Klima, Natur und Wirtschaft in Namibia


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
15 Seiten, Note: 1/1

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Gliederung

1. Einleitung

2. Physisch, geographischer Überblick

3. Naturraum
3.1. Klima

4. Die Flora und Fauna

5. Tourismus

6. Wirtschaft
6.1. Landwirtschaft
6.2. Industrie

7. Bevölkerung

8. Schlusswort

9. Quellen- und Literaturverzeichnis

10. Anhang

1. Einleitung

Namibia - mit dem Namen dieser jungen afrikanischen Nation verbindet man Okavango und Etoscha-Pfanne, Windhoek und Lüderitz, geheimnisvolle Felszeichnungen und gewaltige Wanderdünen, ohne sich eine genauere Vorstellung von dem dünn besiedelten Land an der afrikanische Atlantikküste machen zu können. Die Flora und Fauna dieses Landes ist faszinierend, aber was erzähle ich Ihnen das, lesen sie selbst (weiter)!

2. Physisch-, Geographischer Überblick

2.1.Physischer Überblick

Namibia wird in drei Hauptgebiete eingeteilt. Von Süden nach Norden erstreckt sich das Binnenhochland. Östlich des Hochlands liegt die Kalahari, Westlich des Hochlands liegt die Namib.

Die Kalahari ist eine Wüste, die ein Teil des Binnenplateaus, welches in der Mitte des südlichen Afrikas liegt. Die Fläche der Kalahari beträgt ca. 1,2 Millionen km². Sie erstreckt sich von Simbabwe über Sambia bis nach Angola. Die Kalahari ist sehr spärlich bewachsen, weil das Wasser versickert und es dort Sandböden gibt. Trotzdem leben dort relativ viele Tiere.

Das Hochland liegt auf einer Höhe von 900 bis fast 2000m, östlich des Namib Küstengürtels. Das Binnenhochland weist eine große geophysische Vielfalt auf. Das Hochland ist das geographische und das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Weil das Hochland sehr gut bewässert ist, kann dort Ackerbau, Rinderzucht und Milchwirtschaft betrieben werden.

Die Namib ist die älteste Wüste der Welt. Sie ist fast 2000km lang und bis zu 150km breit. Die Namib hat lange Wanderdünen die bis zu 30km lang und 250m hoch sein können. Das Wasser kann unterirdisch, aber auch überirdisch fließen. Wenn es überirdisch fließt, dann schlammt bzw. versickert es.

In der Namib gibt es nur selten fruchtbaren Boden, das ist auch der Grund, warum dort nur sehr wenige Tiere leben.

2.2. Geographischer Überblick

Namibia ist ein sehr großes Land, welches im südlichen Afrika liegt. Seine Fläche beträgt 824 292 km², das ist ungefähr zweieinhalb mal so groß wie Deutschland. Seine Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt ca. 1320 km, von Osten nach Westen beträgt die Ausdehnung ca. 400 - 1000 km.

Der Wendekreis des Steinbocks teilt das Land in zwei Hälften.

Die Grenzen Namibias sind schnurgerade, bis auf zwei Ausnahmen: den Caprivi - Zipfel, ein langer, schmaler Streifen, der zwischen 35 und 80 km breit ist und 482 km lang ist. Die andere Ausnahme ist Walvis Bay. Dies ist ein geschützter Ankerplatz welcher an der Westküste liegt.

Im Norden trennen zwei Flüsse -Kuene und Okavongo- Namibia und Angola ab. Im Osten grenzt Botswana an Namibia. Die Republik Südafrika grenzt im Süden und Südosten an Namibia. Und im Westen liegt die 1500km lange Westküste.

3. Naturraum

Entlang der gesamten Küste Namibias erstreckt sich die Sand- und Felswüste, der Namib in einem 80 - 130 km breitem Flachlandstreifen. Die östlich anschließende, steil ansteigende, große Randstufe mit der größten Erhebung des Landes, dem 2606m hohen Brandenberg, leitet zu ausgedehnten flachwelligen Binnenhochländern über: im Norden Ovamboland, im Zentrum Damaraland, im Süden Großdamaraland. Diese im Mittel zwischen 1200 und 2000m über dem Meer gelegenen Plateaulandschaften senken sich nach Osten hin zum Kalaharibecken ab. Im Norden bildet die zeitweilig überschwemmte, abflusslose Etoschapfanne eine der größten Salzpfannen Afrikas.

