durch Thorndike (1898) geprägt, der Experimente zur Erforschung des Lernens durchführte. Bei seinen Experimenten brachte er Versuchstiere in eine Problemsituation. Die Tiere versuchten sich durch Ausprobieren einer Anzahl von Reaktionen aus ihrer Situation zu befreien. Diejenige Verhaltensweise, die hierbei zum Erfolg führte, wurde im Anschluss beibehalten und in ähnlichen Situationen erneut angewandt. (vgl. Edelmann, 2000, S. 66) Thorndike entdeckte in diesem Zusammenhang das Prinzip der Verstärkungstheorien. Mit ´Lernen am Erfolg` ist hier gemeint, dass „der Erfolg eines Verhaltens darüber entscheidet, ob es in Zukunft häufiger auftritt, also gelernt wird.“ (Edelmann, 2000, S. 68)

Was den Begriff des instrumentellen Lernens anbelangt, so wurde dieser hauptsächlich von Skinner , aber auch von Thorndike geprägt. Auch Skinner führte hierzu verschiedene Experimente mit Tieren zur Erforschung dieser Art des Lernens durch. Skinner wartete allerdings nicht ab, „bis die Versuchstiere zufällig die erwünschte Verhaltensweise zeigten.“ (Edelmann, 2000, S. 66) Mittels der von ihm konstruierten „Skinner-Box“ wurde bei seinen Experimenten „jede minimale Verhaltensänderung in Richtung Endverhalten gleich verstärkt.“ (Edelmann, 2000, S. 66) Von instrumentellem Lernen ist hier die Rede, „weil das Verhalten das Instrument oder Mittel ist, das die entsprechende Konsequenz hervorruft.“ (Edelmann, 2000, S. 69)

Zuletzt spricht man noch vom Begriff des operanten Konditionierens. Dieser Begriff geht weitgehend auf Skinner zurück. Hierbei beschreibt Skinner „die (experimentellen) Bedingungen für die Veränderung der Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens.“ (Edelmann, 2000, S. 67) Unter „bestimmten Bedingungen (Konditionen), nämlich je nach Art der Konsequenzen, [wird] die Auftretenswahrscheinlichkeit dieser Verhaltensweise (des Operanten) erhöht oder gesenkt“. (Edelmann, 2000, S. 68f.)

Im Folgenden wird in dieser Arbeit auschließlich der Begriff des operanten Konditionierens verwandt.

Die einem Verhalten dargebotenen Konsequenzen können auch als Reize bezeichnet werden, die über die zukünftige Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens entscheiden können.

Im Zusammenhang mit operantem Konditionieren spielt der Begriff der Kontingenz eine große Rolle. Hierbei handelt es sich um eine Art „Wenn-dann-Beziehung“. (Edelmann, 2000, S. 68) Dieser zentrale Begriff des operanten Konditionierens meint „die Regelmäßigkeit (genauer: hoher Grad an

Wahrscheinlichkeit) [...], mit der Umweltereignisse von einer bestimmten Verhaltensweise der Person abhängen.“ (Edelmann, 2000, S. 68)

2. GRUNDBEGRIFFE DES OPERANTEN KONDITIONIERENS

2.1 Verschiedene Arten von Konsequenzen

Man unterscheidet beim operanten Konditionieren zwischen vier Formen.

Zu diesen gehören zunächst die positive und die negative Verstärkung, dann die Bestrafung und zuletzt die Löschung.

Eine Verstärkung soll allgemein die Wahrscheinlichkeit des Aufbaus eines bestimmten Verhaltens erhöhen, wohingegen die Bestrafung und die Löschung zum Abbau einer Verhaltensweise beitragen bzw. führen sollen.

Die Begriffe 'positiv' und 'negativ' sind in diesem Zusammenhang nicht als wertend zu verstehen. Der Begriff „ „positiv“ meint hier Darbietung oder Auftreten einer Konsequenz“. (Edelmann, 2000, S. 69) Unter „negativ“ versteht man dann „Entzug oder Verschwinden“ (Edelmann, 2000, S. 69) einer Konsequenz.

Alle genannten Konsequenzen werden im späteren Verlauf noch näher erläutert.

2.2 Motivation und Situation

Nicht nur die vier verschiedenen Formen des operanten Konditionierens sind für die erfolgreiche Durchführung einer Verhaltensänderung verantwortlich. Ein Verhaltensauf- bzw. abbau ist immer motivationsadäquat und situationsabhängig. Damit ist gemeint, dass die Person, bei der eine Verhal- tensänderung herbeigeführt werden soll, zunächst einmal motiviert sein muss, den Aufforderungscharakter der nachfolgenden Konsequenzen zu realisieren. (vgl. Edelmann, 2000, S.71)

„Bei der Verstärkung handelt es sich um Konsequenzen, die zur Befriedigung eines Bedürfnisses (Motivs) führen, und bei der Bestrafung um Konsequenzen, die die Frustration eines Bedürfnisses (Motivs) zur Folge haben.“ (Edelmann, 2000, S. 71)

Was den Begriff der Situationsabhängigkeit anbelangt, so ist damit gemeint, dass ein Lernprozess immer unter bestimmten situativen Bedingungen stattfindet. Dies hat zur Folge, dass das herbeigeführte Verhalten später auch nur in ähnlichen Situationen gezeigt wird.