Die großen Grenzflüsse; Kuene und Okavongo im Norden sowie der Oranje im Süden, führen ganzjährig Wasser, die Flüsse im Landesinneren nur nach starken Regengüssen.

3.1. Klima

Namibias Klima ist kontinental - tropisch. Das heißt, dass es in diesem Land sehr heiß, knochentrocken und schwül ist.

Der nicht sehr ergiebig ausfallende Regen fällt fast ausschließlich von November bis Februar, also in den Sommermonaten. Im Südwesten des Landes fällt etwas Winterregen oder auch Schnee. Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge beträgt etwa 250 mm je m², in den ariden Gebieten, wie der Namib oder am Unterlauf des Oranje fallen langfristig nur 100 mm je 1m², oft fällt noch weniger. Im Nordosten Namibias fallen in einem Jahr ungefähr 660 mm Niederschlag je m². Doch man kann sich nicht auf diese Zahlen verlassen, weil es in Namibia hohe Temperaturschwankungen gibt. Diese Temperaturschwankungen sind tages- und jahreszeitlich bedingt.

Die Temperaturen sind im allgemeinen niedriger als in anderen Weltgegenden auf den selben Breitengraden. In Namibia sind die Temperaturen von Landesteil zu Landes teil unterschiedlich: Die Wüstenküste ist vom kalten Benguelastrom und dem südatlantischen Hochdrucksystem geprägt. An der Westküste schwankt die mittlere Jahrestemperatur um die 16°C herum. 19°C bis 22°C erreicht sie im Inland. Diese Werte sind Durchschnittswerte, sie sagen wenig über die Witterungsbedingungen aus, die man in Namibia , im Einzelfall erlebt: Im Norden kann die Temperatur im Sommer bis auf 40°C steigen; in der Namib steigt die Temperatur im Sommer bis auf 48°C.

4. Die Flora und die Fauna

4.1. Die Flora

Es gibt vier Hauptvegetationszonen in Namibia, diese bestimmen das Klima sowie, im geringeren Maß, geologische Formation und Höhenlage:

Die Wüstengegenden liegen an der Westküste, also in der Namib. Dort ist es sehr heiß, nur Pflanzen, die ausdauernd und anpassungsfähig sind können in den Wüstengegenden gedeihen. Das sind Pflanzen, wie z.B. Flechten, einige Zwergsträucher - Arten oder Köcherbäume. Weiter östlich steigt das Land an und die Niederschläge werden günstiger. Dort nimmt auch die Anzahl von Pflanzen zu, nach Regenperioden wächst eine dünne Grasdecke.

Im großen und Ganzen gesehen, weist die Namib eine kaum auffällige Pflanzenpracht auf. Doch hat sie eine andere schöne Seite: ihre scheinbar unendliche Weite, die kräftigen und klaren Umrisse der Dünen und Felsen, die überwältigenden Sonnenauf- und Untergänge und die durch nichts gestörte Stille.

Das Hochland gehört überwiegend den Akazien. Das Hochland ist stärker mit Gras bewachsen als die Wüstengegenden.

Das Karstfeld liegt im Norden und ist ein gebirgiger Landstrich, der das südliche Ovamboland und das Kaokoveld im äußersten Norden umfasst. Hier findet man Stammsukkulenten und eine große Zahl von Baumarten darunter Bitterschängegewächse, Sumachgewächse. Der größte Kaokoveld und der anschließenden Gebiete weiter im Osten wird von Mopanebäumen und den kräftigen ganzjährigen Gräsern der klassischen afrikanischen Savanne geprägt.

Die Kalahari gilt im eigentlichen Sinn nicht als Wüste. Im Bereich Namibias ist sie größtenteils eine Baumsavanne, wobei der südliche Teil weitgehend von Akazien bewachsen ist, ist die Mitte eher von Termaliabäumen und Buschwerk bewachsen. Im feuchten Norden wachsen zum Beispiel Angola - Sandelholz, Baikaia-Bäumen , Wilder Seringa sowie weitere gute Nutzhölzer. Im Gebiet um Grootfonien und Tsumeb wachsen zahlreiche Tamboti - Bäume. Diese jungen Wälder sind Grundlage einer lukrativen Holzindustrie mit guten Entwicklungsperspektiven, denn viele Hölzer haben wunderschöne Maserungen und sind bei Möbelherstellern sehr begehrt. In den weiten Ebenen des Nordens werden die Wälder wieder lichter und an ihre Stelle treten Mopane-Bäume und Makalinipalmen, Wilde Feigen sowie uralte Baobabs.

4.2. Die Fauna.

Die Tierwelt Namibias bietet eine große Artenvielfalt, die vom bekannten Großwild bis hinunter zu einigen niederen Wirbeltieren oder Wirbellosen reicht. Diese Tiere haben sich an ihrer Umwelt hervorragend angepasst. Allgemein kann man die Fauna im Norden als tropisch bezeichnen und die der südlichen eher als „ Kap -Fauna“.

Die kleinen, hochgradig an ihre Umwelt angepassten Reptilien und Insekten leben in der Namib. Außerdem leben hier auch unteranderen Chamäleons, Spinnen, Dünen - Heuschrecken, Ottern oder Eidechsen. Manche dieser Tiere kommen nur hier vor, weil diese Wüste so alt ist, dass die Evolution eigene Wege gehen konnte. Weil es in der Namib so selten regnet, zehren die Tiere die dort leben vom Nebel und der feuchten Seeluft. Winde aus dem Landesinneren bringen verwelkte Blätter, Grashalme und nahrhaftes Material heran. Größere Tiere leben von der Vegetation der Pfannen, Quelle und ausgetrockneten Flussbetten. Abgesehen von den Südafrikanischen Seebären sieht man an der Küste häufig den Schakal, der die Flussbetten häufig nach fressbarem absucht. Die wichtigsten Vögel dieses Gebietes sind Lerchen, Trappen und der Oranjeschmätzer. Zu den größeren Wildtieren des Landesinneren zählt Elefant, Nashorn, Giraffe, Löwe, Leopard, Büffel, Südfrikanischerspießbock, Elenantilope, Großer Kudu, Kaamal, Zebra, sowie weitere Fleisch- und Pflanzenfresser.

Am meisten beeindruckt wahrscheinlich die Tierwelt des Etoscha-Nationalparkes.

Bilder: siehe Anhang

5. Tourismus

Der Tourismus hat in Namibia ein ungeheures Entwicklungspotential, das nun, da der blutige Unabhängigkeitskrieg zu Ende ist und die nördlichen Gebiete zugänglich sind, zu voller Entfaltung gebracht werden kann. Die ausgezeichneten Hotels, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten zählen zu den Haupttrümpfen des Landes, doch das gleiche gilt auch für die faszinierende, kulturelle Vielfalt des Landes, die prächtigen Wildreservate, die privaten Gästefarmen, die einzigartige Flora und Fauna wie für die atemberaubende Schönheit dieses gewaltigen, fremdartigen und menschenleeren Landes.

6. Wirtschaft

Die wirtschaftlichen Prioritäten Namibias gleichen jenen anderer Entwicklungsländer. Namibia ist trotz natürlicher Ressourcen ein armes Land; seine Bevölkerungsdichte ist zu gering, um einen Binnenmarkt zu tragen, der eigene Kapitalbildung ermöglichen würde, und das Land ist zu rauh und unwirtlich, um den Menschen mehr als eine Selbstversorger-Wirtschaft zu erlauben. Namibias Wohlergehen hängt von drei Wirtschaftszweigen ab: Viehzucht, Bergbau und Fischerei; 1989 wurden allein in diesen drei Bereichen 40 Prozent des BSPs erwirtschaftet.

6. 1. Landwirtschaft

Die Landwirtschaft trägt rund 11 Prozent zum Bruttosozialprodukt bei. Die Zucht von Rindern, Karakul- und anderen Schafen ist die Haupt Einnahmequelle. Fast 70 Prozent aller Berufstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt.

Der Bergbau steuert ungefähr ein Drittel zum BSP bei. An erster Stelle steht die Diamantenförderung, es folgen Uran (5.000 t pro Jahr), Kupfer(35.000t), Blei(fast 35.000t), Zink(40.000t), Granit sowie Marmor(18.000t), Salz(135.000t), Gold(1.600t) und Silber(90 t). Die jährlich geförderten rund eine Million Karat Schmuckdiamanten stellen den Gegenwert von 40 Prozent aller ausgeführten Bodenschätze dar.

Trotzdem ist der Bergbau Namibias noch unterentwickelt, es wird weniger gefödert, als möglich wäre. In Erster Linie liegt das daran, dass in den unseligen Jahren vor der Unabhängigkeit ausländischen Geldgebern Investitionen zu riskant waren.