Begründet ist dies in den Reizen, die dem Verhalten vorangehen. Diese haben eine Art Signalcharakter, da sie signalisieren, „welcher Art die nachfolgenden Konsequenzen sein werden.“ (Edelmann, 2000, S. 72)

Hierbei kann man manche Reize als spezielle Hinweisreize identifizieren, doch in Alltagssituationen gelingt dies oftmals nicht. In diesen Fällen spricht man dann eher vom spezifischen Charakter einer komplexen Situation, der über das Auftreten bzw. die Unterdrückung einer Verhaltensweise bestimmt (vgl. Edelmann, 2000, S. 72).

Da folglich beim operanten Konditionieren ein „ Transfer (Übertragung des Gelernten auf neue Si- tuationen)“ (Edelmann, 2000, S. 73) nur in geringem Maße möglich ist, spricht man hier von einem relativ starren und gewohnheitsmäßigen Verhalten, dessen Auftretenswahrscheinlichkeit „von der Stärke der Motivation und von der Ähnlichkeit der neuen Situation mit der ursprünglichen Lernsituation“ (Edelmann, 2000, S. 73) abhängt.

Viele Verhaltensweisen, die wir im Alltag anwenden sind routiniert und erfordern kaum noch ein Mitdenken. Daher stellt dieses gewohnheitsmäßige und routinierte Verhalten auch eine erhebliche Erleichterung zur Bewältigung unserer alltäglichen Tätigkeiten dar. „Man stelle sich vor, wir müssten im Laufe eines Tages alle Tätigkeiten mit einem hohen Ausmaß an Bewusstheit steuern!“ (Edelmann, 2000, S.

75) Doch gewohnheitsmäßiges Verhalten findet sich nicht nur in positiver Erleichterung der Alltagsaufgaben, auch hinter schlechten Angewohnheiten steckt oftmals gewohnheitsmäßiges Verhalten.

3. DIE VERSTÄRKUNG

3.1 Verschiedene Arten von positiver Verstärkung

Positive Verstärkung meint, dass einem Verhalten eine angenehme Konsequenz bzw. ein angenehmer Reiz dargeboten wird.

Wenn ein Kind beispielsweise eine gute Note in einer Klassenarbeit geschrieben hat und die Eltern es dafür ausgiebig loben, so wäre dies eine Form der positiven Verstärkung. Die Eltern wollen, dass ihr Kind auch in Zukunft gute Noten schreibt und verstärken diese Verhaltensweise, indem sie es loben.

Wie bereits erwähnt soll die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens mittels Verstärkern erhöht werden. Doch auch bei Verstärkern unterscheidet man wieder zwischen vier verschiedenen Arten von Verstärkern.

Zunächst einmal gibt es die sogenannten materiellen Verstärker. Zu diesen gehören z.B. jegliche Arten von Spielsachen oder anderen kleinen Geschenken.

Die zweite Art der Verstärker sind soziale Verstärker. Im sprachlichen Bereich treten soziale Verstärker in Form von lobenden Ausdrücken wie z.B. 'das hast du aber toll gemacht' oder 'sehr schön' usw. auf. Im nichtsprachlichen Bereich spricht man von sozialen Verstärkern, wenn es sich um anerkennende Gesten

oder bestärkende Mimik handelt. Diese werden z.B. in einem netten, aufbauenden Lächeln oder auch in einem Schulterklopfen deutlich.

Eine weitere Form von Verstärkern zeigt sich in Aktivitätsverstärkern. Hiermit sind diejenigen Verstärker gemeint, die beliebte Tätigkeiten beinhalten,wie z.B. ins Kino gehen, einem Hobby nach zu gehen oder auch sich mit Freunden zu treffen.

An letzter Stelle sind noch die informativen Verstärker zu nennen. Diese Art von Verstärkern vermittelt dem Lerner eine Information über die Erreichung eines Ziels. Darunter ist z.B. die richtige Lösung einer Schulaufgabe oder auch jegliche Art von bestärkender Selbstkontrolle zu verstehen.

Welcher Verstärker jeweils die beste Wirkung erzielt, ist auch wiederum motivationsadäquat. Es hängt vom Interesse und der Motivation des Lernenden ab, auf welche Art von Verstärkung man zurückgreifen sollte.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Operantes Konditionieren - eine Form des Lernens
Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau  (Erziehungswissenschaft)
Note
1
Autor
Jahr
2002
Seiten
13
Katalognummer
V10120
ISBN (eBook)
9783638166492
ISBN (Buch)
9783638746557
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Operantes, Konditionieren, Form, Lernens
Arbeit zitieren
Yvonne Decker (Autor), 2002, Operantes Konditionieren - eine Form des Lernens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10120

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