Fischereiprodukte trugen in der Vergangenheit erheblich zum gesamt Exports Namibias bei. Aufgrund der starken Überfischung sind die maritimen Ressourcen erschöpft, die Fischindustrie geht stetig zurück. Am Ende der achtziger Jahre hat die Regierung jedoch ein systematisches Sanierungsprogramm in Kraft gesetzt, das Hoheitsgebiet auf 200 Seemeilen ausgedehnt, sowie strikte Fangquoten festgelegt und andere Umweltschutzmaßnahmen eingeleitet. 1987 belief sich der Gesamtfang auf 48.000t.

6. 2. Die Industrie

Die Industrie ist aufgrund hoher Investition kosten und geringer Nachfrage seitens der spärlichen Bevölkerung wenig entwickelt und trägt nur 4,85 Prozent zum BSP bei. Die wenigen produzierten Exportgüter konzentrieren sich fast ausschließlich auf Fisch- und Fleischkonserven. Noch geringere Bedeutung haben Nahrungs- und Getränkeindustrie, Holz- und Metallverarbeitung, chemische Industrie und Druck- und Verlagswesen.

Wie fast überall auf der Welt sind in Namibia sehr viele Menschen arbeitslos.

7. Bevölkerung

Die Gesamtbevölkerung Namibias wurde 1991 auf 1,4 Millionen Menschen geschätzt, was eine Bevölkerungsdichte von 1,5 Personen pro Quadratkilometer ergibt.

Etwa ein Viertel der Namibier lebt in Städten. Die Bevölkerung wächst jährlich um drei Prozent, wobei sich die Wachstumsrate aufgrund der ständigen Landflucht in den Städten auf rund das Doppelte beläuft.

Trotz dieser geringen Einwohnerzahl stellt die namibische Bevölkerung ethnisch und linguistisch einen kunterbunten, reichlich komplizierten Flickenteppich dar. Das Land ist die Heimat von einem runden Dutzend kulturell unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, die alle ihre charakteristischen Eigenheiten und Traditionen haben. Im Folgenden sind sie der Größe nach aufgelistet:

Die Ovambo

Die Ovambo, die sich noch einmal in acht Untergruppen einteilen lassen, stellen mit fast 600.000 Menschen fast die Hälfte der Landesbevölkerung dar. Hauptsächlich leben die Ovambo im nach ihnen benannte „Ovamboland“, welches sich vom Kaokaveld im Westen bis nach Kavango im Osten erstreckt. Dies ist ein flaches, steinloses Grasland.

Die Ovambo sind ein materialistisches Volk; die kleinste soziale Einheit ist die Familiengruppe, die gemeinsam ein Dorf bewohnt, eigenes Land und oft ein eigenes Wasserloch besitzt. Der Tradition nach, ist das Dorf mit einem Palisadenzaun umgeben, innerhalb dessen mit weiteren Zäunen verschiedene funktionale Bereiche abgeteilt sind. Dazu zählen Schlafquartiere, Speicher für Weizen, Milch, Bier, Plätze zum Kochen, Essen und Arbeiten, Pferche für das Vieh und so weiter. In der Mitte des Dorfes liegt unter freiem Himmel ein großer öffentlicher Bereich, in dem die Gäste begrüßt werden, Feste gefeiert werden und das Heiligefeuer beständig am brennen gehalten wird.

Zu den religiösen Traditionen der Ovambo gehören der Glaube an ein höheres Wesen („Kalunga“) und die Ahnenverehrung. Doch heute ist von dieser Religion nicht mehr viel übrig geblieben, denn die Mehrheit der Ovambo konvertierte aufgrund der seit 1870 tätigen Finnischen Mission zum protestantischen Glauben; der Rest ist meist römisch - katholisch oder anglikanisch.

Die Kavango

Die Kavango 110.000 leben hauptsächlich in einem 40.000 km2 großen Gebiet im Nordosten, südlich des Okavango in einem flachen parkähnlichen Hochland (1.100 m). Dort sind bisher über 200 Baum- und Buscharten identifiziert worden. Dieses Land ist Heimat von Großwild, darunter Elefanten, Büffel, große Antilopen und, in den Flüssen, Krokodilen, Flusspferden und Riesentigerfischen.

Die Kavango unterteilen sich in sechs Stammesgruppen und sind ebenfalls matrilineal. Es sind Bauern, die sich von Getreideanbau und Viehzucht ernähren und im Fluss sowie in den Überschwemmungsgebieten Fische fangen. Deswegen ist ein Einbaum ihr wertvollster Besitz. Darüber hinaus betreiben sie als einträgliches Gewerbe die Holzschnitzerei.

Die Herero

Die Herero sind eng mit den Mbanderu verwandt und bewohnen das trockene östliche Sanveld, das an Botswana grenzt. Im Kaokeveld im Nordwesten leben die ebenfalls mit ihnen verwandten Himba. Zusammen haben diese drei Gruppen über 90.000 Angehörige.

Bis zum Anfang dieses Jahrhunderts lebten die Herero als Wanderhirten bequem vom Fleisch und von der Milch ihrer Rinder-, Ziegen- und Schafherden auf den Weiden des zentralen Hochlands. In den blutigen Auseinandersetzungen mit der deutschen Kolonialmacht dezimiert, verarmten sie jedoch und wurden umgesiedelt. Heute spielt in ihrem neuen „Homeland“ die Rinderzucht wieder eine wichtige Rolle, doch viele Herero halten jetzt auch Schaf und Geflügel oder bauen Mais, Hirse und Augenbohnen an. Die Landbevölkerung ist traditionsgemäß in Großfamilien patrilineal organisiert, doch auch matrilineale Elemente finden sich.

Die Hererofrauen fallen äußerlich am meisten durch ihre „traditionelle“ Tracht auf: ein langes, farbenfrohes Gewand im viktorinischen Stil, den sie seinerzeit von den Frauen der frühen europäischen Missionare übernommen haben.

Wichtige Untergruppen sind die Tjimba und Himba, deren Heimat das Kaokoveld ist. Die Vorfahren der letzten waren Herero-Hirten, die im 19. Jahrhundert von den kriegerischen Nama vertrieben wurden und in jene abgelegene, unwirtliche Region im Nordwesten flohen. Jahrzehnte lang hielten diese halb nomadischen Hirten an ihrer überlieferten Lebensweise fest und widerstanden hartnäckig den Verlockungen der Zivilisation.

Die Damara

Oder Bergdama zählen 90.000 Menschen und leben überwiegend in den Bergen des mittleren Nordwestens. In gewisser Hinsicht stellen sie ein Rätsel dar, denn sie sprechen eine KhoikhoiSprache, Ihrer Erscheinung und Kultur nach sind sie aber eher mit den negroiden Völkern Westund Zentralafrikas verwandt. Ihre Herkunft liegt im Dunkeln; mit Sicherheit ist einzig über sie bekannt, dass sie die Kunst des Töpferns und des Schmiedens von Eisen mit sich brachten. Mit ihren Produkten versorgten sie die Nama und die Herero, die ihnen überlegen waren.

Ursprünglich zogen die Damara in kleinen Gruppen umher, die von einem Häuptling geführt wurden, dem der Rat des Stammesältesten beiseite stand. Wie den Ovambo galt ihnen das Feuer als heilig und ihrer traditionellen Religion nach war ein „höchstes Wesen“ dafür verantwortlich, dass die Regenzeit einsetzt und die Erde sich erneuert.

Namibier europäischer Herkunft

Namibier europäischer Herkunft gibt es rund 75 000 zwei drittel von ihnen sprechen Afrikaans, ein viertel deutsch. Die Mehrheit wohnt in städtischen Zentren der Mitte und des Südens und ist meist in Gewerbe, Handel, Vieh- und Karakulzucht sowie - wenn auch im abnehmendem Maß - in der Verwaltung tätig.

Die Nama

Leben hauptsächlich südlich von Windhoek. Sie zählen zu den letzten nennenswerten Vertreter der echten Khoikhoi (die man früher „Hottentotten“ nannte). Traditionell sind die Nama halbnomadische Hirten. Unter der deutschen und südafrikanischen Kolonialherrschaft wurden den Nama bestimmte Gebiete des mittleren Südens zugewiesen, wo man ihnen Weiderechte einräumte.

Hinsichtlich Sprache und äußerer Erscheinung haben die Nama mit den San viele Gemeinsamkeiten. Beide sind hellhäutig und zartgliedrig, allerdings sind die Name aher größer. Einige Familien führen noch das einstige Nomadenleben, doch die meisten der 60.000 Nama sind heute seßhaft und in die Wirtschaft des Landes eingegliedert. Viele haben die christliche Religion und einen westlichen Lebensstil angenommen.

Gemischte Abstammung

Gemischter Abstammung sind etwa 50 000 Namibier („Farbige“);größtenteils stammen sie von Einwandern aus der alten Kapkolonie ab. Die Mehrheit spricht Afrikaans und lebt in Städten.

Die Ost-Caprivianer

Sie leben im äußersten Nordosten an der Grenze zu Angolam Sambia und Botswana und sind eng mit den Zozi verwndt. Fischfang und, ingewissem Umfang, Jagd sind von einiger Bedeutung, doch auch Viehzucht und Ackerbau werden betrieben (Mais und andere Getreide, Maniok und Melonen). Die Menschen müssen notgedrungen ein seßhafteres Leben führen, da das Jahr monatelang vom Fluß überschwemmt wird. Nur äußerst unerschrockene Reisende wagen sich in diese Gegend mit ihren wenigen schlechten Straßen, der dichten Schilf- und Baumvegetation entlang der Ufer, den Sandbänken und Sümpfen.

Die San

Die San, früher auch „Buschmänner“ genannt, sind eng mit den Khoikhoi verwandt. Der Tradition nach sind sie Jäger und Sammler. Unter dem Druck anderer Stämme und europäischer Besiedlung wichen sie in die unwirtlicheren Teile des südlichen Kontinents aus. Ursprünglich beruhte ihre Kultur auf kleinen, unabhängigen Nomadengruppen, die aus im Grunde anführerlosen Horden oder Familienclans von 30 bis 60 untereinander verwandten Menschen bestanden. Das Leben der Clans war von den Jahreszeiten geprägt, von den Wanderungen des Wildes sowie von der Verfügbarkeit von Honig, Wurzeln und Früchten der Wüstenpflanzen. Als überragende Fährtenleser folgten sie manchmal tagelang geduldig einer Wildherde, bis sie nahe genug herankamen, um Pfeil und Bogen einsetzen zu können. Wenn das ausersehene Tier erlegt war, feierte die ganze Gruppe ein Fest, sang und tanzte in einem Trance ähnlichen Ritual um das Feuer.

Die 34.000 San Namibias bilden drei Gruppen: die Heikum, die !Kung! (das Ausrufungszeichen symbolisiert einen Klicklaut) und die Barakweno. Die Klans leben heute weniger nomadisch als ihre Vorfahren und siedeln in Dörfern. Einige San führen ein Hirtendasein, während andere zu Lohnarbeitern auf den riesigen Rinderfarmen im Landesinnern wurden.

Die Baster

30.000 Menschen gemischter Abstammung wanderten um 1870 aus der Kapkolonie ein. Sie sind calvinistisch sprechende Afrikaans und ihr Lebensstil ist verwestlicht. Sie sind bekannt für ihren unbändigen Freiheitswillen.

Die Tswana

Die Tswana stellen die kleinste (7.000) der ethno-linguistischen Gruppen Namibias dar. Sie bewohnen zum Teil das sogenannte Sandveld, das an Botswana grenzt. Sie sind eng verwandt mit den Tswana jenseits dieser Grenze.

8. Schlusswort

Über Namibia zu schreiben hat mir sehr viel Spaß gemacht. Mich faszinieren die Flora, die Fauna, die Landschaft, das Zusammentreffen der vielen Stämme und Volksgruppen und die Größe dieses einzigartigen Landes. Die Beschäftigung mit diesem Land hat mich so sehr interessiert, das ich dort gerne hinreisen würde.

9. Quellen- und Literaturverzeichnis

Namibia, Faszination Ferner Länder. Time Life Books 1995, Amsterdam Namibia, Merian. 11. November 1997

Alle Länder unserer Welt. ADAC-Lexikon, ADAC-Verlag, München 1998 Microsoft Encarta Weltatlas, 1998

Internet: -http://www.suedafrika.net/seiten/attrakt/.html

-http://www.suedafrika.net/voegel.html

-http://www.suedafrika.net/schlange.html

15 von 15 Seiten

Details

Titel
Klima, Natur und Wirtschaft in Namibia
Note
1/1
Autor
Jahr
2001
Seiten
15
Katalognummer
V101203
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Namibia
Arbeit zitieren
Anne Preetz (Autor), 2001, Klima, Natur und Wirtschaft in Namibia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101203

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